Beiträge von Brangäne

    Meine Mutter hat im Opernchor gesungen und ich hab ja in Jugendtagen eifrig statiert. Da sind mir somanche Bühnenscherze in Erinnerung.


    Vor allem die Herren des Staatsopernchores waren immer begnadete Textdichter. Leider kann ich nicht mehr wiedergeben, was im Lohnengrin da so gesungen wurde - aber es war köstlich. (In der Wieland-Wagner-Inszenierung hatten wir ja ganz ruhig zu stehen, was mit den Textstellen im Ohr schwer war).


    Eine berühmte und prägnante Umtextung ist der Anfang von Otello. Statt "una vela" wird in Wien "s'kummt a Wetta" gesungen. Auf alten Aufnahmen kann man das deutlich hören.


    Im Freischütz haben die bösen Chorbuben einmal eine ganze Reihe von Damen hinten an den Dirndlschürzen zusammengebunden, sodass sich die besten dann nur in Formation bewegen .... und alle anderen kaum mehr singen konnten.

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    Original von Wanderer
    Hm, vielleicht sollte man sich mal ein wenig auf Alagna einschießen? Oder gibt es hier im Forum keinen, der ihn :jubel: fand, sondern nur :angry: :motz: :no: :hahahaha: :kotz: ?
    Wenn man mal seine Aufnahme mit der Gheorghiu anhört, dann weiß ich immer noch nicht, warum er "früher" so viel besser gewesen sein soll. Vielleicht hat seine Stimme etwas mehr "geglänzt", aber gesangstechnisch war er doch die gleiche Brülltüte wie jetzt?


    Brülltüte :D :hahahaha:
    Naja - man lacht, obwohls so traurig ist. Gesangstechnisch - ist nämlich das Stichwort, der Typ hat hauptsächlich technische Probleme.


    Ich glaub am 5.Mai kommt Manon mit Villazon im Arte! Da kann auch der Edwin seinen von Theophilus reparierten PC ausprobieren "ANJOUSCHKA"... blue screen... :hahahaha:


    Ja ich weiß eh, dass'd sie genannt hast. Wollt nur die Turandot hervorheben, da mir - vor allem die Aufnahme mit Corelli - so besonders gefällt. :lips:

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    Original von severina
    ...ich freue mich schon auf den Mandryka nächste Woche.
    lg Severina :hello:


    Hast du die Arabella schon einmal gesehen oder nächste Woche zum ersten Mal?
    Ich war im Dezember und kann dir nur beipflichten. Obwohl ich sonst nicht direkt ein Hampson-Fan bin - in der Rolle ist er wunderbar. Auch schauspielerisch.

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    Original von Draugur


    Diese Auswahl mit Birgit Nilsson war eine recht gängige, aktuelle ...


    Es gibt keine aktuellen Aufnahmen von Birgit Nilsson. Sie ist 2005 verstorben und hat seit den 80ern nicht mehr gesungen.


    Ja - danke Herbert - natürlich: Sie hat nicht nur Wagner gesungen.


    Neben den anderen von dir genannten Rollen, war sie z.B. eine der besten Turandots überhaupt - die Rätselszene mit Corelli ist Legende!


    Hörprobe Birgit Nilsson


    Das Link ist für Draugur! Mit Download-Möglichkeit von 2 Dateien - müßte für 30 Tage funktionieren. Nicht aktuell :D weil natürlich alt. Beide Aufnahmen lassen die wunderbarsten Piani hören. Die eine Datei ist am Ende abgeschnitten - macht aber nichts in diesem Zusammenhang.


    Schöne Grüsse von Eva :hello:

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    Original von Draugur
    Ich habe bei einem Freund einen Überblick über das Schaffen von Birgit Nilsson gehört. Und ich fand es ziemlich schwer zu ertragen. Es kam mir schräg intoniert vor, und das Vibrato war sehr aufdringlich. Ich hatte den Eindruck, dass bei den großen Wagner-Partien wie Isolde und Brünnhilde offensichtlich irgendwann nur noch Lautstärke und Ausdauer gezählt haben müssen; schön fand ich diese Stimme nicht mehr. Kirsten Flagstad als Isolde unter Furtwängler finde ich auch nicht leicht erträglich.


