Beiträge von Hui

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    Dort verlangtern sie nach "Mozarts Klavierkonzert"
    Die Frage der Verkäufer war logisch: "Welche Nummer bitte ?"


    Dieses Phänomen kennen wir ja nicht nur bei Mozart: "Sag mal, kannst du das Präludium von Bach spielen?" - "Wie bitte?" - "Na das Präludium!"

    Guten Morgen,



    Zitat

    Das Klavierduo Benjamin Britten / Sviatoslav Richter spielt die Mozartsonaten KV 448 + 521. Musik zum abheben, unvergleichlich!



    Thomas: Die von dir genannte und gelobte Aufnahme kenne ich aus der Richter-Doku "Der Unbeugsame", auf welcher entsprechende Bilddokumente gezeigt werden. Der unvergleichliche Charme der Einspielung hat auch in mir den Wunsch geweckt, sie zu kaufen. Nur wie? Im Decca-Katalog ist sie natürlich längst nicht mehr aufgeführt und auch Ebay und andere Internetanbieter haben sie nicht im Programm.


    Ich will hier keinen "Biete - Suche"-Thread draus machen, aber da Thomas hier schon auf die Aufnahme hinweist, will ich die Gelegenheit nicht ungenutzt an mir vorbeiziehen lassen, mal in die Runde zu fragen. Vielleicht fällt irgendjemandem ein Weg ein, auf dem ich die Einspielung doch noch erwerben kann? Ich zahle (fast) jeden Preis...



    Gruß
    Thomas

    Liebe Taminos,



    vor ca. 2 Jahren habe ich Tolstois Monumentalwerk "Krieg und Frieden" von vorne bis hinten durchgelesen und einiges dabei gelernt. Ich will sogleich auf den Punkt kommen: Es ist mir eine Stelle in Erinnerung geblieben, an der Tolstoi von dem Verhalten kleiner Kinder spricht, Dinge restlos zu zerstören, um sie verstehen zu lernen, z.B. Insekten usf.
    Dieses Verhalten sehe ich auch bei Beineberg aus Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Ich gäbe einiges darum, besagte Stelle in "Krieg und Frieden" wiederzufinden, nur erwies sich meine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen bislang als erfolgslos.


    Ich hatte gehofft, hier im Forum vielleicht auf jemanden zu treffen, dem die Stelle ebenso in Erinnerung geblieben ist und der mir womöglich sogar die entsprechende Seitenzahl nennen kann?



    Gruß aus Wiesbaden
    Thomas

    Seid gegrüßt,



    im Rahmen einer Studienfahrt möchte ich mit einigen Klassenkameraden/innen die Staatsoper in Prag besuchen (die anderen Opernhäuser in Prag sind mir bekannt, es gibt jedoch aus zeitlichen Gründen nur eine Aufführung, die für uns infrage kommt). Es geht nun darum, Karten zu bestellen, denn am Abend selbst auf 9 freie (am besten zusammenhängende) Plätze zu spekulieren, ist meines Erachtens etwas gewagt.


    Nun ist die Frage: Was tun? Ein Reisebüro konsultieren? Karten telefonisch direkt beim Opernhaus reservieren? Karten per Internet vorbestellen?


    Am liebsten wäre mir persönlich letzteres, da ich der dortigen Sprache nicht mächtig bin und ich mir den Umweg übers Reisebüro gerne ersparen würde.


    Der erste Anbieter, bei dem ich ein Angebot gefunden habe, ist die Seite http://www.viennaticketoffice.com, die auch Karten für Prag vermittelt. Da hier einige in Wien wohnen, dachte ich mir, dass mir eventuell jemand etwas zur Vertrauenswürdigkeit solcher "Kartenbestellungsvermittler" sagen kann, denn mal eben 3000€ zu verschleudern wäre doch äußerst unklug.


    Falls besagter Anbieter doch nicht so das Wahre ist, würde ich mich sehr über Alternativvorschläge freuen. Es wird für uns mit der Planung nämlich langsam Zeit.



    Gruß aus Wiesbaden
    Thomas

    Ich möchte an dieser Stelle mal auf ein Buch hinweisen, das im Diogenesverlag erschienen ist.





    Ich hatte zuerst das Gefühl, dies sei öde Belletristik und der Autor biedere sich etwas an. Doch handelt es sich nicht um einen naiven Laien, der hier schreibt, sondern einen logisch denkenden Menschen, der aus den Zusammenhängen, welche uns heute auch aus historisch-kritischer Sicht bekannt sind, eine stichhaltige These entwickelt (ich beziehe mich jetzt nur auf seinen Artikel zum Mord Mozarts).


    Ich denke, Ulli würde so etwas interessieren, insofern es sich tatsächlich nicht um blanken Unsinn handelt ;)

    Zitat

    ich glaube es war bei der Beerdigung eines sowjetischen Politikers



    Vielleicht bei Stalins Beerdigung? Mir ist aus der Richter-Doku bekannt, dass eine Blaskapelle eine Transkription spielte. Richter war ebenfalls auf der Feierlichkeit vertreten, mit einer Bachfuge. Er empfand das Ganze allerdings eher als abstoßend. Er war kein politisch gefärbter Mensch, sondern hielt sich von alledem fern. Umso widerwärtiger muss die Beerdigung auf ihn gewirkt haben.

    Mozart komponierte ja auch "Leck mir den Arsch fein recht schön sauber" Kanon in B-Dur K. 382d oder schreibt in K. 560 ("O du eselhafter Martin") etwas von "Aufs-Maul-Scheißen".


    Interessant, dass diese Phrasen von den Verlagen immer wieder umgedichtet wurden, um die hier zu Tage tretende Vulgarität zu kaschieren.

    Es ist interessant, dass du, Oliver, deine Vorliebe für einen bestimmten Komponisten gerade durch eine Umarmung (was folgt? Küsse?) zum Ausdruck zu bringen wünschst. Ich muss offen gestehen, dass mir eine derartige fixe Idee noch nie in den Sinn kam. Und obwohl ich mir, um deine "Argumentationsbasis" zu prüfen, einmal Bach angehört (in Gedanken umarmt) habe und - wiewohl mich die Musik, um es mit den Worten eines gewissen barocken Musikwissenschaftlers zu sagen, "afficieret" hat - nichts von solcherlei Empfindungen verspürt habe.


    Nun, Spaß beiseite. Wie schon gesagt, spricht mich die Musik Bachs auch an, und zwar auf einer mit deinen Eindrücken vergleichbaren Ebene. Ich muss jedoch einräumen, dass es mir nicht bei allen seinen Werken so geht, sondern nur bei ganz bestimmten. Oftmals hängt es dann auch sehr vom Interpreten ab, wie stark mich ein bestimmtes Werk anspricht.


    Dabei ist interessant, dass meine Vorliebe hier einen Wandel durchgemacht hat. Ich tendiere mittlerweile zu nicht allzu "mechanisch" (Anführungsstriche, weil dieses Wort in dieser Form nicht ganz passt) gehaltenen Deutungen. Ein Präludium in C-Dur WTK1 von Herrn Glenn Gould empfinde ich als mechanisch, die Non-Legato-Technik mittlerweile nicht mehr als nicht zwingend notwendig, manchmal gar als Störfaktor.
    Das beste Beispiel für eine sehr gefühlsintensive Interpretation ist jene Sviatoslav Richters. Er stellt unter Beweis, dass in Bachs Musik Unmengen an "emotionalem Potential" vorhanden sind, die herauszukitzeln sich lohnt.


    Ich empfehle in diesem Zusammenhang, einmal folgende seiner Aufnahmen anzuhören:


    WTK1 - Präludium und Fuge in c-Moll
    WTK1 - Präludium und Fuge in E-Dur


    Vor allem letzteres sei als Beleg für meine These genannt.



    Auch Gould kann sehr emotional sein, im Grunde ist er es immer, doch finde ich, dass die Emotionalität an manchen Stellen durch seine "strenge" Wiedergabe flöten geht.


    Zwei Stücke seien jedoch genannt, die Gould durchaus so spielt, wie ich es mir wünsche, zwei Stücke, bei denen ich mir keinen anderen Pianisten vorstellen kann:


    WTK2 - Präludium und Fuge in d-Moll
    Sinfonia Nr. 11 g-Moll



    Ich bin, um abzuschließen, glücklich darüber, dass Bachs Musik wieder eine breitere Masse anspricht. Darüber hinaus gibt es nur wenige Komponisten bei denen die Interpretationsfrage so kontrovers diskutiert wurde, wenige, die so unterschiedlich interpretiert wurden. Wie Alfred schon sagte: Es bleibt spannend.

    Mal ganz tautologisch gesagt: Der absolute Klassiker unter den Klassikaufnahmen ist für mich Carlos Kleibers Einspielung der fünften ("Schicksalssymphonie") und siebten Symphonie Ludwig van Beethovens. Wenn mich nicht alles täuscht, dürfte dies eine der meistverkauftesten Aufnahmen überhaupt sein, wenn nicht gar der Kassenschlager schlechthin. Wobei das nicht heißen soll, dass es sich hier um ein Massenprodukt ohne Originalität handelt. Zweifelsohne erfahren diese Meilensteine der Kompositionsgeschichte unter Kleibers Taktstock ein ihnen tatsächlich gerecht werdendes Dirigat.



    Man sollte die Aufnahme jedenfalls besitzen, ob Kleiberfreund oder nicht.


    Gruß
    Thomas

    In meinem Klassik-Kanon findet ihr Werke aller Epochen und Komponisten, oblgeich ihr mitunter eine gewisse Präferenz feststellen werdet. So beschäftige ich mich hauptsächlich (und das heißt hier: mit einem Quäntchen Liebe mehr) mit Werken (vorwiegend Klaviermusik) des Barock und Werken der Romantik. Im Kontrast zwischen diesen beiden Epochen findet sowohl der ausübende Musiker als auch der aufmerksame Hörer in mir einen ganz besonderen Reiz.


    Weitere Spezifikation lässt meine Hörerfahrung noch nicht zu. Ob meines jungen Alters bin ich nach wie vor offen gegenüber allen Stilen und vertrete infolgedessen wohl den "Mainstream" - was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, wenn es um Unverzichtbares geht, denn aus dieser Kategorie häufen sich in meinem Plattenschrank die Scheiben von Woche zu Woche.


    Insgesamt kann ich nur empfehlen, die Kanons aller Taminomitglieder eifrig zu verfolgen. Findet man nämlich jemanden, dessen Geschmack mit dem eigenen weitgehend übereinstimmt, mag sich so einiges entdecken lassen.


    Ansonsten gilt, was Alfred und Moritz bereits angemerkt haben: Empfohlen wird ausschließlich Unverzichtbares, ob die Aufnahme darüber hinaus "die Beste ist, hat schlussendlich immer der Hörer selbst zu entscheiden. Ich für meinen Teil werde sie nie explizit als solche titulieren.



    Und nun: Viel Freude mit meinen "Lieblingen".



    Gruß
    Thomas

    Zunächst:


    Zitat

    [die hier dunkel dargstellte rechte Coverhälfte ist bei mir penetrant lila]


    Bei mir auch :D



    Nun zum eigentlichen Thema. Obschon ich trotz Honorierung der Nocturnes andere Werke höher schätze, sind auch unter jenen viele, welche ich besonders gerne mag. Neben den bekannten aus op. 9 ist jene in c-Moll aus op. 48 zu erwähnen. Auch die e-Moll Nocturne op. 72 höre ich mir sehr gerne an. Selbst gespielt habe ich jedoch nur op. 9 Nr. 1 sowie die cis-Moll Nocturne op. posth., welche für mich den absoluten Höhepunkt in Sachen Feinfühligkeit und Ausdruck darstellt. Wobei erwähnt sein soll, dass es sich hier um ein "Lento con gran Espressione" handelt, der Name "Nocturne" wurde dem Stück von seinem Widmungsträger, nämlich Ludwika Chopin, der Schwester, verliehen - meiner Meinung nach zu Recht.

    - Klavierliteratur von Vivaldi (ihr haltet das für absurd? Ihr liegt vollkommen richtig!)


    - WTC3 (klingt irgendwie wie Star Wars: Episode XY, nun ja ;))


    - insgesamt einen etwas besseren Liederkomponisten Chopin



    Ansonsten fiele mir noch "Liederzyklus von Arnold Schönberg ein", aber groteskerweise existiert der ja schon :D

    Zitat

    Original von Ulli
    >> Warum komponierte Joh. Seb. Bach keine Oper?
    >> Warum komponierte Mozart kein Trompetenkonzert?


    >> Aufgrund des religiösen Hintergrundes. Selbst die ohne Bühnengeschehen auskommenden Oratorien (bzw. oratorischen Passionen) galten in der Barockzeit als höchst progressiv, ja beinahe als mit dem Gottesdienst unvereinbar. In der calvinistischen Kirche, mit welcher J.S. Bach teilweise auf spürbar negative Weise in Berührung kam vertrat man sogar die Ansicht, Musik habe in der Messe nichts zu suchen, da die Predigt im Vordergrund zu stehen habe. Und warum nun Oratorium, nicht Oper, obgleich Bach Interesse an italienischem Kult hatte (Italienisches Konzert, Abschriften in der Jugend etc.)? Der geistliche Inhalt vor dem Stoff, wie bei Schiller eben ;)


    >> Weil der Gute nicht unter Geschmacksverirrungen litt :D

    Als "sympathische Weltverdrossenheit" würde ich den Stil des Untergehers bezeichnen, den ich nun fertig gelesen habe, ich denke, mit der Bezeichnung lässt es sich leben.


    Auch wenn sich mir beim Lesen ob der nihilistisch-manischen Züge bisweilen alle Haare sträuben, muss ich zugeben, dass ich mit Thomas Bernhard durchaus etwas anfangen kann. Teilweise sind seine Ausführungen ja auch von wahnsinnig ausgeklügelten Humor.


    Gewöhnungsbedürftig ist diese Art Buch allemal, gleichwohl kann man es mögen, wie etwa ich. Besonders einfallsreich auch das Kursivschreiben bestimmter "einschlägiger" Wörter.


    Meine beiden Höhepunkte dieses Buches im Hinblick auf "amüsante Härte" sind:



    1. Das Lehrerkind hat meinen Steinway in der kürzesten Zeit ruiniert, mich schmerzte diese Tatsache nicht, im Gegenteil, ich beobachtete diese stumpfsinnige Zerstörung mit perverser Lust. (S. 11)


    2. Er hatte sich von ihr vorspielen lassen, um wieder einschlafen zu können, sagte der Franz, denn der Herr Wrtheimer litt ja immer an der Schlaflosigkeit und dann hat er ihr in der Frühe gesagt, sie spiele wie eine Sau. (S. 230)



    Gleichsam absurd und grotesk, dennoch auf seine Art ganz bezaubernd. :D


    "Alte Meister" ist bereits bestellt.



    Gruß
    Thomas

    Nun, über die Fragen und Probleme zu "progressivem Musikunterricht" kann ich wohl nicht ganz mitdiskutieren. Mein alter ungarischer Lehrer (Privatunterricht) verfolgt da nämlich eine ganz klare Linie:



    1. Viertelstunde Skalen
    2. Viertelstunde Bach
    3. Viertelstunde Etüden (sei es Czerny, sei es Dohnanyi, sei es Bartók) und Prima-Vista-Spiel
    4. Viertelstunde Vortragsstück(e)



    So jedenfalls laufen die Stunden ab, mein autodidaktischer Beitrag bei der ganzen Sache beläuft sich natürlich auf mehrere Stunden am Tag - je nach privatem und beruflichen Zeitkonto.


    Also eine ganz programmatisch, und zwar sowohl im Sinne von "dem klassischen Programm entsprechend" als auch im Sinne von "vorbildlich", denn ich spüre mein Weiterkommen am eigenen Leibe, auch wenn es teilweise geistige Schwerstarbeit ist, Bach tadellos in die Tasten zu schicken. Überdies ist es auch im meinem Sinne einen "alten Meister" vor mir zu haben, der zeitlebens Bach gespielt und ein Kapellmeisterstudium in Ungarn absolviert hat. Man kann in dieser Art von Unterricht zweifelsohne nur das Konservative per se sehen, gleichermaßen aber viel Nützliches entdecken.


    Nun bin ich als eingefleischter Hörer des entsprechenden Musikstils in diesem Milieu glücklich, kann mir allerdings vorstellen, dass ein 8-jähriger, der im Jahre 2005 und eben nicht "1700soundsoviel" lebt daran zu Grunde geht.


    Es hängt ganz von der Person ab, meist finden junge Menschen auch erst später zu klassischer Musik. Will man nun aber um jeden Preis einen guten Musiker aus dem Zögling machen, könnte man sagen: Wenigstens den Fingern hat der André genützt, wenn nicht dem Gehör. :D



    In diesem Sinne
    Thomas

    Ganz richtig martello, vor wenigen Tagen habe ich im Feuilletonbereich einen Artikel über das "West-Eastern Diva Orchestra gelesen" und war hellauf begeistert (das gebe ich unumwunden zu, obwohl Alfred ja ein ums andere Mal über die Verbindung von Pianismus und Dirigieren jammert - die ich übrigens selbst nicht ganz gutheißen kann). Gerade für den Nahost-Konflikt wünsche ich mir seit jeher ein solches Projekt.


    In Barenboims Orchester offenbart sich die verbindende soziale Komponente der Musik auf einmalige Weise, und das nicht etwa zum Zwecke eines schnöden Gelegenheitsgestreiche, sondern der Besänftigung einer diffizilen kulturellen Auseinandersetzung.


    Chapeau!



    Gruß
    Thomas

    ThomasBernhard, Erich Fromm habe ich auch schon gelesen und muss abschließend sagen, dass ich seine Betrachtungen insgesamt für sehr einleuchtend und überlegt halte. Es gibt etliche weitere Bücher von Erich Fromm - für mich jetzt schon Pflichtlektüre.

    Vermutlich liegst du richtig, ich habe in diesem Zusammenhang bereits über Albert Schweitzers Papierkoloss zu Bach nachgedacht, das wiederum erscheint mir dann eindeutig zu üppig - lohnt sich jedoch zum Nachlesen in bestimmten Sachbereichen. In Sachen Interpretation hat es mir schon jetzt viel gegeben.

    Mir sind bislang nur zwei Komponistenmonografien unter meine jungen Äuglein geraten:




    Malte Korffs Bach-Monografie hat insgesamt einen positiven Eindruck hinterlassen. Jedoch ist zu sagen, dass sich ein wesentlicher Teil des Buches auf faktische Erzählungen stützt. Die Musik kommt wahrlich nicht zu kurz, hätte meiner Meinung nach aber - zum besseren Verständnis des Werkes - doch etwas üppiger erläutert werden können.



    In einer Rowohlt-Reihe sind zahlreiche Komponisten-Monografien erschienen - von unterschiedlicher Güte, wie man mir vielerorts mitgeteilt hat. Mit diesem Werk Hans A. Neunzigs bin ich eigentlich recht glücklich. Es spiegelt meine Gedanken zu Brahms' Musik in vielen Punkten wieder, gibt aber auch neue Denkanstöße, indem es ein solides Hintergrundwissen zum Charakter des Komponisten vermittelt.



    Zudem stehen bei mir im Bücherregal weitere "Rowohlts", so z.B. Monografien zu Chopin und Beethoven, die ich mir noch vornehmen werde. Über Hildesheimers Mozart (Suhrkamp), der ebenfalls aussteht, ist mir im Vorfeld viel Positives berichtet worden, allein eine eigene Meinung kann ich hierzu nicht offerieren.


    Gewarnt worden bin ich indes vor Martin Gecks Bach (Rowohlt), kann hier eventuell jemand die weitgehend negativen Leseeindrücke, die mir zugetragen wurden, bestätigen?



    Gruß
    Thomas

    Zitat

    Original von TobeyWilson
    Vielleicht verhält es sich mit dem Hören ähnlich. Mozart klingt für viele Zuhörer wahrscheinlich einfach nur fröhlich, leicht und frisch. Insofern müsste er doch in diesen Zeiten des schnellen und einfachen Konsums unheimlich beliebt sein.


    Vielleicht ist aber genau das der Casus knacksus. Klassische Musik bietet dem Hörer die Möglichkeit, dem Sog der konsumorientierten Musikindustrie zu entfliehen, und zu diesem Zweck wählt man eben lieber "wirklich andere" Musik: Beethoven, Chopin, Bach, Rachmaninoff (abgesehen von besagtem Mozart sind hier wohl alle Nennungen möglich) - kein eingängiges, heiteres Mozart-Kolorit.


    Ich selbst greife nach wie vor gerne zu meinen Mozart-Scheiben, und das bleibt wider allgemeinen Trends auch so - komme was wolle.