Beiträge von Norbert

    Sehr schön, lieber Accuphan, dass ich Dich inspirieren konnte (ist, glaube ich, besser als "verführen" ;) )


    Da ich in einigen Vaughan Williams Threads die leidlichen "Platzhalter" ausgebessert habe, wurde ich ebenfalls inspiriert und zwar zu:


    Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

    Symphonien Nr.4 & 6

    London Symphony Orchestra, Antonio Pappano

    LSO, 2019/20

    Lieber Amdir,


    ich höre, abgesehen von der heiß geliebten 5. Sinfonie, selten Sinfonien von Ralph Vaughan Williams.


    Auch ich hatte mir am Wochenende die von Dir vorgestellte Neuaufnahme angehört und kann Deinen Eindruck bestätigen. Es ist deutlich anzuhören, dass dem Dirigenten und dem Orchester die Sinfonien am Herzen liegen und dass die Werke mit spürbarem Engagement aufgenommen wurden.


    Um aber näher ins Detail gehen zu können bedarf es wohl noch der ein oder anderen Einspielung der 9. Sinfonie. Bernard Haitink bietet sich an, denn in Bezug auf meine "heißgeliebte" 5. Sinfonie hat er eine "Referenz" geschaffen, an die such andere Dirigenten zu messen haben...


    Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

    Symphonien Nr.1-9

    +Fantasia on a Theme by Thomas Tallis; Norfolk Rhapsody Nr. 1; The Lark Ascending; In the Fen Country; On Wenlock Edge

    Felicity Lott, Sarah Chang, Ian Bostridge, Sheila Armstrong, Amanda Roocroft, London Philharmonic Choir, London Philharmonic Orchestra, Bernard Haitink

    Warner, 1986

    Ich höre derzeit:



    Franz Berwald (1796-1868)

    Symphonien sérieuse & naive

    San Francisco Symphony Orchestra, Herbert Blomstedt

    Decca, 1992/91


    So verdienstvoll es auch ist, dass Herbert Blomstedt zumindest die Sinfonien 1 und 4 von Franz Berwald aufgenommen hat, so sehr finde ich, dass er zu sehr auf gepflegten, schönen Klang setzt. Es fehlt den Aufnahmen imo an Feuer, an Temperament.


    Man höre sich zum Vergleich z.B. die (Mono-)Aufnahmen von Igor Markevitch und den Berliner Philharmonikern an und versteht, was ich meine...


    Ich höre gerade:


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    Franz Berwald (1796-1868)

    Symphonie singulière

    +Symphonie naive

    London Symphony Orchestra, Sixten Ehrling

    Bluebell, 1968


    Da es leider keine frühere Aufnahme der 2. Sinfonie mit Sixten Ehrling gibt, werde ich sie mir danach aus der späteren, hervorragenden Gesamtaufnahme der Sinfonien zu Gemüte führen:



    -Sinfonie Nr. 2 "Capricieuse", Malmö Symphony Orchestra

    BIS, 1996

    Das Klavierquartett Op. 23 ist irgendwie mein Werk des Jahres. Zweimal live gehört, mehrfach in meiner Dvorak-Phase und sogar manchmal im EarBud unterwegs. Herrliche Musik...

    Seit Tagen versuche ich schon, angeregt durch Tristan2511 und Garaguly , Dvoraks Klavierquartette zu hören, aber immer kam etwas dazwischen.


    Jetzt aber erklingt (zum ersten Mal):



    Antonin Dvorak (1841-1904)

    Klavierquartette Nr.1 & 2 (opp.23 & 87)

    Gary Pomeroy, London Bridge Trio

    AD: 2015


    Dem ersten Satz von op. 23 nach zu urteilen scheint das eine gute Wahl zu sein. Ein wunderbar melodiöser Satz, tonsprachlich eindeutig Dvorak.


    Horizont erweitern macht Spaß (nicht nur in Bezug auf Musik). :thumbup:

    Ich beginne die neue musikalische Woche mit:



    Richard Wagner (1813-1883)

    Der Fliegende Holländer

    Simon Estes, Lisbeth Balslev, Matti Salminen, Robert Schunk, Graham Clark, Anny Schlemm, Orchester der Bayreuther Festspiele, Nelsson

    Philips, 1985


    -eine meiner liebsten Aufnahmen des "Fliegenden Holländers". "Sturm und Drang" pur im Dirigat, sängerisch sehr gut besetzt. Erstaunlich, dass die Aufnahme auch schon 40 Jahre "auf dem Buckel" hat. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Harry Kupfers Inszenierung aus Bayreuth seinerzeit im Fernsehen ansah...

    Eine tolle Entdeckung! Ich bin durch die Arbeit am Computer zwar nicht voll aufmerksam, doch mir hat diese erste Begegnung sehr gefallen. Ich werde die Aufnahme auf jeden Fall nochmal mit mehr Ruhe hören.

    Die Ruhe lohnt sich auf jeden Fall.


    Ich hatte mich schon gefragt (und wollte es auch zuerst schreiben), welchen Eindruck Du erhältst, wenn Du das Werk "nur nebenbei" hörst.


    Ich denke, man wird dem musikalischen Aussagegehalt nur dann gerecht, wenn man intensiv zuhören kann.


    Ich weiß noch, wie tief ich bewegt war, als ich nach all den Kämpfen, all dem Schrecken, aller Trauer, den ruhigen, "versöhnlichen" Schluss hörte.

    Josef Suk: Symphonie Nr. 2 c-Moll, op. 27 (Asrael) - BRSO - Jakub Hrůša


    Neuland: Josef Suk. Nie (bewusst) gehört. Diese Aufnahme wurde irgendwann empfohlen und ich habe sie beim Taminopartner bestellt. Seit Monaten steht sie im "Übergangsregal" der Neuzugänge. Nun also rein in den Player und hören, wie sich diese Musik zur Arbeit an einem Dokument zur Verfahrensdokumentation macht.

    Ich bin gespannt, wie Dir das Werk gefällt, lieber Accuphan.


    "Leichte Kost" ist die Asrael Sinfonie wahrlich nicht, aber ich liebe sie heiß und innig, seitdem ich sie vor einigen Jahren durch Karel Ancerl kennenlernte:


    Ich höre gerade die letzten Takte von



    Richard Wagner (1813-1883)

    Der Fliegende Holländer

    Brian Mulligan, Jennifer Holloway, Bryan Register, Ain Anger, Netherlands Radio Choir, Hong Kong Philharmonic Orchestra, Jaap van Zweden

    Naxos, 2024


    Klassikfan1 fragte, ob die Aufnahme empfehlenswert sei.


    Ich möchte mit einem "Jein" antworten.


    Auf der Haben-Seite stehen das temperamentvolle Dirigat, die sehr guten Chöre sowie Jennifer Holloway als Senta und Bryan Register als Erik.


    Der jugendlich-dramatische Sopran von Jennifer Holloway gefällt mir sehr gut. Sie verkörpert gut die Leidenschaft des jungen Mädchens für die Geschichte des Holländers, auch und gerade in den "leiseren Passagen".

    Für Bryan Register gilt im Prinzip das Gleiche. Er stemmt sich mit all seiner Kraft gegen das "Schicksal" und verdeutlicht stimmlich sehr gut, dass auch er ein geeigneter Heiratskandidat für Senta wäre.


    Etwas ambivalent sehe ich Brian Mulligan in der Titelrolle. Ich bin mir nicht immer, ob er weiß, was er singt. Es gibt einen groben textlichen Ausreißer ("wurchtbar eit Wahn", statt "furchtbar eitler Wahn"), einige kleinere Intonationsprobleme, aber auch das stimmliche Material, um diese Rolle bewältigen zu können.


    Ain Anger als Daland ist für mich "Durchschnitt", sowohl stimmlich als auch gestalterisch. Bei Richard Trey Smagur als Steuermann empfinde ich das Timbre als nicht sehr attraktiv, es gibt einige Vokalverfärbungen und das Gefühl, zu "reif" für diese Partie zu sein.

    Hallo Norbert, ist diese Aufnahme empfehlenswert?

    Ich habe nur den Ring Zyklus der gelungen ist.

    Lieber Klassikfan,


    ich habe gestern nicht mehr viel gehört und beende jetzt gerade den 1. Akt, aber bisher ist das eine bestenfalls sängerisch sehr durchschnittliche Veranstaltung.


    Mir war bisher nur Ain Anger als Sänger bekannt. Er singt hier den Daland, dem es am stimmlichen Wohlklang fehlt. Brian Mulligan besitzt schon das stimmliche Material für den Holländer, er müht sich auch um eine verständliche Aussprache, aber wenn es in "Die Frist ist um" an der Stelle "vergebne Hoffnung, furchtbar eitler Wahn" "wurchtbar eit Wahn" heißt, dann ist das bei aller Liebe und allem Verständnis für Nicht-Muttersprachler einfach nur grotesk.

    Auch Richard Try Smagur als Steuermann kann nicht mit einem attraktiven Timbre für sich einnehmen.


    Gegen das Orchesterspiel, die Chöre und das Dirigat gibt es bisher keine Einwände, nach den ersten Takten macht Jennifer Holloway als Senta einen guten Eindruck, die Ballade gelingt ihr recht gut. Ob es am Schluss für eine Empfehlung reichen wird, wird sich zeigen...

    Seit heute beim Werbepartner erhältlich. Und da ich in den letzten Monaten sehr selten Opern gehört habe, erklingt nun:


    Richard Wagner (1813-1883)

    Der Fliegende Holländer

    Brian Mulligan, Jennifer Holloway, Bryan Register, Ain Anger, Netherlands Radio Choir, Hong Kong Philharmonic Orchestra, Jaap van Zweden

    Naxos, 2024

    Mehr "Mainstream" geht kaum:



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Symphonien Nr.3 & 5

    Philharmonia Orchestra, Christoph von Dohnányi

    Signum, 2008


    -egal, ob "Mainstream" oder nicht. Für mich sind das mit die schlüssigsten, gelungensten "konventionellen" Interpretationen der beiden Sinfonien.

    Momentan höre ich sehr häufig Rossinis "Petite Messe Solenelle" und zwar bevorzugt in der ersten Fassung von 1863 mit zwei Klavieren, Harmonium, vier Solisten und achtstimmigem Chor.


    Heute ist diese Aufnahme an der Reihe:


    Gioacchino Rossini (1792-1868)

    Petite Messe Solennelle

    Regula Mühlemann, Anke Vondung, Eric Cutler, Michael Volle, Chor des Bayerischen Rundfunks, Duo Tal & Groethuysen, Peter Dijkstra

    Sony, 2013

    So fand Beethoven das Motiv für seine Fünfte, als er zu später Stunde durch die Bonner Straßen eiferte und von zwei Ömmakens ( = die HIPpe Version der heutigen Überwachungskameras) beobachtet wurde. Das Gespräch ist inzwischen legendär:


    „Daaf dat dat?“
    „Dat daaf dat!“
    „Datt dat dat daaf ...“


    Die Einführung eines scharfen 't' hat sich, wie unschwer zu erkennen, nicht durchsetzen können.

    Lieber Ulli,


    bei uns in Norddeutschland bekannt unter "Klein Erna", die sich im Gespräch mit ihrer Mutter darüber wundert, dass ein anderes Mädchen im Matsch spielt.


    "Darf das das?"

    "Das darf das".

    "Dass das das darf."


    Die Bonner Version ist aber auch nicht schlecht. :thumbup::D

    Nochmals Joseph II. , ohne in irgendeiner Form besserwisserisch klingen zu wollen: Du solltest die Aufnahme noch einmal hören. Ich denke, sie wird auch Dich erfreuen, so wie sich mich erfreut hat, nachdem ich sie viele Jahre lang nicht mehr hörte.


    Das ist kein Bruckner der "lauten Töne". Obwohl natürlich das Orchesterspiel fantastisch und das so wichtige Blech über alle Zweifel erhaben ist, kenne ich wenige Aufnahmen der 5. Sinfonie, in denen Bruckner so wenig "monumental", so wenig "erdrückend" klingt wie hier.

    Das Zusammenspiel im Orchester ist fantastisch. Wie im Finalsatz sich die einzelnen Orchestergruppen die "Bälle zuspielen", Motive übernehmen, solistisch glänzen, aber stets sich als Teil des Ganzen begreifen, ist unübertroffen. Selten hat man das Scherzo so "tänzerisch leicht" gehört wie hier. Die Tempi sind wunderbar fließend: 19:41, 18:11, 13:05 und 22:53.


    David Hurwitz sagt über die Aufnahme, dass sie nicht die Aufnahme für jedermann sei, aber eine "feine Alternative zu traditionellen Aufführungen" darstellt. Recht hat er. ;)


    So, nicht nur rolo betman mag Beethoven, ich auch und deswegen höre ich den zweiten Teil der entstehenden Gesamtaufnahme mit Victor Julien-Laferrière:


    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Symphonien Nr.5,6,9

    Victor Julien-Laferrière, Orchestre Consuelo

    B-Records, 2024

    Allzu viele Einspielungen mit diesem Dirigenten habe ich gar nicht vorliegen. Aus dem Stegreif fallen mir vor allem "Rheingold" und "Walküre" ein ("Siegfried" machte man nur mehr konzertant, "Götterdämmerung" leider nie). Der vorhin via Streaming gehörte Schubert war nicht von schlechten Eltern. Nun noch etwas Leichteres aus seiner Zeit in Cleveland.


    Lieber Joseph,


    wenn ich mich korrekt entsinne, waren/sind wir beide sehr angetan von CvDs Interpretation der 6. Sinfonie von Antonin Dvorak, gekoppelt mit Janaceks "Taras Bulba". Falls ich mich getäuscht haben sollte, wäre das mein erster Tipp.



    Weiterhin möchte ich wärmstens empfehlen:



    Richard Strauss (1864-1949)

    Don Juan op. 20

    +Metamorphosen; Tod & Verklärung op. 24

    Wiener Philharmoniker, Christoph von Dohnanyi

    Decca, 1989


    -Wer der Meinung ist, dass die Wiener Philharmoniker das "beste Orchester" waren/sind, der findet hier optimales "Beweismaterial". Die Oboe im "Don Juan" ist ein Traum. :hail:


    Beim Werbepartner nicht einzeln, aber ab dem 07.11. in dieser Box erhältlich:


    Er verstarb zwei Tage vor seinem 96. Geburtstag. Ein Nachruf findet sich u.a. bei t-online


    Er wurde 1929, im selben Jahr wie meine Mutter, geboren. Ich habe ihn als Dirigent sehr geschätzt. Gerade die letzten Tage unterhielten sich Joseph II und ich über seine Interpretationen von Bruckners 5. Sinfonie.


    Auch wenn er ein gesegnetes Alter erreicht hat macht mich sein Tod sehr betroffen. Möge er in Frieden ruhen.

    Lieber Klassikfan, danke für den Hinweis.


    Ich mag die Szenen aus Goethes Faust sehr, Erich Leinsdorf und Hermann Prey sowieso. Falls mir die Aufnahme irgendwann mal zu bezahlbaren Konditionen über den Weg laufen sollte, könnte ich sicherlich schwach werden, obwohl: Ich sehe gerade, sie ist auch auf youtube verfügbar.


    Im Zuge der Recherche von Aufnahmen mit Christoph von Dohnanyi entdeckte ich, dass er auch Schostakowitschs 10. Sinfonie aufgenommen hatte.


    Da ich sowohl die Sinfonie als auch den Dirigenten schätze höre ich jetzt:



    Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)

    Symphonie Nr.10

    +Lutoslawski: Musique funebre

    Cleveland Orchestra, Christoph von Dohnanyi

    Decca, 1990


    -Der erste Satz gefällt mir sehr gut mit dem ausgezeichneten Orchesterspiel, der sehr detailhaltigen Wiedergabe und des großen Gefühlsspektrums, das CvD schonungslos offenbart. Das scheint eine sehr gelungene Interpretation zu sein/werden...


    Beim Werbepartner in dieser Box erhältlich: