Beiträge von Heisenberg

    Nachdem mein Beitrag zu Melcher Melchers Klavierkonzert, welches ich immer noch gerne höre, keine Resonanz hervorgerufen hatte, hier eine neue, absolut unbekannte Entdeckung:

    Mitja Nikisch war der Sohn des bekannten Dirigenten und war damals bekannt als Leiter eines Tanzorchesters. Das Klavierkonzert ist sein letztes Werk, welches er mit 37 kurz vor seinem frühen Tod vollendete.

    Zum Teil recht modern, in keinster Weise Unterhaltungsmusik, voller Leidenschaft, und stilistisch nicht in der Rachmaninoff Nachfolge stehend, wie viele hier diskutierte Komponisten wie Wiklund, Garuta, Hannikainen, etc.

    Randbemerkung: YT hat mir dieses wieder "zugeschickt", ich bin dankbar für den Tipp, auf den ich sonst nie gekommen wäre...

    lieber Apollon,

    Vielen Dank für deine Nachricht und Deinen Tipp;

    Bei Pletnev war ich noch nicht ( ich habe eine nicht allzu positive Kritik im Hinterkopf, ich weiß aber nicht von wem) und habe dieses gleich "nachgeholt", und zwar ebenfalls mit dem mir bei den anderen Interpretationen als Vergleich dienenden dritten Satz:


    Also, zuerst war ich etwas überrascht.

    Das Tempo ist hier noch etwas flüssiger. Von der Dynamik her schien er mir jedoch anfangs generell etwas verhalten. Desweiteren ist mir ein minimal dumpferer Klang aufgefallen.

    Mit zunehmenden Hören war ich immer mehr gepackt; Pletnev legt dann eine ungeheure Steigerung der Dynamik hin, und, um noch einmal zu die Pauken zu "bemühen", diese kommen hervorragend zur Geltung. Auf mein obiges Zitat von Joseph II. zurückkommend: wo Markewitsch die letzte Wiederkehr des Hauptthemas mittels eines ritardando und akustischer Steigerung eindrucksvoll herausarbeitet, ist dieses Pletnev bei 6:30 mit einer fulminanten Steigerung vom zweifachen zum dreifachen, wenn nicht gar 4-fachen Fortissimo gelungen, unterstützt wie gesagt von den Pauken (und der Tontechnik).

    Gerade habe ich noch den ersten Satz gehört. Es ist interessant, weil nämlich ähnlich zum dritten Satz: erstes Thema und auch zweites Thema noch etwas verhalten. Das zweite Thema ist mMn vielleicht mit etwas weniger Herzschmerz versehen als bei manch anderen Dirigenten. Aber dann, ab der Durchführung, "geht es so richtig los", auch hier wird jedes zweifache und dreifaches Forte und die Unterscheidung dieser beiden, verbunden mit rasenden Tempi, auf die Spitze getrieben-äußerst eindrucksvoll!!

    Zusammengefasst für mich auch dieses eine äußerst gelungene Interpretation. In manchen Bereichen vielleicht etwas nüchtern, aber sehr schwungvoll ( den hier oft zitierten Lenny als Gegenbeispiel werde ich mir auch noch zu Gemüte führen) und dynamisch, was ich bei dieser Sinfonie sehr wichtig finde; und auch hier wieder unterstützt von einer sehr guten Tontechnik.

    Ich werde demnächst die komplette Symphonie hören.


    Nochmals danke und viele Grüße ,

    Rainer



    A

    Vorhin hatte ich geschrieben, ich bin mit dem Lesen des Faden noch nicht ganz durch. Jetzt lese ich diesen weiter, und sehe, dass meine Einschätzung zu den herausgearbeiteten Höhepunkten bei markewitsch schon einmal beschrieben wurde.


    (Er spielt den gewaltigen Höhepunkt des Marsches derart fulminant und detailreich (Blechbläser!), dass einem der Atem stockt. Als außerordentlich gelungen habe ich immer empfunden, dass er an dieser Stelle dann auch breiter wird und das Tempo genial zurücknimmt, was den Effekt noch ungleich verstärkt. Wahrlich eine der ganz großen Aufnahmen der "Pathétique"!$

    Ich werde diese Aufnahme sehr bald wieder hören...

    Hallo zusammen,

    Neben meinen Vorlieben für unbekannte Klavierkonzerte, bin ich seit frühester Jugend Tschaikowsky-Fan.

    Als solcher lese ich gerade mit großem Interesse jeder einzelne Seite dieses Fadens. Somit möchte auch ich gerne eine Einschätzung abgeben:

    Ich bin auch ein Freund straffer Tempi, demzufolge gefallen mir Solti und Sinopoli sehr gut. Skeptisch war ich (aufgrund des Alters der Aufnahme), als ich auch eine lobende Erwähnung der Markewitsch Aufnahme gelesen hatte. Generell kenne ich zwar den Namen Igor Markevitch, habe aber sonst keine Aufnahme von ihm.

    Ich habe aktuell 14 Tage sehr viel Zeit, und habe deshalb auch hier hinein gehört. Und ich muss sagen, diese Aufnahme übertrifft alle meine Erwartungen.

    Eine spannungsgeladene, ebenfalls zügige Interpretation. Sehr gut gefällt mir, dass, sowohl im ersten Satz, als auch im dritten Satz, trotz zügigen Tempi, die Höhepunkte nochmals gesondert mit einem ritardando herausgearbeitet sind. Dies habe ich so bei keinem anderen Dirigenten gehört. Was mich weiterhin sehr beeindruckt, ist die Tonqualität. Eine Aufnahme aus den frühen 60er Jahren, mit satten vollen Streichern und bombastischen Bässen versehen.

    Man hört nicht, wie leider oft auch bei aktuellen DDD Aufnahmen, dass bei den lauten Passagen etwas herunter geregelt wäre, die Dynamik kommt packend und natürlich herüber.

    Übrigens: mein Equipment: mein Handy, Spotify, und 2 gute aktiv - bluetooth Stereo Standboxen.

    Somit habe ich mir jetzt den Spaß gemacht, den dritten Satz jeweils von Karajan, Solti , Sinopoli, Mrawinski, Markewitsch, Muti (leider sind auf Spotify die Aufnahmen mit Svetlanov nicht zu finden) und anderen vergleichen anzuhören, und genau auf die z.T. auf zum Teil viele Jahre alten "Bewertungskriterien (z.B. Pauken) zu achten.

    Für mich ist Markewitsch der Gewinner. Ich möchte nicht die Technik überbewerten, aber es macht schon einen Riesen Unterschied ob etwas dünn oder mit Ton Fülle versehen "satt" aus den Lautsprechern herauskommt. Hut ab vor der alten Aufnahmetechnik!

    Ich bin auf Seite 5 dieses Fadens, mir fehlen also noch einige, z.b. auch Günter Wand interessiert mich, aber ich muss jetzt eine Pause des Hörens machen...

    Viele Grüße ,

    Rainer

    Ich habe diese Einspielungen nach ihrem erstmaligen unter dem ASV Label Anfang der 90er Jahre erworben. In den Folgejahren habe ich immer wieder mal das 1. Klavierkonzert gehört. Für den Rest (also die beiden Sinfonien, das 2. Klavierkonzert und die kürzeren Orchesterstücke) konnte ich mich nicht recht erwärmen. Sie erschienen mir langweilig


    Hier möchte ich einen Faden im wahrsten Sinne des Wortes von 2007 bis jetzt spannen.

    Ich habe Martucci im Rahmen meiner Recherchen zu unbekannten Klavierkonzerten auf YT entdeckt.

    Zuerst sein erstes Klavierkonzert, und zu dem umfassenden Kommentar von Alfred möchte ich nichts Weiteres hinzufügen, außer, dass mir dieses KK sehr gut gefällt.


    Für das Zweite konnte ich bislang mich nie recht erwärmen, ich kannte zunächst nur "die" Einspielung, ebenfalls Naxos, Gesualdo Coggi / La Vecchia;

    Bei dieser Einspielung des 2. KK kann ich dem Kommentar von Loge :"langweilig" nichts hinzufügen.


    Dagegen: hört doch mal hier rein. Auf Spotify gibt es auch das ganze Konzert.



    Hier klingt es ganz anders, hier ist es ein mitreissendes Konzert, ohne jede Langeweile, mit etlichen beeindruckenden, teils ergreifenden Passagen. Darüberhinaus melodiös, und durchaus einprägsam. Der Mittelsatz enthält fast eine "unendliche Melodie"...


    Also ich möchte hier eine Lanze für Martucci brechen.

    Hallo zusammen ,

    Ich möchte ein Klavierkonzert vorstellen, bei dem mich sehr eure Kommentare oder Meinungen interessieren würde. Ich muss immer wieder sagen ich bin überaus dankbar für die vorschlagsfunktion auf YouTube, durch die ich auf dieses, vermutlich völlig unbekannte Klavierkonzert gestoßen bin.

    Das Klavierkonzert beginnt verhalten , um sich dann schnell zu steigern. Dann folgt ein zweites Thema, welches ich in seiner Einfachheit sehr ergreifend empfinde. Dieses Thema wiederholt und steigert sich ebenfalls in verschiedenen Ausführungen. Der zweite Satz ist zweigeteilt. Ab Minute 4 beginnt das zweite Thema, welches sich, ähnlich wie ich es beim Klavierkonzert von Atterberg beschrieben hatte, in einem langen melodisch Atem entwickelt. Dass ich nun dem dritten Satz nicht die Bedeutung der beiden ersten beiden zubillige, soll meiner Bewunderung für dieses Klavierkonzert in keinster Weise Abbruch tun. Man sagt ja dem Klavierkonzert von Atterberg eine gewisse Ähnlichkeit zu Rachmaninoff nach. Nun könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dieses Klavierkonzert von Melchers habe ebenso Ähnlichkeit mit Rachmaninoff. Aber auch nach wiederholtem Hören möchte ich sagen, es ist etwas ganz Eigenes. Es erschließt sich einem nicht gleich, und steckt musikalisch voller Überraschungen. Nun stellt sich natürlich wieder die Frage warum wird es nie...(Aber dieses Thema hatten wir zur Genüge diskutiert.. .). Zum Glück gibt es YouTube und Spotify (auf welchem man ist auch finden kann).


    Viele Grüße

    Rainer

    lieber Holger ,


    Ich hatte ja geschrieben, dass ich Feedback gegeben wollte. Also, Ivan Shekov hat leider zwei Wochen lang nicht geantwortet, ich hatte ihm auf seine bulgarische Adresse eine E-Mail geschickt.

    Vielleicht kommt ja noch etwas.


    Nach wie vor bin ich begeistert von der Entdeckung Pancho Vladigerov. In der letzten Zeit habe ich mich besonders seinem ersten Klavierkonzert gewidmet, und bin beeindruckt von der überaus farbigen instrumentation, den eindrucksvollen Melodien, den pathetischen der und auch folkloristisch angehauchten Passagen. Dieses gilt natürlich für seine anderen Klavierkonzerte ebenso, aber diese Meisterschaft, welche er bereits mit 18 Jahren erreicht, erinnert mich etwas an das 1. Klavierkonzert von Rachmaninow, welches auch bereits mit 18 Jahren geschrieben wurde.


    Ganz anderes Thema und Stil, daneben habe ich beim Stöbern auf YouTube mal in das Klavierkonzert von Ignaz brüll hinein gehört. Dieses ist, glaube ich, zwar auch auf der hyperion Serie zu finden, aber nicht auf Spotify.

    Eine digitalisierte Aufnahme einer alten Schallplatte, ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt...


    Soweit für heute ,

    Viele Grüße

    Rainer

    Lieber Holger,

    Bitte entschuldige die verspätete Rückmeldung, (Renovierungsarbeiten am Haus haben dazu geführt dass ich mich tatsächlich mal nicht unbekannten Klavierkonzert widmen konnte... ) und ganz herzlichen Dank für die Zusendung der Adresse von Ivan Shekov. Ich werde ihn wirklich kontaktieren, vielleicht mit einem Link zu diesem Forum, dann weiß er gleich worum es geht. Bin gespannt ob er antwortet, und ich werde natürlich Rückmeldung geben .

