Beiträge von Norbert

    Ich höre gerade aus dieser Box



    die 7. Sinfonie von Bruckner, aufgenommen vom 18.-21.04.1999


    Im Vergleich zu den früheren Aufnahmen Wands zeigt er sich etwas flexibler im Tempo, streut ab und an mal ein kleines ritardando ein. Das gefällt mir sehr gut.


    Insgesamt ist das für mich die gelungenste Aufnahme Wands von der Sinfonie. Es ist deutlich hörbar, dass das Orchester und der Dirigent eine lange, gemeinsame, erfolgreiche Zeit miteinander verbracht haben. Sie sind optimal aufeinander eingestimmt und liefern eine Höchstleistung ab.

    Lieber Wolfgang,


    "mehr als überdurchschnittlich" wäre für Järvis Brahms Interpretationen untertrieben, denn er vereint einen transparenten Orchesterklang mit Spielfreude, mit einem feinen Gespür für Rubati, für Wärme, für Temperament und erweist sich als genialer Brahms Interpret.


    Ich bin mir sicher, Du wirst Freude an den Aufnahmen haben.

    Obwohl ich eigentlich die Einstellung habe zwingend von Mozart keine weiteren Vergleichsaufnahmen mehr zu brauchen finde ich das Interessant.


    :) Ich denke diese Bernstein-CD mit der Linzer und dem Kk Nr.15 von Decca werde ich mir als Bernstein-Fan noch gelegentlich zulegen müssen. :stumm: :/Im Moment weiß ich gar nicht ob ich das KK Nr.15 überhaupt kenne ... ich habe es auf CD zumindest in der Brendel/Marriner - GA (Philips).

    Lieber Wolfgang,


    zwei Genies, ein Gedanke...;)


    Auch ich kenne das 15. Klavierkonzert nur in der Kombination Brendel/Marriner, auch mir strebt nicht zwingend der Sinn nach weiteren Vergleichsaufnahmen, ibs. weil ich bei der 36. Sinfonie von Mackerras (Telrac) restlos begeistert bin, aber ich habe mir erlaubt, soeben 1,44 € (+2,99 € Porto) zu investieren, um mir die CD zu bestellen.

    Korrekt, lieber Nemorino, es ist eine französische "low budget" Serie. "La collection classique: les 75 références" Offensichtlich ist Igor Markewitsch für "Beethoven referenzwürdig" erachtet worden, denn auch seine Aufnahme der 9. Sinfonie (die ich allerdings nicht kenne) ist in dieser Reihe, die 1999 herausgegeben wurde, erschienen.


    Der Kauf der CD lohnt sich auf jeden Fall, denn der Dirigent und das Orchester gehen mit viel Leidenschaft ans Werk. Auch und gerade die 5. Sinfonie klingt nicht wie ein "Repertoirestück", sondern weiß mit frischen Tempi und Temperament zu gefallen. Die 8. Sinfonie glänzt mit Esprit und einem feinsinnigen, eleganten Humor. Die Klangtechnik ist natürlich nicht mit heutigen Maßstäben zu messen, aber altersgemäß absolut akzeptabel. Sie gibt den Aufnahmen einen für mich sehr angenehmen "rauen Charme".

    Das ist bei mir anders, lieber Joseph. Ich höre sie sehr gerne.


    Natürlich hat es die 6. schwer zwischen der monumentalen 5 und der 7., mit der Bruckner seinen Durchbruch schaffte. Aber namentlich der Kopfsatz ist ein rhythmisches Meisterwerk, bei dem es wahrlich nicht jeder Dirigent versteht, die verschiedenen thematischen Ebenen zu einer Einheit zu formen. Für mich ist sie von den späte(re)n Sinfonien die am meisten unterschätzte, aber so hat halt jeder seinen eigenen Geschmack.

    (Die Sechste gibt es aus New York.)

    ...aber leider nicht einzeln... :(


    Ich hatte vor ein paar Jahren auf dem Marktplatz des Werbepartners die 6. mit Bernstein gesehen, aber zu einem absoluten Mondpreis.


    Wie der Zufall es will, bei mir auch Bruckner:



    und zwar die 8. Sinfonie, aufgenommen vom 30.04.-03.05.2000


    Ich habe gerade nachgeschaut und festgestellt, dass ich sechs verschiedene Aufnahmen von Wand und der 8. besitze (das ist ein Rekord), aber diese Aufnahme ist, zusammen mit der Live-Aufnahme aus dem Lübecker Dom von 1987, für mich die gelungenste.

    Lieber Wolfgang, kurze Korrektur. Du schreibst: "Mit Beethovens Metronomangaben scheint er sich nicht wirklich auseinandergesetzt zu haben." Ersetze "scheint" durch "schien", denn Herbert Blomstedt hat ja zwischen 2014 und 2017 nochmals alle Beethoven-Sinfonien eingespielt und ist dort näher bei den Metronomangaben als in der für mich etwas altbackenen, früheren Gesamtaufnahme.


    Bei der 8. Sinfonie, im Mai 2014 aufgenommen, kam er auf folgende Spielzeiten: 8:50, 3:58, 4:35 und 7:28 und ist, abgesehen vom Finalsatz, nicht so weit von Chailly entfernt.

    Neu für nicht noch einmal 3 € (+ die obligaten 3 € Porto) erworben:



    Die Aufnahme ist deswegen so günstig, weil sie eine Sonderedition mit aktuellem Katalog 2019 zum 10-jährigen Jubiläum des BR-KLASSIK Labels darstellt.


    Es ist erstaunlich, dass ich noch keine Tschaikowski CD mit Jansons besaß. Seine Gesamtaufnahme aus Oslo steht dabei schon seit drei Jahren auf dem Wunschzettel...

    Lieber Wolfgang,


    im Laufe der Jahre lernt man die gegenseitigen Hörpräferenzen kennen, deswegen dachte ich mir schon, dass Du ähnliches antworten würdest. ;)


    Ich würde nicht zwingend sagen. dass eine Aufnahme alleine ausreicht, um alle Facetten eines Meisterwerks abzudecken, aber Du magst es halt lieber, wenn eine Aufnahme mehr "drive" hat. Das ist in Ordnung. Für mich ist es in erster Linie wichtig, dass die Tempi "passen" und nicht, ob sie schnell oder langsam sind. Und sowohl bei Inbal als auch bei Luisi (selbst bei Nagano, der sich noch einmal drei Minuten länger Zeit lässt als Luisi) "passen" sie voll und ganz, halt jeweils unterschiedlich.


    Und "grob betrachtet" hast Du natürlich auch recht. ;)

    Lieber Wolfgang,


    ich denke, es haut nicht gut hin, verschiedene Versionen einer Sinfonie vergleichend zu hören und daraus Urteile zu ziehen. Auch wenn sich die verschiedenen Versionen der 8. Sinfonie weitaus ähnlicher sind als die 3. oder 4., sind und bleiben es auch und ibs. in Bezug auf Dynamik, Instrumentation und Tempi verschiedene Werke.


    Sofern Du nach einer Alternative zur sehr gelungenen Inbal-Aufnahme suchen solltest, würde ich nicht in erster Linie Fedossejew empfehlen. Nicht, weil mir die Interpretation nicht gefällt, ganz im Gegenteil, sondern weil er sich in der tempomäßigen und in der formalen Anlage nicht eklatant von Inbal unterscheidet. Und, nebenbei, die Aufnahme mit Inbal klingt brillanter.


    Wenn's eine veritable Alternative sein sollte, dann wäre eine der drei Aufnahmen mit "epischen Zeitmaßen", also Michael Gielen, Kent Nagano oder Fabio Luisi, empfehlenswert.


    Ich habe in den letzten beiden Tagen Nagano und Luisi gehört und würde Dir zu letzterem raten, weil ich denke, dass er Deinen Vorlieben eher entsprechen würde. Die Philharmonia Zürich agiert etwas virtuoser als das Bayerische Staatsorchester (ibs. bei den Bläsern) und die Pauken sind prägnanter eingefangen. Langeweile kommt, zumindest bei mir, trotz ca. 17 Minuten längerer Spielzeit im Vergleich zu Inbal, nie auf.

    Derzeit im CD-Spieler:



    -gekauft für 63 ct (+ 3 € Porto) aufgrund einer positiven Empfehlung im Forum.


    Okay, ich bin noch im Kopfsatz des Klavierkonzerts, aber orchestral ist mir das zu "glatt", zu "schön", wie leider bei so einigen Aufnahmen Karajans.


    Besonders gespannt bin ich auf's "Tripelkonzert", das ich als Werk sehr gerne höre und das seinerzeit einige recht negative Kritiken erhielt...

    Ja, es stimmt, lieber Joseph, "geglättet" ist nichts in dieser Aufnahme. Ganz im Gegenteil, Karajan baute 1957 ein "dramatisches Monument", die Wiener Aufnahme, über 30 Jahre später entstanden und ca. fünf Minuten schneller in den Tempi, wirkt dagegen fast filigran.


    Gewiss, Karajans letzte Auseinandersetzung mit der 8. Sinfonie ist sehr gelungen, steht aber auch für mich hinter der Wucht der früheren zurück.

    Sehr günstig neu erworben (5,76 € + Porto) und über's Wochenende gehört:



    Wieder einmal propagiert Mario Venzago, einen Komponisten "anders" aufzuführen und wieder einmal ist das Ergebnis nicht durchgehend überzeugend.


    Ibs. die 2. und die 4. Sinfonie gefallen mir in Venzagos Interpretation sehr gut. Hier beweist er Sinn für feine Rubati und für ein transparentes Klangbild, das trotzdem sehr warmherzig gerät und nichts vermissen lässt. Bei der 1. Sinfonie (bei der im Kopfsatz, warum auch immer, die Expositionswiederholung nicht gespielt wird) und bei der 3. ist das "Brahms light" ohne Feuer und gefühlsmäßigen Inhalt. Hier hat Paavo Järvi eindrucksvoll gezeigt, dass man auch mit kleiner Orchesterbesetzung wesentlich mehr aus Brahms' Sinfonien herausholen kann.


    Bei den beiden Serenaden bin ich von der Interpretation der 1. wesentlich mehr angetan als von der der 2.

    Bach Collegium Japan / Masaaki Suzuki (BIS, 2019)

    D'accord! Soeben ging sie hier zu Ende und ich bin absolut begeistert. Das fängt bei der extrem plastischen Klangqualität an. Besser wurde das wohl bisher nicht eingefangen (Aufnahme: Tokyo Opera City Concert Hall, Jänner 2019). Noch viel wichtiger aber die Interpretation von Masaaki Suzuki, bisher eher als (exzellenter) Interpret von Alter Musik bekannt geworden. Da ist nichts verhetzt, verschleppt oder beiläufig heruntergespielt (Spielzeiten: 14:26 - 14:08 - 14:31 - 22:38 = 66:28). Das Bach Collegium Japan, das Chor und auch Orchester stellt, bringt eine phänomenale Transparenz und Klarheit mit sehr schönen Akzenten. Vorbehalte gegenüber Originalklang kommen hier m. E. nicht zum Tragen. Das Revolutionäre dieser Partitur wird sehr gut vermittelt. Ich zumindest könnte mich an keine gelungenere HIP-Interpretation erinnern, obwohl einige wirklich nicht schlecht sind (besonders Frans Brüggen). Was die Einspielung nochmal besonders hervorhebt, ist diese splendide Artikulation des Chores und auch der Solisten, womit der Schwachpunkt vieler (auch Nicht-HIP-)Aufnahmen, der Finalsatz, entfällt. Wortdeutlicher und verständlicher habe ich das selten gehört. Das Solistenquartett – zwei Norwegerinnen, die Sopranistin Ann-Helen Moen und die Altistin Marianne Beate Kielland, und zwei Briten, der englische Tenor Allan Clayton und der walisische Bassbariton Neal Davies (etwas an Theo Adam erinnernd) – ist sensationell, verkörpert ein echtes Miteinander und veranstaltet kein Wettsingen. Eine wirklich ergreifende Neueinspielung. Absolut empfehlenswert!


    "An exceptional release" (David A. McConnell, The Classical Review)

    Lieber Joseph,


    nachdem ich mir die Aufnahme zweimal angehört habe, stimme ich Deinem Urteil und Deiner gelungenen Beschreibung der Interpretation vollinhaltlich zu. :thumbup: Es macht Freude, diese Aufnahme zu hören und es gibt, was ganz selten bei "hippen Aufnahmen" der 9. Sinfonie vor kommt, nichts gravierendes zu bemängeln.


    Allen Beteiligten ist deutlich anzumerken, dass sie mit Freude und Engagement mitgewirkt haben. Was mag Herr Hurwitz bloß gehört haben, dass er die Streicher in den schnellen Passagen als "anämisch" meint beschreiben zu müssen?


    Im Übrigen habe ich mir kürzlich auch die neuen Aufnahmen mit Philippe Jordan und Bernard Haitink gegönnt. Da ich auch von diesen CDs sehr angetan bin, bietet sich ein Direktvergleich im entsprechenden Thread schier an...

    Lieber Wolfgang,


    falls ich mir die Inkinen-Aufnahme zulegen sollte, dann in erster Linie wegen der Ouvertüren. Ich hatte mir gestern die 2. und 3. Sinfonie, dirigiert von Istvan Kertesz, angehört und, um ehrlich zu sein, wenn Du von "Längen" bei der 2. Sinfonie schreibst, dann ist Dir wenig zu widersprechen. ;) Der "Qualitätssprung", den er ab der 3. Sinfonie gemacht hat, ist schon deutlich hörbar.


    Zur Kubelik-Gesamtaufnahme greife ich auch sehr selten. Das hat allerdings weniger mit den Interpretationen zu tun, sondern eher mit der Klangtechnik der DGG in einigen Aufnahmen der 60er, 70er. Der bassarme und höhenbetonte Klang der Aufnahmen führt, wie auch bei den Mahler-Aufnahmen Kubeliks, zu einer "Leichtgewichtigkeit" im Ausdruck, mit der ich nicht so viel anfangen kann.


    Zum Glück hat Orfeo Konzertmitschnitte der Sinfonien 6-9 veröffentlicht, so dass man sich ein wesentlich besseres Bild vom Dvorak Interpreten Rafael Kubelik machen kann.

    Die von Dir gerühmte Dritte kenne ich überhaupt nicht :untertauch:, so daß ich vielleicht doch noch eine günstige GA kaufen werde.

    Lieber Nemorino,


    das tu' mal, denn es lohnt sich.


    Mit der 1. Sinfonie kann ich nicht so viel anfangen, aber danach ist es sehr interessant, Dvorak auf seinem "sinfonischen Weg" zu begleiten. Im Dvorak-Sinfonien - - Gesamtaufnahmen -Thread wirst Du einige Anregungen finden können, ich persönlich würde die Gesamtaufnahme mit Otmar Suitner empfehlen:


    bzw.


    Mit Istvan Kertesz' Gesamtaufnahme machst Du allerdings auch nichts verkehrt.


    Gerade ist eine neue Aufnahme mit Pietari Inkinen und der Deutschen Radio Philharmonie, dessen Chefdirigent er seit 2017 ist, erschienen:



    Die Aufnahme kenne ich allerdings (noch?) nicht. Heimlich still und leise scheint eine neue Gesamtaufnahme der Sinfonien zu entstehen...

    Heute angekommen und gleich voller Vorfreude in den CD-Spieler gelegt:



    Bernard Haitinks letzte Konzerte mit dem SO des Bayer. Rdfs. vom 20.-23. Februar 2019.


    Der erste Satz, in 17:22 gespielt, hat mit den Metronomangaben nicht viel zu tun, aber trifft die Satzbezeichnung "Allegro man non troppo e un poco maestoso" sehr gut.