Beiträge von Fairy Queen

    Lieber Ulli und lieber Gurnemanz, wenn ich das hier lese, fallen mir alle meine Jugendsünden ein! Ich war vor Jahren auch mal von der Julien Green Suicht befallen und habe ziemlich viele seiner Werke. Welche da wären(die ich besitze, meine ich):


    Leviathan


    Moira


    Träume und Schwindelgefühle


    Meine Städte


    Mont Cinère


    Varuna


    Treibgut


    Von fernen Ländern



    Mich hat damals besonders sein Blick in die Psyche seienr Figuren und deren Abgründe fasziniert.
    Ausserdem sein hervorragender Stil.
    Ihr macht mir Lust, diesen Schriftsteller nochmal hervorzukramen.
    Ich erinnere allerdings nicht, dass er besonderes viel über Musik in seinen Werken geschreiben hat.


    F.Q.

    Lieber Walter, ich freue mich , dass es dir in Lille gefallen hat und lese erstaunt und interessiert über deinen Eindruck dieser Stadt!


    Natürlich kann man diese lebendige Universitäts- und Departements-Hauptstadt nciht mit den blankgeputzten Touristenstädten in belgisch Flandern vergleichen, aber es wurde nach 1945 schon eine ganze Menge für Renovierung und Restaurierung des wunderschönen historischen Kerns getan und investiert.
    Was die für deutsche Verhältnisse runtergekommenen Gebäude angeht: am Anfang fand ich es qauch serh merkwürdig, mit welchem Standard sich Franzosen im Gegensatz zu Deutschen auf dem Wohnsektor zufrieden geben. Das ist aber auch eine Frage allgemeiner Wertigkeit.
    Heute staune ich nämlich immer wieder über blankgewienerte deutsche Reihenhäuschen mit abgezirkeltem Vorgarten- und mit welchem Standard von Ernährung sich dann deren Einwohner zufrieden geben.
    Standpunkte wandeln sich.


    Und was Kunst und Kultur angeht, sind die neuesten Projekte in meinen Augen eher geradezu futuristisch geprägt.(Du hast sciher die riesigen schwarzen Baby-Dinos in der Strasse, die zum Bahnhof führt gesehen, sowas haben wir hier häufig...) Lille 3000 nennt sic hdas Ganze..... und hat etwas Spaciges an sich.
    Und was den natürlichen Charme der Einwohner(die aus ganz Nordfrankreich herströmen, denn nord-östlich von Paris gibt es ausser Lille nur totale Provinz) angeht, hast Du vollkommen Recht!
    Mich haben die unprätensiösenSchtis mit ihrer serh sympathischen und auf dem Boden verhafteten Genussfähigkeit auch überzeugt- obschon es für Deutsche nach wie vor nciht leicht in dieser Region ist.
    An den Wochenenden ist Lille übrigens von Belgiern und Engländern überschwemmt- die Meisten kommen zum Einkaufe, denn die Geschäfte in der Innenstadt können sich wahrlich sehen lassen und haben den echten frz. Chic.


    Die von Dir vorgestellte Ausstellung haben wir noch nciht gesehen, danke für diesen tollen Hintergrundbericht!
    Jugednstil gibt es ein wenig ausserhalb, hinter der Zitadell über den Pzrk hinweg-. In meinem Stadtviertel fand z.B. um 1900 ein Architekturwettbewerb statt und einige Strassen sind hier voll der herrlichsten denkmalgeschützten Jugenstilvillen.


    Was die Musikszene angeht, können wir uns hier nicht beklagen: Emmanuelle Haïm und ihr Concert d'Astrée haben gestern wieder den(beinahe) Weltrang der Opéra de Lille bewiesen und obschon Musik wahrhaftig nciht die in Frankreich am meisten geförderte Kunst ist, wird sie hier nicht vernachlässigt.
    Jean-Claude- Malgoire ist in Tourcoing ja auch mal eben um die Ecke rum.


    Alte Musik auf höchstem Niveau und Sehr Modernes bekommt man in Fülle, die grossen Klassioker und Romantiker eher weniger.


    F.Q. als Lilloise



    Mon dieu- das ist der Hammer unter all diesen Hämmern!


    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:


    So ein Tamino- Serien- Krimi wäre übrigens mal eine feine Sache-meint ihr nicht?




    Das wäre schonmal ein Mordmotiv - frei nach Orpheus in der Unterwelt.......


    F.Q.

