Beiträge von Joseph II.

    Mehr Beethoven unter Kegel

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    Nr. 2* & 5**

    RSO Leipzig

    Kongreßhalle, Leipzig, 25. September 1973* (Konzertmitschnitt)

    Schauspielhaus, Berlin, 7. Oktober 1986** (Konzertmitschnitt)

    Weitblick/DRA

    Barcode: 4033008902720


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    Nr. 3* & 8**

    RSO Leipzig

    Kongreßhalle, Leipzig, 14. Mai 1974** & 2. September 1975* (Konzertmitschnitte)

    Weitblick/DRA

    Barode: 4033008900511


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    Nr. 5 & 6 (+ Egmont-Ouvertüre)

    Dresdner Philharmonie

    Suntory Hall, Tokio, 18. Oktober 1989 (Konzertmitschnitt)

    Altus

    Barcode: 4543638800568


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    Nr. 7

    Staatskapelle Dresden

    Lukaskirche, Dresden, 16.-20. September 1969 (Studio)

    Weitblick/DRA

    Barcode: 4033008905808


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    Nr. 9

    Hruba-Freiberger, Lang, Schwartner, Polster

    Rundfunkchor Leipzig

    Gewandhauschor Leipzig

    RSO Leipzig

    Gewandhaus, Leizig, 31. Juli 1987 (Galakonzert)

    Weitblick/DRA

    Barcode: 4033008906605

    Ich kann die hier immer wieder und wieder geäußerte Kritik an Kegels Beethoven-Sinfonien nur schwer nachvollziehen.

    Ich verstehe es eigentlich auch nicht. Mir gefiel besonders auch immer Herbert Kegels Beethoven-Neunte wegen der Solisten, aber auch wegen des phänomenalen Chores. Es gab wohl keinen besseren ostdeutschen Rundfunkchor als den aus Leipzig.


    Wer die Studioeinspielungen so medioker findet: Etliche der Beethoven-Symphonien (ich meine, Nr. 2, 3, 5, 6, 7, 8 und 9) gibt es auch live mit Kegel (Labels Weitblick und Altus).



    Gesehen bereits kurz nach Erscheinen und abermals vor wenigen Tagen. So etwas kriegen wirklich nur die Briten hin. Eigentlich schier unglaublich, aber auf Tatsachen beruhend, teils auch urkomisch und im besten Sinne "very British". Ben Wishaw ist ja längst kein Geheimtipp mehr. Und auch Hugh Grant zeigt, welch großartiger Schauspieler er abseits des Mainstreams sein kann. Eine Empfehlung in allen Belangen. Die deutsche Synchronisation kenne ich allerdings nicht, da ich es im englischen Original sah.


    »A Very English Scandal« ist die schockierende wahre Geschichte des ersten britischen Politikers, der wegen Verschwörung zum Mord angeklagt wurde. Es sind die späten 1960er, Homosexualität wurde gerade erst entkriminalisiert und Jeremy Thorpe, der Führer der Liberalen Partei und jüngster Chef einer britischen politischen Partei in hundert Jahren, hat ein Geheimnis, dass er verzweifelt verbergen will.


    Rein orchestral wäre Karajan schon eine Empfehlung wert, aber eine Oper besteht eben auch aus Sängern. Leider hat er um 1960 keine Einspielung für Decca vorgelegt. Diese könnte heute wohl so legendär sein wie seine "Bohème".


    Leinsdorf ist insgesamt sicherlich adäquater, allerdings ist mir Jussi Björling zu lyrisch, nicht mehr ganz auf der Höhe und Birgit Nilsson auch nur bedingt gewachsen. Dann doch lieber die berühmte Einspielung mit Franco Corelli unter Molinari-Pradelli von 1965. Er war Calaf. Dass Nilsson/Corelli 1961 live unter Stokowski noch etwas besser gewesen sein mögen, täuscht leider nicht über die sehr bescheidene Klangqualität hinweg. Die Studioeinspielung (natürlich schon in Stereo) war nach meinem Eindruck über Dekaden hinweg schlicht und ergreifend die Standardempfehlung. Ein neueres digitales Remastering stünde vielleicht mal an - bis heute gibt es nur dasjenige von 1988. Da lässt sich gewiss noch mehr herausholen.



