Beiträge von m.joho

    Möchte mich hiermit den Worten von Hans und Gerhard 100%ig anschliessen.

    Ich hatte noch das Glück sie als Senta, später auch als Ortrud erleben zu dürfen. Für mich steht sie zusammen mit Astrid Varnay und Martha Mödl bezüglich der Gestaltung unerreicht da.

    Dann will ich doch hier auch mal einen Beitrag leisten:

    Am 22.04.1973 durfte ich einen "Tristan" an der Staatsoper Stuttgart erleben, der für mich das Maximum darstellte.

    Die Inszenierung war noch von Wieland Wagner.

    Die Besetzung liess keine Wünsche offen:

    Das Dirigat war Carlos Kleiber übergeben, den ich bei diesem Werk noch über Karl Böhm stelle, die Partien wurden von Windgassen, Ligendza, Grace Hoffmann, Neidlinger und Frick in herrlicher Weise gestaltet und der Beifall wollte kein Ende nehmen.

    Einer der seltenen Abende, an welchem einfach alles stimmte.

    Ich möchte für den Fidelio unter Furtwängler votieren, bei welchem keine einzige Schwachstelle vorzufinden ist.

    Als Begründung möchte ich Furtwängler selbst zitieren:

    "Sie alle schlagen wahrhaft Feuer aus dem Geiste. Die Mödl und der Windgassen, sie sind so besessen von ihrer Aufgabe, dass es Augenblicke gab, wo ich nicht mitkonnte."

    Auch Frick , Jurinac und Schock sind in ihren Partien nicht zu überbieten.

    Gemessen am Alter der Aufnahme (1953) ist der Klang mehr als akzeptabel.

    Lieber Nemorino,

    Auch ich wurde mit Gedda, den ich übrigens noch live erlebt habe, nie so richtig "warm". Selbstverständlich verfügte er über eine unglaubliche Technik, aber seine Stimme war mir irgendwie zu wenig sinnlich. Unerreicht war er für mich im russischen Repertoire.

    Aber im deutschen Fach ist für mich Wunderlich (teilweise auch Schock) die Nummer eins, im italienischen Fach ziehe ich Bergonzi vor und im französischen Kraus.

    Trotzdem hätte ich für die "drei Tenöre" für ihn neben Bergonzi und Kraus votiert...

    Lieber Rüdiger,

    Die Ironie die aus Deinem Beitrag spricht, enttäuscht mich von Dir. