Beiträge von Brangäne

    Am letzten Faschingstag möcht ich dafür sorgen, dass dieser Thread noch nicht auf Seite 2 verschwindet! :D


    Zitat

    Original von Armin Diedrich
    So finster entsinne ich mich auch einer Geschichte von einer Wiener "Tosca", bei der Scarpias Perücke Feuer fing...


    Es war Toscas Perücke. Galina Wyshnjevskaya gastierte und hatte ihre eigene russisches und sichtlich nicht feuerfestes Teil dabei.
    Ende 2. Akt. Kostas Paskalis als Scarpia liegt schon tot am Boden.
    "E d'avanti a lui tremava tutta Roma" - sie wirft stolz Ihre Locken nach hinten - leider in die hinter ihr am Tisch stehenden Kerzenständer.
    Die Perücke brennt im Nu. Scarpia ist sofort wieder lebendig - springt auf und reißt ihr die lohende Haarpracht vom Kopf. Rechts aus der 1. Gasse stürzt (echt wahr!) Domingo=Cavardossi mit einem Feuerlöscher auf die Bühne. Dann fällt rasch und gnädig der Vorhang.
    Die in der ersten Gasse diensthabenden Feuerwehrmänner waren immer sternhagelvoll und wir hatten oft Sorge, was im Ernstfall wäre. Nun - es gibt geistesgegenwärtige Sängerkollegen!
    Es folgte eine lange Pause. Paskalis, der ja schon tot war, wurde mit verarzteten Verbrennungen an den Fingern nach Hause geschickt. Galina bestand darauf, trotz Verletzungen am Kopf weiterzusingen. The Show Must Go On!


    Wüßt auch noch ein paar witzige Geschichten - aber ein andermal! Vielleicht darf man sie ja auch in der Fastenzeit noch posten. :D

    severina: Das tut weh - das kann ich echt mitfühlen! Da bin ich ja wirklich froh, dass ich meine Absicht zu dieser Vorstellung "anzureisen" (so ist das nämlich, wenn man nicht mehr in Wien wohnt =) ) rechtzeitig verworfen hab. Ja da haben wir gemeinsame Vorlieben - auf den den Ikaya-Purdy steh ich mirs auch so ungeheuerlich. :D


    Apropos ärgerliches Verhalten der WSO:
    Vor zwei Jahren - Tote Stadt. Im letzten Moment wurde bekannt gegeben, dass St. Gould indisponiert sei.
    ABER - die Vorstellung wurde nicht abgesagt und er wurde nicht wirklich ersetzt. Man hatten doch glatt folgende Frechheit:
    Gould lief ohne einen Ton von sich zu geben spielend und den Mund bewegend auf der Bühne rum während ganz rechts vorne an der Rampe irgendein Kravattl-Tenor (ich hab mich nicht bemüht, seinen Namen zu behalten) mit einem Notenpult platziert war, der die Rolle sang - oder es zumindest versuchte. Der Clown da im Vordergrund fand es auch noch toll, sich irgendwie schauspielerisch zu betätigen, so störte das ganze rein optisch noch mehr. Eine Farce. :motz:

    Dass gerade Puschkin so starb! Einerseits hat er zwar wunderbare und romantisch-leidenschaftliche Poesie hinterlassen. Andererseits sind z.B. seine Novellen, wie Pikovaja Dama beinhart und kritisch. Bei Pique Dame ist das Libretto zur Oper total verkitscht im Vergleich zur Novelle, die die Gesellschaft ziemlich kritisiert.
    Ich glaub auch, dass Onegin (ist im Original ein episches Gedicht) in gewisser Weise kritisch ist. Z.B. eben im Hinblick auf das sinnlose Duell.
    Und dennoch ist er selber dieser Gesellschaft zum Opfer gefallen.


    Mich hat immer die Schlusszene am meisten berührt:
    Stschastje bylo tak vosmoschno, tak blysko.
    Das Glück war so möglich - so nahe.


    Klingt auf Russisch noch viel berührender.

    Zitat

    Original von Herbert Henn
    Hallo Stefan,
    man kann sich auf Wikipedia nich immer verlassen.
    Da kann ja jeder was schreiben.Ich habe auch schon
    einiges berichtigt.
    :hello:Herbert.


    Hab mir erlaubt im Wikipedia das ominöse "Il Bajazzo" zu streichen. Das durfte sicher sein und musste wohl auch. Weg is es und wer besseres weiß, möge Fakten bringen. :beatnik:


    "I pagliacci" heißt zu deutsch "Die Komödianten" oder auch "Die Spaßmacher", was ja die ganze Truppe bezeichnet und doch eine andere Bedeutung hat als unser deutscher Titel "Der Bajazzo", wo jeder an Canio denkt.


    Meine Lieblingsaufnahme ist noch immer diese


    Tullio Serafin - Callas - DiStefano - Gobbi - alt aber schöön.


    Siegfried: Am Schock-Bajazzo gefällt mir der Metternich am besten :D
    (Nicht bös sein - ich glaub zu wissen, dass du ein großer Schock-Fan bist...)

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner


    8o Im Ernst? 8o
    (Fällt meiner Meinung nach als totales Leichtgewicht völlig aus der Liste heraus!)


    :hello:


    Das ist eine sehr subjektive Meinung. Ich glaub Negativ-Votings sind nicht vorgesehen.

    Zitat

    Original von Siegfried


    Hängt wohl damit zusammen, welche Gefühlstiefe beim Hören bestimmter Musik erreicht wird. Jeder Mensch reagiert anders.


    Tja - ich hoffe das mit der Gänsehaut ist hier nicht medizinisch gemeint. Es ist doch - volkstümlich ausgedrückt - gemeint: "Welche Stellen haben euch emotional gepackt, sodass Ihr ganz von den Socken wart"


    Eine Freundin von mir hat das einmal so formuliert: "Es gibt Stellen, da denk ich mir, wenn ich jetzt von der Galerie runterfall, is es auch wurscht."


    Die von schöner Musik hervorgerufenen Emotionen sind offensichtlich ebenso vielfältig wie Art und Stil der Musik, die den Hörer berührt. Schön in diesem Sinne die Beiträge zu lesen.


    Wüßt auch selber zahllose Stellen, die mich gepackt haben.
    Hier die schlimmsten "Fälle":


    "Sink hernieder Nacht der Liebe" Tristan 2. Akt - immer wieder und vor allem beim ersten Mal (1970 WSO Carlos Kleiber - ich war tagelang nicht wirklich ansprechbar)


    Elektra Erkennungsszene Orest Elektra. Die meiner Meinung nach heißeste Musik, die je geschrieben wurde. (immer wieder und in besonderer Erinnerung mehrere Aufführungen mit Nilsson, Adam unter Böhm)


    Beethofen Fidelio - Leonoren Overtüre (auch immer wieder und vor allem beim ersten Mal - Theater an der Wien 1970 Bernstein)


    Finale aus Frau ohne Schatten


    Szene Philipp - Posa aus Carlos


    Natürlich das Ende von LaBoheme


    und zahllose andere - auch aus dem symphonischen Bereich...

    Zitat

    Original von Herbert Henn
    Es ist natürlich wie alles Geschmackssache.Wenn einen
    das Tremolo von Adam nicht stört,kann man ja mit ihm
    glücklich sein. :D


    :hello:Herbert.


    =) danke.
    Ihr habt ja wahrscheinlich recht und das meine ich wie folgt:
    Ich hab 1969/70 mit dem "Operngehen" angefangen. Die "Älteren" haben da immer von der Zeit davor geschwärmt, dass früher alles viel besser war. Wird vielleicht auch stimmen - hab ja im Laufe der Zeit all die wunderbaren Aufnahmen gehört und auch viel erzählt bekommen.
    Aber die Zeit meiner persönlichen Sternstunden waren nun mal die 70er - und auf die eigenen Sternstunden sind wir wohl alle ein bißl empfindlich 8)
    Nebenbei waren das ja auch Goldene Zeiten - so im Vergleich zu noch später...

    Zitat

    Original von Herbert Henn
    Hier gilt wieder,genau wie bei den Heldentenören der Spruch
    von dem Einäugigen,der paßt ja auch gut zum Wotan. :D


    :hello:Herbert.


    Das ist aber doch ein recht unpassender Vergleich!


    Womöglich läuft manches auf persönlichen Geschmack hinaus und eindeutig scheiden sich in diesem - ja schon recht lange laufenden Tread - die Geister jener, die Adam nur von Konserve kennen und jener, die ihn live erlebt haben.


    Diesbezüglich wurde vor allem von Edwin und Liebestraum fast alles gesagt, was man dazu sagen kann.


    Ich bin ein erklärter Adam-Fan (wohlgemerkt kritisch und nur in gewissen Rollen - das Perlenfischerduett mit dem Schreier find ich total krass).


    Sein Wotan hingegen ist für mich Kult. Walküre letzter Akt mit Birgit und Adam... unübertroffen. Ich erinnere mich an jenen Abend wo nach fast einer Stunde Applaus der Eiserne nochmals hochgehen mußte, bevor Ruhe einkehrte.


    Wohl hab ich meinerseits von den "Vorgängern" nur Hotter gehört (was sehr eindrucksvoll war), z.B. Edelmann, Streward etc... kenn ich nur von Platte. Und ich hab mir diese Aufnahmen oftmals angehört. Immer mit dem Resultat "Es kann nur einen geben"


    Mein Vater andererseits z.B. hat immer geschworen, dass der Steward der beste Wotan überhaupt war.


    Für mich ist es Theo Adam. Jeder hat offensichtlich seine Zeit und da ist der Einäugigen-Vergleich irgendwie gemein.


    Gerade als Wotan möcht ich sagen (OK ich war damals noch halb in der Pubertät und vielleicht in bißchen verrückt): Er ist der einzige, der in dieser Rolle so eine Art erotische Ausstrahlung rüberbringt. Ihm glaubt man, dass er all die schönen Walküren gezeugt hat. :D :O

    Don Carlos (Verdi) - 12 Punkte ... die anderen absteigend bis 1
    Tristan und Isolde (Wagner)
    Ariadne auf Naxos (Strauss)
    Die Frau ohne Schatten (Strauss)
    Elektra (Strauss)
    Boris Godunow (Mussorgsky)
    Otello (Verdi)
    Walküre (Wagner)
    Turandot (Puccini)
    Der Rosenkavalier (Strauss)
    Arabella (Strauss)
    Hoffmanns Erzählungen (Offenbach)


    Puh das is schwierig - hab ja noch ander Lieblingsopern ;-) - Grundsätzlich kommt`s aber hin.

    Zitat

    Original von Antracis
    Die Deutsche Staatsoper in Berlin zieht es jetzt auch in die Öffentlichkeit. Zwar nicht ins Kino, aber unter den freien Himmel. Wie z.B. in München schon seit längerem erfolgreich praktiziert, werden ab diesem Jahr in Berlin ausgewählte Opernaufführungen live auf den benachbarten Bebelplatz übertragen, bei kostenlosem Eintritt.
    Sascha


    Das hatten wir in Wien ja wiederholt am Rathausplatz, wo vor allem die Saisoneröffnung am 1. September übertragen wurde.
    Ich bin, da inzwischen geografisch einigermaßen von Wien weg, nicht mehr so auf dem Laufenden: Außer den Filmen im Sommer - gibt es dort die Live-Übertragungen auch noch?


    Und noch eine Frage an die Wiener Forianer - bzw. an Severina -

    Zitat

    Übrigens gibt's seit gestern in Wien ein Opernkino,


    Das wußte ich nicht und bitte um nähere Infos!
    Hab zwar schon viele DVDs - aber womöglich ist ja dort einmal eine Rarität im Programm. =)

    Zitat

    Original von Siegfried
    Hallo Brangäne,
    ... und ich würde weit reisen, wenn ich so etwas nochmals live hören könnte. Der deutsche Text stört mich hier überhaupt nicht, für mich kommt es in erster Linie auf die Stimme an. :hello:


    Ja ehhh. Ich liebe diese Aufnahmen auch - nur hör ich - als Bariton-Fan so gern den Metternich. Die Nilszene mit der Rysanek - eine Wucht. Und ich würd mindestens genauso weit reisen...
    Wollt bloß zeigen, dass die deutschen Texte jedenfalls keine Verbesserung darstellen und vor allem keinen Anreiz für Neulinge bieten (das war ja die Hauptfrage).


    Hab ja gestern schon geschrieben - mein eigenes Zitat:

    Zitat


    Wenn die Aufführung gut ist, die Musik toll ist, wenn - was leider viel zu selten der Fall ist - gutes Musiktheater geboten wird, ist die Sprache egal.


    Soll natürlich auch heißen "wenn die Sänger toll sind". =)


    Eine ganz andere Geschichte fällt mir zu "Sprachen" ein:
    Mir fällt ein, wie der Vladimir Atlantov seinen ersten Wiener Don Jose gesungen hat. Weiß das Jahr nicht mehr - 1973? 74? Er hat an dem Abend russisch gesungen und die anderen französisch. Ein bißerl seltsam. Aber es war eine ganz tolle Aufführung und er war einfach hinreißend. Ich hab statiert damals und war beim Volk, das am Ende aus der Arena strömt. Wir waren so weg, so ergriffen und gerührt wie noch nie am Ende von der Carmen. Obwohl die meisten ja die Worte wohl noch weniger verstanden als auf Französisch.

    Zitat


    "Nessun Dorma" auf Deutsch? gar Englisch???? OmG :motz: NÖ!


    Meine bescheidene Meinung :pfeif: :D


    Auf Deutsch klingt's schwerstens sperrig:


    Keiner schlafe! Keiner schlafe!
    Auch du, o Prinzessin,
    in deiner kalten Kammer
    blickst nach den Sternen, die
    flimmern von Liebe und von Hoffnung!
    Doch mein Geheimnis ist verschlossen in mir,
    meinen Namen soll niemand wissen!
    Nein, nein, nur deinen Lippen sage ich ihn,
    wenn das Licht neu erstrahlt!
    Und mein Kuss wird lösen
    dieses Schweigen, das mein dich macht!
    Entweiche, o Nacht! Geht unter, Sterne!
    Geht unter, Sterne! Im Morgengrauen siege ich!
    Siege ich! Siege ich!
    (.... Vincero!)



    Noch Kostproben: Troubatour 1. Szene


    FERRANDO
    Die Pflicht heischt, den Grafen wachend zu erwarten!
    Er irrt noch umher vor den Fenstern
    Seiner Geliebten, und kann den Schlummer
    Nicht finden.


    DIENER
    Wilder Eifersucht Schlangen Nährt er in seinem Herzen.


    FERRANDO
    Im Troubadour, der hier im Garten Stets Minnelieder singet,
    Ach! Erkennt er den Nebenbuhler.


    KRIEGER UND DIENER
    Um den Schlummer zu bannen, Der mächtig sich uns naht,
    Erzähle uns, was in frührer Zeit geschah Mit dem Bruder unsers Grafen.



    später im 3. Akt


    MANRICO
    Dass nur für mich dein Herz erbebt,
    Lässt meinen Mut nie sinken!
    In mir nur heisse Rache lebt,
    Schon seh' den Sieg ich winken.
    ......
    Mein letzter Hauch noch sage dir,
    Du warst die höchste Wonne mir!


    ( =Ah! sì, ben mio, coll'essere)
    Das bringt jedenfalls auch keinen Neuling in die Oper.
    Besser man versteht nicht alles - bzw. ist's auf Italienisch irgendwie schöner.

    Zitat

    Ich kenne zumindest zwei jüngere Personen, die mich explizit darum gebeten haben, Ihnen für Ihren ersten Opernbesuch eine Inszenierung zum empfehlen, die modern ist. Ich bitte deshalb zu berücksichtigen, dass es in dieser Welt noch einige weitere verirrte Schafe geben mag, die vielleicht nicht mit diesem einfachen Raster zu fassen sind.


    Gruß
    Sascha


    Halt, halt - so einfach ist der Raster nicht.
    Wildgewordene Selbstverwirklicher, die alles nur kopflos entstellen gibt's leider wirklich.
    Aber es gibt ohne Zweifel auch hervorragende, kluge und kreative MODERN arbeitende Regisseure: Marelli, Bechtolf ...
    Auf die müssen wir sowieso unsere ganze Hoffnung setzen.
    Die Bechtolf-Arabella in Wien z.B. bietet lebendiges Musiktheater, wie ich's schon lang nicht gesehen hab. Also THEATER richtiges Theater.
    Und ich gebe völlig recht, dass man die Jungen nicht in die verstaubten Produktionen schicken darf. Die Oper is ja kein Museum - Oper ist etwas Lebendiges (oder sollts zumindest sein).
    Nur wiederum: Zwischen beiden Extremen (dem Verstaubten und der Entstellung) muß halt klug und kreativ die richtige Balance gefunden werden.

    Besonders auffallen tut's mir eigentlich bei den Richard Strauss-Opern. Da gibt's z.B. kaum noch eine Marschallin mit deutscher Muttersprache. Das ist eine Rolle, die sehr von der Wortdeutlichkeit lebt.


    Zuletzt war ich in Wien in der Arabella (ist übrigens eine herrliche Produktion - im März sind noch ein paar Reprisen: kann ich wirklich empfehlen!).
    In den Hauptrollen: Adrienna Pieczonka und Thomas Hampson.
    Beide sehr gut und der "Mr. Herberstein" is ja eh schon eingebürgert, aber man merkt den Akzent natürlich schon stark.


    Schwenk zurück: Nur so ganz spontan ohne viel nachzudenken. Eine der berühmtesten Referenzaufnahmen - Ring Bayreuth 1966-67 - Böhm:
    Birgit Nilsson, die von Walküre bis Götterdämmerung das Geschehen dominiert ist Schwedin. In der Walküre zwei amerikanische Stars an ihrer Seite: James King und Regina Resnik.
    Auch keine Deutschen.


    Neben James King war in Wien zu jener Zeit Jess Thomas einer der meistgehören Wagner-Tenöre - auch wieder kein Deutscher. Klar es gab da auch noch den Windgassen, den Hopf und als Hausbesetzung den guten Hansi Beirer.


    Aber womöglich ist es gar nicht soooo viel schlimmer geworden?

    Vielleicht müßte man ja dieses Thema, wie so viele auf der Welt, mit Feingefühl und auch Flexibilität behandeln. Es kann also nicht heißen: Entweder - Oder. Entweder Italienisch ist toll und Deutsch ist pfui oder umgekehrt.


    Somit spricht mir Alfred aus dem Herzen: Die Mozart-Opern vertragen allesamt eine Aufführung in Deutsch und es tät ihnen meiner Meinung nach sogar sehr gut, wobei der Giovanni ja weiterhin das Ständchen in Italienisch singen könnt (das kann ja nicht das Ausschlaggebende sein).


    Und es geht ja nicht nur um Italienisch - sondern auch um andere Sprachen. Etliche Opern kämen auf Deutsch zweifellos besser rüber: Die Verkaufte Braut, Jenufa aber auch z.B. Peter Grimes...
    Dies nicht nur für Einsteiger.


    Nur wie gesagt: Bei Verdi, Puccini, Donizetti, wo die deutschen Texte meist gar so banal klingen, da würd ich eher um die Glaubwürdigkeit fürchten. Hier plädiere ich auch für die Einführung mit einer schönen DVD-Version mit Untertiteln. Oder eben der Benützung der diversen Untertitel-Gerätschaften, wie Sie ja schon fast überall vorhanden sind.


    Die Sprache ist jedenfalls nicht die einzige Ursache dafür, dass nicht mehr so viele junge Leute in die Oper gehen wie früher.
    Alfred, du schreibst, dass du in in den 60er Jahren oder früher, wo noch Deutsch gesungen wurde zur Oper kamst. Ich war 10 Jahre später dran, da hab ich grad schon die italienische Phase erwischt. Das hat meine/unsere Begeisterung damals überhaupt nicht beeinflußt. Es waren einfach ungeheur tolle Aufführungen. Da ist noch zwischen Bühne und Publikum eine Energie entstanden, die leider heute nur in seltenen Momenten aufflammt.


    Auf eines können wir uns hier aber, glaub ich - wenn ich meine Vorposter so lese - einigen: Das sture "Originalsprachen-Dogma" macht wenig Sinn. Ebensowenig wie die Selbstverwirklichungtripps von wildgewordenen Regisseuren, mit der Folge, dass die Kenner und Opernliebhaber die Flucht ergreifen und die Neulinge mit dem Gefühl rausgehen, dass sich da ja sowieso keiner auskennt.

    Ah OK - danke - ich glaub ich bin schon ein bißl müde und hab wohl nicht so genau gelesen... also hier die korrigierte Liste:


    1. Dimitrij Hvorostovsky (12 Punkte)
    2. Piero Cappuccilli
    3. Franco Corelli
    4. Nikolai Ghiaurov
    5. Placido Domingo
    6. Theo Adam
    7. Rolando Villazon
    8. Gianni Raimondi
    9. Josef Metternich
    10. Juan Diego Florez
    11. Tito Gobbi
    12. Sherrill Milnes


    waren ja eh fast 8) nur Männer - also bis auf a paar... :untertauch:


    So - jetzt muss ich noch den SängerINNEN-Tread suchen gehn...

    1. Birgit Nilsson (12 Punkte)
    2. Dimitrij Hvorostovsky
    3. Piero Cappuccilli
    4. Franco Corelli
    5. Nikolai Ghiaurov
    6. Placido Domingo
    7. Theo Adam
    8. Rolando Villazon
    9. Gianni Raimondi
    10. Leonie Rysanek
    11. Josef Metternich
    12. Juan Diego Florez



    (quer durch die Zeiten und die Stile.... :D naja: man hat halt einen breit gefächerten Geschmack 8) )

    Einzelfälle mag es geben. Dennoch:


    Bei den meisten italienischen Opern ist der deutsche Text doch eher abschreckend, klingt verstaubt bis lächerlich. Spontan fällt mir ein:
    ...Schauder ergreeeiiift mich - starr bleibt der Blick... und
    ...löscht Ihr das Feuer nicht, das Ihr entzüündet,
    werd ich es lööschen, mit Eurem Blut.
    (aus der Troubatour-Stretta und vor meinem "geistigen" Ohr hör ich dazu den Rosvaenge auf der alten Platte, die ich einmal hatte).


    Nein - ich glaub nicht, dass das einen Neuling zur Oper bringt.


    Wenn die Aufführung gut ist, die Musik toll ist, wenn - was leider viel zu selten der Fall ist - gutes Musiktheater geboten wird, ist die Sprache egal.


    Andererseits hören wir ja auch bei Richard Strauss und Wagner immer mehr ausländische Sänger mit Akzent und völlig mangelnder Wortdeutlichkeit.


    Für Neulinge (und Opern, die man nicht so gut kennt) find ich übrigens die Text-Displays, wie in Wien installiert, übrigens super.


    Liebe Musika: Die Cosi auf Deutsch fänd sogar ich gut. Auch den Figaro. Bei Mozart ist's irgendwie was anderes.


    Noch was: Ich hab eine uralte Aufnahme von Che Gelida Manina auf Englisch - "Your tiny hand is frozen" - das is erst arg!