Beiträge von ftmitschke

    Noch ein Name: Daniel Ben Pienaar. Seine Beethoven-Einspielung inkl. Diabelli-Var. rangiert für mich sehr weit vorn!


    Bei der Gelegenheit eine Frage: den Filmkomponisten Dmitri Tiomkin kennt vermutlich jeder (wenn nicht, schaue man sich "High Noon" an). Aber wer kennt den Pianisten und Klavierkomponisten Tiomkin? Er hat etliche Jahre als Konzertpianist seinen Lebensunterhalt verdient und auch einige Kompositionen hinterlassen, u. a. einen Konzertwalzer. Für Informationen wäre ich danbar.


    Beste Grüße


    Thomas

    Vikingur Olafsson - chronologisch gesehen nach Gould, Gulda und Brendel der für mich interessanteste der Bach-Pianisten, vielleicht noch zusammen mit:


    Piotr Anderszewski - wegen seiner WTK-Einspielungen. Klangschönheit, Geschmack und viel Kontrolle - hervorragend.

    Wer kennt das WTK in der Aufnahme mit Samuel Feinberg? Nicht zur Nachahmung empfohlen - aber in puncto nachschöpferischer Fantasie m. E. unerreicht.


    Gruß


    Thomas

    Ich werfe ein paar Namen in den Ring:


    Artur Schnabel - hat mich mit Beethoven und Schubert beeinflusst wie niemand sonst.


    Ernst Levy - manchmal extrem, nie zum "Ausruhen"


    Maria Grinberg - wem bei ihrer zweihändigen Fassung von Schuberts f-moll-Fantasie nicht Tränen der Rührung kommen, ist selbst Schuld


    Sergio Fiorentino - ich habe ihn oft live erlebt und konnte einige Konzerte für ihn organisieren. Neben viel "Virtuosenfutter" ist mir u. a. seine Schumann-Fantasie ewig im Gedächtnis.


    Anton Kuerti - Hochinteressantes von Beethoven, Schubert u. a. Für mich die beste Wanderer-Fantasie!


    Julius Katchen - unerreicht im Brahms inkl. seiner Trios


    Walter Klien - spielt einen eher schlanken, nervigen, aber packenden Brahms


    Hans Richter-Haaser - mit Sanderling ein 5. Beethoven-Konzert, wo man schon Emil Gilels zum Vergleich holen muss.....


    Yuja Wang - unfassbar, kann einfach alles


    Mir fallen sicher noch einige ein.


    Tastende Grüße


    Thomas

    Guten Morgen


    ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber ich bin schlicht im falschen Thema gelandet. Ich wollte die Schubert-Impromptus unter der Rubrik "Was höre ich gerade?" veröffentlichen.


    Nochmals pardon und alles Gute


    Thomas


    Manchmal erstaunlich, und bei Liszt oft in der ersten Liga mitspielend: einen dämonischeren Mephisto-Walzer muss man erst einmal suchen, und die Ogdonschen Gnomen huschen in Olympia-Gold-verdächtigem Tempo über die Tasten, trotz aller Raserei klar und brillant.


    Viel Spaß beim Üben - äh, Hören


    Thomas

    Gern. Zwei kleine Anekdoten, die mir im Gedächtnis sind:


    1) Er spielt einen Abend mit Beethoven op. 110, Chopin b-moll-Sonate, Scrjabin 4. Sonate und Rachmaninow b-moll-Sonate. Ich halte ihm die Tür zur Bühne auf und er sagt: "Was spiele ich nochmal zu Beginn?" Und jeder, der ihn kennt, weiß, dass es kein dummes Getue war.


    2) Er spielt im selben Konzert als eine der zahlreichen Zugaben das f-moll-Moment musical von Schubert, in der Mitte ein paar ungewohnte Harmonien. Auf meine Frage hinterher beim geselligen Beisammensein (er trank nur Cola und rauchte statt zu essen), was denn da gewesen sei, sagte er nur, er habe das Stück 30 Jahre nicht gespielt und den Notentext vergessen - so habe er ein wenig improvisieren müssen.


    Herzliche Grüße


    Thomas


    Sergio Fiorentino - einer der Großen der sog. "Alten Schule". Ein großer Virtuose, der einen mit seiner Kunst aber auch zu Tränen rühren konnte (Schumann-Fantasie).

    Ich hatte das Vergnügen und das Glück, ein paar Konzerte für ihn organisieren zu können, und seine Kunst sowie seine absolute Bescheidenheit werden mir immer im Gedächtnis bleiben.


    Gruß


    Thomas

    Lieber Amdir


    kennst du das Klavierquintett von Bruch? Ein tolles und zu Unrecht selten gespieltes Meisterwerk!


    Ein MUSS für alle Klavierfans: Der Mitschnitt des Klavierabends von Yuja Wang aus dem Wiener Konzerthaus, auf 3SAT bis Mitte Februar zu sehen.


    Interessantes, ungewöhnliches Programm, meisterhaftes, virtuoses wie poetisches, jederzeit transparentes Spiel!


    Beste Grüße


    Thomas

    Mit Freude - und vielen Dank an Alfred für die technische Hilfestellung!


    Ich habe die Nennung des Komponisten und der Stücke entfernt - sie lassen Rückschlüsse auf den Maler zu. Dieses Bild ist auf dem Plattencover.


    Drei kleine Tipps: Es handelt sich nicht um eine CD, sondern um eine LP; der Künstler war sehr vielseitig und das Bild trägt den Namen eines Kompositionsprinzips.


    Wer kennt Maler und Bildtitel?


    Viel Spaß beim Sherlockisieren und beste Grüße


    Thomas

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    Lieber Thomas,


    ich verstehe sehr gut und gebe zu, dass die Interpretation einen gewissen "Zauber" hat, eine starke Individualität, und wie gut ist es, dass eine solche Pluralität an Empfindungen vorhanden ist.

    Ohne dir die Aufnahme in irgendeiner Form "madig" machen zu wollen, möchte ich sagen, dass mich die Aufnahme nicht berührt, sondern ärgert. Für mich fehlt der Aneinanderreihung verschiedener Tempi eine Logik, für mich herrscht Willkür über Schubert - und das hat DER nicht nötig.

    Ich habe in einer Vorlesung vor einem überwiegend fachfremden Publikum verschiedene Interpretationen dieses Satzes besprochen, und bei Yudina (ohne Namensnennung) fing das Publikum an zu lachen und jemand fragte, ob ich das selbst eingespielt habe - sozusagen als Provokation.

    Dass es wunderbare Aufnahmen gibt, die Raum für Individualität lassen und dennoch den Schubertschen Text in den Mittelpunkt stellen, beweist in meinen Augen (Ohren) u. a., aber allen voran Artur Schnabel.

    Herzliche Grüße

    der andere Thomas

    Also die Geschichte ist gut, aber glauben kann ich sie nicht. Die pianistischen Welten zwischen Gilels und Cord Garben sind so weit voneinander entfernt, dass ich es für gut erfunden halte. Zwei weitere Geschichten dieser Art: ein hier nicht namentlich genannter Pianist soll das Schumann-Konzert spielen und sagt, die Bühne betretend, er habe sich die Hand in der Taxitür geklemmt und müsse umdisponieren auf ein Mozart-Konzert. Endlich wissen wir es auf berufenem Mund, dass Mozart doch so einfach ist!

    Die zweite Geschichte, deren Wahrheitsgehalt mir von mehreren Pianisten bestätigt wurde, u. a. von dem Ginsburg-Schüler Gleb Axelrod: Grigori Ginsburg - von dem Heinrich Neuhaus sagte, die berühmte Sprungstelle in dem Stück könne man sauber nur von einem mechanischen Klavier oder von Ginsburg hören - hat die kompletten "Réminiscences de Don Juan" von Liszt in einem take aufgenommen und das Ergebnis zur Pressung freigegeben, ohne sich die Aufnahme noch einmal anzuhören.

    Wer das hören möchte, kann sich gern bei mir melden.

    Beste Grüße

    Thomas

    Die Studio-Aufnahme möchte ich nicht unterschlagen:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich oute mich: Yudina ist für mich immer interessant, aber selten akzeptabel. Die Studioaufnahme der B-Dur-Sonate empfinde ich mit ihren an Glenn- Gouldsche-Beethoven-Versuche erinnernde Tempo-Eigenwilligkeiten eher als Persiflage (na gut, ich provoziere ein wenig). Mit Schubert hat das in meinen Augen und Ohren weitaus weniger zu tun als mit Yudina. Wer diese Sonate liebt (und wer könnte das nicht tun?) sollte zu Artur Schnabel oder Leon Fleisher greifen!

    Beste Grüße

    Thomas

    Beim Wiederhören fand ich die Schumann-Aufnahmen von Annerose Schmidt jetzt doch etwas ruppig und klanglich sehr trocken, es fehlt die Athmosphäre, auch klingt der Flügel ziemlich hart. Ist diese Sachlichkeit nicht typisch für die deutsche Pianistenschule?


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Christian,


    ich fühle mich zum Widerspruch bemüßigt. Interessant wäre auch, zu wissen, welche Werke du jetzt angehört hast.


    Zunächst: für mich persönlich ist die Interpretation absolut prioritär und der Klang des Flügels nachrangig. Ansonsten hätte ich mich schon von etlichen Melodiya-LPs verabschieden müssen, auf denen der Flügel klang wie eine Nähmaschine.

    Worauf beziehst du den Begriff "Sachlichkeit"? Falls er allgemein auf die Interpretation gemünzt ist und die in Relation zur deutschen Pianistenschule gesetzt wird, wäre meine klare Antwort "nein!". Denn zur deutschen Pianistenschule gehören Schnabel, Richter-Haaser, Riebensahm, Kempff, um nur wenige zu nennen. Und bei denen wäre der Begriff "Sachlichkeit" m. E. völlig fehl am Platz - wenn er ein Synonym sein soll für ein wenig langweilig, nicht mitreißend, akademisch.


    Herzliche Grüße


    Thomas

    Energetisch und stürmisch trifft´s genau, man höre z. B. die Kreisleriana, die wild dahrerkommt, dennoch aber sehr transparent und mit einer wunderbar eigenständigen linken Hand gespielt ist. Auch der Carnaval ist sehr beeindruckend; beides übrigens auf CD erschienen und bei ebay oder Amazon für überschaubares Geld zu haben.

    Das Chopin-Doppelalbum beinhaltet eine fulminante As-Dur-Polonaise, die 4 Balladen, die Revolutionsetüde, Berceuse, Polonaise-Fantasie, Fantasie op. 49 + Polonaise fis-moll.

    Für mich eine echte Entdeckung, und ich wundere mich über mich selbst, sie nicht schon längstschätzen gelernt zu haben.

    Frage: Kennt jemand Beethovens 32 in der Einspielung voon Michael Steinberg (auf LP)? Hat jemand Informationen über den Pianisten? Ich bekam diesen Schuber vor ca. 30 Jahren von Bernhard Ebert geschenkt, der gerade seinen Plattenspieler in unrichtiger Vorausschau verschrottet hatte.


    Beste Grüße


    Thomas

    Ich kann nicht sagen, dass ich allgemein ein großer Freund der "DDR-Pianistik" bin - dazu ist vieles zu schulmeisterhaft, zu akademisch, zu langweilig. Aber nun habe ich eine Aufnahme von Annerose Schmidt aus Japan bekommen (2 Denon-LPs), auf der sie Chopin spielt. Das hat mich mitgerissen: groß, nobel, mit außergewöhnlicher Verve. Gelegentlich - z. B. im Finale der 1. Ballade - erfreut sie sich sehr an der mechanischen Seite des Klavierspiels (sie hat aber auch ein außergewöhnliches Tempo - außer in einer frühen Aufnahme mit Yuja Wang kenne ich keinen, der das so schnell spielt). Und andererseits besteht auch schon einmal die Gefahr, dass sie sich in einere lyrischen Passage ein wenig verliert (2. Ballade). Aber - und CDs mit Schumanns Carnaval und der Kreisleriana belegen das eindrücklich - sie spielt alles an die Wand, was da sonst noch herumröselt, -zechlint oder -kootzt, und auch Amadeus Weber sinke auf die Knie bei diesen Interpretationen. Absolut hörenswert!