Beiträge von m-mueller

    nach längerer Zeit mal wieder ein Eintrag:


    Francesco Maria Veracini (1690 - 1768) wurde im Thread der Barockkomponisten erwähnt, aber es lohnt sich ein genaueres Hinschauen, bzw. -hören. Mir persönlich gefällt ein Stück ganz besonders gut: die Sonate Accademiche Op. 2, Nr. 12


    Es gibt eine ganze Reihe von Einspielungen bei youtube, ich möchte aber nur das am meisten funkelnde Highlight vorstellen, die Chaconne (4. Satz), gespielt von Fabio Biondi, Violine (5:40 min).


    Ich meine, Bach war bedeutend, weil er die wohltemperierte Stimmung bekannt gemacht hat.


    Links Meinung, rechts Argument. Ich meine, weil: die Meinung bezieht sich auf das Argument.


    Ob sie jetzt auch das Argument beinhaltet oder nicht, das ist in der Tat eher eine Frage für die Sprachwissenschaftler. Ich bin da leidenschaftslos, meine mengentheoretische Überlegung mag ungenau sein.

    Aber ob diese Unterschiede im längerfristigen Hören Bestand haben erweist sich eben erst bei längerfristigem Hören verschiedener Musik.

    Das hat aber nun wenig mit der Tatsache zu tun, daß es sich um einen Blindtest handelte, sondern damit, daß die Anlage offenbar auf Effekt gezüchtet ist, der dann auch kurzfristig zu überzeugen vermag (der klassische "Super"-Baß, resp. die gedrückte Loudness-Taste). Langfristig nervt das nur, weil es nicht natürlich ist.


    Alles keine Frage von Blind vs Sehen, sondern von kurz- vs langfristig.

    Das Verhältnis dürfte diffiziler sein: typischerweise wird einer Meinung keine Beweiskraft zugeordnet, einem Argument schon eher, es sei denn, es handelt sich um ein billiges, fragwürdiges, umstrittenes oder Schein-Argument, oder ähnlichen Abqualifizierungen der Aussagekraft des Arguments.


    Zur Untermauerung einer Meinung wird man Argumente benutzen, es gibt also Argumente, die Bestandteil von Meinungen sind, das wäre die Schnittmenge.


    Ebenso gibt es Argumente unabhängig von Meinungen, sowie Meinungen, die nicht argumentgestützt sind. Mengentheoretisch würde ich von 2 durchaus stark überlappenden Kreisen ausgehen.

    Es kommt auf Zufriedenheit aber entscheidend an. Hifi ist ein Hobby und keine Wissenschaft. Wenn die Beweisbarkeit wichtiger ist als die Zufriedenheit, ist das unpragmatisch und ideologisch irrational.

    Klar, das Auge hört mit, ebenso das Portemonnaie. Was teuer ist und auch so aussieht, MUSS besser sein als die Billigkisten aus dem Hifi-Ramschladen.


    Ist es aber nicht.


    Der technische Fortschritt hat dazu geführt, daß PCs von 2000 bis jetzt ungefähr um den Faktor 1000 leistungsfähiger geworden sind, bzw. es ca. 1000 mal mehr Bang pro Buck gibt. Das hat sich natürlich auch bei anderen Elektronik-Komponenten analog entwickelt.


    Ich habe mir gerade eine neue Soundkarte gekauft, weil die alte öfters mal stehen blieb, kostet die Hälfte, hat aber einen um 20 dB höheren Dynamikbereich (was man wohl eh nicht mehr hört) und ist wesentlich kleiner (keine Cinch-Anschlüsse mehr, sondern 3,5-Klinke). Könnte, wenn man wollte, 7.1-Sound ausgeben, die alte konnte nur Stereo. Hört sich klasse an, sieht aber nach nix aus. In einem Blindtest wäre sie Sieger, sonst wohl nicht.


    Ansonsten, lieber Holger, ist es gerade andersrum als Du oben postulierst. Wenn Zufriedenheit wichtiger ist als Beweisbarkeit, wenn man also GLAUBT, daß es sich besser anhört, WEIL man es glauben WILL, obwohl man es besser wissen könnte, dann ist das irrational.

    Neuester Auswuchs: Ein hoher Thüringer Beamter hat vorgeschlagen, weiblichen Menschen und denen, die das gerne wären eine neue Bezeichnung zuzuordnen - Menschen mit Uterus. Es ist nicht zum Lachen und nicht zum Heulen. Es ist Realität.

    La Roche

    Hab ich da was nicht mitgekriegt? Seit wann haben Leute, die gern Frauen wären, aber keine sind, einen Uterus??

    Da unser Rechtsstaat die künstlerische Freiheit in den Grundrechten verankerte, hat man die unterschiedlichen Wege in der Gestaltung zu akzeptieren.

    Alles in Ordnung, solange man keinen Etikettenschwindel betreibt.


    Eine Regietheather-Oper ist eben nicht "Die Zauberflöte", sondern allenfalls ein "Singspiel, entfernt angelehnt an Die Zauberflöte, unter weitgehender Verwendung der Musik von W. A. Mozart".

    Jeff Beck, der vor wenigen Tagen gestorben ist, und den ich so gut wie nicht auf dem Radar hatte, weil ich mich wenig um elektrische Gitarren gekümmert habe, der aber dennoch unglaublich gut war, erhält eine posthume Anerkennung von einem der ganz großen der akustischen Gitarre: Tommy Emmanuel


    Cause we´ve ended as lovers


    Jonathan Pacey, seit 2015 der Bass des Ensembles, ist ersetzt worden durch Dominic Carver, hier zum erstenmal zu sehen und zu hören.


    Franz Schubert, Liebe


    Barnaby Smith hampelt schon mal ein bißchen rum, aber insgesamt scheint er ein guter Dirigent zu sein.


    Thomas Tallis, O nata lux



    Großartiger Komponist, toller Chor, feine Akustik, gute Aufnahme - was für ein gelungenes Stück! Aber warum sieht man keine Mikrofone?

    Donnerschlach, Holger!


    Ich bin mal komplett und vollständig einer Meinung mit Dir !


    Außerdem (großes Lob!) entbehrt der Beitrag in Gänze der ansonsten so hervorstechenden Unverständlichkeit, die meist eines Deiner Markenzeichen ist (was Du aber wohl mit den allermeisten Philosophen teilst).


    Jedenfalls kann ich mich nach diesem Beitrag entspannt zurücklehnen in der Meinung, das Regietheater nun im Wesentlichen verstanden zu haben.