Beiträge von raphaell

    Hallo,


    Grade stöbere ich bei jpc herum und traue meinen Augen nicht:



    Als Liebhaber von Raritäten und insbesondere Kalvierkonzerten, für mich wieder mal eine interessante Neuveröffentlichung von Hyperions toller Reihe "Romantic Piano Concerts".


    Das verblüffende dabei ist - ich habe vor relativ kurzer Zeit mal im Forum angefragt, wer etwas von dem Komponisten Jadassohn kennt.


    Salomon Jadassohn


    Kaum Reaktionen - wie erwartet. Die Diskographie ist verschwindend klein, umso faszinierender ist, dass nun das von mir mit dem Deutsches Kammerorchester Berlin live erlebte Klavierkonzert Nr.2 nun auf Platte erhältlich ist! Zufälle gibts...witzigerweise spielt auf der Neuveröffentlichung auch ein Berliner Orchester! :)


    Die Scheibe wurde nebst einer Partitur von Saint-Saens "Orgelsymphonie" sogleich geordert!


    Nächtliche Grüße,
    Raphael

    In Erfurt gibt es, lese ich - seit 2003 einen Theaterneubau, der die Alte Oper und das Theater ersetzt.



    Schaut a bissl aus wie das MIR in Gelsenkirchen...und das ist schon ein Tacken älter. Ich halte es Optisch erstmal für recht einfallslos. Über Funktionalität, Sicht und Akkustik kann ich nichts berichten.


    Auch die Bochumer Symphonie nimmt auf dem Papier Gestalt an - der frühere Erstentwurf in Rot gefiel mir jedoch besser als dieses ebenfalls recht langweilige, nach Ruhrfestspiele Recklinghausen und Erfurt riechende Gebäude. Vielleicht wird ja noch etwas verändert...



    LG
    Raphael

    Hallo,


    Hier das Neuste aus Münster - schönen Gruß an Michael, anbei! :hello:


    Rinaldo
    Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel
    Text von Giacomo Rossi nach einem Szenario von Aaron Hill
    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    Premiere: 30. August 2009, Großes Haus


    Rigoletto
    Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
    Dichtung von Francesco Maria Piave
    nach dem Stück "Le roi s’amuse" von Victor Hugo
    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    Premiere: 24. Oktober 2009, Großes Haus


    Die schöne Helena
    Operette in drei Akten von Jacques Offenbach
    Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
    Deutsch von Wolfgang Quetes
    Premiere: 28. November 2009, Großes Haus


    Lulu
    Oper von Alban Berg
    in der von Friedrich Cerha vervollständigten dreiaktigen Fassung
    Libretto nach Frank Wedekinds Dramen "Der Erdgeist"
    und „Die Büchse der Pandora“ vom Komponisten
    Premiere: 31. Januar 2010, Großes Haus
    In Kooperation mit dem Theater Regensburg


    Parsifal
    Ein Bühnenweihfestspiel in drei Akten von Richard Wagner
    Dichtung vom Komponisten
    Premiere: 28. März 2010, Großes Haus


    Boris Godunow
    Oper in vier Aufzügen und einem Prolog von Modest Mussorgskij
    Dichtung nach Alexander Puschkin und Nikolaj M. Karamsin vom Komponisten
    (Bühnenbild und Kostüme aus einer Produktion des Stadttheaters Klagenfurt, 2009)
    Premiere: 13. Juni 2010, Großes Haus
    In Kooperation mit dem Stadttheater Klagenfurt

    Hmm...da ist was dran. Gut, ich gebe klein bei...^^
    Dieser Thread heißt ja auch "Wenn der MIST überlebt" - als MIST ist Mendelssohn wohl wirklich nicht zu bezeichnen...


    Vielleicht ist ein Thead "Die überschätztesten Werke" interessant, bzw sinnvoll, da jeder Komponist mal Hoch- wie Tiefpunkte hat. Hier muss man alles etwas über einen Kamm scheren und über den Daumen peilen, während man auf ein Werk bezogen sachgemäßer argumentieren kann! Nur eine Anregung - welche Werke ich nennen würde fällt mir spontan nicht ein! ;)


    Raphael

    Zitat


    Sehe ich ähnlich, jedenfalls im Grundsatz. Mendelssohn wird eher unterschätzt. Wie Michael schon sagte, hatte er außerdem ziemlich erheblichen Einfluß auf andere klassizistische Romantiker, wie etwa Niels Gade.


    Welcher sich ja auch nicht gerade großer Bekannt- und Beliebtheit erfreut . Ich finde, die Leipziger Schule führt ein wenig ins Leere. Wo ist da die Zukunft, die Inspiration für wirklichen Fortschritt? Weder sind diese klassizistischen Romantiker progressiv, noch animieren sie zu Progression, oder? Kompositorisches Können und ästhetisches Empfinden spreche ich ihnen sehr gerne zu!!


    Raphael

    :hahahaha: ...herrlich!



    Hallo Michael,


    Danke für deinen langen Beitrag. Irgendwie fühle ich mich besonders von deinen Worten angepflaumt (ohne das persönlich übelzunehmen) und sehe mich daher im Zugzwang! ;)


    Es ist sehr löblich, dass du fast allen hier kritisierten Komponisten die Ehre zu retten versuchst und ich habe ja selbst bei jeden meiner Punkte versucht objektiv zu bleiben und jeweils auch meine gelegentliche Freude an den Krandidaten zum ausdruck gebracht.


    Ich würde dir fast überall bei deinen Fingerzeigen recht geben, aber gerade du, der sich stets für Raritäten interessiert und einsetzt müsstest doch zugestehen, dass es ungerecht und damit meine ich auch "überbewertet" ist wenn Mendelssohns "Italienische", "Schottische", das Violinkonzert und Hebriden sowie Puccinis Opern jede Saison bis zum erbrechen gespielt werden, während andere - durchaus auch großartige Komponisten oder Werke - ein jämmerliches Schattendasein in Archiven fristen und nicht einmal davon träumen brauchen jemals wieder gespielt zu werden.


    Das mag schlicht daran liegen, weil es bequem ist die populären Reisser zu spielen.
    Man ist doch auf der sicheren Seite: Jeder Sänger und jeder Orchestermusika kann Tosca warscheinlich im Schlaf und das Haus ist garantiert voll und am Ende begeistert. Wenn man was Unbekanntes machen will, muss man alles von der Pike auf organisieren und einstudieren - das Haus ist warschelich nach der 3. Vorstellung nur noch halbvoll und die Begeisterung hält sich im allgemeinen eher im Rahmen.


    Vielleicht ist also der Kulturbetrieb einfach nur aus bequemlichkeit Festgefahren - aber daraus resultiert bei ganz vielen doch sicher die Meinung: "Aha! Puccini wird aber oft gespielt und der Verdi und Strauss - DAS sind wichtige Komponisten, alle Namen die wir nicht kennen, sind unwichtig und eines Besuchs daher unwürdig."


    Ich finde Überbewertung liegt bei vielen Komponisten darin begründet, dass sie ZU oft gespielt werden, im Vergleich zu einem großen Heer durchaus auch "Spielplan-berechtigter" Komponisten. Wieso spielt man nicht einfach MAL nicht die "Schottische" sondern IRGENDwas anderes, exotischeres?! Ist das alles zu schlecht?


    Sehr nervig finde ich auch die Tatsache, dass von "berühmten und bedeutsamen" Komponisten alles, wirklich ALLES gespielt wird...selbst das noch so unbedeutende und belanglose Früh- oder Gelegenheitswerk von Komponist XY wird irgendwann man im Konzert aufgeführt oder im Radio gesendet, weil es ja von XY ist. Das mag ja bei Frühwerken musikwissenschaftlich vielleicht noch interessant sein, aber dem unkundigen Hörer wird doch hier, allein durch den großen Namen, die Bagatelle in x-moll als Bedeutsam suggeriert, wenn nicht weiter erläutert.


    Dies als nächtliche Denkanstösse - Gute Nacht,
    Raphael

    Hallo,


    Es ist schon so spät, aber dieser Thead fesselt mich doch sehr...und so gebe ich auch meinen unbedeutenden Senf hinzu. Alles wurde schon mehr oder minder genannt...


    1.) Richard Strauss
    Sicher, es gibt das ein oder andere Glanzstück in seinem Oevre und sein Orchestrierungs-Vermögen steht - so meine ich - ausser Frage, aber wenn ich mir so ansehe wie überrepresentiert (man schaue nur mal auf den Spielplan der Deutschen Oper Berlin) Strauss im Kulturleben ist und wie viele tolle Komponisten seiner Generation einfach von den Spielplänen gefegt wurden, dann komme ich zu dem klaren Urteil: Überbewertet


    2.) Franz Liszt
    Ich gebe zu durchaus ein Liszt-Freund zu sein und gestehe freimütig in der ein oder anderen Stunde hohlem Passagenwerk und eingängigen Melodien durchaus was abgewinnen zu können. Ich sehe Liszt sehr ambivalent : Auf der einen seite ist da der sehr gebildete, geniale und originelle Anarchist der sich sehr viele Gedanken über die Zukunft der Musik macht und auch einige Neuheiten auf die Wege leitet. Andererseits ist er der gefeierte, brilliante Salonlöwe, der mit seinen Opernparaphrasen und funkelnden Bravourstückchen die Frauen zur Ohnmacht treibt. Beides - das gelehrte, originelle sowie das unterhaltsam-nichtsagende verbindet sich in vielen Werken zu einer obskuren Mischung. Lauschen wir in die zahlenmäßig unterlegenen symphonischen Werke, so hören wir einen recht untalentierten Orchestrierer, der sich besonders schwer tut klangliche "Tiefe" zu vermitteln. (Was komisch ist, da er ja auf dem Klavier gerade dies ständig zu erreichen versuchte)


    3.) Felix Mendelssohn Bartholdy
    Hurra, hurra, das Mendelssohn-Jahr ist da. Ich mag Mendelssohn sehr aber muss doch feststellen, dass er eigentlich nichts neues auf den Weg gebracht hat. Fast jedes seiner Werke spricht mich so unmittelbar in seiner Melodik und seinem Verve an, dass es schwer fällt ihn derartig zu "degradieren". Ich denke Mendelssohn ist als (Wieder)Urafführer vieler Werke wichtig - aber Kompositionshistorisch nimmt er doch wohl eher den Platz eines - wenn auch zu einer eigenen Tonsprache findenden - Epigonen ein.


    4.) Giacomo Puccini
    Ich denke, ich muss nicht viele Worte dazu verlieren. Wiederum gestehe ich ein, diesen Komponisten hin und wieder zu mögen - ich ergötze mich gerne mal am Kitsch einer Tosca oder Turandot. Aber da ist auch schon der Haken: Das alles ist Kitsch - reine Show. Die leute sollen von süffigen Streicherkantinelen und schmalzigen Tenor-Arien auf eine populäre art berührt werden. Das ist eine "Kunst", die Puccini exzellent versteht - Massentauglich zu schreiben. Als Unwissender könnte man meinen, Puccini sei ein ganz wichtiger und wegweisender Komponist, wenn man auf die Opernspielpläne schaut.
    Hmm...ja...eigentlich ist er schon wegweisend, wenn man in richtung Popkultur denkt, oder? ^^


    Diese vier fallen mit besonders überbewertet auf - abgesehen von Liszt hauptsächlich wegen ihrer häufigen nennungen auf den Spielplänen. Liszt wird ja nun nicht (mehr) derart häufig gegeben, was sicher auch mit Zeitgeschmack zusammenhängt...


    LG
    Raphael

    Hallo,


    Ich durchstöberte gerade meinen alten Thread "Der Wald in der Musik" und fand darin die Ankündigung meinerseits, einen Thread über Jagdmusiken zu eröffnen!


    Hier also meine Einlösung! Schreibt alles, was euch an musikalischem Jagd-Material einfällt!
    Es dürfte sehr viel geben...sei es musik die wirklich für Jagden geschrieben wurde, symphonische Dichtungen über Jagden, Etüden mit dem Titel "Jagd" oder einfach nur "Jagd-Idiome" (z.b. in Beethovens 3.Symohonie, Trio des Scherzos)...


    Los gehts! Ich freue mich auf zahlreiche Beteiligung! Ich werde auch meine Einfälle zu gegebener Zeit posten!


    LG
    Raphael



    PS: Bitte keine Musiken über Verfolgungsjagden, Schnäppchenjagden und Schürzenjagden!
    Gemeint ist die Jagd auf Wild...

    Hallo,


    Heute von meinem Patenonkel folgenden Ziegelstein bekommen - es mutete mir zunächst etwas trivial an, entpuppt sich aber doch als recht interessante, informative dabei aber nicht zu zähe Angelegenheit - wie auf dem Buchrücken steht: "Egal ob für Klassik-Neuling oder erfahrenen Konzertbesucher"



    LG
    Raphael

    Hallo,


    Das Christkind war großzügig und ich kaufe mit dem Geldsegen einige dringend benötigte Erweiterungen für meine Sammlung - alle Stücke werden noch diese Saison irgendwo im Konzert/Oper für mich ertönen und sind mir bis dato unbekannt...






    Hallo,


    Also...wo schlafe ich ein?


    Bei der Turangalila Stimme ich zu...10min reichen, dann der 5. Satz und das Finale, damit bin ich glücklich! ^^
    Wo ichs lese: Straussens Oboenkonzert...ja! Sowas ödes! Von Strauss gibts auch noch viele andere Öde sachen...obwohl ich Elektra, Salome, Till, Don Juan, und einige andere Werke sehr schätze, wandert ein Gro bei mir doch in den Container für einschläferungsgefährdendes Liedgut: Die ägyptische Helena ( :kotz: ), Ariadne, Quixote, Heldenleben (bis auf wenige minuten)....


    Pelleas et Melisande von Debussy konnte ich bisher auch nicht viel abgewinnen - die Oper mag zwar ein Meilenstein sein, aber ihr fehlt ein wenig die von mir so geschätzte dramatik! ^^
    Bei Wagner sage ich meist zum Tristan und oft auch zum Lohengrin gute Nacht...der Ring ist in Häppchen Ok, aber bitte nicht am Stück!


    Das erstmal als Beispiele aus einer mit doch sonst eher in hoher Gunst stehender Epoche...
    Über Renaissance, Barock und Klassik reden wir ein andernmal! ;)


    LG
    Raphael

    Hallo,


    Meine nächsten Konzertvorhaben:




    Di., 30.12.08 - Philharmonie Berlin - 20.00


    George Gershwin: Cuban Ouverture
    John Adams: Short ride in a fast machine
    Samuel Barber: Adagio for Strings
    Aaron Copland: Old American Songs
    George Gershwin: An American in Paris
    + Arien aus "Porgy and Bess" und "Lost in the Stars"


    Interpreten:
    Berliner Philharmoniker
    Leitung: Sir Simon Rattle
    Sopran: Pauline Malefane
    Bariton: Thomas Quasthoff




    Do., 01.01.09 - Konzerthaus Berlin - 20.00


    Carl Orff: Carmina Burana
    Ludwig von Beethoven: Symphonie Nr.9 in d-moll


    Interpreten:
    Tschechische Symphoniker Prag, Prager Opernchor
    Leitung: Petr Chromczák
    Sopran: Monika Brychtová
    Alt: Dita Steiskalová
    Tenor: Michal Vojta
    Bass: Dalibor Tolas




    Mo., 05.01.09 - Philharmonie Berlin - 20.00


    Elliott Carter Allegro scorrevole
    Robert Schumann: Klavierkonzert in a-moll
    Maurice Ravel: "Ma mère l'oye" - Fünf Kinderstücke für Orchester
    Maurice Ravel: "Rapsodie espagnole"


    Interpreten:
    Staatskapelle Berlin
    Leitung: Daniel Barenboim
    Klavier: Maurizio Pollini




    Do., 08.01.09 - Philharmonie Berlin - 20.00


    Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr.23 in A-Dur
    Anton Bruckner: Symphonie Nr.3 in d-moll (1873)


    Interpreten:
    Deutsches Symphonieorchester Berlin
    Leitung: Herbert Blomstadt
    Klavier: Leif-Ove Andsnes




    Fr., 09.01.09 - Philharmonie Berlin - 20.00


    Igor Strawinsky Violinkonzert in D-Dur
    Anton Bruckner: Symphonie Nr.2 in d-moll


    Interpreten:
    Konzerthausorchester Berlin
    Leitung: Eliahu Inbal
    Violine: Dmitri Sitkovetsky



    LG
    Raphael

    Hallo,


    Was heißt den groß? Lang, toll, musikalisch besonders Wertvoll, zum mitpfeiffen, beliebt?


    Ich finde, Beethoven 7 kann aus reiner bedeutungssicht raus. Es ist zwar, wie ich meine die schönste, aber doch vom Pöbel recht unbeachtet...das klassiche trio 3,5,9 ist denke ich am bekanntesten und auch am epochalsten...


    Wenn man nach musikgeschichtlichem "Wert" geht, dürften denke ich auch Mendelssohn, Tschaikowski und evtl. Dvorak rausfliegen...


    LG
    Raphael

    Hallo,


    Sicher, der Begriff ist Synonym für "schräg, unhörbar, atonal, dissonant, bla bla"...sicher gibt es einen ganzen Haufen Werke, die eher nicht von der leichten Sorte sind - dennoch können sie durchaus auch für den konventionell ausgerichteten Hörer interessantes bieten.


    Als Beispiele fallen mir spontan Bergs Violinkonzert sowie Schönbergs "überlebender aus Warschau" ein - beides zwar durchaus fordernde Werke, aber mit so viel Programm und so vielen, auch für Leihen erhörbaren Details, dass sie durchweg "zumutbar", wenn nicht gar extrem spannend sind! ;)


    LG
    Raphael

    Hallo operus,


    Absolut korrekt!


    Wenn ich die drei Opern Berlins betrachte, so nimmt die Komische Oper sicher den letzten Platz ein. Die Lindenoper und die Deutsche Oper gehören/gehörten beide zu Flaggschiffen in Deutschland und kosten der KO daher allein vom Namen her einiges an Publkum. Jedoch schlägt sich die Komische Oper in letzter Zeit ganz gut wie ich finde - eine sehr junge Marketingkampagne: Werbung auf Bussen und in der U-Bahn, flippiges Logo, knallige Inszenierungen und ein durchaus spannendes Repertoire sorgen für das im duchschnitt jüngste und interessanteste Publikum.


    Die Athmosphäre in den neuen semi-modernen, großzügigen Foyers und dem "historischen" Hellmer und Fellner-Saal sind angenehm: Nicht spiessig steiff, aber auch nicht allzu salopp.


    Nicht umsonst hat die Komische Oper für ihr erfolgreiches Bemühen nicht völlig im dichten Berliner Kulturdschungel unterzugehen in der letzten Saison den Titel "Opernhaus des Jahres" abgeräumt.


    LG
    Raphael

    Hallo,


    Meines erachtens sind Raritäten gut und schön, aber wie hier viele schon richtig erkannt haben, ist allein mit denen keine müde Mark zu machen!


    Immer wenn ich mich mal in Opern unbekannter Komponisten begeben habe (oder auch in unbekannte Opern bekannter Komponisten), herrschte eine gähnende Leere vor!


    Nur als beispiel: Aubers "Fra Diavolo" im Staatstheater am Gärtnerplatz in München.
    Eine Inszenierung wie aus dem schönsten Bilderbuch (meineserachtens indiskutabel kitschig, altbacken und muffig) - der Saal in der nicht mal 10. Vorstellung: Halb Leer!


    Woran liegts? Ohrwürmer am laufenden Meter, eine besoffen Machende Inszenierung und allgemeine Heiterkeit - aber keine Sau wills sehen!
    Man kann nicht grade sagen, dass das Gärtnerplatztheater teuer und von innen unsansprechend ist - ich weiss nicht, wie sowas dann erst für Alfreds "geschmalzene Preise" ankommen soll...


    Dies nur als beispiel für "schöne" Oper, "schön" inszeniert, in schönem Haus zu günstigem Preis.


    Anderes Beispiel: Busonis "Doktor Faust" in der Berliner Staatsoper. Es dirigiert Daniel Barenboim (eigentlich schon ein Garant für volles Haus). 6. Vorstellung, füllung des Hauses: 1/3 !!...die Inszenierung weiß zu gefallen, bietet zudem viele spezialeffekte...
    Dies also das beispiel für modernere, unbekannte Oper von unbekanntem Komponisten zu relativ gesalzenen Preisen in vermeindlich schönem Ambiente... (Ich weiß, dass Werk und Komponist durchaus bedeutsam sind, aber wann bekommt man das Stück schonmal zu sehen und welcher Leihe kann mit den Namen was anfangen?!).


    Also: Die mischung machts auf dauer - alle Epochen wollen vertreten sein, die großen "Reißer" wie auch das unbekannte Nischenprogramm sollte gepflegt werden!


    LG
    Raphael