Rekonstruktion von Fragmenten
Danke für den Hinweis!
Dort finde ich en ausführlichen Tex von Alfred - von vor 16 Jahren:
Alles anzeigenEs ist natürlich schon ein Unterschied ob ein Werk aus einer Notwendigkeit heraus ergänzt wird - oder ob dies quasi "mutwillig" geschieht.
Es wurde hier darüber diskutiert ob das zweitere Thema in diesen Thread passt oder nicht.
Als Threaderöffner, der ja derzeit noch befragt werden kann würde ich sagen, da der Thread ja nicht allzu stark von Schreibern frequentiert ist und das Seitenthema allein auch nicht tragfähig ist, ja das Seitenthema soll hier bleiben...
Ebenso pragmatisch ist man früher in Sachen alter Meister vorgegangen, die ja in vergangener Zeit eher als "Altlast" denn als unsterbliche Meister der KLassikszene gesehen wurden.
Es gibt auch heute solche Tendenzen - nur daß das Publikum hier in der Regel nicht mitspielt.....
Meine persönliche Meinung zu Ergänzungen ist folgende:
Wo sie einerseits notwendig sind um das Werk aufführbar zu machen, und andrerseits genügend Substanz vorhanden ist um die Handschrift des eigentlichen Komponisten zu erkennen, da soll man behutsame Ergänzungen es durchaus zulassen - wobei ich eine Einschränkung machen möchte, die weiter unten gerne erklärt wird.
Wo aber eine Aufführungstradition bereits bewiesen hat, daß das Werk auch ohne Ergänzung im Konzertsaal und auf CD Bestand haben kann - ich denke hier im speziellen an Schuberts "Unvollendete" - da soll man das Werk lassen wie es ist. Der (eigentlich wunderschöne)dritte Satz von Schuberts "unvollendeter" macht das Werk eigentlich noch unvollendeter als in der zweisätzigen Fassung, die Zwischenaktmusik von Rosamunde - von einigenMusikwissenschaftler als 4, Satz propagiert, lässt das Desaster schliesslich vollkommebn erkennbar werden.
Selbst WENN diese Musik als Finale von Schubert angedacht wurde - so hat er diese Lösung verworfen,l die Sinfonie lag ja jahrelang unvollendet in der Schublade. Schuberrt muß erkannt haben, da0 es "so nicht geht" und hat die endgültige Komplettierung immer wieder verschoben . oder aber (eher wahrscheinlich) aufgegeben. Was aber Schuzbert selbst für "nicht lösbar" erachtet hat, das sollte auch die Nachwelt nicht versuchen.
Nun die Einschränkung bei Ergänzungen "aus einer späteren Zeit"
Sie sind natürlich besonders schwierig, weil der nachgeborene Restqurator einen anderen Zugang zum Werk hat als der Zeitgenosse, der gegebenenfalls ergänzen musste oder durfte - oder es einfach tat.
Das führt zu der eigenartigen Situation, daß die Zeitgenossen des Restaurators - so dieser seinen Job gut gemacht hat - die Ergänzung als solch nicht als Stilbruch bemerken , Sehr wohl wird das aber nach einigen Jahren der Fall sein (Für alle die nicht wissen was gemeint ist, weise ich auf den Baustil des Historismus hin)
Das Problem ist hier die Schallplatte - welche "Restaurierungen" und Ergänzungen sowie "zeitgemäße Bearbeitungen" unbarmherzig aufzeichnet, was spätere Generationen je nach Mentaltät als "Pfusch", "Geschmacklosigkeit", Dilletantismus" oder als "Parodie" einstufen werden
Zu Mozarts Zeit war die Lage anders: Ein Komponist der gerade "IN" ist bekommt den Auftrag ein "altmodisches Stück" wieder "anhörbar " zu machen - für die nächsten paar Jahre.
Daß dann alles anders verläuft - das ist eine andere Geschichte....
Ist darin angesichts der allgegenwärtigen KI schon schon alles enthalten?
Bin im Zweifel. Diese verkompliziert die Sache nach meinem Empfingen kolossal.
GC

Dass die Posaune Anfang des 19. Jahrhunderts für das Symphonieorchester überhaupt „wiederentdeckt“ werden musste, während sich andere Blechbläser wie Horn und Trompete dort schon längst etabliert hatten, hängt mit ihrem Sonderweg seit dem 16. Jahrhundert zusammen. Denn die Posaunen konnten unter allen Blechblasinstrumenten als einzige bereits seit ihrer Entwicklung in der Renaissance mit ihrem stufenlos verlängerbaren Zug sämtliche chromatischen Zwischentöne mit absoluter Intonationsreinheit erreichen. Zudem deckten sie mit ihren verschiedenen Baugrößen (Altposaune, Tenorposaune, Bassposaune) einen großen Tonumfang ab, verfügten über eine dynamische Spannweite vom Pianissimo bis zum Fortissimo, und ihr tragender, klarer und edler Ton wurde als der menschlichen Stimme besonders verwandt angesehen. Die Posaunen waren somit ideal dafür geeignet, Vokalstimmen in komplexen polyphonen Kompositionen zu unterstützen und wurden aus diesen Gründen bevorzugt im Zusammenspiel mit kirchlichen Vokalensembles und in geistlichen Werken eingesetzt. Diese enge Verknüpfung mit der Kirchenmusik und ihren festlich-sakralen Charakter hat die Posaune über die Jahrhunderte hinweg nicht verloren, und mit der entsprechenden Konnotation des Außerweltlichen wurde sie auch bevorzugt in der Oper eingesetzt, sei es in Monteverdis Orfeo, Glucks Alceste, oder bei Mozart in Don Giovanni und der Zauberflöte.