Beiträge von Symbol

    man möchte dort eigentlich nicht mehr hingehen, und man muss trotzdem in dem Restaurant regelmäßig zahlen


    Das ist jetzt ein argumentatives Ausweichmanöver. Um die Frage, welches Angebot wie finanziert ist, ging es an dieser Stelle nicht, sondern nur um die Frage, welche qualitativen Maßstäbe man an potenzielle Alternativ-Angebote anlegt.


    LG :hello:

    Wenn wir auf diesem Argumentationsniveau sind: Man braucht kein Koch sein um festzustellen, dass die Suppe versalzen ist.


    Das hat ja auch niemand behauptet. Ich finde jedenfalls nicht, dass man unbedingt Journalist sein muss, um die Qualität journalistischer Arbeit einzuschätzen.


    Mir ist nur rätselhaft, woher die Verehrung für neuere Medien wie z. B. X relativ zu traditionelleren Medien kommt. Du hast etwas weiter oben selbst das Beispiel der Terroranschläge auf Israel und die Berichterstattung darüber genannt. Du wirst auf X massenhaft Beiträge finden, die Dir mitteilen (wenn Du dies denn möchtest), dass es die Anschläge am 7.10. entweder nicht gab oder sie ein "inside job" des Mossad waren und dass die bösen Zionisten gerade einen Genozid an unschuldigen Zivilisten begehen. Kurz: Du kannst Dir mit Material von dieser Plattform jegliche noch so idiotische Meinung bestätigen lassen. Deswegen sollte man ihr m. E. weitaus kritischer gegenüberstehen als dem ÖRR oder einer beliebigen etablierten Zeitung.


    LG :hello:

    Nehmen wir mal an, dass man über Jahre hinweg in ein bestimmtes Restaurant geht - mit eher bürgerlicher, leicht gehobener Küche. Eines Tages meint man festzustellen, dass die Qualität der Küche nachlässt. Ist es dann eine gute Idee, die Dönerbude um die Ecke als brauchbare gastronomische Alternative anzupreisen?


    LG :hello:

    X ist keine Quelle, X ist ein Kanal.


    Genau deswegen ist es ja vollkommen unzureichend, sich darauf zu berufen, dass etwas auf X kursiert. Von wem stammt das Material, und wie zuverlässig ist diese Person oder Institution?


    Der ÖRR ist eine Quelle, der es zunehmend an Zuverlässigkeit mangelt und die einen eindeutigen politischen Bias hat.


    Das liest man immer wieder, aber welche Belege gibt es dafür?


    In meiner Jugend galt es als allgemein bekannt, dass der WDR eher links und der BR eher rechts ist. Hat sich das seitdem großartig geändert? Wurde die Redaktion von "Report" mit der von "Monitor" zusammengelegt? ;) Meinst Du das mit dem "eindeutigen politischen Bias", oder meinst Du, dass der ÖRR in toto in eine politische Richtung geht? Wie soll das gelungen sein angesichts der (angeblichen!) Postenbesetzung nach alternierenden Parteibüchern?


    LG :hello:

    Wie kann man ernsthaft das Schund-Medium, zu dem Twitter/X in kurzer Zeit herabgesunken ist, für eine seriöse journalistische Quelle halten


    Ich bin zwar kein Musk-Fanboy, aber Twitter/X war auch schon vor Musk nur mit größter Vorsicht als Quelle zu verwenden - eben weil man sich seine eigene Bubble erschaffen kann. Dies ist m. E. ein generelles Problem mit sozialen Medien, weshalb man nicht unterschätzen sollte, welch günstigen Effekte die gerne gescholtenen traditionellen Medien hatten und teilweise noch haben. Gerade auch deswegen sollte man sie erhalten und beständig an ihrer Qualität arbeiten, wofür höchste Standards gelten sollten.


    LG :hello:

    Ich habe auf einer Plattform wie X selbst die Kontrolle darüber, wem ich folge.


    Richtig, und genau das ist das Problem. Wenn Du zum Beispiel während der Pandemie Herrn Homburg gefolgt bist, dann warst Du alles andere als gut informiert.


    Zudem gibt es das Format der Community Notes, mit dem Beiträge korrigiert werden können.


