Beiträge von nufan

    Zitat

    Original von severina
    Was Alagna betrifft, so hat es Edwin wohl auf den Punkt gebracht - eine Tenorruine! (Übrigens glaube ich nicht, dass seine sizilianischen Eltern mit ihm französisch gesprochen haben, also bin ich weiter der Überzeugung, dass seine Erstsprache Italienisch ist.)
    lg Severina :hello:


    Was seine Erstsprache ist, ist mir vollkommen wurscht, so lange er nicht singt :D

    Zitat

    Original von Wanderer


    Was heisst keine Stimme mehr? Dieser Wichtel hat doch glattweg alle seine Auftritte abgesagt... X(
    Aber mit dem Interview hat das, glaube ich, nicht viel zu tun, denn so viel ich weiß, hatte er auch zuvor schon Auftritte in Paris abgesagt.
    Der Mann singt halt so, wie er redet und es überhaupt seinem Naturell entspricht, immer 100%. Schade ists aber schon...
    Ich könnte aber nun böseartig sein und vermuten, daß er seine Stimme nur geschont hat, um bei seinen Solo-Auftritten in Deutschland umso besser glänzen zu können. Denn in Wetten-Das war er ja wieder gut bei Stimme... :stumm:


    Ich habe jetzt gehört, dass Villazon am Sonntag bereits wieder bei Stimme war und Villazon singen wollte, Holender ihn aber nicht gelassen hat. Im Zusammenhang mit einigen Vorfällen, die ich über Holender schon gehört habe, kann dies durchaus der Wahrheit entsprechen ...

    Geb hier auch mal meinen unqualifizierten Senf dazu:


    Joseph Calleja: Ich halte sein Meckern einfach nicht aus - habe ihn bisher dreimal gesehen und jedesmal hat mir etwas anderes missfallen (wobei er einmal glaube ich indisponiert war, anders ist seine Heiserkeit bei den höheren Tönen (hoffentlich) nicht zu erklären)


    Gabriele Schnaut: Habe sie einmal in Turandot gesehen - anscheinend hat sie sich selbst nicht gehört, jedenfalls lag sie teilweise einen Halbton daneben.


    Mara Zampieri: Ich finde, sie singt bei höheren Tönen so, als würde sie am Spieß schreien. Beim Abschiedsfest von Wicus Slabbert in der Volksoper bin ich zufällig hinter einem Sänger gestanden, der zu seinem Gesprächspartner bemerkte: Die Zampieri hat ihr Leben lang falsch gesungen, das ist keinem aufgefallen


    So das wärs mal fürs Erste, vielleicht fallen mir noch zwei ein ...


    Lg


    Roland

    Hallo Herbert!


    Danke für die Belehrung - hab gleich in Wikipedia nachgesehen - was dort steht widerspricht sich allerdings ein bißchen, weil in der Kurzerklärung steht, dass es eine kürzere Form der Arie ist (wonach sie eine Arie wäre), im weiteren werden aber die Unterschiede zur Arie erklärt (was wieder dagegen spräche ...). Muss ich halt doch noch im Lexikon nachsehen.


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Barockbassflo
    Ich würde dieses Phänomen also eher als einen Fachwechsel vom "ernsthaften", sich und seine Kunst musikalisch ernst nehmenden Sänger hin zum Entertainer.


    Flo


    Ich schließe mich grundsätzlich der Meinung von Flo an - warum soll man nicht singen, so lange die Leute es hören wollen und man selbst Spaß daran hat (es ist halt eben mehr Eintertainment). Allerdings würde ich das dahingehend einschränken, dass man sozusagen "Privatkonzerte" gibt und nicht Teil eines Ensembles (also ein Caballe-Konzert, wo die Leute ihretwegen kommen, im Gegensatz zu einer Opernvorstellung, wo man eigentlich wegen des "Kunstgenusses" kommt).


    Bei Heesters ist es überhaupt eher wurscht wie er singt, er ist (bzw. war immer schon) mehr der Entertainer (wobei dem, was er macht, durchaus Respekt zu zollen ist).


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Wanderer
    Wahrscheinlich sitzen da viele nette Leutchen drinne, die schön klatschen, weil man überall lesen kann, wie gut die N. und der A. singen und weil sie sich freuen, evtl ein paar Sekunden auf dem Bildschirm zu erscheinen.
    Und es gibt auch bestimmt eine Menge Leute, die direkt vom Sektfrühstück kommen und angewiesen wurden, ordentlich zu toben, dient ja schließlich auch der Vermarktung :stumm:


    So weit wirst Du vermutlich nicht von der Wahrheit entfernt liegen, da der Tag der Übertragung ja als geschlossene Vorstellung angeschrieben war - vermutlich musste man ein Klatsch- und Jubelcasting bestehen ...


    Lg


    Roland

    (ohne Reihefolge)


    Nicolai Ghiaurov
    Juan Diego Florez
    Franco Corelli
    Johan Botha
    Carlo Bergonzi
    Luciano Pavarotti
    Ferruccio Furlanetto
    Simon Keenlyside
    Leo Nucci
    Piero Cappuccilli
    Ettore Bastianini
    Kurt Rydl


    Mich erinnert das ganze ja oft ein bißchen an des Kaisers neue Kleider (und das nicht nur weil immer öfter unbekleidete Damen und Herren herumstehen). Allerdings würde das Märchen ja heutzutage anders ausgehen. Wenn das Kind sagt "Aber Papa, der Kaiser hat ja gar nichts an", würde die Menge rufen: Doch, das musst Du metaphorisch betrachten ...

    Zitat

    Original von severina
    Roland, in Wien hat JDF meines Wissens noch nie abgesagt, dafür einmal, als ich wegen seines "Don Pasquales" nach Züich fuhr :( "La donna e mobile" finde ich auch toll, für mich ist er aber in erster Linie DER Rossini-Sänger, da ist er in meinen Augen (oder besser Ohren ;) ) derzeit konkurrenzlos und ich kann mir endlich wieder mit Vergnügen die Opern anhören, die ich seit Araizas Abgang eher gemieden habe, weil die Erinnerung so schmerzlich war.... :wacky: Ja, auf die "Fille" freue ich mich auch schon riesig und stime mich mit der DVD schon einmal darauf ein! :D
    lg Severina
    PS: Hast du beim "Konzert für Europa" im Juni 2006 seine Tamino-Arie gehört? Das war zum Niederknien und nahm mir meine große Skepsis angesichts seiner Ankündigung, er sehe seine Zukunft als Mozart-Tenor.


    Hallo Severina!


    Meine Absagebemerkung war auch kein Seitenhieb auf Florez (aber gut zu wissen, dass er das in Wien noch nie getan hat :-), sondern ich hab nur die Hoffnung ausgedrückt, dass mir nicht dasselbe passiert, wie bei der Boheme (oder Dir bei Don Pasquale).


    Ich gebe Dir Recht, für Rossini ist er natürlich noch mehr prädestiniert, "La donna e mobile" war nur das erste Stück der CD, dass mir eingefallen ist (ich war zu faul nachzusehen, wie die CD heißt). Vielleicht war das aber auch unterbewusst - bei Rossini-Tenören ist ja das hohe Timbre eher "Standard" (soviel ich weiß, Rossini hör ich nicht so viel), bei Verdi-Sachen gefällts mir eher weniger - aber Ausnahmen bestätigen ja (wie Florez beweist) die Regel :-)


    Seine Tamino-Arie habe ich leider nicht gehört, da ich mich erst seit Weihnachten 2006 intensiver mit ihm beschäftige


    Lg


    Roland

    Ich muss gestehen, dass das Timbre von Florez grundsätzlich auch nicht so meines ist und habe ihn deswegen auch - nachdem ich ihn im Fernsehen einmal kurz im Barbier von Sevilla gesehen habe - wieder geistig ad acta gelegt habe, obwohl ein Freund von mir, der Sänger (und deswegen ziemlich kritisch) ist und schon mit ihm gesungen hat, von seiner Technik schwärmt.


    Zu Weihnachten habe ich jedoch die CD auf der auch La donna e mobile drauf ist geschenkt bekommen und seitdem bin ich von ihm begeistert. Seine Interpretationen bzw. wie er singt überwiegen das "dünne" Timbre bei weitem. Ich hab Karten für die Regimentstochter im April und bin schon gespannt, wie er live singt (sofern er nicht den Villazon-Effekt hat und absagt ;-)


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von severina


    Da waren wir Leidensgenossen.... :( Ich nenne JC immer den "singenden Bilanzbuchhalter", denn egal, in welcher Rolle, auf mich wirkt er immer so, als käme er gerade aus dem Büro. So wenig Bohemien wie Calleja war schon lange kein Rodolfo mehr, Stimme hin, Stimme her.


    Hallo Severina!


    Obwohl ich Steuerberater bin (also quasi der Ausbau vom Bilanzbuchhalter ;-) muss ich Dir Recht geben. Dass Villazon abgesagt hat, war schon schade (vor allem weil ich ihn noch nie live erlebt habe - letztes Jahr bei Rigoletto hat er auch abgesagt - angeblich strapaziert er sein Stimme, weil er mit viel Kraft singt), aber wie ich dann gehört habe, dass Calleja einspringt, bin ich überhaupt verfallen. Noch blasser war er aber neben Gruberova in Roberto Devereux ...


    Lg


    Roland


    Ich gebe Dir Recht, Personenkult ist nichts Neues, unter Hype würde ich aber eher einen zumeist kurzlebigen (alles ist relativ) Rummel verstehen (der von den Massenmedien und vom Internet sicherlich mehr gefördert wird als früher), wodurch die Auf- und Abstiegszyklen auch kürzer werden. Die Callas ist noch heute ein Mythos, dass man von der Netrebko in 50 Jahren noch spricht, wage ich zu bezweifeln.


    Lg


    Roland

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Dieses Phänomen einer Vermaktung als zielsicher durchgestyltes Gesamtprodukt inklusive Legendenbildung ist in der Klassik zwar nicht neu, hat aber noch nie zu einem derartigen Hype geführt.


    Das hat aber vermutlich mit der heutigen "hypefreundlichen" Zeit zu tun. Außerdem denk ich, dass die Plattenfirmen vermehrt drauf schauen, da mit "normalen" Klassik-CDs nicht mehr viel zu holen ist, da muss schon ein Hype her, damits was bringt.

    Ich war letzten Montag in der Boheme (Villazon hatte abgesagt und Calleja war eingesprungen) und hab mir mittendrin gedacht: "Komisch, der singt wie ein Schaf" - den oben erwähnten Begriff Meckervibrato kannte ich damals noch nicht, trifft den Nagel aber auf den Kopf ...

    Ich muss hier jenen Diskussionsteilnehmern Recht geben, die nichts Schlimmes an der Vermarktung finden - mir persönlich ist es wurscht, welche seriösen und unseriösen CDs Netrebko aufnimmt (Hauptsache, sie ruiniert sich dabei nicht die Stimme ...). Das einzige, was mich daran stört, ist, dass jetzt alle "Hype-Teilnehmer" für Opernkarten wegen der Netrebko (und teilweise nicht wegen der Oper) Schlange stehen und deswegen andere keine Karten bekommen. Insofern finde ich es - um auf die Ausgangsfrage dieses Threads zurückzukommen - gar nicht schlecht, dass beispielsweise um die Bonfadelli kein Hype gemacht wird, weil man dann leichter Karten bekommt.


    Viel mehr stört es mich, wenn bestimmte "schlechte" Sänger (und damit meine ich jetzt nicht die Netrebko) bevorzugt werden und dadurch junge "gute" keine Chance bekommen.


    Lg


    Roland

    Als Laie möchte ich hier mal eine Frage stellen: Von wem ist eigentlich die Variation bei "che gelida manina" aufs hohe C hinauf (das Original geht ja nach dem as wieder hinunter) - von Puccini selbst? Wobei ich jetzt nicht wüsste, dass es von der Boheme eine revidierte Fassung gibt (oder doch?)?

    Zitat

    Original von severina
    Mal sehen, ob Senor VR am Donnerstag zu singen geruht. Eines ist schon komisch, dass er immer nur Opernvorstellungen absagt (und zwar sehr häufig), während er sich bester Gesundheit erfreut, wenn er mit AN von einem Stadium ins nächste tingelt. Ich will ihm ja nichts unterstellen, aber sonderbar ist es schon.


    Ich hab ja von einem befreundeten Sänger gehört (ist schon länger her, ich hoffe, ich gebe es halbwegs richtig wieder), dass Villazon teilweise mit Gewalt singt und deswegen in letzter Zeit immer wieder Stimmprobleme hat (was vielleicht auch erklären würde, warum er bei den Stadionauftritten mit Netrebko nicht absagt - sofern man mit Mikro leichter singt - nehme ich mal an, kenne mich aber gesangstechnisch überhaupt nicht aus). Hat jemand der Anwesenden auch schon so was gehört bzw. kann das jemand widerlegen?


    Lg


    nufan