Beiträge von Violoncellchen

    ...also ich erinnere mich an mindestens einen weiteren Zuschauer, der das Blockflötensolo mit gepressten Quietschlauten störte.


    ...ich dachte, mich verreisst's :D


    Ich finde das Comedy-Potential der Blockflöte wurde von den Regisseuren bislang unterschätzt ...

    Zitat

    Original von Wulf
    1. Hermitik - Wie? Was das ist? Hermitik beschreibt den nicht ganz unerheblichen Umstand, daß eine Matrix hermitisch (manchmal: hermitesch) ist. Kommt zwar ständig vor, v.a. bei Observablen, trägt zur Bewältigung des Alltags aber nur in geradezu ridikül marginaler Weise bei. :rolleyes:


    Jetzt wo du das erwähnst, erinnere ich mich, dass ich deine Worte noch vor wenigen Monaten mit einem verständigen Nicken bedacht hätte...wie schnell man doch vergisst, wenn das Diplom erst einmal in der Tasche steckt :D


    :hello:
    V.

    Lieber Reiseobservator,


    vielen Dank für deinen Bericht.
    Ich nehme mir - wie immer - die Freiheit, das ganze mit bunten Bildern zu schmücken.



    So zum Beispiel mit Schloss Drottningholm im Abendlicht



    oder dem Schlosstheater vom Park aus betrachtet, nebst dem romantisch-verschlafenen gotischen Turm ebenda



    ...sowie einigen Früchte des schwedischen Bruttosozialproduktes



    Impression in schwedisch-blau



    ...und in bunt


    Um zu guter Letzt dem schwedischen Regietheater den Stachel zu nehmen:
    Meine Nachrecherche ergab


    en ficka = eine Tasche
    ficken = die Tasche


    und auch das Wort "bakficka" steht in keinerlei Zusammenhang mit Stockholms Regenbogen-Beflaggung. Es bedeutet schlicht "Gesäßtasche"
    :D


    Wir haben also an der falschen Stelle gelacht und und damit als tumbe Touris geoutet :D
    ...erst wenn vom "knullen" die rede ist, wird's auch für Schweden lustig ;)


    Dieser (mein zweiter) Trip nach Stockholm hat mich nun gänzlich davon überzeugt, dies zu einem jährlich wiederkehrenden Event zu machen.


    Also: Wer kommt mit? 29.5.09-1.6.09 ?


    :hello:
    Lilla Violoncell

    urks....wenn die Platte aus den Achzigern wäre, könnte man dieses Design noch verzeihen, aber bei Veröffentlichungsdatum 22.2.2008, gibt es keine Entschuldigung.


    Hélène Grimaud ist im übrigen ein erschreckendes Beispiel dafür, wie man eine schöne Frau durch unsachgemäßen Gebrauch von Lippenstift entstellen kann:


    ----------->


    =) -----------> :(


    ...und noch erschreckender, dass so ein Unfallfoto dann gleich dreimal verwurstet werden muss:



    :hello:
    V.

    Meine Meinung zu "La Primavera":


    Ab...ge...fahren...



    ...inzwischen befallen mich sogar Zweifel, ob die rein instrumentalen Stellen tatsächlich ohne Gesang sind, oder ob die Koloraturen der Kermes nicht einfach nur den für menschen hörbaren Frequenzbereich verlassen haben...


    Wahnsinn!




    V.



    P.S.: Übrigens ist die Scheibe in den jpc-Charts inzwischen auf Platz 9 -
    Respekt Ulli :D


    NACHTRAG:
    Amazon tut sich unterdessen noch etwas schwer mit der Kermes/Kraus-Kombination:

    und hat es unterdessen weder geschafft, ein Cover noch Hörbeispiele einzustellen.

    Ab...ge...fahren...




    Josef Martin Kraus (1756-1792)
    Cantate per una Primadonna "La Primavera"
    Kantaten "La Scusa","La Primavera","La Gelosia","La Pesca"
    +Musik zu Voltaires "Olympie"
    Künstler: Simone Kermes, L'Arte del Mondo, Werner Ehrhardt


    ...inzwischen befallen mich sogar Zweifel, ob die rein instrumentalen Stellen tatsächlich ohne Gesang sind, oder ob die Koloraturen der Kermes nicht einfach nur den für menschen hörbaren Frequenzbereich verlassen haben...


    Wahnsinn!




    V.

    Zitat

    Original von Hildebrandt
    Mir ist Frau Kermes stimmlich mindestens eine Gewichtsklasse zu schwer für das, was sie singt. Das ist ja virtuos und mit viel Show-Bewusstsein dargeboten, aber auch mit viel Vibrato und oftmals mit dem Holzhammer. Subtilität würde ich ihr jedenfalls nicht nachsagen wollen.


    ähm...reden wir von der selben Sängerin?


    Ich mag sie gerade, weil sie mit sehr wenig Vibrato singt und eine Stimme hat, die sehr leicht und natürlich klingt und nicht im üblichen Opernschwulst schwelgt.


    Vielleicht hat Frau Kermes ihre Gesangstechnik verändert? Ich kenne jedenfalls nur Aufnahmen neueren Datums von ihr und eben das letzte Konzert am Donnerstag. Ich kann da weder Vibrato noch stimmliche Schwere feststellen.


    ?(
    Violoncellchen

    "Kulturschock durch Punk-Lady"


    ...betitelt Waltraud Brunst im Morgenweb das Konzert der Sopranistin Simone Kermes bei den Schwetzinger Festspielen.


    ...oder, wie der Amerikaner sagen würde:

    This Lady puts the rock in "Barock"


    Während Frau Brunst vor allem die orthopädisch bedenklichen Absätze der Kermes für erwähnenswert hält, hat mich, die ich die unglaubliche Freunde haben durfte, das Spektakel live zu erleben, vor allem eines zutiefst beeindruckt, ja geradezu umgehauen:


    Die Stimme.


    Frau Kermes singt Koloraturen, die so unfassbar sind, dass am Ende der Arien mehrfach [nach einer kurzen Luftholpause] ein Aufschrei durch das Publikum ging, begleitet von stürmischem Applaus. Dabei hat sie einen natürlichen Stimmklang bewahrt, wie man ihn bei Opernsängerinnen, die ein derartiges Niveau an Virtuosität erreicht haben, selten [will sagen: nie] erlebt hat.
    Unnatürlich hingegen empfand ich es, dass nach dem Ende einer Wahnwitzigen Koloraturkette kein tosender Jubel ausbrach, sondern das Publikum seine Ausbrüche pflichtbewusst, wenn auch schweren Herzes bis zum Verstummen des letzten Geigentones zurück hielt. Ich hätte mir gewünscht, dass der bei Jazzkonzerten übliche "Szenenapplaus" am Ende eines Solos auch dem Klassikpublikum zustünde, zumal dieser von den Komponisten offensichtlich eingeplant ist, da die Streicher in der Regel nach einer Koloratureinlage bis zum Ende der Arie lediglich bereits bekannte Motive wiederholen.



    Eine Mischung aus Marilyn Monroe und Gabi Koester.*


    Bei aller Oberflächlichkeit von Brunsts Betrachtungsweise, muss ich ihr in einem Satz Recht geben:

      "Ein Gesamtkunstwerk vom Scheitel bis zur Sohle: feuerrote Haare hoch aufgetürmt, ein federplustriges Designer-Gewand mit Ballonrock und Schößchenjacke..."


    Die Bühnenpräsenz von Frau Kermes ist mindestens so unfassbar, wie ihr virtuoser Gesang. Die Verwendung eigentlich barocker Attribute wie Turmfrisur und Schößchenrock übertrug sie so brillant in die heutige Zeit, dass dem Publikum beim ersten Anblick der Sängerin förmlich der Atem stockte.


    Kermes agiert auf der Bühne weiblich, verführerisch, humorvoll, temperamentvoll, dass es eine wahre Freude ist, ihr zuzusehen. Ihr ungezwungenes Gebaren unterstreicht den Höreindruck, dass ihr hochvirtuoser Gesang ganz natürlich und ohne Anstrengung aus der Kehle sprudelt.


    Man bemerkt deutlich, dass sie mit Ernsthaftigkeit und Disziplin bei der Sache ist und doch gleichzeitig mit einem Augenzwinkern auf den Operndiven-Koloraturen-Kastratenzirkus blickt.


    Wer die Kermes live erlebt, wird sich ihrer Faszination nicht entziehen können. Wer sie persönlich kennen gelernt hat, muss sie lieben. Die Natürlichkeit und Wärme ihrer Stimme spiegelt sich gleichermaßen in ihrer Persönlichkeit wieder.
    Dass man sich mit einer Frau in vollem Ornat einer barocken Operndiva, die gerade zwei Stunden lang von einem tobenden Publikum bejubelt wurde, unterhalten kann, als säße man bei einem Kaffekränzchen, zeugt meines Erachtens von einer großartigen, bescheidenen und liebenswürdigen Persönlichkeit. Weder Foto- noch Autogrammwünsche blieben unerhört.



    Am Donnerstag sang sie im Rahmen der Schwetzinger Festspiele im dortigen Schloßtheater das folgende Programm, begleitet von LE MUSICHE NOVE unter der Leitung von Claudio Osele:



    Riccardo Broschi (1698 – 1756)
    Aus der Oper "La Merope":
    Sinfonia



    Nicola Porpora (1686 – 1768 )
    Aus der Oper "Lucio Papirio":
    "Tocco il porto", Arie des Quinto Fabio
    "Morte amara", Arie des Quinto Fabio



    Tomaso Albinoni (1671 – 1751)
    Konzert für Streicher und Basso continuo D-dur op. 7 Nr. 1



    Giovanni Battista Pergolesi (1710 – 1736)
    Aus der Oper "L'Olimpiade":
    "Tu me da me dividi", Arie der Aristea



    Antonio Vivaldi (1678 – 1741)
    Konzert für Streicher und Basso continuo C-dur RV 117
    Aus der Oper "La verità in cimento":
    "Amato ben tu sei la mia speranza", Arie der Rosane
    Aus der Oper "Griselda":
    "Agitata da due venti", Arie der Costanza



    Leonardo Leo (1694 – 1744)
    Aus der Oper "Il Demetrio":
    "Manca solletica", Arie der Cleonice



    Antonio Vivaldi
    Aus der Oper "L'Olimpiade":
    "Tra le follie" – "Siam navi all‘onde algenti", Rezitativ und
    Arie des Aminta



    Domenico Gallo (um 1730 – um 1775)
    "La Follia" g-moll für zwei Violinen, Viola und Basso continuo



    Johann Adolf Hasse (1699 – 1783)
    Aus der Oper "Artaserse":
    "Ombra cara" – "Ombra tradita", Rezitativ und Arie der Didone
    Aus der Oper "Viriate":
    "Come nave in mezzo all'onde", Arie des Siface


    Während der großzügig bemessenen Zugaben, stellte Frau Kermes mit einem Lied von Kurt Weill sowie einem gänsehautigen "Dido's Lament" von Purcell ihre Fähigkeit unter Beweis, auch jenseits barocker Kastratenarien zu brillieren.



    So.
    Dieser Thread sei hiermit für weitere Wortmeldungen aus der Kermes-Fankurve freigegeben :D
    Kritische Äußerungen werden gnadenlos ignoriert :D



    Wem das alles zu lang zum Lesen war, hier die Zusammenfassung:

    :jubel:
    :jubel::jubel:
    :jubel::jubel::jubel:
    :jubel::jubel:
    :jubel:



    :hello:
    Violoncellchen


    * Copyright by Ulli und mich

    ...ok, das war jetzt ein kurzes Vergnügen:
    Die Sendung dauerte nur 20 Minuten.
    Immerhin 10 davon konnte ich auf meine Festplatte ritzen.


    Dennoch habe ich interessantes über Pleyels Leben, Werk und seine Klavierfabrik erfahren. Hättet ihr gedacht/gewusst, dass er auch der Erfinder der Taschenpartituren ist!?



    :hello:
    V.

    gerade läuft auf 3SAT eine Dokumentation über Ignaz Pleyel!


    Details:


    Sonntag, den 04.05.2008


    18:30 Uhr

    Stereo
    Bildformat 16:9

    Meister der feinen Klänge


    Ignaz Joseph Pleyel
    Film von Maria M. Lind
    (Erstsendung 8.4.2007)


    Ignaz Joseph Pleyel (1757 - 1831) spielte eine bedeutende Rolle im Musikleben seiner Zeit: Er war nicht nur ein gefeierter Musiker und Komponist, sondern auch ein begabter Geschäftsmann - so eröffnete er in Paris eine Musikalienhandlung, wurde Verleger und begann eine erfolgreiche Karriere als Klavierbauer. - Der Film begibt sich auf die Spuren Ignaz Joseph Pleyels.


    Quelle: http://www.3sat.de/



    Jetzt aber schnell an die Glotze geflitzt!!


    :hello:
    V.

    Lieber Ulli,


    so empfanden es wohl auch die Regisseure des "Music Theatre London".


    Dort verlassen die "richtigen" Paare beim Verklingen der letzten Töne des Schlusschores Händchen haltend die Bühne.
    Jedoch kurz bevor das Licht erlöscht und der Vorhang fällt, sieht man sie Inne halten und sehnsüchtige Blicke zurück zu ihrem "falschen" Partner werfen.


    Insgesamt eine sehr gelungene Inszenierung, wie ich finde...sofern man die Cosí in der englischen Übersetzung genießen kann, ohne Stresspusteln und Hypertonie zu entwickeln ;)
    Eine moderne Inszenierung, jedoch nicht im Sinne modernen Regietheaters sondern als eine Übertragung der Handlung in die heutige Zeit unter Beibehaltung des traditionellen Regieverständnisses. Ein Konzept, das erstaunlich gut funktioniert, ohne dem Werk Gewalt anzutun.


    Leider ist sie nicht im Handel erhältlich, wurde jedoch mal vom ndr aufgezeichnet und wird dort gelegentlich ausgestrahlt.


    :hello:
    V.


    ...bei einer Stadt mit hellblau-rosa Rathaus wundert mich nix mehr :P



    Davor steht übrigens die Statue des berühmten Komponisten B. aus Bonn* :D


    :hello:
    V.


    [SIZE=6]*nicht im Bild, oder?[/SIZE]

    Hallo Johannes,


    Mit deiner Bemerkung bezgl. des Solisten-Ensembles könntest du recht haben. An vielen Stellen zerfällt der Chorklang förmlich, an anderen klingt es mir zu sehr nach "Comedian Harmonists".
    Insbesondere beim "Ständchen" vermisse ich etwas Schlichtheit und Zurückhaltung bei den Interpreten.


    In die von dir gezeigte CD habe ich auch schon reingehört. Aus dem dünnen Angebot an Einspielungen hat sie mir klanglich noch am ehesten zugesagt.
    Ich habe sie bereits auf die Wunschliste verpflanzt, teile jedoch deine Bedenken, was die schiere Masse betrifft. Allerdings halte ich das Risiko, dass einem das Zeug nach der zweiten Platte zum Hals raus hängt, angesichts des schmalen Preises für tragbar.


    Bei dieser Neuerscheinung hingegen, lassen bereits die Sinusschwingungen der Streicher in der Einleitung böses ahnen:




    Das weltliche Chorwerk
    7 CDs
    Erscheinungstermin: 22.2.2008
    Barbara Moser, Angelika Kirchschlager, Christoph
    Pregardien, Ruth Ziesak, Andras Schiff, Andreas Staier,
    Arnold Schoenberg Chor, Erwin Ortner

    Label: Teldec , DDD, 1995/96



    :hello:
    V.

    Hallo liebe Gemeinde,


    vor längerer Zeit hab ich diese CD aus Neugier, da mir Chormusik aus Schuberts Feder gänzlich unbekannt war und aufgrund ihres unwiderstehlich günstigen Preises gekauft:


    61CDnVI8JVL.jpg


    Charmant im Übrigen die Tatsache, dass diese CD inzwischen für 247€

    gehandelt wird, was eine Wertsteigerung von 240€ bedeutet.

    Sie steht übrigens zum Verkauf...da wir hier unter Freunden sind, würde

    ich sie zum sagenhaften Sonderpreis von 200€ in gute Hände abgeben


    :D


    Nach erstem Reinhören auf der Heimfahrt, war die Enttäuschung jedoch groß. Die schwülstige Interpretation empfand ich als dermaßen abtörnend, dass die CD im hohen Bogen aus dem Player und ins hinterletzte Eck meines Handschuhfachs flog.


    Nachdem ich kürzlich jedoch 4h auf der vollgesperrten A5 (Ironie: 1km Luftlinie von meinem Zuhause entfernt! :O ) zubringen durfte, hatte ich hinreichend Zeit und Leidensdruck um selbst die allerletzten CD-Reste in meinem Auto zusammen zu kratzen.


    Dabei räumte ich dann vor lauter Langeweile auch der Schubert-CD eine zweite Chance ein.
    Dabei haben mich zwei Werke so sehr beeindruckt, dass ich inzwischen gerne bereit bin, ein Ohr zuzudrücken und das vibratöse Getöse der Interpreten zu erdulden.


    Meine absoluten Favoriten sind "Das Ständchen" sowie der "Gesang der Geister über den Wassern".


    In beiden Stücken bleibt Schubert bei der Vertonung extrem nahe am Text, was ersteres besonders amüsant und letzteres besonders bewegend macht.


    D.714 ist die letzte von insgesamt 5 Vertonungen, die Schubert von diesem Goethe-Gedicht erdachte:


    Gesang der Geister über den Wassern


    Des Menschen Seele
    Gleicht dem Wasser:
    Vom Himmel kommt es,
    Zum Himmel steigt es,
    Und wieder nieder
    Zur Erde muß es,
    Ewig wechselnd.


    Strömt von der hohen,
    Steilen Felswand
    Der reine Strahl,
    Dann stäubt er lieblich
    In Wolkenwellen
    Zum glatten Fels,
    Und leicht empfangen,
    Wallt er verschleiernd,
    Leisrauschend
    Zur Tiefe nieder.


    Ragen Klippen
    Dem Sturz entgegen,
    Schäumt er unmutig
    Stufenweise
    Zum Abgrund.


    Im flachen Bette
    Schleicht er das Wiesental hin,
    Und in dem glatten See
    Weiden ihr Antlitz
    Alle Gestirne.


    Wind ist der Welle
    Lieblicher Buhler;
    Wind mischt vom Grund aus
    Schäumende Wogen.


    Seele des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wasser!
    Schicksal des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wind!*


    :jubel::jubel::jubel:
    ;(;(


    Wenn der Chor bei der Phrase "zum Himmel steigt es" zu einem triumphalen Strahlen anschwillt, dann möchte man auf die Knie fallen (oder sich totlachen, wenn vom Beifahrersitz aus der Kommentar kommt: "genau so hätte ich es auch gemacht" )


    Da es ihn allem Anschein nach noch nicht gibt, sei der Thread zu Schubert's weltlichen Chorwerken mit der Frage nach alternativen empfehlenswerten Einspielungen eröffnet.


    :hello:
    Violoncellchen



    *Copyright expired, da Dichter inzwischen rückstandslos verwest

    Hallo Miguel,


    es geht mir weniger darum, Kritik an den Praktiken der Plattenindustrie zu üben.


    Vielmehr will ich hier versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Hypes werden gerne genutzt, um billige Schnellschüsse auf den Markt zu werfen, oder mittelmäßig talentierte Nachwuchskünstler im Windschatten der "großen" fahren zu lassen.


    Daher die Frage: "Was taugt für den Player, was für die Mülltonne?"


    :hello:
    V.

    Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Ich meine Emanuelle Haim hätte mit einigen Sängern auch noch eine Duett-Sammlung aufgenommen?


    Hallo Johannes,


    ich nehme an, du meinst diese hier:



      Georg Friedrich Händel (1685-1759)
      Kantaten
      "Il delirio amoroso";"Mi palpita il cor"
      +Arie "Qui l'augel da pianta in pianta" aus Acis e Galatea
      Erscheinungstermin: 25.11.2005
      Künstler: Natalie Dessay, Le Concert d'Astree, Emmanuelle Haim
      Label: Virgin , DDD, 2004


    Passt sicherlich ins Vermarktungsschema, auch wenn es sich hier um Kantaten und nicht um Opernschnipsel handelt ;)


    Ich habe schon gelegentlich reingehört, was meine Hand kauflustig zucken liess. Zum Kaufvertragsabschluss ist es jedoch noch nicht gekommen.
    Meinungen hierzu würden mich sehr interessieren.


    :hello:
    V.

    Zitat

    Original von Andrew
    Interessant ist das Thema, weil z.B. die Duette mit Nuria Rial + Lawrence Zazzo in der Kritik sehr gelobt werden. Ich habe die CD selbst noch nicht.


    Hallo Andrew,
    ich habe "Duetti amorosi" vor wenigen Tagen gekauft und kann den Kritikern nur Recht geben. Diese beiden Sänger harmonieren phantastisch miteinander!
    Die Auswahl der Duette ist gelungen und abwechslungsreich, der Orchesterklang hervorragend. Obwohl diese Veröffentlichung zu den Nachzüglern gehört, ist sie qualitativ zweifellos eine der Besten.


    Zitat


    Ich habe den Eindruck, dass Händels Opern immer mehr (relative) Popularität gewinnen. Das liegt daran, dass mehr und mehr Aufnahmen entstanden sind und entstehen, die von herausragend guter Qualität sind.


    Das legt natürlich den Verdacht nahe, dass die eigentliche Absicht der derzeitigen Händel-Promotion darin besteht, Händel-Fans zu rekrutieren, um mit der erst noch kommenden Masse an Neu- und Wiederveröffentlichungen im Händel-Jahr 2009 dann so richtig abzusahnen :wacky:


    Zitat


    Die Aufnahmen mit Emma Kirkby entstanden in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, sie schwimmen also eigentlich nicht auf dieser Welle. Vielleicht haben sie diese Welle mit verursacht.


    Die CDs mit Kirkby, Bott, Brandenburg Consort und Goodman sind absolut empfehlenswert und sind gleichzeitig ein toller Einstieg in Händels Opernwelt.


    Richtig, in diesem Fall handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung. Doch gerade da muss man sich fragen, ob hier nicht versucht wurde, mit möglichst wenig Aufwand ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen.
    Deiner Empfehlung von Emma Kirkbys Händel-Sammlung kann ich mich jedoch anschliessen. Obwohl ich Kirkbys Koloraturen manchmal als etwas nervig empfinde, ist diese Box doch überaus empfehlenswert. Ich würde jedoch davon abraten, alle drei CDs hintereinander zu hören :P


    Hier noch ein weiterer Kirch- und Kassenschlager, der dem aktuellen Hype den Weg betoniert hat:



      Angelika Kirchschlager - Händel Arien
      Arien aus Giulio Cesare, Arianna, Ariodante
      Erscheinungstermin: 20.10.2006
      Künstler: Angelika Kirchschlager, Kammerorchester Basel, Laurence Cummings
      Label: Sony , DDD, 2005


    :hello:
    Violoncellchen

    Tag, Taminos!


    Kaum einem, der sich regelmäßig auf Streifzüge durch die Plattenläden begibt, dürfte die enorme Menge an Händel-Neuveröffentlichungen entgangen sein.


    Dabei scheinen sie alle einem festen Muster zu entsprechen:
    Auf dem Cover das Foto eines jungen Sängers/einer jungen Sängerin - auf der CD ein Potpourri aus Händel-Schnipseln.


    Und das Gesetz des Marktes lautet: Verkauft sich ein Konzept einmal gut, dann kann man es auch noch ein zweites, drittes und viertes mal verwenden, bevor man sich etwas neues einfallen lassen muss.


    ...um einige Beispiele zu nennen:




    "As steals the morn"
    Tenor-Arien aus Alceste, Tamerlano, Samson, Jephta,
    Semele, Il Trionfo del Tempo e del Disinganno, Rodelinda,
    L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato
    +Duett "As steals the morn" (mit Lucy Crowe, Sopran)
    Erscheinungstermin: 15.6.2007
    Künstler: Mark Padmore (Tenor),The English Concert, Andrew Manze
    Label: HMF , DDD, 2007



      Danielle de Niese - Händel-Arien
      Arien aus Giulio Cesare, Rinaldo, Alcina, Teseo, Apollo e Dafne,
      Ariodante, Amadigi, Semele
      Erscheinungstermin: 28.3.2008
      Künstler: Danielle de Niese, Les Arts Florissants, William Christie
      Label: Decca , DDD, 2007



    Magdalena Kozena - Ah mio cor (Händel-Arien)
    Arien aus Agrippina, Alcina, Amadigi di Gaula, Ariodante,
    Giulo Cesare, Hercules, Joshua, Orlando, Rinaldo, Theodora
    Erscheinungstermin: 17.8.2007
    Künstler: Magdalena Kozena, Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon
    Label: DGG , DDD, 2006



      Emma Kirkby singt Händel-Arien
      aus Almira, Rodrigo, Rinaldo, Amadigi, Julius Caesar, Tamerlano,
      Scipione, Rodelinda, Alessandro, Admeto, Riccardo Primo, Siroe,
      Tolomeo, Lotario, Partenope, Ezio, Sosarme, Arianna in Creta,
      Alcina, Berenice, Deidamia
      +Ouvertüren zu Lotario, Atalanta, Deidamia, Silla, Tamerlano,
      Scipione, Almira (2.Version)
      Erscheinungstermin: 28.9.2007
      Künstler: Emma Kirkby, Catherine Bott, Brandenburg Consort, Roy Goodman
      Label: Hyperion , DDD, 1995-99

      Anmerkung: Das Cover zeigt in diesem Fall nicht die Künstlerin!



    "Duetti Amorosi"
    Duette aus Poro, Serse, Admeto, Rodelinda, Arminio, Teseo,
    Muzio Scevola
    Erscheinungstermin: 15.2.2008
    Künstler: Nuria Rial, Lawrence Zazzo, Kammerorchester Basel, Laurence Cummings
    Label: DHM , DDD, 2007



    Welche Veröffentlichungen sind noch zu nennen?
    Welche CDs sind tatsächlich empfehlenswert?
    Welche versuchen lediglich auf der Erfolgswelle der erfolgreichen Zugpferde mit zu schwimmen, ohne eine vergleichbare Qualität zu liefern?


    :hello:
    Violoncellchen



      Georg Friedrich Händel (1685-1759)
      Opern-Duette "Duetti Amorosi"
      Duette aus Poro, Serse, Admeto, Rodelinda, Arminio, Teseo,
      Muzio Scevola
      Künstler: Nuria Rial, Lawrence Zazzo, Kammerorchester Basel, Laurence Cummings
      Label: DHM , DDD, 2007


    Nuria Rial ist für mich die Neuentdeckung!


    Diese Stimme ist phantastisch! :jubel::jubel::jubel:
    Stilistisch erinnert ihr vibratoarmen Gesang an Emma Kirkby, jedoch empfinde ich ihre Stimme als wärmer und in den Höhen als weniger scharf. Sie harmoniert perfekt mit Counter Lawrence Zazzo.


    Nuria Rial sang übrigens die Barbarina in Jacobs "Nozze", falls jemand mal schnell zum CD-Regal rennen und nachhören möchte ;)


    :hello:
    Violoncellchen

    Die Schwemme der aktuellen Händel-Schnipsel-CD-Veröffentlichungen ist inzwischen ja so eklatant, dass man sie alle gleichermaßen mit Nichtbeachtung strafen möchte. Da mein Herr Begleiter aber etwas länger brauchte, um die gefühlten 200qm Klassik-CD-Verkaufsfläche zu sichten, habe ich mir die Zeit damit vertrieben, mir einen der vielerorts bereitgestellten Kopfhörer überzustülpen.


    Schon nach wenigen Sekunden fiel die Entscheidung:


    Diese Scheibe muss ich haben!



    Der Klang der beiden Stimmen und des Orchesters ist einfach überirdisch.
    Genial!


    :jubel:
    V.

    ...oben im Bild auch zu sehen: die berühmte gegabelte Variante des Taktstocks. Eine Erfindung, die auf die Gebrüder von Dy zurückgeht, und seitdem deren Namen trägt.


    Ob die Erfindung ursprünglich dem Dirigieren diente, oder in Zusammenhang mit der Kastration des Bruders verwendet wurde und die Umwidmung aufgrund ungenauer Übersetzungen historischer Dokumente erhielt, ist bis heute unklar.


    @ Ulli: gibt es bis dato irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, wie das dritte Ei abhanden kam?


    stets neugierig
    :hello:
    Violoncellchen