    Leider kommt dieses Werkzeug mit der Masse an Quatsch auf der Plattform kaum hinterher.


    Es war die erste Plattform, die über den Terroranschlag auf Israel im Oktober berichtet hat


    "Die Plattform" kann nichts berichten, sondern nur ihre Nutzer. Auch hier kommt es entscheidend darauf an, wem Du folgst. Wenn dies die diversen Islamisten und Terror-Sympathisanten sind, die sich auf X tummeln, dann wirst Du über X definitiv sehr viel schlechter informiert als über den ÖRR. Ich fühlte mich am 7.10. auf X deswegen gut informiert, weil ich ziemlich regelmäßig die Beiträge diverser israelischer Kollegen lese, insbesondere die von Oded Rechavi. Insofern hatte ich direkte Informationen, was in Israel passiert ist. Das geht auf X aber auch um Ligen schlechter, wenn man den falschen Leuten folgt (s.o.).


    LG :hello:

    Menschen sind auf X, weil sie den herkömmlichen Medien nach Relotius, Framing-Manual und Fake-Interviews nicht mehr trauen.


    Dies ist eine interessante Fehl-Wahrnehmung seitens der X-Fans. Die Masse an Bulls*it, die zum Beispiel während der Coronavirus-Pandemie über X verbreitet worden ist, würde noch nicht mal dann vom ÖRR oder vom "Spiegel" erreicht werden, wenn die in der bisherigen Konstellation noch 500 Jahre senden bzw. drucken würden. Die Qualitätskontrolle, deren partielle Abwesenheit man bei einigen herkömmlichen Medien zu recht kritisiert, ist bei X so derartig viel schlechter, dass es nahezu grotesk ist, diese Plattform aus Qualitätsgründen herkömmlichen Medien vorzuziehen.


    LG :hello:

    Ich denke, dass man in den vergangenen 40 Jahren schon ein paar Erfahrungen gemacht hat. Schon kurz nach dem Start des Privatfernsehens haben die ersten die Seite gewechselt, z.B. Harald Schmidt. In der jüngeren Zeit waren es z.B. Jörg Pilawa, Linda Zervakis, Matthias Opdenhövel, Pinar Atalay und Jan Hofer. Joko und Klaas waren mal beim ZDF, Günther Jauch hat u.a. mal das Sportstudio moderiert, usw.


    Um nochmal auf diesen Punkt zurückzukommen - hierzu kann man m. E. zwei Anmerkungen machen.


    Erstens sind einige der genannten Persönlichkeiten zum ÖRR zurückgekehrt, nämlich Schmidt und Pilawa. Für eine Tasse warme Suppe werden die das kaum gemacht haben, aber ich frage mich schon, ob die nach ihrem Abstecher zu den Privaten ähnliche Honorare beim ÖRR erhalten haben oder ob sie nach ihrer Zeit beim Privatfernsehen bereit waren, teilweise auf ihr vorheriges Einkommen zu verzichten, weil die Arbeit beim ÖRR ihnen andere Vorteile bot.


    Zweitens kann man auch eine Liste mit Leuten eröffnen, die nie (oder höchstens sehr kurz) für das Privatfernsehen tätig waren und die stets beim ÖRR geblieben sind. Die zuvor genannten Gutverdiener Lichter, Kiewel und Böhmermann wären probate Beispiele dafür. Wo sind denn die Angebote der Privaten für diese Leute, die das Zahlen derartig hoher Gehälter erforderlich machten, um sie beim ÖRR zu halten? Und: Wer von diesen Leuten trägt mit seinen/ihren Leistungen aktiv dazu bei, den Auftrag des ÖRR zu erfüllen? Für Böhmermann könnte man dies so sehen (ob man ihn nun mag oder nicht, aber zumindest sind seine Formate innovativ und kritisch), bei Lichter und Kiewel fällt es mir ehrlich gesagt schwer, dies feszustellen. Kiewel moderiert mit dem "Fernsehgarten" sogar ein Format, das es nahezu deckungsgleich mit "Immer wieder Sonntags" beinahe zeitgleich in der ARD gibt. Muss man dafür 400 000 € an die Moderatorin ausschütten?


