Beiträge von Joseph II.

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    Jean Sibelius
    Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 52


    Hallé Orchestra
    Sir John Barbirolli


    Aufnahme: Kingsway Hall, London, 27.-28. Mai 1969








    Als musikalischer Tagesabschluss noch dieses etwas unterschätzte Werk. Bereits bei den ersten Takten merkt man, wieso Barbirolli als einer der größten Sibelius-Interpreten gilt. Eine unglaubliche Intensität von Anfang an, die unweigerlich mitreißt. Das neue Remastering im Hi-Res-Klangformat lässt keine Wünsche offen.

    Erscheint morgen in CD-Form (auch wenn es der Werbepartner noch nicht listet):


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    Das Label Heritage bringt in Zusammenarbeit mit der BBC die Symphonien Nr. 8, 9, 22 & 24 von Havergal Brian in Rundfunkproduktionen aus den 1970er Jahren unter dem in diesem Repertoire exzellenten Myer Fredman.


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    Und zumindest digital wird Fabio Luisis Nielsen-Zyklus für die DG ebenfalls morgen vollendet. Wahrscheinlich kommt das über kurz oder lang in einer CD-Box.


    Johann Gottlieb Naumann
    Te Deum für Chor und Orchester


    Chor der Staatsoper Dresden
    Staatskapelle Dresden
    Herbert Blomstedt

    Aufnahme: Kulturpalast Dresden, 18. Dezember 1980






    Was für ein tolles Werk, komponiert 1778. Eines der überzeugendsten Te Deums, das ich überhaupt kenne. Die Darbietung ist zudem absolut stimmig und überzeugend.

    Es kommt nach meiner Beobachtung bei Momox auch darauf an. Manchmal ist man erstaunt, wieviel man für diese und jene Disc bekommt, wo man es nicht erwartet hätte. Ich gebe aber zu, dass diese freudigen Überraschungen stark abgenommen haben und man selbst für hochwertige Riesenboxen manchmal nur Centbeträge in Aussicht gestellt bekommt. Von daher ging mein Verkauf auch deutlich zurück, wobei ich das Glück hatte, viele CDs schon vor einigen Jahren verkauft zu haben, wo 5 EUR und mehr für eine x-beliebige keine Seltenheit waren, teils sogar deutlich darüber.

    Ohne Joseph II. wäre ich niemals auf diese Aufnahme gestoßen, und mit dieser Aufnahme stieß er ungewollt einen kleinen "Le Chasseur maudit-Hype" bei mir an...

    Das nehme ich als Kompliment, lieber Norbert. Es freut mich, dass das Werk bei Dir auf so großes Interesse stößt. Ich finde, es ist das am leichtesten zugängliche Orchesterwerk von César Franck. Lohnenswert sind freilich auch die übrigen.

    Vielen Dank für den Hinweis!

    vorallem wenn ich an seine frühen Aufnahmen mit Radio-Sinfonie-Orchester Berlin (1964-75) denke

    Tatsächlich dürfte das der interessanteste Teil des Würfels werden, da das meiste andere schon seit langem in anderer Form erhältlich ist. Aus Maazels Zeit beim RSO Berlin allerdings gibt es immer noch Beispiele, die bisher nicht auf CD so einfach greifbar waren oder zumindest nur ganz kurzzeitig. Da das Philips-Aufnahmen waren, hoffe ich, dass die hier berücksichtigt werden.

    Bertarido und ich sind ja nicht immer einer Meinung, in der Frage aber kann ich ihn vollauf verstehen und verfahre mittlerweile weitgehend ganz ähnlich. Schon etliche Pakete voller CDs gingen an Momox, was sich als bedeutend einfacher und unkomplizierter erwies als etwa via Ebay. Es gibt freilich CDs, die ich behalte, entweder weil sie mir doch viel bedeuten (oft Japan-Importe) oder schlichtweg, weil Momox sie nicht nähme (gar nicht so selten) oder absurd geringe Summen anböte (15 Cent).

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    Richard Wagner
    "Das Rheingold" (Querschnitt)


    Frantz, Metternich, Schock, Melchert, Blatter, Siewert, Otto, Muszely, Wagner, Kusche


    Staatskapelle Berlin

    Rudolf Kempe


    Aufnahme: Grunewaldkirche, Berlin, 4.-6. März 1959










    Der Vorabend des "Rings" als "Kurzoper" noch zum Tagesausklang. Sängerisch neben Solti nach wie vor die Messlatte. Einziger Wermutstropfen, dass es keine Gesamtaufnahme wurde. Klanglich war es noch nie besser als nun dank Tower Records Japan.

    Nachtrag: Eine durchaus hörenswerte Angelegenheit, so man bereit ist, sich auf den auch für 1952er Verhältnisse nicht ganz idealen Mono-Klang einzulassen. Das Spiel des Hallé Orchestra ist nicht über jeden Zweifel erhaben, stellenweise gibt es leichte Unsauberkeiten. Die späteren Darbietungen des Dirigenten sind noch packender und klingen besser (Stereo). Pathos spielt hier noch keine derart bedeutende Rolle, es ist mehr "im Fluss" angelegt. Insgesamt also etwas für "Barbirolli-Komplettisten", welche die Entwicklung im Interpretationsstil nachverfolgen wollen.

    In erster Linie aus historischem Interesse (die zweite von fast zehn Aufnahmen Barbirollis des Werkes):



    Jean Sibelius
    Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43


    Hallé Orchestra
    Sir John Barbirolli


    Aufnahme: Free Trade Hall, Manchester, 18.-19. Dezember 1952








    Mit 41:30 Minuten deutlich flotter und schnörkelloser als Sir Johns spätere Darbietungen.

    Ich finde, hasiewicz' Einlassung ist so verkehrt nicht, im Gegenteil. Solange Tradition speziell in Deutschland (in Österreich schon weniger) von nicht wenigen zumindest implizit immer irgendetwas mit den "Tausend Jahren" tun zu haben scheint, wird es schwierig, sachlich heranzugehen. Das ist ähnlich wie mit den sprichwörtlichen preußischen Tugenden, von denen wohl wenigstens die Hälfte mit Argwohn beäugt wird.

    Wer seinen kulturellen Geschmack aus Nertflix-Serien bezieht, kann natütich zu keinem anderen Fehlschluss gelangen.

    ^^:thumbup:

    Man könnte daraus geradezu folgern, dass solche Inszenierungen auch heute wieder gemacht werden könnten und als aktuell empfunden werden.

    Eher auch meine Schlussfolgerung dieser etwas merkwürdigen Rezension, wo es u. a. heißt:

    "Franco Zifirellis (sic) Inszenierung von La Bohème feiert den Sechziger."
    Da war offenbar ein Kenner der Materie am Werke. Keine weiteren Fragen. :pfeif:

    Die besagte CD traf gestern auch bereits bei mir ein und wurde am späten Abend noch gehört. Ich teile Deine positive Einschätzung, besonders der Symphonie Antique, auch wenn ich nicht ganz so euphorisch formuliert hätte (was aber keine Kritik sein soll ;) ). In jedem Falle eine sehr hörenswerte Repertoirebereicherung von ungeahnter Stelle. Ich hätte Widor solch ein Werk, ehrlich gesagt, gar nicht zugetraut, hatte diesen Komponisten bislang auch nur sehr peripher auf dem Schirm. Tatsächlich würden mich seine Orchesterwerke nun doch einigermaßen interessieren, von denen es ja noch ein paar weitere gibt.


    Herzliche Grüße und nochmal danke für den wertvollen Tipp! :hello:

    Andere wiederum (ich verkneife es mir, Namen zu nennen), sind auch in viel jüngeren Jahren eingefahren in ihren Routinen und festgefügten Weltanschauungen und wünschen sich ein museales Theater, in dem sich nichts ändert.

    Welche Jüngeren sollten das sein? Gerade vor kurzem wurden wir doch erst belehrt, dass wir RT-Kritischen gefälligst alle im Rentenalter zu sein haben und eh bald sterben, womit wir bei vereinfachtem und pauschalem Weltbild wären.

    Das Problem, das manche beim Hereinkopieren der jpc-Bestellnummern haben, liegt an der unterschiedlichen Text-Formatierung (andere Schriftart/-größe).


    Dies lässt sich leicht wie folgt beheben:


    Oben auf Kontrollzentrum (= Avatarbildchen) -> Einstellungen: Allgemein -> Bedienung: Text-Formatierung beim Einfügen in den Editor übernehmen -> auf Nein setzen

    Lieber Joseph,


    mir haben alle Interpretationen gut gefallen, wenngleich ibs. bei der Sinfonie zu wünschen gewesen wäre, dass Roberto Benzi über ein besseres Orchester verfügt hätte.

    So könnte man das zusammenfassen, lieber Norbert. Benzi ist ja als jugendlicher Überflieger gestartet und machte in jungen Jahren ein paar spektakuläre Einspielungen. So ganz erfüllte sich die Sensationskarriere allerdings nicht. Lange Jahre war er Chefdirigent in Bordeaux und später dann in besagtem Arnheim, die nun nicht eben die berühmtesten, wenn auch sehr ordentliche Orchester beherbergen.

    Nächtens noch etwas Hochnordisches:


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    Jean Sibelius
    "Tapiola" op. 112


    Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester
    Carl von Garaguly


    Aufnahme: März 1968












    Ein genauer Aufnahmeort ist zwar nicht angegeben (übrigens auch nicht in der kompletten Eterna-Diskographie), aber da es sich um eine Übernahme vom SRK (Staatlichen Rundfunkkomitee) der DDR handelt, dürfte es die entsprechende Örtlichkeit in Berlin sein. Scheinbar wurde diese Aufnahme zunächst für den Rundfunk produziert, später aber auch auf Schallplatte herausgebracht. Ein in der DDR nicht ganz unübliches Vorgehen. Dass Carl von Garaguly Sibelius "drauf hat", wusste ich natürlich bereits. Die Aufnahme habe ich lange nicht mehr gehört und noch nie in diesem nagelneuen Remastering von Tower Records/Berlin Classics, das tatsächlich mehr herauszuholen scheint als die bisherige, eher mediokre CD-Ausgabe.

    Das RT muss in seiner Gänze gar nicht abgeschafft werden. Es würde schon reichen, wenn es sich in etwa die Waage hielte. Dies ist indes nicht der Fall, besonders nicht bei Wagner. Ich dachte es mir gerade die letzten Tage vermehrt: Die RT-Diskussion ist in erster Linie eine Wagner-Diskussion. Kein anderer Komponist ist dermaßen betroffen von den Ausuferungen schlecht gemachten RTs. Bei Mozart, Verdi, Puccini und auch Richard Strauss gibt es noch Nischen. Die fordern wir auch für Wagner. Und schon könnte die sehr scharf geführte Debatte ein wenig entschärft werden.


    Mal sehen, wie unweigerlich die Folgen besagter "Naturgesetze" sind. Genauso sinnig (oder unsinnig) könnte man die Vorsehung bemühen. Ob es in 50 Jahren weltweit irgendwo noch eine laufende Inszenierung von Zeffirelli gibt oder ob noch irgendetwas von einem Bieito läuft (sofern man den dann noch kennt). Ich tippe auf ersteres.

    Nachtrag: Besagte Ouvertüre "Polonia" (1836) dank Streaming soeben gehört. Sehr schwungvoll und inspiriert dargeboten, audiophil eingefangen. Ein starkes Frühwerk. Vermutlich die neue Referenzaufnahme (die alte bei Marco Polo "sehr bemüht", aber halt nicht mehr; die dritte vom Chopin-Institut klanglich nicht ideal geraten).

    Soeben durch Zufall entdeckt, dass folgende CD seit kurzem erhältlich ist:




    "Der legendäre estnische Dirigent Neeme Järvi feierte im Sommer seinen fünfundachtzigsten Geburtstag in Tallinn, wo er auch eine Reihe von Konzerten mit seinem geliebten Estnischen Nationalen Symphonieorchester gab. Das vorliegende Album bei CHANDOS dient nicht nur als Erinnerung an diese wunderbaren Konzerte, sondern auch als klingende persönliche Visitenkarte für diesen bemerkenswerten Musiker."

    Besonders hervorzuheben: Es ist die fast nie gespielte "Polonia"-Ouvertüre von Wagner dabei.

    Du hast Recht - und die betreffende Abbado-Wagner-CD besitze ich sogar! Ganz vergessen, dass auch hier schon "suitiert" wurde (wenn auch nur aus dem 3. Akt, das Vorspiel zum 1. Akt gibt es gratis dazu):


    Haargenau diese CD. ;)


    Das Problem (oder vielleicht nur mein Problem) mit den meisten dieser "Parsifal"-Orchesterauszüge ist es, dass gerade die gewaltige Apotheose bei der Gralsenthüllung am Ende zu wenig überwältigend herüberkommt. Es ist immerhin das letzte, was Wagner im Leben komponiert hat und auch das einzige, was er in seinem eigenen Festspielhaus selbst dirigierte (er ließ sich ja den Taktstock am Schluss der Uraufführung 1882 selbst reichen). Jedenfalls hätte ich gerne auch mal in einer orchestralen Suite (oder wie man es auch immer nennt) eine Wirkung wie sie Knappertsbusch (besonders in seiner allerletzten Aufnahme) und auch Levine bei seinen frühen Bayreuther Dirigaten (Anfang/Mitte 1980er) erzielt hat. Wahrscheinlich ist es auch die spezifische Akustik des Festspielhauses, die dazu besser passt als zu jeder anderen Wagner-Oper.