Beiträge von Michael_Flaschberger

    Zitat

    Original von peet
    Deine Beschreibung ist aus meiner Sicht stimmig, nur würde ich dies nicht als "Überromantisierung" und auch nicht als "übermässiges Hervorheben der Gefühle" benennen. Vielleicht hast du selbst einen besseren Vorschlag? :-)


    Oberflächlichkeit? :stumm: ( Ich wollts vielleicht etwas zu "nett" ausdrücken, scheint mir ja ziemlcih misslungen zu sein :D )

    Immer wird nur von den Festivals in St.Margarethen und Mörbisch u.ä. geschrieben, dabei gibt es auch kleine aber feine Sommerfestivals. Wer kennt solche??


    Ich singe diesen Sommer im Chor der "L'Italiana in Algeri" in Klosterneuburg


    Ausserdem gibt es in Reinsberg ( NÖ ) ein Mozart Festival wo diesen Sommer "Così fan tutte" aufgeführt wird.


    Wer kennt noch andere interessante Festivals bzw. kann aus Erfahrung von denselben Berichten??

    Z.B. Beethoven 5. die Aufgrund der Überinstrumentierung nur noch eine einzige Klangwolke ist und vor sich hinplätschert und nichts mehr von ihrer Rhythmischen Urgewalt hat. Oder Richard Strauss's "4 letzte Lieder" insbesondere das 4. wo er in der Orchestereinleitung keinerlei Aufbau entdecken lässt sondern nur bis zum Solisten-Einstieg in einer Farbe dahindümpelt.


    Vielleicht hab ich mich wieder etwas unglücklich ausgedrückt. Ich meinte das er, soviel ichhalt von ihm kenne, immer nur ein Gefühl für ein beinahe ganzes Stück hat und dieses bis zum Exzess ausreizt und nicht auf die Unterschiede der einzelnen Themen und Sätze und teilweise sogar von Note zu Note eingeht. So empfinde ich es halt immer wenn ich ihn ( bzw. halt seine Interpretationen ) höre.

    Meine Gänsehaut-Stelle schlechthin ist ( obwohl nur einmal Live gehört, aber auch auf der Live-CD aus der Staatsoper perfekt ) die Arie des Eléazar aus "La Juive". Neil Shicoff war bisher der einzige Sänger der mir bisher "Bravo"-Rufe entlocken konnte.


    Weitere Stellen wären noch "Contessa perdono" im Finale 2 von Mozart's "Figaro" bis zur letzten Steigerung.


    Terzett "Soave se il vento" aus "Così fant tutte"


    Natürlich die "Mimi"-Rufe in der Boheme ( wenn sie gut gemacht sind ).


    "Turandot" Der Chor nach dem Tode Liu's der leider sehr oft zerklatscht wird.


    Bis morgen fallen mir sicher noch mehr ein, eigentlich gibts in fast jeder Oper mindestens eine solche Stelle ( zumindest für mich )

    Beethovens 6.: großartiges Werk, der 2te Satz furchtbar zu dirigieren ( ich spreche aus Erfahrung ). Wirklich herausragende Aufnahmen gibts wenige:



    Steht für mich ganz oben, wer Live so perfekt musikalisch musiziert hat sich einen Spitzenplatz verdient und insbesondere die Stille nach dem letzten Ton ist ein Erlebniss für sich (wenn das DIESE Aufnahme ist ?( )!


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    Phrasentechnisch absolut top, für mich der 3. Satz zu schnell ( verliert den "Volkstanz"-Charakter )


    Die anderen die mir jetzt einfallen sind alle zu "normal" um, für mich, in diese Liste zu kommen.

    Naja, Celi hat halt dafür die Münchner zu einem Spitzenorchester geformt, ausserdem hatte er Interimsmäßig die Berliner zwischen Furtwängler und Karajan. Mit "überromantisiert" meine ich nicht langsame Tempi oder vergleichbares sondern das Übermäßige hervorheben der Gefühle. Celibidache hatte andere Gründe für seine Tempi als Karajan. Für ihn war nicht der Gesamtklang wichtig sondern das jede, auch noch so kleine, Figur der Partitur ausphrasiert und -gespielt wird, daher auch seine Tempi, von einer "großen Linie" oder ähnlichem hielt er bekanntlich nichts ( im Gegensatz zu mir :yes: ).

    Hi Alfred


    Ich bin weder Karajaner noch Böhmianer noch irgendein anderer -ianer sondern bin im moment auf der Suche nach meinem eigenen Weg, daher hab ich im Moment an jedem Dirigenten viel auszusetzen :D. Was mich einfach am meisten an ihm stört ist sein Hang zur Überromantisierung. Mag schon sein das dies für die Menschen seiner Zeit in Ordnung war, aber aus meiner Sicht sind einfach andere Dirigenten seiner Zeit ( z.B. Celibidache für den ja jeder einzelne Ton perfekt sein musste ) bessere "Musiker" gewesen. Wenn man sich nur die Intonationsfehler auf einigen seiner STUDIO(!!!)-Aufnahmen anhört stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf.

    Ich habe:



    Nicht unbedingt das wahre, weder "russisch" noch in irgendeiner anderen Weise "perfekt"



    Trotz der nicht hochwertigen Klangqualität für mich die Top-Aufnahmen. Er war ein genialer Pianist.



    Dafür das es live ist, sehr gut gemacht. Leider Gottes Tempounstimmigkeiten am Anfang, dann pendelt es sich aber ein und Kissin stellt sein Talent unter Beweis.


    Meine Favoriten unter den Konzerten sind Nr.2 und 3. 1 und 4 haben zwar auch ihre Qualitäten, können aber vom Gesamtkonzept nicht mit den beiden anderen mithalten.

    Ich muss gleich mal voranschicken das ich alles andere als ein Karajan-Freund bin, eigentlich ganz im Gegenteil. Liegt wahrscheinlich daran das ich zu sehr in eine "wissenschaftlich" fundierte Musik-Interpretation hineingelehrt wurde. Er hatte gute Gründe dafür das er seine Interpretationen so anlegte wie er es getan hat, aber mir liegt diese Ansicht überhaupt nicht, oder nur bei gewissen Werken und Komponisten. Wenn jemand eine Beethoven-Symphonie mit demselben Streicherapparat wie eine solche von Mahler spielen lässt so kann ich dies einfach nicht verstehen. Ich verstehe ehrlich gesagt wirklich nicht warum er, statt Celibidache, den Chefposten des, damals bereits, besten Orchesters der Welt bekommen hat. Aber wie gesagt, vielleicht ibn ich zu jung für die Erkenntnis.


    Das einzige was ich an ihm bewundere ist seine großartige Selbstvermarktung und sein Einfluss auf die Weiterentwicklung der Aufnahmetechnik, musikalisch kann und konnte ich ihm nie etwas abgewinnen.

    Ist wirklich schwer sich für nur 6 Aufnahmen zu entscheiden, sollten ein paar bereits genannt worden sein, bitte ich um Rücksichtnahme, bin bis jetzt noch nicht dazugekommen mir den ganzen Thread durchzuschauen.


    Meine 6 Favoriten für den Neueinsteiger:



    Besser kann man mMn diese 2 Quartette nicht spielen.



    Alleine wegen des Violinkonzerts zu kaufen. Oistrach schafft es dieses Konzert ohne "Schmalz" und "Schleim" zu interpretieren und trotzdem die großen Gefühle die darin stecken herauszuholen. Gilels trifft im Klavierkonzert zwar nicht im entferntesten meine Vorstellungen von diesem Werk, spielt es aber auf seine Art großartig.



    Ja ich bin ein Oistrach-Fan ;)



    Vielleicht teilweise eine Spur zu schnell, aber genial phrasiert und logisch wie keine andere Beethovensammlung, und dazu auch noch wirklich günstig. Hab mir hier für diese 2 entschieden da ich sie für einen Einsteiger am besten halte.



    Für mich DIE Aufnahme des Sacre, hat alles darin was man sich an Kraft wünscht. Den Mangel an "Genauigkeit" ignoriere ich gerne wenn ich dafür eine solchen Klange erhalte.


    Die letzte muss ich mir noch überlegen, schwanke zwischen einer Aufnahme von Dvoraks 7. und den "4 letzten Liedern" von Richard Strauss ( sind die überhaupt "zulässig"??? )

    Kaufe kaum noch zum eigenen "Vergnügen", größtenteils Werke die ich studieren "muss". In letzter Zeit habe ich mir nur 2 CDs gekauft:


    Fürs Studium:



    G.Puccini "Suor Angelica"
    Dirigent: Giuseppe Patane Solisten: Lucia Popp, Marjana Lipovsek, Marga Schiml, Diane Jennings u.a.
    Chor des Bayerischen Rundfunks, Münchner Rundfunkorchester


    Aus Interesse:



    R.Schumann Sinfonien, "Ouvertüre, Scherzo u. Finale" op.52, "Genoveva"-Ouvertüre, "Konzerstück für 4 Hörner und Orchester" F-Dur op.86 und "Manfred"-Ouvertüre
    Dirigent: Franz Konwitschny, Gewandhausorchester Leipzig

    Ich persönlich, bin nicht unbedingt ein Tschaikowsky-Fanatiker, finde auch nicht das er unterpresäntiert wird, im Konzertsaal gehören seine letzten 3 Sinfonien immer noch zum üblichen Repertoire, die Ballette erfreuen sich sowieso immer ihrer Beliebtheit, was ich nur schade finde ist das seine Opern ein bisschen vernachlässigt werden da ich darin eigentlich sein eigentliches Genie sehe ( :jubel: "Pique Dame" )

    Ich persönlich bin ein Gegner des "Zwischenapplauses" sowohl in der Oper als auch im Konzert. Wobei man hier aber auch wieder von Komponist zu Komponist und von einem Werk zum anderen unterscheiden muss. z.B. in der Oper kann man bei Verdi-Arien sehr wohl mal dazwischen klatschen da dies ja vom Komponisten auch "eingerechnet" wurde, andererseits bei Puccini finde ich es eine Unart z.B. in der Tosca den Konzertschluss der 2. Cavaradossi-Arie zu machen "nur" damit der Tenor "seinen" Applauss bekommt.


    offtopic: kleine Frage ThomasBernhard wie kommt man als Frankfurter auf die Idee den Klagenfurter Lindwurm als Avatar zu verwenden ?(:jubel:

    Was hab ich bis jetzt heute gehört?



    Die "Manfred"-Ouvertüre



    Nr.26 Chor "Hört, das laute Getön" Da ich für Chordirigieren nicht gut vorbereitet war ( :rolleyes: ) nochmal schnell vorm weggehen zur Uni angehört und durchgelesen.



    Nachmittag:



    "Dichter und Bauer"-Ouvertüre da ich auch heute die Partitur erhalten habe und mir mal einen ersten Klangeindruck schaffen wollte.