Beiträge von m-mueller

    Denke bei barocken Orchestersuiten vor allem an Concerti grossi von A. Scarlatti, Albinoni und vor allem Händel. Gibt es da eine Abgrenzung? Und wozu gehören systematisch die Brandenburgischen Konzerte? Oder diejenigen von Vivaldi?


    Und wenn die Antwort lauten sollte "französischer resp. italienischer Stil", woran kann man dann die Stilunterschiede festmachen ?

    Ist doch schön, daß ein ausgesprochener Mozartianer wie Sakow mit einem Barockie wie mir mal ein paar Gemeinsamkeiten hat :]
    - Requiem - kann ich auch dreimal hintereinander hören, vielleicht mal abgesehen vom Tuba Mirum (zu wenig Chor) und dem Agnus Dei (zuviel Süßmayr) - ansonsten gibt es im Stück gleich mehrere "Gänsehautstellen"
    - Sinfonie Nr. 40, 1. Satz - logo
    - Königin der Nacht - auch logo, man hört das Stück schnell noch ein zweitesmal, um sich davon zu überzeugen, daß sie tatsächlich die Höhen nochmal schafft :D
    - Auch die Heiligen Hallen kann man sich zweimal reintun
    - und natürlich taram taram taram tam tam tam tam...Eine kleine Nachtmusik

    gegen horrende Preise der Verlage gibt es inzwischen mindestens zwei probate Mittel: Ebay und Amazon:


    - bei Ebay gibt es häufig gebrauchte CDs für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises (bei Schallplatten kauft man in der Regel auch ein paar Knackser dazu)
    - bei Amazon gibt es die offiziell gelisteten Nebenanbieter (z.B. Caiman America), die zum Teil 70% unter dem deutschen Listenpreis bleiben. Hab schon häufiger da gekauft, keinerlei Qualitätsprobleme ausgemacht.

    man höre einfach nur einmal Jacques Loussier, um festzustellen, daß Barock und Jazz sich gegenseitig in ganz großartigem Maße befruchten können. Und neben Lousiier gibt es viele weitere Jazz-Musiker, die klassische Themen intonieren, etwa die erstaunlichen Swingle Singers, oder selbst der große Oscar Peterson - da gibt es kein Feind-Verhältnis.


    Ich habe jedenfalls in den letzten Wochen fast so viele Jazz-CDs gekauft wie Klassik-CDs und ich spiele sie nöch öfters ab.

    ehhh - noch was - natürlich gibt es tolle Mozart-Stücke - z.B. das Requiem oder die Symphonie 40... (gg - das ist die Narrenfreiheit des Banausen) - oder einiges aus der Zauberflöte, der einzigen Oper, die ich mir freiwillig antun würde - und es gibt ein paar Klavierstücke, Hornkonzerte etc. - also im weitgehend öden Mozart -Meer gibt es die eine oder andere interessante Welle....


    genau das ist mein Problem - was hab ich noch nicht entdeckt, das mir gefallen KÖNNTE ?

    Meine Referenzaufnahme für Orgelwerke - sozusagen die beste Orgel-Aufnahme von allen - ist von einem Billig-Label: Miklos Spanyi spielt an einer Silbermann-Orgel, leider wird nicht erkennbar, welche - die Dorische Toccate und Fuge d-moll, BWV 538


    Klangqualität : 10
    Interpretation: 10

    was die Clusteranalyse angeht, hätte ich damit kein Problem, wir haben SPSS hier an der Hochschule :D (ich hoffe, ich verstoße gerade nicht gegen ein Dutzend Lizenzauflagen) - die 100 Stücke umfasssende Liste wäre sehr viel schwieriger; sie zusammenzustellen und dann auch von einer nennenswerten Hörerschaft anhören zu lassen, ohne daß es für den Einzelnen dahingehend ausartet, daß er sich 50 neue CDs kaufen muß, wäre die eigentliche Herausforderung

    genau; Barezzi, darum geht es doch - um das Entdecken.


    Meine Ohren sind nun mal vor allem barockkompatibel - Verzeihung: spätbarock (möchte mich doch als begrenzt lernfähig outen :D).


    Es gibt viel mehr Stücke aus den nachfolgenden Epochen, die ich nicht mag, als solche, die ich mag, aber es gibt sie durchaus. Vielleicht finde ich hier ja den einen oder anderen, der meinen doch nicht ganz soo exotischen Geschmack teilt, und mit dem ich dann Tips austauschen kann, die mit einer etwas größeren Erfolgswahrscheinlichkeit behaftet sind, als wenn sie von jemandem kommen, der vor allem Alban Berg oder.... hört - puhh, man traut sich kaum noch, was zu sagen, sofort hat man auf mindestens 20 Füßen Tango getanzt.


    Meine Intention ist es durchaus nicht, einen kompletten Überblick über die klassische Musik zu erhalten, dafür sind sowhl meine Finanzen als auch insbesondere meine Zeit zu begrenzt, nicht einmal, allen oder auch nur einigen Komponisten "gerecht" zu werden, ich brauche nur ein paar Buddies, die mir sagen, hör Dir doch mal den soundso an (na, werde ich nicht schon etwas diplomatischer??) und die Empfehlung paßt. Und vice versa.


    Also sozusagen Entwicklungshilfe im Entdecken.


    Insofern finde ich solche Listen á la Bach, Händel, Albinoni recht zielführend, sie müssen allerdings noch erweitert werden um entsprechende Stücke-Listen, irgendwie muß man ja den Buddy-Affinitätsgrad feststellen. In der Marktforschung würde man jetzt eine Clusteranalyse machen, um grob oder weniger grob "Geschmacksrichtungen" festzustellen.


    Also mal so ins Blaue gesprochen: man macht eine "Standardliste" von 50 oder 100 Stücken, jeder, der ähnliche Intentionen hat, hört sie sich an und bewertet die einzelnen Stücke mit Schulnoten - schon kann man vermutlich grundsätzliche Hörertypen herausfiltern. Wurde vielleicht ja bereits von der einen oder anderen Uni gemacht, liegt irgendwie nahe...


    ansonsten: Lust auf ein kleines "Forschungsprogramm" ?

    man muß wohl einige Dinge mal wieder auf die Füße stellen - all die vielen Komponisten - nehmen wir zum Beispiel Fasch und Heinichen - die heute weitgehend unbekannt sind, haben gute bis ziemlich gute Barockmusik geschrieben - Gebrauchsmusik für die Fürstenhäuser, Tanzsätze zur Unterhaltung und zum gesellschaftlichen Beisammensein, sozusagen altbackener Pop - tatsächlich sind die meisten dieser Komponisten - und es gibt noch dutzende mehr dieser unbekannten, vergessenen Kapellmeister, und das waren sie ja auch im wahrsten Sinne des Wortes - Meister einer fürstlichen oder fürstbischöflichen Kapelle - und wie bereits treffend ausgeführt wurde: davon gab es reichlich - mehr oder weniger austauschbar, ordentliche Handwerker ihres Genres, nicht sonderlich schlecht und auch nicht gerade sonderlich gut. Ich habe reichlich Heinichen und Fasch gehört; die immer wieder von seiten der Universalisten (will mal den Lullisten in diese Kategorie-stecken) vorgetragene Vorwurf, die Bachfans hätten schlicht keine Ahnung und sich eben NUR mit Bach beschäftigt, ist völliger Blödsinn.


    Telemann hab ich noch viel häufiger gehört - und finde ihn laaaangweilig.


    Bach kann ich jederzeit erkennen, zumindest in den Instrumentalwerken, ich gestehe, daß ich von seinen Kantaten noch nicht 1/3 durchgearbeitet habe, die sind ja auch so eine Auftragsmusi, es wurde erwartet, daß er für jeden Sonntag im Kirchejahr eine schreibt, was soll denn dann da rauskommen, laufend der geniale Entwurf ???


    Auch Händel ist erkennbar und in seinem Stil VÖLLIG anders als Bach, nichtsdestotrotz fast gleich großartig, eine Genie über der Zeit.


    Zu den Bachsöhnen muß man gar nicht viel sagen, sie sind kein Barock und gehören nicht zu diesem Thema.


    Wenn ich irgendwelche Barockmusik im Autoradio höre, geht der Finger auch hin - aber nur, um sie lauter zu stellen, Barock, egal von wem, ist meisten zumindest nicht schlecht.


    Aber genial, epocheprägend, unverwechselbare Meister ihres Stils waren dann doch nur wenige, sicherlich weniger als zehn. Und Bach, Händel und Albinoni sind die ersten drei.

    nicht gerade Requiem, aber das wird es in der anglikanischen Kirche ja wohl auch nicht gemäß der festen Gliederung der katholischen Kirche geben: kennt jemand Funeral Anthems? z.B. Funeral Anthem for Queen Caroline, Händel, HWV 264

    Gould (hab zumindest alle seine Bach-Einspielungen)


    Dubravka Tomsic (sie hat früher viel - u.a. Bach - für ein Billiglabel eingespielt - arme Doktoranden konnten sich damals keine DGG-CDs leisten - , ich fand ihren Stil immer sehr angemessen, zumindest in Bezug auf Bach, keine übertriebenen Phrasierungen, gutes Tempo, differenziertes Spiel - habe leider in letzter Zeit wenig von ihr gehört)


    Alexis Weissenberg (hohe Virtuosität)


    Andrei Gavrilov (meine Lieblingseinspielung der Goldberg-Variationen, bleibe auch nach dem Konsum der umfangreichen Kritiken daran dabei)


    Nikolai Demidenko (seine Interpretation der h-moll-Sonate von Liszt ist klang- und ausdrucksstark, virtuos und interessant, da kann man sich sogar als Bach-Fan mal Liszt reinziehen)

    - Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 (arrangiert von Busoni)
    - Präludium h-moll aus dem kleinen Bücklein für Wilhelm Friedemann Bach, transkribiert von Siloti, aber nur von Weissenberg gespielt, die Stadtfeld-Version ist viel zu gehetzt, da kommt keine Einsamkeit, Verlassenheit oder Traurigkeit auf.

    Rotel RCD 865


    als Vorverstärker Rotel RC 980 BX


    als Verstärker Classé Audio twentyfive


    als Boxen ALR Nummer 7


    mag keine Kopfhörer, habe meine Sennheiser HD 580 (klasse Klang) an meinen Bruder verschenkt, weil ich sie nie benutzt habe

    Zitat

    Wer kein gläubiger Christ ist, dem erschließt sich regelmäßig die religiöse Ebene zB der MP oder Pärts Chormusik nicht. Da gibt es auch nichts zu beweisen, denn (frei nach Ignatius von Loyola) dem Gläubigen braucht man diese Aussage nicht zu beweisen, dem Nichtgläubigen kann man sie nicht beweisen.


    tautologischer geht´s nicht. Man hätte auch sagen können: Kräht der Hahn auf dem Mist....


    Ein Scheich hat das mal so ausgedrückt: Man braucht keine Bücher! Steht dasselbe drin, wie im Koran, dann sind sie überflüssig. Steht was anderes drin, sind sie gefährlich.

    stimme Dir zu, Rappy, zumindest was Telemann angeht. Hab auch kaum Zugang zu ihm, wenig wirklich Überzeugendes gehört (Ausnahmen: Sonaten für Flöte und Cembalo).


    Im anderen Punkt widerspreche ich jedoch heftig: Händel ist aus meiner Sicht fast so bedeutend wie Bach, er und Tommaso Albinoni verkörpern für mich die glänzende Seite des Barock, gute-Laune-Muusik im besten Sinne des Wortes - höre jetzt gerade die Albinoni Ca5 op. 5, kann miich aus jedem Stimmungstief rausholen, war die Musik, die mir morgens vor den entscheidenden Klausuren im Examen Gelassenheit und Abstand gab.


    Und Händel hat sooooviel gute Musik geschrieben, da gibt es insgesamt kaum etwas Schwaches. Vor allem aber die Chandos Anthems und die Coronation Anthems.


    Auch Domenico Scarlatti, Pergolesi, Pepusch und Fasch, um nur einige zu nennen, sind bedeutende Komponisten mit zum Teil großartigen Werken.


    Etwas differenzierter wird man wohl Vivaldi sehen müssen, in seiner Rolle als Musiklehrer in einer Mädchenbildungsanstalt ging es ihm zwangsläufig weniger häufig darum, gute Musik zu schreiben, als darum, etwas für seine Schüler Aufführbares zu produzieren. So hat er dann neben sehr hörenswerter Musik auch eine Menge Dinge produziert, bei denen man tatsächlich Probleme mit der Unterscheidbarkeit bekommt.

    was genau ist Crossover?
    - Bach´sche Übernahme buxtehud´scher Motive?
    - Transkriptionen ?
    - wenn Keith Jarett das WTK einspielt? Oder als er das Köln Concert spielte?
    - Jacques Loussier in Play Bach ?
    - wenn Andrea Bocelli Vangelis singt?
    - oder sich der alternde Ian Gillan an Nessun Dorma versucht ?
    - John Lord´s Concerto for Group and Orchestra ?
    - Simon and Garfunkles "American Tune" (recht deckungsgleich mit "Oh Haupt voll Blut und Wunden")
    - Oder das nur noch rudimentär erkennbare Air in Procol Harum´s "A whiter shade of pale" ?

    ich bin gar nicht so kulturpessimistisch - daß sich Kinder nicht mehr konzentrieren können, kann ich nicht bestätigen, die sausen durch die äußerst komplexe World-ofWarcraft-"Welt" hindurch wie nichts, organisieren Mehrpersonenkämpfe gegen Drachen, reden dabei per Headset mit den Mitkämpfern, schieben die ihnen zur Verfügung stehenden Ausstattungsgegenstände herum und amüsieren sich bestens in einer Umgebung, in der ich mir nur noch die Finger brechen würde. Kinder können heute vieles nicht mehr, zum Beispiel Rechtschreibung, aber das scheint ja auch nicht mehr so überlebenswichtig zu sein. Akzeptieren wir es: the times, they are changing.


    Und danach beurteilt, schlägt sich Klassik, wie ja etliche im Forum schon dargestellt haben, doch großartig. Leute, die schon 200 Jahre und länger tot sind, werden IMMER NOCH gespielt. Ich vermute mal, der Anteil der Nichtklassikhörer ist über die Jahrzehnte nicht gestiegen.


    Schon unsere Eltern fürchteten ja immer, die Welt ginge unter, weil wir "Negermusik" hörten. Nun ja, inzwischen sind einige von uns ordentliche Klassikhörer. Und mögen trotzdem 80% der Klassik nicht. Jedenfalls kann ich hier vor allem eine der vorgetragenen Meinungen nicht teilen, nämlich, daß man sich einem Kunstwerk mit Respekt und Neugier zu nähern habe. Um es mal mit einer Köpenick-Abwandlung zu versuchen: die Leute sind nicht für die Kultur da.


    Kurze Rede langer Sinn: kann kein Defizit erkennen.


    Kunst der Fuge hat Gould nicht komplett eingespielt, WTK schon. Und es ist auch die von mir bevorzugte Version.



    Super, genau dafür ist doch so ein Forum da (abgesehen davon, daß es unheimlichen Spaß machen kann, sich mit Leuten zu fetzen, die eine gegenteilige Meinung vertreten).


    Also - jeder erzählt, welche Musik er mag und warum, dann bilden sich doch schnell Kompatibilitätsklassen; ich werde mir die Ohren nicht mit Hayden verkleben, oft genug versucht, macht keinen Sinn. Aber ich kenne vielleicht nur 2% aller Musik, die ich mögen KÖNNTE. Wenn ich dann einen Tip lese von jemandem, der wahrscheinlich vergleichbare Präferenzstrukturen hat (ihh, verquast - der gern ähnliches Zeugs hört), ist die Ausprobierbereitschaft und Trefferwahrscheinlichkeit doch sehr viel größer, als wenn es in der Stereoplay oder im fono forum gegenüber jedermann empfohlen wird. Ich freu mich schon auf die Tips. Von Zelenka hab ich auch tatsächlich noch nie gehört, steht aber jetzt auf der Liste.