Beiträge von honigschlecker

    Vielleicht hier nicht ganz ontopic, aber ich wollte hier mal mein Bedauern über die Entwicklung in Essen äußern. Vor einigen Jahren (dürften knapp zehn sein) schon fast eine Hochburg mit einer wahrhaft großen Auswahl von Läden, allein in der Innenstadt:
    - Karstadt Hören und Lesen (knapp größte Auswahl)
    - Müller (etwas seltsame Drogerie-CD-Spielwaren-Ramsch-Kombi, zweitgrößte Klassik-Auswahl)
    - Baedeker (nicht so große, aber sehr feine Auswahl)
    - Schossau
    - Radio Fern


    Immerhin fünf Läden mit jeweils sehr beachtlicher Auswahl. Dass das nicht so bleiben würde, war angesichts der beinahe unglaublichen Konkurrenz klar. Aber nun haben wir das andere Extrem: Es gibt davon praktisch nur noch Müller. Deren Auswahl ist sehr groß, aber wohl nicht ganz aktuell. Und noch ein bisschen was bei Saturn. Bin allerdings, muss ich zugeben, auch nicht ganz so arg oft dort. Die Auwahl und Preisvergleich im Internet machen den Kauf halt recht bequem.

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    Original von Norbert
    Hallo honigschlecker,


    in meiner Aufnahme werden leicht abweichende Zeitangaben genannt: 17'44'', 15'42'', 09'48'' und 21'01''.


    Hui, das sind aber recht große Abweichungen. Meine Angaben waren jedenfalls netto. Allerdings lag mir nicht die CD, sondern nur ein Livemitschnitt vom 18.08.2006 vor, während die CD offenbar zwei Monate später augenommen wurde.


    Diese beiden verschiedenen Versionen sind auch auf abruckner.com so gelistet.

    Eine witzige Idee, die Beethoven-Ouvertüren zu ordnen. So schaut's bei mir aus:


    1. Coriolan (wobei ich einen romantischen Ton dem schlanken deutlich vorziehe :yes: )
    2. Egmont
    3. Weihe des Hauses (unter Jeffrey Tate - eine vergleichsweise langsame, würdevolle Aufnahme, die das Werk in meinen Ohren glänzen lässt. Nicht spektakulär vielleicht, aber schön.)
    4. Leonore (weiß ehrlich gesagt gar nicht auswendig, welche Version mir da am besten gefällt)
    5. Fidelio


    Den Rest habe ich schon länger nicht mehr gehört. Von den anderen Ouvertüren ist jedenfalls offenkundig nicht viel bei mir hängen geblieben. Die oben aufgezählten fünf hingegen um so mehr.

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    Original von Zwielicht
    Sollte. Wie hier kürzlich irgendwo anders schon mal angemerkt wurde, zeigen die späten, bei Sony erschienenen Einspielungen mit Giulini den Dirigenten altersbedingt leider nicht mehr auf der Höhe seines Könnens. Und Accardo fiedelt sich recht temperamentlos und mit Wabervibrato durch das Konzert. Ich kann nur abraten!


    Habe mir die Aufnahme gerade nochmal angehört. Bei den späten Einspielungen der Beethoven-Sinfonien ließ Giulini Temperament vermissen, und dazu kamen die nicht berauschende Orchesterleistung sowie Aufnahmetechnik. Diese Schwächen sind bei der Aufnahme des Violinkonzertes eigentlich nicht vorhanden, soweit ich das ausmachen konnte (nun, den dritten Satz kann man sicherlich temperamentvoller spielen :-) ).
    Ich finde die Einspielung durchaus gelungen. Sehr auf das Schöne in der Partitur fixiert. Nicht spektakulär, aber halt schön. Erinnert mich an Sinopoli/Mintz. Die beiden Romanzen finde ich hier allerdings ziemlich langweilig.


    Fazit: Ich würde auch nicht sagen, dass man diese Aufnahme haben muss. Aber schlecht ist sie nicht.

    Hm, hätte ich das gewusst, dann hätte ich mir wohl schon längst einige dieser alten Bernstein-CDs gekauft. Ich kannte aber bisher nur ein paar Mahler-Sinfonien. Und die sagten mir zum einen nicht zu (Klang, insbesondere), und zum anderen war darauf dieses Extra leider nicht druff. Und aufgrund dieser für mich unergiebigen Ausbeute habe ich weitere dieser älteren Bernstein-Käufe nicht in Betracht gezogen. Offenbar ein Fehler. :no:




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    Original von ThomasBernhard



    Dieses war mir natürlich nicht neu, wie du dir denken kannst. ;-) Kann aber hier eigentlich nicht zählen, da ja die Vorstellung der Finalefragmente "Programm" ist, und kein Extra.


    ***********************************
    Ach ja, nur um das eindeutig zu formulieren: Es geht mir hier nicht um einfache "Talks" des Dirigenten, wie z. B. Tintners Einleitungen bei Beethoven 4 und Schumann 2. Das ist zwar ganz nett, aber ja letztlich eigentlich nicht anders als ein Textbeitrag im Booklet. Erst die Einbindung von Klaingbeispielen macht solche Beiträge m. E. zu etwas Besonderem, weil man's halt sofort praktisch nachvollziehen kann.

    Liebe Taminoaner,


    in diesem Thread soll es um CDs mit einem besonderen Feature gehen. Anlass für die Erstellung dieses Threads war eigentlich ein lupenreiner Fehlkauf meinerseits, nämlich diesen:



    Nachdem Bernsteins ältere Sacre-Aufnahme hier so oft lobend erwähnt wurde, habe ich diese CD auch mal online bestellt. Dachte ich jedenfalls... Drauf waren dann zwar Bernstein und Stravinski, aber "nur" Petrushka und Pulcinella. Bei dieser CD erscheint mir allerdings neben der gelungenen Petrushka-Darbietung ein Track als besonders lobenswert!


    Darin führt Leonard Bernstein seine Gedanken zu Stravinski und Petrushka im Besonderen in immerhin 20 Minuten aus. Und das Beste dabei: Die passenden Tonbeispiele sind direkt in die Erläuterungen eingebunden. Seltsam eigentlich, aber so etwas habe ich davor auf keiner CD gehört. Was möglicherweise daran liegen mag, dass mein Geschmack in Sachen Klassik im Wesentlichen auf Symphonik beschränkt ist?! Jedenfalls fand ich das sehr interessant und auch lehrreich, zumal Bernsteins Englisch gut zu verstehen ist. Wenn ich's mir so überlege, könnte man noch kritisieren, dass diese 20 Minuten nicht noch in kleinere Tracks geteilt wurden. Dann könnte man die einzelnen Beispiele noch besser wiederfinden. Aber egal, die Idee und auch Umsetzung waren jedenfalls prima. :yes:


    Habt ihr ähnlich lobenswerte Tracks in petto? Nicht unbedingt hier hinein sollen Konzertproben, die noch auf die CD gepackt wurden. Das ist zu sehr "Standard", obwohl die im einzelnen Fall auch aufschlussreich sein mögen.
    Im Titel steht "CDs". DVDs sind auch erlaubt, wenn sie etwas echt Besonderes anzubieten haben.


    :hello:
    honigschlecker

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    Original von ben cohrs
    ... auch wieder so ein Fall, in dem viele Leute Meinungen haben, ohne die Fakten zu kennen ...


    Der Vorwurf der "Mischfassung" geistert bis heute durch Welt; Haas selbst beabsichtigte jedoch bereits, die erste Fassung separat herauszugeben, wie dem Vorwort der zweiten Fassung zu entnehmen ist.


    "Mischfassung" liest man in der Tat häufig. Den Begriff finde ich jedenfalls auch nicht angemessen, denn Haas' Fassung gibt ja nun definitiv nicht die erste Fassung wieder, sondern dies ist die zweite Fassung. Haas hat nur versucht, einige Passagen, die Bruckner vermutlich beeinflusst durch Schalk verändert bzw. gestrichen hat, wiederherzustellen. Das kann man ja dennoch durchaus kritisch sehen, aber " Mischfassung" trifft es jedenfalls nicht.


    Zitat

    Haas hatte z. B. Quellen zur Verfügung, die heute verlorengegangen sind; andererseits hatte Nowak Quellen zur Verfügung, die wiederum Haas noch nicht kannte, da sie seinerzeit in Privatbesitz waren.


    Interessant! Sicherlich für Freunde der Wiener Klassik beruhigend, dass die Quellenlage bei den 104 Sinfonien Haydns nicht ähnlich kompliziert ist. =)

    Ich habe mir die in der Haas'schen Fassung geänderten Passagen nun nochmal genau angeschaut und folgende Unterschiede im Detail festgestellt:


    Adagio:
    Passage aus der ersten Fassung eingefügt ca. 55 sek. (bei 19:30 Haitink Concertgew. 1981 [Haas], 20:03 Giulini Wiener Ph. 1985 [Nowak])


    Finale:
    1. Passage wiederhergestellt nach dem Erklingen des Hauptthemas in der Durchführung ca. 31 sek. (06:36 Haitink, 07:35 Giulini)
    2. Passage wiederhergestellt => Erweiterung der zweiten Themengruppe in der Reprise ca. 33 sek. (17:16 H, 18:35 G)
    3. Überleitung zur dritten Themengruppe verändert ca. 5 sek. (18:16 H, 19:10 G)
    4. Kurze Passage vor Ende der dritten Themengruppe eingefügt ca. 8 sek. (20:28 H, 21:35 G)


    Also ist die Haas'sche Fassung insgesamt etwa zwei Minuten länger als Nowak.

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    Original von Pius
    Für mich ebenfalss unbefriedigend ist die Tatsache, daß von meinen beiden Aufnahmen keine eine der beiden originalen Bruckner-Fassungen wiedergibt. Barenboims Einspielung liegt die Haas-Edition von 1939 zugrunde, die ja eine Mischfassung ist. Warum wird die denn überhaupt aufgeführt? Gibt es Gründe, sie einer der beiden echten Bruckner-Versionen vorzuziehen?


    Es ist ja sogar noch witziger: Die Haas-Version wird jedenfalls auf Tonträgern ziemlich häufig als "Originalversion" bezeichnet. =)


    Nowak hat die letztgültige Fassung von Bruckner ediert. Damit hat er allerdings auch drei Kürzungen (eine im Adagio, zwei kurze im Finale) übernommen, die Bruckner - vermutlich mehr oder weniger - auf Anraten seiner Umgebung akzeptiert hat. Haas hat die herausgenommenen Passagen aus der ersten Fassung wieder eingefügt. Dadurch hat man etwas mehr schöne Musik und insbesondere im Adagio klingt es etwas organischer ohne die Kürzung. Nun ja, jedenfalls für mich - ich ziehe, wenn ich die Wahl hätte, also die Haas'sche Fassung vor.


    Die Giulini-DVD von oben habe ich mir neulich mal gegönnt - durchaus empfehlenswert! Die Orchesterleistung ist fabelhaft, und das bei einem Livemitschnitt. Bildqualität ziemlich dürftig, etwa VHS-Qualität, aber das stört ja nicht wirklich, wenn es um Musik geht. Und während mir bei seiner Einspielung mit den Wienern der Klang etwas zu flach und im Blech irgendwie eigenartig dumpf klingt, sind die Instrumentengruppen hier prima ausbalanciert. In den ersten beiden Sätzen würde ich klar dem Livemitschnitt den Vorzug geben. Das Adagio hätte eine Nuance langsamer sein können, aber alles in allem ist dies eine mindestens gleichwertige Alternative zu der Aufnahme mit den Wienern.
    Ach ja, Giulini spielt wie mit den Wienern wieder die zweite Fassung (Nowak).

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    Original von teleton
    ich kenne Mathemike, der hat sonst schon bessere Rezensionen geschrieben.
    Ich hatte ihn auch schonmal an anderer Stelle zitiert.
    Aber Du hast Recht, hier hat er wirklich daneben geriffen und Blödsinn verzapft -
    :D er hatte sicher einen schlechten Tag.
    :no:


    Hm. Jedenfalls hätte die Rezi auch von mir stammen können. ;-)
    Nur das "hingeschludert" hätte ich mir gespart. Jedenfalls entzieht sich Boschs Herangehensweise an dieses Meisterwerk auch nach mehrmaligem Hören ganz offenbar meinem wie auch Mathemikes Verständnis. Was nicht schlimm ist, es gibt ja andere Aufnahmen.


    Übrigens erscheint mir auch die Aufnahmequalität keineswegs so toll. Bei der Fünften ist die Dynamik deutlich besser.


    Und um die von Ben zitierte Rezension von Klassik-Heute mal pointiert wiederzugeben: Weil das Finale musikalisch weniger gelungen ist, lässt Bosch nun dankenswerterweise die restlichen Sätze auch so spielen, als wenn sie nicht so gelungen wären. Na dann.

    Das Adagio könne in der viersätzigen Version nicht mehr als "Abschied vom Leben" interpretiert werden, lese ich hier nun schon wiederholt.
    Ich möchte nur mal einwerfen, dass mir das so zwangsläufig eigentlich nicht erscheint. Das Dasein endet nach dem Glauben Bruckners schließlich nicht mit dem Tod...


    Und wenn man dem Finale glauben darf, ist die Stimmung "im Himmel" ähnlich wechselhaft wie auf der Erde. Am Ende aber läutet die Coda das Paradies ein.


    Das mag sehr laienhaft und vielleicht auch "objektiv" falsch sein, aber so verstehe ich momentan die letzten beiden Sätze, und ich wollte diesen Ansatz zumindest mal eingeworfen haben.

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    Original von Uranus
    Ich habe gehört, dass Claudio Abbado mit dem Festival-Orchester Luzern die 4. aufgenommen hat - kennt jemand schon diese Aufnahme?


    Mit dem Lucerne Festival Orchestra hatte ich zuvor Mahler 2 / Debussy La Mer. Letzteres äußerst farbenprächtig inszeniert, Mahler auch äußerst detailreich, aber bei mehrmaligem Hören fehlt ganz einfach Mahler.


    Zu Bruckner 4 passt Abbados Zugang mit dem LFO allerdings prächtig, muss ich sagen. Das Orchesterspiel ist grandios. Prächtiger und detailreicher erklingt diese Musik auch in Studioaufnahmen sonst nicht. Die Aufnahmetechnik ist auch superb, soweit mit meinem bescheiden Equipment zu beurteilen. Durchhörbar, gute Dynamik, in den (sehr kurzen) Pausen zwischen den Sätzen kann man das Publikum wahrnehmen, aber ansonsten praktisch nicht.
    Erstaunt hat mich die Coda des Finales, muss ich sagen. So deutlich wie hier habe ich den abschließenden Triumph des Hauptthemas noch nie gehört. Das hatte für mich durchaus einen ähnlich umwerfenden Effekt, wie damals, als ich die Coda unter Celi zum ersten Mal hörte (nun, nicht ganz so).


    Hier noch die Zeitangaben der Sätze: 18:25, 16:32, 10:01, 21:30


    Bisher war Celibidache mit den Münchnern mein Favorit. Ich glaube, das bleibt er auch nach dieser Aufnahme. Aber Abbado/LFO hat seinen Reiz, keine Frage. Ich glaube, er ist ganz nah an dem, was Bruckner selbst genau vorschwebte. Allenfalls das kämpferische Element der Musik scheint mir etwas zu kurz zu kommen. Kann aber auch täuschen, habe die Aufnahme erst zweimal gehört.

    Gerade noch rechtzeitig gesehen:
    Auf Arte läuft gerade ein Mitschnitt des Silvester(?)konzertes des Simon Bolivar Jugendorchesters. Großartig! Nicht der unsägliche Strauß, sondern mal was Neues, Peppiges, Südamerikanisches. Genau das richtige für Silvester. :yes:

    Zitat

    Original von ben cohrs
    fuer einen ernsthaften Musiker ist “erlaubt ist, was gefaellt” UEBERHAUPT keine Option!!!


    Was die "Moderne Musik" angeht, drängt sich dieser Eindruck in der Tat auf. :angel:


    Ansonsten scheint mir schon, dass du momentan ein wenig den Musikwissenschaftler raushängen lässt. Als solcher ist es vermutlich richtig, dass das "richtige" Tempo jedenfalls vieler Stücke mehr oder weniger eindeutig anhand der von dir genannten Aufführungsbedingungen usw. festgemacht werden kann. Jedoch wird Musik nicht nur für Wissenschaftler aufgeführt.
    Der Ansatz von Furtwängler ist letztlich ziemlich genau meine Sicht. Und dass auf dieser Grundlage verschiedene Dirigenten zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Tempi kommen, ist letztlich gernauso unvermeidlich wie wünschenswert. :yes:


    Gardiner mag in Sachen Beethoven in deinem Sinne viel näher am "wahren" Beethoven zu sein. Dennoch haben Dirigenten wie Furtwängler, Giulini mindestens mir genauso viel zu dem Thema zu sagen. Um das vielleicht mal auf die Malerei zu projizieren: Da werden in Kulturmagazinen bestimmt auch häufig Dinge in Werke hineininterpretiert, die dem Maler jetzt zumindest nicht bewusst waren. Aber das tut seinem Kunstwerk ja keinen Abbruch - ganz im Gegenteil.


    Um wenigstens wieder den Bezug zu Bruckner zu bekommen:
    Ist denn eigentlich überliefert wie der Meister selbst (und vielleicht auch Beethoven) zu diesen Fragen stand? Konkret: Hat Bruckner jemals nach einer Aufführung durchblicken lassen, dass der Dirigent beim Tempo daneben gegriffen hätte - sei es zu langsam oder zu schnell?

    Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Die Übersicht zeigt ziemlich deutlich eine gewisse Tempoverlangsamung bei diesem Komponisten. Dirigenten, die nicht gerade als geschwind gelten wie Furtwängler oder Knappertsbusch, dirigierten sie seinerzeit in 62-64 min, zügige liegen unter 60. Heute scheint 67-70 min die Norm zu sein und 60 min gelten schon als revisionär ;)


    Wobei sich Bruckner wie ich meine auch durch die langsameren Tempi nun "durchgesetzt" hat. Seine Musik verträgt die Langsamkeit halt wie kaum eine andere. :yes:
    Celi ging allerdings auch meiner Meinung nach manchmal ein wenig zu weit. So ist die Gesangsgruppe in der Neunten einfach zu langsam, die Siebte ist auch nicht unbedingt was für jeden Tag, und auch viele Codas dirigiert er für meinen Geschmack fast immer zu langsam.
    Die Sechste hingegen finde ich absolut perfekt und auch das Adagio der Fünften ist klasse. Auch wenn es sich am Anfang in der Tat etwas sehr langsam anhört. :-)


    Wie sich das ganze dann live angehört hat, ist allerdings noch eine andere Frage. Gut möglich, dass das im Konzert überzeugend klang.

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    Original von Marc



    michael korstick spielt die waldstein- und die hammerklavier-sonate.
    zwei meiner liebsten klaviersonaten in einer beinahe unheimlichen qualität eingespielt.


    Diese CD habe ich mir auch dieses Jahr geleistet und war auch sehr angetan. Von der Waldsteinsonate eigentlich sogar noch mehr als von der Nr. 29. Denn ich wusste vorher gar nicht, dass Klaviermusik so viel Spaß machen kann. Dieses erste Thema ist schon goldig. :yes: Und das zunächst lyrische Finale gefällt auch.




    Meine Hitliste 2007 wird aber knapp von Beethoven 7 / Giulini (1971) nebst teilweise schmackhaften Zutaten angeführt. Von den Tempi her die goldene (nicht langweilige!) Mitte, sehr rhythmusbetont und mit opulentem Klang. Prima!

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    Original von ben cohrs
    die Bruckner-Diskographie von John F. Berky zu konsultieren. (abruckner.com) Da steht auch immer das Timing der einzelnen Sätze. Du wirst finden, daß die frühesten Bruckner-Aufnahmen durchweg schneller sind als die seit Furtwängler...
    :D


    Wobei man dann m. E. noch erwähnen solllte, dass Bruckner dieser Tage weitaus mehr im Zentrum steht als vor 50 Jahren. Daraus kann man dann auch seine Schlüsse ziehen... ;)
    Es gibt halt bei Bruckner schon gute Gründe, die Sache langsamer anzugehen, um letztlich ein organisches Resultat zu erhalten.


    Aber es ist natürlich auch Geschmackssache. Ich persönlich hab's am liebsten: So langsam wie möglich und so schnell wie nötig. Wenn jemand die Musik mit einer gegenteiligen Empfindung hört, kommt er halt zu völlig anderen Ergebnissen. Und das ist gut so.

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    Original von Norbert


    Ein großes positives Erstaunen rief bei mir die Spielkultur des Sinfonieorchesters Aaachen hervor. Ich kannte das Orchester vorher gar nicht und bin angetan von der hohen Qualität, die in der "musikalischen Provinz" (nicht abwertend gemeint) geboten wird.


    Ja, in der Tat! Auch, dass der Klang trotz Aufnahme in einer Kirche und dann noch live und sicherlich ohne High-End-Technik so gut erfasst wird, ist schon bermerkenswert.


    Ich muss dazu sagen, dass ich mir die Neunte (noch?) nicht gekauft habe, sondern mal mit der Fünften begonnen habe. Diese Aufnahme ist technisch wirklich prima, der Dynamik-Umfang ist sehr! groß.
    Die Tempi sind in dieser Sinfonie übrigens deutlich gemäßigter im Vergleich zur Neunten: 19:34, 16:02, 13:11, 22:21. Also schon eher etwas zügig, aber jedenfalls nicht aus der "Norm".


    Der Hall macht sich nur an ganz wenigen Stellen wirklich bemerkbar, und stören tut er jedenfalls mich eigentlich nicht.

    Ich habe das Konzert jetzt einmal gehört, und mit großem Gewinn! Das Adagio hat für meinen Geschmack etwas zu geringes Gewicht in dieser Aufnahme, das hat schon fast etwas intermezzoartiges (freilich ein gewichtiges). Die ein wenig begrenzte Dynamik des Mitschnittes könnte in dieser Hinsicht allerdings auch etwas täuschen. Das Scherzo hat mir gut gefallen, auch, weil Harding im Trio gemäß Partitur ein recht hohes Tempo hält. Das ging mir bei Bosch ein wenig gegen den Strich.


    Der vierte Satz ist jedenfalls toll! Die ersten zehn Minuten absolut aufregend, auch oder gerade wenn man Wildner und Eichhorn schon gehört hat. Hier wird das Neuartige dieser Musik konsequent musiziert, keine Anpassung an die Hörgewohnheiten - jedenfalls ist dies mein Eindruck ohne Einsicht in die Partitur. Alleine schon die Betonung "gegen den Takt" zu Beginn und im weiteren Verlauf des Satzes ist unge- und -erhört. Auch viele weitere Phrasierungen sind deutlich aufregender als bei Wildner. Von daher - die CD zu diesen beiden Konzerten würde ich auf jeden Fall kaufen, wenn sie denn erscheinen sollte.


    Einziger Wermutstropfen sind für mich die Hörner, die oft etwas untergehen. Aber angesichts des durchaus spektakulären musikalischen Ereignisses lässt sich das leicht verschmerzen.


    Es bestätigt sich allerdings mein Eindruck, den ich in der Aufführung in Aachen hatte: Der Schluss der Sinfonie klingt in der älteren Fassung (Wildner) etwas organischer. Dafür ist die Übereinandertürmung der Themen in der aktuellen Fassung gelungener. Die Coda schließt mir eigentlich ein wenig zu abrupt an die bestürzende Kulmulation an. Das war mir so vorher eigentlich noch nicht aufgefallen. Klingt allerdings gerade unter Harding wunderbar!


    Soweit mein erster Eindruck. Werde mir das ganze sicherlich noch häufig anhören.


    Danke an Herrn Harding, das Orchester für die tolle Aufführung des Finales und natürlich insbesondere die Möglichkeit, das Konzert in solch guter Qualität anhören zu können!


    Wildners Einspielung ist für mich durchaus eine Bereicherung. Ich glaube zwar nicht, dass dies letztlich die ideale Aufführung des Werkes ist. Die Sinfonie könnte sicherlich noch aufwühlender dargeboten werden, gerade in den ersten drei Sätzen. Die Gesangsperiode im ersten Satz etwa ist m. E. deutlich zu flugs genommen. Aber missen möchte ich sie auch auf keinen Fall mehr. Jedenfalls, bis sich endlich mal ein wahrer Bruckner-Exeget mit einem großem Orchester daran versucht. Allerdings - wüsst ich im Moment kaum einen, der noch unter uns weilt. ;( Lorin Maazel wäre ganz nett, aber von dem kann man so was wohl kaum noch erwarten (macht er überhaupt noch Aufnahmen?).
    Eigentlich schade, dass Marthé diese Version nicht einspielt, optimalerweise dann aber außerhalb einer Kirche. Denn eigentlich gefallen mir jedenfalls zwei seiner Einspielungen durchaus - wenn der Klang nicht wäre...


    Was die neue CD angeht - da möchte ich erst mal ein, zwei Reaktionen hier abwarten. Vor allem was die Aufnahmequalität und den Klang angeht. Immerhin war die Aufnahme ja in einer Kirche.

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    Original von Zwielicht


    Allerdings ist mir erstens nicht klar, warum sich der homo metaphysicus bei Bruckners Musik tranzendierender wähnt als etwa bei Monteverdis Marienvesper, Bachs Matthäuspassion oder Janaceks Glagolitischer Messe.


    Weil Bruckners Sinfonik eben keine christliche "Programmmusik" ist. Es ist absolute Musik, die aufgrund ihrer Feierlichkeit und diverser Elemente eine metaphysische Seite birgt. Zwar gibt es Elemente, die christlich "gemeint" sein mögen (die Choräle etwa). Aber die lassen sich auch anders deuten. Und es gibt z. B. auch keine Satzbezeichnung die direkt auf einen christlichen Bezug hindeutet.


    Damit ist sie für Anhänger diverser Religionen - und natürlich auch für Atheisten! - zugänglich und in gewisser Hinsicht erhebend. So sehe ich das jedenfalls.


    edit: Hm, ich hätte vielleicht deinen Beitrag _vorher_ zu Ende lesen sollen. :) Denn das deckt sich ja offenbar mit deinem Verständnis von Bruckners Sinfonik.
    Aber was den von dir kritisierten Bruckner-Kult als "Ersatzkatholizismus" angeht - wo hast du diesen denn beobachtet? Es gibt ja hier einen Thread über eben diesen angeblichen Kult. So richtig überzeugend nachgewiesen fand ich dessen Existenz darin aber nicht.

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    Original von Ulli


    *gemeint sind die Takte 390ff. des ersten Satzes [Horneinsatz: T. 394]


    Hallo Ulli,
    kannst du die Stelle vielleicht in Minuten angeben (Gardiner, Norrington, Giulini, Bernstein - oder auch eine andere?). Habe leider keine Partitur zur Hand, und so wär's einfacher mal "nachzuhören". :)


    edit:
    Ah, hab's auf der Keeping-Score-Website gefunden. Die Stelle direkt vor der Reprise.