    Seltsam und interessant, was du da gehört hast. Vielleicht magst du Wagner Opern gar nicht?! Das kann ja sein und ist zu respektieren. Oder du vertragst die Frequenz von Sopranstimmen schlecht, wie Herbert schon vermutet hat.


    Die Birgit Nilsson hatte immer eine glasklare und eher gerade Stimme - wie ein Laserstrahl - technisch perfekt und natürlich auch eines herrlichen Pianos fähig.
    Vibrato? Schräg intoniert? Genau das mag ich auch nicht - und genau das war bei der Birgit (da wo ich sie gehört hab jedenfalls und das war verdammt oft) nie der Fall. Für mich ist sie die großartigste Sängerin schlechthin - einfach wegen der Perfektion, der Klarheit.


    Aber wer weiß, welch seltene Aufnahme dein Freund besitzt.
    Hast du sie je life gehört? Ist wahrscheinlich zu lange her...


    Kann aber auch gut mit Unterträglichen aufwarten - da gibts lange Listen :D
    In früheren Zeiten Franco Bonisolli, obwohl der so schön ein hohes C rausbrachte.


    Über solche Typen wie Ikaya-Purdi red ich nicht (Severina hat ihn oben schon erwähnt). :kotz:


    An Sängerinnen find ich die Deborah Voigt furchtbar. Die ist zwar objektiv nicht schlecht, hat aber irgendwas in der Stimme, das mir körperliches Unbehagen erzeugt.

    Bei Mondaufgang soll in der Oper Turandot der Prinz von Persien hingerichtet werden.
    Die schaulustige Menge erwartet das Spektakel.
    Puccini hat dazu einen wunderbaren Chor geschrieben!


    LA FOLLA
    Perchè tarda la luna?
    Faccia pallida!
    Mostrati in cielo!
    Presto, vieni!
    Spunta!
    O testa mozza!
    O squallida!
    Vieni!
    Spunta!
    Mostrati in cielo!
    ...
    Mostrati, o faccia pallida!
    O faccia pallida!

    Zitat

    Original von Amateur
    Das wäre dann eine interessante weitergehende Forderung: Denn der Satz "Oper braucht Bühne" bedeutet ja im Umgekehrschluss, dass eine gute Oper ist nur dann gut ist, wenn sie ohne Bühne schlecht ist. Wobei die Bühne natürlich auch im Kopf sein kann. Nicht einfach, für einen Regisseur, all den tollen Bilder in den Köpfen der Zuhörer etwas Beeiindruckenderes entgegenzusetzen.


    Der Umkehrschluss ist sicherlich ein Irrtum. Klar kann man eine CD hören und die Bühne ist dann im Kopf. Irgendwie lebt man dabei aber von der Erinnerung, was am Sinn vorbei geht. Und klar gibt's schöne konzertante Aufführungen. Und sind ganz ganz sicher - entgegen deiner These - gute Opern auch konzertant noch gut. Und wenn - deinem Gedankengang folgend - eine Oper ohne Bühne besser ist als mit, dann gehört das Werk wohl einem anderen Genre an.


    Aber Oper ist Theater - Musiktheater!
    Die Kunstformen für den Konzertsaal sind andere - Oratorium, Lied - es wurden auch schöne Konzertarien geschrieben, aber das ist nicht Oper!


    Oper ist für die Bühne kreiert und darum lieben wir sie doch! Des blutvollen Lebens wegen, das da mit rüber kommt. Weil es eben nicht nur Musik ist sondern, weil wir entführt werden in ein Stück Leben - oder auch ein Stück Märchen, Sage - je nach dem ob es Verismo, Wagner oder was immer ist.


    Und auch ich dreh lieber den DVD auf "bevor ich mir einen Carlos mit dem Ikardi Purdi (oder wie der schreckliche Mensch heißt)" antu. Ich werd jedoch nie aufhören, mich nach "Oper Live" zu sehnen - nach der Stimmung, der Energie - einfach dem Zauber, nach all den positiven Gefühlen, die meine Liebe zu diesem Medium begründet haben. :angel:

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    Original von Theophilus
    Großer Jubel für Roberto Alagna, ...


    Dass die Leut so viel Bravo geschrien haben, war eigentlich das Schlimmste. Sind die taub oder gedungen?


    OK im letzten Akt war es erträglich. Das Finale ist dank Massenet auch eine Szene, die nicht so leicht umzubringen ist. Aber sonst! Diese heisrigen Pianovesuche, die schlampige Intonation - der Typ hat eminente technische Schwächen - ist dabei auch noch voll von sich selber überzeugt. Solange es bei einem Sänger Momente bzw. Töne gibt, wo sich mein Magen zusammkrampft, bleibt das Vergnügen stark auf der Strecke.


    Wenn das wahr ist, dass er bei der Premiere noch schlechter war...


    Also ich versteh, dass die ihn in der Scala nicht mehr reinlassen. Die Italiener scheinen doch mehr Geschmack zu haben. :D


    Und entgegen zahlreicher obiger Postings möcht ich feststellen, dass mir die Netrebko sehr, sehr gut gefallen hat.


    Die Inszenierung ist zum Vergessen. Nein nein - nicht weil ich eine alte verstaubte sehen möcht. Sondern weil zwar der Ansatz mit den 20er Jahren ganz gut ist - aber es ist nichts wirklich zu Ende gedacht. Personenregie überhaupt zu vergessen. Warum mußten die immer so springen? Vor allem die Anna im ersten Akt? Hoppedipoopp!


    Bin ich heilfroh, dass ich nicht wirklich dort war - da konnt ich wenigstens während der Traumerzählung meinem unbedingten Drang nachkommen und aufs Klo rennen.


    @ Severina: Ich hab mir längst zusätzlich andere Hobbies gesucht. Das ist leider so. Oper scheint ein Hobby von gestern zu sein.

    Ich richte mich auch auf einen Samstag-Fernseh-Abend ein. Aber wenn ich eure Kommentare so lese, bin ich nicht sicher, ob ich mich freuen soll.


    Wohl nerv ich euch auch mit dem Gelabere, dass es früher so viel besser war - dennoch: Wir hatten doch eine wunderbare Manon-Inszenierung von Jean-Pierre Ponelle. Hat man die weggeschmissen? Bevor man jetzt für unspektakulär Mittelmäßiges Geld ausgibt, hätt man die ja abstauben können...


    Das war eine sehr sehr schöne Produktion ... mit Aragall und Pilou als Traumpaar. Snif.

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    Original von Wanderer


    Soviel ich weiß, startet der Internet-Verkauf erst 24 Stunden nach dem offiziellen Vorverkauf...


    Die Stand-By-Bestellungen gehen gleich weg. Ich bin nur nicht sicher, ob nur jene von Leuten, die über eine Bundestheater-Card verfügen.

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Brangäne,
    darf ich einmal davon ausgehen, daß Du Luigi Nonos "Al gran sole" nicht so sehr schätzt...?
    Dann hätten wir da schon eines...! :D
    :hello:


    Da muss ich glatt zugeben, dass ich nur aus Berichten drüber weiß.
    Werd schaun, dass ich zu einer Hörprobe komm - womöglich hast du richtig getippt.


    Aber schau - is doch ein Glück, dass wir jeder andere Vorlieben haben und bin darüberhinaus sicher, dass wir auch solche haben, die sich irgendwo decken.
    Sonst täten wir uns ja nicht in diesem Forum rumtreiben... :)

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    Original von brighella
    Das hat Pedro Lavirgen sicher nicht gerne gehabt, dass man über seine Beinverletzung lachte. Sie war ein Relikt aus dem spanischen Bürgerkrieg, und er trug sie mit Stolz.


    Nun gelacht wurde einfach über die Situation, dass Radames da oben stand und nicht runter konnte, woran wohl eher der Konstrukteur der "Küchenstiege" schuld war. Blöd natürlich dass es ihn traf - aber wenn da z.B. einer - so ein kräftig gebauter - wie... na z.B. damals .. Carlo Cosutta .. von da droben runtergesprungen wär, wär das mindestens so lustig gewesen.


    Das mit den Bürgerkrieg wußte ich nicht. Heute wären wir froh wenn wir Tenöre wie Lavirgen oder Cosutta hätten, die ja zu der Zeit eher B-Besetzung waren.

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    Original von DonBasilio


    OPER MUSS FASZINIEREN & MITREISSEN, egal wie, denn das ist bei jedem Menschen anders!


    LG Joschi


    Das unterschreib ich auf jeden Fall!


    Oper kann man - meiner Ansicht nach - nicht aus dem Verstand heraus alleine begreifen. Auch glaub ich nicht, dass man den Zugang über die Konserve findet. Wer die Faszination, den Zauber, die Energie einer wirklich guten Aufführung nie erlebt hat, wird nur am Rande dabei sein.


    Darüberhinaus ist's wohl für jeden verschieden und ich bin schon wieder auf die verschiedenen Postings gespannt.


    Ich kann z.B. mit Stimmakrobatik nix anfangen (das gibt mir genausoviel, wie wenn einer vom Ballett ein paar wilde Sprünge macht) und Belcanto ist nett, wohlgefällig aber ein bißl langweilig. Und Barockopern sind schon gar nicht mein Ding.


    Oper muß meiner Ansicht nach "Musiktheater" sein - also die tolle Musik allein macht's nicht. Lieblingsopern daher jene, wo das Stück auch gut ist!


    Don Carlos - wie ich es auch wende ist immer wieder die Nummer 1 - eben weil das Stück erste Klasse ist.
    Boris Godunov
    Tristan und Isolde
    Elektra
    Ariadne auf Naxos (die von vielen so ungeliebte - siehe den "Miesen"-Tread besitzt eines der genialsten Libretti der Operngeschichte - und tolle Musik)
    Otello!
    Aida z.B. geht grad noch
    Tosca! hat eine straffe spannende Handlung!
    Don Giovanni (im Gegensatz zu anderen Mozartopern...)
    u.v.a.


    Grundsätzlich kann aber auch ich mit jeder Gattung etwas anfangen und schließe mich Don Basilio in der Basisaussage an.


    Manche Werke geben als Ganzes wenig her, wobei man schöne Arien und Duette ausgekoppelt genießen kann - das gilt aber dann für mich nicht als "interessante Oper".


    Viel macht jedoch bekannterweise die Produktion und die Sänger aus. Da kann einem beim besten Stück alle Freude vergehen - wenn die Aufführung nicht paßt, stimmt vom oben gesagten nichts mehr.

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    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Theophilus,
    hast ja recht, der Giordano hat die Schenk-Inszenierung verdient...


    grrrrrrrrrrrrr :motz:


    ... wo ich doch deine fachlich fundierten Kommentare oftmals so schätze! Aber Geschmack haben wir zwei wirklich einen verschiedenen.
    Gleich Giordano und Strauss.
    Sicher hast du auch ein paar Lieblingswerke, die ich zum Wegrennen gern hab. :D

    Dieses Thema hier macht immer noch Spaß zu lesen - drum solls noch nicht unten verschwinden - also rasch ein Beitrag:


    Wir hatten ein Wien eine Aida-Inszenierung, wo der Radames im Triumphakt auf einer Art Wagen von äthiopischen Sklaven hereingezogen wurde. Vorne angekommen, wurde eine Stiege herausgeklappt und der Heldenhafte schritt hinab.
    Ich hab damals eine Seidenfahne schwingend im Gefolge der Amneris mitgewirkt und wir haben uns schon bei den Proben über die Konstruktion mit der herausklappbaren "Küchenstiege" amüsiert.
    Eines Tages - der Tenor war soweit ich mich erinnere Pedro Lavirgen - ging die Stiege nicht zum Rausklappen. Statisten und Choristen bemühten sich gemeinsam. Mühsam verbissen sich alle schon das Lachen.
    Radames stand in ca. 1,50 m Höhe - Lavirgen war doch der mit der Beinprothese (?!) und an Springen nicht zu denken - eine hoffnungslose Situation. Die ganze Szene mit dem König sang er von da oben. Ich erinnere mich vor allem an Christa Ludwig, die so lachen mußte, dass sie die ganze Zeit mit dem Rücken zum Publikum stand.
    Schliesslich entschlossen sich einige kräftige Choristen und Statisten doch, ihn irgendwie runterzuschaffen. Amusement und kräftiger Applaus aus dem Publikum war ihnen sicher!

    Dass sich die "Geister" tatsächlich so scheiden! Eigentlich interessant, wenn man die Beiträge im Tread so durchliest.
    Seltsam - für mich - das R. Strauss von so vielen als langweilig empfunden wird.
    Na ja - so sind wir halt doch sehr verschieden.
    Apropos "einschlafen" (was dem Edwin noch nie passiert ist - :beatnik: )
    fällt mir noch "Roberto Devereux" ein - da hatt ich ein höchst erholsames Nickerchen. :D


    Und Peleas sollt ich mir vielleicht nochmals anhören - damals war das wirklich gähnend langweilig. Sonst mag ich ja Debussy auch so gern (also symphonisch und Klavier etc.).

    Eigentlich haben meine Vorposter - vor allem Norbert - schon alles gesagt.


    Corelli ist in dieser Rolle Kult! Die Un di al azurro-Szene hab ich mit ihm - glaub ich - schon hundert mal angehört und ich bin noch immer ganz hingerissen.


    Ich liebe diese Oper sehr (auch wenn ich mir ganz am Ende jedes Mal denke, dass das doch die Kippe zum Kitsch ist ;( ) Naja - "morire-insieme" is halt schon was Besonderes und so gesehen bleibt den beiden ja eh kein anderer Ausweg.


    Vor allem die beiden großen Szenen von Tenor (Un di al azurro) und auch von Bariton (Nemico de la patria) bieten doch auch vom textlichen Inhalt soviel an Aussage!!


    Für mich als Bariton-Fan ist als Gerard Piero Cappuccilli ungeschlagen. Hab aber bisher keine Gesamtaufnahme mit ihm gefunden. (Außer der schon genannten DVD von der Wiener Premiere).


    Die berührendste Aufnahme der Sopran-Arie hab ich von der Callas gesungen. Diese ist doch dann ganz populär geworden als Filmmusik zu "Philadelphia" - wo der Tom Hanks den aidskranken Anwalt spielt...



    Viel Spaß Knusperhexe beim Kennenlernen!

    Wenn man ganz sicher gehen will bestellt man schon vor Verkaufsbeginn (mehr als 30 Tage vorher) via Internet "Standby" - da kann man jedenfalls ziemlich genau eingrenzen, wo man sitzen will. Ich schreib halt immer in das Infofeld z.B.: "Bitte Galerie Mitte oder Halbmitte, keinesfalls hintere Logenplätze"
    So passiert das nämlich: Für die Standby-Besteller von auswärts gibts ein eigenes Kontingent und diese Karten sind dann halt schon weg, wenn man sich am 1. Tag bei der Kassa anstellt.
    Für häufigeren Gebrauch gibt es eine Bundestheater-Kundenkarte - damit funktioniert das Internet-Bestellen so gut wie immer! Am 1. Vorverkaufstag kommt dann ein nettes e-mail: "Wir haben 2 Karten für Sie..."
    Seit ich nicht mehr in Wien wohne, machen wir das einfach so - und immer mit Erfolg.
    LG Eva


    Näheres auch unter www.culturall.at

    Weiter unten gibt es ein Thema, wo gefragt wird, ob und an welchen Opern-Overturen etwas auszusetzen sei - da haben nicht viele gepostet. Mir ist auch nix eingefallen.


    Eher umgekehrt, dass es Overturen gibt, die ich auch abgekoppelt von der Oper gerne höre. Würd Euch gerne einladen, Eure - sagen wir einmal - drei Lieblinge zu nennen. So als kleines Voting und auch als Anregung zum genauer Reinhören. Vielleicht auch mit Begründung.


    Natürlich fang ich selber an:


    1. Tristan und Isolde


    2. Don Giovanni


    3. Der Freischütz


    Mir fielen noch andere ein - aber die drei sind sehr verschieden und jede für sich ein geniales Stück!


    lg :) von Eva

    Am fadesten bisher fand ich Peleas und Melisande.
    Die Musik von Debussy ist zwar ausschnittweise schön - aber am Stück... ch ch ch. (=Schlafgeräusch).


    Übrigens glaub ich, dass wer sagt, dass er noch nie in der Oper eingeschlafen ist, lügt? (Freu mich auf die Gegenpostings :D )


    Aber so verschieden sind wir eben - liebe Knusperhexe - Ariadne ist eine meiner absoluten Lieblingsopern, wo ich überhaupt ein großer Richard Strauss-Fan bin.


    Meinerseits hab ichs mit den modernen und atonalen nicht. So bin ich zuletzt der so hochgelobten Produktion von Moses und Aron in der WSO ganz bewußt ferngeblieben, wobei mir von mehreren Seiten "Banausentum" vorgehalten wurde.


    Und Brechreiz hatt ich noch nie - aber Fluchtgedanken.

    Die Schenk-Inszenierung des Fidelio ist wahrlich alt genug! Sie hatte 1970 im Theater an der Wien Premiere (Bernstein; Jones, King) - damals eine sensationelle Premiere!


    2004 gab es eine "Neueinstudierung" - wobei endgültig von der ursprünglichen Schenk-Regie so gut wie nichts übrigblieb.


    Die Bühnenbilder sind - wie schon erwähnt - von Schneider-Siemssen. Aber meiner Meinung nach eine seiner guten Arbeiten. Ich hab's damals als sehr schön empfunden - inzwischen sind 36 Jahre vergangen und heute hat man doch etwas andere Ansprüche. Auch das konservative Klientel (so wie ich) würd sich inzwischen eine Neuinszenierung wünschen (bloß wer weiß, was da wieder herauskäm...)


    Wenn du konventionelle Inszenierungen magst, wird's dir gefallen. Eine bühnenbildnerisch noch immer schöne Idee ist die fast bühnenfüllend sich öffnende Zugbrücke im letzten Akt. Ein kleines Bild aus dem 2. Akt sieht man auf der WSO-Homepage.


    Wiener Staatsoper - Fidelio


    lg Eva

    Hui - kann man eh noch voten?! OK!


    1. Birgit Nilsson (12 Punkte)
    2. Monserrat Caballe
    3. Cecilia Bartoli
    4. Mirella Freni
    5. Elisabeth Schwarzkopf
    6. Anna Netrebko
    7. Maria Callas
    8. Kirsten Flagstad
    9. Leonie Rysanek
    10. Edita Gruberova
    11. Astrid Varnay
    12. Christa Ludwig

    Zitat

    Original von Mengelberg
    Ansonsten gibt es für den Rodolfo für mich nur einen Tenor, und das ist Gianni Raimondi.


    Genau das mußte hier endlich einmal gesagt weden. Bist mir zuvor gekommen :D


    Er hat - glaub ich - den Rudolf auch durch und durch gelebt. Ich hab ja im 2. Akt immer statiert und daher manchmal den Rest von hinter der Bühne angehört. Dass der Gianni auch nachdem Mimi zum hundert-weiß-ich-wievieltenmal in seinen Armen gestorben ist noch kurz in den Kulissen verschwinden mußte, um sich zu beruhigen, bevor er sich verneigen konnte, hat mich irgendwie gerührt.
    Klar - das ist musikalisch nicht wichig - und ich geb allen Toscanini-Fans weiter oben recht, dass Puccini vom Schmalz befreit gehört.
    Aber wie auch immer: Der Raimondi hat toll gesungen, mit einem jugendlich frischen Timbre (und sicherer strahlender Höhe) - er hat (für mich jedenfalls) in einer Weise Emotion rübergebracht, wie ich es sonst nie wieder erlebt hab - kein Schmalz - sondern einfach Gefühl. Und die Mirella war einfach eine kongeniale Ergänzung. Über die musikalische Interpretation von Karajan kann man allerdings wirklich streiten - der hat immer so gute Sänger zusammengebracht aber für mich mit Interpretation von italienischen Opern nie überzeugt.


    Und ja - ich hab natürlich sehr gute andere Rudolfs gehört und gesehen... Pavarotti, Domingo, Aragall... dennoch blieb Gianni Raimondi immer die Nummer eins.


    Möcht noch sagen, dass meine zweitliebste Aufnahme die Beecham Boheme mit Björling und De Los Angeles ist. Die hab ich auch schon sooooo lang. War meine erste Boheme-Schallplatte :angel:

    Zitat

    Original von Antracis
    Nur Sparafucile wird von Alagna übernommen. Wenn er seine Stimme nämlich weiterhin so gekünstelt heroisch abdunkelt, ist er 2017 locker beim Basso profondo angekommen. :D


    Gruß
    Sascha


    Da könntest ja recht haben: Der Alagna schreibt im heutigen Profil-Interview, dass er jeden Tag als Bariton aufwacht und erst dank Stimmtechnik zum Tenor mutiert.
    Vielleicht wacht er ja bald als Bass auf. ;)