Beiträge von Fairy Queen

    Lieber Osservatore venexiano,
    diesmal muss ich dich leider enttäuschen: Fred Feuerstein(welcome back!!!! :angel:) und die Maddy Quinn provozieren im Duett: ich finde das Cembalo zwar nciht obsolet, aber ich kann seinen Klang als Soloinstrument leider nciht länger als maximal 30 Minuten ertragen, ohne Kopfschmerzen zu bekommen.


    Ich fürchte, das ist eine genetische Mutation meienr Spezies , vielleicht gibt es ein Mittel dagegen? :untertauch:


    Und was lese ich hier von Krankenhaus?
    Ich hoffe doch sehr , du bist bis zum nächsten Cicchetti-Essen wieder fit! :hello:


    Eins muss man den Cembali jedoch neidlos lassen: schönere Instrumente hat die Welt wohl noch nicht gesehen!
    Liebhaber derselben müssen also ausgewiesene Ästheten sein- oder?



    Bon courage!

    Ich oute mich mal als fast komplette Bruckner-Ignorantin, die bisher (abgesehen von Chorwerken) nur eine bewusste Erfahrung mit Bruckner gemacht hat und zwar mit der 8. Symphonie.
    Die mir von einem Musik-Missionar untergejubelt wurde , ohne mir zu sagen, worum es sich handelte, bevor ich nicht mein erstes Urteil dazu abgegeben hatte


    Nein, kalt lassen kann einen sowas wahrlich nicht udn es gab Stellen, da wurde mir klar, warum diese Musik solche leidenschaftlcihen Reaktionen weckt und so verzückte Fans hat.


    Aber mir war das einfach zuviel des Guten.
    Ganz schlimm fand ich die ständige "Ladehemmung."
    Mehrfach glaubte ich , es sei nun endlch gut und Alles sei hinlänglich erlöst, aber dann ging es wieder von vorne los.
    Was zuviel ist, ist zuviel- meine Kapazitäten wurden da leider überschritten.
    Aber wie gesagt: ich spreche von einer einzigen Erfahrung, also sehr punktuell.
    Ob die anderen Symphonien ähnlich oder ganz anders auf mich wirken- vielleicht wird das irgendwann noch getestet.


    Jeder Komponist hat vielleciht auch seine Zeit im Leben eines Hörers und die für Bruckner ist bei mir noch nciht gekommen.


    Aber das Faszinierende a priori kann ich schon heute nachempfinden- der langsame Satz war wirklich berauschend.


    F.Q.

    Lieber J.R., ich verwechsle offenbar Armida mit Alcina, denn mir kommt es sehr wohl in den Sinn, dass die heidnische Zauberin am Ende für ihre Sünden bestraft werden muss und nciht einfach so davonkommen kann. Da hätte die Zensur wohl sofort aufgeschrien und selbst die Traviata durfte ja 100 Jahre später nciht überleben.
    Frauen dieser Spezies werden in Opern entweder ermordet, bringen sich selbst um oder gehen sonstwie unter.


    Was ich überhaupt nciht verstehe: wie kann jemand zu stark für eine starke Liebe sein???
    Ich sehe das genau umgekehrt: nur, wer nciht stark genug ist, hält eine starke Liebe nciht aus.



    Dass die Nackten Statisten waren, beruhigt mich dann doch.
    Als Sänger unbekleidet auf der Bühne zu stehen, nun ja...... wer dazu die Nerven und die Traute hat.......
    Man ist gerade schon nackt genug als Solist, aber wenn dann auch noch alle auf den Körper starren....


    Die Anklänge an Pasolinis Faschismus Kritik erscheinen mir übrigens serh interessant- ich kann mir sowas allerdings nur schwer ansehen und musste bei diesen Filmen immer mit Übelkeit kämpfen ,was natürlich nicht gegen das Regiekonzept sprciht.



    Anlässliich dieses Threads habe ich heute morgen die Armide mit Antonacci stückchenweise per IPOD gehört und finde schon, dass da einige potentielle "Hits" drin sind. Warum sie es nciht geworden sind? Vielleicht weiss unser Gluck-Spezialist dazu etwas zu sagen?
    Eine wunderschöne Armide-Arie am Beginn des zweiten Aktes zum Beispiel und schon alleine die Ouvertüre!
    Herrliche Musik- allerdings gefällt mir der Orphée nach wie vor besser.


    Mir das Ganze in deutscher sprache vorzustellen, fällt mir zugegebenermassen wieder einmal schwer, aber dazu höre ich lieber euer Urteil, die ihr dort ward.



    @ Liebestraum


    Dir macht es wohl immer wieder besonderen Spass, dich öffentlich selbst zu diskriminieren- das muss der spezielle Kryptosadomasochismus sein, von dem JR hier spricht...... :rolleyes:

    Lieber J.R., ich habe mit Spannung den Bericht erwartet und hoffe, dass Ingrid und Alviano auch noch ihre Eindrücke schildern werden!


    Das klingt wirklich sehr spannend und ich glaube , ich wäre auch bis zum Ende geblieben :D- allerdings weniger wegen der nackten mânnlichen Tatsachen(was ist daran so interessant, die sieht man doch, wenn nciht zu Hause, an jedem Kiosk?) sondern wegen der Musik und der offenbar konsequent durchinszenierten Story.


    Armida, die wie Alcina an der Liebe irre wird und ihre "schwarze" Zauberkraft durch die unkontrollierbare Zauberkraft der Liebe verlieren muss, ist eine vielveroperte Figur und offenbar ein besonderes Faszinationsobjekt gewesen.


    Dass Bieto die Dinge beim Namen nennt und damit die Geschichte ins Hier und Heute holt, ist m.E. nciht skandalôs sondern folgerichtig.


    Einer Oper, die ein solches Kellerkinddasein führt wie Glucks Armida kann man damit ausserdem nur eine sehr wünschenswerte Adrenalinspritze verpassen.


    Und um was soll es denn sonst gehen, als um nackten Sex und Macht, wenn "wohlanständige" Männer zu Hauf in den Klauen einer Femme fatale verderben?
    Mich würde sehr interessieren, welches Frauenbild da rüberkommt und wie die Sängerin der Titelfigur das vermittelt.
    Wird ihr Fall am Ende als gerechte Strafe von Bieto suggeriert?


    Und habe ich Dich richtig verstanden, dass alle Liebhaber/Opfer der Armida grundsätzlich nackt gesungen haben ?
    Für einen Sänger ja nicht gerade eine alltäglcihe Übung.......


    F.Q.

    Liebe Severina, heute morgen hatte ich so richtig Spass mit den Tamino-Opernbesuchbeschreibungen und ich weiss nicht, ob ich gestern abend lieber in Wien oder in Berlin gewesen wäre (da Juan Diego bekleidet war, stellt sich diese Frage ernsthaft! :D)


    Nachdem ich ihn neulich als Elvino erlebt habe, glaube ich Dir aufs Wort- er ist derzeit auf dem Gipfelpunkt seiner Kunst und technisch wirklich nicht zu toppen.


    Villazon hat mich mit seiner Furtiva Lacrima in der Version mit einer wirklich hervorragenden Netrebko als Adina zwar acu htotal begeistert, aber warum soll man nicht zzwei Tenöre i ndieser rolle- jeden auf seine Weise- umwerfend finden dürfen?


    Was mich immer wieder amüsiert und rührt, ist die Leidenschaft, mit der die Wiener offensichtlich auch in der 199igsten Wiederholung einer Inszenierung nur um der Sänger willen trotzdelm hingehen.
    das ist schon ein ganz besonderes Phänomen und da möchte man doch wirklich Sänger in Wien sein! :hello:


    F.Q.

    Lieber Gregor, ich habe gerade die beiden La ci darems (Keenlyside und Terfel noch mal auf youtube verglichen- da prallen Welten aufeinander. Hier werden zwei vollkommen verschiedene Don Govanni Typen verkörpert, was auch in der Inszenierung ganz deutlich wird.
    Keenlyside wirkt allein für sich , ein eleganter und ohne jede Anstrengung verführerischer Don, der nciht einmal körperliche Nähe einsetzen muss ,um Zerlina "rumzukriegen".
    Terfel ist dagegen die naturgewaltige Überroll- Variante, dessen erschlagender physischer Präsenz Zerlina nciht ausweichen kann, u.A auch, weil er sie einfach in die Zange nimmt und festhält. Das Grobschlächtige überdeckt gewollt oder ungewollt die Mozart-Subtilität und er ist insgesamt (nicht nur in diesem Duett) näher am Typ Vergewaltiger als Verführer - vokal wie in seiner Bühnenpräsenz- und das ist der Don Giovanni m.E. bei Mozart nicht!
    Ich finde daher Keenlyide auch viel besser in dieser Rolle.


    F.Q.

    Ich habe Terfel gestern Abend als Don Giovanni gesehen, in einer Aufzeichnung aus der MET(Dirigat Levine, Regie Zeffirelli- also Plüsch im Quadrat!)) und bin ein bisschen zwiegespalten.
    In dieser Rolle kann er leider seine aussergewöhnlchen vokalen Qualitäten kaum zeigen, nur im Duett mit Zerlina und der Serenade kommt ein bisschen davon rüber.
    Als Rollenporträt fand ich das auch nicht so ganz einfach.
    Wunderbar war das Zusammenwirken mit Furlanetto, man hatte oft wirklich den Eindruck, die Beiden verschmelzen zu einem Januskopf mit zwei Seiten.
    Aber als Verführer und Frauenheld finde ich Terfel nicht 100%ig überzeugend.
    Er zeigt eher das Porträt / die Facette des Don Giovanni als schamlosen, feisten und genusssüchtigen Lebemann, und weniger den- wenngleich rücksichtslosen- Herzensbrecher und Charmeur wie etwa Hampson oder Raimondi.


    Ich mache wie gesagt nochmal nachdrücklich auf den Liedsänger Terfel aufmerksam- umwerfend z.B. seine Schumann-Cd!
    Ich bin wahrlich kein Freund von Oper im Kunstlied, aber seine Gestaltung ist so feingliedrig und intelligent, dass die sehr grosse Stimme nciht als hinderlcihes Manko erscheint. :jubel:


    F.Q.

    Wo bleibt bitte Margaret Price als Liedsängerin? ?(
    Meiner Ansciht nach lag hier überhaupt ihre allergrösste Stärke.
    Ihre Interpretationen von Strauss, Schubert, Liszt, Verdi etc Liedern suchen ihresgleichen. Sie ist eine meiner absoluten Superstars im Kunstiedfach und ich habe etlichee Cds mit ihr :jubel: :jubel: :jubel:


    F.Q.

    Dass in der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik Hochintellektuelle, ganz Normale sowie leicht, mittel und total Verrückte zusammenkommen, mehr oder weniger friedlch koexisitieren und sich gegenseitig auch noch bereichern. (nicht nur mit Cds...)
    Und der Clou dabei ist: das Ganze entwickelt sogar, wie bei nicht wenigen Usern nciht zu übersehen ist, einen Suchtcharakter.
    Sowas gibt es sonst nirgends, ausser vielleicht auf dem Fussballplatz.


    F.Q.


    Ach ja, was mich ausserdem fasziniert:
    Audiamus,Arimantas, Antracis und Alfred , BBB, Brunello und Barezzi, Cassiodor, Diabolus und Diotima, Edwin, Emotione, Erna, Eponine und Elisabeth undsoweiterundsofort :hello:

    Lieber Maticus, ich kenne die Aufnahme unter Rattle nicht, aber er hat ja wahrlich eine hochkarätige Sängerriege versammelt!


    Die Oper an sich finde ich ganz und gar entzückend und sie hat ihren Ruf als "Kinderoper" nur in dem Sinne verdient, als dass sie ins Kinderland entführt und verzaubert. Mir gefallen besonders die singenende Wedgewood-Teekanne und das Feuer.
    Letztres hat Natalie Dessay gesungen, allerdings gibt es keine Gesamtaufnahme mit ihr.
    Previns Version ist eigentlich die Referenzaufnahme, aber den Bour sollte ich mir mal zu Gemüte fügen.


    F.Q.

    Lieber Edwin, all das was du da beschreibst, leuchtet mir vollkommen ein.
    Ein verschlankter und entschlackter Wagner bereitet mir deutlich weniger Probleme als ein teutonisches Gebleche und Gebrülle, dass manche offenbar für das einzig authentische Wagner-Feeling halten.
    Bereits die rein orchestralen Wagner-Ausschnitte von Stokowski sind eine hörbare Erleichterung für mich und ich bestreite ja gar nciht, dass mir Einiges an der Musik als solcher wirklich gefallen könnte- wenn ich mich eben von dem gesamten Ballast (damit meine ich nicht nur die von Dir beschriebene musikalische Vergewaltigung sondern auch Alles, was mit R.W selbst und Bayreuth zu tun hat) drumherum freimachen könnte.
    Was mir leider seit meinem 20igsten Lebensjahr und bis heute nciht möglich ist.
    Aber dieses Thema hatten wir ja schon ausgiebig in anderen Threads.


    Was mir sehr imponiert, sind Sänger wie Ben Heppner oder Kiri te Kanawa, die mit genuin lyrischen Stimmen den Belcanto aus Wagner rauskitzeln kônnen ohne sich zu überanstrengen-wenn die Dirigenten sie denn ausnahmsweise lassen......


    Die Wesendonck-Lieder z.B. finde ich richtig dargeboten ganz wunderbar- dass der Mann ein Riesentalent hatte, will niemand ernsthaft bestreiten.


    Wahrscheinlich hast Du wirkliich Recht und es liegt überwiegend an den übereifrigen Kellnern, die meinen die nouvelle cuisine des Chefs sei nicht gehaltvoll genug und musse noch ein bisschen aufgemöbelt werden.


    Ein zweistündiges Rheingold will ich gerne nochmal - schon allein aus patriotischen Gründen- versuchen. Boulez/Chereau natürlch, wie empfohlen. Ich mache ncihts anderes mehr in puncto Wagner als deine Empfehlungen, Du bist hier offensichtlich der Einzige, der eine musikalische Halbfranzösin versteht :]
    Hörst du Dir dann auch im Gegenzug Reynaldo Hahns L'heure exquise" an?
    Die dauert nur 2 Minuten! :D :angel:


    F.Q.

    Mon cher Monsieur Edwin(denk Dir das "win" bitte nasal!)-
    Dein umwerfender Witz und Überzeugungscharme hat es bereits einmal fertiggebracht ,mir den unsäglichen Parsifal dieses petit Saxon Wagnärr schmackhaft zu machen und ich habe mir wahr und wahrhaftig sowohl die Kupfer als auch die Syberberg Version angetan.
    Letztere hatte zumindest einige sehr spannende Momente, die mich wirklich fasziniert haben, während ich Erste nach dem zugegebnermassen herrlichen Vorspiel in die Ecke knallen musste, um niemanden zu ermorden..
    Biftek au Roquefort soll das sein???? Non! :no:
    Das ist ein viel zu lange gekochtes und viel zu stark gewürztes und viel zu voll gefülltes Cassoulet und für mich leider vollkommen unverdaulich.
    Aber das Allerschlimmste und wahrlich Peinliche, und das muss gentlemanlike unter uns bleiben: ich bekomme davon fürchterliche Blähungen, was sich für eine Dame katastrophal auswirken kann- vous comprenez?
    Im Thüringer Wald mag das angehen, aber im Salon von Monsieur Hahn oder auf den Champs-Elyssée....... :faint:


    Aus alter Freundschaft und diverser Threadleidensgenossenschaft erkläre ich mich aber bereit, mich zu einem Souper à la Douce Mathilde ausführen zu lassen.
    Mit Engeln und Träumen und Treibhäusern kann man so Einiges gut machen und dazu passt dann ein Schokoladensouffle und eine Veuve Cliquot.
    Mehr kann ich leider nicht anbieten, ohne meinen Ruf vollkommen zu ruinieren
    D'accord?


    F.Q.

    Lieber Kurt, Bellinis Capuleti sind besonders am Ende der Inbegriff der verschwimmenden Geschlechter- ein solches Duett ist wirklcih einzigartig. Man weiss manchmal nicht, ob Romeo oder Giulietta singt, die Stimmen kreuzen sich mehrfach und das ist einfach ein geniales Liebestodfinale. :jubel:
    Die absolute Einheit, zwei Hälften die sich gefunden haben und untrennbar verbunden sind- ein Geneistreich von Bellini und der einzige dieser Ort in seinen Opern (normalerweise sind seine Liebhaber Tenöre und keine Hosenrollen).
    M.E. geht es Bellini aber nciht um Hohmoerotik, sondern um das Symbol der Einheit in der Liebe und der Jugend der beiden Liebenden.


    Garanca und Netrebko sind sowohl schöne Frauen wie auch gute Sängerinnen-auf diesen werbewirksamen Photos und dem Kurzvideo einmal mehr in Szene gesetzt.
    Die Traumbesetzung der Capuleti sind sie für mich aber wahrlich nicht. Vesselina Kasaravoa und Eva Mei überholen mit Abstand!
    Und strahlen weniger Sex-Appeal aus, was keinesfalls störend wirkt.


    Der Anklang von Homoerotik lässt sich bei solchen Szenen aber nciht verhindern, wenn da wirklich etwas Authentisches rüberkommen soll.


    Das hat meiner Meinung nciht unbedingt immer etwas mit "Sex sells" zu tun, sondern mit der Suggestionskraft der Musik und der Personen der man als Sänger in solchen Szenen ausgesetzt ist.
    Ich singe selbst häufig Liebesszenen(u.A. auch diese aus den Capuleti) mit einer weiblichen Partnerin "in Hosen" und empfinde das sehr stark.
    Ich finde es vollkommen normal, sich in einer solchen Rolle (auch als Sophie oder Servilia oder Eurydike) vorübergehend in eine Frau zu verlieben und das auch nach aussen widerspiegeln zu können.


    Dass das im Falle von Garanca/Netrebko wahrscheinlich übermässig vermarktet wird, ändert nichts an der Tatsache als Solcher.


    Das Spiel mit den Phantasien der Zuschauer gehört bei Hosenrollen dazu und sollte weder übertrieben werden noch einem Reinheitsgebot zum Opfer fallen.


    F.Q.

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Liebe Fairy Queen,
    schade, daß Du so am Thema vorbeizielst, denn der Thread heißt "Was mich an Richard Wagner fasziniert". Ich meine, ich polemisiere ja auch nicht in einem "Faszinationsthread" gegen den faszinierend zu findenden Komponisten. :angel:


    Aber im Ernst: Mich würde interessieren, worin Deine Abneigung begründet ist. Zumal Du ja beispielsweise in Debussy (zurecht) einen Komponisten verehrst, der ja ohne Wagner gar nicht denkbar ist - wie ja die ganze französische Musik bis herauf zu Messiaen voller Wagner steckt, dieser also (richtig gespielt) ohnedies eher eine französische als eine deutsche Angelegenheit ist.


    :hello:


    Lieber Edwin, was dem Einen sein Brahms, ist dem Andern sein Wagner.... :D


    Was mich an Wagner fasziniert, habe ich ja bereits oben geschrieben. Also nciht total OT. ;)
    Die Bedeutung Wagners für die Musikgeschichte , und die frz. Musik im Besonderen bestreite ich in keinster Weise.
    Ich bestreite auch nciht die Bedeutung eines rohen Stücks Fleisch für ein köstliches Pot au feu. Das rohe Fleisch esse ich aber trotzdem nicht. :hello:


    F.Q.

    Liebe Ulrica, nun, wenn das so ist, dann muss frau eben auch zu ihren Peinlichkeiten stehen :untertauch:



    Lieber Kurt, der Aspekt des Starkults spielt sicher eine nicht unwesentlcihe Rolle.
    Wenn man sich heute (oder eher gestern) einen androgynen Star wie Michael Jackson ansieht, kann man vielleicht ähnliche Phänomene beobachten?


    Was Cherubino angeht, ist das eine von Mozarts spannendsten Figuren.
    Warum verlieben sich alle Frauen in ihn?


    Bei Barbarina finde ich die Sache am einfachsten. Sie ist eine Gleichaltrige, die sich eben in einen charmanten und draufgängerischen Gleichaltrigen verliebt- bei ihr wird er sich auch vollkommen anders verhalten haben als bei Susanna und der Contessa. Vielleicht hat er da sogar gräflcihe Verhaltensmuster nachgeahmt, um sich zu produzieren? Barbarina war jedenfalls leichte Beute für ihn, nachdem er seinen unwiderstehlcihen Charme bereits bei den älteren Damen getestet hatte.


    Folgende Gründe könnten aus Sicht von Susanna und der Contessa eine Rolle spielen:


    Er appellliert an den Mutterinstinkt, ist aber glecihzeiitg kein Kind mehr.


    Einer , der diese unglaublichen Arien "Non so più" und Voi che sapete" singt, schreit doch geradezu danach, in die Arme genommen und getröstet , beruhigt, aufgebaut, liebevoll und zärtlich unterwiesen zu werden


    Er schmeichelt auf spielerische Weise der Eitelkeit der Damen und lenkt sie von diversen Kümmernissen ab,insbesondere im Fall der betrogenen Contessa.


    Er verpflichtet zu ncihts. Die Frauen können sich einen folgenlosen Flirt erlauben, was ja mit den übrigen Herren dieser Oper mehr als ein Spiel mit dem Feuer ist.
    Überhaupt ist es der gegensatz zum Grafen und zum Figaro, der Cherubino u.A. so reizvoll macht.
    Er lenkt nciht, sondern er muss und will gelenkt werden.
    (Das mûssen Figaro und der Conte zwar auch , aber sie wollen und dürfen ncihts davon wissen)


    Er erlaubt den Frauen, eine andere, nämlcih die überlegene Position einzunehmen und das sogar noch mit liebevoller Zärtlichkeit zu verbinden.
    Echte Sexualität wird ihm bei seinen zarten, mädchenhaften Formen wohl eher nicht zugetraut, was die Sache noch spielerischer und reizvoller für Susanna und die Contessa macht.
    Und den Gegensatz zum Conte noch eklatanter.


    Dass die Männer ihm da sehr viel mehr zutrauen und ihn als echten Rivalen ernstnehmen, liegt wohl auch daran, dass sie selbst mal ein Cherubino waren und sich noch allzu gut daran erinnern können......


    Vielleicht ahnen sie auch , dass dieser Knabe etwas von den Frauen bekommt, dass sie nicht mehr bekommen können oder wollen: spielerische Zärtlcihkeit. Und aus solchen Fünkchen kann dann eben aus Sciht der erfahreneren Herren sehr schnell ein echtes Feuer werden.


    Homoerotik sehe ich im Figaro in einer doppelbödigen (weiblichen) Variante im Spiel. Den Figuren sicher unbewusst, aber durch die Hosen-Rolle des Cherubino von Mozart/da Ponte in die Oper eingeschleust und vom Zuschauer sehr leicht zu projizieren.


    F.Q.


    Lieber Kurt, fette und verwöhnte Diven sind ja nciht nur in der Kastraten-Welt zu finden. Aber waren und sind sie in der weiblcihen Variante genauso attraktiv für beiderlei Geschlecht?

    Wenn man aus dem Nietzsche Zitat entschärfend, die überpathetische "Hölle der Wollust"(wo soll die denn sein? ) herausnimmt,lieber Cassiodor, bin ich einverstanden.
    Prosaischer: Wagner ist wie Masern, Röteln und Windpocken- jeder muss da durch , aber irgendwann hat man es hinter sich. :D


    F.Q.

    Eine Projektionsfläche für beide Geschlechter sein zu können, ist vielleciht ein nicht unwesentlicher Trost für das gewesen, was diesen Mânnern als Kindern gewaltsam geraubt wurde?


    Ich denke von Seiten der Frauen spielte tatsächlich neben der Sicherheit, nciht schwanger zu werden, auch ein Illusionsgebäude bezüglich des erotischen Verhaltens der Kastraten im Gegensatz zu manch schlechter Erfahrung mit "unkastrierten Männern" eine Rolle.
    Die Imagination einer weiblchen Seele in einem männlichen Körper oder umgekehrt beschreibt doch einen uralten Menschheitstraum und hat sogar mythischen Charakter.
    Wie das dann in realiter aussah.. keine Ahnung.....in mich hat sich leider noch kein Kastrat verliebt ;( :stumm:
    F.Q.

    Lieber Wulf,


    ich sag nur: Emmy versteht fast Alles! :D


    Und beim Zahnarzt hilft sowieso weder Mozart noch Beethoven, ich bin da eher für Satie oder aber gleich Death Metal zur Desensibilisierung. Dann weiss man wenigstens nciht mehr, wo der Schmerz herkommt...... :wacky:


    Generell ist es aber tatsächlich so, dass in der Musiktherapie, wenn es um beruhigende, ausglecihende Zustände geht(z.B. bei Ops, in Schmerzkliniken etc) Mozart weit mehr als Beethoven eingesetzt wird. Das liegt nicht an irgendeinem Aggressionpotetial Beethovens sondern an der harmonisierenden Wirkung von etlichen Mozartwerken.
    Ich glaube, die Musik Beethovens ist doch insgesamt viel "zerklüfteter" und dadurch stärker dynamisierend und mehr auf- als abregend. GENERELLL also in grosso modo- Ausnahmen kann man natürlich sehr leicht finden.


    F.Q.

    Das Thema Kastraten und Erotik hatten wir hier im Forum schon bei einer heissen Diskussion um den Film Farinelli.
    Das war noch zu seligen Padres Zeiten....... und ich erinnere mch so mancher "kastrierter" Postings. :wacky: :D


    Erotische Beziehungen zu Kastraten hatten zumindest den zu damaligen Zeiten unschätzbaren Vorteil, dass frau nciht schwanger werden konnte.


    Ausserdem kursierten immer wieder Gerüchte, das homosexuelle, bisexuelle uind "kastrierte" Männer angeblich besonders einfühlsam sein sollen.


    Honi soit qui mal y pense.


    F.Q.


    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:
    Als Variante für Opernfreaks schlage ich noch vor: Die Arie des Osmin: Oh, wie will ich triumphieren" versus "Mir ist so wunderbar" aus dem Fidelio...... :beatnik:

    Neben den bereits genannten:
    Charlotte Lehmann(nicht zu verwecheln mit der Namensvetterin Lotte Lehmann!) mit "En sourdine" und "Clair de lune" von Fauré :angel: :angel: :angel:
    Dïese Stimme habe ich einmal vor vielen Jahren per Zufall bei einem Bekannten auf einer alten LP gehört und war so von den Socken, dass ich der Dame sofort geschrieben habe. Sie war die Lehrerin von Thomas Quasthoff.



    Natalie Dessay-
    für mich das schlechthinnige Engelstimbre und eigentlich der Hauptgrund, warum ich sie so anbete.
    In Reinform auf ihren frühen CDs "Mozart-Konzertarien" und "Vocalise". :angel: :angel: :angel:


    F.Q.

    Lieber Maticus, ich schaue mir auch hin und wieder gerne Ballett an und tanze (bzw hopse.... :untertauch:) auch gerne selbst zu Ballettmusik.
    Besonders faszinieren mich immer Verbindungen aus verschiedenen Künsten. So z.B. werde ich niemals eine getanzte und gesungene Winterreise oder die Goldbergvariatonen mit Cembalo und Ballet vergessen. das waren einfach Sternstunden!


    Hier in Frankreich wird die Balletttradition ganz groß geschrieben und jede Musikschule/Conservatoire hat eine große Ballettklasse.
    Jede Oper, die in Paris aufgeführt werden sollte, musste im 19 Jh. (und vorher sowieso) ein Ballett haben- was manche Komponisten keinesfalls goutierten..... :D


    Im Moment aktuell höre ich eine sehr sehr schöne Ballettmusik von Reynaldo Hahn, die ihrerseits ein großer Erfolg war:
    "Le Bal de Beatrice d'Este"
    zu fidnen auf dieser CD:



    oder noch besser hier, vom Komponisten selbst dirigiert!



    Man stelle sich dazu dann bitte die herrliche Stadt Ferrara und die passenden Cortegiani vor.

    Aggression an sich ist zunächst nichts Schlechtes und für manche Menschen und auch die Gesamt-Spezies in bestimmten Überlebenssituationen sogar dringend notwendig und existentiell.


    Aggression, die nicht angemessen ausgedrückt werden kann und darf , kann sogar fatale Folgen zeitigen. Von der Depression bzw. Auto-Aggression bis zum Dampfkochtopf-Effekt der dann schreckliche , weil vollkommen unangemessene, Explosionen verursachen kann.


    Kanalisierrte Aggressionsventile wie im Sport, im Spiel und in der Kunst (ergo auch in der Musik, ob von Beethoven oder wem auch immer) sollte man daher begrüssen.
    Ich möchte nicht wissen, wie (noch schlimmer...) die Welt aussähe, wenn es solche Ventile NICHT gäbe.


    F.Q.

    Liebe Petra, am Besten macht einfach jemand, warum nciht Du?, das Thema ganz unverbindlich auf und dann kann ja jeder, der möchte, etwas dazu sagen. Hier geht es leider mit Sicherheit unter. :(
    Und als Vorab-Animation wäre das auch für Guercoeur und mich ein Anstupser ;)


    Hier noch eine CD, die ich bei amazon.fr gefunden habe. Das Label ist ein Ableger von Hyperion und ich habe damit nur beste Erfahrungen- die Cd kenne ich aber noch nciht.



    L.G. Fairy Queen