Beiträge von Buralicchio

    Tonhalle Orchester Zürich - CeDe.ch

    Unlängst habe ich diese Box erhalten. Bin begeistert. Grossartige Einspielungen die in der provisorischen Tonhalle im Maag-Areal aufgenommen wurden. Paavo Järvi ist wirklich ein Gewinn für das Tonhalle-Orchester. Die Aufnahmen empfehle ich wärmstens...Aber natürlich: es gibt kaum nur die "eine" gültige Einspielung:hello:Beste Grüsse von Buralicchio

    Heute - am 20. November vor 13 Jahren - ist in Basel das Leben der Sängerin und Schauspielerin Charlotte Sender zu Ende gegangen. Sie starb im 91. Lebensjahr. Ihre Sängerinnenlaufbahn begann während des Krieges am Städtebundtheater Biel-Solothurn dessen Ensemble sie von 1943 bis 1947 angehörte. Der damalige Direktor Leo Delsen, ein gewesener Sänger, bot zahlreichen emigrierten Künstlern Verträge an - soweit ihm dies die oft unbarmherzige Fremdenpolizei erlaubte. Zu jenen gehörte auch der Tenor Egon Karter, ein aus den Niederlanden via Frankreich bei Nacht und Nebel über den Genfersee geflüchteter polnischer Staatsbürger. Auf einer der Aarebrücken in Solothurn begegnete er zum Spielzeitbeginn der jungen Sängerin Charlotte Sender die sich auf dem Weg ins Theater befand. Man kam ins Gespräch, entdeckte mit gewissem Erstaunen und auch Entzücken, dass man offenbar im selben Beruf tätig sei. Wenig später heirateten die beiden und blieben ein langes Leben zusammen. Charlotte Sender wechselte 1947 an das Stadttheater Bern wo sie die nächsten vier Jahre bis 1951 verpflichtet blieb. Danach war sie während einiger Zeit freiberuflich tätig und unterstützte später ihren Gatten, der inzwischen die Komödie Basel gegründet hatte und während vielen Jahren leitete. Charlotte Sender's wichtigste Opernpartien waren etwa Micaela, die sie sowohl in Bern wie auch am Stadttheater Basel sang, dann die Nedda (Biel-Solothurn und Bern), Baronin Freimann im "Wildschütz" (Bern und St. Gallen), die Mozart-Partien Donna Elvira (Biel-Solothurn, Bern, Basel), Susanna (Biel-Solothurn, Bern), Pamina (Bern), Frau Fluth (Biel-Solothurn), Mimì (Biel-Solothurn, Bern), Ciò Ciò-San (Biel-Solothurn, Bern), Liù (Bern), Marie in "Die verkaufte Braut" (Biel-Solothurn, Bern), Komponist in "Ariadne auf Naxos" (Bern, Zürich), Sonja in Sutermeister's "Raskolnikow" (Bern), Desdemona (Bern, Basel), Violetta Valéry (Biel-Solothurn), Agathe (Bern). Sie übernahm auch viele erste Operettenpartien in Werken von Heuberger, Kálmán, Künneke, Millöcker, Johann Strauss und hatte viele Jahre später einen grossen Erfolg als Mrs. Dolly Gallagher Meyer in Jerry Herman's Musical "Helloh, Dolly" an der Komödie Basel.

    Hallo Rheingold 1876,

    entschuldige die späte Antwort, war in den letzten Wochen so in Beschlag genommen dass ich keine Besuche im Forum machen konnte! Aber klar: ich meinte die erste Aufnahme der TROYENS (von Sir Colin Davis), die mit Jon Vickers etc. Die ist sensationell! Bis demnächst - wenn ich wieder mehr Luft zum „Atmen“ (will sagen: surfen im Forum) habe!

    Beste Grüsse von Buralicchio 🙋🏻‍♂️

    Unlängst konnte ich die Gesamtaufnahme der "Troyens" mit Michael Spyres besorgen. Eindrückliche Einspielung - auch wenn meine Lieblingsaufnahme jene bleibt, die Sir Colin Davis dirigiert. Aber wie gesagt: Spyres als Enée ist grossartig. Bestellt habe ich auch die demnächst erscheinende "Mitridate"-Aufnahme.

    Allen "Taminos" wünsche ich einen schönen, friedlichen Tag :hello:<3

    Image

    Heute morgen als erstes die 1. Symphonie des Berner Komponisten Fritz Brun angehört: Höchst eindrückliche Aufnahme mit dem Moscow Symphony Orchestra unter der exzellenten Leitung von Adriano, einem weit unterschätzten Schweizer Dirigenten.

    Als nächstes etwas völlig anderes: Saint-Saëns "Samson und Dalila" auf deutsch!

    Saint-Saëns: Samson et Dalila Product Image

    Ganz grossartig die Sängerin Res Fischer: wahre Stimmpracht, üppiges, warmes Timbre. Sehr gut auch ihre Partner

    Lorenz Fehenberger, Fred Destal und Maximilian Eibl (alter Hebräer).

    Beste Grüsse

    Buralicchio

    Seit diesem Sommer 2021 bin ich ein Bewunderer des amerikanischen Tenors Michael Spyres den ich als Don Ottavio im umstrittenen Salzburger "Don Giovanni" erlebt habe. Zwar kannte ich seinen Namen, hatte ihn aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört. Ich war hingerissen von der unglaublich sensiblen musikalischen Gestaltung seines Don Ottavio's. Er hat sich eine meisterhafte Stimmtechnik angeeignet, verfügt über eine reichhaltige Palette an Stimmfarben und Nuancen und es steht ihm ein beinahe unerschöpflicher Atem zur Verfügung. Ausserdem ist er ein derart überzeugender Darsteller, kann sich trotz schwierigster stimmlicher Anforderungen absolut souverän bewegen. Um es kurz zu sagen: ich bin von ihm restlos begeistert! Habe soeben die Arie "Se di lauri il crine adorno" aus "Mitridate" angehört welche Gregor dankenswerterweise hier vorgestellt hat. Schlicht grandios! Tausend Dank! Werde mir demnächst "Les Troyens" besorgen. Dass Michael Spyres ein idealer Aeneas ist, daran zweifle ich nicht.

    Lieber Stimmenliebhaber, danke für den wunderbaren Ausschnitt aus der "Schönen Müllerin" mit Ivo Zidek den ich nur von der "Verkauften Braut" und "Rusalka" her kenne und sehr schätze. Tatsächlich: das empfinde ich auch so, Zidek ist mit seiner Interpretation, die so gar nicht überkandidelt sondern schlicht und überaus berührend wirkt, ganz nah bei der von Schubert geschaffenen Atmosphäre.

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Lieber Orfeo, danke herzlich für diesen Hinweis. Hatte keine Ahnung davon. Aber Elín Ósk habe ich mal gehört: als Floria Tosca. Ganz grossartig. Leider kennt man sie

    in Europa überhaupt nicht. Sie gehört zu einer beachtlichen Zahl von isländischen Sängerinnen und Sängern, die es gleichfalls verdienen würden, umfassendere Anerkennung zu bekommen. Freut mich sehr, dass Kurt Kopecky sich mit ihr zusammengefunden hat für dieses Rezital.

    Beste Grüsse von Buralicchio:hello:

    Lieber Peter Schünemann, das freut mich enorm zu hören. Ja, tatsächlich: Jedes Haus müsste froh sein, einen derart versierten Musiker am Haus zu haben. Kurt Kopecky ist übrigens auch am Piano ein hervorragender Partner - für Liederabende und Kammermusik beispielsweise.

    Beste Grüsse nach Finnland

    Buralicchio:hello:

    1280px-Ferdinand_Leitner.jpg

    Ferdinand Leitner, der heute vor 25 Jahren in Forch (bei Zürich) gestorben ist, hier bei einer Probe mit den Bamberger Symphonikern (Quelle: Wikipedia - Foto von Ermell [Reinhold Möller]). - . Für diese bescheidene Würdigung des grossen Dirigenten beschränke ich mich auf sein Wirken am Opernhaus Zürich. Im Jahre 1969 wurde er als Nachfolger des früh verstorbenen Christian Vöchting als musikalischer Oberleiter an das Opernhaus Zürich berufen dem er in dieser Chefposition bis 1983 und danach noch bis 1991 als Gastdirigent verbunden blieb. Mozart, Wagner, Richard Strauss standen im Zentrum seines Musiktheater-Schaffens - aber ebenso zentral war sein Interesse für die Komponisten des 20. Jahrhunderts. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, deren Werke auch am Opernhaus Zürich zur Aufführung zu bringen. Die Liste dieser von ihm dirigierten Werke ist eindrücklich: Krenek "Karl V." (21. 3. 1970), Ginastera "Bomarzo" (5. 12. 1970), Klebe "Figaro lässt sich scheiden" (29. 5. 1971), von Einem "Der Besuch der alten Dame" (5-9-1971), , Busoni "Doktor Faust" (3. 6. 1972), Fortner "Elisabeth Tudor" (11.11.1972), Orff "Die Bernauerin" (3. 6. 1973), Reimann "Melusine" (12. 1. 1974), Klebe "Ein wahrer Held" (18. 1. 1975 Uraufführung), Orff "Die Kluge" (15. 6. 1975), Hindemith "Cardillac" (16-10-1976 Schweizerische Erstaufführung der Urfassung), Kelterborn "Ein Engel kommt nach Babylon" (5. 6. 1977 Uraufführung), Berg/Cerha "Lulu" (8. 9. 1979), Berg "Wozzeck" (14. 6. 1981), Orff "Antigonae" (29. 1. 1983 im Kongresshaus Zürich während des Umbaus), Honegger "Johanna auf dem Scheiterhaufen" (20. 12. 1983 im Kongresshaus Zürich während des Umbaus), Hindemith "Mathis der Maler" (2-11-1985), Schoeck "Massimilla Doni" (21. 2. 1987). Die meisten dieser Premierendaten betreffen Schweizer Erstaufführungen. Zur Wiedereröffnung des renovierten Opernhauses dirigierte Ferdinand Leitner "Die Meistersinger von Nürnberg" in einer Inszenierung von Claus Helmut Drese die vom Fernsehen (SRF und ZDF) aufgezeichnet wurde. Die Solisten waren Donald McIntyre (Hans Sachs), Hans Tschammer (Veit Pogner), Rudolf A. Hartmann (Sixtus Beckmesser), Jozsef Dene (Fritz Kothner), René Kollo (Walther von Stolzing), Wilfried Gahmlich (David), Beatrice Niehoff (Eva), Anne Gjevang (Magdalena), Hans Franzen (Nachtwächter) u. a. Leitner's letzte Premiere am Opernhaus war Tschaikowsky's "Eugen Onegin" (16. 3. 1991) im letzten Jahr der Direktion Christoph Groszer's. - . Ferdinand Leitner war eine bedeutende Persönlichkeit, der man grossem Respekt begegnete. Er vermochte unglaublich spannend, amüsant zu erzählen - man hätte ihm stundenlang zuhören mögen. Er konnte auch ziemlich streng sein und sein Missfallen zwar distinguiert aber doch deutlich zum Ausdruck bringen. Zum Abschluss hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Artikel der "Neuen Zürcher Zeitung" vom 6. Juni 1996 anlässlich seines Todes. Die Kulturjournalistin Marianne Zelger-Vogt schrieb:"Bei aller Anerkennung und Reputation zählte Leitner nie zur Gattung der Stardirigenten. Dem standen seine distinguierte Art, sein ganz auf die Sache bezogenes, auf steten Fluss und plastische Modellierung, auf Feinheit und Genauigkeit bedachtes Musizieren entgegen. Dennoch war dieses Künstlerleben, das sich nun vollendet hat, gross: gross durch Fülle, Konstanz und Erfahrung". Ferdinand Leitner ruht auf dem Friedhof Rehalp in Zürich.

    Ferdinand Leitner Anniversary Edition by Ferdinand Leitner on Amazon Music  - Amazon.com

    Freut mich sehr, dass Caruso41 ein Bild von Kurt Kopecky gefunden hat. War drum gestern Nacht im Zug und hatte weiter keine Möglichkeit, im Internet danach zu suchen. Schön auch, dass Stimmenliebhaber einen Hinweis für die Haydn-CD gefunden hat. Herzlichen Dank Euch beiden.

    Beste Grüsse Buralicchio

    Mit etwas Verspätung möchte ich hier an einen österreichischen Dirigenten erinnern, der zwar nicht so bekannt ist, es aber durchaus verdienen würde, dass man seinen Namen kennt: es handelt sich um Kurt Kopecky. Er hat, soweit ich weiss, seine Laufbahn am Theater von Biel-Solothurn begonnen, wurde dann Musikchef an der isländischen Oper in Reykjavik und wirkt nun seit einigen Jahren an der Finnischen Nationaloper Helsinki. Kopecky ist ein überaus sorgfältig arbeitender, äusserst begabter und einfühlsamer Dirigent. Ein Musiker, wie ihn sich jedes Theater nur wünschen könnte - und weit ab von jeder Eitelkeit. Möglicherweise ein Grund dafür, dass er nicht bekannter ist.

    Beste Grüsse von Buralicchio 🙋🏻‍♂️

    Besten Dank, lieber Orfeo! Es hat mich gefreut, dass sich doch noch ein Opernfreund an ihren Namen erinnert. Frau Rogner ist übrigens auch noch als Jungfer Anna Reich in "Die lustigen Weiber von Windsor" zu hören (bei Allegro - Opera d'Oro - unter Fritz Rieger, eine live-Aufnahme von 1967).

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Brittien: Peter Grimes. Opera (DVD) plade-klassikeren.dk

    Am heutigen 31. Mai begeht der Bass-Bariton Alfred Muff seinen 72. Geburtstag. Der Sänger erhielt seine Ausbildung am Konservatorium Luzern bei Werner Ernst und an der Hochschule für Musik in Berlin bei Elisabeth Grümmer und Irmgard Hartmann-Dressler. Seine Bühnenlaufbahn begann er 1973 am Stadttheater Luzern dem er bis 1980 angehörte. Von Luzern wechselte er für vier Jahre an das Landestheater Linz und 1984 trat er dem Ensemble des Nationaltheaters Mannheim bei wo er allerdings nur zwei Saisons tätig war, denn 1986 wurde er ans Opernhaus Zürich engagiert dem er bis zum Ende der Ära Pereira im Jahre 2012 die Treue hielt. Am Landestheater Linz kam es zu wichtigen Rollendebüts in seinem Fach als Bass-Bariton/Heldenbariton: Titelpartie in "Boris Godunow" (1981), Titelpartie in Verdi's "Falstaff" (1982), Hans Sachs (1982) und Gurnemanz (1983). In Mannheim erfolgte ein weiteres Debut in einer Partie, die ihn fortan während seiner ganzen Karriere begleiten sollte: Barak in "Die Frau ohne Schatten" (1984/85). Mit dieser Partie stellte er sich auch am 12. September 1986 am Opernhaus Zürich vor. An dieser Bühne übernahm er dann im Verlauf der Jahre eine Vielzahl von grossen Aufgaben: so u. a. Don Pizarro und Rocco, Dr. Schön und Doktor in den Berg-Opern "Lulu" und "Wozzeck", Giacomo Balducci in "Benvenuto Cellini", Mefistofele, Captain Balstrode in "Peter Grimes", Wassermann in "Rusalka", Kardinal Brogni in "La Juive", Baron Jaroslav Prus in "Die Sache Makropulos", Priester Grigoris in Martinu's "Greek Passion", Albert in "Werther", Komtur, Osmin, Sarastro, Baron Scarpia, Wassili Sobakin in Rimsky-Korssakow's "Zarenbraut", Gessler (sowohl in der italienischen wie französischen Version der Rossini-Oper), Boris Timofejewitsch Ismailow in "Katerina Ismailowa", Herzog Adorno in "Die Gezeichneten", Adolfo in Schubert's "Alfonso und Estrella" und Robert in dessen "Des Teufels Lustschloss", Kezal, Graf Waldner, Musiklehrer, Orest, Barak (in den Inszenierungen von August Everding und später auch von Cesare Lievi), Baron Ochs, Jochanaan, Sir Morosus, Kreon in "Oedipus Rex", Fürst Gremin, Grande Inquisitore, Zaccaria, Holländer, König Heinrich, Hans Sachs, Gurnemanz, Landgraf Hermann, Kurwenal und König Marke, beide Wotane und Wanderer. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit führte ihn an das Staatstheater Karlsruhe (1984 Landgraf Hermann, 1984/85 Filippo II), die Opéra du Rhin Strasbourg (1984 Landgraf Hermann), die Scala Milano (1986 Barak, 1988 Holländer, 2015 Wesener in "Die Soldaten"), das Grand Théâtre in Genève (1986 Landgraf Hermann und Orest, 1987 Sprecher in der "Zauberflöte"), die Opéra de Paris (1986 Philippe II im französischen "Don Carlos", 1987 Holländer), das Théâtre de la Monnaie Bruxelles (1986/87 Filippo II), das Gran Teatre del Liceu Barcelona (1988 Holländer und Jochanaan), die Bayerische Staatsoper München (1988 Barak, 1992 Holländer, 1993 "Walküren"-Wotan), die San Francisco Opera (1989 Barak, 1991 König Marke), die Semperoper Dresden (1992 Jochanaan, 1995 Orest, 1996-2002 Barak, 2003 Sir Morosus), die Staatsoper Hamburg (1993-1998 Wanderer, "Rheingold"-Wotan, Orest, Eremit im "Freischütz", 2014 Graf Waldner), das Teatro Colón Buenos Aires (1995 Orest), das Opernhaus Leipzig (1998-2001 Baron Ochs), die Staatsoper Budapest (2014 Baron Ochs) und an die Staatsoper Wien. An diesem Hause sang Alfred Muff zwischen 1984 und 2010 Don Fernando in "Fidelio", König Heinrich, Bass in "Un Re in ascolto", Wotan in "Walküre", Baron Ochs, Jochanaan in insgesamt 25 Vorstellungen. Bei den Salzburger Festspielen war er 1984 in der Uraufführung von Luciano Berio's "Un Re in ascolto" zu hören und ebenso war er dort 2003 an der Uraufführung von Hans Werner Henze's "L'Upupa und der Triumph der Sohnesliebe" (als Al Radshi) beteiligt und 2012 sang er den Wesener in Bernd Alois Zimmermann's "Die Soldaten" in der Felsenreitschule. Im Jahre 2017 beendete Alfred Muff als Baron Ochs am Bolschoi Theater Moskau seine Karriere. Seine markige, imposante Stimme und seine eindrückliche Darstellung verschiedenster Partien ist auf mehreren CD-und DVD-Einspielungen festgehalten. Ich erwähne stellvertretend "Die Frau ohne Schatten" bei EMI (Barak unter Wolfgang Sawallisch, "Der fliegende Holländer" bei Naxos (Holländer unter Pinchas Steinberg), "Die Gezeichneten" bei Decca (Herzog Adorno unter Lothar Zagrosek), "Die Walküre" bei Decca (Hunding unter Christoph von Dohnányi), "Die Jahreszeiten" bei Hänssler (unter Wolfgang Sawallisch), Gustav Mahler's 8. Symphonie bei RCA (unter David Zinman), "Peter Grimes" bei EMI (Balstrode unter Franz Welser-Möst - DVD) und "Der Rosenkavalier" bei EMI (Baron Ochs unter Franz Welser-Möst - DVD).

    Dem grossen Sänger und wunderbaren Kollegen die besten Wünsche für zahlreiche weitere Lebensjahre bei bester Gesundheit.

