Beiträge von Fairy Queen

    Lieber Severina, ich schäme mich barbarisch, aber mir gefaelllt einfach der erste Akt nicht, den Rest finde ich schoen.
    Und noch schoener finde ich, dass A.N. das gut gemacht hat, denn ich habe sie irgendwie als ideal fuer diese Partie im Gefuehl gehabt. Und sogar die Hoffniung, sie koenne Beverly Sills als Jahrhundert-Manon(die Sills war einfach unglaublich in der Rolle!!!) abloesen.
    Villazon kenne ich als Alfredo und in mehreren gemischten Arien-Konzerten, sowie einmal mit einem kompletten Barockprogramm. Da war er einfach Spitze und musste vier Zugaben geben und da habe ich wirklich das Gefuehl gehabt, er sei ein leichterer Tenor und solle viel mehr Barock singen.(ist glaube ich drei Jahre her) Leider draengts ihn, wie so viele Ambitionierte zu frueh in zu schwere Gefilde..... der Preis ist hoch, die Reu ist lang...... :stumm:
    Fairy Queen

    Das tut echt weh zu lesen! :( Ich habe Villazon in so herrlicher Erinnerung mit massenweise Zugaben und Riesenapplaus.
    Warum haben diese Leute keine faehigen Coaches???????
    Die Halbwertzeit einer Callas sollten sie doch mindestens erreichen!
    Wie hat denn die Manon zur Netrebko gepasst? Ich nehme mal an , ideal von der Rolle????? Wie hat sie die Koloraturarie "Je marche sur tous les chemins" hinbekommen? Das duerfte fuer ihre Stimmgattung eigentlcih das Schwiergste gewesen sein oder irre ich da?
    Die Oper selbst hat fuer mich ziemlich unangenehme Laengen und gefaellt mir nicht uneingeschraenkt. Die Ballszene, Kirchenszene und der Schluss sind wundervoll, aber natuerlich insgesamt Mord am Tenor. Dass Villazon das besser geschafft hat als Alagna hoffe ich doch auch........
    Veilleicht kommt er nun auf den Trichter und man kann nur hoffen, dass es nicht zu spaet ist. So eine grosse Hoffnung, ich kann nur mit Severina heulen! :(
    Fairy Queen

    Lieber Erwin B., wenn ihr Aussehen ihren Gesang bei weitem uebertrifft sagt das nur, dass sie eine Mega-Schoenheit ist ;)
    . Ich versteh nicht, wie man dieser Frau unterstellen kann, sie sei eine schlechte Saengerin :no:
    Man kann ihr allenfalls unterstellen, dass sie keine zweite Callas ist und DAS tatsaechlich weit uebertrieben ist. Aber dass sie schlecht singt, ist einfach nicht realistisch und ich moechte mal wissen, welche Massstaebe da von dir angelegt werden???????? ?(
    Jemand der eine Hoellenpartie wie die Traviata "praesentabel " (ich untertreibe absichtlich) an den groessten Buehnen der Welt singen kann, kann einfach nicht so schlecht sein.
    Aber darueber zu streiten, bringt wohl weiter nichts. Ich koennte genauso gut hier behaupten, Glenn Goulds Show habe sein Klavierspiel bei weitem ueberragt. Tu ich nicht, weil ich Etliches von ihm umwerfend finde, aber auch das waere ein Geschmacks/Sympathieurteil dieser Sorte.


    Lieber Mikko, ich meine damit, dass russische Saengerinnen im allgemeinen ein sehr dunkles Timbre(im Vergleich zu den englischen allemal...) haben und ich frage mich, ob das an einer speziellen Gesangstechnik/Schule liegt, die dort gelehrt wird. Aber das Thema gehoert hier kaum hin. Namen fallen mir jetzt spontan keine ein, ich kann sie auch leider nicht schreiben oder ausprechen. Ich habe an Opernhaeusern Russinnnen in grossen Rollen(z.B. Turandot) gehoert und alle hatten den dunklen Stimmklang. A.N. hat den auch, obschon sie ja (noch) keine dramatische Stimme hat und Manon und Guilietta oft von viel helleren Stimmen besetzt wurden(z.B Beverly Sills)
    Fairy Queen

    Da es ja in diesem Thread nicht nur um Klavierwerke gehen soll, wuesste ich gerne mal, was die schwierigsten Stuecke fuer Saenger sind. Allerdings muss man das wohl nach Stimmfaechern sortieren.Ansonsten kann man ja kaum von schwierig sondern nur von unmoegilich sprechen.
    Die schwierigsten Sachen, die mir als Saengerin bisher unterkamen(also vor die Augen.. nicht dass ich sie aufgefuehrt haette..) sind:


    Debussy: Apparition (weil man nie zusammen mit dem Klavier rauskommt)


    Zwoelftonmusik, weil man nicht spuert oder weiss, wo es hingeht und einfach nur stur auswendig lernen muss


    einige Konzertarien von Mozart(mir faelllt die Nummer leider nicht spontan ein) weil man Intervall-Sprünge ueber mehr als zwei Oktaven vom B unter dem System bis zum d ueber dem System singen muss. Oder es bis zum dreigestrichenen f und g geht. Aloysia sei Dank. Aber dei hatte Glueck, war Alles in alter Stimmung.


    ein Stueck fuer Floete und Gesang (ohne Klavier) von Virgilio Mortari und solche von Albert Roussel, weil man zusammen mit einer Floete ohne "Bass" richtig kaempfen muss, die Stimme noch innerlich gut zu hoeren.
    Fuer Chor wuerde mich auch interessieren.
    Fairy Queen
    .

    Sehr interessanter Thread, ich schaffe es leider nur nach und nach, mich hier durchzuwuehlen und bin so neugierig!!!!
    Daher einige Fragen: gibt es eigentlch auch eine deutsche Version (als Einspielung der Oper) und wenn ja, wie ist die? Man hoert ja in Konzerten und auf Samplern allenthalben auch die "Ach ich habe sie verloren" Version.
    Lieber Lullist, mich interessiert ob Deines Kommentars zu Sutherland in Alcina( :kotz:, obschon ich das nicht selbst gehoert habe!!!!!) nun noch brennend, wie dir Renée Fleming im barocken Repertoire gefaellt. Ihre Cd mit Haendel-Arien und auch ihre Einspielung der Alcina mit den ueberragenden Partnerinnen Susan Graham und Nathalie Dessay.


    Nochmal zum Orfeo: gerade die Kuerze und die geringe Saengerzahl muessten das Werk doch sehr buehnenattraktiv machen. Ich finde es wunderschoen und brenne nur darauf, mal etwas daraus singen zu koennen. Am liebsten den Amor. Oder die herrlichen Duette mit Orpheus. oder "Che fiero momento" Egal in welcher Sprache, auch in Chinesisch oder Suaheli. :pfeif:
    Fairy Queen

    Ich kenne auch etliche Leute, die behaupten, Mozart nicht zu moegen. Allerdings halte ich das in 99% der MIR PERSOENLICH BEKANNTEN Faelle fuer intellektuellen Snobismus und sophisticated Dandytum. Ich mag Mozart partiell auch nicht besonders,aber das liegt daran, dass mich seine Symphonien meist ziemlich anoeden. :untertauch:
    Dagegen bete ich die Vokalwerke, Kammermusik und insbesondere die Klavierkonzerte und Werke für Klarinette (in allen Formationen) regelrecht an.
    Ein Dichter hat mal gesagt,der Mai sei der Mozart des Kalenders. Ab morgen werde ich also 31 Tage lang vielleicht auch seine Symphonien lieben...... 8)
    Fairy Queen in the mood of may

    Lieber Flotan, dein Beitrag und auch deine Signatur gefallen mir maechtig!!!!! :yes:
    Ich finde es auch sehr seltsam, Frauen ihre Kompetenz abzusprechen, nur weil sie schoen und sexy sind. Politikerinnen der heutigen Zeit sind da noch schlimmer betroffen als Kuenstlerinnen. Letzteren wird ja noch eine gewisse Narrenfreiheit zugestanden. Aber ob eine Dame wie die frz. President-Kandidatin in Deutschland eine Chance haette, wage ich fast zu bezweifeln. Frauen wie Mrs Thatcher oder A.Merkel werden doch per se direkt fuer kompetenter gehalten.(wobei ich den Beiden ihre fachliche Kompetenz auch vollkommen zugestehe!)


    Und dass Saengerinnen, die im THEATHER auftreten wollen und Rollen verkoerpern, die schoene anziehende verfuehrerische Frauen darstellen,auf der Buehne auch so aussehen sollten(notfalls eben mit viel Schminke) ist doch nur logisch und war allezeit so. Daher verstehe ich nicht, was dieses "frueher" bedeuten soll????? ?(
    Maria Callas war eine schoene Frau, Aloysia Weber, Caterina Cavalleri Nancy Storace(Mozarts Musen) Jenny Lind(Andersens unerhoerte Liebe und Nachtigall), Llly Pons(die sogar als Model posierte), Giuditta Pasta, Maria Malibran, Nelly Melba, Elisabeth Schwarzkopf und all die schoenen oder doch huebschen Stars der Vorkriegsjahre. Wenn man ganz gemein ist, kann man fast sagen, dass nur Damen mit wagnerianisch grosser Stimmgewalt "frueher" trotz "aeusserer Unansehnlichkeit" als Heroinen eine reale Chance auf der Buehne hatten.Saengerinnen waren schon zu allen Zeiten auch eine Art oeffentlicher Models und das hat ueberhaupt nichts mit Netrebko zu tun. Sie setzt diese Tradition in der heutigen aggressiven Medienweise fort, nicht mehr und nicht weniger. Ich vermute, dass es ihr nicht verziehen wird, Verhaltensweisen der sogenannten Popkultur in die heilige Welt der hohen Kunst Oper einzufuehren. Darueber bin ich als Gesamtentwicklung auch nicht sehr gluecklich, aber will sie und ihre Qualitaeten dennoch mit gerechtem Blick ansehen.
    Abschliessend kann ich fuer mein Teil dazu nur noch sagen: wenn ich so aussaehe und so singen koennte, waere ich meinem Schoepfer dankbar!!!!!
    Mich wundert uebrigens ein bisschen, dass sich gerade Maenner so negativ ueber sie aeussern. Ich sollte wie Flotan andeutet, auch nochmal Freud lesen.
    DasThema scheint unerschoepflcih zu sein. Spannend!
    Fairy Queen

    Ich habe mal eine Verstaendnisfrage zu diesem Thread: ich interessiere mich auch sehr fuer vergessene Stimmen, habe aber keine Schellackaufnahmen sondern einige Cd's aus der Reihe "Famous Singers of the past" Ich weiss nicht genau, ob das Schellack aufs Cd gepresst ist oder wie die Technik da funktioniert. Jedenfalls wuerde ich sehr gerne ueber Adele Kern, Miliza Kortjus, Lotte Schoene, Erna Berger, Erna Sack etc. diskutieren, weiss aber nicht wo das hingehoert. ?(
    Fairy Queen

    Lieber Mikko, hier geht es ja sehr international zu. Danke fuer das Kompliment. =)
    Ich kann mir A.N. gut als Mimi vostellen, stimmlich muesste das perfekt passen. Als Musetta sehe ich sie allerdings schauspielerisch und auch stimmlich mindestens ebensogut.
    Ich bin ganz deiner Meinung, was ihre derzeitigen Moeglichkeiten angeht. Sie hat auch selbst in einem Interview gesagt, dass die Koloraturpartien nichts(mehr) fuer sie seien. Ich denke, sie geht sehr klug mit ihrem Material um und laesst sich nicht von all den zahllosen Anfragen korrumpieren und ruinieren. Im Moment singt sie viel im lyrischen gemaessigten Koloraturfach, siehe Manon und Guilietta, also leichtstimmigere Partien als Violetta., die doch sehr dramatische Stellen hat(Duett mit Germont!!!)
    Wie schon gesagt gefaellt sie mir stimmlich im lyrischen, nicht zu schweren Fach am Besten. Die Rachmanninoff Lieder fand ich toll!
    Wie du sehe ich sie auch noch nicht als Desdemona. Manon muesste eigentlich ihre Idealrolle sein. Sie muss da zwar theoretisch in einer Arie mehrfach bis zum d3 hoch, aber das ist sehr gut geschrieben und vom Stressfaktor kein Vergleich mit Traviata.
    Vom Typ muss ihr das auf den Leib geschrieben sein und vielleicht loest sie sogar Berverly Sills als Jahrhundert-Manon ab?
    Man irrt sich schnell bei einer Sopranistin mit dunklerem Timbre und ordnet sie vorschnell als jugendlich-dramatisch ein. Ich frage nochmal, ob den Russinnen das von Hause aus angezuechtet wird? ?(
    Mir gefaellt ihr Timbre auch gut, auch wenn ich eigentlich eher Barockstimmenfan bin, und ich mag einfach Opernsaengerinnen, die ihre Rolle glaubwuerdig verkoerpern, nicht nur mit der Stimme. Ansonsten kann ich auch CD hoeren und gehe nicht ins Theater!
    Fairy Queen

    Ich kann mich dem Urteil ueber das russische Programm der Netrebko nur anschliessen.
    Dort zeigt sie mir zum ersten Mal dass sie nicht nur eine gute Saengerin wie Tausende anderer ist, sondern wirklich ein grosses gesangliches Talent hat. Die verschiedenen Farben ihrer Stimme kommen dort richtig heraus und ich hoere subjektiv deutlich, dass sie wohl im Grunde ein noch eher "leichterer" lyrischer Sopran ist, trotz relativ dunkeln Timbres. Wahrscheinlich wird einer Russin das mehr oder weniger angezuechtet????


    Als Traviata mit Villazon und Hamson fand ich sie stimmlich nicht unanfechtbar und im Vergleich zu manch anderen Vertreterinnen dieser Rolle eher in der mittleren Liga angesiedelt. Sie hat die Spitzentoene nicht gesungen und tatsaechlich nicht immer sauber intoniert. Aber das ist eigentlich eine gemeine Beckmesserei, denn die Rolle ist die Hoelle und wer das ueberhaupt so gut hinbekommt, ist schon hoch zu loben.
    Ich persoenlich sehe aber auch zugegebnermassen Violettas lieber, die auch den tragisch leidenden Aspekt der Rolle in sich tragen. Allen voran nenne ich Callas und Ileana Cotrubas und sogar Teresa Stratas.
    Netrebko verleiht der Rolle ihren persoenlichen Touch, der aber bestens zu der Salzburger Inszenierung passte. Sie ist die MODERNE Edel-Prostituierte und hat mich schauspielerisch und von der Ausstrahlung her vollkommen damit in DIESER Inszenierung ueberzeugt.
    Villazon dagegen, der hervorragend gesungen hat, wirkte daneben fast schon ein bisschen unbeholfen. Und Hampson waere wahrscheinlich vom Typ her als Alfredo besser weggekommen und hat mich als Vater von Villazon keinesfalls ueberzeugt. Stimmlich fand ich ihn wie immer sehr angenehm zu hoeren.
    Den grossen Hype um A.N. sehe ich eher gelassen. Sie arbeitet hart und bekommt den Erfolg nicht geschenkt. Eine Frau, die so attraktiv ist und dazu auch noch gut singen kann-warum soll sie kein Kapital daraus schlagen? Zumal sie, wie erwaehnt wurde, sicher nicht mit goldnen Sandalen geboren ist.
    Vielleicht hat sie ja tatsaechlich, wie viele Saengerinnen, einen exhibitionistischen Charakter und empfindet das Mediengetue sogar als sehr angenehm? Von "Seele verkaufen" ist sie evtl meilenweit entfernt :P
    Dass Frauen ihrer Sorte bevorzugte Neid-und Hassobjekte sind, ist so alt wie die Welt. Und Saengerinnen als Weltstars standen noch nie nur wegen ihrer Stimme im oeffentlichen Interesse. Manche sogar am allerwenigstens deshalb..... :boese2:

