Beiträge von Ingrid

    Lieber Stefan,


    bin leider noch weit davon entfernt, eine Karte für den Mai zu haben. Ich werde jetzt demnächst bestellen und wenn ich kein Losglück habe, es auch beim Vorverkauf versuchen. Im Januar wird dann ja schon für die Festspiele angestanden, aber da habe ich nicht viel Hoffnung auf eine Karte, denn wohl letztmalig wird dann Uusitalo diese Paraderolle singen und der Ansturm auf die Karten ist ja jetzt schon gewaltig. Es stimmt wirklich, was Mucaxel schrieb, dass der Holländer zum Besten gehört, was man seit langer Zeit gesehen hat.


    Wie wäre es, wenn Du eine S-Bahnstation ansteuern würdest, denn der MVV ist ja im Kartenpreis enthalten und man spart sich das teure Parkhaus oder die Parkplatzsuche.


    Herzl. Gruß
    Ingrid

    Lieber Stefan,


    von Ingolstadt nach München ist es ja nicht ganz so weit und der Holländer nicht lang, da ohne Pause. Man kommt also gut wieder zurück. Ich persönlich kann Dir diesen Holländer, von Konwitschny inszeniert, nur wärmstens empfehlen. Ist inzwischen meine absolute Lieblingsoper. Freue mich auch aus diesem Grund jetzt schon auf den Mai.


    LG Ingrid

    Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Ich selbst war strikt für Originalsprache, bis ich den Berliner Don Giovanni gesehen habe. Da ist mir klar geworden, dass das ein völlig anderes Theatererlebnis ist Dort hat man auch tatsächlich praktisch jedes Wort verstanden. Seitdem bin ich der Ansicht, dass man zumindest bei manchen Opern die Publikumssprache ernsthaft in Betracht ziehen sollte.


    Da bin ich vollkommen Deiner Meinung, auch wenn es bei mir nicht der Don Giovanni war, der mich umstimmte, sondern Figaros Hochzeit und dann kamen noch einige andere Opern dazu. Das ist halt auch die Stärke der KOB, dass sie erst einmal excellente Übersetzungen haben und darauf achten, selbst bei Umbesetzungen, dass die deutsche Sprache immer gut und textverständlich ankommt, auch wenn es keine deutschen SängerInnen sind. In der ausgeprägten Form gibt es das wohl selten.


    Inzwischen werden in der BSO ja auch deutsche Opern übertitelt und da gab es dann das Kuriosum beim Holländer, dass der Steuermann brav seinen, zugegebenermaßen zweideutigen, aber so von Wagner vorgegebenen Text sang (noch dazu sehr textverständlich) und es in der Übertitelung die "brave" Version gab, was dann natürlich ein noch größeres Gelächter provozierte. Jetzt bin ich schon auf die nächste Serie gespannt und wie diese Passage dann geregelt wird.
    Meine Grüße kommen jetzt schon mit Böllerschüssen unterlegt.... hört Ihr es? ;)

    Lieber Padre, Du (Entschuldigung, dass ich Dich vorhin gesiezt habe) schiebst Dich doch nicht in den Vordergrund. Ich finde es super, dass Du vom Münchner Billy Budd geschrieben hast, auch wenn Du nicht ganz so euphorisch wie ich warst. Konnte diesen Eindruck inzwischen ja auch leichter vertiefen, denn mein Weg zur BSO ist nicht ganz so weit.


    Danke auch an Marc für den Hinweis auf Peter Grimes und die nette Begrüßung. Habe schon von einigen Bekannten gehört, dass er ähnlich spannend und gut wie BB sein soll. Ich bin auch ganz Deiner Meinung, dass Britten mehr ins Repertoire gehörte. Muss ich mich mal bei den DVDs nach seinen Werken umschauen.

    Danke für das Willkommen. Muss mich natürlich hier erst einlesen und werde dann bestimmt auch sehr von Ihren Mozart-Kenntnissen profitieren.


    Wenn ich zu viel Wagner konsumiere, dann wird das bei mir "gefährlich" ;). Selbst Mozart kam nach einer intensiven Phase bei mir nicht mehr so an und das wollte ich auf keinen Fall. Versuche also, mich nach Möglichkeit nicht zu sehr zu spezialisieren und offen für andere Klangwelten zu bleiben. Britten hat mich deshalb wohl voll erwischt. LG

    Hier ein Link zur Mediathek der BSO. Da kann man sich auch ein Kurzvideo von Billy Budd anschauen, um einen kleinen Einblick zu bekommen. LG Ingrid


    "http://www.bayerische.staatsoper.de/570--~kosmosoper~search_video.html

    Zitat

    Original von Padre
    Nun bin ich kein Brittenkenner. Habe aber den Eindruck gewonnen, dass es für die Sänger sehr schwer sein muss, die Partien fehlerfrei zu singen.Es war durchaus ein Erlebnis.
    Viele Grüße
    Padre


    Der Bericht über Billy Budd hat mich bewogen, mich hier bei Tamino anzumelden (und bin sogar frei geschaltet worden, danke).


    B.B. war auch meine erst Oper von Britten und eigentlich zog es mich nicht rein (Kriegsschiff, Matrosen mit Stöckelschuhen wollte ich nicht sehen), aber ich bekam eine ganz tolle Probenkarte geschenkt und dann war es wirklich von der ersten Minute an um mich geschehen. Wenn ich nur an die Matrosen denke, die sich hinter dem Gazevorhang zusammengerottet hatten und dann diese helleTenorstimme von Captain Vere, der auf der Brücke stand und sich, viele Jahre später, an die Zeit auf der Indomitable zurück erinnerte. Die Gänsehaut verließ mich während der ganzen Oper nicht mehr und am Ende, als Billy am Mast hing und über sein Leben nachdachte und wie es enden wird und als er dann noch sang:" Macht mir jetzt nichts mehr aus, das Hängen, das Vergessenwerden, das Versinken im Tang. Macht jetzt nichts mehr. Ich bin stark, und ich weiß es, und stark werd ich bleiben, das ist alles und das genügt" (natürlich auf Englisch), da weinten auch starke Männer um mich herum und bestimmt keiner dachte an Lärm oder falsche Töne, man wurde mitgerissen von dieser Musik, der Inszenierung, den wunderbaren Sängern.


    In der Premiere war Billy Nathan Gun und Claggart John Tomlinson, der auch im Februar wieder die Bosheit in Person verkörpern muss. (Habe gerade gesehen, dass der Vorverkauf ja schon begonnen hat, da muss ich ja sofort wieder bestellen). Die tragende Rolle, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er schleppt diese muskelbepackten Männer (Gunn/Maltman) weite Strecken, ist für mich John Daszak, obwohl ich eigentlich sonst immer mehr für Baritonrollen bin. Seine Stimme fasziniert, weil sie schön und stark rüberkommt und ideal für diese Rolle passt, da er als Vere eigentlich ein guter Mensch ist und trotzdem hart gegen sich selbst und vor allem Billy gegenüber sein muss, den er mehr liebt als er sich eingestehen will. Diese innere Zerissenheit spürt man körperlich, da er wirklich in dieser Rolle aufgeht. Herr Uusitalo sagte z.B. am Bühnenausgang, ich spiele nicht den Holländer, ich bin er auf der Bühne, sonst würde ich nicht glaubhaft sein können, und das Gefühl habe ich bei Daszak auch und bei den meisten anderen Sängern in dieser Produktion ist es ähnlich. Wirklich eine grandiose Mannschaft. Billy Budd kann ich wirklich nur empfehlen.
    Wünsche eine gute Nacht
    Ingrid