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Donaueschingen: Donaueschinger Musiktage; Stadthalle; Eva Maria Rogner, Pierre Boulez, Bild 1

    Heute, am 31. Mai 2021, wird die Sopranistin Eva Maria Rogner 93 Jahre alt. Hier sieht man sie zusammen mit dem Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez bei den Donaueschinger Musiktagen 1962. Geboren wurde sie in Zürich, ihre musikalische Ausbildung erhielt sie ganz zu Beginn von ihrem Vater, dann am Konservatorium Zürich bei Sylvia Gähwiller (einer hervorragenden Sängerin und später gesuchten Gesangspädagogin), in Tübingen, München und Freiburg i. Br. bei Margarete von Winterfeldt. 1955 wurde sie für zwei Jahre an das Stadttheater Luzern engagiert, sang hier u. a. Zerline in "Fra Diavolo", Siebel, Marie im "Waffenschmied", Susanna in "Nozze di Figaro". Von 1957 bis 1960 gehörte sie dem Ensemble des Stadttheaters Zürich an, sang als erste Partie das Ännchen im "Freischütz", worauf noch in diesem ersten Zürcher Jahr die Rosina im "Barbier von Sevilla", die Agnes in Rolf Liebermanns "Schule der Frauen", die Königin der Nacht, Konstanze und Musetta folgten. Am 17. Januar 1959 errang sie mit der Lucia di Lammermoor an der Seite des Tenorkollegen Walter Hesse und unter der musikalischen Leitung von Nello Santi einen sensationellen Erfolg. Bevor sie 1960 an die Bayerische Staatsoper München wechselte, kamen in Zürich als erste Partien noch die Gilda, Zerbinetta und Olympia in ihr Repertoire. Sechs Jahre lang war Eva Maria Rogner Mitglied des Münchner Opernensembles, war hier als Norina, Königin der Nacht, Konstanze, Rosina, Fiakermilli, Zerbinetta etc. zu erleben. Am 20. Mai 1961 sang sie bei den Schwetzinger Festspielen die Hilda Mack in der Uraufführung von Hans Werner Henze's Oper "Elegie für junge Liebende". Regie führte der Komponist selber. Dirigent war Heinrich Bender. Diese Produktion wurde mit Sängern des Münchner Ensembles erarbeitet und dann auch in den Münchner Spielplan übernommen. Am 25. Februar 1960 war Rogner bereits an einer anderen Uraufführung in München beteiligt gewesen: Als Seraphine in Heinrich Sutermeister's Opera buffa "Seraphine oder Die stumme Apothekerin" (szenische Uraufführung im Cuvilliés-Theater, Dirigent: Heinrich Bender). In ihrer relativ kurzen Karriere - aus familiären Gründen musste sie diese im Jahre 1970 beenden - war Eva Maria Rogner unglaublich aktiv, wurde oft für Konzerte engagiert, widmete sich immer wieder auch zeitgenössischer Musik und absolvierte zahlreiche Gastspiele an bedeutenden Bühnen. So gastierte sie als Konstanze in Stuttgart, Düsseldorf, als Königin der Nacht in Düsseldorf, Hamburg, Covent Garden Opera London, Strasbourg, Stuttgart, Wiener Staatsoper, Deutsche Oper Berlin, als Hilda Mack in Berlin, Rom, Zürich, als Zerbinetta in Graz und an der Wiener Staatsoper, als Italienerin in Menotti's "Konsul" am Grand Théâtre in Genève (Regie: Gian-Carlo Menotti), als Rosina in Hamburg, als Despina in Zürich. Rogner war als Konzertsängerin beteiligt an wichtigen Uraufführungen: Boulez "Pli selon Pli" (Baden-Baden 1959), Boulez "Pli selon Pli - Portrait de Mallarmé" (vollständige Fassung Amsterdam 1962 - Dirigent: Pierre Boulez), Bo Nilsson "Stunde eines Blocks" (Stockholm 1960), Robert Oboussier "Lobgesang" (Zürich 1968), Penderecki "Strophen" (Paris 1960), Bernd Alois Zimmermann "Omnia tempus habent" Solokantate (WDR Köln 1958). In Konzerten trat sie auch bei den Berliner Festwochen, beim IGNM-Fest Köln 1960 und bei den Salzburger Festspielen auf.

    Klaus Ulrich Spiegel - Gluck: Die Pilger von Mekka

    Lieber astewes, herzlichen Dank für den äusserst interessanten Hinweis auf die Kammermusikwerke dieser drei Komponisten. Von Hans Krása habe ich vor einiger Zeit seine Oper "Brundibar" in Zürich hören können, wobei besonders berührend war, dass eine Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt bei dieser Vorstellung anwesend war. Sie war als Jugendliche bei der Uraufführung im Lager als Darstellerin beteiligt gewesen. - Von Ernst Krenek habe ich seine Erinnerungen unter dem Titel "Im Atem der Zeit" (Hoffmann und Campe, 1998) geradezu verschlungen. - . Dank Deines Hinweises werde ich mir diese CD beschaffen.

    Beste Grüsse von Buralicchio :hello:

    zelenay-5.jpg

    Gejza Zelenay als "Mister Scrooge" in der gleichnamigen Oper von Ján Cikker am Nationaltheater Bratislava (Foto: Jozef Vavro/Archív SND)

    Am 25. Mai 2008, vor dreizehn Jahren also, starb in Zürich der slowakische Bassist Gejza Zelenay. Für Leute, die ihn nicht gekannt haben, mochte er möglicherweise durch seine etwas ernst-düstere Physiognomie einschüchternd gewirkt haben. Dabei war er die Liebenswürdigkeit in Person. Jeder Partie, die ihm übertragen wurde - ob gross, klein oder gar winzig - nahm sich Zelenay mit grösster Professionalität und Sorgfalt an. Geboren wurde er am 31. Juli 1924 in Bánovce nad Bebravou in der damaligen Tschechoslowakei. Am staatlichen Konservatorium in Bratislava studierte er in den Jahren 1947-1949 und perfektionierte seine Ausbildung danach noch bei Enrico Manni in Kosice und Imre Godin in Bratislava. Ein erstes, neun Jahre dauerndes, Engagement verpflichtete ihn von 1949 bis 1958 an das Nationaltheater Kosice, wo er als 25jähriger Debütant gleich den Sarastro anvertraut bekam. In Kosice erarbeitete sich Zelenay eine ganze Reihe erster Partien wie beispielsweise den Don Pasquale, den Wassermann in "Rusalka", Méphistophélès, Osmin, den Mozart'schen Figaro, Leporello, Pimen, Sir John Falstaff in der Oper von Nicolai, Kezal, Benes in "Dalibor", Lothario in "Mignon", Fürst Gremin, Zaccaria und Eremit im "Freischütz". Auf Kosice folgte ein zehn Jahre dauerndes Engagement am Nationaltheater Bratislava wo er seinem Repertoire neue, wichtige Aufgaben beifügen konnte: Rocco, Fürst Galitzki in "Fürst Igor", Zettel in Britten's "Sommernachtstraum", Stadthauptmann in Egk's "Revisor", Förster in "Das schlaue Füchslein", die vier Bösewichter in "Hoffmanns Erzählungen", Colline, Timur, Geronte de Ravoir, Don Basilio, Mustafa in "Italiana in Algeri", Mumlal in Smetanas "Zwei Witwen", Padre Guardiano, Ramfis, Raimondo in Wagner's "Rienzi", Comte des Grieux in "Manon" und die Titelpartie in Ján Cikker's Dickens' Oper "Mister Scrooge" (1963 nach "A Christmas Carol"). Mit dem Einmarsch der Truppen des Warschau-Paktes im Jahre 1968 erfolgte in Zelenay's Leben eine schwerwiegende Zäsur. Er entschloss sich zur Flucht und gelangte schliesslich in die Schweiz wo man in einem Flüchtlingszentrum bei Zürich auf seine Stimme aufmerksam wurde. Der damalige Direktor des Opernhauses, Professor Hermann Juch, verpflichtete ihn sofort, da man für den Wassermann in "Rusalka" dringend einen Bassisten benötigte. Und Gejza Zelenay errang mit dieser Rolle an der Seite von Antigone Sgourda als Rusalka einen triumphalen Erfolg. Am Opernhaus Zürich blieb Zelenay von 1968 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1989. Von seinen zahlreichen Zürcher Auftritten seine stellvertretend folgende erwähnt: König in "Aida", Jake Wallace in "Fanciulla del West", Zio Bonzo in "Madama Butterfly", Monterone in "Rigoletto", Truffaldin in "Ariadne auf Naxos", Pfarrer/Dachs in "Das schlaue Füchslein", Cesare Angelotti in "Tosca", Grande Inquisitore in "Don Carlo", Commendatore in "Don Giovanni", Titurel in "Parsifal", Samuel in "Un ballo in maschera", Talpa in "Tabarro", Betto di Signa in "Gianni Schicchi", Alcindoro in "La Bohème". Als Gast wurde Zelenay u. a. an die Oper in Ankara verpflichtet (1968 Kezal) und trat auch an der Komischen Oper Berlin, in Bern, an der Staatsoper Dresden, in Düsseldorf-Duisburg, Karlsruhe, Mannheim, Prag und St. Gallen auf. Von Gejza Zelenay habe ich Aufnahmen mit slowakischen Volksliedern erhalten, die er im Jahre 1968 im Radio-Studio Zürich mit dem Pianisten und Dirigenten Eduard Hartogs gemacht hatte. Sie lassen einen voluminösen, warm klingenden tiefen Bass vernehmen. - . Nach seinem Abschied von der Bühne widmete sich Zelenay vermehrt seiner andern Leidenschaft, dem Malen. Diese kleine Erinnerung widme ich einem früheren Kollegen, einem wunderbaren Menschen. Er möge in Frieden ruhen!

    Beste Grüsse von

    Buralicchio

    Der Heldentenor Ernst Fabry - der heute am 24. Mai vor 39 Jahren in Zürich verstarb - stellte sich im Jahrbuch des Stadttheaters Zürich 1943/44 in einem kurzen biographischen Beitrag mit folgenden Worten vor: "Nach Beendigung meiner Studien an der Universität meiner Heimatstadt Zürich, begann ich im Ausland unter dem Pseudonym Ernst Fabry meine Bühnenlaufbahn. Damit trat ich das Erbe meines Vaters an, der vor Jahrzehnten am Stadttheater Zürich ein gern gesehener Gast war. Viele werden sich wohl noch des Heldentenors Ernst Brandenberger erinnern. Meine Gastspiele als "Lohengrin" in der vergangenen Saison gaben mir zum ersten Mal Gelegenheit, mich meinen Landsleuten vorzustellen und ich gebe der Freude darüber Ausdruck, dass es mir gelang, die Sympathien des Zürcher Theaterpublikums zu erwerben." Nicht nur sein Vater, auch die Mutter, Elsa Fabry, war Sängerin. Geboren wurde Fabry am 17. Februar 1909 im belgischen Verviers. In Zürich studierte er Rechtswissenschaft und bestand das Staatsexamen als Rechtsanwalt. Seine Gesangsstudien absolvierte er in Berlin. Leider ist mir nicht bekannt, wer ihn unterrichtete. Ein erstes Engagement führte ihn für die Spielzeit 1936/37 an das Stadttheater Pforzheim. Eine der ersten Partien, die man dem jungen Sänger hier übertrug, war der Georg im "Waffenschmied". Aus heutiger Sicht scheint es geradezu verantwortungslos gewesen zu sein, dass er in der Folge in diesem ersten Bühnenjahr fast ausschliesslich im "schweren" Fach eingesetzt wurde: Pinkerton, Alfredo Germont, Luigi im "Tabarro", Turiddu, Canio, Pedro in "Tiefland". In der nächsten Spielzeit 1937/38 ging es bereits weiter, an das Reussische Theater Gera, wo man Fabry als Don Ottavio, Siegmund, Don Carlo, Vaudemont in Tschaikowsky's "Iolanthe" und Des Grieux in "Manon Lescaut" besetzte. In der gleichen Saison kam es in Berlin zur Gesamtaufnahme der Mozart'schen "Zauberflöte" unter Sir Thomas Beecham mit Helge Rosvaenge, Tiana Lemnitz, Erna Berger, Irma Beilke, Gerhard Hüsch, Wilhelm Strienz und den Berliner Philharmonikern. In dieser Aufnahme kann man Fabry als Priester in dem wunderbaren aber so kurzen Duett ""Bewahret Euch vor Weibertücken" hören. Diese Einspielung ist auf CD bei Naxos -Historical verfügbar. Von Gera wechselte Ernst Fabry für 1938/39 an die Städtischen Bühnen Erfurt. Auch hier schweres Fach: Florestan, Don José, Alvaro, Titelpartie in Gotovac's "Ero der Schelm" und sogar Tannhäuser. In der letzten Saison vor dem Krieg war Fabry gastierend unterwegs, so etwa am Nationaltheater Weimar (Florestan), am Stadttheater Troppau (Marquis de Châteauneuf in "Zar und Zimmermann"), am Dessauer Theater (Tannhäuser), am Staatstheater Oldenburg (Pedro) und am Stadttheater Zürich (Turiddu und Canio). Während der folgenden drei Jahre, 1940 bis 1943, trat er wieder im Festengagement an der Duisburger Oper auf, u. a. als Lohengrin, Erik, Radames, Laca Klemen, Max, Idomeneo, Ferdinand in Werner Egk's "Columbus" und Romeo in Heinrich Sutermeister's "Romeo und Julia". Gastspiele mit der Duisburger Oper brachten Fabry auch in die Niederlande: nach Amsterdam, Den Haag und Utrecht. In all diesen Jahren, genauer gesagt zwischen 1936 und 1943, wurde der Sänger zu zahlreichen Gastspielen eingeladen, so etwa nach Aachen (1942 als Manrico), Volksoper Berlin (1940 Alvaro, Pinkerton, Des Grieux), Braunschweig (1941 Windmüller Klas in Gerster's "Enoch Arden" mit dem Komponisten am Dirigentenpult), Bremen (1943 Radames), Staatsoper Dresden (1938 Don Carlo, 1940 Sandor Barinkay), Düsseldorf (1942 Radames), Essen (1941 Pedro und Lohengrin), Hagen (1942 Siegmund), Theater an der Reeperbahn Hamburg (1940 Barinkay), Städtische Bühnen Hannover (1943 Manrico), Preussisches Staatstheater Kassel (1943 Manrico), Opernhaus Köln (1940 Turiddu), Koblenz (1943 Florestan), Krakau (1943 Turiddu), Magdeburg (1943 Florestan), Theater der Stadt Strassburg (1942 Florestan), Staatstheater Stuttgart (1942 Don Carlo, Erik, Turiddu und Bacchus in "Ariadne auf Naxos", 1943 Laca), Thorn (1943 Manrico), Stadttheater Zürich (1942/43 Lohengrin) undVolksoper Wien (1938 Don José). Als allmählich absehbar wurde, dass es mit dem Dritten Reich zu Ende ging, drängten zahlreiche Auslandschweizer in die Heimat zurück. Einige dieser rückwandernden Künstler waren der Ansicht, dass ihnen zuhause selbstverständlich die entsprechenden Positionen, welche sie an reichsdeutschen Bühnen innegehabt hatten, nun auch an den heimischen Theatern zustehen würden. Im Klartext gesprochen: Emigranten an Schweizer Bühnen sollten nun zu Gunsten der Rückkehrer entlassen werden. Diese ziemlich eigenartige Ansicht führte zu einigem Druck auf die Theaterleiter und zu erregten Auseinandersetzungen in der Presse. Dazu muss festgehalten werden, dass sich wohl mehrere Theaterdirektoren schon Jahre zuvor um gewisse Künstler bemüht hatten. Diese waren jedoch nicht an Festengagements in der Schweiz interessiert, da sie an wichtigeren deutschen Bühnen interessante Aufgaben erhielten. Nun, als sich das Blatt wendete, da empfanden sie es als ihr angestammtes Recht, sofort ein Schweizer Engagement zu bekommen. Bis zu einem gewissen Grad mag diese Ansicht auch Ernst Fabry zu eigen gewesen sein. Er erhielt aber - wie bereits erwähnt - einen Gastvertrag an der Oper Zürich, wo er zwischen 1943 und 1949 u. a. in folgenden Partien auftrat: Hoffmann, Florestan, Aegisth, Stolzing, Siegmund, Hans Schwalb in "Mathis der Maler", Pinkerton, Don José, Radames, Max, Erik, Turiddu, Canio. In einer Kritik der "Neuen Zürcher Zeitung" vom 4. Oktober 1943 steht über sein Debüt als Hoffmann: "Die Tenorpartie des Hoffmann ist dem mit einem Gastvertrag an die Bühne gebundenen Ernst Fabry anvertraut worden. Er singt sie sicher und mit schönem Ausdruck, besonders werbend, wenn ihn die Kantilene, die er vornehm zu formen weiss, nicht zu weit über die obere Mittellage hinausführt; sobald er sich auf das volle Orchester stützen kann, lässt er aber auch kernige Gipfeltöne hell aufstrahlen und prachtvoll glänzen. Als meist sicher gehender Schauspieler findet Fabry seine besten Momente am Anfang in Luthers Weinkeller und im Mittelakt, der übrigens als Ganzes sowohl musikalisch als auch darstellerisch bei der Premiere den geschlossensten Eindruck hinterliess und eine ungewöhnlich starke Wirkung zeitigte." Fabry trat auch am Stadttheater Basel (1943-1946 Stolzing, Matteo in "Arabella", Florestan, Alvaro und Bogdan Sobinin in Glinka's "Leben für den Zaren"), am Stadttheater Bern (1943-1946 Erik, Canio, Gabriele Adorno, Tannhäuser, Parsifal, Lohengrin, Pinkerton, Max, Radames), am Grand Théâtre in Genf (1945 in Honegger's "Jeanne d'Arc au bûcher") und am Stadttheater St. Gallen (1946/47 Pedro und Don José) auf. Als eine seiner letzten Bühnenverpflichtungen ist der Lohengrin im Jahre 1949 an der Bayerischen Staatsoper im Prinzregententheater München zu erwähnen. Sein doch frühes Karrierenende - im Alter von nur 40 Jahren - mag vielleicht mit der sehr frühen und überaus intensiven Beschäftigung mit dem schweren Fach zu tun haben. Dass Ernst Fabry auch als Konzertsänger aufgetreten ist, sei hiermit vermerkt. Er sang etwa die Tenorpartie in Beethovens 9. Symphonie, die Requiems von Mozart und Verdi. Im Jahre 1946 gründete er den Musikverlag "Zum Pelikan" in Zürich, dem später auch der Schallplattenverlag "Pelca" angeschlossen wurde. Seine Stimme ist mir nur von zwei Aufnahmen aus dem Jahre 1944 bekannt. Hier singt er zwei Ausschnitte aus "Pagliacci": Un tal gioco, credetemi - und Recitar - aber in deutscher Sprache. Eine kräftige, strahlende Stimme - gerne würde man mehr hören wollen.    

    Lieber greghauser2002, ja, Frans van Daalen ist mir bekannt, habe ihn aber selber nie gehört. Er sang zwischen 1965 und 1974 am Opernhaus Zürich, teilweise im Festengagement, teilweise als Gast. Seine wichtigsten Rollen waren Nemorino, Lyonel, Faust, Rossillon, Des Grieux (Massenet), Ferrando und Tamino, Pinkerton, Hans in der "Verkauften Braut", Sänger im "Rosenkavalier", Walther von der Vogelweide, Roberto Devereux, Tichon in "Katja Kabanowa", Prinz Sou-Chong, Nerone in "Agrippina" von Händel und die Titelpartie in "Hoffmanns Erzählungen".

    Dies nur als kleine Information :hello:herzlich Buralicchio

    Heute am 14. Mai vor 110 Jahren wurde in Frankfurt a. M. der Sänger Rolf Sander geboren. Vermutlich wurde er in seiner Vaterstadt ausgebildet. Da er jüdischer Konfession war, musste er emigrieren. Der Direktor des Städtebundtheaters Solothurn-Biel, Leo Delsen, verpflichtete den 26jährigen Debütanten für die Spielzeit 1937/38. 1938 wechselte Sander an das Stadttheater St. Gallen, dem er bis 1946 angehörte. Hier übernahm er auch Aufgaben, die über sein eigentliches Fach als Tenorbuffo hinausgingen: so beispielsweise Prinz Sou-Chong in "Das Land des Lächelns", Turiddu in "Cavalleria rusticana", Rodolfo in "La Bohème" und Mario Cavaradossi in "Tosca". Der spielbegabte Sander sang dann von 1946 bis 1953 am Stadttheater Zürich in zahlreichen Werken seine Fachpartien, so z. B. Jaquino in "Fidelio", Remendado in "Carmen", Stefan in "Der fidele Bauer", Fernand de Champlatreux in "Mamzelle Nitouche" von Hervé, Beppe in "Pagliacci", Georg im "Waffenschmied", Peter Iwanow in "Zar und Zimmermann", Thibaut in "Les Dragons de Villars" von Maillart, Jan Janicki in "Der Bettelstudent", die Mozart-Partien Pedrillo, Don Basilio, Monostatos, Missail in "Boris Godunow", den Schreiber in "Chowanschtschina", Afanassij Iwanowitsch in "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy", die vier Diener in "Hoffmanns Erzählungen", Raoul de Gardefeu in "Pariser Leben", Goro in "Madama Butterfly", Pang in "Turandot", Franz Schubert im "Dreimäderlhaus", Wenzel in "Die verkaufte Braut", die Johann Strauss-Partien Alfred, Caramello, Ottokar, Scaramuccio in "Ariadne auf Naxos", Kapellmeister in "Intermezzo", Valzacchi im "Rosenkavalier", 1. Jude in "Salome", Teufel in "Die schwarze Spinne" von Sutermeister, Dr. Cajo in "Falstaff", Mastro Trabuco in "Forza del destino", Steuermann in "Der fliegende Holländer", David in "Die Meistersinger von Nürnberg" - und ausserdem den Sellem in der deutschsprachigen Erstaufführung von Strawinsky's "The Rake's Progress" in der Saison 1951/52. 1953 verliess Rolf Sander das Zürcher Ensemble und nahm ein Engagement am Staatstheater Wiesbaden an wo er bis 1958 blieb. Offenbar nahm er im Anschluss seinen Wohnsitz in den USA wo sich seine Spur in Santa Fe verliert.

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Herzlichen Dank, Caruso41, für die Vermittlung der Beiträge zu Ara Berberian. Ich kannte nur seinen Namen - aber nicht die prächtige, klangvolle Bassstimme. Speziell gefallen hat mir das Finale 1 von "Italiana in Algeri" - tolle Besetzung - und dann die geniale Musik!

    Mille grazie:hello: Buralicchio

    Heute vor 103 Jahren wurde in Würzburg der Sänger Richard Bedel geboren. Ausgebildet wurde er von seiner späteren Gattin, der Sängerin Marianne Baur-Pantoulier in München. Bevor er dann auch Soldat werden musste, konnte er bereits erste praktische Theatererfahrungen an den Bühnen von Schweidnitz, Würzburg und Freiberg sammeln, teilweise noch als Mitglied im Chor. Wie so viele andere geriet er dann 1944 in Italien in amerikanische Gefangenschaft, kam in ein Lager nach Kalifornien. In diesem 'Prisoner Camp' inszenierte Bedel mit interessierten Mitgefangenen Stücke von Schiller, Kleist und Lessing. Im Jahre 1946 kam er wieder frei, konnte nach Europa zurückkehren und wurde bald darauf als Solist an das Stadttheater Kiel verpflichtet. Dem schlossen sich nach kurzer Zeit weitere Engagements an die Bühnen von Kaiserslautern, Heidelberg und Bremerhaven an bevor ihn das Schicksal 1954 in die Schweiz, ans Stadttheater Bern führte. Hier trat Bedel die Nachfolge des beliebten Bassbuffos Erich Frohwein an und wurde in ganz kurzer Zeit selber zu einem immer wieder bejubelten Liebling des Berner Publikums. In der internationalen Opernwelt wird kaum jemand bei seiner Namensnennung sagen: 'Ah ja, den kenne ich'. Dabei hätte er es wahrhaftig verdient gehabt, zu einem sogenannten 'Opernstar' zu werden. Bedel war urmusikalisch, hatte eine perfekte Stimmtechnik, man verstand von ihm jedes Wort in jeder Lage - und nichts konnte ihn auf der Bühne verunsichern. Dabei war er ein ausgesprochen liebenswürdiger, hilfreicher Kollege der sich aus allem intriganten Theatergeschwätz heraushielt. Seine Frau war von fragiler Gesundheit und schliesslich während Jahren bettlägerig. Das Ehepaar lebte in einer Einzimmerwohnung in bescheidenen Verhältnissen. Bedel besorgte neben seiner intensiven Theatertätigkeit auch den Haushalt mit allem was dazugehört. Aber Klagen vernahm man aus seinem Munde nie! Er besass einen abgeklärten, feinen Humor der auch in manchen seiner Opernpartien spürbar wurde. - . Seine erste Partie in Bern war der Leporello, dem folgte bald darauf der Baron Ochs, Bürgermeister van Bett, Papageno, Sir John Falstaff in den "Lustigen Weibern von Windsor", die Titelpartie im "Barbier von Bagdad", Plumkett, Don Magnifico, Sixtus Beckmesser, Warlaam, Graf Waldner, Sancho Pansa, Geronimo in "Matrimonio segreto"....und zahlreiche andere Aufgaben denen er immer eine ganz eigene Farbe zu geben vermochte. In all diesen Opern habe ich ihn nicht erlebt. Aber ich habe Richard Bedel zum ersten Mal in "Tosca" als Mesner gesehen - und war sofort begeistert, hingerissen von seiner ausgefeilten Darstellung. Seine klangvolle, helle Bassstimme, die auch in Baritonhöhen keine Mühe zeigte, hat mich dann in der Folge auch in vielen andern Rollen fasziniert: als Sebastian Baculus im "Wildschütz", als leicht melancholischer, sich gegen das Altern sträubender Don Pasquale, als verschlagener, pfiffiger Kezal, als Dr. Bartolo in Rossinis "Barbier", als dümmlicher, eitler Geck Buralicchio in Rossinis "Mit List zum Ziele" (und nun weiss man auch, woher ich meinen Forums-Namen habe), als phänomenaler Fra Melitone in "Forza del destino" etc. etc. Bei seiner Abschiedsvorstellung im Jahre 1983 war ich dabei: Richard Bedel sang den Dulcamara - und erhielt Ovationen! Wahrscheinlich war in Bern kaum ein Sänger derart beliebt wie er. Der frühere Berner Theaterdirektor Walter Oberer schrieb ihm zu seinem Abschied in der Tageszeitung "Der Bund" u. a.: "Lieber Richard, 22. Juni. Deine Abschiedsvorstellung! Der Vorhang fällt zum letzten Mal. Fin de la vie théâtrale. Du gehst - einer weniger aus der Generation, für die Kunst ohne makellos beherrschtes Handwerk nicht denkbar ist. Und nun müsste ich rechtens alles aufzählen, was zu Deinen Verdiensten gehört, auf die 'unser' Theater und sein Publikum stolz sein können; beider Dank, aufrichtigen Herzens, sei Dir gewiss, und Du wirst ihn, so wie ich Dich kenne, mit jener Bescheidenheit entgegennehmen, die Dich immer auszeichnete und die Dich uns so liebenswert macht." Zehn Jahre später gratulierte man dem Sänger zu seinem 75. Geburtstag. Es erschienen Zeitungsartikel, so auch wieder im "Bund". Darin wird Richard Bedel folgendermassen zitiert: "In keiner Stadt habe ich so lange gelebt wie in Bern [....] Und deshalb bin ich auch nach meinem Abschied von der Bühne mit meiner Frau hiergeblieben. Jetzt ist sie, die treue Lebensgefährtin während 36 Jahren, seit mehreren Jahren tot - und ich muss mich ohne sie behelfen. Aber ich lebe ja in einer wunderschönen Wohnung mit einem einzigartigen Panoramablick vom Bundeshaus bis zur Jungfrau. Und ich fühle mich in Bern halt zuhause." Im Frühjahr 2001, kurze Zeit bevor er seine Wohnung vorübergehend für eine umfassende Renovierung des Gebäudes hätte verlassen müssen, ist Richard Bedel am 24. April gestorben. Das Verlassen der so vertrauten Umgebung hatte ihn sehr belastet. "Alte Bäume darf man nicht verpflanzen". Ich bewahre an den wunderbaren Menschen und Sänger beste Erinnerungen!

    Herzliche Grüsse von Buralicchio


    N. B. Dieser Beitrag hätte am Freitag, 7. Mai eingefügt werden sollen. Ich hatte mich vergriffen und so ist er am falschen Ort gelandet. Aber wie komme ich nun zum FREITAG wo doch heute schon SONNTAG ist??? Ich bin hilflos und offenbar einfach nicht Computertauglich....

    Lieber Moderato, herzlichen Dank für das Vermitteln dieser drei ausserordentlich interessanten, berührenden Beiträge: Elisabeth Furtwängler - Joachim Kaiser - Schubert! Wobei man zu den Ausführungen von Joachim Kaiser auch noch andere, ergänzende, abweichende Gedanken und Ansichten haben kann. Auf jeden Fall aber einfach hochinteressant!

    Mille Grazie und beste Grüsse von Buralicchio :hello:

    Leider habe ich Christa Ludwig nie direkt erleben können - aber ihr FIDELIO unter Otto Klemperer mit Jon Vickers hat mir einen wahrhaft tiefen, prägenden Eindruck hinterlassen. Gesehen allerdings habe ich sie schon, noch vorletzten Sommer in Salzburg. Da wurde sie auf der Bühne des Hauses für Mozart für ihre langjährige Verbundenheit mit den Salzburger Festspielen geehrt. Sie schritt in einem kanariengelben, langen Kleid wie eine Königin auf die Bühne, wirkte wesentlich jünger und erzählte redegewandt, frisch und humorvoll aus ihrem Leben, von ihrer Karriere. - Übrigens war ihr Vater, der Sänger Anton Ludwig von 1913-1915 Mitglied des Opernensembles am Stadttheater Zürich. Während er früher Bariton war sang er in Zürich nun als Tenor u. a. folgende Partien: Lorenzo in "Fra Diavolo", Don José in "Carmen", den Trott in Eugen d'Albert's "Die Abreise" und Pedro in "Tiefland", Lyonel in "Martha", Danilo in der "Lustigen "Witwe", Hugo von Ringstetten in "Undine", Turiddu, Don Ottavio, Hoffmann, Rodolfo in "La Bohème", Wilhelm Meister, Duca di Mantova, Alfredo Germont, Manrico und die Wagner-Rollen Loge und Walther von der Vogelweide - dazu eine ganze Anzahl kleinerer Aufgaben. Ein 'Mordsprogramm' während nur zwei Spielzeiten. Am 24. November 1917 sang er im Rahmen eines Gastspiels der Münchner Hofoper noch einmal am Stadttheater Zürich: den Bernardo Novagerio in "Palestrina". Der anwesende Regisseur war Hans Pfitzner selber und am Pult stand Bruno Walter. Es war die Uraufführungsproduktion aus München die unterwegs auf einer 'Schweizer-Tournée' war und diese Oper in Basel, Bern und eben Zürich aufführte. - Dies als kleine Nebenerinnerung zu Christa Ludwig.

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Lieber Stimmenliebhaber, herzlichen Dank für das Runterladen. - Hat ja noch wunderbar geklappt. - . Stimmen sind ja wirklich oft Geschmackssache, da gehen die Meinungen dann manchmal weit auseinander. Ist ja klar. - Einer meiner Lieblingstenöre ist übrigens Paul Frey's Vorbild: Jon Vickers. Als Otello, Florestan und ganz besonders als Enée. Dies nur nebenbei. - . Noch was zu Brigitte Mira: Ihr bin ich einmal sehr spät nachts, wahrscheinlich nach Mitternacht in Baden-Baden begegnet.

    Sie ging am Arm eines jüngeren Herrn ins Gespräch vertieft. Da es rundum still war, konnte ich ihre Stimme klar und deutlich vernehmen. Das hat mich sehr berührt denn ich verehrte und verehre sie nach wie vor sehr!

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Lieber Caruso41, ja, das ist schön sich gegenseitig auszutauschen. Freut mich sehr. Also Paul Frey habe ich nur als Siegmund am Opernhaus Zürich selber erlebt. Das war damals der von Claus Helmut Drese inszenierte "Ring" - dirigiert übrigens von Ralf Weikert. Die Première der "Walküre" hat allerdings Siegfried Jerusalem gesungen, später erschienen auch Warren Ellsworth und Poul Elming, auch der fabelhafte Robert Schunk, auch ein Tenor den ich enorm verehre. Und dann eben Paul Frey. Der war vielleicht kein ganz typischer Heldentenor so wie man das früher gewohnt sein mochte, aber er hat mir sehr gefallen, seine doch 'schlanke' Art des Singens - und trotzdem mit der notwendigen Durchschlagskraft. Ausserdem wirkte er auf mich überaus sympathisch. - Aber ich kann verstehen, dass seine Stimme nicht allen gefallen mag. Das ist sowieso immer eine ganz persönliche Frage, w i e man eine Stimme hört, in sich aufnimmt etc. Ich liebe auch gewisse Stimmen, die wahrscheinlich den meisten hier im Forum überhaupt nie und nimmer gefallen könnten. Das hat manchmal natürlich mit einer Beziehung zu tun, die man zu dem entsprechenden Künstler entwickelt hat. Also eben: sehr persönlich. Aber ich will nicht weiter 'labern' - und freue mich auf den nächsten Kontakt mit Dir - und andern....

    Beste Grüsse von Buralicchio

    Es hat mich sehr gefreut, dass auch Caruso41 einen Beitrag Paul Frey verfasst hat. Das ist doch animierend, wenn zwei verschiedene Beiträge zu einem Gedenktag erscheinen. Und sehr schön auch die Hinweise auf die Tonträger mit 'Bildern' - was ich nach wie vor nicht schaffe:(

    Herzlichen Dank auch an 'Stimmenliebhaber' für die Betreuung dieser unglaublich interessanten Sparte der Gedenktage. Ist doch toll, dass es sowas überhaupt gibt.

    An Euch beste Grüsse von Buralicchio:hello: