Beiträge von Joseph II.

    Nachdem ich mir diese neue Einspielung unter Storgards nun auch komplett angehört habe, möchte ich die sehr positive Einschätzung gerne unterstreichen. Das ist sowohl künstlerisch als auch klanglich ganz weit vorne anzusiedeln. Ich habe mir auch die Mühe gemacht, den Schluss mit diversen anderen mir vorliegenden Aufnahmen zu vergleichen. So gut das Remastering bei Kondrashin und Roschdestwenski auch gelungen ist, da kann die ältere Tontechnik nicht mehr ganz mithalten. Auch Stokowskis legendäre HiFi-Aufnahme fällt ab, von Mrawinski (Mono) ganz zu schweigen. Was mir gefällt, ist, dass Storgards den großen Atem hat, der bei der Elften m. E. wichtig ist. Hierin kommt er schon nahe an die späte Einspielung unter Rostropowitsch (vgl. Beitrag 35) heran, bei der die Glocken zuletzt nach meinem Eindruck sogar noch gewaltiger nachhallen. Rostropowitsch (auch klanglich sehr gut) bleibt mein Favorit, aber Storgards darf sich gleich dahinter einreihen.

    Nun stieß ich durch Zufall auf ein mir bis dato völlig unbekanntes Gemälde von Raffael:


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    Das als Bildnis eines jungen Mannes bezeichnete Portrait soll 1513/14 entstanden sein. Zuletzt befand es sich im Czartoryski-Museum in Krakau, gilt aber seit dem Jahre 1945 als verschollen. Zuvor war es 1939 von der Gestapo im Auftrag des Generalgouverneurs Hans Frank widerrechtlich beschlagnahmt worden. Zeitweise befand es sich danach in Berlin, Dresden sowie als Teil der Kollektion Hitlers in Linz. Im Jänner 1945 kam es auf Betreiben Franks wieder nach Krakau. Auf seiner Flucht hat er es vermutlich nach Schlesien und danach ins oberbayerische Neuhaus am Schliersee mitgenommen. Seit Franks Verhaftung am 4. Mai 1945 verliert sich die Spur. Jedweder Versuch, es wieder aufzufinden, so gerade auf Betreiben des Fürstenhauses Czartoryski, schlug bisher fehl. Es wird von manchen Kunsthistorikern gar als das bedeutendste vermisste Gemälde seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges angesehen. Sein Wert betrüge heute schätzungsweise 100 Millionen US-Dollar. Es könnte sich wiederum um ein Selbstportrait des Meisters handeln. Immerhin hat sich eine Photographie erhalten (oben koloriert).

    Schön, dass an den 500. Todestag des großen Raffael erinnert wird.

    Hier nochmal das verschütt gegangene berühmte Selbstportrait, das er 1506 im Alter von 23 Jahren vollendete:


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    Als Raffael am 6. April 1520, dem Karfreitag, mit gerade einmal 37 Jahren in Rom starb, soll es der Legende nach gar einen Riss im Boden des Vatikans gegeben haben, ähnlich wie bei Christi Tod. An was er genau starb, ist übrigens bis heute strittig. Häufig genannt werden Pest, Malaria oder Syphilis, in Frage kommen aber auch die Folgen eines einfachen Aderlasses.

    Ich habe nach meiner Erinnerung lediglich ein einziges Mal am Karfreitag eine Bach'sche Matthäus-Passion angehört. Das dürfte vor sieben oder acht Jahren gewesen sein. Es war die hochberühmte Einspielung unter Klemperer. Es hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass mir die Johannes-Passion eindeutig mehr liegt. Seither hörte ich jene nach Matthäus nicht mehr komplett. :stumm:

    Es ist schon sehr interessant, wie unterschiedlich die Herangehensweise bei den Jesus-Filmen ist. Ich tendiere eher zu "König der Könige" mit Jeffrey Hunter in der Titelrolle.

    Mir geht es genauso. "King of Kings" hat mit der Filmmusik von Miklós Rózsa m. E. einen weiteren Vorteil.




    Jeffrey Hunter mit seiner charismatischen Ausstrahlung kommt optisch schon nahe an das heran, wie ich mir einen Messias vorstelle. Wenn er im Film zum ersten Mal (ich glaube bei Johannes dem Täufer) vorkommt, entfaltet das eine magische Wirkung, die sich schwer in Worte fassen lässt. Man gewinnt den Eindruck, da eine besondere Person vor sich zu haben, was die Faszination des Jesus von Nazareth annähernd begreiflich macht. Wie ich erst danach erfuhr, starb Hunter nur wenige Jahre nach diesem Film unter sehr unglücklichen Umständen.


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    Zyklus der Klavierkonzerte aus der DDR mit Webersinke und Zechlin (Eterna)

    Damit das mal nicht untergeht, kopiere ich das hier herüber. Es ging konkret um das 5. Klavierkonzert mit Zechlin/K. Sanderling, das jetzt in einer Neuauflage auf CD erschien:


    Eine CD-Erstausgabe ist es offenbar nicht. Ich könnte mir den Fehler auf dem alten LP-Cover dadurch erklären, dass die Klavierkonzerte Nr. 2 (4/1959), Nr. 3 (12/1961) und 4 (1/1960) tatsächlich unter Franz Konwitschny eingespielt wurden, allerdings mit Amadeus Webersinke. Vermutlich hätte in dieser Kombination auch Nr. 5 (6/1963) eingespielt werden sollen, aber da Konwitschny 1962 völlig unerwartet starb, sprang wohl Sanderling ein. Wieso man dann nicht wieder Webersinke als Pianisten wählte, wäre indes die Frage.

    Hier die entsprechenden älteren CD-Ausgaben (Nr. 2 kam offenbar nie als CD heraus):





    Mit Zechlin gibt es offenbar noch das Klavierkonzert Nr. 1 unter Heinz Bongartz (11/1958), wohl auch bisher nicht auf CD.


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    Um das Ganze noch komplizierter zu machen:


    Nr. 1: Hygienemuseum, Dresden, November 26, 1958 (Zechlin/Bongartz)

    Nr. 2: Bethanienkirche, Leipzig, April 5, 1959 (Webersinke/Konwitschny)

    Nr. 3: Kongreßhalle, Leipzig, December 20, 1961 (Zechlin/Konwitschny)

    Nr. 4: Leipzig (?), January 4, 1960 (Webersinke/Konwitschny)

    Nr. 5: Heilandskirche, Leipzig, June 17, 1963 (Zechlin/Sanderling)


    Quelle: https://charm.rhul.ac.uk/discography/disco.html


    Nr. 3 wurde laut der genannten Diskographie und auch laut der alten LP ebenfalls mit Zechlin, nicht mit Webersinke, eingespielt - die CD behauptet letzteres.


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    Ein seltsames Wirrwarr!


    Zusätzlich wurde in der Leipziger Versöhnungskirche im März 1971 noch das Klavierkonzert op. 61a (nach dem Violinkonzert) mit Webersinke/Masur eingespielt:



    Es wäre hoch an der Zeit, dass auch die Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 auf CD erscheinen, am besten in einer Gesamtbox.


    Somit gibt es einen kompletten Zyklus der eigentlich sechs Klavierkonzerte Beethovens aus der DDR, eingespielt zwischen 1958 und 1971.

    Das ist interessant. Hier ist auch der Dirigent richtig angegeben. Die alte ETERNA-Pressung ist mono, die CD scheint aber Stereo zu sein. Sollte ich mir vielleicht gönnen...

    Eine CD-Erstausgabe ist es offenbar nicht. Ich könnte mir den Fehler auf dem alten LP-Cover dadurch erklären, dass die Klavierkonzerte Nr. 2 (4/1959), Nr. 3 (12/1961) und 4 (1/1960) tatsächlich unter Franz Konwitschny eingespielt wurden, allerdings mit Amadeus Webersinke. Vermutlich hätte in dieser Kombination auch Nr. 5 (6/1963) eingespielt werden sollen, aber da Konwitschny 1962 völlig unerwartet starb, sprang wohl Sanderling ein. Wieso man dann nicht wieder Webersinke als Pianisten wählte, wäre indes die Frage.

    Hier die entsprechenden älteren CD-Ausgaben (Nr. 2 kam offenbar nie als CD heraus):





    Mit Zechlin gibt es offenbar noch das Klavierkonzert Nr. 1 unter Heinz Bongartz (11/1958), wohl auch bisher nicht auf CD.


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    Um das Ganze noch komplizierter zu machen:


    Nr. 1: Hygienemuseum, Dresden, November 26, 1958 (Zechlin/Bongartz)

    Nr. 2: Bethanienkirche, Leipzig, April 5, 1959 (Webersinke/Konwitschny)

    Nr. 3: Kongreßhalle, Leipzig, December 20, 1961 (Zechlin/Konwitschny)

    Nr. 4: Leipzig (?), January 4, 1960 (Webersinke/Konwitschny)

    Nr. 5: Heilandskirche, Leipzig, June 17, 1963 (Zechlin/Sanderling)


    Quelle: https://charm.rhul.ac.uk/discography/disco.html


    Nr. 3 wurde laut der genannten Diskographie und auch laut der alten LP ebenfalls mit Zechlin, nicht mit Webersinke, eingespielt - die CD behauptet letzteres.


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    Ein seltsames Wirrwarr!

    Pauken in der Finalcoda

    Nebenbei: Das Finale der Ersten ist ein Traum (schon wegen Stafan Rapp, dem Schlagzeuger).

    Wem es bei Brahms' 1. Symphonie um die Pauken geht, der sollte auch Aufnahmen bedenken, die am Ende den zusätzlichen Paukenpart beinhalten. Ich weiß nicht genau, auf wen der zurückgeht, doch verwendeten ihn so unterschiedliche Dirigenten wie Toscanini, Cantelli, Steinberg, Leinsdorf und Bernstein (nicht in jeder seiner Aufnahmen). So ertönen dort in der Coda des Finales im Choral die Pauken und ganz zuletzt nochmal galoppartig. Mir persönlich gefiel diese Variation immer, auch wenn sie Brahms schwerlich selbst vorgesehen hat.


    Beispielhaft kann man das im Video mit Toscanini und in Bernsteins ganz später Aufnahme mit dem Boston Symphony Orchestra beim Tanglewood Festival 1985 hören (leider nie auf CD erschienen). Die übertrifft für meine Begriffe sogar noch seine DG-Einspielung mit den Wiener Philharmonikern.



    Hieraus:



    Carl Nielsen

    Helios-Ouvertüre op. 17
    Saga-drøm op. 39

    Pan og Syrinx op. 49

    Eine Phantasiereise auf die Färöer-Inseln FS 123


    Dänisches Nationales Rundfunk-Symphonieorchester
    Gennadi Roschdestwenski
    Aufnahme: 1993






    Anno 2006 schlug Ben Cohrs diese Reihenfolge der Orchesterwerke vor, um eine "Symphonie Nr. 7" von Carl Nielsen zu kreieren. Ich bin gespannt.

    Dabei habe ich festgestellt, dass er den gleichen Fehler macht, wie oft der späte Swetlanow viele Sätze der Werke zu lange auszuzelebrieren.

    Lieber Wolfgang,


    danke für Deine Einschätzung. Wir sehen ja vieles ähnlich und auch ich finde es schade, dass es von Alexander Sladkovsky viel zu wenige offizielle Aufnahmen gibt. Melodija hat ihn ja durchaus zu seinem Aushängeschild gemacht, aber vermutlich hat auch dieses Label nicht mehr die Ressourcen wie noch zu Sowjetzeiten. Er macht jedenfalls deutlich mehr als anhand der relativ wenigen Einspielungen abzuleiten ist. Diese russische Digital Concert Hall bietet eine Fülle an Konzerten mit Sladkovsky (derzeit ein netter Zeitvertreib).


    Ob es nun ein "Fehler" ist, Rachmaninow zu zelebrieren, sei mal dahingestellt. Ich finde eigentlich, dass er einer der Komponisten ist, wo ein solcher Ansatz durchaus seine Berechtigung hat. Ich kann daher auch keinen Rückschritt darin erkennen, wenn sich Swetlanows Rachmaninow-Auffassung im Alter änderte. Ich kenne auch die gezeigten früheren Aufnahmen, die aber im direkten Vergleich klanglich schon deutlich abfallen (wie das auf LP geklungen hat, möchte ich gar nicht wissen). Dagegen sind die späten Einspielungen aus den 1990er Jahren klanglich kaum zu toppen (die Exton-Auflagen sind übrigens identisch mit denen von Warner - scheinbar hat Warner diese zeitweise lizenziert herausbringen dürfen). Gerade auch die 1. Symphonie kann ich mir wahrlich nicht besser vorstellen als in Swetlanows letzter Einspielung davon (da sind wir ja d'accord). Fulminanter kann man den Abschluss nicht herüberbringen.



    Ich habe gestern übrigens noch die Einspielung der Zweiten mit dem Concertgebouw-Orchester unter Ashkenazy angehört (Decca) und war doch sehr angetan. Klanglich ist das nahe am Optimum, und auch künstlerisch liefert Ashkenazy eine tadellose Interpretation, welche die Extreme vermeidet und zum Kennenlernen des Werkes besonders geeignet erscheint. Ich würde die Aufnahme zwar nicht meinem favorisierten Swetlanow vorziehen, aber bei den westlichen Aufnahmen darf sie einen Spitzenplatz beanspruchen.



    Dieser Film von 2018 handelt vom Leben von Maria Stuart, Königin von Schottland, und ihrer Beziehung zu Elisabeth I. von England. Im Fokus stehen die turbulenten Jahre von Marias tatsächlicher Regierung zwischen 1561 und 1567. Der Film hat durchaus seine Meriten, auch wenn er historisch nicht sonderlich akkurat daherkommt. Wirklich ärgerlich aber, dass man Thomas Randolph, den englischen Botschafter am schottischen Hof, mit einem schwarzen Schauspieler besetzte - das ist in dieser Form einfach unvorstellbar. Diese ahistorisch oktroyierte nachträgliche Political correctness in Historienfilmen muss man in den letzten Jahren vermehrt feststellen (so eine schwarze Margarete von Anjou in The Hollow Crown und ein schwarzer Inspektor Javert in der jüngsten BBC-Verfilmung von Les Misérables). Ich persönlich halte davon gar nichts. Es beschönigt die tatsächlichen seinerzeitigen Sachverhalte.

    Wahnsinnsinterpretation!


    Das bestens aufgelegte Russische Nationalorchester unter dem energischen Dirigat von Alexander Sladkovsky.


    So intensiv habe ich das seit Swetlanows später Einspielung nicht gehört. Die Emotionalität ganz am Ende ist kaum in Worte zu fassen. Wie Swetlanow nimmt Sladkovsky gekonnt das Tempo heraus und erzielt einen Gänsehauteffekt.


    Ich konnte gerade in ein paar Auszüge via Deezer reinhören (komplett wohl erst am 3. April verfügbar). Soviel kann man aber schon sagen: An die alte Beecham-Einspielung reicht es nicht heran, nicht einmal klangtechnisch. Würde ich mir auch nicht zulegen. Überhaupt bin ich gar nicht mal der große Fan dieser Bearbeitung, die mir schon seit Jahren viel zu opernhaft anmutet. Viel besser finde ich Beechams eigene Bearbeitung von Solomon, u. a. mit zusätzlichen Blechbläsern im gewaltigen Doppelchor am Ende. :thumbup:


    Richard Wagner (arr. L. Stokowski)
    Symphonische Synthese aus "Tristan und Isolde"


    Philadelphia Orchestra
    Leopold Stokowski
    Aufnahme: 1960









    Ein historisch bedeutsames Tondokument. Im Februar 1960 kehrte Stokowski nach 19 Jahren Abwesenheit zu "seinem" Philadelphia Orchestra zurück, das er fast 30 Jahre geleitet hatte. Auf einem der beiden Konzertprogramme standen die auf dieser CD enthaltenen Werke, die 1. Symphonie von Brahms im gleißenden Hollywood-Sound (in der Finalcoda merkt man, dass Stokowskis ursprüngliche Profession die eines Organisten war, das Orchester klingt wie eine Orgel) sowie ein 25-minütiges Arrangement von Musik aus dem zweiten und dritten Aufzug von Wagners Tristan, wo dieser Dirigent naturgemäß voll in seinem Element ist. Die technische Aufbereitung des Labels Guild ist absolut vorbildlich. Sehr räumliches Stereo, praktisch alle Störgeräusche wurden getilgt. Der berühmte Stokowski Sound kommt sehr gut herüber. Die "Phillies" können ihrem ehemaligen Chef nach wie vor tadellos folgen.

    Hier kann man reinhören:


    Rattle hat an der Wiener Staatsoper vor ein paar Jahren auch einen kompletten Ring dirigiert. Als Wagner-Dirigent genießt er in Wien keinen guten Ruf. Die Stimmung im Publikum verschlechterte sich von Abend zu Abend. Vor Beginn des III. Aufzuges der Götterdämmerung wurde Sir Simon minutenlang gnadenlos ausgebuht - so etwas hat man in der Schärfte auch selten erlebt. Rattle versuchte es nach außen gelassen zu nehmen, doch das Orchester war danach hörbar beeinträchtigt, es hagelte eine Unsauberkeit nach der anderen. Große Heiterkeit im Publikum bei einem fatalen, unfreiwillig komischen Missgriff bei den Blechbläsern. Man fragt sich, ob Rattle dort je wieder freiwillig auftreten wird.

    Der Sonnenaufgang in der Wüste ist für mich die schönste Filmmusik aller Zeiten!

    Ich bin geneigt, Dir beizupflichten. Die ist wirklich unter den besten überhaupt. Maurice Jarre bekam nicht grundlos dreimal den Oscar (neun Nominierungen) und vier Golden Globes (zehn Nominierungen). In der Klasse gibt es nicht allzu viele Komponisten von Filmmusik.

    Hier die Ouvertüre des Films (ich liebe ja Filme, die noch eine solche besaßen, leider völlig aus der Mode gekommen):


    Ich muss mich selbst korrigieren. Dieser hochinteressante Aufsatz von Friedrich Karl Engel schließt die Aufnahme von Furtwängler eher aus. Die Tendenz geht zu einer 1943 entstandenen Aufnahme unter Karl Böhm. Offenbar stand das Bruckner-Adagio entgegen der Legende gar nicht so singulär im Zentrum der Rundfunksendung. Es wurden auch Ausschnitte aus Wagners Rheingold und Götterdämmerung (wohl Siegfrieds Trauermarsch) und am Ende der Trauermarsch aus der Eroica gesendet.

    Habe mal gelesen - vielleicht bei Walter Kempowski in "Tadellöser & Wolff" - dass in den Untergangswochen des Dritten Reiches der deutsche Rundfunk sehr viel Orchestrales von Wagner und langsame Sätze aus Bruckner-Symphonien gespielt habe.

    Beim Tode des "Führers" erklang nach der Bekanntgabe durch Dönitz das Adagio aus Bruckners Siebenter im Reichsrundfunk, höchstwahrscheinlich in der Furtwängler-Aufnahme von 1942.

    Lieber Willi,


    das steht ja häufig so bei Amazon. Weiter unten steht dort aber auch: Erscheinungsdatum: 15. Mai 2020. Ich hoffe, dass es eingehalten werden kann.

    Folgende CD wurde jetzt auf 8. Mai verschoben - sollte ursprünglich schon am 20. März erschienen sein. Ob das mit Corona zusammenhängt, kann ich nicht sagen.


    Am 15. Mai erscheint erstmals offiziell auf CD:




    Die Einspielungen datieren auf die Jahre 1962 bis 1966 und entstanden für das Label Command. Später fielen die Rechte an Universal; die Aufnahmen gerieten über Jahrzehnte in Vergessenheit. Nun endlich kommen sie also komplett digitalisiert auf dem DG-Label heraus. Obwohl sie heute im Schatten der etwa zeitgleich in Amerika entstandenen Beethoven-Zyklen von Bernstein (New York), Szell (Cleveland), Solti (Chicago), Ormandy (Philadelphia) und Leinsdorf (Boston) stehen, genießt der Steinberg/Pittsburgh-Zyklus in Kennerkreisen einen sehr guten Ruf. Von daher eine hoch erfreuliche Nachricht im Beethoven-Jahr. Es wäre zu hoffen, dass Rechteinhaber Universal nun auch die übrigen zahlreichen Pittsburgher Aufnahmen von William Steinberg für Command auf den Markt bringt.

    In diesen Zeiten hat man vermehrt Zeit für überlange kinematographische Monumentalwerke:



    Lawrence von Arabien (1962)

    Ich weiß nicht, ob ich diesen berühmten Klassiker zuvor überhaupt je komplett gesehen habe - wenn, dann muss das an die zwanzig Jahre her sein. Die Faszination stellt sich jedenfalls nach wie vor ein. Der große Durchbruch von Peter O'Toole, einem meiner liebsten Schauspieler überhaupt. Dirigent der Oscar-prämierten Filmmusik war Sir Adrian Boult mit dem London Philharmonic Orchestra (wobei es strittig ist, ob er wirklich alles selbst dirigiert hat).

    Jetzt ist mir noch danach:



    Johann Sebastian Bach
    diverse Orchester-Arrangements durch Leopold Stokowski

    darunter BWV 565, BWV 578, BWV 582 und die Air aus BWV 1068


    Leopold Stokowski Symphony Orchestra
    Leopold Stokowski
    Aufnahme: 1957/58








    Einzeln sah die CD so aus: