Beiträge von Provence

    Ich hoffe sehr, dass es gefällt. Die CD entspricht genau meiner Vorstellung, wie Barock klingen soll!

    Da ich davor meine tiefgehenden Kenntnisse angekündigt habe, erlaube ich mir auch einen Beitrag zu leisten.. Dass der genannter Mahler seinen schwedischen Namen Edvard zu dem finnischen Namen Eetu änderte, war auch kein Zufall und kein Einzelfall. Genauso bevorzugte Alex Waldermar Gallén - Akseli Gallen-Kallela genannt zu werden und aus Alexis Stenwall Aleksis Kivi wurde. Die zweite Hälfte des 19 Jahrhundert war in Finnland stark von der Suche nach nationaler Identität geprägt, was einerseits in Unabhängigkeitsbewegung gegen die russische Krone und anderseits im Kampf um die Gleichstellung der finnischen Sprache und Kultur mit der stark dominierenden schwedischen.


    Das ist er auch! Obwohl Gallen-Kallela viel mehr für seine im Jugendstil gemalten Bilder bekannt ist, fing er als Maler des Realismus an und erst nach seinem Frankreich-Aufenthalt die Stilrichtung wechselte. Das „Land der Tausend Seen“ blieb aber unverändert sein Leben lang eine große Liebe und Inspiration. Das Gemälde auf dem Cover heißt „Der Blick auf den See Jamajärvi“ und entstand im Jahr 1892.

    Jean Sibelius war übrigens mit dem Maler befreundet und wurde auch von ihm portraitiert.


    Lieber moderato, du bist dran.


    Akseli_Gallen-Kallela_-_Lake_in_the_Wilderness_-_Gösta_Serlachius_Fine_Arts_Foundation.jpg

    Noch nicht… ist aber, fürchte ich, zu erwarten. Der Vergleich kam mir überhaupt in den Kopf, weil auch bei Weinproduzenten die Verpackungen immer „vernünftiger“ und eifacher werden. Ein Drehverschluss ist mittlerweile sehr verbreitet, die schweren Flaschen werden dünner und man sieht mehr und mehr BiBs oder wie für immer die genannt werden - die meinte ich jedenfalls mit Tetrapack.
    Meisten hat das Reduzieren auf das Notwendigste seriöse Gründe - Umwelt um ein zu nennen, darum möchte ich diese Tendenz gar nicht so negativ darstellen. Vermissen werde ich die gute alte Zeiten trotzdem.

    Für mich steht Streaming nicht im Widerspruch zu meiner CD und DVD - Sammlung. Es ist komfortabel auf langen Autofahrten und bietet die Möglichkeit für ungeduldige ein unbekanntes Stück sofort, wann die Neugier hoch ist, anzuhören. Ich benutze Spotify auch gerne um die beste Aufnahme auszusuchen. Die Aufnahmen, die ist sehr mag und oft höre, möchte ich dann besitzen. Da ist Streaming, wie ein guter Wein im Tertapack, nicht erfüllend.

    Nach dem die junge Generation Konzertbesucher in unserer Familie extrem lobend und ausführlich von Jan Lisieckis Auftritt in Köln, wo Werke von Grieg, Sibelius und Salonen gespielt wurden, berichtet hat, habe ich mich spontan für das kommende Konzert am 29 Februar in Düsseldorf entschieden. Bis jetzt gehörte Lisiecki nicht zu den Künstlern, dessen Auftritte ich auf keinen Fall verpassen würde. Ich bin neugierig. Es stehen Préludes von Chopin, Rachmaninov und Bach auf dem Programm - ein Hörbalsam - es wird sich mit Sicherheit lohnen.

    Noch ein mal vor Eintritt der Frühling einer meiner lieblings CD eingelegt:

    Bugge Wesseltoft „Its Snowing on my piano“

    Jazz - Klaviersolo mit teilweise selbstgeschriebenen Kompositionen und teilweise arrangierten traditionellen Liedern und Liedern von anderen Komponisten, wie zum Beispiel


    „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Praetorius

    „O Little Town of Bethlehem“ von Lewis Redner

    „Du grønne, glitrende tre“ von Edvard Grieg

    und „Stille Nacht, Heilige Nacht“


    Stanley Kubrick hat György Ligetis Music auch in „Eyes wide shut“ verwendet. Das erotisch-diabolische Ritual zum Beginn des Maskenballs wird mit Ligetis „Musica Ricercata No.2“ vertönt.


    https://youtu.be/Ch-x7wZulYQ?si=-XLb8f--M5hf0nAe

    https://youtu.be/OfG8Y8qrtHs?si=c6SWDIzG-aP-0Knj


    Walzer No. 2 aus der „Jazz Suite“ von Schostakovich wird als Ouvertüre eingesetzt und unterlegt später im fFilm die Szenen aus dem Alltag.


    https://youtu.be/qPmnn_iTQJE?si=s9WqbAiJpeOsY_i_

    …wie immer zwanzig Büchern gleichzeitig. Gut, wenn man die Gedichtbände, die zur permanenten Dekoration auf den Couchtisch gehören, nicht mitzählt, wird die Zahl etwas kleiner.


    Ich habe gerade Longos „Daphnis und Chloe“ zum wiederholten mal gelesen. Die altgriechischen Romane und Mythen waren meine ersten Lieblings-Kinderbücher, wurden zur Pflichtlektüre an der Uni und bekamen dadurch die dritte Schicht Notizen an den Rändern (Opa-Mama-ich) und vor kurzem hat die prächtige Reihe von dunklen, goldverzierten Einbänden auf dem Regal ein neues Mitglied bekommen - die Ausgabe mit den Illustrationen von Mark Chagall. Ganz ganz viele Zieglein und ganz ganz viele Schäfchen und - ah, ja - hier und da ein in der Luft schwebendes Liebespaar. Einige von diesen Bildern und auch die erste Ausgabe dieses Buches habe ich in Folkwang Museum in Essen in Herbst gesehen und mir den Wunsch, diese Ausgabe zu besitzen, zu Weihnachten erfüllt.


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    Die von Chagall Illustrierte Ausgabe findet man nur gebraucht. Das wäre die Alternative


    „Der Spiegel“ von Andrej Tarkovski beginnt mit Bachs „Das alte Jahr vergangen ist“ - einem Choralvorspiel, der in der Kirche einen Gottesdienst einleitet. Und so sollen die Zuschauer durch die geistliche Musik auf die „letzte Beichte“ eines sterbenden Künstlers (wie der Film ursprünglich heißen sollte) vorbereitet werden. Auch später in der Erzählung wird kirchliche Musik mehrmals eingesetzt. Der ganze Film besteht aus unterschiedlichsten Erinnerungen aus dem Leben des Protagonisten, oder genauer gesagt aus Tarkovskis eigenem Leben, und so werden neben den Bildern aus seiner Kindheit Ausschnitte historischer Filmdokumentation gezeigt: Krieg, Atombomben über Hiroschima, ein versunkenes Schiff… und es erklingt Pergolesis „Stabat Mater“.

    Am Ende des Films (in zwei letzten Szenen, die zu meinen absoluten Favoriten gehören) hören wir die Johannes-Passion von Bach. Der nährende Tod, die letzten Gefühle und Gedanken werden mit dem Musikstück, das von dem letzten Lebenstagen Jesu handelt, begleitet.


    „Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm

    in allen Landen herrlich ist.

    Zeig uns durch deine Passion,

    daß du, der wahre Gottessohn,

    zu aller Zeit,

    auch in der größten Niedrigkeit,

    verherrlicht worden bist.“


    https://youtu.be/1Y2Wix8hL4M?si=I9_TgOE4n09KGYwt


    In Woody Allens Liebeserklärung zur Paris „Midnight in Paris“ erklingen zwei Stücke von Jacques Offenbach - „Can Can“ aus „Orpheus in der Unterwelt“ und Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“. Beide während des kurzen Aufenthalt der Hauptperson in der Belle Époque.


    Das Jahrhundert und Italien stimmten zumindest! Ich hätte richtung Tizian alleine wegen der hellen Farbpalette nicht gedacht. Sehr herausfordernd und interessant! Dankeschön!

    Ich versuche das Abgebildete zu analysieren … Alle schauen und zeigen nach oben, alledings ohne Furcht, was den Vesuvausbruch ausschließen lässt :).
    Papstwahl? Die schwarze Wolke im Himmel könnte auch Rauch sein und das Gebäude mit Gerüst oben und ein Hinweis auf den Bau von Petersdom? Obwohl in der Zeit generell viel in Rom gebaut wurde und viele große Meister deswegen dort waren, unter denen Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael … 16 Jahrhundert.. Ich komme nicht weiter. Auch mit dem Hinweis von moderato nicht. Es sei denn, es ist „Die Schule von Athen“ gemeint wurde…

    Das

    Ohne Lorbeer funktioniert die ganze Geschichte um Daphne eigentlich nicht ganz richtig. Denn die altgriechische Bezeichnung für die Pflanze lautet δάφνη (dáfni) und erinnert daran, dass Daphne von ihrem zu Hilfe gerufenen Vater Peneios in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde. Apollon schlingt die Arme um den Stamm, doch seine Liebste bleibt verschwunden. Vor Kummer bricht Apollon einige Zweige ab, die er seither zur Erinnerung an Daphne um den Kopf gewunden trägt.

    So ist der Mythos zu uns von Ovid überliefert worden. Die Handlung der Oper ist etwas anders. Hier weist Daphne sowohl Apollo als auch einen Kindheitsfreund zurück, wonach beide verkleidet zum Fest in Daphnes Haus kommen. Apollo fordert den Rivalen zum Zweikampf, der nicht ganz überraschend ausgeht - der Gott siegt, der Freund stirb und Daphne weint. Worauf Apollo voller Reue die Götter bittet … ich glaube, dass der Tote auf den Olymp kommt; und Daphne wiederum wird von Apollo (und nicht von dem Vater, der hier bloß ein Fischer ist) in einen Lorbeerbaum verwandelt, damit sie mit der Natur, die sie so liebte, für immer eins wird… (Wie Hans Heukenkamp bereits schön beschrieben hat)

    Schade, dass diese so schöne Geschichte in der Berliner-Inszenierung nicht erzählt wird; und dass Daphnes komplexer Charakter nicht rübergebracht wird.
    Ich habe nur einige Ausschnitte und gesehen… wie ich verstehe, fordert hier Daphne in Unterhose den Baum zum Zweikampf auf. Und gewinnt. Vermutlich. So genau muss man das alles nicht verstehen…