Vor vielen Jahren hörte ich eine Klassik-Sendung im DDR-Rundfunk. Die Sprecherin hatte offenbar Probleme mit der französischen Aussprache, besonders mit den Nasallauten - Chopin wurde so zu "Schopeng". Mit den Komponisten aus den sozialistischen Bruderstaaten hatte sie dagegen keine Probleme - wahrscheinlich hätte sie auch "Festetics" korrekt ausgesprochen...
Original von musicophil Der ist inzwischen auch um die achzig. Aber laut Ton Koopman spielt er noch immer fabelhaft, hörte ich vor einigen Monaten im Rundfunk.
Gustav Leonhardt ist 1928 geboren, wird also im nächsten Jahr 80. Hier ein jüngeres Foto aus dem Jahr 2005:
Um welche Einspielung der Goldberg-Variationen handelt es sich? Ich weiss, dass Leonhardt sie mindestens zweimal aufgenommen hat - einmal in den 60er Jahren (für die Telefunken-Reihe "Das alte Werk") und dann noch einmal in den 70er Jahren für DHM.
Original von DonBasilio Lohnt sich der Kauf der Cpo-Aufnahme? (Wer kennt sie und kann näheres dazu sagen?)
Hallo Joschi,
ich habe die cpo-Aufnahme und kann auch etwas dazu sagen. In aller Kürze: Wer nicht so dogmatisch an die Musik herangeht und unbedingt eine HIP-Aufnahme oder ein bestimmtes Ensemble haben will, ist mit dieser Aufnahme meiner Meinung nach sehr gut bedient, zumal sie auch preislich attraktiv ist. Die Kammerakademie Neuss musiziert sehr frisch und lebendig; die Klangqualität ist ausgezeichnet.
Ob man Boccherinis Musik mag oder nicht, ist sicher Geschmackssache. Eine gewisse Nähe zu Haydn ist unverkennbar, allerdings mit deutlichem südländischen Kolorit - und das macht für mich den besonderen Reiz seiner Musik aus.
Original von vitelozzo-tamare Das Problem mit Lücken zwischen mp3 kenne ich auch, bei itunes funktionierts allerdings tadellos!
Es funktioniert immer dann tadellos, wenn der MP3-Encoder die exakte Länge (Spielzeit) in der Datei abspeichert und der Player diese Information später auswertet. Am PC ist mit der Kombination LAME/Foobar2000 ebenfalls lückenloses Abspielen möglich, das hilft aber auf einem portablen Gerät nicht weiter.
iTunes ist übrigens deswegen schon völlig undiskutabel, weil es die CD's im Burst-Modus ohne jegliche Fehlerkorrektur ausliest - was da an Audiodaten auf der Festplatte landet, ist mehr oder weniger Glückssache und stark vom Zustand der CD's abhängig. Für Popmusik mag das vielleicht reichen, für Klassik definitiv nicht.
Original von Zwielicht Auf Mahler bezogen ist das durchaus richtig. Auch wenn man in der Neunten (wie Giulini oder Chailly) den ersten und vierten Satz sehr langsam nimmt, wird die Gesamtspieldauer 90 Minuten nicht überschreiten (bei anderen Dirigenten sind es nur 75-80!). Die Dritte erreicht dagegen fast immer mindestens 90, oft 95-100 Minuten, in Einzelfällen sogar noch mehr.
Hallo Bernd,
stimmt, bezogen auf die Gesamtlänge gibt es bei den Aufnahmen eine erstaunlich grosse Schwankungsbreite. Möglich wäre aber, dass eine schnelle Dritte kürzer ist als eine langsame Neunte.
Original von musika Er ist sehr ausdrucksstark und eigentlich DER Bass in Oratorien wie Elias, Johannes Passion usw.
Als Elias kann ich ihn mir schwer vorstellen - er ist ja ein Bariton mit einer schlanken (und trotzdem ausdrucksstarken) Stimme - ideal also für Alte Musik. Bei einem Propheten stelle ich mir eher eine Stimme wie Theo Adam vor (Aufnahme des Elias aus dem Jahr 1968 mit Sawallisch). Allein schon das bedrohliche Rezitativ zu Beginn ("So wahr der Herr, der Gott Israels, lebet") würde mit einer Stimme, wie Mertens sie hat, erheblich an Bedrohlichkeit verlieren.
Nach wie vor mein Favorit unter den Aufnahmen des "Messiah":
Judtih Nelson, Emma Kirkby, Sopran Carolyn Watkinson, Alt Paul Elliot, Tenor David Thomas, Bass Choir of Christ Church Cathedral Oxford The Academy of Ancient Music Christopher Hogwood
Original von Ulli Die Sache mit dem Rein-und-Raus geht bei den CDs nur gemächlicher, als beim Sex. Aber im Prinzip ist da kein allzugroßer Unterschied.
Beethoven: Streichquartette op. 18 Nr. 1 und 2 Gewandhaus-Quartett
Diese Aufnahme gefällt mir sehr gut, weil sie die Musik einfach Musik sein lässt. Vor einiger Zeit habe ich die Gesamtaufnahme (9 CD's plus Bonus-CD), die übrigens mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, für knapp 20 Euro erstanden, jetzt gibt es nur noch Einzel-CD's für knapp 14 Euro.
Original von Violoncellchen Jugendfrei ist er aber trotzdem nicht, dafür wird zuviel gef****
Das sieht man heutzutage schon im Vorabendprogramm.
Bei Ortkemper ist übrigens nachzulesen, dass Kastraten in der Tat begehrte Liebhaber waren - weil sie zeugungsunfähig waren und somit nicht die Gefahr ungewollter Schwangerschaften bestand (halbwegs sichere Verhütungsmittel waren damals völlig unbekannt). Insofern werden die einschlägigen Szenen im Film wohl der historischen Realität entsprechen.
Original von Alfred_Schmidt Gelegentlich kann man hier sehr vernichtende Urteile über Interpreten - und nicht nur über sie - lesen.
Während ich durchaus ein Verfechter von ehrlichen, witzigen und gelegentlich auch harten Kritiken bin, so frage ich mich aber nmanchmal doch, ob wir nicht manchmal "erbarmungslos" sind - und unobjektiv.
Hallo Alfred,
ich finde es gut, dass dieses Thema von Dir offen angesprochen wird. Inwieweit ein Urteil über einen Künstler oder eine Aufnahme "objektiv" sein kann, sei mal dahingestellt - ich behaupte, dass es gar nicht möglich ist, hier objektiv zu urteilen. Allerdings sollte man dann sein Urteil nicht als unumstössliche Tatsache formulieren, sondern etwas zurückhaltender sein. Und genau daran hapert es nach meinem Eindruck gelegentlich: ein völlig unqualifizierter Schnellschuss aus der Hüfte, und schon sind Künstler und Aufnahme "erledigt". Derjenige, der so urteilt, gibt sich im Grunde genommen nur selbst der Lächerlichkeit preis.
Die wirklichen Experten in diesem Forum, die über eine fundierte musikalische Bildung verfügen, urteilen da eher zurückhaltend, abwägend - und vor allem können sie Gründe für ihr Urteil liefern, wenn sie danach gefragt werden.
Zitat
Tamino hat bereits eine Verbreitung erreicht, von denen sich die meisten gar keine Vorstellung machen können, wir haben daher auch eine gewisse "Verantwortung" und sollten jedes Wort auf die Waagschale legen, bevor wir es schreiben - ich gestehe aber, daß auch ich selbst diesem Anspruch nicht immer gerecht werde.
Ich danke Michael für das Posten dieses Bildes - hier wird nämlich auf bedrückende Weise deutlich, was Kastration bedeutet. Allein die Operation nebst Nachwirkungen muss eine Tortur für die Knaben gewesen sein, da lokale Betäubung oder gar Vollnarkose völlig unbekannt waren. Und natürlich hatte dieser massive Eingriff in den Hormonhaushalt neben der erwünschten Wirkung (nämlich der Vermeidung des Stimmbruchs) auch etliche Nebenwirkungen. Wie man das einfach beiseiteschieben (oder besser: verdrängen) kann, um sich dann in Hypothesen über mögliche stimmliche Qualitäten zu ergehen, ist für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziehbar. Hier wurden Menschen massiv und absichtlich verkrüppelt - und wer das Buch von Ortkemper gelesen hat, weiss, dass den allermeisten Opfern eine Karriere versagt blieb.
Ich kann mich hier nur Michael anschliessen: Das Ganze ist bedrückend - und im Grunde genommen ein mahnendes Beispiel dafür, wozu Menschen aus Gewinn- und Karrieresucht fähig sind.
Zu diesem Thema fällt mir spontan Bachs "Chromatische Fantasie und Fuge" ein, wo ein umfangreiches Rezitativ die Fantasie abschliesst und zur Fuge überleitet. Kannte Beethoven möglicherweise dieses Werk?
Das Oboensolo in der 5. Sinfonie geht sicher in Richtung Rezitativ, es fehlen aber die sonst üblichen Begleitakkorde (wenn ich mich richtig erinnere).
Original von Violoncellchen Wenn du meinst, dass das Wissen darüber, was ein "Originalinstrument" ist, und was eine HIP-Aufnahme qualifiziert, so selbstverständlich ist, dass man nicht weiter darüber reden muss, dann finde ich das vor allem Marc gegenüber, der die Frage gestellt hat, ziemlich überheblich. (Zumindest einen Zacken unhöflicher als den Augenrolli, über den du dich so echauffiert hast).
Das meinte ich ganz und gar nicht, sonst hätte ich Marcs Frage ja nicht schon vorher beantwortet.
Nur ist die Diskussion darüber, was denn nun ein "Originalinstrument" sei, so alt wie die HIP-Aufnahmen selbst - sie war leider schon immer von Wortklauberei und Besserwisserei geprägt, von allem vonseiten der HIP-Gegner. Manch einer hat aus dieser unfruchtbaren Diskussion gelernt, manch einer eben nicht.
Original von musicophil Graf – Huub Claessens Gräfin – Patrizia Biccire Figaro – Werner van Mechelen Susanna – Christiane Oelze Cherubino – Monika Groop Bartolo – Harry van der Kamp Marzellina – Béatrice Cramoix Basilio – Yves Saelens Curzio – Philip Defrancq Antonio – Jean-Guy Devienne Barbarina – Marie Kuijken
Choeur de Chambre de Namur La Petite Bande – Sigiswald Kuijken
Original von Ulli der Kujiken mit dem kleinen Haufen würde mich durchaus sehr interessieren - bei den Haydn-Sinfonien fand ich die Kombination überzeugend. Wer singt denn? [ich kann es schlecht lesen]
Siehe Mozart-Box von Brilliant, Vol. 9, CD 32-34. Ich vermute mal, dass es sich um dieselbe Aufnahme handelt.
Original von Violoncellchen Leider driften wir hier gerade etwas vom Thema ab...vielleicht sollten die Mods die Beiträge zum Thema Originalinstrumente/HIP in einen passenderen Thread verschieben...
Am besten in das DDN (Digitale Daten-Nirvana), da ohne wirklichen Informationswert für die Nachwelt.
Original von Violoncellchen Letztenendes ist jedes Instrument ein Original-Instrument (auch wenn es erst Gestern die Werkstatt eines Kleinmeisters in Hintertupfingen verlassen hat und der Lack noch feucht ist).
Das ändert nichts an der Tatsache, dass man im Zusammenhang mit HIP im allgemeinen unter "Originalinstrument" ein Instrument aus der jeweiligen Epoche bzw. eine möglichst exakte Kopie versteht. "Im allgemeinen" bedeutet hier: alle ausser Ulli.
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