Beiträge von querstand

    Das große herrliche und mir liebste Es-Dur-Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart in seiner besten Darbietung:


    Wolfgang Amadeus Mozart

    Klavierkonzert Nr. 22 in Es-Dur, KV 482
    (komponiert 1785, zeitgleich mit Die Hochzeit des Figaro. Mozart verwendet hier zum ersten Mal Klarinetten, statt Oboen, im Orchester. Zusammen mit KV 466 und 467 gehört es zu den "sinfonischen" Klavierkonzerten)

    Malcolm Bilson (Fortepiano)

    The English Baroque Soloists

    John Eliot Gardiner


    Aus der 9-CD-Box (DGG)

    Wolfgang Amadeus Mozart

    Sämtliche Klaviertrios (ohne Frühwerke)

    KV 254, 496, 502, 542, 548 & 564

    The Mozartean Players:

    Steven Lubin (Fortepiano von R. J. Regier von 1981, nach Anton Walter, Wien ca. 1785)

    Stanley Ritchie (klassische Violine)

    Myron Lutzke (klassisches Violoncello)

    Aufnahmen vom Mai 1990

    2 CDs, harmonia mundi France


    Ich habe eine ältere Auflage mit anderem Cover.

    Ludwig van Beethoven

    Sonaten für Cello und Klavier

    Peter Hörr (Cello, Jean-Baptiste Vuillaume, Paris ca. 1840)

    Liese Klahn (drei historische Pianoforte, a) Nannette Streicher, Wien 1825, b) Peter Baerwind, Hildburghausen ca. 1830, c) Friedrich Hipper, Oberweimar nach 1820)

    Aufnahme 5.-13. Juli 2018, Festsaal Stadtschloss Weimar

    2 CDs, Ars-Vobiscum

    Von Reger ist es nicht weit zu Johannes Brahms.

    In der dritten und letzten heutigen Folge von Musikhören nach Zahlen gibt es


    Sonate für Klarinette und Klavier in f-moll op. 120, Nr. 1

    George Pieterson (Klarinette), Hephzibah Menuhin (Klavier)

    Aufnahme: Januar 1980

    Philips


    Aus der 11-CD-Box:

    Brahms - Complete Chamber Music


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    Bei JPC nicht gefunden, außer in dieser der Pianistin Hephzibah Menuhin (Schwester von Yehudi) gewidmeten Box:


    Ich mache weiter mit Musikhören nach Zahlen.

    Nach Opus 120 von Beethoven nun Max Regers gleiche Opuszahl:


    Eine Lustspielouvertüre

    Bamburger Symphoniker

    Horst Stein

    Aufnahme September 1994

    Koch Schwann


    Aus dieser Box:


    Das Werk passt gut zu Beethovens Diabelli-Variationen.

    Zitat

    Alfred Brendel bevorzugte den modernen Konzertflügel. Er sah historische Tasteninstrumente oft kritisch und bezeichnete sie scherzhaft als "kastrierte Klaviere". Seiner Ansicht nach fehlte ihnen die klangliche Fülle, die dynamische Bandbreite und die Ausdruckskraft, welche die großen Meister seiner Meinung nach eigentlich intendierten.

    Brendels Kritikpunkte im Detail

    • Klangliche Grenzen: Historische Instrumente klingen leiser und oft dünner. Brendel wollte die Musik von Mozart, Beethoven und Schubert in ihrer vollen, modernen klanglichen Pracht spielen und hören.
    • Weniger Farbe: Brendel argumentierte, dass ein moderner Flügel dem Interpreten mehr Farben, Nuancen und Resonanz bietet. Er sah in der originalgetreuen Kopie der alten Instrumente oft einen Verlust an musikalischer Tiefe und Kraft.
    • Technischer Fortschritt: Für ihn war der moderne Flügel die logische und wünschenswerte Weiterentwicklung. Die Musik sollte nicht auf die Technik der Vergangenheit beschränkt bleiben.

    Alternative Perspektiven
    Viele Interpreten der historischen Aufführungspraxis (HIP) sehen dies genau andersherum. Sie argumentieren:

    • Authentizität: Komponisten wie Mozart oder Beethoven schrieben für die Klänge ihrer Zeit. Der moderne Flügel verdeckt oft diese feine, glasklare Klangwelt.
    • Balance: Auf historischen Instrumenten (Fortepiani) klingen Streicher und Bläser im Orchester ganz anders. Sie gehen im Klang nicht unter, wie es bei der Wucht eines modernen Flügels passieren kann.
    • Farbenreichtum: Befürworter historischer Tasteninstrumente schätzen deren besondere Klangfarben. Jeder alte Flügeltyp hat seinen ganz eigenen Charakter.

    So fasst Googles heutige KI-Antwort auf meine Suchanfrage "Brendel über historische Instrumente" (Auszug ohne Quellenverweise) die zwei Fronten der Diskussion, wie ich finde, ganz gut zusammen.


    Natürlich sind darin auch Fehler, siehe Absatz Balance: "Auf historischen Instrumenten (Fortepiani) klingen Streicher und Bläser im Orchester ...".

    Ich vertrete in dieser Streitfrage die Warte des musikalischen Pragmatismus (ja, der Pragmatismus ist auch eine philosophische Strömung).

    Ich halte allerdings dafür, dass beide Seiten den Respekt vor der Person und (Lehr-)Meinung der jeweils anderen Seite wahren und stets auf der Sachebene bleiben sollten,


    Ich halte die Beiträge von Dr. Holger Kaletha durchaus für bedenkenswert oder sogar inspirierend, auch wenn ich seine Positionen nicht zwingend teile oder - mangels philosophischer Grundlage - als schlüssig nachvollziehen kann.


    Wir sollten uns - zumal in einem öffentlichen Forum - nicht gegenseitig vorführen, sondern um eine sachliche Debatte bemüht bleiben und vielleicht auch akzeptieren, dass diese Frage hier wie auch unter Künstlern und in der Musikwissenschaft offensichtlich unterschiedlich beantwortet wird.


    Die Debatte hier kann - durch den Austausch von Argumenten - dazu dienen, dass jeder seine eigene Position in der Frage findet, hinterfragen oder besser begründen kann.

    Ebenfalls neu eingetroffen:


    Felix Mendelssohn Bartholdy

    Sämtliche Streichersinfonien

    The Hanover Band (auf Originalinstrumenten, wie hier bekannt sein dürfte)

    Roy Goodman (Leitung)


    Aufnahmen von 1992 / 1993


    3 CDs, RCA Victor Red Seal (seinerzeit BMG)


    Hier verlinkt die neuere Papp-Box von Sony.

    Ich habe die ältere Jewel-Box mit anderem Cover.



    Meine Box:


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    Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass dieselbe Formation auf RCA auch die vier Sinfonien Schumanns eingespielt hat. Ich habe also wieder etwas, wonach ich suchen kann (neu nicht mehr verfügbar).

    Ebenfalls seit heute im Bestand: Eine Rarität!


    Die Doppel-CD mit Peter Serkin enthält die sechs letzten Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, gespielt auf einem Fortepiano von Conrad Graf aus der Sammlung von The Schubert Club. Es handelt sich um Wiederveröffentlichungen der zuerst bei ProArte erschienenen Digital-Aufnahmen von 1984 bis 1985.

    Die Scheiben sind wohl nur bedruckte CD-Rs des Labels Musical Concepts, das Tonmaterial lizensiert von Sheridan Square Records, Nashville, TN.


    Ludwig van Beethoven

    • Sonaten Opp. 90, 101, 106 "Hammerklavier", 109, 110 und 111
    • Rondi Op. 51, Nummern 1 und 2

    Peter Serkin, Fortepiano (Conrad Graf)


    2 CDs, DDD, Musical Concepts, 2007


    Gramophone schreibt:

    Zitat

    Very stimulating. There's something so committed, so urgently experienced about Serkin's way with the music that even if certain things cause a raised eyebrow you can still shut your eyes and somehow feel the composer very close ... the recording is truthful. The playing has splendid bravura and dash to it and the instrumental sonorities in the great slow movement are revealing and occasionally sublime.

    Ich bin gespannt.


    Da bei JPC nicht gelistet:


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    Fiesco So, nun habe ich auch die 12-CD-Solo-Box aus UK erhalten. Hier spielt Jan Vermeulen ebenfalls ein Fortepiano von Nannette Streicher, allerdings eines von 1825. Das Instrument wird von Chris Maene unterhalten. Im Booklet gibt es zwei Abbildungen desselben.

    Das Solo-Klavierwerk wurde zwischen Januar 2006 und Januar 2010 im Kammermusiksaal des Lemmensinstitute Leuven (Belgien) aufgenommen. Offensichtlich sind diese Einspielungen dann nicht identisch mit den einzelnen CDs, die zuvor um 1995 auf Vanguard Classics erschienen waren.


    Franz Peter Schubert

    Works for Fortepiano

    Jan Vermeulen

    12 CDs, Et'cetera



    ~~~


    Obwohl dort immer noch gelistet, ist laut Auskunft von JPC die 7 CDs umfassende Box mit den vierhändigen Werken Schuberts leider gestrichen. Dort spielt das Duo ein Fortepiano von J.N. Tröndlin von 1825-1830. Ich hatte die Box nämlich bei JPC bestellt und bekam dann bald darauf die Absage. Gebraucht konnte ich ihrer noch nicht habhaft werden (und Preise über EUR 150 zahle ich dafür nicht).


    Diese Box habe ich also nicht:


    Franz Peter Schubert

    Complete Works for Four Hands

    Jan Vermeulen & Veerle Peeters

    7 CDs, Et'cetera


    Fiesco Hinweise auf das von Jan Vermeulen verwendete Instrument finde ich in den beiden mir inzwischen vorliegenden Schubert-CDs nur in diesem einen Falle:


    Arpeggione Sonate

    Forellenquintett


    Hier spielt Vermeulen ein Fortepiano von Nannette Streicher von 1826.


    Die Gesamtaufnahme der Solo-Werke habe ich noch im Zulauf. Mehr dazu, wenn sie mir vorliegt.

    Wie hier drüber bereits von mir angenerkt, ist es unzulässig, ausgehend allein vom mangelnden Tonumfang, in Frage zu stellen, ob der Komponist überhaupt für dieses Instrument, oder nicht vielleicht für ein zukünftiges oder zeitlos-imaginäres, komponiert hätte. Die Breite der Klaviatur ist nur ein eher nicht so relevanter Parameter von vielen, die ein Klavier auszeichnen. Man findet solche Kompromissnotierungen im Notentext für alle möglichen Instrumente, von der Blockflöte bis zur Orgel.

    Ein dem Komponisten nicht weit genug reichender Tonumfang, der sich in Kompromissen wie musikalisch unlogischer Oktavierungen im Notentext offenbart, ist kein Argument, um das historische Instrument auch im Hinblick auf alle anderen Eigenschaften wie Klang, Lautstärke, Tonausdauer, Lagencharakteristik etc. zu verwerfen.

    Man findet solche Kompromisse wegen des fehlenden Tonumfanges ja bis heute in Werken für alle möglichen Instrumente.

    Und ist die folgende Erkenntnis nicht auch auf die Klavierliteratur aus der Zeit der Hammerklaviere übertragbar?


    Die Einspielungen Sir John Eliot Gardiners der vier Sinfonien von Robert Schumann (DGG Archiv), sowie in noch viel stärkerem Maße der vier Sinfonien von Johannes Brahms (SDG), mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique lösen die bisherigen Probleme der angeblich schlechten Orchestrierung Schumanns und des angeblich bisweilen zu dichten, kaum durchhörbaren Orchestersatzes von Brahms (besonders im Eingang der ersten Sinfonie) in Luft auf, und alles ergibt plötzlich wunderbaren musikalischen Sinn. Man muss nur die Instrumente, Besetzungsgröße und Spielweise aus der Zeit der Werkentstehung konsequent anwenden, und schon sind Probleme, die sich mit modernem Orchester und überbekommener Spielpraxis ergeben hatten, wieder ad acta gelegt.

    Aus Fono Forum zitiert:

    Zitat

    Das leben wir im Zeitalter einer höchstmöglichen Authentizität, was Urtext und überhaupt den originalen Wortlaut der Partitur anbelangt, und sind entsprechend stolz darauf, all das „Romantische“ früherer Interpreten-Generationen endlich abgeschüttelt zu haben. Und dann kommt Riccardo Chailly und greift auf eigentlich schon fast Verbotenes aus dem Giftschrank zurück: auf Gustav Mahlers Bearbeitungen der vier Sinfonien von Robert Schumann. Auch Mahler war, wie so viele andere, der Ansicht, dass Schumann kein wirklich genuiner Orchestrierer gewesen sei und dass seine Orchesterwerke manchmal eher wie aufgeblasene Klavierkompositionen klingen. Entsprechend nahm er für seine eigenen Aufführungen der vier Sinfonien eingreifende Retuschen an Schumanns Partituren vor.

    Viele der originalen Holzbläser-Verdoppelungen eliminierte Mahler, in der Vierten strich er auch die Wiederholung der Exposition; in der Zweiten wiederum „romantisierte“ er Schumanns eher karge Instrumentation durch Hinzufügen effektvoller Blechbläser. Insgesamt nahm er, allein was die dynamischen Vorzeichen betrifft, in der zweiten Sinfonie 355 Revisionen und in der vierten gar 466 vor. Besonders auffallend der Beginn der ersten Sinfonie, wo die Hörner das Fanfaren-Motiv eine Terz tiefer als gewohnt intonieren und die Trompeten erst in der nächsten Phrase eine Terz höher klettern. Man mag darüber die Nase rümpfen, zumal einiges eher nach Mahler denn nach Schumann klingt. Dennoch komme ich letztlich um ein provokatives Fazit kaum herum: So gut, so klangvoll und frisch und farbenprächtig haben Schumanns Sinfonien noch nie geklungen. Zumal das Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly mit romantischer Lebendigkeit, mit hinreißender Detailgenauigkeit und enorm klangschöner Transparenz spielt.

    - Werner Pfister

    Fono Forum - Das Klassik-Magazin, April 2008, Seite 79


    Ich weiß nicht, ob alle Retuschen Mahlers wirklich mit besserer historischer Informiertheit zu rechtfertigen sind. Einige scheinen mir doch durch die spätromantische Brille geblickt vorgenommen worden zu sein.

    Interessant ist, dass die Düsseldorfer Tonhalle über eine digitale Konzertorgel verfügt (als Ersatz ab 2019 für die zu kleine und defekte Klais-Orgel). Hinter die originalen Prospektpfeifen der Vorgänger-Orgel sind Lautsprecher montiert. Es stehen Samples verschiedenster prominenter Orgeln, von Barock bis Romantik, zur Verfügung.


    Daran anschließend stellt sich die Frage, warum man nicht auch digitale Klaviere / Flügel im modernen Konzertbetrieb verwendet. An deren Qualität sollte es heute nicht mehr scheitern.


    Digitale Instrumente lassen sich gut untereinander und auf die Raumgröße hin in der Lautstärke abstimmen und können sogar - gute Samples vorausgesetzt - zumindest den Klang historischer Instrumente wiedergeben (allerdings bisher in der Regel wohl ohne Berücksichtigung verschiedener Registerzüge oder Pedale). Der moderne Pianist müsste sich anschlagstechnisch nicht umgewöhnen, könnte seinen Vortrag aber dennoch in ein authentisches Klanggewand tauchen.
    Aber diese Frage ist wohl in den Augen und Ohren Vieler Ketzerei.

    Auch wenn Manche den Konzertbetrieb totsagen wollen, findet er immer noch statt. Und die Raumgröße ist immer noch entscheidend. Ein Konzert mit dem Freiburger Barockorchester - es wurden die sechs Brandenburgischen Konzerte gegeben - war eines meiner enttäuschendsten überhaupt. Auch wenn das hintere Drittel der Plätze im Großen Saal der Frankfurter Alten Oper gesperrt bzw. nicht in den Verkauf gegangen war, war der Saal doch viel zu groß und von der Musik in den hinteren Reihen nicht viel mitzubekommen.
    Ich habe im Rahmen kleiner regionaler Alte-Musik-Festivals schon viele tolle HIP-Konzerte im gemütlichen Rahmen angemessen großer Räume - oft kleinere Kirchen- oder Klosterräume oder Rathaussäle - erleben dürfen.
    Eines meiner nächsten anstehenden HIP-Konzerte - Mahan Esfahani spielt im Rahmen des Bachfest Leipzig aus Bachs Clavierübung - findet in einem Fest- oder Speisesaal eines Hotels (Salles de Pologne) statt, zu ungewöhnlich später Zeit (22:30 Uhr).

    Wenn ich eine barocke Triosonate spielen will, für welche der Komponist die Besetzung aus flauto dolce oder flauto contralto (Alt-Blockflöte), Violine und basso continuo vorgegeben hat, dann muss man schon schauen, ob mit einer Bestzung der BC-Gruppe mit modernem Klavier und Violoncello nicht die Balance zu den zwei Soloinstrumenten, insbesondere der Blockflöte aus den Fugen gerät. Wenn man kein Cembalo hat, könnte eine Truhenorgel das geeignetere Tasteninstrument für den Generalbassosten sein. Oder man spielt den Blockflötenpart auf der modernen Querflöte. Dann kann der Flötist auch mit dem modernen Klavier mithalten.

    Und Kammermusik war noch nie für große Säle und wird auch heute noch stets in kleineren Kammermusiksälen dargeboten. Fast jedes Konzerthaus hat einen großen Saal und einen Kammermusiksaal.

    Für das sechste Konzert - nur für die Violen-Gruppe - bietet sich ein Vergleich mit der Akademie für Alte Musik (siehe oben) und dem hr-Sinfonieorchester an. Gleiches Setting, wie zuvor. Mitschnitt vom 28. März 2025. Dirigent: Maurice Steeger.


    Mit gefällt der Mitschnitt des hr noch deutlich besser, als der mit der AfAMB. Der Klang des hr-Sinfonieorchesters hat mehr Körper und Tragkraft, mehr Wumms, vielleicht, weil hier moderne Bratsche (statt Violone) und Violoncello (statt Gambe) zum Einsatz kommen. Die AfAMB klingt dagegen etwas fragil.


    Man kann sich ja gar nicht satt hören an den Brandenburgischen. Ergänzend zu den bereits oben verlinkten Videos mit dem HR-Sinfonieorchester, nun hier der Mitschnitt von dessen fulminanter Darbietung des fünften Konzertes vom 28. März 2025 aus dem HR-Sendesaal.

    Wieder mit Maurice Steeger am Dirigier-Pult, mit Sebastian Wienand am Cembalo. Das Instrument ist von Detmar Hungerberg.



    Gibt es Begeisternderes?


    Schade, dass es diese Aufnahmen nicht auf CD gibt. Der HR hat sein eigenes Label hr-musik.de ja leider eingestampft.

    Die Akademie für Alte Musik Berlin mit Isabelle Faust, Antoine Tamestit, Kristian Bezuidenhout u.a. spielen das sechste Konzert, ein Violen-Gruppen-Konzert für zwei Violen, zwei Violoncelli, zwei Viola da Gamba und basso continuo. Qua Einzelbesetzung musizieren hier nur sieben Musiker.



    Gerade entdeckt, weil ich mir diese tolle Box mit 8 CDs und 1 DVD bestellt habe, in denen auch die sechs Brandenburgischen enthalten sind (vorher schon als Doppel-CD veröffentlicht, hier nun zusammenfassend mit den Sonaten und Partiten für Violine solo, den Sonaten für Violine und konzertierendes Clavier, den Violinkonzerten und weiteren Werken):



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    Zitat

    In my opinion, all things considered, Gielen’s is now the most consistently satisfying Beethoven symphony set available, from any era...A firm sense of the work’s architecture, or structural integrity, is always juxtaposed with an absolute treasure trove of surprisingly rendered inner detail.

    ... ist auf MusicWeb 2013 zu lesen.

    Gut möglich, dass ich mich bald dieser Meinung anschließe. Was sollte dagegen sprechen?

    Es gibt einfach zu viele "beste" Gesamtaufnahmen der neun Sinfonien. Diese ist ganz sicher eine von denen. Sie beschreibt einen guten Mittelweg zwischen Originalklang-Purismus und romantischer Tradition und könnte daher eine breite Hörerschaft überzeugen.


    Vielleicht der letzte Beethoven-Zyklus, den ich mir kaufe. Ich habe eigentlich schon genug.


    Ludwig van Beethoven

    Sinfonien 1-9

    Michael Gielen, Sinfonieorchester des SWR Baden-Baden

    Box mit 5 CDs, Hänssler Classics.


    Man muss beim Lesen des Notentextes immer die Instrumente aus der Zeit des Komponisten und bekannte Spielpraktiken sowie Gepflogenheiten der Notation (was wurde nicht notiert, aber allgemein vorausgesetzt?) aus der Zeit im Kopf haben.

    Besonders einleuchtendes Beispiel: Skordatur, z.B. bei den Rosenkranzsonaten Heinrich Ignaz Franz Bibers (Skordatur: das Instrument wird ungestimmt, um bestimmte Akkorde oder Tonarten leichter spielbar bzw. greifbar zu machen. Die Notation gibt die Griffe vor; die erklingenden Töne ergeben sich aus der Umstimmung).

    Gerade bei historischen Klavieren muss man berücksichtigen, welche Register und Pedale üblich waren. Da deren Einsatz oft nicht notiert ist, sind entweder Forschungsergebnisse oder, in Ermangelung solcher, Einfühlungsvermögen gefragt.