Beiträge von klingsor

    hallo, obwohl ich ein sehr großer gardiner-fan bin, weiß ich noch nicht, ob ich mich über die bach-aufnahmen so freuen soll/werde. die messe, die oratorien finde ich gut gelungen, aber die pilgrimage-serie bei der dg fand ich sehr zwiespältig. oftmals viel zu 'dünn', trocken, trotz des drives, und die sänger haben mich oftmals durchwegs enttäuscht, gerade die hohen lagen. er kann es doch viiiiiel besser... hoffen wir also

    die beste haitink-mahler-einspielung, die ich kenne, ist die der 5. ein wunderschönes adagietto, eines der langsamsten noch dazu, und immer wieder die etwas unterkühlte leidenschaft, die es unter dem boden 'gären' läßt ... gut gelungen...
    auch wenn ich bernstein wieder mal vorziehe ....
    aber, unübertroffen, wenn es auch hier nicht hingehört. die haitink aufnahmen der 1., 2. und 7. von vaughan williams. ein must!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    hallo, als (ganz passabel spielender) hobbyflötist habe ich die gesamten antworten mit interesse gelesen. insgesamt gesehen ist die flöte leider schon ein stiefkind. gerade in der romantik sieht das (qualitativ gehobene) repertoire ziemlich mau aus, mit einigen ausnahmen natürlich. ich spreche nicht von den zahlreichen arrangements, die es zu dieser zeit en masse gab. erst die klassische moderne brachte hier abhilfe. und der barock/ die (vor)klassik, nun ja, ich habe da so viel gespielt, bis es mir hier wahrhaft (fast) zu den ohren herauskam :stumm: und ich es nicht mehr hören, geschweige denn spielen konnte. einfach oftmals zu belanglos von den bachs, quantz, mozarts (und natürlich einigen anderen abgesehen)
    o je, jetzt werde ich wohl gesteinigt ....

    hallo, ulli,
    ich glaube, wir könnten hier noch lange (und sicherlich sehr kontrovers) diskutieren, ein super spannendes thema finde ich, aber ich denke, das medium versagt hier leider, schade!!!!
    so sage ich nun mit der weisheit vorletzter schluß: alle ist relativ :]
    und ob nun gerade die jupitersymphonie so genial ist .... :] :stumm:

    hallo, ulli,


    ja, die sprache ist der sprache feind .... man müßte immer erst alles genau definieren, bevor man diskutiert. dennoch kann ich deine ansicht nicht teilen, daß ein genie zu lebzeiten erkannt werden muß, um ein genie zu sein. das hieße z.b. das mozart oder schubert kein genies gewesen seien, da sie zur damaligen zeit nur von recht wenigen als solche erkannt wurden.


    ich wollte mit meinem geniebegriff nur jemanden bezeichnen, dem ich eine großartige schöpferische, über das normalmenschliche komponistenmaß herausragende - oder, um es pathetisch zu sagen : 'heilige' kraft zumesse. das natürlich jeder andere maßstäbe anlegt, ist mir klar.


    und, ob jeder komponist per se, ein genie ist, wage ich zu bezweifeln. aber, wie gesagt, alles ist natürlich definitionssache.


    ich hoffe, ich habe mir jetzt nicht alles bei dir verdorben und schweige hiermit still :stumm:

    „Unterschätzte Genies“ kann es in meinem Denken eigentlich nicht geben: Denn nur Genies, die als solche erkannt und berühmt geworden sind, sind auch solche."


    hallo,ulli, das sehe ich nicht so. was hat denn genie-sein mit bekannt-sein zu tun? möchte nicht wissen, wie viele verkannte großartige komponisten es gegeben hat und wie vuiele kompositionsschätze verloren gegangen oder nie aufgeführt worden sind.

    hallo, heinz, das ist zwar nur rein subkektiv: aber ich halte schumann für einen der allerallergrößten komponisten, ein musikalisches urgestein und 'riesen'genie. und ich finde, es gibt kaum etwas überflüssiges, was er geschrieben hat, wenn natürlich auch nicht alles die gleiche höhe haben kann.


    daüber hinaus halte ich auch mendelssohn für erheblich unterschätzt.


    insgesamt bezog sich aber der threat auf komponisten, die wirklich kaum jemand kennt und das ist bezogen auf schumann zum glück nicht der fall.

    hallo, matthias, vielleicht war es mißverständlich, die 1. symphonie unter haintink, die ich erwähnte, ist eine live-aufnahme aus dem radio. diese gibt es leider, leider nicht auf cd. die von ihm auf cd aufgenommene fällt leider dagegen erheblich ab. diese hab ich auch nicht unter meinen 'schätzchen'. auch eine alte bernstein-aufnahme, ich glaub mit den wienern, gibt es nicht auf cd, sondern bislang nur auf video. die wäre auch nicht schlecht. ansonsten finde ich recht gut: bernstein (2x), levine, mackerras (sehr prächtig, aber ein wenig langsam)....

    hallo, du scheinst also ein fan des 18.jhds. zu sein ....ja, da gibt es tatsächlich einige.
    keiser zähle ich auf jeden fall dazu. aber auch vranitzky, ich hatte eine außerordentlich inspirierte symphonie im radio gehört (wohl eine der chandos-barmert-aufnahmen). weißt du näheres?

    hallo,
    ja, du hast recht, haitink wird unterschätzt. ich habe große aufnahmen auf cd und aus dem radio-aufgenommene. a propos mahler: die fetzigste aufnahme der 1. symphonie stammt von ihm - live und mit den berlinern - glaub ich .
    trotz verspieler im blech (die interessanterweise aber ideal zur musik 'passen') ein unglaublicher drive. ich ziehe sie allen anderen meiner aufnahmen vor (und das sind immerhin 12 ....)

    Hallo,
    überschätzte komponisten gibt es meiner meinung nach einige; was ist aber mit den vielen, vielen unterschätzten genies und meistern? wen zählt ihr dazu?
    ich z.b. frank bridge, einen der bedeutendsten (englischen) komponisten des 20.jhds.
    unvergleichlich z.b. seine werke: enter spring, oration (für cello u. orch.), phantasm (klavier u. orch), a willow grows aslant a brook, rebus, summer, the sea (alle f. orch.). auch die kammermusik ist größtenteils grandios. die lieder dafür weniger. alles in allem ein komponist, den man entdecken MUSS! als einstieg sind die chandos-aufnahmen von hickox zu empfehlen, obwohl es bessere einzelausgaben gibt (handley für the sea z.b.)

    mir fällt sponatn die iudita triumphans ein, die ich sehr schätze. sehr abwechslungsreich instrumentierte arien. oder - ich weiß es vor lauter büroarbeit grad nicht - handelt es sich hier um ein oratorium?

    Nun, bei den oratorien möchte ich nicht fehlen (beschränke mich allerdings auch mal darauf, obwohl man sich über die gattungszugehörigkeit zuweilen streiten kann):


    in zufälliger, nicht wertender abfolge:


    elias, paulus (mendelssohn)
    matthäus-, johannespassion,weihnachtsoratorium (j.s.bach)
    saul, israel in ägypten, messias, samson (händel)
    könig david, johanna auf dem scheiterhaufen (honegger)
    schöpfung, jahreszeiten (haydn)
    iwan der schreckliche (prokofieff)
    belsazars fest (walton)
    dona nobis pacem (vaughan-williams)
    in terra pax (martin)
    gurrelieder (schönberg)

    hallo, ich kenne einige der hier vorgestellten aufnahmen und schätze sie sehr. die m.e. jedoch großartigste aufnahme ist jedoch die mit levin und dem kreuzberger streichquartett. welch eine leidenschaft ...leider gibt es diese aufnahme nicht (mehr) auf cd. oder doch? hinweise höchst willkommen...