Beiträge von Violoncellchen

    Heute um 22:10h auf arte:


    Zitat

    Original von arte.tv
    Zum 50. Jahrestag der Uraufführung von Leonard Bernsteins Opernadaptation "Candide" nach Voltaires philosophischem Roman hat Robert Carson die komische Oper im Pariser Théâtre du Châtelet neu inszeniert. ARTE zeigt eine Aufzeichnung vom Dezember 2006 in HD-Qualität mit William Burden in der Titelrolle.


    Regie: François Roussillon; Komponist: Leonard Bernstein; Inszenierung: Robert Carsen; Dirigent: John Axelrod
    Mit: Choeur du Théâtre du Châtelet, William Burden (Candide), Anna Christy (Kundigunde), Lambert Wilson (Dr. Pangloss / Martin / Voltaire), Kim Chriswell (alte Frau), David Adam Moore (Maximilian), Jeni Bern (Paquette), John Daszak (Gouverneur / Vanderdendur), Ensemble Orchestral de Paris
    180 Min.
    Oper, Frankreich 2006, ARTE F, Erstausstrahlung


    Liebe Grüße vom Violoncellchen!

    Liebe Taminos,


    Spradows Thread „Mit vier Werken zum Klassikfan” zielte darauf ab, welche vier Werke man wählen würde, um möglichst sicher zu gehen, dass für eine Person, deren musikalischen Geschmack man überhaupt nicht einschätzen kann, etwas dabei ist, was deren Begeisterung wecken kann.


    Dieser Thread soll sich nun mit der praktischen Durchführung der „Bekehrung“ beschäftigen:


    Angenommen, ihr kennt die Person und ihren Geschmack und habt ein passendes Werk ausgewählt. Nun wollt ihr all eure Begeisterung in ein Paket packen und der Person zuschicken. Was würdet ihr hinein tun? Eine CD, eine DVD oder ein Konzertticket? Würdet ihr einen Brief dazu schreiben, um zu versuchen, die Person, die bisher keine/kaum Klassik gehört hat, auf die Aspekte der Komposition, die euch am meisten beeindrucken, hinzuweisen (auf die Gefahr hin, sie zu überfordern) oder sie selbst entdecken lassen (auf die Gefahr hin, dass sie gar nichts entdeckt).


    Um den Anfang zu machen, ein kurzer Erfahrungsbericht, wie ich mir mein eigenes Paket geschnürt habe:


    Ich hatte ein bisschen Berührungsängste mit der Oper. Ich kann auch absolut nachvollziehen, wenn jemand, der sonst nur Pop/Rock hört sagt: "Das Gejammer kann ich mir nicht anhören". Ich fand Operngesang zu Anfang äusserst befremdlich, wenn nicht sogar stellenweise unerträglich.


    Und genau das wollte ich ändern. Dazu habe ich mir eine Oper ausgesucht (die Oper :jubel: :yes: ), mir verschiedene Hilfsmittel besorgt und mich „in die Arbeit gestürzt“. (Im Gegensatz dazu, wie Popmusik im Allgemeinen konsumiert wird, finde ich, ist „Arbeit“ hier in der Tat der richtige Ausdruck). Der Plan hat funktioniert: Aus Befremden wurde Begeisterung, die sich inzwischen auf viele weitere Opern übertragen hat.
    Aber es brauchte eben ein wenig Zeit. Und mehr als nur eine gute CD.


    Basierend auf diesen Erfahrungen würde ich über jemandem, den ich für "Figaros Hochzeit" begeistern möchte, folgendes „Care-Paket“ abwerfen:


    • "Amadeus" Director's Cut von Milos Forman
      Eigentlich immer ein guter Einstieg, um das Interesse von Leuten zu wecken, die mit Klassik gar nichts am Hut haben. Darüber hinaus setzt es "Figaros Hochzeit" in einen historischen, gesellschaftlichen und biografischen Kontext.
    • Das Buch "Le Nozze di Figaro" aus der Serie "Opern der Welt" von Schott

      Prima Buch, meines Erachtens: Enthält das vollständige Libretto in Italienisch und Deutsch jeweils auf den ungeraden Buchseiten, auf den geraden Seiten Anmerkungen und Notenbeispiele zu den entsprechenden Textstellen. Dazu viel Information über Entstehung des Werkes und die Entwicklung der Inszenierungen von der Uraufführung bis heute.
    • Eine DVD-Aufnahme der Oper. Besonders beim ersten Mal hätte mich ein dreistündiger Opernbesuch definitiv überfordert. Für den Einstieg halte ich DVDs für das geeignete Medium, da es erlaubt, auch mal zurückzuspulen, wenn man zum Beispiel vor lauter Libretto mitlesen, verpennt hat, wie eindringlich das Orchester den aufgeregten Herzschlag der Protagonisten imitiert :wacky: …oder man einfach mal eine längere Futterpause einlegen kann. Welche Inszenierung ich wählen würde, kann noch nicht sagen, ich hab noch nicht alle durch :P . Grundsätzlich würde ich Sänger wählen, die mit wenig Vibrato (halte ich für sehr gewöhnungsbedürftig) singen.



    Wie sähe es aus, euer „Starter-Kit“ für Klassikanfänger?


    Welche zusätzlichen Mittel und Medien würdet ihr wählen, um Hintergrundinformationen zum Werk und dessen Entstehung zu vermitteln? Vielleicht ein Buch über den Komponisten?
    Ein Bild oder Gedicht, das in Zusammenhang mit Werk oder Urheber steht?
    Oder haltet ihr solche Zusatz-Informationen für überflüssig?


    Es ist alles erlaubt, was in ein Standardpaket der Deutschen Post passt!


    Viel Spass beim Packen wünscht das Violoncellchen!

    Zitat

    Original von Spradow


    Ein ganzes Werk, von mir aus auch eine ganze Oper. Der Ring der Nibelungen zählt aber nicht als ein Werk. :)


    Na, wenn das so ist, dann:


    "Le Nozze di Figaro", vier mal hintereinander!


    Das hat zumindest bei mir ganz gut funktioniert :yes:


    Generell glaube ich, dass es einfacher ist, sich für Klassik zu begeistern, indem man sich mit einem Werk intensiv befasst, als mit verschiedenen.


    Aber ich glaube dieser Thread zielt eher darauf ab, mit welchen vier Werken man am ehesten alle Geschmäcker abdecken kann.
    Zu dieser Frage kann ich mich aber kaum äussern, da ich mich bisher ausschliesslich mit Klassik befasst habe, die meinem Geschmack entspricht und (da ich nunmal nicht aus meiner Haut kann) nur meinen eigenen Geschmack kenne. :)


    Generell tue ich mich schwer damit, einzuschätzen, welche "Geschmackstypen" es überhaupt gibt, und welche Werke bzw. Stilrichtungen diese Typen charakterisieren.


    Lieben Gruß vom Violoncellchen!

    Lieber Lullist,


    ich muss zugeben, bis vor wenigen Wochen noch nie etwas von Madrigalen gehört zu haben. Jedoch bin ich das Wagnis eingegangen, mir diese CD zuzulegen:


    Don Carlo Gesualdo (1560-1613) - Madrigale
    Collegium Vocale Köln (Leitung: Wolfgang Fromme)
    V. Madrigalbuch und Auszüge aus dem VI. Madrigalbuch


    Mir gefällt die Aufnahme ausserordentlich gut.


    Interessant auch die Informationen über Gesualdo im Booklet:
    Geboren 1560 in Neapel als Sohn eines Fürsten, heiratete 1586 aus familienpolitischen Gründen seine Cousine, die er einige Jahre später mitsamt deren Liebhaber und der Tochter, deren Vaterschaft nicht eindeutig war ermordete und die Leichen öffentlich zur Schau stellte. 8o


    Später heiratete er erneut, lebte jedoch zurückgezogen, neigte zu Depressionen und Melancholie.


    Zitat

    Gesualdos sechstes und zugleich sein letztes Madrigalbuch ist wie kaum ein anderes Werk Ausdruck einer Künstlerexistenz, die sich in einer extremen Spannung zwischen vitalen Kräften und pathologischer Todessehnsucht befand. In dieser psychischen Spannung ersann Gesualdo kompositorische Mittel, die das damals Übliche und Erlaubte bei weitem überschritten.


    Erfreulich an dieser Aufnahme auch die Spielzeit von 76'00 !


    Absolut anschaffenswert!


    Liebe Grüße vom Violoncellchen! :hello:

    Hallöchen!


    Da ich erst seit kurzem unter die Klassikhörer gegangen bin, und ich bisher meine Klassik-CDs an einer Hand abzählen konnte, habe ich im letzten Jahr begonnen mir eine "Grundausstattung" an Klassik-Werken zu beschaffen.


    Von vorne herein war mir klar, dass ich mich zunächst erstmal für eine Serie einscheiden und diese dann "durcharbeiten" würde. (Ich finde bei Serien macht das Sammeln mehr Spass und es sieht schöner aus im Regal :yes: )


    Dank eurer Empfehlungen und der guten Verfügbarkeit der Serie im Drogerie-Markt meines Vertrauens habe ich mich für die esprit-Serie entschieden. Ein weiteres Argument waren das Booklet mit Hintergrund-Informationen zu Komponist und Werk in deutscher Sprache und natürlich der Preis.
    Ausserdem ist das Angebot für Anfänger wie mich einfach übersichtlicher als bspw. Eloquence oder Naxos


    Im letzten halben Jahr haben sich folgende Titel bei mir angesammelt:


    Franz Schubert- Lieder
    Gabriel Fauré - Requiem
    Joseph Haydn - Sinfonien 59,39,45
    Felix Mendelssohn - Klavierkonzerte Nr.1 und 2
    Peter Tschaikowsky - Werke für Cello und Orchester
    J. S. Bach - Magnificat
    J. S. Bach - Weihnachtsoratorium
    J.S. Bach - Zwei weltliche Kantaten
    Richard Strauss - Sonaten für Cello und Klavier
    Richard Strauss - Orchesterlieder
    Ludwig van Beethoven - Missa Solemnis
    Espana - Meistersücke für klassische Gitarre
    Camille Saint-Saens - Sinfonie Nr.3, Der Karneval der Tiere
    Don Carlo Gesualdo - Madrigale
    Georg Friedrich Händel - Barocke Konzerte


    Bis jetzt hat mich jede einzelne davon begeistert, auch wenn ich mal riskiert habe, Scheiben zu kaufen, ohne jemals von Werk oder Komponist gehört zu haben (z.B.: Gesualdo - Madrigale: eine der positivsten Überraschungen überhaupt!! Herrlich!!)


    Natürlich kann ich die Aufnahmen nicht im Vergleich zu anderen Interpretationen beurteilen, da es in fast allen Fällen die einzigen sind, die ich besitze bzw. jemals gehört habe.
    Fragen zu Inhalt, Besetzung usw. beantworte ich aber gerne, soweit ich die Antworten im Booklet finde.


    Übrigens ist die CD "Händel - Barocke Konzerte" als Promo zusammen mit dem Katalog der Sammlung für 2,99€ erhältlich (wohl zum anfixen :wacky: )


    Liebe Grüße!!
    Violoncellchen

    Ich benutze gerade das interaktive Webradio "Musicovery.com". Kennt das jemand?


    Dort kann man ein Genre (in meinem Fall "Classical") und die momentane Stimmungslage zwischen Energetic, Clam, Dark und Positive auswählen (in meinem Fall "Calm").


    Die automatisch für meine Bedürfnisse zusammengestellte Playlist sieht aus wie folgt:


    Beethoven: Klavierkonzert Nr.3 - Largo
    Gluck: Orpheus und Eurydicke: Reigen seliger Geister
    Strauss: Letzte Lieder: Im Abendrot
    Pergolesi: Stabat Mater: Introduction
    Bartok: Rumänische Tänze: Allegro Moderato
    Debussy: Claire de Lune
    ...


    Nette Sache, wenn man ohnehin gerade im Internet ist, und zu faul, sich eine eigenen Playlist zusammenzustellen resp. aufzustehen und zum CD-Regal zu laufen. Vor allem, da bei mir die Musik immer zur Stimmung passen muss. Die Auswahl macht das Programm ganz gut. Für HiFi-Qualität wollen die aber leider Geld sehen :(

    ...und Barbarina sucht ihre Nadel neuerdings in der Pizza.


    Was das soll, verstehen wohl auch nur die Macher dieses Werbespots...immerhin haben sie ihre Pizza-Werbung mit der Arie "L'ho perduta" aus dem Figaro unterlegt.
    Ich denke jedoch, dass hier die Klassische Musik die altmodische, langweilige Pizza (rund) symbolisiert, im Gegensatz zur neuen, modernen super-hippen, mit fetziger Musik unterlegten Pizza (eckig).
    Hier wird Klassik also eher in einem negativen Kontext benutzt.
    (Und dann ausgerechnet diese wunderschöne Arie aus meiner Lieblingsoper meines Lieblingskomponisten :motz: :no: )


    ...nie wieder Pizza !!! egal ob eckig oder rund ... macht eh alles fett!!! *schmoll*



    Und gerade höre ich noch wie der Türkische Marsch (mehrstimmig a cappella gesungen) einen Spot der Postbank bedudelt...hier soll wohl eine Athmosphäre von Freude und Sorglosigkeit untermalt werden, daher nicht mal eine schlechte Wahl...