Beiträge von Norbert

    Lieber Stolzing,


    die neue Aufnahme muss ja durchaus ihre Meriten haben, wenn sie einen eigenen, neuen Thread bekommt.

    Es passiert zwar selten dass einer Aufnahme ein neuer Thread gewidmet wird, aber das ist in Ordnung und soll keine negative Kritik sein.


    Ich habe mir Poschs Aufnahmen der 6., 8. und "Annullierten" d-Moll Sinfonie gekauft und war von der -für mich- unterschätzten 6. Sinfonie insbesondere tontechnisch enttäuscht. Das Klangbild via Kopfhörer war für mich zu pauschal, zu wenig transparent und räumlich differenziert, die Interpretation kam über "durchschnittlich" nicht hinaus.


    Die anderen beiden Aufnahmen gefielen mir interpretatorisch schon besser, insbesondere die recht forschen Tempi bei der 0. Sinfonie, aber aufnahmetechnisch ist die räumliche Abbildung des Orchesters auch hier nicht "State of the Art", zumindest dann nicht, wenn es lauter wird -und das ist bei Bruckner häufiger der Fall. ;)


    Immerhin ist die 3. Sinfonie mit einem anderen Orchester und einer anderen Konzerthalle aufgenommen worden. Vielleicht/hoffentlich wirkt sich das positiv auf die Klangqualität aus. Das würde mich freuen, denn die 3. Sinfonie wird in der Urfassung von 1873 immer noch viel zu selten gespielt.


    Nichtsdestotrotz hat sich Poschner auch hier sehr starker Konkurrenz zu erwehren. Nicht nur mit Eliahu Inbal, der die Urfassung vor 40 Jahren zum ersten Mal aufnahm, sondern auch ibs. mit Gerd Schaller, Kent Nagano, Jonathan Nott und Yannick Nézet-Séguin, die alle für mich ein jeweils sehr eindrucksvolles Plädoyer für das Werk abgeliefert haben.


    Aber wenn mir die Neuerscheinung einigermaßen preiswert über den Weg läuft, dann kann es durchaus angehen, dass ich sie mir zulegen werde...

    Am 30.09. erscheint:



    Auf 15 CDs werden Höhepunkte der fast 40-jährigen Zusammenarbeit dokumentiert.


    Ein Highlight ist mit Sicherheit die Veröffentlichung der "Missa Solemnis" aus dem Jahr 2012 mit vier fantastischen Solisten (Marlis Petersen, Elisabeth Kulman, Werner Güra und Gerald Finley) und einem Nikolaus Harnoncourt, der sich viel Zeit nimmt (aus dem Gedächtnis heraus über 90 Minuten), um die Musik wunderbar fließen zu lassen und die gesamte Bandbreite zwischen intimer Lyrik und erschütternder Kraft auszuloten. Für mich eine der gelungensten Aufführungen, die ich kenne.

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    Bruckners 8. für die einsame Insel oder für heute Abend - Bruckner Orchester unter Markus Poschner. Für mich womöglich die beste Einspielung seit Günter Wand - Poschner versteht das Spiel mit den Emotionen, lässt große Momente auch wirklich groß erscheinen, zögert sie beinahe in die Ewigkeit hinaus (was freu ich mich schon auf seine 9.), beherrscht aber gefühlvolle Romantik und Melancholie ebenso , wie er bei seinem Tristan-Dirigat in Bayreuth bewies. Nie starb Tristan gefühlvoller - hauchte sich mit "Isolde" in die Ewigkeit. Ich war nach diesem Tristan (selbst vor Ort) so gefesselt, dass ich mir diese Stelle auf Aufnahmen der letzten 50 Jahre (Idagio sei Dank) anhörte, nur um meine These zu bestätigen.

    P.S. bitte verzeiht mir meinen Exkurs. Einen schönen Abend Euch allen!


    Lieber Stolzing,


    zuerst einmal finde ich es sehr positiv, wenn man zu einer bestimmten Aufnahme seine Eindrücke oder seine Gedanken schildert. Also gibt's aus meiner Sicht nichts zu verzeihen. ;)


    Des Weiteren zum Verlinken von CD (auch DVD und Buch) Cover: Wenn eine Aufnahme oder ein Buchtitel beim Werbepartner JPC gelistet ist, dann funktioniert es ganz einfach, indem man die JPC Bestellnummer kopiert und in "[jpc] [/jpc]" (ohne Anführungs- und Leerzeichen) eingibt, also



    Immerhin hat mich Deine Aussage dazu verleitet, mir nach langer Zeit mal wieder Bruckners 8. mit Günter Wand anzuhören und zwar aus dieser Box:



    -Live Aufnahmen vom 30.04.-03.05.2000 und für mich Wands gelungenste Einspielung des Werkes neben dem legendären Mitschnitt aus dem Lübecker Dom von 1987.

    2000 waren die Tempi etwas langsamer 17:14, 16:23, 28:16 und 27:30 im Vergleich zu 16:50, 15:37, 28:29 und 25:15 1987), aber der größte Unterschied besteht für mich darin, dass Günter Wand 2000 gar nicht mehr so "streng" der Partitur folgte wie in früheren Aufnahmen. Namentlich im ersten Satz finden sich viele Passagen, in denen er das Tempo verlangsamte, auch die Lautstärke hier und dort zurücknahm, um neben der Monumentalität auch "Gefühle" zu offenbaren. Ähnliches ist mir auch schon in den späten Aufnahmen der Brahms Sinfonien von 1990/92 aufgefallen, die u.a. in dieser Box enthalten sind:


    Das ist diese hier:



    Die Box ist bei JPC zu finden, aber zumindest derzeit nicht erhältlich. Viele nicht mehr erhältliche Aufnahmen findet man bei JPC dennoch, indem man auf der linken Seite "Auch nicht erhältliche Artikel anzeigen" anklickt.

    Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgrund des Sturzes dauern länger an als ursprünglich gedacht. Bei Klassik-heute ist zu lesen:


    Zitat

    Herbert Blomstedt muss zu seinem großen Bedauern aufgrund der Folgen eines Sturzes im Juni 2022 die Leitung der Sommertournee 2022 des Gustav Mahler Jugendorchesters kurzfristig in andere Hände legen. Bis zuletzt hatte Herbert Blomstedt gehofft, diese große Tournee des Gustav Mahler Jugendorchesters, dem er seit vielen Jahren eng verbunden ist, leiten zu können; nun jedoch wird er auf dringende Empfehlung der behandelnden Ärzte und Therapeuten seine dirigentische Arbeit nicht vor Mitte September 2022 wieder aufnehmen können.

    Der musikalische Tag beginnt mit einem eher selten gehörten Komponisten:



    Das Abschiedskonzert des Kammerorchesters Carl Philipp Emanuel Bach mit den letzten drei Sinfonien Mozarts, die hier mit viel Schwung, Liebe zum Detail und Hingabe dargeboten werden.

    In diese Richtung gehend hatte ich auch gedacht, lieber Nemorino.


    Warten wir mal ab, ob noch ein anderer Vorschlag kommt, aber der Auftritt in Bayreuth dürfte wohl der prägendste Moment ihrer Karriere gewesen sein.

    Ich habe Stefan Soltész einmal live an der Hamburgischen Staatsoper erlebt. Es war mein erster Opernbesuch, ich weiß allerdings nicht mehr in welchem Jahr (es wird Ende der 80er gewesen sein).


    Gespielt wurde "Der fliegende Holländer" mit einer exquisiten Besetzung: José van Dam in der Titelrolle, Kurt Moll als Daland, Hildegard Behrens als Senta und ich glaube, Heinz Kruse als Erik.

    Seinen 95. Geburtstag wollte Herbert Blomstedt beim Gewandhausorchester feiern, allerdings mussten die Konzerte abgesagt werden, wie der Homepage des Orchesters zu entnehmen ist:


    Zitat

    Zu unserem großen Bedauern müssen wir mitteilen, dass die geplanten Auftritte von Herbert Blomstedt in Leipzig in der Woche vom 11.-16. Juli abgesagt werden müssen (Dankgottesdienst am 11. Juli, Gesprächsabend am 13. Juli, »Klassik airleben« 15./16. Juli). Um die Folgen eines Sturzes vollständig zu kurieren, ist eine Phase der Rehabilitation erforderlich, die es dem Ehrendirigenten des Gewandhausorchesters nicht erlaubt, nach Leipzig zu reisen. Die Filmvorführung»Wenn die Musik tönt, wird die Seele angesprochen. Herbert Blomstedt – ein Portrait«im Rahmen der Geburtstagswoche für Herbert Blomstedt findet wie am 10. Juli statt.

    ...


    Wir wünschen Herbert Blomstedt alles Gute und schnelle Besserung und freuen uns auf das Debüt von Susanna Mälkki beim Gewandhausorchester!

    Zitat

    Christian Thielemann übernimmt kurzfristig für Herbert Blomstedt das Dirigat des VIII. Abonnementkonzerts der Staatskapelle Berlin am 27. und 28. Juni

    Aufgrund eines Sturzes am gestrigen Samstagnachmittag muss Herbert Blomstedt die musikalische Leitung der kommenden Abonnementkonzerte der Staatskapelle Berlin am 27. und 28. Juni leider absagen. Es geht ihm besser, aber er bleibt vorerst zur Beobachtung im Krankenhaus.

    Wir denken an Herbert Blomstedt und sind Christian Thielemann überaus dankbar, dass er kurzfristig für Herbert Blomstedt einspringt und das Dirigat der Konzerte am morgigen Montag und am Dienstag in der Staatsoper Unter den Linden und in der Philharmonie übernimmt.

    Auf dem Programm bleibt weiterhin Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur. Statt Mozarts Sinfonie Nr. 34 C-Dur KV 338 erklingt Wagners Vorspiel und Liebestod aus TRISTAN UND ISOLDE.


    Der Facebook Seite des Orchesters entnommen.


    Gute Besserung an Herbert Blomstedt.

    Lieber Wolfgang,


    da ich ja immerhin auch indirekt angesprochen bin ( ;) ), erlaube ich mir ein paar kurze Anmerkungen: Mir hat die Gesamtaufnahme viel Freude bereitet. In einer zeitgenössischen Kritik aus der "New York Times" heißt es "above all, Steinberg makes his Brahms sing."


    Und das ist es, was diese Gesamtaufnahme zu einer sehr gelungenen macht. Steinbergs großes Verdienst (vielleicht sein größtes), Tempi absolut organisch wirken zu lassen. Es wird nichts "hineingeheimnist", verschleppt oder tempomäßig "aufgeheizt" "Sein Brahms" ist nicht "erdenschwer-norddeutsch", sondern hat Leidenschaft, Schwung, Sensibilität, Gelassenheit, Klangschönheit und Transparenz.


    Wenn's denn alleine oder hauptsächlich an den Pauken liegen soll, dann habe ich keinen speziellen Ratschlag. Ich habe die Pauken als gut integriert empfunden, aber natürlich kein Vergleich zu Norrington. Alleine schon deswegen nicht, weil in den 60ern die historisch informierte Aufführungspraxis u.a. mit reinen Holzschlägeln und kleineren Pauken noch weit entfernt war.

    Hm, interessante Ansatzpunkte...


    Ist es (derzeit?) wirklich so schwer, adäquate Nachfolger für vakante Posten zu finden? Klaus Mäkelä wird zwar als "Wunschlösung" genannt, aber das Orchester spielt seit 2018 ohne Chefdirigenten.


    Immerhin sind u.a. auch die Wiener Symphoniker und die Münchner Philharmoniker auf der Suche, wenngleich noch nicht so lange wie das Concertgebouw Orchester.


    Natürlich haben viele namhafte Dirigenten vielfältige Verpflichtungen und sind über Jahre ausgebucht, aber wie heißt es so schön? "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."


    Fragen über Fragen... ;)

    Nun also doch:

    Klaus Mäkelä soll nächster Chefdirigent des Concertgebouw-Orchesters Amsterdam werden.


    Allerdings erst 2027. Das spricht dafür, dass hier nichts überstürzt werden soll und Mäkelä sein kometenhafter Aufstieg selbst nicht ganz geheuer scheint.


    Quelle: https://www.rbb-online.de/rbbk…us-maekelae-sibelius.html

    Inzwischen gibt es eine offizielle Bestätigung des Orchesters: https://www.concertgebouworkes…iWIJTv6CBsIQpnzgZu4tOaKr0


    Über Oslo nach Amsterdam. Diesen Weg nahm bereits Mariss Jansons...

    Derzeit im CD-Spieler:



    Das ist eine Mahler CD für den, "der schon alles hat" ;) , denn hier wird russisch gesungen.


    Mich stört's aber nicht, denn Kondraschins Interpretation braucht keinen Vergleich zu scheuen, im Gegenteil. Das beeindruckende Timbre von Valentina Levko macht dieses vermeintliche Manko mehr als wett.

    Zudem liebe ich die raue russische Aufnahmetechnik der 60er (Aufnahme ist von 1961 in absolut konkurrenzfähigem Stereo) mit mächtigen, aber nicht verzerrungsfrei eingefangenen, Pauken.


    Ich höre mich seit ca. zwei Wochen durch so gut wie alle meine Aufnahmen von Mahlers 3. Sinfonie und habe mir, weil ich ja ab und an nicht genug bekommen kann, diese CD neu zugelegt.

    Das freut mich ausnehmend zu lesen, lieber Norbert. Nr. 4-7 war auch Karajans "wirkliche" Sibelius-Welt, glaube ich. Nr. 3 "verstand er nicht", Nr. 1 entdeckte er erst ganz spät und Nr. 2 schätzte er interessanterweise auch nicht so ausnehmend, wie man glauben könnte (m. W. nur ein einziges Mal im Konzert gespielt).

    Bei der 2. Sinfonie wundert's mich, lieber Joseph, denn die hat er, zumindest nach meiner Meinung, 1960 mit dem Philharmonia Orchestra bei relativ langsamen Tempi mit einer dramatischen Wucht versehen, dass ihm diesbezüglich nur wenige Dirigenten das Wasser reichen konnten.

    Derzeit im CD-Spieler:



    Diese Aufnahmen habe ich heute erhalten und hauptsächlich gekauft, um festzustellen, wie die für mich so problematische 4. Sinfonie mit Karajan klingen würde. Dem Karajan, der einerseits hervorragende Aufnahmen machte, aber auch viel zu oft (für mich) zum polierten Schönklang neigte.


    Fazit, nachdem die 4. Sinfonie gerade verklungen ist: Schade, dass ich erst heute Karajans Interpretation kennenlernte. Ich hätte meine Einstellung zur Sinfonie wahrscheinlich schon früher geändert. Karajan glättete hier nichts, aber er animierte sein Orchester zu einem unglaublich intensiven, klangschönen, aber stellenweise auch schroffen Orchesterspiel und bleibt der reichen Farbpalette dieser Sinfonie nichts schuldig.


    Neben der sehr expressiven Einspielung mit James Levine ist das für mich die gelungenste Aufnahme dieser Sinfonie.


    PS.: "Der Schwan von Tuonela" ist ebenfalls wunderbar interpretiert. Das war mit Sicherheit kein Fehlkauf...:thumbup:

    Zumindest, lieber Amdir, hast Du Dir in Bezug auf den "Ring" drei sehr unterschiedliche, aber jeweils sehr gut dirigierte und -zumindest zum großen Teil- gesungene Gesamtaufnahmen ausgesucht.


    Und wenn Du Dich mit der Tonsprache der beiden Wagnerschen Spätwerke "Tristan" und Parsifal anfreunden konntest, dann mache ich mir um Deine Einstellung zur Oper keine Sorgen. ;) Dann dürftest Du zwei der größten Herausforderungen schon bestanden haben.

    An mir ist die BIS-Aktion (leider) auch nicht spurlos vorübergegangen, außerdem habe ich noch ein paar andere Schnäppchen mitgenommen. Leider habe ich ein paar Angebote verpasst, wie z.B. Stenhammars Serenade sowie die von Apollon gezeigte Pettersson 14, beide unter Lindberg. Trotzdem viel Schönes dabei, jetzt habe ich als Opernbanause aber wirklich genug Ringe :D


    Lieber Amdir,


    ich bin gespannt, wie Dir der "Ring" gefällt und ob er es schafft, Dein selbst ernanntes "Banausentum" zu beenden... ;)

    Aus der Aktion der preiswerten Boxen habe ich mir noch geordert:


    -wegen der Beethoven Ouvertüren und des Tripel Konzerts und der anderen Stücke von Mozart, Haydn und Schubert, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Hinzu kommt, dass Michael Gielen einer meiner liebsten Dirigenten ist bzw. war.


    -enttäuschendes habe ich von dem Dirigenten noch nicht gehört. Mit der Box schließe ich zwar keine Repertoirelücken, aber von guter Musik, die hoffentlich gut interpretiert wurde, kann man nie genug besitzen.

    Recht Tschaikowsky lastig ist meine letzte Bestellung ausgefallen:



    -aus der Gesamtaufnahme kannte und besaß ich schon die Aufnahmen der 2. und 5. Sinfonie, die mir sehr gut gefielen, so dass ich bei dem derzeitig sehr günstigen Preis gerne einige doppelt vorhandene CDs in Kauf nehme.


    -auch hier kannte ich schon die Aufnahme von Tschaikowskys 5. Sinfonie. Bei ihr, wie auch bei den bereits gehörten Aufnahmen der 4. und 6. Sinfonie offenbarte der damals noch junge Andris Nelsons ein Feuer und ein Temperament, das er heute in einigen seiner Aufnahmen (Bruckner, z.T. Beethoven oder Mahler) leider vermissen lässt.