Beiträge von nufan

    Hallo Clemens!


    Ich lieg geschmacklich irgendwo dazwischen - an und für sich find ich, dass sowohl Wagner als auch Verdi geniale Melodien haben, im allgemeinen sind sie mir persönlich zu langatmig.


    Ich wollte Dir - für Deine Suche nach dem Zugang zu Verdi - einen Tipp geben, was Dir vielleicht hilft dem näher zu kommen (falls Du sowas nicht ohnedies praktizierst):


    Wenn ich ein Stück habe, dass mich auf den ersten Anhieb nicht umhaut (also jetzt im positiven Sinne) höre ich das einfach nebenbei, ohne mich drauf zu konzentrieren - im Gegenteil, in der Regel konzentriere ich mich dabei auf ganz was anderes, zum Beispiel höre ich mir Opern, die mir bisher unbekannt sind, bei der Arbeit an, also wenn ich gar keinen Kopf dafür habe, mir die Oper bewusst anzuhören. Und da machts bei mir manchmal einfach so nebenbei "Klick" ... vielleicht hilft Dir das ja, bei mir funktionierts jedenfalls.


    Viel Erfolg dabei :-)


    Lg


    Roland

    Bin ja eher nur der Ab-und-zu-Musical-Hörer, aber einige find ich dennoch ziemlich gut - und je weniger sie nach Oper klingen, desto besser. Insofern mag ich auch Phantom der Oper und ähnliche nicht. Deswegen bin ich auch in den letzten Jahren nicht in Wien in diese beinahe schon inflationär gespielten Musicals wie Elisabeth gegangen - vielleicht ist mir da einiges entgangen, glaub ich aber nicht.


    Die von mir gerne gehörten (soweit sie mir grade einfallen, die Liste hat also keinen Anspruch auf Vollständigkeit):


    Rocky Horror (Picture) Show
    West Side Story
    My Fair Lady
    Jesus Christ Superstar
    Chess (hab ich vor ca. 20 Jahren in London gesehen - lang, lang ists her ...)
    Les Miserables


    Lg


    Roland

    Sehr durchdacht find ich ja vom ORF, dass er in Gedenken an Pavarotti ein Konzert der 3 Tenöre bringt ... ich bin ja kein vehementer Gegner dieser "Massenbeglückung" (obwohl ich's auch nicht toll finde, aber wenn die Leute es sehen wollen), aber als Tribut ist es wohl nicht wirklich angebracht.

    Zitat

    Original von Herbert Henn
    Hallo Nufan,
    wer gefällt Dir am Besten vom ganzen Stück,
    "Nessun dorma", der Applaus, oder Ping, Pang, und Pong ?


    :hello:Herbert.


    Hallo Herbert!


    Mit "der" hab ich den Schluss (von nessun dorma) gemeint, wenn mit bzw. nach der letzten gesungenen Note das Orchester noch mal das Thema (oder was das ist) spielt - meistens geht das leider im Geklatsche unter ...


    Lg


    Roland


    Ich schätze mal, dass Calaf recht hat, deswegen klatschen die Zuschauer immer wie deppert in den Schluss von Nessun dorma hinein (wobei mir der am Besten vom ganzen Stück gefällt), weil nachher gleich die drei Minister weitersingen ...


    Lg


    Roland

    Also, ich verstehe Eure Schadenfreude nicht.


    Da bekommt Shicoff von seinem Freund endlich einen Posten versprochen (die Job Description hätte er wohl irgendwann auch mal gelesen) und dann bekommen den Job einfach Leute, die dafür geeignet sind (und das in Österreich !!! Wo kommen wir da hin? Ist das der Untergang eines Operettenstaates?) :D

    Hallo Edwin!


    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner


    ich glaube, Du sitzt einem Irrtum auf: Kein Künstler der Welt kann jemanden bewußt zum Weinen bringen.
    Aber (und das ist der Hund bei der Sache): Er kann es wollen und anstreben.
    In der Durchführung des Ansinnens sieht das dann so aus, daß Modelle, die einmal funktioniert haben, mehr oder minder variiert übernommen werden. Damit entsteht ein süßliches Klischee, das dann durchaus Kitsch ist.


    Ich kenn mich bei den Hintergründen von Puccinis Musik natürlich nicht so gut aus wie Du, aber ich bilde mir ein, gelesen zu haben, dass Puccini ein eher tragischer Mensch war und auch ein unglückliches Verhältnis zu Frauen hatte - was sich wohl auch in seiner Musik widerspiegelt. Sieht man den von Mengelberg zitierten Brief unter dem Licht, klingt es für mich eher so, als ob Puccini die anderen (bewusst oder unbewusst) an seinem Unglück teilhaben lassen möchte - fällt dies (sofern meine Überlegungen stimmen) in Deinen Augen auch unter Kitsch?


    Lg


    Roland


    Hallo Edwin!


    Ich gebe Dir vollkommen Recht, was den Auslöser des Ganzen betrifft - allerdings greifen die Journalisten das Thema gierig auf, insofern sind sie wohl auch nicht ganz unschuldig daran ;-)


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von severina
    @ Fairy queen, ich glaube dir gerne, dass er alle Töne richtig getroffen hat, die Höhen da waren, aber wie schon gesagt: Das ist mir im Falle von RV einfach zu wenig ;( Ich möchte wieder abheben können, wie bei seinem Hoffmann, seinem Romeo, seinem Duca, seinem Don Jose (leider nur im TV gesehen), und gestern verlor ich die Bodenhaftung leider gar nicht.....


    Hallo Severina!


    Ich verstehe natürlich, dass Du RV wieder so hören möchtest, wie er vorher gesungen hat - allerdings stellt sich die Frage, ob ihn nicht gerade diese Art zu seinen Problemen geführt hat (indem er nämlich "über seinem natürlichen Potential" gesungen hat).


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Roland,


    :yes: - weißt Du, daß Du der erste bist, mit dem ich darüber spreche, der nicht begeistert war? Sogar extreme Regietheater-Gegner stammelten da was von einer Ausnahme, die wirklich lebendiges Theater gezeitigt hätte.
    Ich hab's jedenfalls wahnsinnig spannend gefunden.


    Hallo Edwin!


    Meiner Ex hats damals auch nicht gefallen. Bei mir liegts aber wahrscheinlich daran, dass ich eher aus dem Gefühl heraus entscheide, ob es mir gefällt oder nicht (deswegen habe ich auch für die Variante "egal, Hauptsache es gefällt" gevotet). Manche Denkanstöße find ich gut, manche weniger - bei der Butterfly war letzteres der Fall. Sollte Dich aber nicht beunruhigen ;-) ich hab oft Ansichten, die andere verwundern ;-)


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Thomas,


    Kein Wunder: Der erfahrene Regisseur hat ja eine völlig andere visuelle Vorstellungskraft als ein Autor oder ein Komponist.
    Ich gehe sogar weiter: Das Nachstellen der Regieanweisungen kann im schlimmsten Fall vom Kern eines Werkes ablenken. Wenn man etwa den "Sommernachtstraum" in einem wunderbar funkelnden nächtlichen Wald ansiedelt (was stilistisch ohnedies falsch ist), dann suggeriert das Bühnenbild Romantik, die Regie wird wohl auch noch zuckersüße Liebeständelei beisteuern, während Shakespeare von sexuellen Triebkräften und den daraus resultierenden Verstrickungen redet.


    Grade bei Shakespeare ist es aber mE so, dass er viel unterschwellig "verpackt" hat - wenn sich der Regisseur für so kreativ hält, dass er alles "aufdeckt", geht viel von der Genialität verloren. Allerdings sollte er natürlich auch nicht in die andere Richtung übertreiben und das als hach so romantisches Stück inszenieren.


    Das ist mE eines der Probleme von (einigen, nicht allen) Regietheater-Regisseuren: Dass sie sich für so genial halten, so viel aufzudecken, dass sie gar nicht merken, dass mitdenkende Zuschauer das ohnedies begriffen haben (und es eher stört, wenn man für so blöd gehalten wird, das nicht auch ohne rotes Schild "ACHTUNG, ich muss das jetzt deuten" zu begreifen) - eine Frau in Reizwäsche, wo man nicht alles sieht, ist oft auch reizvoller als eine ganz nackte ;-)


    Lg


    Roland

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    Original von Edwin Baumgartner
    In Wien hat er in der Volksoper eine "Butterfly" hingelegt, die sensationell war!


    War das die Butterfly, wo dauernd der Puccini auf der Bühne herumgetorkelt ist? Wenn ja, war das nicht so mein Fall - für mich war das eher so eine Hach-was-bin-ich-nicht-kreativ-Variante ... (wobei Butterfly eh nicht so meine Lieblingsoper ist, obwohl ich Puccini an und für sich genial finde)

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Weil die Eltern den 10-jährigen Kevin in die "Zauberflöte" schleppen, muß diese als betuliches Märchenstück gezeigt werden?


    Die Eltern zeigst mir, die ihr Kind Kevin nennen und dann in die Oper gehen (und nicht zu Sarah Connor) ;-)


    Lg


    Roland


    Hallo Sascha!


    Wir scheinen wirklich unterschiedliche Geschmäcker zu haben - mir gefällt die Donizetti und Rossini-CD nicht so (liegt aber vor allem daran, dass mir Donizetti und Rossini im allgemeinen nicht so gefallen und der Dirigent für meinen Geschmack beispielsweise das "la furtiva lagrima" zu schleppend dirigiert). Auf der zweiten CD gefällt mir vor allem die Interpretation des "Avete torto" - diese Arie ist mir auf meiner Aufnahme des Trittico noch nie wirklich aufgefallen (@ Severina: liegt vielleicht daran, dass es Alagna singt ;-), von Florez klingt es genial (hier kommt aber IMO auch der Unterschied der beiden Dirigenten zum Tragen).


    Lg


    Roland

    Hallo Waldi!


    Danke für Dein umfangreiches und interessantes Posting - im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu. Die Frage, die ich mir jetzt stelle, ist, ab wann noch das Werk an sich aufgeführt wird und ab wann man eigentlich dazu schreiben müsste, dass hier eigentlich eine andere Interpretation aufgeführt wird. Vom "herkömmlichen" Regietheater wird man so etwas wohl nicht verlangen müssen, weil hier hinein- und uminterpretiert wird, die Frage ist nur, ob man so etwas nicht machen müsste, wenn Teile der Musik verändert werden oder das Stück als solches nicht wiederzuerkennen ist.


    Ich sag jetzt mal so, wenn Andre Rieu den Donauwalzer spielt, würde ich das auch nicht als Donauwalzer von Johann Strauß bezeichnen (oder zumindest dazuschreiben, dass er von Rieu arrangiert ist) ...


    Lg


    Roland

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    Original von severina
    Enjiro Kai fand ich nämlich ziemlich schwach, um es einmal vornehm auszudrücken, und den Paolo-Szenen fehlte die ganze Dramatik, die sie früher immer hatten.


    Ja, im Prolog und ich glaube auch im ersten Akt hatte er ziemlich Probleme (sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe - am schwersten tut er sich anscheinend bei langsamen Stellen) - allerdings hat er sich nachher ziemlich gesteigert (er war wie verwandelt), was ich ihm nach dem schwachen Anfang nicht zugetraut hätte.


    Lg


    Roland

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    Original von Alexander_Kinsky
    Intelligentes, zum Nachdenken anregendes Regietheater JA BITTE. Den Urhebern aus der Sicht der aktuellen Zeit heraus gerecht werden, dem Publikum von heute das Werk spannend aufbereiten JA BITTE. Sich selbst als den "Alleswisser" in den Mittelpunkt stellen NEIN DANKE.


    Dem kann ich voll und ganz zustimmen - was heutzutage am Häufigsten vorkommt, darüber kann man streiten ;-)


    Lg


    Roland

    Hallo Severina!


    Ich war am 14. April - es ist übrigens nicht nur mir, sondern auch meinem Vater aufgefallen, also dürfte ich es mir nicht nur eingebildet haben (Furlanetto fand ich übrigens genial).


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von severina


    Und wenn ich mir die alten Aufnahmen mit Hampson anhöre, muss ich leider zugeben, dass das ein bisschen anders getönt hat als jetzt.


    Ich muss gestehen, dass ich ihn erst zweimal live gehört bzw. gesehen habe - und beides erst vor Kurzem (in Arabella und in Simon Boccanegra). Während ich ihn in Arabella weder sonderlich gut noch schlecht fand, war er in Simon Boccanegra am Anfang etwas daneben, hat sich aber nachher gesteigert (dürfte also an der Tagesverfassung gelegen haben).


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Und wenn man Oper als Fest für Ohren, Augen und Köpfchen schätzt, ist man mit dem Regietheater am allerbesten dran.


    Das kommt aber natürlich immer drauf an - manchmal find ichs gut und manchmal denk ich mir, das ist einfach nur deppert


    Lg


    Roland

    Hi Joschi!


    Früher hab ich recht viele Comics gelesen, mittlerweile nur noch ab und zu. Pflicht ist aber nach wie vor "Asterix", gut find ich auch noch "Garfield" und Gary Larsson.


    Lg


    Roland

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    Original von Michael
    wirklich skandalösen Buhrufe in der Mailänder Scala, anlässlich der Indisposition von Roberto Alagna.


    Hi Michael!


    An und für sich find ich Buhrufe ja auch indiskutabel - allerdings hat Alagna, nachdem er nach der Premiere nicht so gute Kritiken bekommen hat, sinngemäß gemeint, das Publikum versteht ja nichts davon - da darf er sich IMO nicht wundern, wenn er bei der nächsten Vorstellung ausgebuht wird (so viel zum Thema Hochmut kommt vor dem Fall ;-)

    Zitat

    Original von Alviano


    Also, ich käme nie auf die Idee, wenn jemand zeitgemässe Inszenierungen nicht mag, zu erwarten, dass er sich diese anschaut und ärgert. Das ist dann schon konsequent, da nicht hinzugehen.


    Genausowenig besteht bei mir ein Interesse, mir eine Everding- oder Zefirelli-Inszenierung anzuschauen, da weiss ich, was mich erwartet und deshalb gehe ich da nicht hin. Das hat was mit persönlichen Vorlieben (oder Geschmack) zu tun, sonst nix.


    Ich gebe Dir Recht, dass man sich etwas, das man nicht sehen will, nicht anschauen braucht - worauf Thomas allerdings hinauswollte (zumindest habe ich sein Statement in diese Richtung verstanden), dass man etwas ablehnt ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Also zB nur weil man Mielitz-Inszenierungen nicht mag und Kusej nicht kennt, diesen auch von vornherein abzulehnen.


    Wobei ich "abzulehnen" nicht mit "moderne Inszenierungen mag ich eher nicht, also gehe ich nicht hin" gleichsetze - letzteres hat ja - wie Du ja sagst - durchaus seine Berechtigung.

    santoliquido: Stimme Dir im Großen und Ganzen zu, allerdings sind für mich Opernfilme ein Greuel (oder heutzutage Gräuel) - ich finde, wenn man eine Oper schon sieht, dann muss auch die Musik dazu "live" kommen (auch wenns aus dem Fernseher ist).


    Ich habs ja nicht mal ausgehalten, dass in Steinbruch St. Margarethen (dort spielen sie im Sommer Freiluftopern) die Musik elektrisch verstärkt wird. Dass die musikalische Qualität dort nicht allzu hoch ist, sei jetzt mal bei Seite gelassen ...


    Lg


    Roland

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    Original von Edwin Baumgartner
    Aber das ist doch klar: Das nennt man "Kompensation".
    Nachdem der "direkte" Thread sich eindeutig pro Regietheater gewendet hat, wurde mit der Abstimmung versucht zu zeigen, daß die Regietheater-Anhänger eine verschwindende Minderheit sind. "Leider" fehlgeschlagen. Also nächster Versuch über die Hintertüre: Wie soll man Oper kennenlernen? - Die Antwort, die herauskommen soll: Oper kann man nur dann richtig kennenlernen, wenn das Werk 1:1 inszeniert ist.


    Ich glaube eher, dass Joschi darauf hinauswollte, dass jemand, der eine Oper zuerst "modern" gesehen hat (und daran gefunden hat) grundsätzlich eher moderne Inszenierungen bevorzugen wird und jemand, der als erstes eine "werkgetreue" Inszenierung erlebt hat, von moderneren Inszenierungen eher irritiert sein wird (Quod demonstrandum erat ...). Womit er wohl großflächig recht hat, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist (und Ausnahmen die Regel bestätigen).


    Lg


    Roland

    Mir ist am Wichtigsten, dass die Regie zur Musik passt - das kann bei einer konservativen Inszenierung NICHT passen wie es bei einer Regietheater (eigentlich ein komisches Wort)-Inszenierung passen kann (wobei ich grundsätzlich eher erstere bevorzuge).


    Es hängt aber meines Erachtens nicht davon ab, ob die "ursprüngliche" Oper halt einfach eins zu eins in Moderne übertragen wurde oder ob das Stück uminterpretiert wurde (uminterpretiert passt jetzt nicht wirklich, ich hoffe, man weiß, was gemeint ist).


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von faun
    laut orf.at war bist dienstag eine bewerbung eingelangt. heute kamen fünf
    weitere dazu - zwischenstand also 6 bewerbungen.


    die bewerbungsfrist läuft noch bis samstag - also beeilen ,-)


    Ich weiß wirklich von jemandem, der sich aus Spaß beworben hat - weil der Gusenbauer gesagt hat, er spricht mit jedem persönlich.


    Er hat aber trotzdem eine g'scheite Bewerbung geschickt (kennt sich auch ziemlich gut mit Opern aus), mit Spielplan und allem drum und dran ...