    Im Sinne einer transparenten Verwendung der Gebührengelder fände ich es insgesamt günstig, wenn auch die Entlohnung der Leute vor den Kameras zunächst einmal einem Schema folgen würde, von dem man nur dann ggf. abweicht, wenn (i) ein höher dotiertes Abwerbeangebot eines kommerziellen Senders vorliegt und (ii) die Tätigkeit der betreffenden Person für die Erfüllung der Aufgaben des ÖRR von hinreichender Bedeutung ist. Dann soll man von mir aus eine Million oder mehr bezahlen, sonst bitte nicht.


    LG :hello:

    Auf X kursiert eine Liste von 90 (!) Fällen der letzten Jahre, bei denen ausgestrahlte Interviews des ÖRR mit „zufälligen“ Interviewpartnern entweder solche mit Mitarbeitern des jeweiligen Senders oder mit Parteimitgliedern der Grünen, Linken oder SPD waren, ohne Kennzeichnung der Herkunft der Interviewpartner.


    Mit auf Twitter/X kursierendem Material sollte man vorsichtig sein. Es gibt dort keinen Mangel an Unfug.


    LG :hello:

    Lichter 1,7 Millionen, Kiewel für den unsäglichen "Fernsehgarten" 400.000, Böhmermann 682.000.


    Was ich an diesen Gehältern nicht verstehe: Soll der ÖRR doch einfach sagen, dass er einem Moderator maximal 200 000 € pro Jahr bezahlt. Dann wird man sehen, ob die wirklich alle zu den Privaten gehen oder nicht. RTL oder Sat1 müssen ja mit Lichter, Kiewel oder Böhmermann auch erstmal etwas anfangen können, um denen solche Gehälter zu bezahlen. Sollte dann wirklich die große Abwanderung einsetzen und im ÖRR nur noch Praktikanten moderieren, kann man die Gehaltspolitik ja immer noch überdenken - dann hat man aber wenigstens eine nachvollziehbare Rechtfertigung für die hohen Gehälter.


    LG :hello:

    Einer der Gründe dafür ist, dass hier die Wagnerianer sich tummeln, gefolgt von den Verdiisten, Puccinisten und Sträussen.


    Das könnte daran liegen, dass die vier bezeichnungsgebenden Herrschaften eine recht stattliche Anzahl guter Opernszenen zu verantworten haben. ;)


    LG :hello:


    P.S.: Sprach nicht Herbert Wehner einst von "Herrn Strauß und seinen Mit-Sträußen"? Das war natürlich ein anderer Strauß (mit ß statt ss), und komponiert hat der m. W. auch nicht...

    Ich wundere mich ehrlich gesagt, dass diese Sonate überhaupt kontrovers gesehen wird. Ich halte sie für ziemlich eingängig, und die pianistischen Anforderungen sind so moderat, dass man das Stück auch als mittelprächtiger Hobbymusiker technisch recht passabel bewältigen kann. Mir macht es jedenfalls immer wieder Freude, diese Sonate zu spielen.


    Natürlich kann man anführen, dass einem die Sonate insgesamt zu düster ist, aber innerhalb Schuberts Gesamtwerk gibt es doch noch ganz andere Kaliber in Sachen Düsternis. Wenn einem D 784 deswegen bereits nicht liegt, was macht man dann z. B. mit dem langsamen Satz aus D 959 oder der f-moll-Fantasie?


    LG :hello:

    All diese Verwirrung haben wir der Musikwissenschaft der letzten Jahre zu verdanken mit ihrem Korrektheitsfimmel - die, um ihre eigene Bedeutung aufrechtzuerhalten stets Umnummerierungen und Korrekturen anbringen.


    Es ist die eine Sache, etwas herauszufinden und damit Informationen bereitzustellen.


    Es ist eine vollkommmen andere Sache, was man daraus macht.


    Bei den Sinfonien von Haydn und Mozart wissen wir, dass die Nummerierungen eigentlich falsch sind, aber man hat die alten Nummern im Konzertbetrieb beibehalten.


    Dass die Informationen zur korrekten Chronologie von Werken zu einer Umnummerierung auch für die Musikpraxis führen, geschieht m. E. nur dann, wenn es bereits vor (!) dem Erhalt dieser Informationen zu Konfusion gekommen ist.


    Schubert ist sowohl bei seinen Sinfonien als auch bei seinen Sonaten ein gutes Beispiel dafür. Die Situation bei den Sonaten ist unübersichtlich, auch ohne dass ein Musikwissenschaftler für uns die korrekte Reihenfolge erforscht. Bei den Sinfonien kann ich mich daran erinnern, dass auch früher bereits die Unvollendete als Nr. 7 geführt worden ist, dann mit der Großen C-Dur als Nr. 9 - oder war doch die Große C-Dur seinerzeit mal die Nr. 7? Wie auch immer, die letzten beiden Sinfonien plus die nicht-existente Phantom-Sinfonie haben wohl einige Permutationen bezüglich der Nummerierung durch. In einer solchen Situation finde ich es vernünftig, die vorher bestehende Konfusion durch die philologisch korrekte Reihenfolge zu ersetzen und damit zu beenden (oder auf die Nummern zu verzichten wie bei den Sonaten).


    LG :hello:

    Die relativ vielen Fragmente macht auch aus meiner Sicht das Befassen mit Schuberts frühen bis mittleren Sonaten recht unübersichtlich. Im Vergleich ist die Bewältigung von Beethovens wohlsortierten 32 Sonaten rein organisatorisch einfacher.


    Ich frage mich allerdings, ob die Nummerierung bei Schuberts Sonaten wirklich so selbstverständlich verwendet wird. Ich habe mir noch nie überlegt, welche Nummer z. B. die B-Dur-Sonate DV 960 hat (ist das die Nr. 21?). Mir scheint, dass die Verwendung von Nummern für die Sinfonien weitaus gängiger ist, so dass dort auch eine Umstellung auf die philologisch korrekte Nummerierung (also ohne die Verwendung der Nr. 9) eine deutlich größere Umgewöhnung bedeutet.


    LG :hello:

    Auch auf die Gefahr, dass ich hier gleich eine volle Breitseite abbekomme: Ich kann mit Verdis "Macbeth" wenig anfangen. :untertauch: Ich finde nicht, dass Verdis Idiom zur Stimmung und Atmosphäre von Shakespeares Vorlage passt, die ich für meinen Teil nicht beiseite schieben kann, wenn ich Verdis Oper höre.


    LG :hello:

    Naja, ich persönlich kann ein bisschen "Welschen Tand" und "deutsche Meister Ehr" gut hören, ohne gleich in Hass und puren Nationalismus auszubrechen. Wie die meisten Opernbesucher bin ich in der Lage das historisch einzuordnen. Ich brauche dafür keine Konwitschny-Lösung, die zwar fraglos interessant ist, aber das ist ja noch kein Qualitätsmerkmal an sich. Letztlich ist Konwitschny zu feige die Spannung auszuhalten (die originalen Sätze des Librettos erzeugen doch auch ohne Eingriff in den Text ein Echo im Zuhörer) und in den Text einzugreifen geht für mich in puncto Werktreue gar nicht.

    (Aber dieser schöne Thread soll nicht zu einem RT-Thread werden).


    Das Problem liegt für mich vor allem darin, dass dieser nationalchauvinistische Ausbruch des Hans Sachs weder zu Wagners vorheriger Zeichnung der Figur noch in den Ablauf der Szene passt. In gewisser Hinsicht war Konwitschnys Lösung somit konsequent, weil er diesen Bruch quasi explizit gemacht hat. Ich finde das letztlich plausibler, als über die Stelle einfach hinwegzusingen.


    LG :hello:

    Das Festwiesenfinale hatte ich auch noch auf der imaginären Liste, lieber Joseph. Besonders der Einzug der Zünfte ist eine Szene die immer wieder großen paß macht, in ihrer bunten und volkstümlichen Art!


    Diese fraglos tolle Szene (ich meine das gesamte Festwiesen-Finale) wird nur leider durch das nationalistische Getöse im Schlussgesang des Hans Sachs etwas eingetrübt. Peter Konwitschny hat hierfür eine interessante Lösung gefunden...


    LG :hello:

    Köhns Verdienst ist ja auch, sich für den ehemals prominenten Opernkomponisten Klebe eingesetzt zu haben.


    Ich bin auch durch Christians Einsatz für Klebe zu dessen Musik gekommen und halte ihn (nach allem, was ich bisher von ihm gehört habe) für einen großartigen und leider unterschätzten Komponisten. Es ist geradezu bizarr, wieviele Stücke z. B. von Herrn Witzmann (war das gerade ein Vertipper? ;)) und wie wenig von Klebe gespielt wird. Christians Bemühen um Klebes Musik ist auf jeden Fall nicht genug zu loben!


    LG :hello:

    Da in diesem Thread so viel darüber diskutiert worden ist, habe ich mir in der letzten Zeit mal weite Teile (bis Sonate Nr. 25 op. 79) von Barenboims neuer GA angehört.


    Ehrlich gesagt kann ich die Begeisterung von ChKöhn nur sehr begrenzt teilen. Was sicherlich zutrifft: Barenboims Sichtweise ist ausgesprochen subjektiv, er eignet sich die Stücke (die er natürlich hervorragend kennt) aus seiner heutigen Sicht (also der eines älteren Musikers im Spätherbst seiner Karriere) an. Dieser Mut zur Subjektivität ist heutzutage eher selten geworden und verdient insofern auch aus meiner Sicht eine lobende Hervorhebung.


    Trotzdem gibt es für mich in Barenboims jüngsten Aufnahmen zu viele "Aber". Bei den schnelleren Sätzen meine ich doch, einige altersbedingte pianistische Begrenzungen wahrzunehmen. Besonders auffällig ist dies für mich z. B. in den Ecksätzen der "Appassionata". Ob Barenboims teils radikal subjektive Gestaltung nicht auch manchmal dazu dienen könnte, diese Begrenzungen zu überspielen, ist eine Frage, die ich mir beim Hören einige Male gestellt habe.


    Ein weiterer Punkt: Gerade in den frühen Sonaten ist mir persönlich etwas arg viel Altersweisheit im Spiel. Barenboims Drang zur deutlichen Gestaltung kleinster Details wird hier für mich auf die Dauer zum etwas zehrenden Habitus, da er zu häufig auf Kosten eines gewissen Schwungs und der Verspielheit geht, die vielen dieser Stücke innewohnt.


    Was mir auffällt ist, dass besonders die langsamen Sätze und die etwas weniger populären Sonaten Barenboim großartig gelingen. Der erste Satz der Mondscheinsonate ist wunderbar zart gespielt, der Mittelsatz der "Appassionata" von einer geradezu magischen Versunkenheit. Die von mir zuletzt gehörten Sonaten op. 78 und op. 79 spielt Barenboim fantastisch, besonders der wunderschöne, kurze Mittelsatz von op. 79 hat es mir angetan.


    Ich werde in der nächsten Zeit noch die weiteren Sonaten (also Nr. 26 bis 32) in dieser Aufnahme hören. Auf Basis meiner bisherigen Eindrücke erwarte ich eine fantastische Arietta in op. 111 und eine zähe Fuge in op. 106. Vielleicht drückt diese Prognose meinen Zwiespalt gegenüber diesem jüngsten Beethoven-Beitrag eines fraglos großartigen Musikers am besten aus.


    LG :hello:

    Findet beim Rezipienten keine Reflexion statt, bleiben wir am Ende auf einer vegetativen Stufe stehen.


    Ich frage mich, ob den angeblichen "Genußhörern" klar ist, wie viel von der wenig geschätzten Theorie (im weitesten Sinne) sie beim Hören selbstverständlich in ihr Hörerlebnis einbringen.


    Nehmen wir mal den Fall, dass jemand aus diesem Forum ein Stück von Richard Strauss hört. Er/sie wird sicherlich wissen, wer der Komponist war, wann er gelebt hat und in welchem Stil er komponiert hat. Vermutlich dürfte er/sie auch das Stück vorher bereits gehört haben und problemlos feststellen können, was die Unterschiede zu einer Komposition z. B. von Mozart oder Beethoven sind. Er/sie wird auch die meisten der verwendeten Instrumente korrekt benennen können und zumindest ungefähr verstehen, wie diese einen Klang hervorbringen (Streicher vs. Bläser etc.).


    Gar so unreflektiert ist dieser Hörgenuss also eigentlich nicht.


    Gibt es überhaupt einen nennenswert großen Teil des Publikums, das "vegetativ" und ohne jegliche Vorkenntnisse hört?


    LG :hello: