Beiträge von MFP

    Zitat

    Original von Guercoeur


    P. S.: Hallo Michael,
    interessanter neuer Thread! :] Könnte man evtl. auch auf weitere Gattungen ausweiten. Warum das Thema nur aufs Symphonische beschränken?


    Hallo & danke !


    Ich wollte das Thema nicht zu umfangreich machen -
    ursprünglich sollte es heißen: Nervende Symphonie-Schlüsse!
    Aber es ist natürlich viel spannender, wenn man den nervenden die
    gelungenen gegenüberstellt !


    ...aufs Symphonische beschränkt - um auch die charakteristische Instrumentation der Schlußwendungen zu untersuchen
    (die obligaten Paukenwirbel, Streichertremoli, Blechfanfaren...)



    freue mich auf weitere Beiträge :hello:

    Zitat

    Original von Spradow



    [QUOTE]Beethoven war da schon Meister drin, am Ende noch mal alle Register zu ziehen, und da denke ich gar nicht mal unbedingt in erster Linie an die Symphonien. Die dritte Leonorenouvertüre wurde ja schon genannt, aber für mich ist der Inbegriff einer solchen triumphalen Schlusssteigerung die "Egmont"-Ouvertüre.



    ...auch ich finde den Schluß der Egmont Ouvertüre eine der besten "Lösungen" Beethovens - gefällt mir sogar besser als der
    Schluß der Neunten !

    Zitat von Wulf:


    Zitat

    Sehr überraschend ist doch auch der letzte Akkord der 2. Symphonie von Charles Ives. Und dennoch möchte man direkt ein "Igitt" ausrufen....


    Ich habe beim ersten Hören dieses Schlusses laut gelacht und habe bis heute eine "diebische Freude" daran - der letzte Akkord wirkt einfach großartig nach dem vorangeganenen Geprotze ! :baeh01: (SO ungefähr)


    Zitat

    Edel finde ich in der Tat den letzten Takt der 9. Symphonie von Dvorak.Den Akkord zu halten und nur noch auf den Bläsern enden zu lassen zeugt IMO von tiefer Reife.


    Da stimme ich Dir voll zu ! Es ist eine wunderbare Abschiedsgeste...


    Zitat

    Kritisch finde ich nachwievor den Schluss der 7. Symphonie von Mahler...


    Finde ich nicht! Für mich spricht hier der "gutgelaunte Gustl", der noch einmal kräftig mit der Faust auf den Tisch haut - ab der nächsten Symphonie sind die Schlüsse "nur noch" philosophisch-monumental (8.)oder
    "abschiednehmend verklärt" (9.,10,LVDE)

    Hallo Draugur,


    vielen Dank für Deinen Beitrag !
    Ich glaube auch, daß man die Schlüsse jedesmal anders hört -
    gestern saß ich z.B. im Konzert - Mahlers Dritte - und war überwältigt,
    obwohl gerade die letzten Takte reine Pauken-Kraftmeierei sind und mit
    dem, was vorher passiert, nicht viel zu tun haben; also eine eher herkömmliche Schlußformel - dennoch hats gepasst!


    Deine Beschreibung von Tschaikowskys Pathetique-Schluß gefällt mir gut - schwer auszuhalten ist hingegen der Schluß seiner Zweiten
    (wie auch die ständige Wiederholung des Hauptthemas den ganzen Satz hindurch nervt - obwohl ich die Symphonie mag!)

    Liebe Forianer,


    schon lange schwirrt mir dieses Thema im Kopf herum:


    es geht um den Schluß von Symphonien bzw. symphonischer Werke -
    seit Beethovens 3. bzw. 5.Symphonie gibt es diese endlosen, immer wieder zwischen Tonika und Dominante hin- und hertriumphierenden Schlußwendungen; bei aller Wertschätzung Beethovens kann einem das manchmal ganz schön auf die Nerven fallen (als Gegenbeispiel für "gelungene" Schlüsse: 4.,6. und 7. Symphonie).


    Es ist mir schon klar, daß es in der Klassik einige wenige Schlußformeln gibt und Beethoven als erster damit herumexperimentiert hat.
    Seitdem stellt sich das "Schluß(stretta)-Problem" - viele symphonische Werke fallen gegen Ende in einen langweiligen Leerlauf, um dann endlich in einer Fermate mit Paukenwirbel zu einem glimpflichen Ende zu kommen.


    Wie gesagt: es gibt zig Gegenbeispiele dazu - man nehme z.B. die wahnsinnige, ekstatische Schlußsteigerung von Berlioz' Symphonie Fantastique, die offensichtlich genau
    "zum richtigen Zeitpunkt" aufhört
    oder das tragische Verdämmern in Tschaikowskys Symphonie Pathetique!


    Um die Diskussion in Gang zu bringen:
    Welche symphonischen Schlüsse nerven Euch bzw. haltet Ihr für banal oder beliebig? &
    Welche Schlüsse haltet Ihr für besonders gelungen?


    (in einem anderen Beitrag erwähnte ich die mir unglaublich "hohl" erscheinenden Schlüsse von Schostakowitschs 3. und 12. Symphonie
    - auch solche Beispiele sind erwünscht!)


    :hello:

    Hallo Edwin,


    das Komponieren ist - zumindest bei mir -
    auch immer verbunden mit großen Selbstzweifeln;
    das Verwenden einer gewissen Technik ist noch lange
    keine Garantie für eine stilistische Zugehörigkeit;
    das Ausprobieren einer "neuen Technik" immer eine heikle
    Sache - will ich dadurch den Horizont meiner Aussagen erweitern
    oder will ich nur klingen wie "Herr XY"?


    Ich habe bei derartigen Experimenten herausgefunden, daß mir
    gewissen Dinge bzw. Techniken einfach widerstreben und ich mit
    dem Endergebnis einfach nicht zufrieden bin - wenn ich also nicht dazu stehen kann, wie soll ich dann den Zuhörer überzeugen?


    Gewisse Elemente kann ich beim Komponieren nicht ablegen -
    und das ist das, was ich zumindest als "persönliche Note" bezeichnen
    möchte - ob es tatsächlich ein "eigener Stil" ist, kann ich nicht sagen.
    Aber es schmeichelt sehr, wenn man vom Zuhörer "erkannt" wird ;)

    Zitat

    Naja, zumindest zu einer eigenen Stimme - das "ur" halte ich in der Tat für deplaziert. Und diese Stimme ist etwas wandelbares, auch, wenn man nicht hinter Modeerscheinungen hinterherläuft. Aber auch beim Hinterherlaufen kann man seine Stimme behalten, wie Fortner bewiesen hat, der neoklassizistisch, zwölftönig, seriell und postseriell hinterhergelaufen ist, und dennoch er selbst blieb - wahrhaft erstaunlich und in SEINER Art imponierend.


    Da hast Du natürlich sehr recht - Strawinsky war für mich auch so ein Beispiel -
    so etwas bewundere ich sehr!
    Gemeint war natürlich: (verzweifelt) eine Mode hinterherlaufen und
    "das Hinterherlaufen" zum eigenen Stil zu deklarieren.


    Zitat

    Nach Möglichkeit. Ich friere nämlich immer so leicht.


    das klingt überzeugend ! Ich wünsche Dir viel Glück dabei - und möglichst wenig "frostige Begegnungen" ;)

    Auch mich als Komponist interessiert das -
    nur habe ich keine Lust, mir zu viele Gedanken darüber zu machen!


    Zitat

    Deine These mit den Schlagworten zur besseren Vermarktung halte ich für Quatsch.


    ...glaubst Du wirklich?



    Zitat

    Die ureigene Sprache halte ich auch für Quatsch, jegliche Sprache muss erst erarbeitet und entwickelt werden, keiner kommt mit sowas auf die Welt!


    schon wieder Quatsch - ?
    Natürlich muß jede Sprache erst entwickelt werden -
    aber jeder entwickelt sich anders und findet (irgendwann) zu seiner
    ureigenen Sprache - falls er nicht ständig irgendwelchen Modeerscheinungen hinterherläuft.


    Zitat

    Und es mag viele Komponisten geben, die in deren Kielwasser plätschern, die aber keine Aussicht auf einen sonnigen Platz in der Musikgeschichte haben.


    Arbeitest Du auf einen "sonnigen Platz in der Musikgeschichte" hin ?


    Das wirft wieder die Frage auf: warum komponiere ich ?

    Ich glaube daß man aus heutiger Sicht noch gar nicht so recht über die stilistischen Entwicklungen der letzten 20-30 Jahre urteilen kann.


    "Neue Einfachheit", "Post(postpost....)moderne",
    "Neue Komplexität" - das sind doch alles nur Schlagworte, die zu einer guten Vermarktung des Ganzen gehören!
    Tatsache ist, daß heutzutage "alles möglich" ist - und genau an diesem Überangebot an (scheinbarer!) stilistischer Freiheit scheitern viele Komponisten (& auch Zuhörer).


    Wer etwas zu sagen hat, der sagt es in seiner ureigenen Sprache -
    ob er verstanden wird, oder überhaupt verstanden werden will, hängt von seiner Bereitschaft ab, auch wirklich zu kommunizieren.


    Interessiere ich mich dafür, daß meine Musik (gern) gehört wird
    oder will ich nur den Inhalt meiner Schubladen füllen.
    Möchte ich das Rad neu erfinden oder einfach musizieren?
    Will ich die Schlechtigkeit der Welt zum Gegenstand meiner Musik machen oder glaube ich an die Schönheit der Kunst
    ("...hast uns in eine bess're Welt entrückt....")?


    Die Frage des Stils oder der Beständigkeit eines Stils überlässt man besser kommenden Generationen - meine Meinung.



    Gruß


    Michael


    Endlich kam mir heute diese Box ins Haus geflattert !
    Nachdem ich mich gerade in letzter Zeit intensiv mit
    Beethoven-Gesamteinspielungen beschäftigte und immer wieder auf den Namen YVES NAT stieß, wurde meine Neugier kräftig geweckt !


    Als ich dann noch die Beiträge in diesem Forum las, gabe es kein Halten mehr - die Box mußte her !
    Freue mich also schon auf einige Stunden Sonaten-Genuß und werde nach dem Durchhören von meinen Eindrücken berichten !


    Liebe Grüße


    Michael

    Hallo van Rossum,


    Wellesz gefällt mir auch sehr, Zieritz kenne ich noch nicht
    und von Schedl nur das Cellokonzert.


    Ich weiß jetzt nicht, ob es schon erwähnt wurde -
    aber das Violinkonzert von Erkki-Sven Tüür ·(geb.1959)
    dürfte Dir auch zusagen ! Ein energisches, mitreissendes Werk -
    kommt ohne "gepflegte Fadesse" aus ;)



    Dann noch der als "verschrobener Spinner" in die Geschichte eingegangene Havergal Brian (1876-1972) ,
    dessen Werke mich wegen ihrer Unberechenbarkeit einfach faszinieren
    (im übrigen interessiere ich mich für "Aussenseiter") -
    dessen Violinkonzert könnte Dir auch gefallen:






    Gruß Michael

    Hallo van Rossum !


    Vielen Dank für die Blumen :hello:


    hast Du eine Aufnahme des Eröd- Konzerts?
    Radiomitschnitt oder LP ?


    Zur Ergänzung: nachdem fast alle diese Herren aus einer gemeinsamen
    Kompositionsklasse kommen, empfehle ich noch das Violinkonzert
    ihres Lehrmeisters Karl Schiske (1916-1969) ,
    von dem ich allerdings nur einen Klavierauszug habe.
    Aufnahmen wird es kaum geben, Aufführungen leider noch viel seltener!



    Hier in Innsbruck wurde vergangenen Dezember das
    Violinkonzert vonRainer Bischof (geb.1947)
    aufgeführt, welches mich sehr positiv überrascht hat,
    Dir aber kaum gefallen dürfte!





    Zum Schluß noch einen CD-Tipp aus Ungarn:




    Das Violinkonzert von Sándor Szokolay (geb.1931) -
    bedient sich einer gemäßigten Tonsprache voll von ungarischem Musikantentum (aber deutlich herber als z.B. Eröds Tonsprache) !



    herzliche Grüße


    Michael

    Es wurde eigentlich schon fast alles gesagt -


    auch ich unterscheide zwischen "verfälschter" und "authentischer" Schostakowitsch - Interpretation;
    ich hatte das Glück, diese Symphonie durch eine alten LP Aufnahme
    von Mrawinsky kennenzulernen - es dürfte sich dabei um folgende
    CD-Veröffentlichung handeln:



    Jahrelang war dann mein Favorit die Roschdestwensky- Aufnahme
    (dessen gesamter Zyklus ohne Diskussion ein Meilenstein ist).


    Seit kurzem besitze ich noch 2 überzeugende Aufnahmen -
    die bereits erwähnte von Kurt Sanderling - dazu gibt es auch einen
    kürzlich im TV gezeigten Probenfilm, in dem Sanderling vieles erklärt
    und noch mehr "aufdeckt" - faszinierend !


    Und schliesslich hat mich dieser Mann überzeugt:



    Maxim Schostakowitsch, in dessen neu erschienener Gesamteinspielung
    sich ebenfalls eine mehr als authentische Fünfte findet !

    Weil der Name Friedrich Cerha gefallen ist -
    aus dessen Umfeld bzw. Freundes- und Kollegenkreis möchte
    ich von mir geschätzte Werke erwähnen;
    da wäre zunächst das 2.Violinkonzert von
    Kurt Schwertsik (geb.1935)



    - ein reines, intelligentes Vergnügen - mit Augenzwinkern auf Alban Bergs Violinkonzert ! Dieses empfehle ich auch jenen Hörern, die sonst nicht so viel mit zeitgenössischer Musik anfangen können. Auch die anderen Stücke auf der CD sind großartig !




    Dann wäre das Violinkonzert (1971) von Erich Urbanner (geb.1936) - erschienen auf ORF-CD97/II - leider ohne Cover-Foto.


    Dieses Konzert scheint direkt aus der Alban Berg - Nachfolge zu kommen,
    mit einigen aleatorischen Elementen (dennoch sehr kontrolliert und konzentriert) - erfordert mehrmaliges, geduldiges Hören!





    ...und schliesslich das Violinkonzert von
    Otto M.Zykan (1935-2006) - welches leider noch nicht auf CD
    erschienen ist (hoffentlich bald), dessen Uraufführung mich aber sehr begeistert hat! Auch hier handelt es sich um "leichtere Kost" im Vergleich zu Urbanners Konzert.



    Die herausragende Solistin war Patricia Kopatchinskaja,
    die das Konzert immer wieder mal aufführt - man kann dies auf ihrer Internet-Seite nachlesen.





    Dann müßte man noch die großartigen Violinkonzerte von
    Ivan Eröd (geb.1936)
    und HK Gruber (geb.1943) erwähnen -
    beide sehr angenehm zu hören !



    Gruß
    MFP

    Wer etwas übrig hat für unterhaltsame Biographien nach dem Motto "So könnte es gewesen sein"
    (ohne musikwissenschaftlichem Fingerzeig!),
    dem lege ich Luise George Bachmanns
    "Bruckner. Der Roman der Sinfonie " von 1938 ans Herz!


    Wer sich ernsthaft mit Bruckner auseinandersetzt, kommt sowieso
    an "seriöser Literatur" nicht vorbei ....
    mich hat dieses Buch jedenfalls sehr amüsiert!


    Gruß MFP

    Solche Listen sind immer schwierig -
    machen aber doch irgendwie Spaß!
    Mir fallen auf Anhieb noch ein Dutzend weitere Lieblinge ein,
    Pollini, Argerich,Gilels etc. oder z.B. Garrick Ohlsson - kennt den noch jemand?


    Aber die spontane Beschränkung auf 6 lässt mich
    jetzt in diesem Augenblick (morgen schauts vielleicht anders aus)
    zu folgendem Ergebnis kommen:


    (die Reihenfolge ist alphabetisch ohne Wertungen)


    6 leider tote Favoriten:




    :angel:
    Stefan Askenase
    Wilhelm Backhaus
    Andor Foldes
    Glenn Gould
    Friedrich Gulda
    Sviatoslav Richter



    6 hoffentlich noch lang lebende:


    :jubel:
    Vladimir Ashkenazy
    Paul Badura-Skoda
    Alfred Brendel
    Rudolf Buchbinder
    Jörg Demus
    Alexis Weissenberg

    Vielen Dank für Eure Informationen - es stimmt also, daß die diversen Aufnahmen "ziemlich verstreut" sind!


    Weiß zufällig jemand, ob es irgendetwas "Komplettes" gibt
    (z.B. ein Beethoven/Mozart Zyklus) ?


    Vor etlichen Jahren sah ich eine Filmaufnahme mit dem schon deutlich alten Foldes, er spielte Schumanns Kinderszenen - das bleibt mir unvergessen ! Diese Leichtigkeit und Lockerheit hätte man alleine schon optisch niemals vermutet (er saß recht füllig am Klavier, mit auffallend dicken Fingern...) :)


    Noch eine Frage: was hat er Eurer Meinung nach am besten interpretiert ?


    Gruß MFP

    Liebe Klaviermusik-Freunde !


    Ich bin ein großer Fan des ungarischen Pianisten Andor Foldes -



    besitze einige Aufnahmen auf alten LPs (u.a. eine großartige Schumann Kreisleriana etc.) - doch auf CD scheint mir dieser (zu Unrecht in Vergessenheit geratene?) Künstler sehr spärlich vertreten zu sein !
    Kenne nur ein paar Beethoven Aufnahmen und den Sampler "Romantische Klaviermusik".


    Wer von Euch kennt & liebt Foldes Aufnahmen ?


    Sehr lesenswert war übrigens auch sein Buch "Erinnerungen" -
    kann ich jedem empfehlen !


    Liebe Grüße


    MFP


    ein faszinierendes, düsteres Werk - schleppend, dann wieder schwungvoll; gar tänzerisch bis zum Schluß (Danse macabre?)...
    mysteriöse Bläserchoräle wechseln mit flächigem Streicherklang...


    das Werk gewinnt mit jedem Mal Hören !
    Ich spreche von der 7.Symphonie von Alfred Schnittke -


    das Cellokonzert auf der selben CD ist um vieles leichter zugänglich...
    da wird einem wieder warm ums Herz

    Hallo Barezzi/Stefan !


    vielen Dank! Ich freue mich, hier mitreden zu können -
    es gibt ja inzwischen eine unüberschaubare Anzahl von Beiträgen...
    da werde ich mehr als fündig!


    Danke für den Tipp mit RussianDVD.com - habe ich schon ausprobiert.
    Interessant für mich wäre der direkte Vergleich von alter und neuer Ausgabe auf einer wirklich guten Anlage - am besten anhand einer der
    unzähligen "Gänsehautstellen", die sich durch Schostakowitschs Werk ziehen......


    :hello:


    liebe Grüße


    MFP



    Hallo Laurenz !


    Es gibt tatsächlich einige Järvi Aufnahmen (keine Ahnung ob der Zyklus komplett vorliegt) mit den Bamberger Symphonikern bzw. die 8. mit dem Bayerischen Rundfunkorchester auf ORFEO;
    ein paar der Aufnahmen habe ich mir angehört (4.,6,.7.,8.) -
    war aber nicht sehr angetan davon; scheint mir eher eine schlampige Pflichteinspielung zu sein...


    Liebe Grüße


    MFP

    Hallo Wulf !


    Vielen Dank für das herzliche Willkommen !
    Du hast natürlich recht, Kondrashin darf in keiner Sammlung fehlen -
    eine Gesamteinspielung voll von Höchstleistungen!
    Ich kenne bis dato nur die alten Melodya Aufnahmen, habe aber
    von der verblüffend guten "Restaurierung" dieser Aufnahmen gelesen, die nun endlich in der gebührenden Tonqualität erscheinen sollen.
    Kennst Du diese ?


    Liebe Grüße


    MFP
    (Michael)

    Als TAMINO-Neuling bin ich auf der Suche nach interessanten Beiträgen - auch wenn dieser schon etwas angestaubt ist, möchte ich mein Kommentar dazu abgeben.
    Ich kenne alle Glazunow Symphonien, meine Lieblings-Nummern sind:
    Nr.2, 4, 5 und 6. Am originellsten und meisterhaftesten finde ich Nr.4 und 5. Nr.4 sehr interessant durch den lyrischen Beginn, der eine eindrucksvolle Steigerung erfährt. Wer den 2.Satz (Scherzo) hört, wird eine frappante harmonische Ähnlichkeit zum Scherzo aus Bruckners 4. entdecken - eine sympathische Hommage an den oberösterreichischen Meister. Die Schluß-Stretta im 3.Satz ist auf jeden Fall hörenswert!
    Die 5.Symphonie ist sein Meisterwerk, danach kann es nur noch Wiederholung und Abklatsch geben. Sie wirkt wie aus einem Guß, eine Sternstunde der russischen Symphonik.
    Die 6.Symphonie ist noch einmal ein kräftiges Lebenszeichen, danach beginnt Glazunow für mich zu verblassen; gewiß haben 7. und 8. Symphonie auch ihre schönen Momente, doch es ist alles bereits gesagt.
    Die 8.Symphonie ist eine selbstzufriedene, dickbäuchige Rückschau auf vergangene Glanzleistungen - langweilig von A-Z.
    Wiederholen alter Formeln. Aber Glazunow konnte sich das erlauben; er hat mit den früheren Werken seine Meisterschaft eindrucksvoll bewiesen! Die 1.Symphonie war übrigens noch das Werk eines Wunderkinds...

    An Aufnahmen empfehle ich den guten alten MELODYA-Zyklus unter
    Roshdestwensky (kaum zu bekommen....) !


    Liebe Grüße


    MFP

    Ich muß gestehen, daß ich von der 3.Symphonie seit jeher begeistert bin - auch wenn es ganz offensichtliche Schwachstellen gibt: die Symphonie verliert, sobald der Chorgesang einsetzt. Ich habe den Eindruck, daß das Chorfinale mit sehr viel Mühe geschrieben
    und der Text "auf Biegen und Brechen" vertont wurde; die ausführenden Sänger quälen sich mit dem Stück, schreien es regelrecht heraus (was bei der Brutalität der Instrumentation fast zwingend notwendig ist) und sind allesamt froh wenn der Schlußakkord verklungen ist; ich kenne auch (abgesehen von der 12.) keine Symphonie mit einem derart hohlen,pseudopathetischen Schluß! Und gerade dieses "Schlußscheitern" in Verbindung mit dem politischen Mai-Gedicht macht mir das Ganze sehr sympathisch. Ohne es zu wollen (oder vielleicht doch?) gelang Schostakowitsch das Ganze zur Karikatur -
    also doch Satire? Darüber ließe sich viel spekulieren...
    Aber nun abgesehen von dem mißglückten Finale finde ich die ersten 3 Sätze sehr bemerkenswert in ihrer Frische und meisterhaften Instrumentation; übrigens hatte es sich Schostakowitsch in dieser Symphonie zur Aufgabe gemacht, kein einziges Thema zu wiederholen -
    was ihm vortrefflich gelungen ist. Also wie die 2. eine "Experimental-Symphonie" mit ganz neuen Ansätzen!
    Die Wahnsinnssteigerungen ("Rezitative" Soloposaune, Schlagwerk etc.)
    vor dem Chorfinale suchen ihresgleichen - hier zeigt sich auch der Meister der Stimmungen, der Filmmusikkomponist im besten Sinne!


    An Aufnahmen lasse ich bis auf weiters nur 3 gelten:
    1.Roshdestwensky - unübertroffen in ihrer Wucht
    2.Barshai - für mich DIE Überraschung seiner Gesamtaufnahmen


    und neuerdings
    3.Maxim Schostakowitsch - der man alle politischen Zweifel und Groteske anhört


    Haitink = indiskutabel , da schliesse ich mich meinen Vorgängern an !


    Ansonsten: 3.Symphonie ! Ein unterschätztes Meisterwerk mit verzeilichen Schwächen


    Gruß


    MFP

    Ich habe die D-dur Sonate erst schätzen und lieben gelernt, als ich mir einmal die uralt-Aufnahme von Artur Schnabel (ca. Ende 30er Jahre) angehört habe - Schubert klingt für mein Empfinden in dieser Interpretation äußerst kühn und modern; dieses "aufs Ganze gehen" zeichnet überhaupt die Schnabel-Aufnahmen aus, da wird ab und zu lieber ein "Danebengreifen" in Kauf genommen als brav und langweilig "heruntergespielt".
    Viele Grüße,
    MFP


    Ich besitze neben einigen anderen Aufnahmen der Schumann Sinfonien (Bernstein,Marriner,Roshdestvensky...)
    auch jene des Bergen Philharmonic Orchestra unter Aldo Ceccato
    - Schumann instrumentiert von Gustav Mahler.
    So schön im Booklet der CDs erklärt wird, wie und aus welchem Grunde Mahler diverse Uminstrumentierungen mit äußerster Sorgfalt vorgenommen hatte - die Aufnahmen enttäuschen mich! Schade daß die Interpretation der in jedem Fall gelungenen Instrumentierung so langweilig ausgefallen ist - das "mahlersche Feuer", welches gelegentlich durch die Uminstrumentierung durchschimmern könnte/sollte, bringt Aldo Ceccato leider nicht zur Geltung.
    Ich persönlich schätze sehr die schumannsche Originalfassung,
    finde es aber schade, daß Mahlers Fassung bisher noch in keiner angemessen guten Aufnahme vorliegt - oder kennt jemand eine?
    Habt Ihr die mahlersche Fassung schon einmal im Konzert erlebt?
    Wie waren Eure Eindrücke?


    Beste Grüße


    MFP (dies war mein Einstand bei TAMINO)