Beiträge von Syrinx

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    ich weiss nicht mehr genau wer es war, aber ein berühmter Komponist (ich glaube, es war Mendelssohn-Bartholdy) soll gesagt habe: "Was gibt es schöneres, als den Klang einer Gitarre ? Der Klang zweier Gitarren !"


    das war Chopin...


    gute Gitarrenduos:


    die Klassiker:
    Duo Lagoya/ Ida Presti, leider starb Ida Presti viel zu früh an einem Autounfall


    Die Sensation in der Gitarrenszene der 90er


    Duo Sergio und Odair Assad


    Der Geheimtip unserer Zeit: Duo Melis (google mal)


    Bream/Williams war mehr so ein Happening a la drei Tenöre (hat bream sogar mal selbst so formuliert) das sind einfach zwei denkbar unterschiedliche Spieler.


    und das erwähnte Amadeus Guitar Duo zeichnet sich vor allen Dingen durch gutes Marketing aus :pfeif:


    Gruss


    Syrinx :hello:

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    identisch mir "Ein Mädchen öder Weibchen" bzw mit "Wenn alle Brünnlein fließen" ist.


    ähm sorry, das stimmt beim besten Willen nicht. "ein Mädchen oder weibchen" unterscheidet sich rhythmisch schon im 2. Takt von "wenn alle Brünnlein fliessen und geht dann im B-Teil ganz anders weiter.


    "üb immer treu und Redlichkeit" ist von der Melodie her tatsächlich anähernd gleich, abgesehen von den Punktierungen, wohl wirklich ein "Kuckugsei"


    Gruss


    Syrinx

    Lieber Frank und liebe Waltrada,


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    Doch letztlich interessieren mich nur Werke, die sich nicht sofort erschließen. So wunderbar viele Hits von Puccini sind, ich ziehe aus der Zeit dann doch Debussys "Pelléas et Mélisande" vor.


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    Claudio Abbado verkennt , dass Puccinis Opern sich n i c h t aus "Hits" zusammensetzen , sondern von einer zwingenden Geschlossenheit sind . Mehr als bei vielen anderen Opernkomponisten sind sie auch von einer inhaltlich schlüssigen Logik . Und : Sie sind nicht konstruiert .


    Mit den Hits könnten auch ganze Pucciniopern gemeint sein, sicherlich ist. z.B. die Boheme ein Hit in der Opernliteratur. Ich vermute eher, dass der Satz so gemeint ist.


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    Puccinis Opern sind vor allem eines, ziemlich robust. Jedenfalls ist er der Komponist (mein persönlicher Eindruck), dessen Opern bisher am besten das modische Regie-Kasperle-Theater, das auf deutschsprachigen Bühnen und bei den Kritiker/innen in ist, überstanden haben.


    Mal abgesehen, dass wir jetzt hoffentlich nicht wieder die Regietheaterdiskussion führen, :no: ,zu der die Bezeichnung "regie-Kasperle-Theater" einlädt. Inwiefern überlebt nach Deiner Ansicht Puccini besser das Regietheater als ander Komponisten, wie Verdi, Wagner... Gibt es da irgend eine Begründung ?


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Lieber Graf,
    Natürlich weiss ich, dass eine Stilblüte ein unabsichtlicher Gag ist. Von diesem bin ich ausgegangen, da weder :D noch :stumm: noch sonst irgendwas dahinter stand. Es mag ja auch den einen oder anderen Erdenbürger geben, der glaubt, dass ein Uhrologe bzw Urologe etwas mit einer Uhr zu tun hat.
    ... was solls....


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Lieber Peter,
    es ist sicherlich in Ordnung, wenn du hier Puccini gegen jegliche Kritik verteidigst


    Hier findest Du ca 300 postings zu dem Thema:


    Puccini - Kitschfabrikant oder verkanntes Genie ?


    Aber im gleichen Atemzug ein dermassen undifferenzierten Rundumschlag zum Thema Strauss zu machen, finde ich dann doch völlig daneben :boese2:


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    und Richard Strauss klingt eigentlich immer wieder gleich, von der "Ägyptischen Helena" bis zur "Daphne"


    So ein satz sagt wohl weniger über Strauss als mehr über Deine Zuhörerqualitäten aus.


    Gruss


    Syrinx

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    da gebe ich Dir voll recht! Der Horowitz am Schluß ist wirklich kitschig! Der Unterschied zu Pogorelich ist, daß Horowitz ein >ehrlicher< Exzentriker ist, die ganzen >Bilder< sind total übertrieben (er interpretiert den Mussorgsky wie einen exaltierten Scriabin, obwohl der zu den >Realisten< zählt und mehr Verwandtschaft mit Schostakowitsch aufweist), so daß dieser bombastische Schluß dann doch irgendwie zu dem Ganzen paßt. Das ist zwar sehr hart an der Grenze des guten Geschmacks, aber genialisch. Bei Horowitz gibt es ja die Fälle, wo er so übertrieben bombastisch-kitischig spielt (so komische Sachen wie "Stars and Stripes"), daß man unwillkürlich lachen muß, so als spiele er das mit einem Augenzwinkern. Bei Pogorelich, der ansonsten ungemein sorgfältig ohne große Übertreibungen charakterisiert, fällt dieser Schluß einfach aus dem Konzept. Man fragt sich: Wozu macht er das, warum diese blödsinnigen Oktavierungen? Das ist irgendwie nicht intuitiv, sondern einfach willkürlich ausgedacht. Interessant ist die Aufnahme von Pogorelich sicher, aber ob man sie unbedingt kennen muß, das weiß ich nicht!


    Hallo Holger,


    Ich habe letztes Jahr mal einen Vortrag über die Bilder gehalten und dafür alle möglichen Aufnahmen gehört. Darunter auch die Horowitzaufnahme und auch Pogorelich, Richter etc.
    Ich stimme Dir zu: Horowitz spielt Mussorgsky vom rubato her wie Scriabin oder Rachmaninov. Vieles ist dazu überhetzt, unsauber und die Stimmungen der einzelnen Bilder sind für mich nicht wirklich getroffen. Du kannst das als "ehrlich" aus Horowitz Sicht bezeichnen, ich finde es aber einfach total unreflektiert- was Du daran trotzdem "genialisch" findest ist mir nicht klar.
    Pogorelich hingegen finde ich eben doch eine Aufnahme, die man kennen sollte, wenn man sich für die Bilder interessiert. Natürlich exzentrisch in den Tempi manches rubato auch hart an der Grenze und darüber, aber doch von echtem Gefühl geprägt und für mich in diesem Sinne sehr ehrlich. Die Trauer dominiert in vielen Überleitungen und dies ist ja auch nach zu voll ziehen, schliesslich hat Mussorgsky dei Bilder für seinen verstorbenen Malerfreund geschrieben.
    Die Richteraufnahme ist in jedem Fall beeindruckend, wenngleich die wirklich "wahnsinnigen" Tempi wohl Geschmackssache sind.
    Als Klavieraufnahme hat mich bisher am meisten die Pletnevaufnahme überzeugt (wenngleich der auch ziemlich am Notentext rumbastelt) und bei den Orchesteraufnahmen Gergeiv mit den Wienern.
    Der erwähnte Celibidache mag gut phrasieren, aber es ist unvorstellbar langsam gespielt...


    Gruss


    Syrinx

    Hallo zusammen,
    Ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen mit der 3. Cellosuite, vor allen dingen mit dem Prelude beschäftigt und von daher verschiedene Aufnahmen angehört (Bruns, Schiff, Rostro, Lipkind und Queyras).
    Die Brunsaufnahem hat mich ein wenig enttäuscht, vor allen Dingen tonlich, Schiff hat mit seiner Aufnahme sicherlich damals Standards gesetzt, trotzdem finde ich manches ein wenig aufgesetzt gespielt. Lipkind ist sehr gut, aber für meinen Geschmack ein bisschen zu egozentrisch gespielt- also restlos begeistert hat mich die Aufnahme von Jean-Guihen Queyras:

    Seinen Ton finde ich durch alle sechzehntelketten hindurch hervorragend- seine Gestaltung ist logisch, sehr natürlich und doch nicht langweilig- für meinen geschmack wirklich toll gespielt.


    Gruss :hello:


    syrinx

    Hallo zusammen,
    Ich war in der letzten saison zweimal im Tristan, einmal in München mit Nagano und einmal in Berlin mit dem eigentlich durchaus von mir geschätzten Herrn Barenboim. Der Vergleich ging eindeutig zu Gunsten Herrn Naganos.
    Barenboim hat nach meinen Ohren wirklich 6 stunden lang aus dem Bauch dirigiert, alles laut, dauerleidenschaftlich ohne Struktur. die Sänger wurden gnadenlos niedergemacht und waren kaum zu hören, obwohl es bei der Isolde mit Waltraud Meier umd die gleiche Sängerin gehandelt hat- an den Sängern und auch am hervorragenden Orchester hat das mit sicherheit nicht gelegen. Da war ich doch sehr enttäuscht von Barenboim als Wagnerdirigent- dazu kam dann noch, dass er beim schlussapplaus kaum von der Bühne wollte, obwohl das Publikum ihn nicht wirklich gefeiert hat.


    Gruss
    :hello:Syrinx

    Hallo zusammen,
    Ich möchte auch mal kurz anmerken, dass ich Strauss für einen durchaus genialen Komponisten halte. Ob er dabei besser oder schlechter als Mahler ist, traue ich mir trotz 7 jährigen Musikhochschulstudiums nicht zu, zu beurteilen. Komischerweise stellt man sich als musiker soclche Fragen überhaupt nicht.
    Beide wollten etwas total anderes und sind in sofern nicht vergleichbar für mich. Was die angeblich minderwertige Melodik betrifft- die meisten eingängigen Melodien bestehen aus kleinen Motiven, die sequenziert werden, amn denke mal z.B. an den Walkürenritt :] deshalb sind solche Melodien ja eingängig.
    Wie bei fast jedem Komponisten gibt es gelungenere und weniger gelungene Werke bei Strauss. Den Rosenkavalier halte ich für eine sehr gelungene Oper, nicht nur wegen dem Schlussterzett, bei dem wohl nur wenige Augen trocken bleiben. Im übrigen finde ich die Handlung weit weniger oberflächlich als viele hier. Geht es in der Figur der Marschallin nicht um Probleme des alterns ? Ist das ein oberflächliches Thema ? Ist die Figur nicht psychologisch durchaus interessant ?
    hat das nicht durchaus etwas doppelbödiges im Zusammenhang mit einer Musik, die an alte musikalische Zeiten gemahnt ?
    Was jetzt die biographische Ablehnung betrifft- also Strauss als komponierender Spiessbürger- gerade Edwin hat in einem anderen thread erwähnt, dass sein Hausgott Wagner doch ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein muss- sollte ich deswegen seine Musik ablehnen ? Das ergibt für mich nicht all zu viel Sinn.
    wenn man einen tief gehenderen Strauss als den Rosenkavalier hören will, dann kann man ja im Übrigen auch die "vier letzten Lieder" hören, allein diese werke machen Strauss für mich zu einem der grossen Komponisten und auch viele seiner früheren Lieder halte ich für die mitreissendsten Kunstlieder, die jemals komponiert worden sind (Zueignung, Heimliche Aufforderung etc.). dazu diese CD-Empfehlung:
    Die CD für Strauss Wiedereinsteiger:


    Gruss aus dem schweizer Hochgebirge


    Syrinx

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    wenn Ihr "La Folia" mal in ungewohnter Harmonisierung hören möchtet: Der mexikanische Komponist Manuel Ponce [1882-1948] hat darüber Variationen und eine Fuge für Gitarre geschrieben. Eine Aufnahme mit dem Gitarristen John Williams war früher bei Sony ("Essential Classics"-Reihe) erhältlich.


    Die Foliavariationen von Ponce gehören zu den wichtigsten werken der Gitarrenliteratur- das Werk nimmt allein durch seine Länge von ca 15-20 Minuten als variationswerk für Gitarre einen sonderstatus ein. Ponce ist zwar Mexicaner, war aber einer der Lieblingsschüler von Dukas in Paris, steht kompositorisch dem Impressionismus sehr nahe. In Mexico ist er eine art "Nationalkomponist". Ausserdem war er der Lieblingskomponist von Andres Segovia, weshalb es zahlreiche Gitarrenwerke von ihm gibt.


    Die Williamsaufnahme gibts noch, empfehlen würde ich aber die hier:


    Gruss


    Syrinx

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    Ich höre gerade eine Händel Violinsonate. Hier setzt im Allegro die Geige mit einem Thema ein und wenn dieses vorbei ist, spielt das Cembalo es nach, aber die Geige oben drüber weiter. Die Geige ist allerdings (logischerweise) wesentlich lauter und auch prägnanter in ihrer Lage. Das wäre meine Ausgangsfrage gewesen: Hört jeder Zuhörer, dass das Thema zweimal erscheint?


    Hallo Rappy,
    Ich denke ja- jeder kann es hören, der bereit ist seine Aufmerksamkeit einem Musikstück zu schenken und Musik nicht als blosses Hintergrundgedudel zu begreifen.
    Du kannst es mit einem Bild in einem Museum vergleichen. Jeder kann alles sehen, aber manchmal braucht es doch Hilfe (z.B. in Form einer Führung) um wichtige Details zu sehen und damit das Bild besser zu verstehen.
    Ich denlke, dass jede Analyse, so trocken das Wort auch klingen mag, den Musikgenuss schlussendlich erhöht- jedenfalls ist das meine Erfahrung.


    Viele Grüsse :hello:


    Syrinx

    Hallo Fiodiligi,


    Das sehe bzw. höre ich anders


    LA Opera Orchestra, James Conlon: 4
    Renee Fleming: 5
    Rolando Villazon: 4,5
    Renato Bruson: 4
    Sonstige: 3
    Wertung: 4,1
    Regie: 4 (Verstaubte Zeffirelli-Regie, profitiert aber vom tollen Spiel der Darsteller)


    Gruss


    Syrinx :hello:

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    Die "Traviata" aus Los Angeles erscheint jetzt auch als DVD. Die Villazon-Fans in meinem Bekanntenkreis sind schon ganz unruhig....


    Ich weiss nicht, ob die Fleming/Villazon/Bruson DVD hier schon irgendwo schon näher besprochen wurde. Da ich diese Gestern gesehen habe, ein paar Zeilen dazu.
    Also ich bin vor allen Dingen begeistert von Rene Fleming als Violetta. :jubel:
    Schauspielerisch brilliant und stimmlich hervorragend und mit einer Ausstrahlung, die Villazon fast an die Wand drückt. Nicht, das dieser nicht gut singen würde, aber der Star des Abends war eindeutig Fleming. Bei Villanzon war doch einiges schon etwas forciert, auch schauspielerisch ein wenig hyperaktiv für diese Rolle (ok mein persönlicher Eindruck :untertauch:)
    Bruson fand ich besser, als sein Alter mich erwarten liess, der Mann ist auf der Aufnahme 70 Jahre alt ! Und natürlich hat die Schönheit der Stimme gelitten, vor allen Dingen was die Amplitude seines Vibratos betrifft- Trotzdem war sein Auftritt durch seine schauspielerischen Qualitäten und seinen sehr differenzierten Vortrag und eine gewisse kammermusikalische empfindsamkeit bei den Duetten und Terzetten durchaus sehr zu geniessen.
    Irgendwie scheint die Rolle des Vater Germont oft für altgediente, manchmal eben auch ausgediente :stumm: Sänger herhalten zu müssen. Vor zwei Jahren haben ich mal Giorgio Zancanaro in dieser Rolle erlebt, das war wirkllich schrecklich...
    Zurück zur DVD: Auch das Orchester unter Conlon hat mir sehr gut gefallen.


    Gruss :hello:
    Syrinx

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    Oder ist das britische Anspruchsniveau des Publikums so bescheiden, dass selbst ein Sänger vom Schlage Potts' jubelnd gefeiert wird, als sonst etwa Pavarotti unter den Wissenden?


    Also um den Zeigefinger mal von den Briten wegzubringen muss man nicht weit schauen. Ricardo Marinello hat 2007 in der Show "Germany got talent :pfeif:" ebenfalls als halber Tenor gewonnen.- Ich finde es nicht ganz so schlimm wie Paul Potts (übrigens bitte mit s am Ende, sonst könnte er noch mit dem Massenschlächter Pol Pot verwechselt werden, das hat er nun wirklich nicht verdient), aber singen kann der auch nicht .



    Ansonsten muss ich sagen, ich kann eine gewisse Agressivität durchaus verstehen, wenn es um die Stimme Paul Potts geht. Ich habs mir gerade auf Youtube versucht anzuhören, ich habs echt nicht ganz geschafft- es ist wirklich grottenschlecht, Fans hin oder her- und bei dem was hier manchmal über gestandene Musiker/innen geschriebn wird ist die verbal unterste schublade schon absolut gerechtfertigt für diese Stimme, mit Verlaub.


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Hallo Severina
    ähm...Da es ja offenbar noch keinen Curathread gibt, muss ich hier doch nochmal OT was dazu sagen.


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    wie meistens, wenn's nicht um C. geht, sind wir völlig einer Meinung Cura scheint übrigens abseits der Bühne ein sehr feinfühliger Mensch zu sein, der malt, Gedichte schreibt usw., und ich finde es immer sehr verwunderlich, dass er diese Sensibiität so gar nicht in sein Singen und sein Darstellung (Das ist immer gröbste Schmiere, irgendwie legt er jede Rolle als tobsüchtigen Otello an....)) einbringen kann.


    Ich finde Herrn Cura gerade als Otello und Calaf hervorragend (habe ich live in Zürich gesehen). Auch seine Pucciniarien-CD gehört zum besten, was ich auf diesem Gebiet von lebenden Tenören kenne. ich habe ihn aber auch schon im Fernsehen geshen, wo ich ihn ganz furchtbar unsensibel fand, z.B. in der Traviata, was aber auch live in Zürich bedeutend besser war (wenngleich ihm Puccini wohl mehr liegt).


    Gruss


    Syrinx :hello:

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    gerade das hohe D am Ende von Possente amor schien mir ziemlich missglückt, nicht richtig ausgesungen, sondern sehr aprupt abgestochen. Auf mich wirkte das so, als habe er da gerade noch die Notbremse gezogen, bevor der Ton nicht mehr kontrollierbar war und in Richtung "Katze-auf-den-Schwanz-Steigen" abdriftete. Und ich wiederhole mich jetzt: Genau das bin ich von Flórez eben überhaupt nicht gewöhnt. Was den Beifall betrifft, so reagierte das Publikum nach jeder Duca-Arie eher verhalten, zwar mir heftigem Beifall, aber ohne Bravorufe, wie sie die Damrau und Lucic evozierten. Also dürften wohl alle das Gefühl gehabt haben, dass dieser Duca zweifellos sehr gut, aber keine Sensation war.


    Hallo,
    Ich hatte Gestern das Glück die Aufführung live in dresden zu sehen- und das war nun Gstern ganz anders. Florez hat vollauf überzeugt mit seiner wunderschönen, fast schon instrumental geführten Stimme und einer gewohnt unglaublichen Mühelosigkeit, gerade was die hohen Töne betrifft. er hat zurecht Gstern viel zwischenapplaus mit Bravi, verienzelt auch da capo-Rufe und Schlussapplaus (standing ovations für alle) bekommen. Ich nehme an arte hat die Premiere mitgeschnitten und entweder er war da nicht gut drauf oder eben noch etwas unsicher, weil es dann tatsächlich sein erster öffentlicher Duca war. Das er kein toller schauspieler ist, fiel bei der doch eher oberflächlichen Rolle des Duca für mich nicht ins Gewicht.Wie schon von vielen anderen hier geschrieben, war diana Damrau tatsächlich atemberaubend (selten so ein stilles Opernpublikum erlebt) und Lucic imposant, aber auch differenziert, rührend und auch schauspielerisch unglaublich stark. erstaunlicher weise konnte da aber auch der profunde Bass und mir bisher unbekannte Sparafucile, Georg Zeppenfeld mithalten. dazu die spannende und schlüssige Inszenierung ein präziser udn gut begleitender Fabio Luisi mit einem tollen Orchester und Chor. Auch die integrierten Ballettszenen fand ich sehr spannend, sogar die Akustik war gut, was will man mehr ?


    Viele Grüsse :hello:
    Syrinx

    Hallo..,


    ok, es kann ja nicht jeder so sympathisch, wie Sir Simon sein :D, und wer weiss welcher Sänger oder welches Orchestermitglied , ihn an diesem Tag genervt hatte...


    Mit den besten Grüssen


    Syrinx :hello:

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    Auch Nachfolger in Sachen Arroganz....


    Da frag ich mich doch, welche traumatischen Erlebnisse hinter diesem Satz stehen :stumm:


    Gruss


    Syrinx

    Hallo,
    Ich hoffe ich habe nichts hier überlesen, und jemand hat es schon geschrieben, aber soweit ich weiss ist Gatti im Moment der heisseste Anwärter auf die Nachfolge von Welser-Möst in Zürich.


    Gruss :hello:


    Syrinx

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    Das hätte er sein lassen müssen, er ist kein Wagner - Tenor, und wird nie einer werden. Auch ist sein Deutsch nicht gerade verständlich. Ich bin keine großer Wagnerianer, aber ein großer Freund der italienischen Oper, und der Schuster hätte bei seinem Leisten bleiben sollen, und wenn er nicht mehr singen kann, zum Dirigieren ist er brauchbar.


    Ich habe neulich mal die DVD-Aufnahme von Studer und Domingo vom Lohengrin angeschaut und ich finde Domingo da hervorragend und ich möchte mal wissen, wer genau ihm zu dieser Zeit das Wasser hätte reichen können. Das das Deutsch nicht gut ist mag sein, aber das ist dann auch fast das einzige negative und ich weiss nicht, ob das ausreicht zu sagen, er hätte die Finger davon lassen sollen. Auf das mittelmässige dirigieren hätte er meinetwegen eher verzichten können.


    Gruss


    Syrinx

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    Eine Frage noch: warum antwortest Du auf Beiträge, die Du nicht richtig gelesen hast?


    Wenn ich Dich falsch verstanden habe, tut es mir sehr leid. Auf rethorische Fragen dieser Art kann ich aber trotzdem verzichten. Aber vielleicht solltest Du Dir mal die ersten Seiten des Threads ansehen (und vielleicht doch nochmal das Requiem, zumindestens die wenigen Tenorpartien anhören. Da wird nichts gestemmt oder forciert- ganz im Gegenteil- das Ingemisco ist selten so natürlich erklungen)


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    Und was das italienische Fach anbelangt: Da ist so ziemlich das traumhafteste "Ingemisco" drauf, was man sich vorstellen kann. Ausserdem ist der Querschnitt der Traviata mit Stratas auch nicht zu verachten. Eine der wenigen Opernaufnahmen, in der Wunderlich italienisch singt, da klingts dann doch einiges authentischer und überhaupt nicht lächerlich. Manche Schluchzer stören mich etwas, aber das hängt wohl auch mit dem damaligen Geschmack zusammen.


    Gruss
    Syrinx

    Lieber Flo

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    Da wäre ich mir nicht so sicher - m.E. ist das ein ähnlicher Fall wie das Bruckner Te Deum von 1958 aus Salzburg, wo Wunderlich auch sehr uncharakteristisch forciert, und das fast durchgehend. Ich war jedenfalls ziemlich ernüchtert von dieser Requiem-Aufnahme. Hatten wir nicht mal die (Sängerkenner-typisch sehr entspannt geführte) Debatte, ob Fritz Wunderlich nun eine "große" oder eine "kleine" Stimme hatte? Daran musste ich jedenfalls denken, denn es klingt, als ob er gewaltig zu kämpfen hätte, um nicht in den Klangmassen unterzugehen. Was man auf der Aufnahme natürlich nicht hört, das Mikrophon stand ja in der Nähe. So dass man nur den Effekt hört, nämlich einen forcierenden Fritz Wunderlich. Muss ich jedenfalls nicht haben...


    Du redest jetzt aber vom Te Deum und schliesst daraus dass er beim Requiem genauso singt :wacky:? Das Te Deum kenne ich wiederum nicht, aber das Verdi-requiem gibt es schon lange bei Myto. Und dort singt Herr Wunderlich fantastisch. Im übrigen halten sich die Klangmassen, mit denen er zu kämpfen hätte in der Tenorpartie durchaus in Grenzen- wurde in diesem thread übrigens alles längst besprochen.


    Gruss :hello:
    Syrinx

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    Immerhin hat er einmal zusammen mit D. Fischer Dieskau die" Dichterliebe" von SCHUMANN im Konzert (1976) aufgeführt, wovon es auch eine Aufnahme geben müsste, die ich aber leider nicht kenne, Die mich aber schon sehr interessieren würde (es handelt sich um einen Auftritt bei einer Veranstaltung im Weißen Haus, also eher ein arrangiertes Zusammentreffen, als eine "Herzensangelegenheit").


    Zitat

    Also die einzigen Kammermusikaufnahmen mit Horowitz, die ich kenne, sind die bei der eröffnung der Carnegiehall. das "concert of the century" Dort spielt er den 2. Satz Rachmaninoff-Sonate mit Rostropowitch, sowie die Dichterliebe mit Fischer-Dieskau und dann noch Tchaikowsky-Trio mit Stern und Rostro. Der Rachmaninoff ist wirklich schön gespielt- die Dichterliebe gehört aber zu den Klassikern der unfreiwilligen Komik auf CD. Horowitz spielt sich da völlig in den Vordergrund. Ein Pianist mit Sängerbegleitung, schier unglaublich.


    ...da haben wir uns wohl überschnitten...


    Gruss


    Syrinx

    Hallo zusammen,


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    Insofern empfinde ich den vom Threadstarter benutzten Begriff des "Blenders" als ausgesprochen falsch und entwürdigend.


    Ich denke das mit dem Blender wäre ok, wenn es z.B. so formuliert wäre: Horowitz- Klaviergenius oder Blender ? dann könnte man darüber diskutieren. Mit threadtiteln die nur in eine Richtung gehen habe ich aber sowieso so meine Probleme.


    Bei aller Wertschätzung für Herrn Horowitz bin ich immer wieder erstaunt, wie Pianisten ihn gerade sehr kritisch sehen. Eine befreundete spanische Pianistin meinte mal zu mir, Horowitz sei der am meisten überschätzte Pianist überhaupt.- Allerdings konnte ich ihr ein positives Urteil für Aufnahme des 2. Brahmskonzertes mit Toscanini abringen. :D


    Aber ich kann die Kritiker eben doch auch verstehen. Teilweise sind eben Aufnahmen auch nur berühmt, weil sie von Horowitz sind und halten einem intelligenten Vergleich nicht stand.


    Zitat

    Die mehr oder weniger berühmten Bilder einer Ausstellung aus der Carnegie Hall zeigen Horowitz als Experimentator könnte ich sagen; ich vermeine einmal, dass er die Eingriffe in das Stück (gelangweiltes Husten und Räuspern im Publikum) nicht wiederholt hat.


    Die Mussorgsky-Aufnahme ist für mich gerade ein Beispiel einer nicht geglückten sache. Hier beweist Herr Horowitz weder stilistisches Gefühl, noch einen besonderen Sinn für Stimmungen und auch technisch ist es teilweise ziemlich gepfuscht.


    Auch bei den viel gerühmten Scarlattiaufnahmen, stellt sich die Frage, ob die Tempi nicht ein klein bisschen überissen sind :untertauch:


    Er ist natürlich trotzdem einer der ganz grossen :jubel: aber wenn man anfängt zum Fan zu werden, sieht man solche dinge eben nicht mehr.


    Zitat

    Wo ist denn da der große umfassende Katalog an Kammermusik mit Klavier: Trios, Quartette, Quintette, Lieder usw...... Etwas, was sein direkter Konkurrent Rubinstein zum großen Teil selbstverständlich gemacht hat.


    Also die einzigen Kammermusikaufnahmen mit Horowitz, die ich kenne, sind die bei der eröffnung der Carnegiehall. das "concert of the century"
    Dort spielt er den 2. Satz Rachmaninoff-Sonate mit Rostropowitch, sowie die Dichterliebe mit Fischer-Dieskau und dann noch Tchaikowsky-Trio mit Stern und Rostro.
    Der Rachmaninoff ist wirklich schön gespielt- die Dichterliebe gehört aber zu den Klassikern der unfreiwilligen Komik auf CD. :D :D
    Horowitz spielt sich da völlig in den Vordergrund. Ein Pianist mit Sängerbegleitung, schier unglaublich.


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Hallo


    Zitat

    Los Romeros sind das weltweit erfolgreichste Gitarrenquartett


    Das stimmt nicht mehr. sie waren es vielleicht in der alten Besetzung mit Pepe Romere, Angel Romero, Celin Romero und Celedonio Romero. Nach dem Tod des Vaters Celedonio Romero 1996 hat das Quartett in seiner neuen Besetzung mit Pepe, Celin und zwei Enkeln quasi keine Bedeutung mehr.


    Die wirklichen Nachfolger sind das Los Angeles Guitar Quartett, übrigens schüler von Pepe und Angel Romero.


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Hallo Michael,

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    Hallo Syrinx,Zitat: Ich glaube das die wenigen Proben eher ein Phänomen der letzten 30 Jahre sind. Neinnein...........Ich habe das persönlich als Solist erlebt, das ein Dirigent sich voll auf ein Konzert, weil er es selber liebt, geworfen hat. Mit Stimmproben und allem anderen, und ich rede von einem Profiorchester.


    Ich rede natürlich auch von Profiorchestern. Und meine Erfahrung mit Profiorchestern als Solist waren eben , dass die Proben oftmals mehr oder weniger aus Durchspielen bestand. Da spiel eich mittlerweile fast lieber mit einem guten Jugendorchester, die 5 proben mit solist machen.
    aber wir sind OT :pfeif:


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Zitat

    Hallo Syrinx,Zitat: Im Idealfall kann auch ein dialog zwischen Solist und Orchester entstehen oft ist das auch so! Das liegt meistens ganz am Dirigenten. Wenn beide, der Solist und der Dirigent, auf gleicher Wellenlinie sind, oder der Dirigent auf sehr professionelle Art und Weise dem Werk und seinem Solisten dient, dann kommt das zustande.


    Wenn dieser Dialog wirklich nach einer Probe zu Stande kommt, dann ist das wohl eher ein glücklicher Zufall, das solist und Dirigent wie Du schon sagst, perfekt harmonieren. Schlussendlich ist die Sache ja dann doch nicht ganz anders als bei Kammermusik- gutes Zusammenspiel braucht Zeit und Proben. soweit ich weiss hat sich Celi zum Beispiel bei der Dvorakradioaufnahme mit JDP eine Woche Proben mit Solist erbeten und ich denke dass auch Horowitz/toscanini sich nicht nur in einer Probe gefetzt habe, wenn Horowitz danach zur Kur musste. Ich glaube das die wenigen Proben eher ein Phänomen der letzten 30 Jahre sind.


    Gruss


    Syrinx

    Hallo Michael,

    Zitat

    Das ist bei fast jeder Solisten-Dirigenten Konstellation so. Natürlich muß der Dirigent folgen. Das ist sein Job in diesem Zusammenhang. Nur Dirigenten wie Celibidache und Co. haben ihren Solisten Ihre Interpretation aufzwingen wollen. Toscanini-Horowitz beim b-moll Konzert von Tschaikowsky muß eine regelrechte Schlacht gewesen sein, nach der Horowitz erst einmal in Kur gehen mußte. Das Solo-Konzert ist eigentlich IMMER das Ding des Solisten. Und ein Dirigent hat sich daran zu halten und dem Solisten zu folgen. Deshalb proben Dirigenten ein Solokonzert fast niemals richtig sorgfältig, eine Probe mit Solist muß meistens genügen.


    Du beschreibst hier die gängige Praxis. Ob das gut so ist, ist eine ganz andere Frage. Im Idealfall kann auch ein dialog zwischen Solist und Orchester entstehen nur braucht es dazu ein paar mehr Proben


    Gruss :hello:


    Syrinx

    Hallo zusammen,
    Ich war in meiner Jugend ein glühender Verehrer von Horowitz. Mittlerweile sehe ich das ganze etwas kritischer. Zuerst einmal hat mich die unheimliche dynamische Bandbreite eines Horowitz beeindruckt. es gibt ja diese Aufnahme der h-moll Sonate, wo er schon über 70 ist und dem Flügel an den fortissimo-Stellen fast die Beine wegschlägt. Andererseits gibt es dann wieder pianissimo-Stellen an denen der Flügel fast anfängt zu "duften" :D, falls ihr wisst was ich meine . Das ist zuerst einmal alles andere als langweilig. Problematisch wird das ganze nur, weil diese ganze Freiheit und Dynamik ausschliesslich aus dem Bauch heraus passiert. das geht gerade für manches romantische Stück hervorragend, bei einer Beethovensonate funktioniert es nun einmal nicht. Bei einer h-moll Sonate finde ich mittlerweile auch nur bedingt.da greife ich mittlerweile dann doch lieber zu Gilels.
    Was die Technik des Herrn Horowitz angeht, so höre ich bei den frühen Aufnahmen eine ziemlich stupende Technik. Kennt jemand die Toscaniniaufnahme mit dem 2. Brahmskonzert ? die Trillerketten im 2. satz, ich habe bisher noch keinen Pianisten gehört der das so spielen kann. Das er dann so mit 70 nicht mehr ganz perfekt war kann man ihm da vielleicht nachsehen :D übrigens habe ich mal von einer Pianistin gehört, dass Horowitz an einer Hand den Daumen nicht benutzt, weil er als Kind auf so einem schlechten Klavier üben musst, dass er teilweise mit dem Daumen die Tasten wieder hochziehen musste. Kann das jemand bestätigen ?


    Lieber Bubba,

    Zitat

    Und noch eine kleine Bitte: Bitte NIEMALS Volodos oder Lang Lang - diese hilfreichen Klavieridioten - mit Horowitz, Rubinstein etc. vergleichen. Das ist doch wirklich geschmacklos.


    Das ist jetzt etwas OT, aber ich finde es zum einen völlig unter Niveau hier von Klavieridioten zu sprechen, zum einen halte ich Herrn Volodos für einen grossen Musiker.


    Gruss :hello:
    Syrinx