    Viele Grüße ,

    Rainer

    lieber Holger ,


    Vielen Dank für die Tipps zu Ivan shekov und Stoyanov. Ivan Shekov bleibt leider trotz erneuter Suche auf Spotify und YouTube nicht auffindbar, somit habe ich mich anschließend Vesselin Stoyanov zugewandt. Auch dieser ist leider auf Spotify nicht zu finden, aber auf YouTube finde ich Sinfonien, sowie das erste, zweite und dritte Klavierkonzert.



    Im Augenblick führe ich mir gerade das zweite Klavierkonzert zu Gemüte, und es ist, glaube ich, eine weitere, herausragende Entdeckung.

    ( bin noch nicht ganz durch) .


    Apropos: an Ivan Shekov bin ich weiterhin interessiert. Wie ich oben geschrieben hatte habe ich zwar nur eine Miniatur auf YouTube finden können, aber schon dies scheint mir vielversprechend zu sein, und hätte mein Interesse geweckt, weiteres zu hören.


    Viele Grüße

    Rainer,

    hallo Holger ,

    Vielen Dank für deinen Kommentar zu Vladigerov. Ich habe übrigens auch nach Ivan Shekov recherchiert. Leider ist auf Spotify gar nichts zu finden, und auf YouTube lediglich paar Miniaturen für Flöte und Klavier. Vielleicht ändert sich das ja noch.

    Zurück zu Vladigerov: nachdem ich mich an den Klavierkonzerten, welche ich als geniale Musik erachte, aktuell fast ein wenig überhört habe, wende ich mich jetzt den Violinkonzert im und den Sinfonien zu. Es gibt bei ihm sicher noch viel zu entdecken, bin sehr gespannt .

    Viele Grüße

    Rainer

    Hallo zusammen ,

    Eine neue Entdeckung, wobei ich gar nicht weiß, warum mir diese nicht schon früher bei meinen intensiven Recherchen untergekommen ist:

    Pancho Vladigerov.

    Ein recht zeitgenössischer Komponist, lebte von 1899 bis 1978. Natürlich hat er auch Klavierkonzerte geschrieben und zwar fünf an der Zahl, das erste im Alter von 18 Jahren. Auf spotify ist Vladigerov gar nicht allzu spärlich vertreten, auf Wikipedia, wo ich immer gerne Hintergrundinformationen suche, schon.

    Zu Musik: auffällig ist ein Wechsel zwischen sehr modernen (so ein bisserl Richtung Schostakowitsch oder Prokofiev), und überaus melodiösen Passagen. Zu finden meistens im zweite Thema der jeweils ersten Sätze der Klavierkonzerte und besonders natürlich in den zweiten Sätzen.

    Diese melodischen Passagen begeistern mich absolut. Schwelgerische Melodien, pendeln zwischen Rachmaninoff und auch hier wieder: Filmmusik. (Bzw: muss man eigentlich immer Vergleiche suchen? Es ist einfach packende Musik.)

    Es folgt die mittlerweile Standard Frage: Warum ist von diesem Komponisten nichts zuhören? Ich bin absolut begeistert von dieser Entdeckung und höre seine Klavierkonzerte im Augenblick rauf und runter.


    Zweiter Punkt: Raul koczalski.

    Natürlich habe ich mir auch diesen Tipp sofort zu Gemüte geführt, leider ist auf spotify gar nichts zu finden, und auf YouTube jeweils nur 3 Minuten Passagen. Diese sind aber vielversprechend! Ich hoffe, von diesem Komponisten noch mehr im Internet finden zu können. Wenn wer einen weiteren Link hierzu weiß, dann bitte mir mitteilen !

    Viele Grüße

    Rainer ( habe mich nun doch für einen pseudo Namen entschieden, um nicht sofort auf Google zu finden zu sein)

    Allenthalben reizvolle, wenn auch anachronistische Musik - vielleicht nichts Unverwechselbares, aber das kann man nicht erwarten.

    Hallo Wolfgang, hallo zusammen,


    Deine Aussage in dem Zitat inspirierte mich zum folgenden Beitrag; und bitte keinesfalls als Kritik zu bewerten! Etwas dieser Art spukt mir schon im Kopf, lange bevor ich hier Mitglied werden durfte:


    Wie du und ihr mittlerweile wisst, bin ich viel im Internet unterwegs zum Thema: "unbekannte Klavierkonzerte". Immer wieder finde ich Aussagen wie: Die Musik dieses oder jenes Komponisten geriet in Vergessenheit oder konnte sich nicht durchsetzen, weil sie rückwärtsgewandt, nicht dem Zeitgeist entsprechend, oder der Komponist ein Epigone dieses oder jenes Komponisten sei.

    Ich denke, selbst wenn es epigonenhaft sein sollte: was spricht gegen ein weiteres Klavierkonzert von Rachmaninow (Wiklund oder Pierné oder Garuta) oder ein drittes klavierkonzert von Brahms (Scharwenka, Martucci) oder ein jeweils zweites Klavierkonzert von Grieg oder Schumann (Sauer)?

    Jedes Mal denke ich mir: Zumindest für mich: nichts. Geht es nicht einfach darum, schöne Musik zu schreiben?


    Fazit: ich bin wirklich sehr sehr froh über Errungenschaften der heutigen Zeit wie Spotify oder YouTube oder die Hyperion Serie!


    Dennoch, wie bereits in meinem obigen Beitrag geschrieben, ich würde mir wünschen, eines Tages mal Klavierkonzerte dieser Art im Konzertsaal zu finden ( als letztes Jahr Gergiev in München seinen Tschaikowsky Zyklus zum Besten gab, und das zweite Klavierkonzert gegeben wurde, bin ich sofort los gerannt, um eine Karte zu ergattern. Ich hatte zum Glück eine bekommen; die Begeisterung des Publikums war riesig!!)


    Viele Grüße,

    Rainer

    Hallo,


    als neu Mitglied blättere ich gerade Seite für Seite des Ober- Fadens durch, und bin und auf den ziemlich exakt 10 Jahre alten Beitrag von Alfred gestoßen. Als Spotify Hörer konnte ich einige Sinfonien finden, in die ich hineingehört hatte und die mir nicht gefielen, (wie die 21. bitonale Symphonie)

    Aber es hat mich sehr gefreut, diesen thread zu finden, da ich speziell das vierte Klavierkonzert sehr schätze, besonders dessen langsamen Satz und zwar auch auf spotify in genau der dargestellten Aufnahme .


    Viele Grüße

    Rainer

    Hallo zusammen,


    ich möchte noch ein kurzes Feedback zu den ersten Beitrag dieses threads geben: Beim ersten Mal reinhören hat mir das Klavierkonzert von Lalo noch nicht so zugesagt, aber dann dachte ich, nun muss ich doch nochmal intensiv zuhören.

    Sehr schnell hat es zu einem meiner Favoriten mutiert, und auch hier frage ich mich, warum muss so ein Konzert derart in Vergessenheit geraten?! Es ist doch originelle (und originale! Musik. Durch die Anklänge an Filmmusik? Das ist doch nicht schlechtes.


    Zum Thema Filmmusik. Aufgrund dieses Klavierkonzertes, möchte natürlich gerne einmal den Film anzuschauen. Mal sehen ob ich ihn auf amazon oder YouTube finde. Leider kommt bei mir das Fernsehen generell zu kurz, ich "muss" ja so viele neue interessante Musik hören...


    Aber ich denke, in der Frühzeit des Films scheinen sich die Komponisten tatsächlich unter anderem an den spätromantische Klavierkonzerten orientiert zu haben. Vor Jahren hatte ich einmal ein Zitat gelesen, ich weiß wirklich nicht mehr von von wem, die schönste Filmmusik hat Rachmaninoff geschrieben, wobei sich der Autor explizit auch auf den Schluss des dritten Klavierkonzertes bezog. Bei weiteren Beispielen dieser Art denke ich z.b. an das prächtige zweite Thema des Klavierkonzertes ist von Pierné. Ich hatte es kürzlich im Wohnzimmer gehört, meine Frau, die das Konzert wirklich nicht kennt, kam herein und meinte was ich denn für schöne Filmmusik höre. Diese Konzerte waren ja, denke ich, allesamt bekannt, bevor sie in der Versenkung verschwunden sind und konnten ihren Einfluss auf die Filmmusik Komponisten ausüben.

