Beiträge von Norbert

    Ich werde, lieber Wolfgang...


    Die 1. Sinfonie wird Dir bestimmt auch schon gefallen: Vorwärtsstrebende Interpretation, bei der "die Post abgeht", hervorragendes Orchester und Klangtechnik und, worauf Du ja auch gerne wert legst: prägnante Pauken.


    Um einmal "Post abgehen" etwas näher zu beschreiben: Rouvali akzentuiert sehr stark. Er arbeitet mit starken Kontrasten in der Dynamik, streut ab und an ein feines Rubato ein und animiert das Orchester zu einem sehr farbenreichen Spiel. Das ist unterm Strich eine ausgesprochen intensive Auseinandersetzung mit der Sinfonie und der Tondichtung "En Saga".


    Ich hoffe bei der 2. Sinfonie auf ein ähnliches Hörerlebnis...

    Nun noch eine Bitte an einen Moderator: Sollten die beiden Threads "Enoch-Arden und meine "besonderen Perlen" zusammengelegt werden? Enoch ist speziell - die Perlen umfassender. Sollte ein Moderator entscheiden , vielleicht wenn dazu Reaktionen kommen. Danke.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Hans,


    das wäre technisch kein Problem, zumal Dein Thread nichts mit dem "Klassik-Kanon" zu tun hat, wo Du ihn ursprünglich gepostet hattest. Allerdings würde die Zusammenlegung bedeuten, dass die beiden Beiträge in die zeitlich Reihenfolge des ursprünglichen Threads eingefügt würden, also Dein erster Beitrag mitten in die schon vorhandenen gerieten, was den Threadverlauf stören könnte.


    Also habe ich Deinen Thread Das Besondere - seltene Perlen in dieses Unterforum verschoben. Bei Bedarf kann dann auf weitere "Perlen" hingewiesen werden.


    Viele Grüße


    Norbert als Moderator

    Eine Bitte an die Moderatoren. Wie William es auch schon gehandhabt hat, bitte ich die Moderatoren dringend, dieses Thema nicht in denyellow modus abrutschen zu lassen, was gerade geschieht. Dazu wäre folgendes zu überlegen. Möglichkeit 1: diese Beiträge zu löschen. Möglichkeit 2: diesen thread zu schließen, denn ich finde, dass alles gesagt ist.

    Lieber dr. Pingel,


    die Erfahrung zeigt, wenn ich jetzt Beiträge "entsorge", dann fühlt sich jemand auf den Schlips getreten und verlässt das Forum dauerhaft oder zeitweise. Das mag Alfred nicht (verständlich), also komme ich Deiner Bitte nach, indem ich den Thread schließe.


    Viele Grüße


    Norbert als Moderator

    Derzeit im CD-Spieler:



    Nur 26 Jahre alt wurde Norbert Burgmüller. Robert Schumann, der Burgmüllers 2. Sinfonie vervollständigte, merkte zum frühen Tod an: "Nach Franz Schubert's frühzeitigem Tod konnte keiner schmerzlicher treffen, als der Burgmüller's."


    Angesichts der musikalischen Qualität beider Sinfonien bin ich geneigt, Schumanns Schmerz nachvollziehen zu können...

    Nachtrag zu:



    und meiner Aussage, es sei einer der gelungensten Gesamtaufnahme dieses Jahrtausends.


    Die 9. Sinfonie, die ich eben gerade zuende gehört habe, steht exemplarisch für meine Meinung. Jansons Interpretation hat "Größe", ohne vor Ehrfurcht zu versinken. Pathos sucht man vergebens, dafür erhält man eine frische, zügige Einspielung, in der die Musik "atmet". Der dritte Satz, das "Adagio molto e cantabile - Andante moderato" wird zwar in einem schnellen Zeitmaß (12:39) gespielt, aber nicht schnell heruntergespielt. Im Gegenteil, er ist "kantabel", wunderbar leicht, lyrisch, aber auch ruhig, verinnerlicht, berührend.


    Und genau damit beweist Jansons seine Größe und hebt sich von sehr vielen anderen Dirigenten ab, denen es nicht gelingt, ein schnelles Tempo mit Gefühlen zu vereinen.


    Okay, im Finalsatz empfinde ich die beiden Herren als etwas "schwach auf der Brust", aber das sind Petitessen, die den kleinen Unterschied zu "eine der besten Gesamtaufnahmen des Jahrtausends" und "Referenz" ausmachen.


    Genau so wie bei der 7. Sinfonie, die ich mir etwas "ekstatischer" und mit mehr Mut in den Bläserpassagen gewünscht hätte. Die 7., fällt mir gerade auf, ist ohnehin einer der "Prüfsteine" jeder Gesamtaufnahme. Bei Paavo Järvi und bei Herbert Blomstedt, deren Gesamtaufnahmen ich auch vorbehaltlos zu den "besten des Jahrtausends" zählen würde, ist die 7. auch eine relative "Schwachstelle".


    Sei's drum. Komponistenwechsel.


    Derzeit im CD-Spieler:



    Die erste Neuerwerbung des Jahres, wobei "neu" "gebraucht, sehr gut" für 0,89 € + 2,99 € Porto bedeutet. Interpretatorisch so wie im positiven von Bernstein zu erwarten und für 1958/59er Verhältnisse sehr gut klingend.

    Das ist eine frühere Aufnahme, lieber Garaguly, wenngleich mit identischer Besetzung bei den männlichen Solisten.


    Die Solisten bei der Gesamtaufnahme sind Christiane Karg, Mihoko Fujimura, Michael Schade und Michael Völle. 2012, als die Gesamtaufnahme entstand, war Jansons auch etwas zügiger unterwegs als 2007 (als das Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI mitgeschnitten wurde).


    2012: 14:59, 11:35, 12:39 und 23:52

    2007: 15:50, 12:03, 13:37 und 24:08


    Welche der beiden 9. ich den Vorzug geben würde, kann ich beim besten Willen nicht sagen, denn auch ich habe die Einzelaufnahme sehr lange nicht mehr gehört.


    Bei er 9., dem "Prüfstein" jeder Gesamtaufnahme, bin jetzt noch nicht angekommen, aber halte mein etwas euphorisches Urteil für durchaus angebracht. Das ist eine Gesamtaufnahme, an der sowohl derjenige, der Beethoven kennenlernen möchte, als auch derjenige, der Beethoven bereits gut kennt, seine Freude haben wird. Die Metronomangaben wurden ernst genommen, aber nicht als "sklavisches Diktat" angesehen, es wurde in der deutschen Orchesteraufstellung gespielt und sorgfältig, ohne jegliche Mätzchen, musiziert.


    Keine "Sensation", vielleicht gerade deshalb so gut.


    Edit sagt: Rolo war schneller...

    Da wir dieses Jahr ein Beethoven Jahr haben und Mariss Jansons kürzlich verstarb, verbinde ich das Angenehme mit dem Traurigen und höre mich durch diese Box:



    Eine im besten Sinne "klassische" Gesamtaufnahme. Beethoven wird hier nicht "neu erfunden", sondern inspiriert und klangsinnlich musiziert. Für mich eine der gelungensten Gesamtaufnahmen dieses Jahrtausends.

    Lieber Rolo,


    dazu fallen mir drei Dinge ein:


    1. Meinen herzlichen Glückwunsch nachträglich,


    2. Du bist ein cleverer Fuchs ;) und


    3. soweit ich informiert bin, ist auch die 9. Sinfonie bisher unveröffentlicht, also nicht identisch mit der EMI-Aufnahme.

    Nelsons freudvoll-entspannte Dirigierhaltung hat sich imo auf das ganze Konzert übertragen. Da war kein "erhobener Zeigefinger", da war keine Attitude, es dem Orchester zeigen zu wollen, wie man Walzer und Polkas interpretiert, es war für mich eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Orchester. Gerne wieder, wie man so schön sagt...;)


    Im Übrigen wird im kommenden Jahr Riccardo Muti zum sechsten Mal seine Aufwartung beim Neujahrskonzert machen.

    Moin zusammen, allen ein frohes, gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. :)


    Mein neues musikalisches Jahr beginnt auch mit Beethoven und zwar mit der Sinfonie, mit der das alte endete, nämlich mit der 9.:



    Als ich die CD das letzte Mal hörte, schrieb ich sinngemäß: Nicht die schnellste, aber die feurigste Aufnahme der Sinfonie.


    Ich finde, ich habe recht...;)

    Heute ist mir nach Beethovens "Missa Solemnis" zu Mute. Am Vormittag hörte ich:


    , nun folgt:



    John Eliot Gardiner dirigiert das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Es singen der Monteverdi Choir und Lucy Crowe, Jennifer Johnson, James Gilchrist und Matthew Rose.

    Hallo lieber Nobert, vielen Dank für deine Erläuterungen! :!:

    Adrianne Pieczonka habe ich in Darmstadt noch selbst als Elsa erlebt, aber Falk Struckmann ist mir in sehr schlechter Erinnerung z.B.als Barak!?


    LG Fiesco

    Da kann ich Dich beruhigen, lieber Fiesco. 2008, als die Aufnahme entstand, war seine Stimme noch intakt, kein Vergleich zu seinen späteren Versuchen im Bass-Wagner-Fach (Wotan, Heinrich).

    Lieber Norbert, also du bist der Meinung diese Aufnahme sollte man haben!?


    LG Fiesco

    Definitiv, lieber Fiesco.


    Fernab von Vergleichen zu früheren Zeiten ist das eine in allen Gesangspartien hervorragend besetzte Aufnahme mit Johan Botha in der Titelrolle, der sowohl die lyrischen als auch die heldischen Passagen seiner Rolle mühelos beherrscht. Der Elsa von Adrianne Pieczonka nimmt man die kindliche Naivität ihrer Rolle sehr gut ab, als Ortrud weiß Petra Lang sowohl stimmlich als auch gestalterisch zu gefallen. Eike Wilm Schulte macht aus der Rolle des Heerrufers ein kleines Ereignis, Kwangchul Youn beherrscht seine Rolle in allen Belangen ebenfalls sehr gut.


    Sicherlich gibt es elegantere Gestalter des Telramund als Falk Struckmann, aber stimmlich gibt es nichts großartiges zu bemängeln und, wie bei allen anderen Sänger/innen auch, ist sehr gut verständlich, was er singt und wen er darstellt.


    Nimmt man dann noch die hervorragenden Chöre und das bestens disponierte Orchester mit einem Dirigenten, der seine Sänger werkdienlich begleitet, aber auch eigene Akzente zu setzen weiß (das Vorspiel zum ersten Akt ist ein Traum) und das natürliche, ungekünstelte Klangbild, dann findet man an dieser Aufnahme selbst dann viel Freude, wenn man schon diverse andere Aufnahmen des "Lohengrin" besitzt.


    Und da die Aufnahme derzeit sehr günstig zu haben ist (keine 20 €), sollte man nach meiner Meinung auf jeden Fall zugreifen.