Ich bin ja ein so großer Leibowitz (Beethoven) Fan, daß ich insgesamt 3 LP-Boxen und die CD-Ausgabee komplett besitze und alle erhältliche von ihm zusätzlich eingespielte Musik auf CD, auch die Eigenkompositionen. Ich hatte bisher nicht nur nichts auszusetzen, sondern hege tiefe Bewunderung und bin begeistert von ihm als Dirigent und habe Einiges über ihn gelesen.
Bezüglich der Großen C-Dur von Schubert (auch auf youtube in etwas schlechter Soundqualität zu hören) allerdings läßt sich meiner Meinung nach das bei Beethoven gewinnbringende typische leibowitzsche Mittel der extremen Tempoverschärfung und auch das Mittel neutralstmöglicher Ausdruck nicht ebenso gewinnbringend verwenden: Die Einspielung ist quasi rasend und er rast dermaßen kalt und rücksichtslos durch die Komposition, stellenweise klingt es für wie ein falsch eingestellter Plattenspieler (2.Satz). Ich bin wirklich großer Leibowitz-Anhänger, aber bei Schubert ist das Tempo zu schnell, man glaubt, Leibowitz wolle die Intention Schuberts geradezu verhindern. Nichts von Lyrik oder Melancholie, kein Platz für irgendein Gefühl, und statt geistigem Feuer wie bei Beethoven fängt man wohl eher an zu frieren. Warum hat L. diese Schubert-Symphonie so gejagt? Während bei Beethoven es ja eine historische Berechtigung gibt, fehlt bei Schubert da nicht die sachliche Grundlage, so das Tempo zu verschnellern, was meint Ihr?
