Hallo Heldenbariton,
ich war auch da. die Umbesetzungen waren schon heftig. Als ich die Karten bestellt hatte stand auch noch Peter seiffert als Tristan auf der Liste, weshalb ich die tickets eigentlich gekauft habe. Die Einschätzung von waltraud Meier teile ich mit dir. Mit dem Tristan hatte ich weit mehr Mühe. Ian Stacey war der Partie zwar gewachsen, hatte für mich eine ziemlich knödelige Stimme mir einem Risenvibrato und gestalterisch war auch nicht viel zu holen bei ihm. Das grosse Ereignis war für mich der Auftritt von Matti Salminen, obwohl ich das überhaupt nicht mehr erwartet hatte. So einen differnzierten, wohlklingenden aber doch todtraurigen Marke hatte ich noch nie gehört. er kam auch am besten mit den Klangmassen des hervorragenden Orchesters klar- womit ich zum für mich grössten ärgernis des Abends komme. das zwar leidenschftliche aber völlig undifferenzierte Dirigat des Daniel Barenboim. Da war im Liebsduett von Aufbau nichts zu spüren und auch sonst wurde einem die Klangmassen nur so um die Ohren gehauen, dazu noch die Akustik in der Staatsoper... Michaela Schuster hat mir von ihrer Stimmqualität eigentlich ganz gut gefallen, aber es stimmt zu verstehen war es nicht. Sehr ärgerlich fand ich auch das Bühnenbild und die Personenregie. Da wurde die meiste Zeit rumgestanden und das Bühnenbild bestand aus einem riesigen Liebesengel, der am Boden kniet und sich die Augen zuhält und ein paar Grabsteinen im Hintergrund, fast eine konzertante aufführung... Gefallen hat mir auch noch die schlanke Tenorstimme von Florian Hoffmann, der das Seemannslied und den Hirten sang.
Gruss ![]()
Syrinx
Beiträge von Syrinx
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Hallo,
Zitatdas im wachsen begriffene Repertoire der Kinder-Oper wurde ja gar noch nicht angesprochen. In Köln gibt es dafür eine eigene Bühne, die an sich schon ein Erlebnis ist. Die Abende werden vor allem von den Opernstudioleuten bestritten, die ja den richtigen Enthusiasmus mitbringen um die Kinder zu animieren. Zur Zeit läuft glaube ich der gestiefelte Kater, im neuen Opernwelt gibt es dazu einen Artikel, den ich leider noch nicht gelesen habe. Auf der großen Bühne gibt es in der nächsten Spielzeit wieder eine neue Zauberflöte (mit mir als Sprecher - sorry für die Werbung) und dann vor allem vor Weihnachten wieder Hänsel und Gretel (der Starbariton als Vater - sorry wieder passiert!)
das stimmt auch Zürich macht schon zahlreiche Spezialvorstellungen für Kinder. Zauberflöte natürlich, Hänsel und Gretel und das schlaue Füchslein von Janacek, haben meine Kinder dort schon gesehen. Wobei das Füchslein nicht ganz geglückt war, weil die Musik doch schon recht fremd für die Kinder war. Jetzt habe ich aber gerade gelesen, dass das Rheingold für Kinder im Mai gemacht wird. Warum eigentlich nicht- vom Gestus der Handlung her ist das Rheingold ja auch nicht sehr weit vom "Herrn der Ringe" entfernt- und die Filmmusik klaut ja sowieso Tonnenweise bei Wagner...
Gruss
Syrinx -
Zitat
4. Wenn irgend etwas an den Gerüchten bzgl. Nachfolger von Welser-Möst wird Metzmacher wahr sein sollte, dann hat er sein Probespiel mit Pauken und Trompeten gewonnen. Meine Stimme hat er.
Hallo,
Noch kurz ein Nachtrag hierzu: Metzmacher wird offenbar nicht Nachfolger von welser-Möst. Laut Infos aus der NZZ am Sonntag haben sich Teile des Opernorchesters gegen ihn ausgesprochen. Ich persönlich finde seine schlagtechnik sehr unklar, was in den Königskindern zu zahlreichen verwackelten Einsätzen geführt hat.Gruss

syrinx
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Zitat
Täusche ich mich, oder neigen Gitarristen besonders zu einer technisch perfekten Spielhaltung? Im Rock und Jazz gibt es in den letzten 20 Jahren ähnliche Tendenzen, seit es ein paar Geschwindigkeitsvirtuosen gab ...
Ja und nein. Die Gitarristen sind erst seit ca 20 Jahre in der Lage technisch mehr oder weniger perfekt zu spielen- eine Sache die bei anderen Instrumenten eine normale Grundvoraussetzung ist. Einige sind auch nicht viel weiter gekommen als bis zu diesem Punkt aber es gibt eine reihe von erfreulichen Ausnahmen.
Was Bonfa & co betrifft habe ich kein problem mit einer volksmusikalischen Art die Gitarre zu spielen, der bezeichnet sich aber auch nicht als klassischen Gitarristen wie Santos. Villa-lobos ist keine Volksmusik sondern hat nur starke Einflüsse der Volksmusik- entsprechende Kriterien lege ich dann auch an eine Interpretation auf der Gitarre an. Das tun eben viele nicht, sondern da gibts immer diesen Sonderstatus, da die meisten Klassikhörer nicht wirklich wissen, was man aus einer Gitarre herausholen kann.
Gruss
Syrinx -
Zitat
Das mit dem technischen Standard kann ich nicht beurteilen, aber Santos spielt mit dem richtigen brasilianischen "Groove", und das ist mir weitaus wichtiger als die fast schon kalte technische Perfektion, die ich bei manchen Gitarristen höre. Ich habe einmal Manuel Barrueco gehört, Kubaner, aber so perfekt, dass es mich kalt ließ
Den Choro von santos habe ich nicht gehört, aber ich kenne sonstige Villa-Lobos Aufnahmen mit ihm. neben dem brasilianischen "Groove" steckt auch noch eine Menge Impressionismus und anderes in dieser Musik, welches ein Santos weder verstanden hat, noch in der Lage wäre dieses umzusetzen. Wir reden hier von einer Generation in der man schon mit etwas Glück berühmt wurde, wenn man heutige Aufnahmeprüfungsqualitäten besass.
Was Barrueco betrifft kann ich dir sogar weitgehend recht geben, wobei die gewisse Kühle weniger mit seiner Generation oder Nationalität, als mit seinem Temperament zusammen hängt. Trotzdem gibt es auch von Barrueco fantastische Aufnahmen aus der anfangszeit seiner karriere.- Aber eben hör Dir mal Alvaro Pierri an. Dieser Villa-Lobos ist authentisch, originell, witzig, spannend und gitarristisch auf einem sehr hohen Niveau.
ZitatZitat: Original von Syrinx ... Villa-Lobos ist übrigens als Jugendlicher selber als Choromusiker durch die Lande gezogen. Genau das fehlt den meisten jüngeren Musikern, und den Europäern sowieso - die meisten haben wahrscheinlich nie Pixinguiha gehört oder nicht einmal den Namen.
Von Villa-Lobos gibt es übrigens auch noch ein paar Aufnahmen auf denen er selber Gitarre spielt. Das klingt eher ernüchternd.

Ich habe ein bisschen Mühe mit solchen Vorurteilen, sorry. Kennst du die "meisten" jüngeren Musiker ? und nur davon, dass man sich ein bisschen in der brasilianischen Volksmusik auskennt, spielt man es auch nicht umbedingt besser, auch wenn es ein paar Prozente helfen kann.Gruss

Syrinx
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Zitat
Die # 1 spielt Turibio Santos, der beim gleichen Label auch die komplette Gitarrenmusik auf einer Doppel-CD gemacht hat.
Santos ist leider nach heutigem Standard kein besonders guter Gitarrist, auch wenn ich diese Aufnahme jetzt nicht kenne.
Eine recht gute Aufnahme ist diese hier, wenngleich es live bei Alvaro Pierri noch bedeutend besser ist:
Alvaro Pierri spielt den Choro noch mit kleinen Variationen bzw. Verzierungen, welches der Choro-Tradition entspricht und den Choro No. 1 bedeutend unterhaltsamer macht.
Gruss

Syrinx
P.S: Übrigens gibt es von Villa-Lobos auch noch die Suite populaire bresilienne für Gitarre, ein hübsches Jugendwerk, welchesaus 5 Choros besteht. Villa-Lobos ist übrigens als Jugednlicher selber als Choromusiker durch die Lande gezogen.
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Zitat
Übrigens sind wir ganz stark OT

Stimmt, aber was sollen wir hier auch machen , wenn Kaufmann eine Rippenprellung hat...

Mein letztes Wort zu Hampson: Ich habe ihn auch als Simone erlebt, und das war ein Erlebnis. Man muss sicher nicht alles mögen, was er macht, aber interessant ist es eigentlich immer.
Gruss
Syrinx
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Hallo Brunello
ZitatDer Bariton ist die Reise sicher nicht wert.
Na Moment mal, Thomas Hampson ist immer noch ein grosser Sänger, auch wenn er vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe ist.
Gruss
Syrinx

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Zitat
Ich denke das liegt daran, dass Juden als Künstler immer etwas Melancholie haben, man denke an Fritz Kortner als Nathan oder Shylock, das jüdische Volk ist immer in einer Diaspora gewesen seit 70 und 137 n.Chr., und hat dabei das Melancholische mitgenommen - keine Heimat zu haben.
Lieber Peter aus Wien,
Solche Pauschalisierungen kann man einfach in diesem Zusammenhang nicht stehen lassen. Die Geschichte eines Volkes an sich kann keinen Einfluss auf das TEmperament des einzelnen haben, jedenfalls nicht über Generationen, dass sind Vorurteile, sorry.
Wenn es einen Zusammenhang zwischen jüdischem Glauben und einer bestimmten Art des Gesangs gibt, dann gründet sich dies wohl eher auf die Art des sakralen Gesangs im Judentum. Wie schon oben erwähnt war Josef Schmidt Kantor in der Synagoge.Beste Grüsse
Syrinx
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HAllo Michael,
Ja definitiv Zeit zum Schlafen, es ist spät geworden.
ZitatZitat: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die ihn sonst an der Royal school hätten studieren lassen. Warum nicht? Dafür muß man nicht gleich Weltklasse sein, und spielen kann er ja wirklich......irgendwie- und auf seine Weise und unter seinen Umständen- bemerkenswert.
Ich meinte nicht, dass sie ihn nicht studieren lassen würden, weil er nicht Weltklasse war, eher weil ja die Kommunikation mit ihm wohl krankheitsbedingt äusserst schwierig gewesen wäre, wenn die Krankeit schon das heutige Ausmass erreicht hätte. Insofern muss seine Krankheit in der Royal-school Zeit, wohl mindestens etwas schwächer gewesen sein (und sein Klavierspiel dann vielleicht doch besser?)
Guete Nacht!
Syrinx
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Hallo Michael,
Das "wie dem auch sei" hat mich halt vermuten lassen, dass Du in dem youtube-Video quasi eine Ausnahme siehst zum vorher gesagten, aber offenbar ist es ja nicht so.
Gemessen daran das ein kranker Mensch spielt ist es möglicherweise auch beeindruckend. Allerdings habe ich keine Ahnung von der Krankheit, zu der es offenbar auch verschiedende Diagnosen gibt und welchen Einfluss es auf das Klavierspiel hat.
Ich höre nur das Helfgott das Thema regelrecht zersägt und auch in der Begleitung kaum Stimmung erzeugt und ich kann es nicht geniessen, Weltklasse hin oder her. Hamelin ist vielleicht auch tasächlich ein etwas unfairer Vergleich, das ist wirklich wahnsinnig gut.
Glaubt man dem Film, war ja Helfgott bis zu seinem Zusammenbruch zwar etwas speziell, aber durchaus weitgehend gesund. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die ihn sonst an der Royal school hätten studieren lassen.
Hat Feuchtwanger auch gesagt wie er vor seiner Krankhei gespielt hat, offenbar gab es ja wirklich diesen Erfolg des 3. Rachmaninow Konzertes in London ?Gruss aus der Schweiz

Syrinx
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Hallo Michael,
Zitatwelche sein außergewöhnliches Können-auch in Verbindung mit seiner Krankheit- zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=g5lXCvmiky8
ähm ja, vergleich das mal z.B. hiermit:
http://www.youtube.com/watch?v=jLHU2ES51uw
Da wird der Unterschied zur Weltklasse schon nach wenigen Sekunden klar
Besten Gruss
Syrinx

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Und dann gäbs da auch noch das Buch der Schwester Margareth Helfgott, die offenbar eine massive Gegendartstellung zum Film abliefert, insbesondere was die Rolle des Vaters betrifft:

Gruss Syrinx

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Hallo Wolfgang,
ZitatDie jüngsten Eintragungen auf seiner Homepage klingen nicht schlecht, quasi bürgerlich-zufrieden. Sei es ihm gegönnt, wenn es der Wahrheit entspricht.
Was meinst Du damit ? Ich hab auf seiner Homepage nichts entsprechendes gefunden.
Gruss
Syrinx
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Zitat
Die im Film verwendete Aufnahme von Rach3 ist die (späte?) Einspielung von Helfgott selbst
Man hört im Film nur Ausschnitte des Konzertes. Soweit ich weiss wurde die CD-Aufnahme erst nach dem Film gemacht.
Gruss
Syrinx -
Es gibt ausserdem bei Wikipedia eine Kurzbiographie über Helfgott aus der zu ersehen ist, dass der Höhepunkt des Films, der ZUsammenbruch beim Rachmaninov-Konzert immerhin frei erfunden ist. Der Zusammenbruch kam erst später. Also wirklich "quasi-biographisch". Trotzdem ein toller Film...
Gruss
Syrinx -
Zitat
Aber es ist schonmal interessant, daß im Film angebliche "Originaleinspielungen" enthalten sind. Wären die näher definierbar?
Soweit ich mich erinnere werden die eigenen Aufnahmen im NAchspann des Films erwähnt.
Syrinx -
Zitat
Dargestellte noch lebt [zumindest lt. Wikipedia] - ich war nämlich ganz erstaunt: "Wie... der lebt noch...?"
Also Helfgott hat erst letztes Jahr in Zürich ein Konzert gegeben. Diese Helfgottkonzerte laufen nicht in normalen Konzertreihen, sondern sind von "klassikfremden" Agenturen organisiert.
Entsprechend hoch sind die Eintrittspreise und das Publikum besteht ebenfalls aus weitgehend "klassikfremdem" Publikum, dass entweder wg dem Film kommt oder auf die entsprechende PR reingefallen ist, dies aber auch im Konzert nicht merkt. So gesehn ist das dann für Künstler und Publikum i.O.
ZitatJedenfalls ist der Film unter Einbindung irgendwelcher Familienmitglieder entstanden, womöglich war Helfgott selbst auch daran beteilgt?
Er hat zumindestend Teile des Soundracks selber gespielt und seine Frau war wohl in jedem Fall stark am Film beteiligt.
ZitatIch betrachte den Film entgegen der Realität einfach mal als Fiktion.
Davon kann man wohl ausgehen.
Gruss
Syrinx -
Hallo
Um mal wieder aufs Thema zurück zu kommen:
Es kommt natürlich sehr auf das Alter an: Für ganz kleine Kinder ist sicher Bastien und Bastienne eine tolle Sache und dann natürlich Zauberflöte. Warnen würde ich allerdings davor ältere Kinder (ab 12/13) mit dem Freischütz an die Oper heranzuführen, welches von Musiklehrern an Schulen eben gern gemacht wird (zumindest in meiner Zeit). Auf Pubertierende wirkt die teilweise biedere Atmosphäre (wir winden Dir den Jungfernkranz...) doch eher abstossend. Da käme eine "Carmen" vermutlich besser, es war jedenfalls in dieser Zeit meine Lieblingsoper.Gruss
Syrinx
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Hallo ChrisvM und Ulli,
ZitatNaja ich habe gelesen, dass Helfgott von den Kritiken eher kritisiert als gepriesen wurde(und auch mich haut die Aufnahme des 3. KK von Rachmaninow, die meine Eltern haben, nicht gerade um..schlecht ist sie nicht, aber nichts weltbewegendes ), während Gould ja eine Legende ist...
Doch die Aufnahme ist leider schlecht, schon den allerersten Lauf kriegt Helfgott nicht sauber hin. Es gibt ein paar gute Momente, aber es fehlt musikalisch total der Überblick und technisch die Fähigkeiten.
Der Film ist in der Tat grossartig, aber die tatsächlichen Aufnahmen sind wirklich eine Wahnsinnsenttäuschung

Ausserdem ist es auch noch die Frage, ob es ethisch zu verantworten ist, einen stark behinderten Menschen auf grosse Konzerttourneen zu schicken...Gruss
Syrinx
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Lieber Acoma,
Perlman ist sicher einer der grossen Geiger des 20. Jh.
Weshalb man deshalb allerdings sowas schreiben muss:Zitatgeboten wurde ehr nüchternes und analytisch ausgerichtetes violinspiel: david oistrach, leonid kogan, wolfgang schneiderhan, isaac stern etc.. die jungen israelis präsentierten ein emotionbetontes spiel mit dickem ton und lust am 'schwelgen'. die leute hatten diese art spiel lange zeit nicht vorgehalten bekommen.
Oistrakh und Kogan nüchtern und analytisch :faint:. Das sind genau die Art Rundumschläge, die wirklich nerven und die absolut nichts mit der musikalischen Wirklichkeit zu tun haben. Die amerikansiche Spielweise ist eher die glatte, nicht in die Extreme gehende- so wie sie jetzt auch von Hillary Hahn praktiziert wird.- wie gesagt nichts dagegen- Perlman hat einen grossartigen Ton ind em er schwelgt und eine fantastische mühelose Technik (gehabt) und gerade z.B das Goldmark Concert oder Sarasate, KOrngold etc. ist grossartig, bei Brahms, Beethoven, Berg ist mir sein Spiel zu glatt, aber das ist wirklich auf dem Niveau eine Geschmackssache.
Gruss

Syrinx
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Zitat
mit meinen selbst noch so jungen jahren ist mir vor wenigen minuten aufgefallen, wie die meisten jugendlichen heute allen sparten der gesellschaft und des konsums ausgeliefert sind. als jugendlicher hat man heute mit 14 bis 16 jahren schon alles gesehen, alles gehört, kennst die skurrilsten dinge und hört oft auch musik, die genau dieses bild wiederspiegelt. bei dieser ganzen "abhärtung" stellt sich natürlich auch die frage, wie die (vor allem klassikinteressierten) jugendlichen auf moderene musik (ich sage einfach mal alles ab messiaen) reagieren mögen. ich kenne es von mir und auch anderen meines alters, die musik machen, dass cluster und alles, was in die richtung geht, nichts besonderes oder für's ohr ungewöhnliches darstellen und sich daraus auch natürlich auch ein ganz anderes hörgefühl entwickelt.
ok.... Also das 14-16 jährige schon alles gehört haben, ist unter den Jugendlichen mit Sicherheit nicht der Fall. Eigentlich hängt es doch eher von der jeweiligen Mode, auch in der Musik ab, was den jugendlichen bekannt ist-
Wenn wir von jugendlichen "Klassikinteressierten" ausgehen, dann war es auch schon in meiner Jugend so, dass da eine grosse Offenheit für moderne Musik bestand. Ein "klassikinteressierter" Jugendlicher spielt in den meisten Fällen ein Instrument und über das spielen der modernen Musik kann man sich ihr am besten nähern. Bei "Jugend Musiziert" gehörten die modernen Stücke regelmässig zu den Highlights im Programm der jugendlichen Musiker. Es gab auch einige Teilnehmer, die ihr zeitgenössisches Werk sogar selber komponierten.Gruss Syrinx
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Hallo Raphaell, Antracis und Rita,
Ich danke Euch für Eure Antworten. Ich hab gerade nachgeguckt, ich bin im Mai 2. Rang Mitte erste Reihe im Tristan- mein erster Staatsopernbesuch in Berlin, das scheint dann ja einigermassen gut zu sein.
Aber es wär mal ein interessanter Thread über das Thema "wo sitzt man in welchen Häusern am besten?". In Zürich sitzt man z.B. im Parkett akustisch gar nicht gut- weil die Sänger dann dermassen über einen hinweg singen, dass man sie kaum hört.Gruss
Syrinx

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Diskussion ab hier aus einenem anderen thread eingefügt.
TB
Hallo Rita
Zitatdas laute Orchester liegt an der schlechten Akustik in der Staatsoper. Wenn man dort in das Haus geht ,muß immer dieses Problem in Betracht gezogen werden.
Welche Plätze sollte man denn in der Staatsoper nehmen ?
Gruss
Syrinx
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Lieber Manuel,
Als Gitarrist muss ich an dieser Stelle mal eingreifen:
Zitatwenn ich mich mit Musik auf hohem Niveau entspannen möchte die Transkription von der Transkription für Guitarre mit dem großen Ausnahmekünstler Narciso Yepes.
Mir ist es ein Rätsel, wie es zu solchen Urteilen kommen kann, aber Du bist da nicht der Einzige. Yepes ist unter Gitarristen schon lange eine Lachnummer, der zugegeben ganz gut vermarktet wurde. Er kann kein Legato, er macht keine oder falsche Dynamik, er spielt schlicht unmusikalisch.
Wenn Du mal eine gute Aufnahme der BAchsuiten für Gitarre hören willst, greif zu dieser hier von Stephan Schmidt, auch 10-saitige Gitarre
oder Göran Söllscher ist bei Bach auch nicht schlecht (DG)
Gruss Syrinx
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Hallo Theiresias,
Ich denke dass wir nicht den gleichen Mechanismen folgen sollten, wie der Musikindustrie, die jemanden erst hochjubelt und dann wieder fallen lässt. Bei näherer Betrachtung findet man an jedem Musiker auch Kritikpunkte.
Kaufmann ist und bleibt ein guter Sänger, vielleicht ein aussergewöhnlich guter Sänger. Dieses traue ich mir durchaus zu nach allgemein musikalischen Kriterien zu beurteilen (als Musiker aber ohne selber Sänger zu sein). Und ich habe ihn auch schon zweimal live gehört.ZitatIch habe mir noch zu Zeiten, als der Hype noch nicht so groß war, einige Passagen aus der Winterreise von ihm angehört und war nicht sonderlich beeindruckt. Wie er das sang, war angemessen, mehr aber auch nicht.
Kann sein- Dann hör Dir mal die Strausslieder-CD an. Da hörst Du einen ausgereiften Liedsänger.
ZitatIch glaube schon, dass die Stimme für solche, die keine jahrelange Hörerfahrung haben, bzw. nicht selber singen toll klingt. Das tut sie auch, wenn man die technischen Mängel überhört. Die hört vermutlich nur jemand der selber singt:
Mag ja auch sein- schlussendlich sind gerade Musiker in den seltensten Fällen einig über jemanden der die eigene Instrumentenzunft (in diesem Fall Sänger) betrifft.
ZitatAllerdings empfehle ich, sein "gelida manina" mal mit der Aufnahme Wunderlichs (auf deutsch) zu vergleichen, die es auf YouTube gibt. Man wird feststellen, dass ein Vergleich mit Wunderlich nicht zieht.
Natürlich zieht der Vergleich nicht 100%, wie sollte das auch gehen. Es ist irgendwie auch schwer gegen Legenden anzutreten, die man nicht mehr live erleben kann.
ZitatAuch hab ich ein Interview mit ihm gelesen, wo er in etwa sagt, wie er sieht, dass er seinen Weg bis hin zum "Tristan und den wirklich schweren Brocken" weitergehen kann.
Also wenn man so hört wer zur Zeit den Tristan singt (z.B. Trealeaven, der auch bejubelt wird), kann es eigentlich fast nur besser werden. Ich freu mich jedenfalls jetzt schon drauf.
ZitatKaufmann hatte meiner Meinung nach noch nie eine wirklich ausgereifte Technik und täte gut daran nochmal drei bis fünf Jahre in die Lehre zu gehen (hab mal gelesen, dass er keine gute Meinung von Gesangslehrern hat und sich seine Technik selbst zusammengebastelt hat)
Keine Ahnung, wo du das gelesen hast, aber im Arte-Interview sagt er, dass er diese baritonale Tenorstimme mit seinem Lehrer zusammen entwickelt hat. Bliebe auch noch dei Frage bei wem er diese 3-5 Jahre in die Lehre gehen sollte
.Gruss

Syrinx -
Hallo Fiordiligi,
Schlussendlich ist es vermutlich eine Frage der Gewichtung, wie man die neue CD von Kaufmann bewertet. Allein die auffällig intelligente Interpretation vieler Stücke der CD wäre mir schon den 4. bzw. 5. Stern wert.
Ich bin aber nicht ganz sicher, ob das von Dir bemängelte "nicht stilgerechte" seiner italienischen Arien nicht einfach tradierte Dinge sind, die Kaufmann einfach erstmal anders macht, was dann vielleicht anfangs verstört. Je öfter ich die italienische Arien höre, desto besser gefallen sie mir jedenfalls.Und zu Herrn Brüggemann:
ZitatIch glaube, dass er auf seiner neuen CD ein Repertoire singt, das andere Sänger besser können: z.B Juan DIego-Florez oder Rolando Villazon.
Ich wüsste nicht wo sich Florez und Kaufmann in ihrem Repertoire irgendwie überschneiden würden.
ZitatIch kann nur jedem empfehlen, sich beim Vergleich auf die eigenen Ohren zu verlassen, weder einem Journalisten wie mir zu vertrauen noch den Kollegen und erst Recht nicht der PR. Hört hin! Und Ihr werdet Ohren machen."
Prima, damit macht sich Herr Brüggemann selber überflüssig :D, ganz meiner Meinung.
Beste Grüsse

Syrinx -
Zitat
Bedenklich ist, das Kaufmann in der Tat aktuell als vermeintlicher Newcomer gehyped wird, die Medienpräsenz ist beängstigend - dahinter steht sicher Deag als Vermarkter, die Ihn zusammen mit Netrebko, Villazon und Lang-Lang in Ihre Event-Konzert-Tourneen einspannen werden. Es geht also in erster Linie um die großen Säle und Arenen, die man füllen will. Bleibt zu hoffen, dass er das weitestgehend schadlos übersteht. Anspruchsloses Publikum und Mikrophonverstärkung werden aus meiner Sicht den Sängern schmackhaft gemacht, unterschätzt wird aber die nervliche Mehrbelastung durch den imensen PR-Rummel und die doch steigende Zahl der Auftritte. Mit der Einschätzung, das dies keine positive Entwicklung sei, gehe ich mit Axel Brüggeman (Autor des FAS-Artikels) durchaus parallel, auch wenn ich sonst nicht viel von Ihm halte (seine letzte große Nummer, Rattle im Alleingang von den Chefdirigentenposition schreiben zu wollen, ist Ihm ja nicht geglückt.) Er äußerst sich nebenbei auch durchaus kritisch zum Sänger, bemängelt mangelnde vokale Kraft und enge Tessitura (Kann ich mangels unzureichender Kaufmann-Kenntnis nur unkommentiert wiedergeben!)
Hallo Antracis,
Ich empfehle da dann doch das Interview was sich bei Arte abrufen lässt. Da bekommt man überhaupt nicht den Eindruck, dass er sich irgendwie mal für Hallenstadionkonzerte einspannen lassen wird. Auch seine erste eigene CD mit Straussliedern macht nicht diesen Eindruck. Wenn er jetzt mal mit 40 Jahren seine erste Recitalcd aufgenommen hat, denk ich dass er es auch in Zukunft gemächlich angehen lässt. In dem Interview spricht er auch darüber. Was man auch immer von seiner Stimme hält, er ist intelligent und er hat musikalisch was zu sagen. Von mangelnder Kraft kann eigentlich auch kaum die Rede sein, jedenfalls von den Auftritten her, die ich gesehen habe. Und die Tessitura (ist damit der Stimmumfang gemeint ?) - ist ja bekannt das er im Fidelio auch mal ein paar Töne oktavieren musste, das macht ihn ja noch nicht zu einem schlechten Sänger.
Ich glaub dann doch eher, dass sich hier der Kritiker wichtig machen wollte, in dem er zur Abwechslung mal gegen den Strom schwimmt.Gruss

Syrinx -
Hallo zusammen,
Vielleicht doch nochmal was zum Thema Wunderlich-Kaufmann, da ja nun in fast jedem POsting darauf hingewiesen wurde, dass der Vergleich völlig aus der Luft gegriffen ist:
Grundsätzlich ist bei dem Vergleich sicherlich bei der Musikindustrie sehr stark der Wunsch Vater des Gedankens: Wunderlich verkauft sich selbt 30 Jahre nach seinem Tod noch gut.
Aber völlig aus der Luft gegriffen ist der Vergleich dann doch nicht, auch wenn das Timbre sehr unterschiedlich ist.
Wie ich schon mal erwähnte, die Art der Phrasierung, die Schluchzer und andere Details und auch das Repertoire haben ziemliche Ähnlichkeiten. Die Cäcilie gehörte in der Orchesterbearbeitung auch zu Wunderlichs Paradestücken und es ist dann wohl kein ZUfall, das dieses gerade am Ende seiner Recital-CD steht. Und wenn man die Interviews mit ihm hört, weiss man dass er eine tiefe Verehrung für Wunderlich empfindet und dementsprechend auch beeinflusst ist. Dazu kommt dann noch das gute Aussehen und forsche Auftreten, wobei natürlich gern verschwiegen wird, das Kaufmann bereits 40 ist (Hut ab).
NAtürlich macht ihn das alles nicht zum "neuen Wunderlich", aber der Vergleich hinkt in meinen Augen weit weniger als z.B. der Callas-Bartoli VErgleich, der am Anfang von Bartolis Karriere gern bemüht wurde.Gruss Syrinx

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Zitat
Leidet Ihr unter einer Art Musik-Bulimie ? Bei Syrinx frage ich mich allerdings schon, was er denn da gehört hat. Eine Beschreibung der bislang hier angesprochenen RV-Platten ist das jedenfalls nicht. Vielleicht verwechselt er da was mit "Hooked on Classics"???
Möglich das ich Bulimie bekommen würde, wenn ich Rondo Veneziano regelmässig hören müsste
Ich kenne Rondo Veneziano von früher aus Auftritten bei Unterhaltungssendungen im Fernsehen.
Ich habe mir gerade quasi zur Sicherheit auf youtube etwas Rondo veneziano-Fantasia Veneziana angehört (der erste Video der kommt) und gesehen. Ich denke das das wirklich schlechte Musik schlecht gespiel ist- ein Thema was ständig wiederholt wird, ohne Dynamik, ohne Regung von einer quäkenden Oboe schlecht bzw. gar nicht phrasiert, dazu das berühmte Schlagzeug, das man auch locker durch ein Metronom ersetzen könnte, dazu die ausdruckslosen Models in ihren bescheuerten Kostümen, was genau soll man daran gut finden :wacky:?Gruss Syrinx
