Beiträge von Aquarius

    exakt :jubel: :jubel: :jubel:

    1) Andrew Pearce: A Cinema Symphony: Eine viersätzige Hommage an die Filmmusikkunst von Jerry Goldsmith und John Williams - das Debutwerk eines hoffnungsvollen sehr jungen Britischen Nachwuchskomponisten.


    2) Aaron Copland: Symphony No 3 (mit Fanfare for the Common Man im Finale): Diese Musik ist vor allen Dingen eines: Kolossal gross und angefüllt mit mächtigen Blecheinsatz.


    3) Camille Saint Saens: Symphonie Nr. 3 mit Orgel im Finale.


    4) Alan Hovhaness: The Celestrial Gate: Symphonie in einem Satz in welcher dieser quasi leise Gegenkomponist zu Aaron Copland sehr überzeugend das Kolorit der Armenischen Heimat seiner Eltern intoniert hat.


    Auf 12 komme ich so auf die Schnelle nicht, aber ich denke mal mit der Cinema Symphony - so denke ich - habe ich allemal einen sehr interessanten Kandidaten auf der Liste.


    Ganz früher habe ich schon auf das dreisätzige symphonische Oratorium "Fire Paper Water" - a Vietnam Oratorio von Elliot Goldenthal (einem Schüler von Aaron Copland, was man gerade in diesem Werk sehr deutlich erkennt) hingewiesen, welches ich persönlich schon als Symphonie auffasse.

    So, nachdem ich den Score nun zum ersten Mal im Ganzen anhören konnte kann ich nur sagen:


    GOLDENTHAL IS BACK!


    Zugegeben bei DER Besetzung (Rockband!!!) war ich schon ein bisschen skeptisch. Aber gleich die ersten Töne belehrten mich auf Anhieb eines besseren.


    Was er aus dieser quasi kammermusikalischen Besetzung herausholt, das steht in seiner Intensität einem spätromantischen Orchesterapparat kaum nach.


    Ein Stück sticht meines Erachtens ganz besonders raus: Hell is empty: Hei, wie es da zu einer regelrechten Zwiesprache zwischen "naturidentischen" Streicherklängen und E-Gitarren-"Pizzikati" kommt - SO ETWAS HABE ICH NOCH NIE ZUVOR GEHÖRT!!!


    Ist ein tolles Stück Musik, irgendwie so zwischen Zappa, Pink Floyd, aber auch ein bisschen Techno - und dennoch unverkennbar GOLDENTHAL - hurra DU bist wieder da.


    Für mich neben LOST das Beste, 2010 herauskam. Dieser Score hat Nachhaltigkeit. Ich liebe schon jetzt Goldenthals ganz eigenwillige Kammermusik.

    Kürzlich gibt es Goldenthals neueste Arbeit - der Score zum Film The Tempest - im Handel. Schon mal die Besetzung (Keyboards, Cello, E-Gitarren, Schlagwerk, KEIN grosses Orchester) ist gewöhnungsbedürftig. Die Musik klingt aber beim ersten Anhören zumindest höchst interessant...


    Dem brauche ich nichts zufügen!


    Auch was die Wegbereitung für Zwölftöner betrifft: Nun es gibt einiges an Chromatik in Bruckners Schaffen...


    bitte doppeln!

    Besagte Oper kenne ich leider nicht, aber ich kenne zumindest frühere Sachen, wie Einstein on the beach, Satyagraha und Akhnaten (Echnaton).


    Glass bedient sich - nicht nur in seinen Opern - eines vom Minimalismus geprägten repitativen Kompositionsstiles. Es ist kein Minimalismus im eigentlichen Sinne, dazu sind die zeitlich aufeinanderfolgenden Töne zu sehr "Melodie". Das ist nicht negativ gemeint, sondern ich empfinde es sogar als durchaus angenehm - jedenfalls ist Glass`Sichtweise dieser tonal klingenden Spielart der seriellen Musik mir allemal lieber als die mitunter sehr ermüdenden Sachen eines Steve Reich.


    Betrachtet man mal die extrem unterschiedlichen Themen der obengenannten - erfolgreichen - früheren Opern glaube ich, dass Philip Glass wohl auch die düstere Welt eines Edgar Alan Poes überzeugend in Szene setzen kann.

    Dies ist mein nunmehr zweiter konzentrierter Hördurchgang. Meinem bisherigen Eindruck muss ich noch Einiges hinzufügen:


    Diese mir schon beim ersten Mal angenehm aufgefallene symphonische Einheit festigt sich bei mir: Da ich die Musik ja bereits zumindest in groben Zügen kenne habe ich nun die Gelegenheit mich ein wenig näher der Bewunderung DIESER WAHRHAFT GROSSARTIGEN INSTRUMENTIERUNG und äusserst gut illustrierenden Tonsprache dieses Kunstwerkes zu widmen.


    Insbesondere die längeren Sätze stellen - sogar jeder für sich allein genommen - ausgewachsene symphonische Dichtungen dar, die sich allesamt äusserst schlüssig über mannigfaltige Variationen des herrlichen aufsteigenden Avatar-Motivs zu einem GROSSEN GANZEN vereinigen.


    Diesem Score - so glaube ich - wird es wahrscheinlich bereits mittelfristig gelingen auch als eigenständiges Werk in die ewige Sammlung der gelungenen grossorchestralen Kunstwerke einzugehen. Kurzum: Er hat bereits jetzt die Qualität eines immergrünen Werkes.

    James Horners Stil hat es mir schon immer sehr angetan, aber bei all seinen vorangegangenen Scores haben mich trotz aller Schönheit immer zwei Dinge leicht gestört: Erstens: Viele Tracks haben da einfach Längen und Zweitens: Irgendwie habe ich es fast nie geschafft ein Album wirklich von Anfang bis Ende mit konstantem Interesse durchzuhören.


    Jetzt aber hat dieser Komponist - so glaube ich zumindest - auf all seine guten Erfahrungen aus beispielsweise New World, Windtalkers, Apocalypto, Troja, Titanic und - irgendwie wohl unvermeidlich - auch aus Braveheart aufbauend mit AVATAR eine Zwischenbilanz seines bisherigen Schaffens gezogen.



    Klingt pathetisch, aber bereits der erste Hördurchgang löste bei mir einen wahren Sturm von EUPHORIE aus, wie ich ihn schon lange nicht mehr beim Hören von Musik erleben durfte. Dies spricht schon mal für einen hohen spontanen Hörgefallen, der von dieser Musik ausgeht.


    Dieses wunderschöne aufsteigende Avatar-Motiv, welches der Meister immer wieder gekonnt zu verschiedensten interessanten Molidiebögen formt und in einen unglaublichen Kosmos aus - nicht von dieser Welt stammenden - exotischen Klängen und Rhytmen einbettet.


    Hierbei schafft er es wahrlich überzeugend traditionellen grossymphonischen Orchesterklang mit ethnischen Klängen untrennbar zu verbinden. Diese Musik scheint wirklich aus einen Fantasiewald zu stammen.


    Und dann der Einsatz der Stimmen. Auch hierbei schafft es Horner bei mir eine perfekte Illusion von Gesängen aus einer ganz anderen Welt zu erzeugen.


    Kurzum empfinde ich AVATAR als rundum gelungenen Score aus einem Guss, bei dem der Komponist aufbauend auf frühere Werke ein stilechtes überzeugendes Kunstwerk abgelegt hat.


    Ein Stück aus diesem Score (Shutting down Grace`s lab) weist dabei meiner Meinung nach in eine innovative Zukunft, was zeitgenössische Filmmusik betrifft: Da bauen zwei sich innig umschlingende klagende Stimmen mit perfekter exotischer Bläserunterstützung eine spannende Dramatik auf, die mit sporadisch eingesetzten Riesentrommeln noch extrem verstärkt wird.

    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    ... Die Leuchtkraft der siebten ist unübertroffen....


    Besser kann man die Wirkung dieser erhabenen Musik nicht beschreiben. Ja es ist ein helles Leuchten, welches man sogar im Trauermarsch des zweiten Satzes ausmachen kann.


    Was mich obendrein immer wieder an diesem hochromantischen Meisterwerk fasziniert ist die subtile aber doch unverkennbare Rhytmik des Scherzothemas, welches ja interessanterweise sogar satzübergreifend eingesetzt wird.


    Ich LIEBE diese Symphonie!!!

    FRÜHER habe ich DAS ganz besonders von Bach, Mozart und Haydn so empfunden.


    Als erster Komponist hat mich dann BACH eines besseren gelehrt, dann kam Mozart (wie kann man denn auch Sachen wie Nachtmusik, Klarinettenkonzert, S40 und S41, sowie Requiem für gleichartig halten?) und jetzte komme ich auch immer mehr Haydn auf die Schliche:


    Dies ist ein ganz raffinierter Komponist, der sich ganz leise immer mehr Beliebtheitspunkte bei mir einsammelt.


    Der hat es faustdick hinter den Ohren!

    Ich weiss leider nicht, ob auch andere Brennprogramme als Nero so eine Funktion besitzen. Angeblich soll ja sogar itunes über sein kleines integriertes Brenntool auch solche Einstellungen haben.


    Aber mit "echten" CDs hat das alles natürlich rein gar nichts zu tun - schonmal weil man in der Regel auf ein Cover verzichten muss - von Booklet ganz zu schweigen. DAS und der reduzierte Klang macht es uns Sammlern nun wahrlich schwer. Leider wird sich diese Praxis immer mehr durchsetzen - Alfred hatte mal seinerzeit einen Thread zu dieser Thematik gestartet - irgendsowas wie "Totgesagte leben länger"...

    Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe hiermit eine Standardantwort abzuliefern: Ich glaube in der Tat, dass man mit der Kaffeekantate und Bauernkantate schon mal nicht schlecht liegt. Nun sind die Mehrzahl der Bachschen Kantaten geistlicher Natur. Da kann ich - auch wenn es eher nur zur Advents- und Weihnachtszeit passt - die Kantaten des Weihnachtsoratoriums nur wärmstens empfehlen. Schliesslich hat der Komponist da nicht nur viele seiner Ideen gebündelt, nein er liefert dort auch eine ständig wiederkehrende sehr schöne Bearbeitungsreihe des Chorales "Ein feste Burg ist unser Gott" ab. Also ich brauche diese Musik mindestens einmal im Jahr - ist ja bald wieder so weit :-)

    OK - selber rippen: Also ich habe die als AAC-Dateien vorliegenden itunes - Rohdaten mit Nero 8 zur Voll-CD aufgeblasen. Und im Brennprogrmm habe ich vorher "keine Pausen zwischen den Tracks" aktiviert.


    Vielleicht löst DAS oder etwas Ähnliches Dein Problem!

    Ich möchte mich mit meinen 45 Lenzen zwar nicht als besonders jung einschätzen, aber dennoch: Bei meinen wichtigen Vokalaufnahmen dominieren auch Stimmen, die Sängern gehören deren Karrierehöhepunkt in meinem Geburtsjahrzehnt liegen.


    Als da wären Nikolai Gedda, Maria Callas, Agnes Baltsa, Viktoria De Los Angeles ...


    Insbesondere Nikolai Gedda möchte ich hier einfach mal hervorheben: Das war ein einmaliger Tenor - ER und NADIR - unbeschreiblich. Und Maria Callas als Carmen - ebenso unbeschreiblich.


    Nein ich glaube eher weniger an Generationenkonflikt - das waren einfach absolute Ausnahmeerscheinungen, die wohl einfach EINMALIG bleiben.

    Zitat

    Original von rolo betman
    guten Abend allerseits. Das Wochenende naht ...



    Wilhelm Furtwängler, Symphonie Nr 2
    Staatskapelle Weimar, George Alexander Albrecht


    ... faszinierende Musik, aber bisher habe ich offenbar noch nicht den richtigen Zugang zu den Symphonien Furtwänglers gefunden. Das wird sich aber sicher noch ändern.


    Also mein letzter itunes - Download: Michael Giacchino "Earth Days" (ist eine symphonische Filmmusik) lässt sich in einem Fluss wiedergeben: Es sind KEINE Pausen zwischen den Tracks/Sätzen, so wie es vom Komponisten auch gedacht ist. Allerdings habe ich dieses Werk auch als komplettes Album gekauft und runtergeladen. Vielleicht ist das eine notwendige Bedingung für "gapless" play.


    Was mir aber unangenehm aufgefallen ist, dass die Klangqualität zwar akzeptabel, aber bei meinem Beispiel doch merklich muffig undynamisch daherkommt. Andere Giacchino-Musik von CD (Lost) klingt da wesentlich frischer... ich glaube nicht, dass der Komponist bei der itunes - Veröffentlichung bei der Aufnahme tontechnisch anders vorgegangen ist als bei Lost.

    ... ist leider nur ein Mix-Soundtrack, also ein bisschen Goldenthal Score (schön anzuhören, aber bedeutungslos) und viele Songs - ich hasse solche Misch-Soundtracks, da muss man sich erst immer eine Suite basteln und die ist dann in der Regel sehr kurz.


    Oh da muss ich doch auch gleich :kotz: :kotz: :kotz: Würg!

    Zitat

    Original von Travinius


    ... Meint Ihr mit Crossover auch die andere Richtung?


    Ich erinnere mich an Mike Oldfield und seine instrumentierte Orchesterversion von Tubular Bells...


    Das wäre dann eine andere Art von Crossover, gegen die ich grundsätzlich nichts einzuwenden habe: Hat doch der KOMPONIST Oldfield hier einfach eines seine EIGENEN Werke nur noch mal aufgegriffen und neu instrumentiert... Das hat doch sogar Beethoven nur allzugerne mit ursprünglich für Piano-solo gedachten Stücken gemacht.


    (OT: Ich mag übrigens beide Versionen von Tubular Bells - wenn auch die Klangqualität von der Orchesterversion unter der Stabführung von David Bedford mir einfach zu dünn ist - aber dafür kann die Uminstrumentierung und auch die Interpretation an sich nichts, sondern eher eine unzureichende Aufnahmetechnik.)

    Rondo Veniziano beispielsweise empfinde ich als schlichte Beleidigung für die Barockmusik. Ein Glück scheint es aber zumindest DAMIT ja weitestgehend vorbei zu sein - ich habe zumindest schon lange nichts mehr von diesen klebrigen Schmalzern gehört. Aber auch die schon oben genannten Versüsslichungen durch "Die drei Tenöre" oder aber Helmut Lotti mag ich nun gar nicht.

    Ich rekapituliere:


    1) Beethoven
    2) Lennon
    3) Mahler
    4) Goldenthal, aber:
    5) neu: Prince (Roger Nelson) --> es geht einfach nicht anders - Ehre dem, dem Ehre gebührt! Mit dem "Rockoratorium" The Rainbow Children hast Du dich nun endlich in mein Herz gespielt!
    ( Bizet rückt damit auf den hier unsichtbaren sechsten Platz)