Voilà, nach einigen Tagen Paris mit einer musikalisch interessanten, Di Tomaso und Angel Blue, aber szenisch fragwürdigen Tosca (nach dem Konzept des kürzlich verstorbenen Audi) wieder zurück und jetzt ein wenig Zeit für Tamino.
Nachdem das Thema "Regisseure des Grauens" bedauerlicherweise geschlossen wurde, muss ich hier aktiv werden. Leider hat ein offensichtlich weitgehend humorbefreiter Moderator meine sarkastisch gemeinten Anmerkungen wie "Zensur" und "Nordkorea" dafür zum Anlass genommen und auch mich gleich geschulmeistert.
Und zu Dr. Pingel und seinem Kommentar über mich "Eigentlich würde ich ihm auch raten, sich einen bescheideneren Benutzernamen zu wählen. Zwischen seinem Titel und seinen Beiträgen gibt es eine kognitive Differenz..." Das sagt ausgerechnet jemand, der in der Musikwelt relativ blank zu sein schein, originell.
Noch zum eigentlichen Thema: In der WSO wieder einmal die "verkaufte Braut" in der neuen Inszenierung gesehen, ein Paradebeispiel eines gelungenen "moderneren" Regietheaters (Schmeding), das mit dem Libretto stimmig ist. Die Handlung ist ein Gschichtl, das man durchaus so salopp inszenieren kann. Eine der aktuell besten Inszenierungen in Wien. Herrlich, das Bärenballett im 1. Akt, die Anbetung eines Bierglases auf einem Altar, wenn der Chor über dieses Getränk phantasiert oder der letzte Akt mit einer echten Artistentruppe, hervorragend gemacht, und die musikalische Seite hält absulut mit. So hat Oper auch szenisch einen hohen Unterhaltungswert ohne Ärger.
Das kann man leider über die meisten anderen Neuinszenierungen in Wien nicht sagen, szenisch völlig missraten, wie "Luisa Miller" oder "La Clemenza de Tito", von Konwitschnys "Don Carlos", dem absoluten szenischen Tiefpunkt, ganz zu schweigen.
"Leider hat ein offensichtlich weitgehend humorbefreiter Moderator meine sarkastisch gemeinten Anmerkungen wie "Zensur" und "Nordkorea" dafür zum Anlass genommen und auch mich gleich geschulmeistert." Das war keine Schulmeisterei sondern eine berechtigte Zurechtweisung, die ich an dieser Stelle gerne warnend wiederhole. TP