Hallo zusammen,
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Insofern empfinde ich den vom Threadstarter benutzten Begriff des "Blenders" als ausgesprochen falsch und entwürdigend.
Ich denke das mit dem Blender wäre ok, wenn es z.B. so formuliert wäre: Horowitz- Klaviergenius oder Blender ? dann könnte man darüber diskutieren. Mit threadtiteln die nur in eine Richtung gehen habe ich aber sowieso so meine Probleme.
Bei aller Wertschätzung für Herrn Horowitz bin ich immer wieder erstaunt, wie Pianisten ihn gerade sehr kritisch sehen. Eine befreundete spanische Pianistin meinte mal zu mir, Horowitz sei der am meisten überschätzte Pianist überhaupt.- Allerdings konnte ich ihr ein positives Urteil für Aufnahme des 2. Brahmskonzertes mit Toscanini abringen. 
Aber ich kann die Kritiker eben doch auch verstehen. Teilweise sind eben Aufnahmen auch nur berühmt, weil sie von Horowitz sind und halten einem intelligenten Vergleich nicht stand.
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Die mehr oder weniger berühmten Bilder einer Ausstellung aus der Carnegie Hall zeigen Horowitz als Experimentator könnte ich sagen; ich vermeine einmal, dass er die Eingriffe in das Stück (gelangweiltes Husten und Räuspern im Publikum) nicht wiederholt hat.
Die Mussorgsky-Aufnahme ist für mich gerade ein Beispiel einer nicht geglückten sache. Hier beweist Herr Horowitz weder stilistisches Gefühl, noch einen besonderen Sinn für Stimmungen und auch technisch ist es teilweise ziemlich gepfuscht.
Auch bei den viel gerühmten Scarlattiaufnahmen, stellt sich die Frage, ob die Tempi nicht ein klein bisschen überissen sind 
Er ist natürlich trotzdem einer der ganz grossen
aber wenn man anfängt zum Fan zu werden, sieht man solche dinge eben nicht mehr.
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Wo ist denn da der große umfassende Katalog an Kammermusik mit Klavier: Trios, Quartette, Quintette, Lieder usw...... Etwas, was sein direkter Konkurrent Rubinstein zum großen Teil selbstverständlich gemacht hat.
Also die einzigen Kammermusikaufnahmen mit Horowitz, die ich kenne, sind die bei der eröffnung der Carnegiehall. das "concert of the century"
Dort spielt er den 2. Satz Rachmaninoff-Sonate mit Rostropowitch, sowie die Dichterliebe mit Fischer-Dieskau und dann noch Tchaikowsky-Trio mit Stern und Rostro.
Der Rachmaninoff ist wirklich schön gespielt- die Dichterliebe gehört aber zu den Klassikern der unfreiwilligen Komik auf CD.

Horowitz spielt sich da völlig in den Vordergrund. Ein Pianist mit Sängerbegleitung, schier unglaublich.
Gruss 
Syrinx