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    Zurecht genannt wurden die Verfilmungen durch italienische Regisseure, wobei ich die älteste von 1954 nicht kenne. Die Zeffirelli-Version von 1968 ist für meine Begriffe schlechterdings ideal, soweit das bei einer Filmadaption überhaupt möglich ist. Zwei Oscars, zwei weitere Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie) sowie Golden Globes für die beiden Hauptdarsteller besaßen damals noch wirkliche Aussagekraft. Die Natürlichkeit von Leonard Whiting und Olivia Hussey, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten (Juli bis Oktober 1967) 17 und 16 Jahre alt, ist unnachahmlich. Die neueste Filmadaption von 2013 ist für sich genommen gar nicht übel und glänzt durch eine imposante Kulisse, doch hat sie m. E. im direkten Vergleich das klare Nachsehen. Die Hauptakteure spielen ihre Parts sehr rollendeckend, doch fehlt die Magie der Zeffirelli-Verfilmung, wo die beiden einfach Romeo und Julia sind. Mittlerweile ist sie auch auf Blu-ray erhältlich.



    Hier noch ein berückend unverstelltes Interview mit Leonard Whiting und Olivia Hussey kurz nach Abschluss des Drehs aus dem Jahre 1967.


    Ich habe keine Ahnung, was Du wissen willst. Darum schreiben ich einfach was ich weiß!

    Lieber Caruso,


    es ging mir um einen Vergleich der beiden Aufnahmen unter Alain Lombard. Ich hätte dies wohl noch etwas genauer formulieren sollen.

    Dem bist Du nun allerdings ohnehin nachgekommen und hast, wie üblich, überaus fachkundig das Entscheidende geschrieben, wofür ich danke.


    Es ist interessant, dass man einen seinerzeit kaum 24-jährigen Dirigenten mit dem Querschnitt betraute, wo er sich offenkundig bewährte, durfte er vier Jahre später dann ja auch die Gesamtaufnahme leiten.


    Man hätte sich in der Gesamteinspielung vielleicht andere Solisten gewünscht. Andererseits, meine ich, kann etwas Italianità á la Corelli bei einem in Verona angesiedelten Topos der Weltliteratur auch nicht völlig schaden.


    Alan Blyth schrieb im "Gramophone" im Zusammenhang mit der damals neu erschienenen Aufnahme unter Slatkin: "[...] the Lombard [recording] sounds unidiomatic beside the new one though Freni’s and Corelli’s juicy, Italianate voices aren’t wholly out of place in a Verona setting."


    Beste Grüße

    Das Verhalten der großen alten Pultgiganten gegenüber Sängern, gerade gegenüber Sängerinnen, wäre ein Kapitel für sich. Bernsteins (offenbar erfolgter) Ausfall gegenüber Frau Janowitz war wohl kein Ruhmesblatt, aber man sollte das schon mal ein wenig in die damalige Zeit einordnen, in der solche Szenen durchaus noch vorkamen. Mir fiel in dem Zusammenhang jedenfalls sofort ein Vorfall ein, wo Knappertsbusch gegenüber Birgit Nilsson dermaßen ekelhaft gewesen sein soll, dass diese sogar in Tränen ausbrach. Trotzdem sprach sie später stets in den höchsten Tönen vom "General" (ich glaube, das waren ihre Worte). Und ob des greisen Klemperer Anzüglichkeiten gegenüber jungen Sängerinnen wirklich so viel besser waren, sei mal dahingestellt. Jedenfalls hat uns Bernstein einen der legendärsten "Fidelios" überhaupt beschert und mindert dieser Vorfall meine Wertschätzung für diesen Dirigenten in gar keiner Weise. Das darf man auch anders sehen, sollte dann aber auch bei anderen Dirigenten mit demselben strengen Maß messen.

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    Charles Gounod
    "Roméo et Juliette"
    Oper in fünf Akten (Konzertfassung)


    Roméo: Michel Marimpouy

    Juliette: Yvonne Bernard

    et. al.


    Orchestre National de l'Opéra de Monte-Carlo

    Jean Laforge

    Aufnahme: 1971




    Eine idiomatisch besetzte Kurzfassung (70 Min.) dieser Grand opéra.

    Da ich mich gerade mit den verschiedenen musikalischen Adaptionen des Romeo-und-Julia-Stoffes beschäftige, stieß ich zwangsläufig auch auf die Grand opéra von Charles Gounod.

    Zu den Aufnahmen ist ja bereits einiges gesagt worden. Mich würde insbesondere Folgendes interessieren:


    Es gibt neben der bekannten EMI-Gesamteinspielung unter Alain Lombard von 1968 auch einen wenige Jahre zuvor unter seinem Dirigat entstandenen Querschnitt von 1964. Gemeint sind diese Aufnahmen:


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    Die tendenziellen Schwachpunkte der Gesamtaufnahme wurden mit den beiden Titelrollen (Corelli und Freni) ja bereits benannt. Nun scheint der Querschnitt die idiomatischeren Sänger aufzubieten (besonders Gedda).

    Auf CD findet man den Querschnitt in der leider vergriffenen, aber hochinteressanten Box 10 Opéras Français, wo für meine Begriffe lauter Highlights in Form von Querschnitten versammelt sind:


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    Barcode: 724357308922

    Kennt jemand eine gut klingende Aufnahme auf CD von Couperins "La Sultane" in der Orchestrierung von Milhaud?

    Das scheint eine Spezialität von Mitropoulos gewesen zu sein. Pierre Monteux hat das auch mal dirigiert (aber ebenfalls nur Mono).

    Die einzige Stereoaufnahme, die ich finde, ist wohl von Pierre Stoll mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Das scheint aber nie auf CD herausgekommen zu sein.


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    Weitere Details: https://www.discogs.com/de/Orc…ventail-D/release/5238518

    20.06

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    Tower Records JP

    Interessant! Enthalten sind Stereo-Mitschnitte von Konzerten Bernard Haitinks mit dem Orchestre National de la RTF vom 12. und 18. Dezember 1961 aus dem Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Die Symphonie Nr. 2 von Sibelius und das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowski sind ja ein Repertoire, das man nicht wirklich mit Haitink in Verbindung bringt. Solistin ist Monique de la Bruchollerie.

    Weitere Details: https://tower.jp/item/5199692/…%9B%B2%E7%AC%AC1%E7%95%AA

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    Pjotr Iljitsch Tschaikowski
    "Romeo und Julia", Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare


    London Philharmonic Orchestra

    Sir John Pritchard
    Aufnahme: Barking Assembly Hall, London, 19. & 22. Juni 1970








    Eine nahezu vergessene Einspielung des populären Werkes. Wohl die einzige CD-Auflage, die es davon gab (EMI "Classics for Pleasure" von 1998). Die ebenfalls enthaltenen Richard-Strauss-Stücke von 1970 werden von Sir Charles Mackerras dirigiert.

    Lieber nemorino,


    auch wenn es mit Rosbaud nichts zu tun hat, berührt mich Deine persönliche Schilderung doch ungemein und kann ich es auch durchaus nachvollziehen aus ähnlicher, wenn auch lange zurückliegender Erfahrung. Ich hoffe, Du findest in der Musik gleichwohl etwas Trost und würde es Dir wirklich wünschen!

    Auch ich danke zudem für Dein Wiederhervorholen dieses Threads. Rosbauds Haydn kann ich ebenfalls mit viel Gewinn hören. Da ist man sogar bereit, mal den recht mäßigen Klang zu vergessen. Und das spricht ja eigentlich wieder Bände, wie gut die Interpretationen sein müssen.


    Beste Grüße!

    Stefan Askenase spielte die beiden Klavierkonzerte von Chopin tatsächlich in Stereo ein. Sie wurden bereits abgebildet:


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    Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Residentie Orkest Den Haag unter Willem van Otterloo (Aufnahme: Concertgebouw, Amsterdam, 25.-26. Juli 1959)


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    Klavierkonzert Nr. 2 mit den Berliner Philharmonikern unter Leopold Ludwig (Aufnahme: Jesus-Christus-Kirche, Berlin, 27.-30. April 1962)

    In der gezeigten Box der kompletten Chopin-Einspielungen aus den 1950er Jahren ist das 2. Klavierkonzert allerdings in einer Monoaufnahme von 1952 unter Fritz Lehmann enthalten. Auf CD scheint die zehn Jahre jüngere Stereoproduktion bisher unverständlicherweise nicht gelangt zu sein. Immerhin ist sie aber als offizieller Download in CD-Qualität verfügbar.

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    Sergei Rachmaninow
    "Francesca da Rimini"

    Oper in zwei Bildern mit Prolog und Epilog


    Makwala Kasraschwili, Wladimir Atlantow, Jewgeni Nesterenko et al.

    Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Moskau

    Mark Ermler

    Aufnahme: Moskau, 1976












    Mit gerade einer Stunde Spieldauer könnte man es wohl fast "Kurzoper" nennen. Ungemein stimmungsvoll bereits das Orchestervorspiel. Das Werk verdiente mehr Bekanntheit. Die Besetzung ist wohl nicht zu toppen. Es handelt sich um die Weltersteinspielung der kompletten Oper.

    Auch wenn mich dieses Repertoire persönlich nur peripher interessiert: Es gibt noch eine weitere Gesamteinspielung der Chandos Anthems.


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    Helen Boatwright, Sopran

    Charles Bressler, Tenor

    Donald Miller, Bass

    Jerrold Held, Bass

    Collegium Musicum of Rutgers University

    Dirigent: Alfred Mann

    Aufnahme: Chaple of the General Theological Seminary, NYC and Vorhees Chapel, Rutgers, New Brunswick, 1966-1968

    Vanguard Classics OVC 8203/04

    Barcode: 723918820323


    Die alten Vanguard-Einspielungen habe ich allgemein in sehr guter Erinnerung, von daher könnte das durchaus eine Empfehlung wert sein. Qobuz und Deezer haben sie im Angebot.

    Nach etlichen Jahren habe ich mich kürzlich wieder verstärkt mit diesem tollen Werk beschäftigt. Ein paar herausragende Aufnahmen wurden im Verlaufe des Threads genannt. Was bisher noch gar nicht zur Sprache kam, ist die Tatsache, dass es eigentlich drei Fassungen von Tschaikowskis "Romeo und Julia" gibt.

    Die Urfassung datiert auf 1869. Im Jahr darauf gab es eine erste Überarbeitung (Zweitfassung 1870), zehn Jahre schließlich eine weitere. Diese Letztfassung von 1880 ist die heute üblicherweise gespielte und liegt dem Gros der Einspielungen zugrunde. In der gewaltigen Diskographie von tchaikovsky-research.net sind alle bekannten offiziellen Aufnahmen gelistet. Während es von der Zweitfassung bis zum heutigen Tage keine im Handel erhältliche Einspielung gibt (die BBC sendete 2007 eine eigene Produktion des BBC Scottish Symphony Orchestra unter Baldur Brönnimann, die jedoch nicht auf CD erschien), liegen von der Erstfassung zumindest folgende vier Einspielungen vor:


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    London Symphony Orchestra/Geoffrey Simon

    Aufnahme: All Saints Church, Tooting, London, I.1981

    Chandos


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    Philharmonia Orchestra/ Dalia Atlas

    Aufnahme: St. Barnabas Church, Mitcham, London, 7.-8.VII.1992

    IMP Classics


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    London Philharmonic Orchestra/Derek Gleeson

    Aufnahme: AIR Studios Lyndhurst Hall, Hampstead, London, 6.IV.1995

    Carlton Classics



    Russian National Orchestra/Vladimir Jurowski

    Aufnahme: DZZ Studio 5, Moskau, 25.-27.IX.2007

    Pentatone

    Ärgerlicherweise ist keine der Aufnahmen z. Zt. so einfach erhältlich. Die Unterschiede zur geläufigen Fassung sind teils frappierend.

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    Pjotr Iljitsch Tschaikowski
    Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23


    Daniel Barenboim, Klavier

    Münchner Philharmoniker

    Sergiu Celibidache
    Aufnahme: Philharmonie, München, 28. Oktober 1991







    Monumentaler hat man dieses Werk wohl auch noch nicht vernommen: 22:38 - 8:19 - 7:42. Eine sehr eigenwillige Interpretation, die aber fraglos ihre Meriten hat und schon wegen ihrer Exzentrik ihren berechtigten Platz in jeder Sammlung haben kann.

    Interessant, fiel mir gar nicht auf. Nicht undenkbar. Alfred Walter benötigt 77:50 und kommt gerade noch mit einer CD aus, George Alexander Albrecht hingegen 83:12, also zwei CDs.

    Es ist ein gewaltiges Monumentalwerk, irgendwo zwischen Bruckner und Mahler, das mich von allen Furtwängler-Symphonien immer am meisten ansprach, so dass ich wirklich gespannt bin auf diese Neuerscheinung.


    Nach vielen Jahren erscheint nun eine weitere Einspielung der 1. Symphonie von Wilhelm Furtwängler. Es spielt die Württembergische Philharmonie Reutlingen unter ihrem seinerzeitigen Chefdirigenten Fawzi Haimor, der zwischen 2017 und 2020 dem Orchester vorstand. Wenn ich das richtig überblicke, ist es tatsächlich erst die dritte Aufnahme nach Alfred Walter (Marco Polo) und George Alexander Albrecht (Arte Nova), die beide ihre Momente haben, wo ich mir aber auch dachte, in dem Werk steckt noch mehr Potential. Hoffen wir also, dass die cpo-Neuproduktion hier neue Erkenntnisse zu liefern imstande ist.

    Danke für die Erinnerung, lieber Norbert.


    Diese NDR-Aufnahmen, die Monteux für Concert Hall eingespielt hat, hätte ich fast vergessen. Irgendwann habe ich schon von ihnen gehört. Es handelt sich um ganz späte Tondokumente des Dirigenten. Entstanden sind sie im Jänner 1963 (Symphonie Nr. 5) und zwischen 6. und 14. Februar 1964 (Romeo und Julia) in der Hamburger Musikhalle (Quelle).

    Nun gut, lieber Joseph, da ich die Romeo- und-Julia-Ouvertüre Tschaikowskys auch sehr liebe, will ich mir stupend aufspielende Blechbläser und markerschütternd knallende Pauken nicht entgehen lassen. Deine Beschreibung hat mich geködert. Ist im Warenkorb, geht mit nächster Bestellung raus.


    Grüße

    Garaguly

    Ich denke, lieber Garaguly, Du wirst die Anschaffung nicht bereuen. Ich sehe diese Interpretation der Fantasie-Ouvertüre schon in der obersten Liga. Sehr gut gefällt mir bei "Romeo und Julia" übrigens auch Solti. Vielleicht sogar meine liebste Tschaikowski-Aufnahme dieses Dirigenten.

    Beste Grüße zurück!

    Monteux bei den Wiener Festwochen 1963

    Pjotr Iljitsch Tschaikowski

    "Romeo und Julia", Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare

    Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23

    Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64


    John Ogdon, Klavier

    London Symphony Orchestra

    Pierre Monteux

    Aufnahme: Großer Saal des Wiener Konzerthauses, 31. Mai 1963







    Ein Konzertmitschnitt der Superlative. Das amerikanische Label Vanguard nahm dieses reine Tschaikowski-Programm während der Wiener Festwochen 1963 mit dem seinerzeit modernsten Equipment in wirklich exzellentem Stereoklangbild auf, doch verschwanden die Bänder fast 30 Jahre in den Archiven und kamen erst 1992 erstmals auf CD heraus. Publikumsgeräusche gibt es praktisch nicht. Der damals 88-jährige Monteux übertrifft sich selbst. Kein Anzeichen von Altersschwäche. Phänomenal die sehr gekonnten Temporückungen. Ogdon, damals gerade 26 Jahre alt, bietet hier eine kongeniale Leistung, die auch seine offizielle Studioeinspielung übertrifft. "Romeo und Julia" habe ich wohl nie besser gehört. Das LSO spielt himmlisch, so dass man es bedauert, dass die Ära Monteux in London nur drei Jahre währte. Monteux hebt die zarten Momente unnachahmlich hervor, lässt aber auch die Blechbläser stupend aufspielen und die Pauken markerschütternd knallen. Kurzum: eine Jahrhundetdarbietung. Höchstwertung in allen Belangen.


    Rezensionen:

    https://www.nytimes.com/1992/0…eux-concert-surfaces.html

    http://www.musicweb-internatio…2/tchaikovsky_monteux.htm


    Pjotr Iljitsch Tschaikowski
    "Romeo und Julia", Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare
    Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23

    Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64

    John Ogdon, Klavier
    London Symphony Orchestra

    Pierre Monteux
    Aufnahme: Großer Saal des Wiener Konzerthauses, 31. Mai 1963






    Ein Konzertmitschnitt der Superlative. Das amerikanische Label Vanguard nahm dieses reine Tschaikowski-Programm während der Wiener Festwochen 1963 mit dem seinerzeit modernsten Equipment in wirklich exzellentem Stereoklangbild auf, doch verschwanden die Bänder fast 30 Jahre in den Archiven und kamen erst 1992 erstmals auf CD heraus. Publikumsgeräusche gibt es praktisch nicht. Der damals 88-jährige Monteux übertrifft sich selbst. Kein Anzeichen von Altersschwäche. Phänomenal die sehr gekonnten Temporückungen. Ogdon, damals gerade 26 Jahre alt, bietet hier eine kongeniale Leistung, die auch seine offizielle Studioeinspielung übertrifft. "Romeo und Julia" habe ich wohl nie besser gehört. Das LSO spielt himmlisch, so dass man es bedauert, dass die Ära Monteux in London nur drei Jahre währte. Monteux hebt die zarten Momente unnachahmlich hervor, lässt aber auch die Blechbläser stupend aufspielen und die Pauken markerschütternd knallen. Kurzum: eine Jahrhundetdarbietung. Höchstwertung in allen Belangen.


    Pjotr Iljitsch Tschaikowski
    "Romeo und Julia", Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare


    Boston Symphony Orchestra
    Charles Munch

    Aufnahme: Symphony Hall, Boston, 3/1956 sowie 4/1961









    Charles Munch spielte dieses Werk tatsächlich zweimal in Stereo ein. Die frühere Aufnahme ist fast zwei Minuten flotter.

    Eine wirklich tolle Ouvertüre, die hier gewiss noch nicht genannt wurde, stammt von Sir William Walton. Es handelt sich im wahrsten Sinne des Wortes um Filmmusik, was freilich überhaupt kein Qualitätskriterium sein sollte, wenn der Komponist vom Range Waltons ist. Gemeint ist das Vorspiel zur Shakespeare-Verfilmung von "Richard III." von Sir Laurence Olivier von 1955. Die gelungenste Aufnahme, künstlerisch wie klanglich, stellt für mich die Einspielung des National Philharmonic Orchestra unter Bernard Herrmann dar, der ja selbst ebenfalls komponierte (Aufnahme: Decca Studios, West Hampstead, London, März 1974).

    Man bekommt die Aufnahme auf folgenden CDs:


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    Die alte NAXOS-Aufnahme hatte ich auch mal. War da nicht auch sowas ähnliches wie ein Stück namens "Kaisermarsch" mit drauf?

    Ich fand diese NAXOS-CD insgesamt nicht überzeigend, weshalb sie auch schon seit Ewigkeiten aus meiner Sammlung entfernt ist.


    Grüße

    Garaguly

    Ja, genau. Es dauerte Jahrzehnte, bis nun eine weitere "Polonia"-Aufnahme herauskam. Bei Wagners Bearbeitung von "Rule Britannia" kommt man nach wie vor nicht an der CD vorbei, deswegen habe ich das auch behalten. Aussehen tut es übrigens wie folgt:




    Beim ebenfalls enthaltenen Großen Festmarsch rate ich unbedingt zur Einspielung von Marek Janowski mit dem London Symphony Orchestra, die von 1972 stammt und bis heute unübertroffen ist. Loriot hat genau diese Aufnahme bei seinem 60. Geburtstag verwendet. Findet sich u. a. hierauf:


    Auch er war kein Gott, sondern ein Mensch und somit auch (künstlerisch) fehlbar.

    Und ich glaube, Bernstein war auch ein Dirigent, der sich dessen bewusst war und es offen zugegeben hätte. Ihm ging es ja letztlich doch stets um die Musik, nicht um ihn selbst. So zumindest mein Eindruck.


    Apropos, Bernstein war ja auch insofern sympathisch, als er sich durchaus mit den Interpretationen seiner Dirigentenkollegen ernsthaft auseinandersetzte. So saß er öfter in Konzerten derselben und offenbar durchaus auch mit Gewinn für ihn selbst. Es gibt da eine kolportierte Geschichte, dass er auch einmal in einem Mahler-Konzert von Giuseppe Sinopoli gewesen wäre (wohl Anfang/Mitte der 1980er Jahre, als Sinopoli plötzlich berühmt wurde). Kurz gesagt, es soll für Lenny eine Qual sondergleichen gewesen sein, doch musste er durchhalten - eine Mahler-Symphonie ist bekanntlich lang. Das war wohl einer der ganz wenigen Fälle, wo er sich danach abfällig über einen Kollegen geäußert haben soll. Sinopoli hielt er jedenfalls demnach für einen Scharlatan.

    Mir tut sich schon mehr und mehr der Eindruck auf, als habe man Thielemann elegant loswerden wollen.


    Welt Online hat (leider nur als Bezahlartikel) derzeit einen Brief von Elmar Krekeler an Christian Thielemann mit dem Titel "Sie werden noch gebraucht!" zu dem Thema, wo auch gemutmaßt wird, dass es daran liegen könnte, dass er als Konservativer angeblich nicht mehr in die Klassikzukunft passe.