    18.4.2009 Opéra de Lille


    G.F. Händel "La resurrezione"


    Camilla Tilling Der Engel
    Kate Royal Maria Magdalena
    Sonia Prina Maria Cleophas
    Toby Spencer Johannes
    Luca Pisaroni Luzifer


    Le Concert d'Astrée


    Leitung und Cembalo: Emmanuelle Haïm



    Ulli und Pius haben mich gut beraten- für dieses Werk und besonders für diese Aufführung lohnt jedes Schlange stehen!


    Ein frühes Oratorium des 23Jährigen, in Rom komponiert und uraufgeführt und fast näher an Bachs Kantaten als an Händels späteren großen Chor-Oratorien.
    Fünf Solisten, die das Personal verkörpern, welches Jesu Auferstehung am dritten Tage bezeugt- der Teufel als Zweifler und als Widersacher des Engels zieht am Ende angesichts der vollendeten Tatsachen den Kürzeren und flieht freiwillig in den finstersten Höllenkreis.


    Neben der Ouvertüre, zwei Quintetten und Duetten besteht dieses Werk aus kammermusiklaisch sehr variabel und abwechslungsreich begleiteten Solo-Arien.
    Da gibt es von der Unisono-Violinbegleitung, bis zu Laute, Cello und Cembalo, über diverse Bläser/Continuo-Kombinationen alles, was die barocke Küche zu bieten hat. Ich musste unwillkürlich und oft an die Bachsche Arienbegleitung denken, aber Händels Stimmenführung und Behandlung der Singstimme ist doch eine ganz Andere.


    Emmanuelle Haïm und ihr Ensemble zeigten sich in Bestform. Ihre langjährige Händel-Erfahrung zahlt sich hier nun vollkommen aus. Den Zuhörern wird barocke Kammermusik vom Feinsten geboten, aber auch die lauten jubilierenden Töne mit Trompeten und vollen Streichern kommen nciht zu kurz.


    Ihr Händchen für allerfeinste Singstimmen ist bekannt und auch der heutige Abend war wieder ein Hochgenuss für Freunde des Schöngesangs.
    Trotz des sehr hohen Niveaus ragte Sonia Prinas herrlicher Alt (ein solch volles und doch schmiegsames Organ sucht seinesgleichen!) noch ein wenig hinaus. Erstaunlich war, wie gefühlvoll alle Partien gesungen wurden, das ist in diesem Genre nicht immer üblich, schon gar nciht bei so schlanken HIP-Aufführungen.
    Toby Spencer wäre auch ein idealer Bach-Evangelist, Mozart-Tenor und Lied-Sänger- ein selten sauberer , schöner und stilsicherer Tenor.
    Kate Royal hat sich nach kurzen Anlaufschwierigkeiten schnell warm gesungen und mit viel Wärme die Trauer und Liebe der Maria Magdalena vermittelt. Der Bass-Bariton Luca Pisaroni hat für den Luzifer eine fast zu schöne Stimme- da fehlte ein wenig das Diabolische. Und in der Tiefe merkte man dann doch, dass man es nciht mit einem echten Baß zu tun hatte.
    Als Belliini-Rodolfo wäre er sicher zum Hinschmelzen!


    Camilla Tilling hat die rasenden Koloraturen ihrer Auftrittsarie mir Bravour gemeistert und auch sonst technisch voll überzeugt.
    Von einem Engel wünsche ich mir persönlich etwas mehr stimmliche Anmut und Lieblichkeit Richtung Natalie Dessay. Aber die stand wohl nciht zur Verfügung.


    Die Standing Ovations und der langanhaltende Jubel des Publikums plus Zugaben waren vollkommen verdient- das war eine echte Händel-Sternstunde! Die Aufführung ist von Virgin Classics mitgeschnitten worden und ich kann den Kauf der CD schon jetzt wärmstens empfehlen!



    F.Q.

    18.4.2009 Opéra de Lille


    G.F. Händel "La resurrezione"


    Camilla Tilling Der Engel
    Kate Royal Maria Magdalena
    Sonia Prina Maria Cleophas
    Toby Spencer Johannes
    Luca Pisaroni Luzifer


    Le Concert d'Astrée


    Leitung und Cembalo: Emmanuelle Haïm



    Ulli und Pius haben mich gut beraten- für dieses Werk und besonders für diese Aufführung lohnt jedes schlange stehen!


    Ein frühes Oratorium des 23Jährigen, in Rom komponiert udn uraufgeführt und fast näher an Bachs Kantaten als an Händels späteren grossen Chor-Oratorien.
    Fünf Solisten, die das Personal verkörpern, welches Jesu Auferstehung am dritten Tage bezeugt- der teufel als Zweifler udn als Widersacher des Engels zieht am Ende angesichts der vollendeten Tatsachen den Kürzeren und flieht freiwillig in den finstersten Höllenkreis.


    Neben der Ouvertüre, zwei Qintetten und Duetten besteht dieses Werk aus kammermusiklaisch serh variabel und abwechslungsreiche begleiteten Solo-Arien.
    Da gibt es vo nder Uni-Sono-Violinbegleitung, bis zu Laute, Cello und Cembalo, über diverse Bläser/Continuo-Kombinationen alles, was die barocke Kûche zu bieten hat. Ich musste unwillkürlich und oft an die Bach'sche Arienbegleitung denken, aber Händels Stimmenführung und Behandlung der Singstimme ist doch eine ganz Andere.


    emmanuelle Haïm und ihr Ensemble zeigten sich in Bestform. Ihre langjährige Händel-Erfahrung zahlt sich hier nun vollkommen aus. Den Zuhörern wird barocke Kammermusik vom Feinsten geboten, aber zauc hdie lauten jubilierenden Töne mit Trompeten und vollen Streichern kommen nciht zu kurz.


    Ihr Händchen für allerfeinste Singstimmen ist bekannt und auc hder heutige Abend war wieder ein Hochgenuss für Freunde des Schöngesangs.
    Trotz des serh hohen Niveaus ragte Sonia Prinas herrlicher Alt(ein solch volles und doch schmiegsames Organ sucht ihresgleichen!) noc hein wenig hinaus. Erstaunlich war, wie gefühlvoll alle Partien gesungen wurden, das ist in diesem Genre nicht immer üblich, schon gar nciht bei so schlanken HIP-Aufführungen.
    Toby Spencer wäre auch ein idealer Bach-Evangelist, Mozart-Tenor und Lied-Sänger- ein selten sauberer , schöner udn stilsicherer Tenor.
    Kate Royal hat sich nach kurzen Anlaufschwierigkeiten schnell warm gesungen und mit viel Wärme die Trauer und Liebe der Maria Magdalena vermittelt. Der Bass-Bariton Luca Pisaroni hat für den Luzifer eine fast zu schöne Stimme- das fehlte ein wenig Diabolisches. Und in der Tiefe merkte man dann doch dass man es nciht mit einem echten Bass zu tun hatte.
    Als Belliini-Rodolfo wäre er sicher zum Hinschmelzen!


    Camilla Tilling hat die rasenden Koloraturen ihrer Auftrittsarie mir Bravour gemeistert udn auch sonst technisch voll überzeugt.
    Von einem Engel wünsche ich mir persönlch etwas mehr stimmliche Anmut und Lieblichkeit Richtung Natalie Dessay. Aber die stand wohl nciht zur Verfügung.


    Die Standing Ovations und der langanhaltende Jubel des Publikums plus Zugaben waren vollkommen verdient- das war eine echte Händel-Sternstunde! Die Aufführung ist von Virgin Calssics mitgeschnitten worden und ich kann den Kauf der CD schon jetzt wärmstens empfehlen!


    :jubel: :jubel: :jubel:


    F.Q.

    Ich will dann auch mal ein Störfeuer abgeben und offen sagen, dass mir jede Lust an den TMOO Threads mitzumachen, von ganz wenigen(missionarischen ;)) Ausnahmen abgesehen- nicht nur aufgrund der inflationären Bewertung -a priori fehlt.
    Der zweite noch wesentlichere Hinderungs-Grund ist für mich, dass ich keine Lust und Zeit habe, mir eine Gesamtaufnahgme so lange anzuhören, bis ich sicher bin, sie hinreichend bewerten zu können.
    Wer das glaubtübers Knie brechen zu können, ist m.E. unseriös und um eine Aufnahme wirklich beurteilen und vergleichen zu können, braucht man mindestens drei Durchgänge, bei einer normallangen Oper also 9 Stunden.
    Gratuliere, wer die tâglich bzw wöchentlich hat, um hier in dieser Dichte werten zu können!


    Es soll ja auch Musikliebhaber geben, die viel lieber live in die Oper gehen, als Cds zu sammeln.......
    Insbesondere, wenn es um Musik-Theater geht, finde ich ohnehin Konserven zweitrangig und bin da ganz und gar mit Severina einig. Ariensampler von Sängern der Vergangenheit wûrden mir vollkommen riechen, um deren Stimmen zu hören, auch wenn es natürlich zugegebenermassen interessant sein kann , die Puritani mal ganzer Länge mit Callas zu hören.


    Ich äussere mich lieber in den entsprechenden Werkethreads oder zu einzelnen Sängern/Szenen/Arien und lese auch dort nach, was einzelne von mir in sachen Oper udn Gesang als kompetent eingestufte Taminos zu einzelnen Aufnahmen denken.
    Wer hier lange genug dabei ist und seine Pappenheimer kennt, weiss, wessen Urteil dem eigenen Geschmack und Empfinden von guter Musik am nächsten kommt und kann entsprechend sortieren.


    Mir dient das TMOO bestenfalls als Informationsquelle und Orientierungshilfe , welche Aufnahmen es von irgendeinem Werk überhaupt gibt.
    Zu diesem Zwecke finde ich das Unternehmen gut, aber ansonsten ist das ein deraritger Zeit- und Arbeitsaufwand für SERIÖSE, das mich das wirklich abschreckt.
    Aktionen wie z.B. Peter Weber- Freischütz -Unternehmen kann ich da nur staunend bewundern 8o


    So das war nun sicherlich ein Störfeuer- aber ich bin schon mehrfach gefragt worden, warum ich bei der TMOO nicht mitmache.


    F.Q.

    Lieber Herbert, kennst du Core n'grato mit Tino Rossi?
    Dagegen ist Corelli noch ein Purist.... :D



    Was Warrens Rigoletto angeht: mir gefällt er gerade , weil er so leidend und gefühlsecht ist.


    Was die amerikansiche Schule angeht: wenn man es genau nehmen würde,ist letztlich ganz Amerika von den Indianern abgesehen nichts anderes als eine einzige Abstammung von europäischen, afrikanischen oder anderen Wurzeln. aber eine Art amerikanischer Unart im Gesang oder besser iene Abfärbung gewisser US-"Kultur"Unsitten auf den Gesang gibt es dennoch- wenn ich mir allein Renée Flemings Belcanto-Verhunzungen anhöre, klingt das derartig nach Hollywood Leuchtreklame...... :wacky:


    F.Q.

    Lieber Martin, die Air de le Folie aus dem Platée ist der Hammer, n'est-ce pas?
    Das war mein erster Eindruck von Petibon überhaupt und sie hat mich trotz deises fulminanten kaum zu toppenden Einstiegs auch in Folge nie enttäuscht! :jubel: :jubel: :jubel:


    Lieber Gurnemanz,
    hier sind sogar die Duette drauf und Stella Doufexis singt die zweite Stimme- das könnte Dir gefallen- ich bin allerdings kein wirklicher Fan von Christine Schäfers Timbre.


    Ansonsten empfehle ich Veronique Gens, Felicity Lott und die neueste Cd von Susan Graham- da sind allerdings überall nur einige Chaussson Lieder drauf..... :(


    Und für Liebhaber von Männerstimmen unbedingt an erster Stelle Gérard Souzay! :jubel: :jubel: :jubel:


    Hier gibt es auch einige besondere Raritäten und dazu orchestriert.



    Bon plaisir!
    F.Q.


    Das ist wahrhaftig ein Kleinod, ich habe es heute abend probegehört :angel:
    Und möchte auch an Chausson als Liedkomponisten erinnern!
    Nicht nur sein "Chanson perpetuelle" verdient da grösste Aufmerksamkeit.
    Gestern habe ich z.B. ein Duett für zwei Frauenstimmen"La nuit" gehört- das war ebenfalls zum Hinschmelzen!


    Er hat genau diese melancholische Leichtigkeit, von der Gurnemanz und ich im Hinblick auf frz. Musik gerade sprachen und die so hinreissend ist.

    :untertauch: :untertauch: :untertauch:
    Bekanntlich liegen Liebe und Leid ja dicht beieinander ,aber Lied und Leid in meinem Bewusstsein eigentlich gar nicht. Im Gegenteil.
    Das muss dann wirklich ein freudscher Untergrundpartisane in mir sein, der das dauernd verwechselt...... ?(


    F.Q.

    Lieber Operngernhörer, deine letzten Sätze könnten glatt von mir sein!
    Wo hast Du die gefunden?


    Ich habe mich gerade mit diesem Argument für eine Kammermusik-Akademie im Sommer bei einem Klavierpofessor angemeldet, der noch nie einen Sänger in seinen Kursen hatte und einen Präzedenzfall schaffen will, weil er als erfahrener Lied-Begleiter das Oben gesagte genau nachvollziehen kann.


    Ich gebe dir Recht, dass wirklich gute Liedsänger ohne jede Aktion überzeugen müssen, würde gelegentliche "Inszenierungen" grosser gut bekannter Lied-Zyklen aber trotzdem als Bereicherung und Erweiterung des Horizonts empfinden. Siehe Zwielicht.


    Lieber Theo, aus meiner eigenen bescheidenen aktiven und wenig bescheidenen passiven Erfahrung ist es keinesfalls Grundtenor aller Sänger und Gesangslehrer, dass Lied schwieirger zu singen sei als Oper.
    Lied wird nicht selten mit Anfänger gleichgesetzt und fast Alle wollen so schnell wie möglcih grosse Oper singen. Das erscheint Vielen nciht nur renommierter, sondern auch rein wirtschaftlich gesehen, wesentlcih vorteilhafter.
    Mit Oper kann man Geld verdienen mit Kunstlied allenfalls Anerkennung der Kenner.


    Was die rein vokale Virtuosität, die Höhenexpansion und auch die Kraft angeht, ist in der Regel Operngesang anspruchsvoller.
    Was Intelligenz(besonders auch der EQ), Musikaliität und Finesse angeht, m.E. der Liedgesang.
    Es gibt Sänger, die können Beides überzeugend vereinigen, es gibt aber auch reine Lied- oder Operntalente.


    Und solche, die das leider nicht wissen (wollen)...... :wacky:


    F.Q.

    Lieber Gurnemanz,
    das Faszinerende an der frz.Musik für mich ist eine für Deutsche ungewohnte Schwerelosigkeit und die melancholische Leichtigkeit des Seins.
    Ausserdem ein grosser Recihtum an Phantasie, Spiel und unverbindlicher Sinnliichkeit- damit meine ich , man muss sich nicht gleich wie Isolde in definitive Liebestode stürzen oder entdecken , was die Welt im Innersten zusammenhält.
    Das findet man in frz. Musik einfach en passant und meist ,ohne es zu merken.


    Was Hans Sommer angeht: ja! :yes:
    Der Gedanke an Wagner kam mir seltsamerweise auch sofort, aber es ist wirklich etwas vollkommen Eigenes. Der Text wird anders behandelt,(oft wie bei Debussy!) die Begleitung ist viel schlanker. Manches erinnert auch an Liszts Lieder. Genial finde ich die beiden Loreley-Lieder!
    Und Sommer soviel besser als Strauss, nciht allein in der Textauswahl udn Feinheit der Komposition - mir ist einfach unbegreiflich, dass das noch niemand gemerkt hat!
    Wo ist Edwin? Der muss das unbedingt kennenlernen!


    Wegen der Noten habe ich beim Nachlassverwalter angefragt und hoffe so sehr, dassi ich diese unglaublcihe Desdemona bekommen kann.
    Etwas so atmospghärisch Dichtes und Eindringlcihes mit so scheinbar schlichten Mitteln zu erschaffen ist mir ausser Schubert und Hahns Heure exquise noch nciht untergekommen.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    F.Q.


    Ich habe Hans Sommer durch eine Empfehlung von Gurnemanz auf der Suche nach Venedig-Liedern entdeckt und heute ist die Cd gekommen! Ich bin mehr als enchantée udn habe gleich meiner Begeisterung Ausdruck verliehen:




    "Diese Lieder-Cd eines mir bis dato vollkommen unbekannten Komponisten ist eines der noch zu entdeckenden Wunder des Kunstlied- Genres.
    Ich bin vom Farbenreichtum und der Schönheit dieser Komposition überwaltigt! Und umso unbegreiflicher ist es, dass Sommer als Komponist in Vergessenheit geraten konnte.
    Seine Lieder sind m.E. denen seines Zeitgenossen Richard Strauss an Finesse und musikalischem Einfühlsvermögen in die Texte weit überlegen.
    Die Interpretation von Doufexis und Gimse finde ich hervorragend. da es keine Andere gibt, fehlt allerdings jede Vergleichsmöglichkeit.
    Unbedingte Kaufempfehlung für alle Kunstliedfreunde !"


    Heissen Dank an Gurnemanz für diese unglaubliche Entdeckung! :lips:



    F.Q.

    Fûr den Sänger ist das Szenische sicher leichter, denn es gibt fast ncihts Schwierigeres als ein ganzes Konzert mit Kunstlied-Interpretatonen
    Niemand steht so nackt und bloss vor dem Publikum wie ein Liedsänger- man istgezwungen, auf kleinstem Raum fortlaufend neue Szenerien nur mit der Stimme und inneren Haltung zu erschaffen.
    Wer nur oper singt und glaubt, dass Lieddgesang dagegen ein Spaziergang sei, täuscht sich ganz entschieden!
    Das Gegenteil ist eher wahr!


    Daher kommt die Szene sicher auch dem Sänger gelegen udn ich kann mir das durchaus vorstellen.
    Allerdings scheint mir das von Lilith beschriebene Schalfsack -Ambiente zur Winterreise doch etwas extrem. aber ich urteile ungern aus Distanz und müsste das erst sehen.
    Eine Winterresie mit Ballett-Choreographie von Anthony Taylor hat mir vor Jahren sehr gefallen, nur ledier war dort der Tenor (es war die Zender-Feassung für Kammerorchester udn Tenor) nciht so umwerfend.
    F.Q.

    Lieber Frank, sowohl Inhalt als auch Musik der Armide finde ich nciht besonders kinderfreundlich.
    Das kann man mit "Cosi fan tutte" nicht vergleichen.
    Dort gibt es Despina, die Albaner, eine Wette,Verkleidungsszenen und abwechslungsrecihe Nummernoper.
    In der Armide gibt es Sex und Macht, Kreuzritter und Geschlechterkampf und durchkomponierte Szenerien ohne "Hits "und ausserdem keine einzige Lachnummer.
    So aufgeweckt Dein Filius sicher ist, ist das doch ein arg starker Tobak fûr einen 8 Jâhrigen.


    F.Q.

    Ich muss gestehen, dass ich bei all den unterschiedlichen Wertungen hier nicht mehr durchblicke- es hilft wohl Alles ncihts: man muss die Oper selbst ansehen oder :stumm:
    Dass ich letzteres nun doch nicht tue, hängt mit meiner unbezähmbaren Neugierde zusammen- pardonate! :untertauch:


    Ich finde alleine die Geschichte der Armide schon ohne Musik ungeheuer spannend und frage nochmal nach,um sie richtig im Sinne Bieitos zu verstehen:
    Armida soll/will die Kreuzfahrer ausser Gefecht setzen und bewerkstelligt das, indem sie sie verführt und mithilfe der anderen Damen in ihrem Harem zu willenlosen Lustsklaven macht. Was Bieito offenbar serh plastisch dargestellt hat.


    Dann verliebt sich Armida aber unvorhersehbarerweise in Rinaldo(warum, wenn der so ein Schwächling ist???????) und wird - Originalton J.R.- "von seine Weichteilen besiegt."
    Soll das heissen, Armida wird ihm einfach nur sexuell hörig? Wenn ja, stellt sich angesichts der von mehreren Usern bekundeten Mittelmässigkeit Rinaldos in dieser Oper, erst recht die Frage: warum unterliegt eine solch starke Frau einem solch unwürdigen Mann auf ihrem eigenen Kampfgebiet?


    (In der Musik Glucks ist DAS m.E. vollkommen anders zu hören.)


    Dass sie diesem Mann nun emotional so ausgeliefert ist erfüllt sie mit Selbstekel und Wut. Um sich nicht selbt zu hassen, möchte sie lieber ihn hassen. Soweit komme ich noch serh gut mit.
    Wenn Reynauld unwürdig ist und Armide sich selbst verachtet, ihn zu lieben, kann ich die ganze Raserei die da abläuft, zumindest psychologisch nachvollziehen, auch wenn das m.E. SO nicht in der Musik ist


    Was ist aber mit diesem hochinteressanten alten Liebespaar von dem Mela spricht?


    Was soll das deutlich machen?


    Dass Liebe in der Jugend unreif und von Eitelkeiten und Illusionen vergiftet ist und erst im Alter wahre Qualitäten gewinnt?


    Dass Sex mit zunehmendem Alter und Dauer der Beziehung immer besser, vertrauter und ehrlicher wird? Das wäre mal eine wirklcih moderne Ansciht eines Regisseurs und kein 1000mal nachgestelltes Klischee vom Geschlechterkrieg!


    Dass der Jugend- und Schönheitswahn die Liebe ruiniert?



    Das Ende der Oper scheint eine Erfindung Bieitos zu sein, denn in allen Armide- Versionen wird sie entweder getauft oder selbst umgebracht (bei Dvorak z.B.) oder Rinaldo rettet sie vor dem Selbstmord und verzeiht ihr.
    Mich würden in diesem Zusammenhang auch die Vergleiche mit Alcina und Dido interesseiren,Beides Frauen , die in ähnlchen Situationen stehen .


    F.Q.

    Lieber Zwielicht, wie beruhigend dass die Musik im Sinne Glucks interpetiert worden ist! :D
    Ich hatte gestern beim Hören wirklich das Gefühl, dass hier zwar von Sehnsucht ,Enttäuschung, Selbstzerrrissenheit und massenweise Zweifeln gesungen und gespielt wird, aber eine Reduzierung auf Liebe als gewalttätiger Macht-und Sex- und Überlebens Kampf in dieser Musik keinesfalls stattfindet.


    Hat Bieito diesen Kontrast zwischen der tiefen Sehnsucht Armides und ihrer realen Lebenswelt und bisherigen Liebesunfähigkeit evtl viel zu einseitig und plakativ dargestellt?


    Was der Autor über eine frz. Oper in deutscher Sprache schreibt (und die m.E. damit eng verbundenen stilistischen "Ausfälle") wundert mich hsowieso nciht weiter.....
    Bin sehr gespannt auf weitere Stellungnahmen, derer, die im Saal waren.

    Wir hatten schon einen anderen Thread zu diesem Thema hier im Forum, in dem es sehr persönliche Statement zur Taminosucht und den damit verbundenen Problemen (z.B. für Arbeitnehmer und Nicht-Singles) gab. Ist der im Tritsch-Tratsch-Bereich?



    Ich bin natürlich unverkennbar süchtig, habe das aber soweit in den Griff bekommen (müssen), dass ich diese Sucht in ihren schlimmsten zetlichen Auswirkungen auf Uhrzeiten verlege, in denen sie meinen normalen Lebens-Ablauf nciht stören kann.
    Morgens zwsichen 5 und 7 Uhr sind sowohl meine Arbeit als auch mein Mann noch ziemlich tolerant. :D


    Alles andere sind leider fast überwiegend Blitzbesuche zwischen Tür und Angel- weshalb ich auch so viele Schreibfehler mache und ausserdem nie Alles mitbekomme.
    Und mich immer wieder wundere, wenn nach Tagen plötzlich Themen auftauchen die mich brenned intersssieren und schon eine Woche da sind. :wacky:


    Den Neuen kann ich nur sagen: rechtzeitig Riegel vorschieben und sich möglichste feste Tamino-Zeiten auferlegen. Und auch Abstinenz testen. ;)Wenn man das wild schleifen lässt, wird man der Sucht eines Tages nicht mehr Herr. Mir ist es anfangs auch so gegangen. Und glaubt nciht, das wird mit der Zeit von selbst besser! Je mehr wunderbare Menschen man kennenlernt und sogar persönlich trifft, desto schlimmer wird es :yes: :hello:


    F.Q.

    Solange sich Kritker und Zuhörer inhaltlich und musikalisch mit der Aufführung auseinandersetzen, kann ich jeden Verriss respektieren und nachvollziehen.
    Ich selbst sehe wie gesagt sehr ungern Szenen à la Pasolini an, wenn das aber in ein kongruentes Gesamtkonzept plausibel eingebunden ist, hilft alles Verlangen nach Schönheit udn Harmonie nicht weiter.
    Wer ins Theater geht, muss sich mit der heutigen Realität befassen und bereit sein, sich aufrütteln und durchschütteln zu lassen.
    Das war schon zu seligen alten Griechen Zeiten so und sollte auch bitte so bleiben.
    Theater ist keine Seelen-Streichelanstalt für empfindsame Jungfrauen.


    Wenn ich das richtig verstehe, setzt Bieto hier auf ein Liebesverständnis, das die Geschlechterverhältnisse erst umkehrt, um sie dann am Ende wieder "ins richtige Lot" zu rücken.
    Frauenmacht = sexuelle Unterwerfung der Männer, wird am Ende durch emotionale Unterwerfung durch den Mann und männliches Heldentum zerstört.
    Machthungrige und liebesunfähige Femme fatale wird mehr oder weniger brutal bekehrt um dann am Ende doch mit lerren Händen dazustehen.
    Nach dem Motto: selbst schuld- wer den Hass anruft und nicht auf die Liebe vertraut bzw sich nciht vertrauensvoll und ohne Vorbehalte hingeben kann, hat eben Pech gehabt.
    Liebe gibt es entweder ohne Netz und doppelten Boden oder gar nicht.
    Bitte verbessern, wenn ich das falsch verstanden habe, ich habe ja nur eure Beschreibungen.




    Lieber Peter, du nennst Bieto einen Moralisten ( MonsieurLa Rochefoucauld zieht seine Kreise...... :D)
    Was ist Deiner Ansicht nach hier die Moral von der Geschichte? Kurz und knackig in einen Aphorismus gebracht- was will diese Auslegung von Glucks Armide uns sagen?


    Die für mich entscheidene Frage bleibt doch : inwieweit lässt sich Bietos Interpretation an der Musik verifizieren?


    Ich habe gestern die Armide komplett angehört und sehr viel Zärtlichkeit neben Verzweiflung, Auflehnung und Selbsthass in der Musik gefunden.
    Kommt das in dieser Inszenierung auch vor?
    Gibt es die verliebte Armide und den verliebten Rinaldo, die an ihr Glück zumindest eine Zeitlang glauben?
    Gluck als reiner Brutalo und drastischer Zertrümmerer von Liebesgefühlen geht m.E. an grossen Teilen seiner musilkalischen Aussage vorbei.
    Wie ist dieser Widerspruch gelöst?


    F.Q.

    Tja, dann werde ich mich wohl im Januar beim Obsi einmieten, falls der mich nach meiner Cembaloschmähung noch will ( und hoffentlch ist da gut geheizt, ich bin kein Kontinentalklima gewohnt!!!!) um wenigistens einmal im Leben meine geliebten Puritani auf einer würdigen Opernbühne zu erleben.
    Die dazugehörigen Begleiterscheinungen wie z.B. Wiener Taminos in Kaffehäusern und Cd-Läden treffen, nehme ich natürlich widerwillig in Kauf :D


    Sobald man sich um Karten kümmern muss, sage mir bitte jemand Bescheid. Ich tarne das Ganze dann als mein Geburtstagsgeschenk an mich selbst.


    F.Q.

    Liebe Sevi, ich hätte evtl ein Bett für Dich in München, wenn ich dafür zu den Puritani nach Wien kommen kann-( trotz Anna N.- wie will sie das denn machen???????) aber meine Lieblingsoper von Bellini wird sowas von selten gegeben, die kann ich mir unmöglich durch die Lappen gehen lassen!
    Wer singt den Arturo? Wer dirigiert und wer inszeniert?


    F.Q.

    3. Patricia Petibon Sopran



    Zunächst überwiegend im Koloraturfach zu Hause, hat sich Patricia Petibon mit ihrer letzten Cd "Amoureuse" in die Liga der Allround-Soprane eingesungen und begeistert insbesondere mit einer beispielhaften Stilsicherheit und Gestaltungsfähigkeit.
    Ihr komödiantisches Talent hat sie in zahltreichen Opern von Barock bis zur Moderne unter Beweis gestellt und ist neben N.Dessay die derzeit begabteste mir bekannte Sopranistin Frankreichs.




    Vive la France et vivent les femmes!


    F.Q.

    2. Emmanuelle Haïm Dirigentin


    Die ebenso tüchtige wie temperamentvolle und attraktive Französin ist eine der ganz seltenen Grossen ihres Geschlechtes in der Alten Musik.


    Ich habe das grosse Glück , hier in Lille, an ihrer Stammoper, die Karriere hautnah mitverfolgen zu können.
    Ob Purcell oder Lully, Bach oder Monteverdi- Madame begeistert ihr Publikum und hat ein besonders gutes Händchen für schöne Stimmen.


    Davon zeugt folgende CD in wunderschönster Weise:


    Ich halte die Fahne für die französischen Desmoiselles und Madames hoch und präsentiere hier Dreie, die m.E. zur derzeitigen Weltspitze in ihren Domänen gehören:


    1. Natalie Dessay lyrischer Koloratursopran (alle Elogen und Informationen finden sich in dem ihr zugedachten Tamino-Thread!)



    Diese DVD zeigt exemplarisch 10 Jahre ihres Bühnenschaffens, von den Anfängen mit Strauss Frühlingsstimmen als Rosa- petit fours -Einlage in die Wiener Neujahrs Fledermaus 1993 bis zum Übergang ins Belcantofach.
    Die überragenden Schauspiel-Talente dieser Sângerin sind hier eindrucksvoll dokumentiert.


    Für ihr seit 2003 neu erarbeitetes Belcanto-Repertoire steht exemplarisch diese CD:

    Mir missfällt hier bereits das Wort Schwule- jedenfalls wenn es in diesem Kontext aus Liebestraums Feder kommt!
    Was bildest du Dir eigentlch ein?
    Uns für dumm zu verkaufen?



    Oder pilgerst DU etwa nur ins Theater, wenn es da nackte Frauen zu sehen gibt?
    Aber nein, ich vergass- dann strömen natürlich nur Lesben in die Vorstellung.
    Primitiver kann mann wohl wirklich kaum noch denken......


    Ich würde als Moderator diese dümmlichen Unverschämtheiten sofort löschen, um nicht Tamino dem Ruf der Diskriminierung von Homosexuellen auszusetzen und Selbige (die hier wahrlich in allerbester Weise zum Reichtum der Diskussionen beitragen) zu vertreiben.
    Pardon, aber mir platzt gerade der Kragen...... :motz: :motz: :motz: