Beiträge von m-mueller

    Als Threadstarter werde ich dem Vorschlag, Piazzolla den "modernen Komponisten" zuzuordnen, nicht zustimmen.


    Er selbst hat sich NICHT als moderner Komponist gesehen, sondern als Komponist argentinischer Tangomusik. Lest einfach mal den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia.


    Und Tango hat sehr viel mehr mit Jazz zu tun als mit "moderner Klassik".

    John Dowlang - Come again



    der Eindruck verfestigt sich: gute Einzelstimmen, aber der Gesamtklang läßt zu wünschen übrig, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Lautstärken, aber auch, weil die Stimmen irgendwie nicht zusammen zu passen scheinen. Ich würde das Ensemble jedenfalls nicht für meine Geburtstagsfeier verpflichten.

    Louis Bonfa, Manha de Carnival, Xuefei Yang



    Diesen Klassiker habe ich ja schon des öfteren referenziert, hier ist es aber eine speziell träumerische Interpretation.

    Ich halte es ähnlich wie Thomas Sternberg. Ich muß Musik nicht verstehen, damit sie mir gefällt.

    Wenn sie mir gefällt, ist Verstehen möglicherweise eine Extra-Dimension, ein Sahnehäubchen.

    Musik, die mir nicht gefällt, verstehen zu wollen, wäre Zeitverschwendung.

    Da sich Geschmack (ab und zu und langsam) auch wandelt, kann es aber sein, daß ich von Zeit zu Zeit zu Neubewertungen komme.


    Ich lerne dennoch gern anderes kennen, insbesondere Musik, die ich noch nicht kenne oder entsprechenden Interpretationen. Das kann ja besser sein als das, was ich kenne. Hier im Forum habe ich schon ganz viele Anregungen erhalten, insbesondere von Leuten, die ich als "geschmackskompatibel" bezeichnen würde und habe vielleicht auch die eine oder andere Anregung geben können.


    Leute, die völlig anderer Ansicht sind, will ich nicht missionieren, ich möchte allenfalls verstehen, ob eine Annäherung möglich ist. Aufgrund zahlreicher recht unfruchtbarer Diskussionen mit manchen Leuten hier bin ich aber inzwischen vorsichtig, mich da allzu sehr zu engagieren.

    Lieber Pingel, dann mußt Du mir nochmal Deine Einteilung näher erklären.


    Unter Vokalpolyphonie verstehe ich auch Kompositionen, die nicht a capella komponiert sind (Bach, Händel, Vivaldi) oder romantische a capella-Kompositionen (Howells), also weit nach Renaissance und Barock. Beschränkst Du denn den Begriff der "Vokalpolyphonie" auf die prima prattica?

    Hier ist eine sehr viel anders (und voller) klingende Laute mit dem Präludium - würde die Gitarre immer noch vorziehen, aber das ist eng. Jose Miguel Moreno spielt.


    Meines Erachtens klingt die 13-saitige Gitarre auch besser als eine ähnlich besaitete Laute - aber das ist wohl Geschmackssache. Eric Dickerson mit der Allemande


    wenn es hier so gesittet zugeht, wie oben, habe ich nichts dagegen, wenn in diesem Thread auch (zustimmende - notfalls auch kritische) Anmerkungen erfolgen.


    Ich finde es gut, daß es hier einen safe haven gibt, aber ich speziell brauche ihn jetzt nicht so dringend.


    Oder anders: ich kriege schon wenig genug Reaktionen in meinen anderen Threads, da freut es mich, wenn wenigstens hier wer schreibt. Und Pingel darf sowieso!

    Wenn ich den Doktor richtig interpretiere, hat er als Verursacher der jeweiligen Pein nicht so sehr den Komponisten, sondern den jeweiligen Dirigenten verortet.


    Und in der Tat handelt es sich bei dem als Recording of the Century apostrophierten Werk (Klemperer) um zu großen Bombast, der in recht krassem Gegensatz zur schlanken Interpretion von BWV 150 durch Voces8 steht. Furtwängler zeichnet sich andererseits durch extrem schlanke Interpretation hinsichtlich der Hertz-Bandbreite aus, fehlen doch sowohl Bässe als auch Höhen - und die Mitten sind speziell dumpf, wie es sich für eine wirklich gereifte Aufnahme gehört.


    Daß man durch solch Klangmagie einen anaphylaktischen Schock erleiden kann, erscheint mir plausibel. Möge unser Pingel immer genügend Bier als Antidot dabeihaben.