Beiträge von Norbert

    Lieber Wolfgang,


    ich hatte mir die Gesamtaufnahme im April letzten Jahres mal "durchgestreamt", also per Stream gehört und gehe fest davon aus, dass Du nicht "weggepustet" wirst, ;)


    Es ist mit Sicherheit keine schlechte Gesamtaufnahme, aber der "Aha-Effekt" der von Dir erwähnten Brahms-Aufnahmen blieb aus. Auch reicht Dorati im Vergleich nicht an Ansermet oder Steinberg heran, erst recht nicht an Leibowitz.

    Ich empfand die Aufnahmen aus dem Gedächtnis heraus recht streicherlastig im Klangbild und habe nicht verstehen können, warum es zwingend notwendig war, die Gesamtaufnahme auf CD zu veröffentlichen.


    Die Mercury-Einspielungen der Sinfonien 5-7



    und die Live-Aufnahme der 9. mit dem Concertgebouworchester



    hatten mich wesentlich mehr gepackt, und, wenn man ganz genau die Produktbeschreibung beim Werbepartner liest, dann weiß man, dass die Gesamtaufnahme kein "großer Wurf" ist:


    Zitat

    Dorátis Herangehensweise an Beethoven war, um es mit einem Wort zu sagen, nüchtern.

    Auch wenn die kraftvolle Direktheit, die die Mercury-Aufnahmen des LSO und MSO so stark prägte, in den 1970er Jahren etwas abgemildert und abgerundeter wurde, so blieb doch auch bei den späteren RPO-Aufnahmen die charakteristische tänzerische Qualität oft erhalten, ebenso wie die Tendenz, die Sforzandi zu betonen und gelegentlich ein abgehacktes, stakkatoartiges Streicherspiel zu bevorzugen. Im Grunde genommen ist bei diesen RPO-Aufnahmen die zugrunde liegende Wahrhaftigkeit sicherlich der größte Vorzug der Reihe.

    Trotz des verdienstvollen Threads von Joseph II hat "Die Waldnymphe" bei mir über Jahre hinweg eher ein Schattendasein geführt. Ich besitze die erste Aufnahme mit Osmo Vänskä und die Einspielung mit John Storgards, aber der berühmte "Funke" wollte nicht überspringen.


    Das änderte sich aber schlagartig vor einigen Tagen, als ich mir diese neu erschienene CD anhörte:



    Jean Sibelius (1865-1957)

    Symphonie Nr.4

    + Die Waldnymphe op. 15, Valse triste op. 44

    Gothenburg Symphony Orchestra, Santtu-Matias Rouvali

    Alpha, DDD, 2023


    Zu hören sind 22 Minuten und 4 Sekunden Hochspannung, Klangschönheit, Dramatik, Farbigkeit, Detailreichtum, feine Piano-Stellen, aber auch grandiose Forte- und Fortissimo-Passagen, großartig musizierte Höhepunkte, eine dynamische Spannbreite, die ihresgleichen sucht, eine sehr stimmige Tempogestaltung, ein fantastisches Orchester und ein zum Zeitpunkt der Aufnahme (Mai 2023) 37-jähriger Dirigent, der in jedem einzelnen Takt das Gefühl gibt "so muss das gespielt/ dirigiert werden".


    Es gibt übrigens noch eine weitere Aufnahme mit Shuntaro Sato und dem Kuopio Symphony Orchestra (Finnland)


    41xJ6EFPypL.jpg


    (wohl von 2003, die ich via Stream zum Vergleich hörte) aber trotz nur 18 s Tempounterschied (die Sato langsamer ist) klingt die Aufnahme mit Rouvali in Bezug auf Intensität und Rasanz wie aus einer anderen Welt. Rouvali entwickelt einen Sog, dem zumindest ich mich nicht entziehen kann (aber das will ich auch gar nicht ;) ).


    Da auch die 4. Sinfonie (intensiv, mit innerer Beteiligung dargeboten, stellenweise schroff, aber nie kalt gespielt) und der Valse triste (mit sehr schönen flexiblen Tempi) auf unglaublich hohem Niveau interpretiert werden, kann ich jedem Sibelius Anhänger diese CD allerwärmstens empfehlen.

    Lieber Garaguly, der ist hier zu finden: Aktuelle Klassik-Sonderangebote


    Aber es stimmt, es sind wirklich gute Aufnahmen enthalten.


    Ich habe mir aus der Aktion zwei CDs für meine bescheidene Beethoven Sammlung bestellt:



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Symphonie Nr.3

    Berliner Sinfonie-Orchester, Günther Herbig

    Berlin, ADD, 1982


    -die Aufnahme kenne ich bereits vom Streaming Anbieters meines Vertrauens und war sehr angetan



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Missa Solemnis op.123

    Anna Tomowa-Sintow, Annelies Burmeister, Peter Schreier, Hermann Christian Polster, Gewandhausorchester Leipzig, Kurt Masur

    Berlin, ADD, 1972


    -die Aufnahme kenne ich noch nicht, erwarte mir allerdings wegen der Protagonisten viel Gutes...

    Stimmt, lieber Amdir, ein sträflicher fauxpas.


    Das kommt davon, wenn man nicht gründlich genug nachdenkt, bevor man einen Beitrag verfasst. Aber es freut mich, dass er gelesen wurde ;) .


    Zumindest "Roméo et Juliette" liebe ich heiß und innig (wie auch "La damnation de Faust") und da war mir die Bezeichnung "Symphonie dramatique" durchaus geläufig.

    Nachdem ich mich in letzter Zeit sehr viel mit den 2. Sinfonien der Herren Mendelssohn, Mahler und Bruckner beschäftigt hatte, folgt nun ein anderer Komponist, der nur eine Sinfonie schrieb (die ich allerdings nicht höre):


    Hector Berlioz (1803-1869)

    La Damnation de Faust

    Karen Cargill, John Irvin, Christopher Purves, Jonathan Lemalu, London Philharmonic Choir, London Philharmonic Orchestra, Edward Gardner

    LPO, DDD, 2023

    Ich höre gerade:



    Jean Sibelius (1865-1957)

    Symphonie Nr.4

    + Die Waldnymphe op. 15, Valse triste op. 44

    Gothenburg Symphony Orchestra, Santtu-Matias Rouvali

    Alpha, DDD, 2023


    und bin restlos begeistert.


    Viele Jahre konnte ich mit der 4. Sinfonie nichts anfangen, fand keinen Zugang zu der sehr spröden, zerklüfteten Musik. Es waren kaum musikalische Motive vorhanden, an denen ich mich orientieren konnte.


    Bis ich dann vor einigen Jahren die sehr expressive Aufnahme mit Herbert Kegel kennenlernte:



    und meine "Referenz" fand.


    Die neue Aufnahme mit Santtu-Matias Rouvali steht ihr in nichts nach. Er begegnet der Kühle mit Leidenschaft, er scheut sich nicht die Schroffheiten der Sinfonie offenzulegen, agiert sehr detailreich und verfügt über ein Orchester, das keinen Vergleich zu scheuen braucht, das in allen Bereichen hervorragend besetzt ist und das dem Dirigenten gerne und aufmerksam folgt.


    Auch die selten zu hörende sinfonische Dichtung "Die Waldnymphe" und der wesentlich bekanntere "Valse triste" bersten schier vor Energie. Beim "Valse triste" gefällt mir zudem die raffinierte Tempogestaltung.


    Eine Empfehlung für jeden Sibelius-Liebhaber oder für den, der es werden möchte...

    Lieber moderato,


    wie der Zufall es will, mendelssohnt es auch auch bei mir.


    Ich höre gerade diese vorzügliche Aufnahme:


    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

    Symphonie Nr.2 "Lobgesang"

    Krisztina Láki, Mitsuko Shirai, Peter Seiffert

    Berliner Philharmoniker, Wolfgang Sawallisch

    EMI, DDD, 87


    Lieber Joseph,


    auch Neeme Järvi hat Griegs Sinfonie eingespielt, allerdings gut zwei Jahre nach Karl Anton Rickenbacher (Mai und September 1988).



    Auch wenn ich die Box besitze habe ich keinerlei Erinnerung mehr an die Sinfonie, da ich sie seit Ewigkeiten nicht mehr gehört habe.


    Insofern danke für Deine indirekte Anregung, mich dem Werk mal wieder zu widmen...

    Ich lernte Marie Jacquot musikalisch kennen, als sie sehr sympathisch Saint-Saens' "Karneval der Tiere" kommentierte und dirigierte:



    Wie der Zufall es will, habe ich mir gerade in den letzten Tagen das Konzert mit dem WDR Sinfonieorchester angeschaut, in dem u.a. "Tristan und Isolde" gespielt wurde.


    Ich halte es für gute Wahl, sie zur Chefdirigentin zu ernennen und freue mich, dass nach Joana Mallwitz eine zweite junge Dirigenten die Chefposition bei einem "großen" deutschen Orchester einnimmt.

    Barenboims Aufnahme von Bruckners 4. Sinfonie hat mir so gut gefallen, dass ich spontan noch eine Aufnahme höre, eine, die ich viele Jahre lang nicht mehr im CD-Spieler hatte und die beim Werbepartner leider gar nicht mehr zu finden ist:



    Eine Aufnahme von Juni 1990, im ersten Satz etwas zurückhaltender als bei Barenboim, aber mit einem traumhaft schönen 2. Satz voller Atmosphäre, wunderbar fließenden Tempi und einer Qualität im Orchesterspiel, das ich dem französischen Rundfunkorchester tatsächlich so nicht zugetraut hätte...


    Zudem ist auf der CD auch noch Bruckners frühe, selten zu hörende Ouvertüre in g-Moll zu finden, die ich gerne höre (gerade gestern erst mit Riccardo Chailly).

    Ich höre gerade:



    Anton Bruckner (1824-1896)

    Symphonie Nr.4

    Chicago Symphony Orchestra, Daniel Barenboim

    DGG, ADD, 72


    aus dieser Box:



    Neben der 5. Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern ist das für mich Barenboims gelungenste Bruckner Aufnahme und eine meiner liebsten der 4. Sinfonie. Eine leidenschaftliche Aufnahme mit einem hervorragenden Orchester...

    Hm, lieber moderato, ganz spontan fällt mir dazu ein:


    Karl Böhm dirigiert in den 1970ern Bruckners 9. und Bruckners 5. Sinfonie (in einem Konzert, damit ich einen Wunsch mehr frei habe ;) ) und beide Sinfonien erscheinen auf CD.


    Carlos Kleiber dirigiert Beethovens 9. Sinfonie, die ebenfalls auf CD erscheint.


    Anton Bruckner lebt so lange, um den Finalsatz der 9. Sinfonie vollenden zu können.

    Auf Wikipedia habe ich soeben gelesen, dass die Berliner ihn als Nachfolger Karajans haben wollten, was er jedoch ablehnte.

    Lieber Christian,


    dass Carlos Kleiber zum Nachfolger Herbert von Karajans nominiert worden war, ist für mich auch neu, aber dass sein Name als Nachfolgekandidat des Öfteren fiel, ist mir noch in Erinnerung. Ich kann mich an einen Kommentar erinnern in einer Zeitschrift, in der klassische Musik einen großen Raum einnahm (könnte "Fono Forum" gewesen sein), in der es hieß "bitte nicht Kleiber" wegen seines eingeschränkten Repertoires und wegen seines "schwierigen Charakters".


    In dem Zusammenhang eine kleine Anekdote am Rande: Unter anderem sahen sich Lorin Maazel und James Levine wohl als potenzielle Nachfolgekandidaten und reagierten auf die Wahl von Claudio Abbado mit der Ankündigung, dass sie die Berliner Philharmoniker künftig nicht mehr dirigieren wollten (was beide nicht einhielten...).

    Wie Du inzwischen festgestellt hast, lieber Accuphan, ist die Fassung identisch mit der "total doofen" von Inbal. ;)


    Ich kann die damalige Enttäuschung in sofern nachvollziehen, weil keine andere Bruckner Sinfonie so radikal verändert wurde wie die 4. Es sind für mich zwei verschiedene Werke, wenn ich die 4. in der Urfassung von 1874 höre oder die wesentlich häufiger gespielte von 1878/80.


    Ich liebe aber beide Werke ganz auf seine eigene Weise.


    Francois-Xavier Roth ist für mich einer der wichtigsten und beliebtesten Dirigenten der Gegenwart geworden. Zum Beispiel schätze ich seine Mahler Aufnahmen sehr, sei es mit dem Gürzenich Orchester (Sinfonien 3 und 5) oder Les Siècles (4 und 1 in der wesentlich seltener gespielten Hamburger/Weimarer Fassung von 1893/94).

    Bruckner: 7. Sinfonie, GO Köln, Roth

    Warum nicht Bruckner 7 am hellichten Mittag? Mal schauen, ob ich damit auf den Ohren auch arbeiten kann...

    Lieber Accuphan,


    ich bin gespannt, wobei die 7. bei Francois-Xavier Roth überhaupt nicht "erdenschwer-bombastisch" klingt.


    Ich halte ihn überhaupt für einen fantastischen Bruckner Dirigenten. Seine gewählten Tempi sind zügig, aber nie zu schnell. Das Klangbild ist transparent, aber nie "untergewichtig". In einer Rezension zur 3. Sinfonie (bei der der Dirigent, wie auch bei der 4. Sinfonie die Urfassung aufnahm) heißt es: "Mit kontrollierter Ekstase und musikantischem Esprit zeigt Roth, dass er einer der Großen seines Fachs ist.". Dem kann ich durchaus zustimmen.

    Lieber Tristan,


    sie müsste in diese Box enthalten sein:



    Jean Sibelius (1865-1957)

    Herbert von Karajan - Complete Sibelius Recordings on Deutsche Grammophon (mit Blu-ray Audio)

    Christian Ferras, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

    DGG, ADD/DDD, 1964-1984


    Ich besitze sie in dieser Doppel-CD:



    Jean Sibelius (1865-1957)

    Symphonien Nr.4-7

    +Tapiola op. 112; Der Schwan von Tuonela op. 22

    Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

    DGG, ADD, 1964-1975


    und finde sie ausgesprochen gelungen.

    Korrekt, lieber Wolfgang, die Aufnahmen auf meiner CD sind in der Box enthalten.


    Die Vokalsinfonie "Epilog – Symphonisches Werk für Sopran, Bariton, Bass, kleinen gemischten Chor, großen gemischten Chor und Orchester op. 37 (1920–1929, rev. 1929–1933)" kenne ich von dieser CD



    Josef Suk (1874-1935)

    Praga - Symphonische Dichtung op.26

    +Ripening - Symphonische Dichtung op. 34; Epilogue; Fairy Tale

    Royal Liverpool PO, Libor Pesek

    Virgin, DDD, 1992,



    die nach den Aufnahmen mit der Tschechischen Philharmonie entstanden ist, ich muss allerdings gestehen, dass ich von dem Werk keine wiedergabewürdigen Erinnerungen habe...

    Den vorgestrigen Geburtstag von Josef Suk feiere ich nach mit zwei inzwischen sehr geschätzten Werken, nämlich der Suite op. 16, "Pohádka" (Ein Märchen), und der sinfonischen Dichtung "Praga", hervorragend interpretiert von der Tschechischen Philharmonie und Libor Pešek:


    Eine gute Idee, lieber Rolo.


    Die Aufnahme mit Jakub Hrusa ist eine hervorragende, aber noch ein kleines Stückchen besser gefällt mir die mit Walter Weller, die ich mir gleich gönnen werde:


    Josef Suk (1874-1935)

    Asrael-Symphonie op.27

    Orchestre National de Belgique, Walter Weller

    Fuga Libera, DDD, 2009

    Im Wien liebt man keinen "Aufbruch zu neuen Ufern".....

    Das hat sich aber bis Deutschland nicht durchgesprochen......;)


    Lieber Alfred,


    auf diese Aussage möchte ich doch noch einmal eingehen, musikalisch, nicht "weltanschaulich" gesehen.


    "Anfang des Jahrtausends" war man bei den Wiener Philharmonikern in der Auswahl der Dirigenten für das Neujahrskonzert um einiges progressiver, und dieser Mut ist in meinen Ohren mit wahren Sternstunden in der Aufführungsgeschichte belohnt worden.


    2001 wurde Nikolaus Harnoncourt eingeladen, das Neujahrskonzert zu dirigieren. Seine Akribie, sein Bemühen um eine historisch informierte Aufführungspraxis stand scheinbar im Widerspruch zur lässigen Eleganz der zu hörenden wiener(ischen) Polkas, Märsche, Walzer, aber dem war nicht so. Das Orchester ist Harnoncourt gerne gefolgt, war deutlich hörbar bereit, seinen Intentionen zu folgen - mit großem Erfolg beim Publikum und offenbar auch innerhalb des Orchesters, denn ohne Grund ist Nikolaus Harnoncourt 2003 nicht noch einmal eingeladen worden, das Neujahrskonzert zu dirigieren.


    Auch die Einladung von Georges Prêtre 2008 hatte mich zumindest damals sehr überrascht. Ich kannte ihn vornehmlich als Operndirigent und als "Spezialist" auf dem Gebiet der französischen Musik, aber weniger als Connaisseur der Musik der "Strauß Dynastie". Auch aufgrund des Alters, Georges Prêtre war damals 83, hätte ich niemals auf ihn als Dirigent des Neujahrskonzerts getippt, aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Mit mehr Esprit, Eleganz, feinsinniger Dynamik- und Tempogestaltung habe ich vielfach gehörte Werke noch nie gehört. Kein Wunder, dass auch er zwei Jahre später noch einmal das Neujahrskonzert dirigieren durfte.


    Zugegeben, das diesjährige Neujahrskonzert hat mir in soweit gut gefallen, als dass sich Christian Thielemann Strauß und Co seit seinem ersten Auftritt 2019 dem "Geist" des Neujahrskonzerts mehr angenähert hat. Es klang längst nicht mehr so "preußisch zackig", Christian Thielemanns Faible für Rubati waren hier für mich wesentlich stimmiger als in etlichen anderen Werken, die er dirigiert hat; der Sinn der sehr langen Generalpause zum Ende des "Donauwalzers" hat sich mir zwar nicht entschlossen (denn ein Walzer ist ein Tanz und wie will man diese Generalpause tanzen?), aber das sind, neben ein paar anderen Dingen, eher Kleinigkeiten.


    Unterm Strich war ein hohes Niveau zu hören (natürlich, denn die Wiener Philharmoniker können die Musik des Neujahrskonzert gar nicht "schlecht" aufführen), aber für mich nicht im Ansatz eine "Sternstunde".


    Und ich denke, diese "Sternstunden" wird man nur dann erleben können, wenn man höchstklassige Dirigenten einlädt und/oder wenn man bereit ist, sich auf gewissen "Wagnisse" einzulassen.

    Ich kann das hier nicht posten und will auch nicht zu sehr vom Musikthema abschweifen. Aber man kann mir schon glauben, dass ich hier nicht dummes Zeug von mir gebe.


    Lieber Glockenton,


    auch wenn's komplett off-topic ist: Ich glaube, niemand würde ernsthaft auf diese Idee kommen...

    Ein Neujahrskonzert geht noch:



    Das Neujahrskonzert Wien 1989

    J. Strauss: Accelerationen; Bauern-Polka; Bei uns z'Haus; Fledermaus-Ouvertüre; Künstlerleben; Eljen a Magyar; Im Krapfenwaldl; Frühlingsstimmen; Pizzicato-Polka; Csardas aus "Ritter Pasman"; An der schönen blauen Donau

    +J. Strauss (Vater): Radetzky-Marsch

    +Jos. Strauss: Plappermäulchen; Jockey-Polka; Die Libelle; Moulinet-Polka

    Wiener Philharmoniker, Carlos Kleiber

    Sony, DDD, 1989


    :hail::hail::hail:

    2025 dann Muti - keine mutige Entscheidung.


    Wo bleiben die Frauen am Pult des Orchesters beim NJK?


    Lieber Accuphan,


    nach "Aufbruch zu neuen Ufern" sieht das für mich auch nicht aus, aber wenn sich "Tradition" gut verkauft, siehe Beitrag von Joseph, dann ist das zuerst einmal hinzunehmen.


    Ich tippe übrigens auf Joana Mallwitz als erste Dirigentin, die das Neujahrskonzert leiten wird und ich denke, dass das noch in diesem Jahrzehnt passieren wird.

    Seit ihrem Debut im Jahr 2020 bei den Salzburger Festspielen hat sie auch 2021 und 22 Mozart dirigieren dürfen und wird in diesem Monat zum ersten Mal ein sinfonisches Konzert mit den Wiener Philharmonikern dirigieren.


    Sie scheint sich allmählich zu etablieren...

    Wie so ziemlich in jedem Jahr habe ich nach dem Neujahrskonzert eine "Strauss-Phase".


    So hörte ich heute Vormittag:


    Johann Strauss II (1825-1899)

    Die Fledermaus

    Kiri Te Kanawa, Richard Leech, Wolfgang Brendel, Edita Gruberova, Brigitte Fassbaender, Wiener Philharmoniker, Andre Previn

    Philips, DDD, 90


    -orchestral luxuriös, gesanglich in Ordnung, aber nicht herausragend, sprachlich höchst naja...


    Jetzt gerade erfreut mich:



    Das Neujahrskonzert Wien 2003

    Wiener Philharmoniker, Nikolaus Harnoncourt


    J. Strauss I: Chineser Galopp; Radetzky-Marsch

    +J. Strauss II: Kaiser-Franz-Joseph I. Rettungs-Jubel-Marsch; Schatzwalzer; Niko-Polka; Scherz-Polka; Secunden; Hellenen-Polka; Kaiser-Walzer; Bauern-Polka; Lob der Frauen

    +Joseph Strauss: Delirien; Pele Mele

    +Weber / Berlioz: Aufforderung zum Tanz

    +Brahms: Ungarische Tänze Nr. 5 & 6

    (nicht in dieser Reihenfolge)


    -lange nicht mehr gehört, aber immer wieder begeisternd. Ich bin wahrlich nicht mit allem einverstanden, was Nikolaus Harnoncourt fabriziert hat, aber hier, wie auch in seinem ersten Neujahrskonzert 2001, präsentierte er sich in Bestform, klanglich unglaublich raffiniert und differenziert, mit einem sensiblen Gespür für Tempi und Klangfarben. Und mit einem Orchester, das hörbare Spielfreude hatte.

    Ich wäre ja neugierig, was bei einem Blindhörtest rauskommen würde. Ich glaube ja, dass die Frisur des Dirigenten eine recht große Bedeutung bei der Beurteilung hat. ;)

    Das wäre tatsächlich spannend, lieber kurzstückmeister, nicht nur in Bezug auf das Neujahrskonzert.


    Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich beim "Blindvergleich" der "Libelle" von Johann Strauß II (op. 204, Polka mazur) Carlos Kleiber, Georges Prêtre und Lorin Maazel korrekt zuordnen könnte... ;)

    Vielen Dank, lieber Alfred,


    Du lieferst die Informationen, die ich nur über das Radio nicht mitbekommen habe - nun, vielleicht schaue ich mir dann auch noch die Wiederholung im Fernsehen an (ich gehe mal davon aus, dass wie in den vergangenen Jahren 3 sat in den nächsten Tagen nochmal das Ganze ausstrahlen wird).

    Lieber Don_Gaiferos,


    in der Tat wird 3 sat am kommenden Samstag, 06.01., das Neujahrskonzert ausstrahlen.


    Meine 5 ct zum Konzert: Dass das angeleitete Klatsch Publikum im Neujahrskonzert nicht immer ganz "werksicher" ist, hat es bereits 2003, als Nikolaus Harnoncourt dirigierte, trefflich bewiesen, als in Webers/Berlioz' "Aufforderung zum Tanz" vor dem Schluss hineingeklatscht wurde.


    In sofern hat auch das schon fast Tradition. ;)


    Mit Christian Thielemann hat man nichts verkehrt gemacht. Die Musik wurde längst nicht so schwerfällig-bleiern dargeboten, wie bei den letzten Aufführungen unter Riccardo Muti (2021) oder Daniel Barenboim (2022), aber es fehlte für mich das überbordende Temperament, das Carlos Kleiber zweimal darbot, die Eleganz und der Esprit, der unter Georges Prêtre zu hören war oder die Genauigkeit, mit der Nikolaus Harnoncourt Walzer und Co musizieren ließ.


    Und für mich klang es auch nicht so natürlich beschwingt wie letztes Jahr unter Franz Welser-Möst, aber das ist Geschmackssache.


    Nächstes Jahr wird übrigens Riccardo Muti das Neujahrskonzert leiten. Dazu heißt es auf der Homepage des Orchesters:


    Zitat

    2025 jährt sich der 200. Geburtstag von Johann Strauß. Für dieses wichtige Jubiläum bitten die Wiener Philharmoniker Maestro Riccardo Muti erneut an das Pult des Neujahrskonzertes im Wiener Musikverein.