    Lieber Ulli,ich hatte meinen Beitrag mit einem Augenzwinkern geschrieben, so wie Orfeooffice sicher auch den Seinen und Mozart GANZ sicher die ganze Zauberfloete.
    Wenn man schon mit Federvieh verheiratet ist, sind es doch im richtigen Leben eher die gluckenden Hennen und stolzierenden Gockel. ;)
    Aber nichtsdestotrotz bin ich der Ansicht, dass Temperamentsunterschiede einer Ehe nicht schaden und mancherlei gedoppelte Katastrophen mildern oder gar verhindern.
    Das Gleich zu gleich gilt meiner Ansicht nach eher fuer gemeinsame Ziele und Interessen, weniger fuer gemeinsame Charakterschwaechen oder -staerken. :D
    Fairy Queen

    Mich hat von allen Exsultate Saengerinnen, die ich BISHER gehoert habe(und das waren alle hier genannten, dazu noch Sarah Brightman(sic!) und Andere .....) am meisten Elly Ameling ueberzeugt.
    Ihr Timbre passt so ideal zu dieser Musik und sie singt auch die Koloraturen ohne sie zu schleifen oder zu verhackstuecken in einer fuer meine Ohren idealen Weise.
    Wenn man dieses Werk selbst schon versucht und gesungen hat, weiss man in ganz anderer Weise um seine Tuecken. Barbara Bonney und Maria Stader und Christine Schaefer sind auch tolle Interpretinnen, aber am bewegendsten und mo-zaertlichsten finde ich einfach Elly Ameling. :yes:
    Fairy Queen

    Da ich hier ganz neu bin und mich gerade durch die Themen wuehle, die mich besonders interessieren, nehme ich dieses "Alte Thema" wieder auf. Ich weiss nicht, wie ihr das macht, hier die Cd-Cover reinzustellen ?(.finde es aber super und anregend!
    Ich bin auch grosser Fan franzoeischer Barockmusik und moechte fuer Einsteiger, die vielleicht einfach gerne ein paar Highlight-Arien hoeren moechten, eine Cd empfehlen(leider ohne Cover.....sorry!):


    Label Veritas
    Patricia Petibon(Sopran)
    Airs baroques francais
    (Rameau, Lully, Charpentier, Grandval)


    Les Folies Francoises
    Patrick Cohen-Akenine


    Mich hat diese Cd erst so richtig auf den Geschmack gebracht(sie ist schon einige Jahre alt), mich auch an dieser Musik zu versuchen.
    Patricia Petibon hat genau die richtige Stimme dafuer(finde ich) und ganz besonders die Wahnsinnsarie (Air de la Folie) aus Platée ist ein absolutes MUST.
    Ansonsten freu ich mich sehr, dass hier Liebhaber und Kenner in allen barocken Belangen unterwegs zu sein scheinen.
    Das Purcell Forum muss ich noch suchen. Wie gesagt, hier gibt es soviel, dass die Zeit einfach nicht ausreicht. :(
    Fairy Queen




    Bild eingefügt. Eine Anleitung wie das funktioniert gibt´s --->hier<---
    Gruß, Thomas

    Mir gefaellt die Idee, mir Pamina und Papageno als Liebespaar vorzustellen!
    Auch wenn ich nicht glaube, dass das im Sinne der Oper waere...... Mozart haette sicher postum nichts dagegen :P
    Was Orfeo ueber das Glaeschen zuviel auf der Hollywoodschaukel schreibt, waere sicherlich nur mit einem Sunnyboy wie Papageno, kaum aber mit Tamino moeglich. Wenn man sich ein Leben mit Tamino und daneben ein Leben mit Papageno vorstellt, muss frau zwangslaeufig zu der Ueberzeugung kommen, dass Letzteres wesentlich amuesanter und lust-iger zu werden verspricht. :baeh01:
    Ich finde, dass aus rein psychologischen und ehe-"hygienischen" Gruenden eine Verbindung Tamino-Papagena und Pamina-Papagageno ihre Vorzuege haette.
    Der jeweils "ernste" und leicht depressiv strukturierte Partner wird bestens durch den froehlichen, kindlicheren, lebenslustigen Widerpart ausgeglichen. Bei Papageno kommt man nicht zu Tode durch Verzweiflung, er schafft es ja nichtmal selbst mit seinem Pseudo-Strick. Und die freche PapagenA wuerde dem Tamino sicher auch ganz andere Floetentoene beibringen als die etwas brave und gehorsame Pamina....... :untertauch:


    Fairy Queen

    Ich finde auch, dass man da schon sehr genau differenzieren muss. "Sex" auf Cd-Covern ist meiner Meinung nach vollkommen fehl am Platz und wenn es um Violinsonaten oder aenliches geht, nur billiger Werbetrick. Und ic hsehe selbst sehr gerne schoene Menschen an und habe nichts gegen attraktive Musiker einzuwenden, im Gegenteil.
    Etwas ganz Anderes ist dagegen Oper, in der es ja sehr haeufig Szenen gibt, die von Erotik und Liebe erzaehlen. Wenn daran vorbeiinszeniert wird, finde ich das genauso laecherlich und fehl am Platz wie plakatives "Porno-Getue" .
    Ein Paradebeispiel bleibt Don Giovanni. In dieser Oper geht es darum, wie ein Mann unter krankhafter Sexsucht und Beziehungsunfaehigkeit leidet und damit sich und Andere ins Verderben stuerzt. Das muss auch in der Inszenierung deutlich werden und das beginnt schon damit, dass man keinen Protagonisten waehlt, der rein aeusserlich eine Karikatur der Rolle darstellt. Und sei die Stimme noch so toll. Dasselbe gilt fuer Lulu und Salome etc. Mir kann das schlimmstenfalls ganze Auffuehrungen verderben!
    Ich habe mal eine sehr gute Inszenierung gesehen, die genau das richtige Mass traf, aber an manchen Stellen auch auf gute Weise plakativ wurde.
    In der beruemten Champagnerarie hat der Don Giovanni sich ein Glas vor den Unterleib gehalten und am Ende der Arie den Inhalt von sich geschleudert, an der entsprechenden Stelle. Quasi als Symbol seinerLlieblingsbeschaeftigung. Und ich fand das sehr gut und ueberzeugend. Eine Salome muss natuerlich ihren Scheleirtanz machen und dass da auch Haut zu sehen ist, finde ich nur legitim und glaubwuerdig. Carmen, Lulu und Konsorten sind ausgewiesene Verfuehrerinnen und Sexbomben und das schamhaft zu verschweigen finde ich fehlinszeniert.
    Allerdings weiss ich nciht, was Sex in Klaviermusik oder Bach-Sonaten verloren hat. Ausser eben dem Selling-Faktor..... :rolleyes:
    Fairy Queen

    Herzlichen Dank fuer diese ausfuehrliche Antwort!
    Die Melodien sind so kunstvoll, wenn auch nicht wirklich kompliziert, dass ich mir gut vorstellen kann, dass sie aus fruehen Opern stammen. Sie liegen irgendwo zwischen Lied und Arie.
    Ideal für helle Tenor oder Sopranstimmen.
    Aus deinem Namen und deiner Kenntnis schliesse ich, dass du dich in frz. Vokal- Barockmusik gut auskennst.
    Leider wird sie in Deutschland nicht so anerkannt und aufgefuehrt wie es vielleicht angemessen waere.
    Ich frage mich, ob das daran liegt, dass Ballett und Tanz nicht so verbreitet ist wie in Frankreich oder dass, anders als in England und Frankreich, die Stimmen , die diese Art Musik idealerweise singen koennen eher seltener sind. ?(
    Ich bin z.B. begeistert von den Opern von Rameau. Gibt es hier ein eigenes Forum fuer alte Musik oder packt man das bei Fragen einfach unter Vokalmusik oder ins Opernforum?


    Was die Bergerettes angeht eignen die sich auch bestens fuer Gesangsanfaenger und ich werde vielleicht probieren, die Begleitung irgendwie fuer den Hausgebrauch mit Klavier hinzubekommen. Wenn du sagst, dass das auch damals mit Fortepiano begleitet wurde, habe ich weniger Scheu.
    Die Texte entsprechen ganz und gar der im 18. JH so verbreiteten Schaefer-Idylle. Man sieht geradezu die Gemaelde von Watteau vor dem geistigen Auge.
    Nochmal danke
    Fairy Queen

    Ich habe gestern ein Gedenkportraet des grossen Cellisten gehoert und war besonders bewegt von seinem schweren Lebensweg und nie versiegenden Mut unter schrecklichen und entmutigenden Bedingungen. Er musste bereits mit 14 Jahren im Krieg im mehr als gebeutelten Russland die Familie mit Musik-Unterricht ernaehren, weil der Vater als Soldat gefallen war.
    Eine Einspielung der Arpeggione-Sonate zusammen mit keinem Geringeren als Benjamin Britten am Klavier hat mich besonders gefesselt.
    Mein ganzer Respekt fuer eine aussergewoenliche Musiker-Persoenlichkeit und Trauer
    dass "Slava" uns verlassen hat. Seine Bach-Sonaten sind einer meiner groessten Schaetze.
    Fairy Queen

    Ich bin neu in diesem Forum und sage erst mal freundlich Guten Tag. Durch Empfehlung eines Musikers hier gelandet, ist es mir seit gestern noch bei weitem nicht gelungen, mich durch das vielgefaecherte Themenspektrum zu wuehlen. Das wird wohl Wochen dauern. :untertauch:
    Ich interessiere mich brennend fuer Musik in fast allen Schattierungen und habe eine gewisse Vorliebe fuers Vokale, da ich selbst singe.
    Zuerst habe ich eine Frage:
    Kennt hier jemand die Liedgattung "Bergerette" und kann etwas dazu sagen?
    Ist das hier der richtige Ort fuer diese Frage oder gibt es einen speziellen Bereich fuer alte Musik?
    Ich habe ein Buechlein mit Bergerettes (Schaeferliedchen) von 1913 geschenkt bekommen und finde diese Melodien und Texte sehr sehr huebsch und singenswert, weiss aber so gut wie ncihts darueber. Die Texte sind sehr bukolisch und drehen sich um Liebe und Schaeferromantik, Troubardouraspekte sind auch noch zahlreich vorhanden.
    Die Begleitung ist anscheinend fuer Laute notiert, ein einziges System im Violinschluessel.
    Mangels Laute ueberlege ich , ob man das nciht auch mit der rechten Hand am Klavier selbst begleiten kann. Oder auch mit Gitarre oder Harfe.
    Wenn jemand irgendetwas dazu weiss, bin ich sehr dankbar.
    Fairy Queen