    Ich könnte mir vorstellen, im Konzertsaal würde so etwas durchaus seine Wirkung entfalten, wenn man sich mal trauen würde, so etwas zu spielen.


    Kennt ihr das Klavierkonzert von Kurt Atterberg?

    Ich weiß nicht, ob dieses auch auf der Hyperion Reihe zu finden ist, zumindest ist es nicht in dem Hyperion-Faden diskutiert.

    Ebenfalls mit vielen Anklängen dieser Art ist es für mich von einer besonderen spätromantische Schwermütigkeit, und ich meine, auch Tiefe. Was mir bei Atterberg gefällt, ist der lange melodische Atem. Gleich am Anfang des ersten Satzes zu finden, wie auch speziell im zweiten Satz. Zu erfahren auf Spotify und YouTube und überaus wert, einmal rein zu hören .


    Viele Grüße

    Rainer

    Hallo Wolfgang,


    Mir gefällt Deine Aussage, Du seist mehr Harmonien, denn Melodienhörer, mir geht es ja einseits ähnlich, Prokofiev oder Schostakowitsch sind mir schon zu modern, oder, um beim Faden zu bleiben, das Klavierkonzert von Leo Ornstein, welches auf YouTube mit einem "must hear" versehen ist (die Empfehlungen sind meist gut)

    sagt mir überhaupt nicht zu (ebenfalls zu modern). Andererseits, schöne Melodien, (gerne auch zu Themen gebündelt) wie sie auch gerade in unbekannten Konzerten zufinden sind, können mich immer wieder mitreißen.


    In diesem Zusammenhang vielen Dank für den Tipp des Klavierkonzert es von Lydia Auster. Ich habe es sofort gehört, und kann im Prinzip deiner Einschätzung folgen. Der Mittelsatz gefällt mir am besten. Ich habe auch gleich recherchieren, was im Internet zu finden ist, wie üblich sind leider die Informationen auf Wikipedia recht dünn.


    Weiterhin diesen Zusammenhang ein anderer Tipp meinerseits: Das Klavierkonzert von Lucia Garuta

    (Ich habe es in meinem ersten Beitrag kurz angerissen). Dieses ist nun von der lettischenNationalkomponistin.

    Nach einem überaus geheimnisvollen beginn, der absolut einzigartig ist, zu dem ich keinen Vergleich beschreiben könnte, geht es mit dem kraftvollen Hauptthema weiter zu dem lyrischen Seitenthema. Der Höhepunkte ist meines Erachtens auch hier wieder der langsame Satz, in dem sich das Thema, welches sich öfter wiederholt, zu einem gewaltigen Höhepunkt steigert.

    Mittlerweile ist es eines meiner Lieblings Konzerte, welches ich jedem nur empfehlen kann. Zu finden auf Spotify und YouTube.


    Viele Grüße ,

    Rainer

    Hallo teleton und Wolfgang ,


    zunächst wieder vielen Dank für eure Beiträge.Zu Dir teleton, bzgl Schumann ganz kurz, weil es ja eigentlich nicht hierhin gehört: aber Schumann, George Szell und Leon Fleisher; wirklich eine herausragende Interpretation aus dem Jahre 1960!! und der Schumann wirkt tatsächlich gleich ganz anders...

    Wolfgang, das romantische Klavierkonzert von Joseph Marx kannte ich auch bereits, auch in der von dir vorgestellten Version von Naxos. Aufgrund deines Beitrages habe ich es wieder gehört, und stellte wiederholt fest, es ist wirklich sehr schöne Musik. Das einzige, was mich etwas stört, ist das Voranschreiten der Musik ohne rechtes Thema (vielleicht erkenne ich diese auch nur nicht). Ausgeprägt ist dieses übrigens bei seiner monumentalen Herbst Symphonie., dasselbe fällt mir übrigens bei den Klavierkonzerten von Medtner auf. Tolle Musik, aber immer punktuell, es fehlt mir ein bisschen das große Ganze.


    Und so möchte ich wieder zu einer "Neuvorstellung" jenseits der Hyperion Reihe kommen; (diese im übrigen auch nicht so ganz frei ist von meiner eben erwähnten "Kritik"): ein überaus melodisches Klavierkonzert von einem Komponisten namens Viktor Kosenko. Auch dieses habe ich auf YouTube entdeckt.

    Schon mal untergekommen?


    Viele Grüße

    Rainer

    Hallo teleton ,


    Vielen Dank für deine prompte Replik!

    Ebenso danke für die Empfehlung der CD Box. Dieses ist die, welche ich auch auf spotify gefunden habe, und von dir ich die eine oder andere hörenswerte Rarität (bronsart von schellendorf, stavenhagen) kennenlernen durfte. Und du hast völlig recht, vieles davon ist einfach uninteressant. Bei dieser Gelegenheit: auf dieser CD Box ist auch eines meiner mitlerweile Lieblings Konzerte, das Klavierkonzert von Henselt zu finden, (auch bei hyperion) welches ich als ein ganz eindrucksvolles Klavierkonzert betrachte. Der Mittelsatz, insbesondere der wuchtige Mittelteil dessen, ist einfach genial, und es ist mir völlig unverständlich dass dieses, früher laut Wikipedia (ich glaube es ist die englische oder französische Version des Artikels über Henselt) oft gespielte Klavierkonzert, völlig in Vergessenheit geraten ist.


    In einem weiteren Punkt möchte ich mich zurücknehmen:: zu meinem abwertenden Urteil zu zu hier gar nicht mal im Fokus stehenden Klavierkonzerten (Schumann). Es geht ja um Hinweise auf unbekannte Einspielungen. Auf jeden Fall werde ich recherchieren, ob ich die von dir erwähnte aufnahme des Schumann Klavierkonzertes unter George Szell auf Spotify finden kann .


    Zurück zum Thema und zu einem KK, welches ich gestern vergessen habe:

    das Klavierkonzert von Friedrich Gernsheim Dieses kann man wiederum nur auf YouTube zu finden. Vielleicht magst du oder der eine oder andere mal reinhören, es ist wirklich niemals langweilig, und sehr melodiös.


    Viele Grüße aus Geretsried ,

    Rainer

    Hallo zusammen,

    Mein Name ist ersichtlich, ich bin 56 Jahre alt und Klassik Fan über meine Eltern seit frühester Jugend.

    Nachdem auch ich die bekannten Werke, die zurecht ihren Platz im Repertoire haben, in und auswendig kenne, war ich sehr froh, auf die Hyperion Reihe gestoßen zu sein.

    Meine Favoriten hier: Emil von Sauer Klavierkonzert Nr.1, sowie auf denselben CD, Scharwenka 4, Moszkowski Nr. 1 ( welches ich übrigens als um Längen besser empfinden als das bekanntere Konzert in E-Dur Opus 59) und mein Top Favorit: Wiklund, Klavierkonzert Nummer 1, eine Mischung aus Rachmaninoff, Filmmusik, und ein bissel Jazz.

    Mir gefallen diese Konzerte übrigens so gut, dass ich kaum noch etwas anderes als diese und weitere Konzerte dieser Art höre, so dass ich mir kürzlich gedacht hatte, das gibt's doch gar nicht, warum höre ich nichts altbekanntes mehr. Daraufhin habe mir mal wieder das Schumann Klavierkonzert zu Gemüte führen wollen. Nach nicht mal einem Satz habe ich gestoppt, es hat mir einfach nicht gefallen, zu leicht und seicht, und ich habe mich wiederholt gefragt, warum es einen dermaßen hohen Stellenwert im Repertoire hat. (Aber ich wollte dieses ja nicht in Abrede stellen).

    Nachdem ich nun auch die Hyperion Reihe relativ gut kenne, dachte ich mir schon, ich müsste mal einen Beitrag verfassen, bei dem ich Werke vorstelle, die dort nicht vertreten sind. So kam mir also der neueste thread von Alfred Schmidt wie gerufen und nach einem langen und freundlichen Telefonat bin ich nun angemeldet!

    Vorneweg möchte ich sagen, ich bin viel im Internet auf Spotify, auf YouTube und auch Amazon unterwegs.

    Als erstes: es gibt von Emil von Sauer auch noch ein Klavierkonzert Nr 2. Dieses ist nicht bei Hyperion vertreten, aber auf spotify in einer Interpretation mit Oleg Marshev zu hören. Mir scheint dieses Konzert nicht ganz so wertvoll zu sein wie das erste, aber der dritte, langsame Satz ist nochmals schöner als der wirklich wunderschöne langsame Satz des ersten Konzertes. Also bitte, liebe Macher von Hyperion, vielleicht könnt ihr dieses zweite Konzert von Sauer auch mit aufnehmen.

    Auf spotify existiert eine Reihe mit gleichnamigen Namens: "the romantic piano concerto"

    Natürlich sind hier, wie auch bei Hyperion, etliche, welche nicht sonderlich ansprechend sind, vorhanden, jedoch die Konzerte der mir völlig unbekannten Komponisten Bernhard Stavenhagen, oder Hans Bronsart von Schellendorf sind interessant, melodisch und originell. Daneben hat mich besonders das Klavierkonzert von Joachim Raff gefesselt, dieses ist, glaube ich, nicht ganz so unbekannt. (Bei einem "neuen", mir unbekannten Komponisten lese ich übrigens immer sofort den entsprechenden Beitrag auf Wikipedia. Bei der überwiegenden Zahl dieser Musiker sind leider die Informationen auf Wikipedia sehr spärlich).

    Eine ganze weitere Reihe unbekannte Schätze sind auf YouTube zu finden .

    Hervorheben möchte ich das erste Klavierkonzert von Giuseppe Martucci oder das Klavierkonzert von Lucia Garuta (auch Spotify), von 1952. Ebenso Siegfried Langgard (ebenfalls auf Spotify)

    Ganz besonders angetan hat es mir jedoch das Klavierkonzert von Ilmari Hannikainen. Diese Aufnahme auf YouTube, von 1992, ist, glaube ich, die Einzige, die weltweit überhaupt von diesem Werk verfügbar ist (neben einer uralten aus den 50er Jahren, welche ich aber im Internet nicht finden konnte). Es ist wirklich originelle, kraftvolle, ebenfalls etwas "rachmaninoffske" Musik. Achtet einfach mal, wenn es euch interessiert, auf die Steigerung des zweiten Themas des ersten Satzes. Genial!

    Etliche dieser Konzerte, wie ich es schon geschrieben hatte, tragen Anklänge von Rachmaninov, wie auch Filmmusik in sich (Wiklund).

    Dies empfinde ich keineswegs als Nachteil, ganz im Gegenteil, es ist eine Kombination, die mir persönlich gut gefällt. Darüber hinaus sind auf YouTube auch Konze anzutreffen, die stilistisch etwas darüber hinaus gehen. Ich denke hier an Rudolf Simonsen, Hanns Wolf, oder Rudolf Kattnigg. Etwas moderner gehalten, sagen diese mir auch nicht so sehr zu, wie die vorher genannten.

    So weit nun meine Zusammenstellung von Werken, die mir persönlich am Herzen liegen, und die ich gerne einfach mal vorstellen wollte.

    Diese habe ich innerhalb relativ kurzer Zeit eines halben bis dreiviertel Jahres "entdeckt". Nun habe ich jedoch das Gefühl, ich bin so etwas am Ende der Fahnenstange angekommen. Ich finde einfach nichts Weiteres Neues, Unbekanntes, Schönes.

    Deshalb, am Ende dieser Aufzählung wollte ich euch bitten, welche weiteren unbekannten Klavierkonzerte jenseits der Hyperion Reihe für euch zu empfehlen sind.

    Daneben würden mich natürlich Kommentare zu den Konzerten, die ich oben genannt hatte, brennend interessieren.


    Mit den besten Grüßen aus Geretsried in Deutschland ,

    Rainer