Beiträge von romeo&julia

    Lieber Maexl


    Ist ja hochinteressant, ;) denn uns gefällt die Aufnahme Pollinis bis anhin am Besten. Wir unterzogen sechs Aufnahmen blind einem Hörvergleich und Pollinis Interpretation sagte uns am Meisten zu.



    Pollini spielt sehr lyrisch, fliessend und beseelt mit schöner Farbigkeit und schöner Steigerung mit wunderbarem Spannungsbogen. Sein Pedaleinsatz ist mässig.


    Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns die Aufnahme von Alfred Brendel mit wunderschöner linken Hand. Sein Spiel ist nuanciert und farbig vorgetragen mit grosser Steigerung doch klar. Sehr lebendig mit genügend Pedaleinsatz. Manchmal etwas zu abrupte Wechsel.


    Mit Brendel gleichauf, ebenfalls berührend vorgetragen die bereits von Frank Georg genannte Aufnahme von Clifford Curzon.
    Curzon hat einen ganz anderen Ansatz als die beiden vorgenannten Interpreten. Man muss sich unbedingt hineinhören um ihn zu verstehen. Wundervoll weicher Anschlag leicht und fliessend gespielt. Sein gelegentlich sehr schnelles Spiel wirkt partiell etwas pathetisch.


    Die von Maexl präferierte Aufnahme von Sviatoslav Richter (1963) lag bei uns im Mittelfeld. Sein Aufschlag ist manchmal zu hart und hüpfend aber sehr Kontrastreich. Er vermag einen wunderbarem Fluss aufzubauen. Wie so oft bei Richter sehr beseelt und zeitweise mit mutigem Vortrag. Für uns aber leider mit etwas zu viel Staccato.


    Anatol Ugorski spielt sehr deutlich und auch die schnellen Passagen mit Pedaleinsatz. Der zweite Satz ist unwahrscheinlich langsam gespielt so dass der Satz beinahe zerfällt.


    An letzter Stelle ist eine Aufnahme der Armenierin Elisso Wirssaladze zu nennen. Eine Aufzeichnung eines Konzertes. Sie gebraucht das Pedal rege und zeigt viel Pathos und wirkt leicht gehetzt. Eine ungezügelte sowie zu dramatische Speilweise. Vielleicht würde sie im Studio eine differenziertere Spielweise praktizieren.


    Freundliche Grüsse nahe Basel


    romeo&julia

    Hallo zusammen


    Ja lieber Matthias


    Die Aufnahme Il Giardino Armonico von Teldec ist sicherlich eine der besten Aufnahmen dieser Konzerte. Wir möchten aber unbedingt noch auf die Aufnahme der Akademie für Alte Musik Berlin mit Midori Seiler der harmonia mundi France hinweisen. Sehr schnell aber trotzdem vielschichtig und differenziert vorgetragen und Frau Seiler spielt einfach hinreissend Geige.



    Übrigens zur Zeit sehr günstig zu erwerben.


    Viele Grüsse


    romeo&julia

    Lieber Matthias


    Deinem Lob der CD des Ensemble Villa Musica (MDG) können wir uns nur anschliessen. Wir überlegten uns noch gestern, diese Aufnahme zu erwähnen, liessen es dann bleiben. :)


    Besten Dank und schöne Grüsse


    romeo&julia

    Liebe Forianer,


    Speziell erwähnen möchten wir das 1924 entstandene Bläsersextett Mladi (Jugend). Spass und Gelöstheit äussern sich musikalisch in kurzen Variations- und Reihungsformen, die sich zu Rondo-Typen zusammenschliessen.
    Sprachtonfall in Form von Sprechmotiven ist auch in dieser Suite Janaceks charakteristisch so wie bei vielen seiner Werke.



    Sonnige Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo


    Schon viele wurden genannt und noch mehr blieben ungenannt, siehe die tolle Auflistung fuchsbuhls.


    Wir möchten trotzdem fünf herauspicken, ohne die Leistungen der nichtgenannten schmälern zu wollen.


    1.Thomas Demenga , ein schweizer Cellist der sich für das zeitgenössische Repetoir wie Hosokawa, Berio oder Halffter einsetzt. Spielte aber auch sämtliche Suiten Bachs ein.


    2. Natalia Gutman, mit ihren dynamischen und intensiven Einspielungen der Cellokonzerte Schostakowitschs begeistert die Russin immer aufs neue. Hat aber auch zeitgenössische Musik von Schnittke oder Gubaidulina eingespielt. Sie ist grosse Liebhaberin der Kammermusik, so traht sie oft mit ihrem leider viel zu früh verstorbenen Ehemann Oleg Kagan auf.


    3. Boris Pergamenschikov der leider letztes Jahr viel zu früh nach langer Krankheit gestorben ist und sich immer wieder für zeitgenössische Musik wie Gubaidulina, Dutilleux oder Lutoslawski eingesetzt hat. Auch Pergamenschikov hat die Cellosuiten Bachs eingespielt.


    4. Daniel Müller-Schott ist ein vielversprechender junger 1976 geborener deutscher Cellist unter dem Patronat von Frau Mutter. Sie treten auch öfters miteinander auf. Mutig hat er bereits die Suiten von Bach eingespielt. Aber auch die Cellokonzerte von Hayden sind sehr schön. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kammermusik, hier spielte er Werke von Debussy oder Ravel ein.


    5. Maria Kliegel spielte auch scon einige Werke aus dem 20. Jahrhundert ein, so Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Schostakowitsch. Hat erst kürzlich die Cellosonaten Betthovens aufgenommen.


    Heisse Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo Taminos


    Lieber Richard,


    Deinen Hinweis zur Aufnahme der Cellosonaten Beethovens mit dem ungarischen Partner Perényi können wir begeisternd unterstützen.
    Die beiden Musiker gehen das Gesamtwerk für Klavier und Violoncello mit viel Spielfreude an und verbinden strukturelle Klarheit mit Klangschönheit. Im instrumentalen Zwiegespräch des sensibel aufeinander eingespielten Duos übernimmt Schiffs silberheller Diskant oft den drängenderen Part, dem Perényi die noble Sonorität seiner geschmeidig phrasierten Linien entgegensetzt. Es sind weit gespannte Interpretationen, die aber nie zerreissen.


    Grüsse


    romeo&julia

    Liebe Taminos


    Trotz Richards bedenken möchten wir die Aufnahme von Angela Hewitt des Labels hyperion erwähnen. Zu unserem Erstaunen wurde die kanadische Pianistin, die sich sehr intensiv mit dem Werk Bachs auseinandergesetzt hat, in diesem Thread noch nicht vorgestellt. Wir sind bereits bei der Labelvorstellung hyperion auf die Bach-Aufnahmen der Pianistin zu sprechen gekommen und wollen daher nur noch kurz Attila Csampai zitieren:
    ich kann nur sagen, es ist für mich die suggestivste, lebendigste, raffinierteste Interpretation des Zyklus seit Goulds zweiter Aufnahme von 1981.
    Vielleicht sind wir nicht ganz so euphorisch wie der Musikkritiker Herr Csampai, doch gefällt uns die Aufnahme ebenfalls sehr gut.



    Sonnige Grüsse


    romeo&julia

    Hallo Klassikfreunde


    Nicht unerwähnt lassen möchten wir die kanadische Pianisten Angela Hewitt. Sie hat sich stark mit Bachs Klavierwerk auseinander gesetzt und gilt als eine führende Bach-Interpretin unserer Tage. Hewitt hat schon diverse CD's für dieses Label eingespielt.
    Sie hat nicht die Extravaganz eines Glenn Gould sondern ein tief humanen Klavierton, modern gespielt mit nobler Phrasierung und schöner Ornamentierung sowie schöner Transparenz und sparsamem Pedalgebrauch. Sie lässt der Musik ihren Atem und erzielt dadurch eine grosse suggestive lebendige Kraft. Die polyphonen Konturen lässt sie prägnant ausarbeiten, dagegen fehlt bei Angela Hewitt jeder Anflug von sportiver Athletik oder virtuoser Mechanik.
    Speziell erwähnen möchten wir die Goldberg-Variationen.



    Gruss romeo&julia

    Am 6. Juni 2005 ist der deutsche Cellist Siegfried Palm nach schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren in Köln gestorben. Palm war eine der Interpretenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, welche ihre Epoche wie wenige geprägt haben. Geboren am 25. April 1927 in Wuppertal, ging er bereits mit sechs bei seinem Vater, einem Schüler Julius Klengels, in eine harte Lehre, denn früh wurde seine immense Begabung für das Cello entdeckt. Schon als Jugendlicher spielte er im städtischen Orchester mit. Während des Krieges wurde er als junger "Vorzeigecellist" herumgereicht und deshalb nicht eingezogen. 1945 wurde Palm Solocellist in Lübeck, zwei Jahre später beim NDR-Sinfonieorchster in Hamburg, 1962 beim Sinfonieorchester des WDR Köln. Wichtig war die Schulung durch Enrico Mainardi (1950-53): Vorher habe er nur wie "ein wildgewordener Handfeger, schnell und sauber" gespielt, doch Mainardi habe ihn gelehrt, Musik zu machen. In Meisterkursen mit Palm war zu sehen, was das heisst: die Atemenergie in die Musik fliessen lassen. Er atmete mitunter gut hörbar mit, wenn er ganz in der Musik aufging.
    Früh hat Palm die Liebe zur Neuen Musik entdeckt. Mit seiner phänomenalen Technik meisterte er Partituren, die als unspielbar galten. Er pflegte einen anderen Schönheitsbegriff, brach radikal mit den Konventionen. Seine Experimentierfreude führte mehrere Generationen von Komponisten zu ihm, und es entstanden Werke, die Geschichte schrieben. Beispielsweise der "Canto di Speranza", die Solosonate, das Cellokonzert von Bernd Alois Zimmermann, "Match" von Mauricio Kagel, oder im alle Ideen von Schönheit hinter sich lassenden, bald kratzenden, bald klopfenden und schabenden Cellokonzert von György Ligeti. Auch Penderecki hat für ihn geschrieben und Wolfgang Rihm, Morton Feldman, Boris Blacher, Xenakis, Yun und viele andere. Palms bleibender Verdienst ist die Uraufführung von über 130 von ihm in Auftrag gegebenen oder ihm gewidmeten zeitgenössischen Stücken. Aber auch Palms Reger- oder Hindemith-Interpretationen sind unvergessen.
    1968 verliess er das Orchester, konzentrierte sich auf die solistische Arbeit und weitete seine bereits reiche pädagogische Tätigkeit aus. 1972-76 war er Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln, 1976-81 Generalintendant der Deutschen Oper Berlin. Siegfried Palm war ein temperamentvoller, lenesluster und genussfreudiger Mensch voller Humor. Da er selbst kaum Schriftliches publizierte, hat ihn der Musikwissenschafter Michael Schmidt Ende der neunziger Jahre und erneut 2004 zu Gesprächen getroffen. Ein Glücksfall, denn hier wird aus eigener Perspektive eine ganze Epoche reflektiert. Man spürt die Persönlichkeit Palms aus den Anekdoten heraus, die er erzählt, amn spürt die Besonderheiten der Menschen, über die er spricht. Entstanden ist ein einmaliges Dokument, das spannend ist wie ein Roman und einen die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts mit anderen Augen betrachten lässt.
    Literaturhinweis: Michael Schmidt " Capriccio für Siegfried Palm. Ein Gesprächsporträt." ConBrio-Verlagsgesellschaft


    Wir hatten leider nur einmal in Liestal die Gelegenheit einem Konzert von Palm beizuwohnen. Er spielte das Cellokonzert von György Ligeti.



    Gerne erfahren wir noch mehr über seine CD-Aufnahmen


    Gruss
    romeo&julia

    Lieber Moritz


    Deine Erwähung der Klavierkonzerte Bartoks ist zurecht. Wir haben die Aufnahme ausschnittweise verglichen mit Donohoe/Rattle, Jando/Ligeti, Bronfman/Pekka Salonen und Boulez neue CD mit verschiedenen Pianisten. Die Aufnahme mit Schiff hat uns sehr gut gefallen. Erstaunlich dynamisch und temperamentvoll vorgetragen. Diese Interpretation eines Werkes des 20. Jahrhunderts traut man ihm kaum zu. Da er schon vielfach geäussert hat, zur zeitgenössischen Musik keinen Zugang gefunden zu haben.


    Viele Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Lieber Frank


    Seit meiner Kindheit begleitet mich Schumann. Stunden habe ich in seiner Musik - vorallem hörte ich oft Eusebius und Florestan zu - gelebt, fasziniert und bewegt hat mich seine Biographie (damals noch Kinderkassetten der Deutschen Grammophon). Später durfte und musste ich dann Schumann spielen. Und jetzt habe ich meine vergilbten Noten "Album für die Jugend" hervorgeholt und spiele sie wieder... So viel Freude und Staunen in mir! Unsere Kinder hören nun die Schritte des "Knecht Ruprecht", hüpfen und springen über "Stock und Stein" mit dem "Wilden Reiter". Und natürlich erinnere ich mich an meine eigene Kindheit.


    Lieber Frank
    Könntest Du mir - falls vorhanden - :jubel: Literaturangaben zu Robert Schumann/Robert und Clara Schumann (Biographien etc. auch eigene Publikationen) angeben.


    Liebe Grüsse aus Basel


    julia

    Liebe TaminoanerInnen


    Ja, Richter hat wirklich einige hervorragende Einspielungen hinterlassen und machte es uns nicht einfach einzelne Werke hervorzuheben. Doch möchten wir zwei Aufnahmen erwähnen. Da ist zum Einen die bereits von Frank zurecht aufgeführte Aufnahme von der Schubert Sonate D960.
    Zum Anderen möchten wir auf die früher bei Olympia, nun bei Regis erhältliche Aufnahme von Etuden und Preluden Rachmaninovs aufmerksam machen. Eine zauberhaft leicht und stringent eingespielte Platte.



    Gruss


    romeo&julia

    Servus zusammen


    Wir haben kürzlich fünf Aufnahmen vergleichend betrachtet und sind zur folgenden Momentaufnahme gekommen;


    Mühe hatten wir mit der Aufnahme von Alfred Brendel, die uns etwas verwaschen, unklar und schwer vorkam. Zu geklebt insbesondere die linke Hand, hingegen eine klare, reine Rechte. Da kaum Kontraste ist ein sehr einheitlicher Eindruck entstanden. Mit viel Pedal und schwerer linker Hand analythisch vorgetragen.


    Bereits besser gefallen hat die Interpretation von Willhelm Kempff mit bewussten Verzierungen langsam und klar gespielt mit präsenter linker Hand, oft stakato vorgetragen.


    Gut gefallen hat uns die Aufnahme von Annie Fischer aus Ungarn. Romantisch, klar und leicht fliessend gespielt mit guten Akzenten und wellenden Bewegungen, manchmal fast überschwappend flüssig. Zum Teil mit zu viel Pathos.


    Noch mehr überzeugt waren wir von der Aufnahme von Radu Lupu die recht schnell aber nicht gehetzt vorgetragen ist, mit Leichtigkeit und Transparenz und schöner Steigerung und kräftiger linken Hand gespielt. Schönes Zusammenspiel zwischen linker und rechter Hand.


    Doch am Besten gefallen hat uns die Interpretation von Martha Argerich. Da gehen wir mit Richard einig. Sehr gefühlvoll und akzentuiert sowie kontrastreich vorgetragen. Leicht und sanft zugleich mit warmem und hellem Klavierklang leicht und perlend gespielt, einfach schön.


    Grundsätzlich lohnen sich sicherlich die drei letzt genannten Aufnahmen. Jede gefällt auf eine andere Weise.
    Leider haben wir die oft gelobte Aufnahme von Horowitz nicht zum Vergleich zugänglich.


    Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo Liebe Cosima


    Danke, für Deinen Beitrag zum französischen Label alpha. Eine wirklich herausragende junge Firma.


    Zu der Aufnahme von Marais. Dies war unsere erste CD die wir von diesem Label erworben haben.
    Sophie Watillon ist, wenn wir uns richtig erinnern, eine Schülerin von der spanischen Gamben-Ikone Jordi Savall. Wie diese Aufnahme beweist, hat Watillon einiges mit auf ihrem Weg mitgenommen.


    Selbstverständlich gibt es noch andere Trouvaillen im Katalog von alpha.



    Eine wunderbare Aufnahme mit Musik von Buxtehude mit unter anderem Ciacconas unvergleichlich schön, elegant und organisch vorgetragen von Maria Cristina Kier.
    Das Instrumentalstück ist ebenfalls hinreissend eingespielt.


    Liebe und sonnige Grüsse aus Basel


    romeo&julia


    Auch erwähnen möchten wir die CD Nova Metamorfosi.



    Dumestre gibt einen kleinen Überblick über die Entwicklung des Falsobordone, einem historisch nicht gänzlich geklärten Satztypus. Dazwischen streut er Messsätze von Ruffo und Madrigale von Monteverdi. Erfreulich couragiert und mit hörbarer Freude an Dissonanzen vorgetragen.


    Erwähnung verdient ebenfalls folgende Aufnahme;



    Emilio de' Cavalieris "Rappresentatione di Anima, et di Corpo" ist nicht leicht einzuordnen: allegorisch, mit geistlichen Inhalts in italienischer Sprache und drei Akten ist es ein intensiver Dialog zwischen Seele und Körper über die Frage der richtigen Lebensführung. Ein Gesamtkunstwerk der Superlative - farbenfroh, zeitnah und spannend - dargeboten vom Ensemble L'Arpeggiata unter der Leitung von Christina Pluhar.


    Die Musiker dieser Aufnahme vermögen dies auf beeindruckende Weise zu vermitteln und es ist eine spannende Aufnahme auf höchstem musikalischen Niveau. Das Sängerensemble und der Chor bestechen durch glasklare Homogenität, darunter der ätherische Tenor Marco Beasley als Corpo und Tempo, die Sopranistin Johannette Zomer als Anima, der Tenor Jan van Elsacker als Intelletto und der Bass Stephan MacLeod als Consiglio und Mondo.


    Die umfangreich besetzte Continuo-Gruppe sowie das kleine Orchester mit hervorragenden Zinkenisten sorgen für größtmögliche Farbigkeit.

    Liebe Taminoianer


    Ja, es gibt wahrlich einige wunderbare Aufnahmen dieses französischen Labels.


    Hier einige Beispiele von CD's die uns besonders ansprechen, ungeachtet ob sie schon genannt wurden oder nicht. Werbung für tolle Einspielungen dürfen ruhig mehrfach erfolgen;



    Jacobs schon fast ein Garant für Monteverdi



    Auch diese Aufnahme von Monteverdi mit einer bezaubernden Kier.



    Nochmals eine Aufnahme Monteverdis mit Scholl als Countertenor und wiederum der Frau Kier, hinreissend.


    Beste Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo Theophilus


    Du hast sicherlich Recht mit Deinem Einwand. Der Spannungsbogen oder die Struktur geht natürlich bei puntuellen Auszügen etwas verloren. Doch erhält man einen klaren Eindruck über die Spieltechnik und Vortragsweise. Das Duchhören einer gesamten Sonate ist nicht unbedingt einfacher, um danach Vergleiche anstellen zu können. Da braucht es ein ausserordentliches musikalisches Gedächtnis und ungemein viel Zeit und Muse.


    Viele Grüsse


    romeo&julia

    Liebe Taminoaner


    Wir haben nur einen einzigen Chopin Thread gefunden! Gerne würden wir Chopin etwas mehr Raum verschaffen.
    Um eine übersichtliche Struktur zu erhalten, sollen in diesem Thread nur seine "Einzelstücke" besprochen werden, wir denken an die Berceuse, Barcarolle oder Fantasie.
    Seine Zyklen oder Sammlungen der Polonaisen, Mazurken, Walzer, Nocturnes und andere sollen jeweils separate Threads erhalten.


    Nun, wir wollen mit seinem letzten grossen Klavierwerk der Barcarolle op. 60 aus den Jahren 1845/46 beginnen.
    Das Autograph der Barcarolle ist nicht verschollen, aber dass man sie deswegen besser verstanden hat, lässt sich nicht behaupten. Es herrscht im Gegenteil eine auffällige Diskrepanz zwischen grösster Wertschätzung und einem ebenso grossen Mangel an substantiellen Aussagen. "Die farbenprächtige Barcarolle ist sowohl hinsichtlich ihrer noblen Musik als auch wegen ihrer vollendeten formalen Gestaltung eines von Chopins Meisterwerken", heisst es etwa in Burgers grosser Chopin-Chronik. Statt uns diese formale Gestalt zu erklären, wird dann aber der Liszt-Schüler Carl Tausig zitiert: " handelt es sich um eine Liebesszene in einer verschwiegenen Gondel ... Alles ist zweistimmig, zweiseelig."
    Der Titel Barcarolle evoziert in der Tat die Gesänge der venezianischen Gondoliere. Man findet einen schaukelnden Barcarollen-Rhytmus, mit der ostinaten Bassfigur im Mittelteil, die an Ruderbewegungen denken lässt, und mit der gesangsseligen Melodie eine Art Kulisse aufbaut und mitten darin die Gondel, die auf den Kanälen Venedigs schaukelt. Chopin, der, wie wir von George Sand wissen, hatte programmatische oder gar malerische Elemente in der Musik verabscheut.


    Aber nun zu seinen Interpretationen. Wir hatten uns sechs Aufnahmen vergleichend angehört.


    Zwei Aufnahmen sind dabei für uns abgefallen. Zum einen Shura Cherkassky mit seinen schweren Akkorden und präsentem Pedaleinsatz, bedächtig und schwer vorgetragen.
    Zum anderen eine Aufnahme von Eduard Stan, zügig und fliessend bei den Übergängen etwas abgehackt, mit schwerer linken Hand.


    Etwas besser eine Sviatoslav Richter Aufnahme aus dem Jahre 1977 (trotz dem Jahrgang miserable Tonqualität) die sehr bedächtig gespielt wurde, zu bewusst vorgetragen, dadurch tröpfelnd mit zu präsenten Trillern.


    Erheblich besser die Aufnahme von Arthur Rubinstein, flüssig und fliessend gespielt mit dezentem Pedaleinsatz. Manchmal fast zu schnell vorgetragen.


    Wunderbar gefiel uns die Interpretation von Krystian Zimerman, leicht und farbig gespielt mit wunderbaren Übergängen sowie ausgeglichen. Klar strukturiert schwebend.


    Noch eine winzige Nasenspitze voran lag Dinu Lipatti, trotz der schlechten Aufnahmequalität. Zügig gespielt mit bewusstem Pedaleinsatz und wunderbar steigernd. Sehr kontrastreich ausgeführt, fliessend mit einem schön gespannten Bogen.


    Wir sind gespannt auf weitere Eindrücke und Empfehlungen von Eurer Seite.


    Grüsse


    romeo&julia

    Hallo


    Gestern wurde beim schweizer Radio drs 2 im Rahmen der Sendung "Diskothek im Zwei" von zwei ausgewiesenen Fachleuten fünf Aufnahmen der Cellosonaten blind verglichen.
    Folgende Aufnahmen wurden angehört;
    - Fournier/Kempff, DG
    - Gastinel/de Guy,Naïve
    - Perenyi/Schiff, ECM
    - Bylsma/Immerseel, Sony
    - Wispelwey/Lazic, Channel Classics.


    Am Besten gefallen hat den Experten das Duo Wispelwey/Lazic, das einfach alles an Fähigkeit und Spiellust zur Verfügung hat und ungeheuer lebendig gestaltet. Ebenfalls gut abgeschnitten hat das Duo Perenyi/Schiff, wobei der Pianist gestalterisch und aufnahmetechnisch leicht dominiert.
    Die Interpretation von Gastinel/de Guy ist etwas für Fans der romantischen Cellokunst, während die restlichen Aufnahmen schwächer abschnitten.
    Auch uns hat die Aufnahme mit Wispelwey/Lazic am Besten gefallen, diese Dynamik und Spielfreude steck an. Die Aufnahme mit Fournier/Kempff war im direkten Vergleich zu den anderen Aufnahmen enttäuschend.


    Aus Basel


    romeo&julia

    Guten Morgen Frank


    Mit Pollini, Arrau sowie Francois sind wir klar gleicher Meinung. :yes:


    Doch was Dir an der Einspielung Cherkasskys gefällt bleibt uns verborgen und schleierhaft.
    Hast Du vielleicht eine andere Aufnahme? Unsere Aufnahme stammt aus der Jahre 1953. Nun denn, wir sind gespannt ob dem so sei. ;)


    Schöne Pfingsgrüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo Richard


    Die Aufnahme Afanassievs von ECM haben wir auch, sowie die konträre Aufnahme von Curzon bei Orfeo, die sehr schnell gespielt ist. Wir wollten aber beide extremen Interpretationen nicht schon in den Vergleich miteinbeziehen. Dies werden wir mit einer geringeren Auswahl durchführen. ;)


    Schöner Tag


    romeo&julia

    Ciao Ulli


    Vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen zur Klaviersonate D960.
    Inzwischen sind schon einige Aufnahmen von Euch erwähnt worden;
    - Richter
    - Haskil
    - Sofronitsky
    - Schnabel
    - Kostick
    - Brendel
    - und andere


    Wir haben uns acht Aufnahmen blind vergleichend angehört, ohne differgierende Ansichten zu Wiederholungen von Expositionen oder anderes bewertet zu haben. Dies überlassen wir den jeweiligen Pianisten und Pianistinnen. Unter den bereits aufgeführten Interpreten hatten wir Richter und Korstick dabei.


    Für uns stark abgefallen war die Aufnahme des Pianisten Edward Stan. Die doch etwas arg langsam und dadurch wohl spannungsarm vorgetragen ist.


    Claudio Arraus Aufnahme von Philips konnte auch nicht durchgehend begeistern. Sie ist flüssig gespielt aber ohne treffenden Ausdruck. Der letzte Satz gefiel besser.


    Die Aufnahme des Italieners Sergio Fiorentino, in hohem Alter eingespielt, konnte mehr überzeugen. Etwas zu langsam vorgetragen und manchmal pathetisch oder gar maniriert aber durchaus sehr lyrisch und differenziert gespielt.


    Die späte Aufnahme von Vladimir Horowitz aus dem Jahre 1986 ist wunderbar differenziert und fliessend aber gelegentlich etwas zerhackt doch wiederum zum Teil mit wunderbaren Spannungsbögen.
    Wirklich überzeugt haben uns folgende Aufnahmen mit zum Teil unterschiedlichen Ansätzen;
    Der Russe Grigorij Sokolov spielte eine wunderbar differenzierte, fliessend luftige Aufnahme ein und hat den Charakter der Sonate gut getroffen.
    Der relativ unbekannte Betthoven-Interpret Michael Korstick versteht es auch Schuberts Sonaten zu spielen und den möglichen Seelenzustand der Musik zu treffen. Ein lyrisches Spiel mit zumTeil gewagten schnellen manchmal sehr langsamen Stellen differenziert und persönlich vorgetragen. Leicht mit tollen Nuancen und Akzenturierungen.


    Alfred Brendel hatte uns ebenfalls mit seiner Aufnahme aus dem Jahre 1988 sehr gut gefallen. Wir konnten im Gegensatz zu Gerrit Stolte keine Anstrengungen heraushören. Sicherlich es ist manchmal schroff beinahe dramatisch gespielt, dann wieder sehr lyrisch, frisch und spielerisch differenziert vorgetragen. Die Aufnahme hat eine schöne Transparenz und Lichtigkeit die uns sehr angesprochen hat.


    Sviatoslav Richter mit seiner sehr langsam vorgetragenen Aufnahme aus dem Jahre 1972 ging an die Grenzen, gefiel uns aber sehr. Es ist eine beunruhigende Innigkeit mit einer wunderbaren Struktur und schönem Spannungsbogen welche diese Aufnahme auszeichnet.


    Freundliche Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Immer wieder stossen wir in unserem Forum auf Beiträge zu der letzten Klaviersonate D 960 von Schubert. Doch haben wir noch keinen eigenen Thread für dieses ergreifende Klavierwerk. Falls wir uns richtig umgesehen haben.


    Lediglich drei Sonaten erschienen zu Lebzeiten Schuberts im Druck (D 845, D 850 und D 894), andere wurden wenige Jahre nach seinem Tod von Freunden aus dem Nachlaß herausgegeben und erhielten posthume Opuszahlen. Hierzu gehört die monumentale B—Dur—Sonate D 960: Sie ist die letzte der drei posthumen Sonaten und damit die letzte Instrumentalkomposition Schuberts überhaupt. Im September 1828 entstanden die letzten späten drei Klaviersonaten in c-moll, A-Dur und B-Dur, wobei die B-Dur Sonate D 960 die Krönung der letzten Sonatenreihen darstellt, denn das Ideal der Sonate, das Schubert in sich trug, ist hier erfüllt.
    Lyrisches Singen bestimmt ihren Grundton, nicht das Austragen dramatischer Kontraste oder gar motivisch—thematische Arbeit. An die Stelle zielgerichteter Abläufe wie bei Beethoven setzt Schubert ein freies fabulierendes Fließen, ein Umkreisen und Weiterspinnen eines Hauptgedankens, eine entspanntere, mitunter kontemplative Tonsprache. Lang ausgesungene, fließende Melodiebögen im Kopfsatz, dagegen ein abgründiges Andante, ein heiteres Scherzo und schließlich ein bewegtes Schlußrondo stecken den weiten Rahmen ganz unterschiedlicher Empfindungsbereiche dieser formal wie inhaltlich ungemein reichen Sonate ab.
    Auch äußert sich hier in klangsatter Kantabilität, in harmonischem Reichtum, in graziösem Humor und in plötzlicher Harmonischer Ausweichung die reife Kunst Schuberts.
    Sein Klavierwerk ist so innerlich, daß man es eher zur Hausmusik als zum Konzertsaal zählt.


    Zitat:
    Wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen? (Schubert)


    Wie gefällt Euch dieses Werk und welche Aufnahmen gefallen Euch?


    Unsere Favoriten werden wir später nachreichen.


    Grüsse
    romeo&julia

    Hallo zusammen


    Erstaunlicherweise ist die Anzahl der Etüden-Aufnahmen relativ gering. Einige Pianisten beschränken sich auf wenige Stücke daraus, so zum Beispiel Rubinstein, Richter aber auch Horovitz. Dieser Umstand ist natürlich zu bedauern. Aber auch aus den bestehenden Aufnahmen sind einige durchaus bemerkenswerte Interpretationen auszumachen.
    Wir sahen uns beim op. 10 um.


    Für uns liegt die Aufnahme von Maurizio Pollini oben auf. Da sind war ja offenbar nicht die einzigen. Sein Stil ist fliessend, mit dynamischer Härte und wunderbar transparent und schnörkellos, aber trotzdem nuaciert, beinahe schwebend, lebhaft und mit einem schönen Spannugsbogen.


    Auch sehr gut gefallen hat uns die Aufnahme mit F.-R. Duchable. Es ist eine kontrastreiche und durchdachte Interpretation auch leicht und schwebend vorgetragen. Aber vielleicht nicht so verinnerlicht wie bei Pollini. Schade dass er offenbar seine Karriere im Meer versunken hat.


    Schön ist auch die Aufnahme von Arrau aus den 50er Jahren. Wobei die Aufnahmequalität doch etwas arg zu wünschen übrig lässt. Mit wenig oder sogar einem Verzicht auf Pedaleinsatz leicht und nuaciert gespielt. Die Wechsel sind manchmal etwas abrupt und für uns etwas zu viel stakato gespielt und seltsame Akzente gesetzt.


    Im Mittelfeld findet sich Samson Francois mit schön fliessenden Übergängen und relativ schnell vorgetragen. Die Aufnahme ist fliessend mit angenehmer Distanz. Für das Aufnahmejahr akzeptabler Klang.


    Schwächer ist die Aufnahme von Andrej Gavrilov, seltsam bedächtig und zu romantisch gespielt. Die linke Hand stakato. Eine schöne Aufnahme die uns aber nicht weiter berührt.


    Auch die Aufnahme von Shura Cherkassky mit seinen zum Teil fraglichen Interpretationen konnte uns nicht überzeugen. Sehr langsam vorgetragen, dadurch zu deutliche Triller. Auch die Aufnahmequalität ist nicht zufriedenstellend.


    Bei Gelegnheit werden wir uns auch op 25 zu Gemüte führen, denn da waren doch einige wunderbare Aufnahmen unter dem op. 10 auszumachen.


    Grüsse aus dem Frühling in Basel


    romeo&julia

    Hallo zusammen


    Es ist nicht leicht sich auf sechs Einspielungen zu beschränken. Aber Ihr habt ja auch schon viele tolle Aufnahmen aufgelistet. Bei der Durchsicht fiel mir sogar Birtwistle auf. Ein wunderbarer englischer Komponist der letztes Jahr zu Gast an den Luzerner Festspielen war. Wir konnten viele grandiose Werke dieses sympatischen alten Herren kennenlernen. Das schweizer Radio drs 2 brachte einige Beiträge zu Birtwistle.


    Aber nun zu unserer Liste. Leider ohne Bilder, wir kamen der richtigen Anwendung noch nicht auf die Schliche. Hilfe ist sehr willkommen.


    Schostakowitsch: Cellokonzert mit Natalia Gutman


    Schostakowitsch: 15. Streichquartett mit dem St. Petersburg Quartet


    Chopin: Barcarolle mit Dinu Lipatti


    Janacek: Streichquartett mit dem Hagen Quartett


    Monteverdi: Vespre della beata mit Jacobs


    Schulhoff: Kammermusik mit dem Ensemble Villa Musica


    Gruss


    romeo&julia

    Hallo Hui


    Wir schrieben nichts von einer dringenden Abratung der Barenboim-Aufnahme. Aber eben, die andern gehörten Interpretationen sprachen uns mehr an.
    Es wäre bedenklich, den Kaufpreis als Kriterium zur Qualitätsbildung beizuziehen, absurd. Wir sind natürlich immer dankbar, günstige CD's angeboten zu finden.
    Um unvoreingenommen zu sein, bezüglich persönlichen Präferenzen aber auch gegenüber Musikern, vergleichen wir die Aufnahmen jeweils "blind", also unwissend. So geschehen auch mit Barenboim, den wir übrigens als Menschen sehr schätzen. Nur so ist es möglich, neutral die Interpretationen vergleichen zu können, losgelöst der Interpreten. ;)
    Wir werden uns bei Gelegenheit Daniel Barenboim nochmals annehmen und ihn unter gleichen Bedingungen einem weiteren Vergleich unterziehen. Geben ihm also nochmals eine Chance, wir sind gespannt. Sind es doch immer nur Momentaufnahmen, in einer bestimmten persönlichen Verfassung vernommen. So können Eindrücke und Einschätzungen variieren.


    Weiterhin viel Vergnügen mit der Mondscheinsonate


    Viele Grüsse


    romeo&julia

    Hallo


    Die erste CD die wir von Richter vor einigen Jahren erworben haben, war eine Aufnahme von 1983 mit Werken von Rachmaninov der Firma Olympia. Sie enthält Preluden und Etuden. Inzwischen sind Aufnahmen von Schubert, Beethoven, Chopin und viele mehr hinzugekommen.
    Doch gefällt uns die Rachmaninov bis anhin noch immer am besten.


    Was haltet Ihr von dieser Einspielung.


    Schönes Wochenende


    romeo&julia

    Hallo Florian


    Betrifft: "in keinster Weise"


    Sprache ist Musik... und Musik ist Sprache! Darum sollten wir sie wie einen Garten sorgfältig pflegen.
    Als kleine Leseanregung zum Thema Sprachunfug:
    " Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", Bastian Sick; 863 KiWi


    Viel Vergnügen bei der Lektüre (die übrigens auch entspannt)


    Nun aber zur Mondscheinsonate


    Sechs Interpretationen wurden von uns verglichen.
    Bei Brendel erging es uns gleich wie nubar. Die ersten beiden Sätze wunderbar mit leichten Verzögerungen und doch flüssig mit weichem klarem Anschlag und schöne linke Hand mit wunderbarem Pedaleinsatz. Doch der letzte Satz ist etwas unausgeglichen expressiv und schwer, sowie leicht hüpfend.
    So bevorzugten wir die Aufnahme von Kempff. Sehr leicht gespielt mit Tiefe und Klarheit. Im zweiten Satz rythmisch schöne Übergänge, tänzerisch und harmonisch. Eine rundum gelungene Interpretation.


    Gulda hat sich mit seiner expressiven, konstrastreichen, manchmal etwas übertriebenen Interpretation im Mittelfeld platziert. Die Aufnahme hat einen etwas dunklen Klangcharakter.
    Ebenfalls im Mittelfeld befindet sich Emil Gilels mit einer sehr präsenten linken Hand. Genug Pedaleinsatz mit warmem Klang und lebendigem Ausdruck runden seine Interpretation ab.
    Arthur Rubinstein machte eine bedächtige Aufnahme, die Klangtechnisch nicht mithalten kann. Er spielt ohne Pathos (bei dieser Sonate wohl auch unausweichlich) und sein Ansatz wechselt zwischen schwer und weich.


    Für uns abgefallen ist nur die Aufnahme von Barenboim (1983) mit einem schleppendem Anfang und zu langsam mit zu viel Pathos gespielt.


    Offen sind wir für weitere Vorschläge für Mondscheinnächte. :lips:


    Liebe Grüsse aus Basel


    romeo&julia

    Hallo Sagitt und Alfred


    Endlich eine Weiterführung über die Appassionata. Der Thread ruhte lange Zeit.


    Wir haben vor geraumer Zeit sechs Aufnahmen blind miteinander verglichen. Natürlich nur einige Passagen daraus.


    Richter, Gould und Backhaus waren nicht dabei. Die Richter-Aufnahme von 1960 steht jedoch in unserem Regal. Werden wir wohl bald anhören.


    Die Kempff Aufnahme hat uns auch durchzogen gefallen und hat sich im Mittelfeld platziert. Er spielt spannungsreich, weich, klar und mit präsentem Pedaleinsatz. Ja es stimmt, er ist wohl ein Lyriker, aber ein guter.


    Nun zur eigentlichen Überraschung. Kürzlich erhalten, nahmen wir eine Aufnahme von Werner Haas mit in den Vergleich und sie begauptete sich gleich mit an der Spitze. Er spielt relativ analytisch abgeklärt, sehr perlend legato. Vielleicht etwas zu wenig impulsiv.


    Unsere zweite Lieblingsaufnahme kommt von Brendel (1994). Auch sein Spiel ist perlend, transparent aber auch spannungsreich mit einer schönen linken Hand. Die von Alfred geäusserten Extravaganzen in seinem Spiel sind uns nicht aufgefallen.


    Im Mittelfeld haben sich die Aufnahmen von Yves Nat und Friedrich Gulda positioniert.


    Abgefallen ist nur die Aufnahme von Rudolf Buchbinder welche kaum einen Spannungsbogen aufbauen konnte und einen etwas "gehämmerten" Eindruck hinterliess.


    Auf Reaktionen und weitere Statements sind wir gespannt.

    Unser erster Auftritt:


    Hier unsere (momentan) Liebsten:


    1. Bach: Cellosuiten
    2. Beethoven: Sinfonie Nr.5 (Karajan/DG 1977)
    3. Ligeti: Etudes pour piano
    4. Schostakowitsch: 15. Streichquartett
    5. Schnittke:Concerto grosso Nr. 1
    6. Gubaidulina: Concerto for Bassoon and Low Strings
    7. Mozart: Zauberflöte
    8. Schubert: Goethe-Lieder
    9. Beethoven: Klaviersonate Nr. 23
    10.Chopin: Ballade g-moll op. 23


    Nun das sind sie für unsere heutige Insel


    Viele Grüsse aus der Schweiz