Original von Zwielicht
Wie Jonathan schon sagte: Die Inszenierung ist von Peter Konwitschny - wenn Du im Forum nach dem Namen suchst, wirst Du feststellen, dass er für manche hier den leibhaftigen Gottseibeiuns bedeutet... 
Im Klartext: es handelt sich um "Regietheater", 1994 gab's auch heftige Proteste gegen die Regie. Inzwischen haben sich allerdings wohl die meisten Münchner Opernbesucher mit der Inszenierung angefreundet.
Für mich ist das die beste Parsifal-Inszenierung, die ich je gesehen habe (und ich kenne einige aus den letzten 15-20 Jahren). Sehr durchdacht und überaus poetisch. Eigentlich habe ich nie verstanden, warum die Inszenierung zunächst so skandalumwittert war - im Vergleich zu anderen Konwitschny-Arbeiten ist diese durchaus gemäßigt (und hat sich außerdem im Repertoirebetrieb abgeschliffen). Und die Ausstattung, auf die es "konservativen" Opernfreunden immer besonders ankommt, ist im landläufigen Sinne auch nicht als "hässlich" zu bezeichnen. Ein paar Bilder findest Du z.B. auf der Website der Bayrischen Staatsoper.
In Bezug auf Nagano stimme ich Jonathan vorbehaltlos zu. Die Sänger: Man kann sich vorher immer täuschen, aber eher auf der Haben-Seite sind für mich Doris Soffel (Kundry) und vor allem Michael Volle (Amfortas) zu verbuchen. Kurt Rydl (Gurnemanz) ist sicherlich ein verdientes Urgestein der Opernwelt - wie er die Partie jetzt gesanglich bewältigt, weiß ich nicht. Der Parsifal wird von Nikolai Shukoff gesungen, den ich nicht kenne. Allerdings hege ich bei gegenwärtigen Wagner-Tenören eh keine großen Erwartungen...
Fazit: sehr empfehlenswert!
Viele Grüße
Bernd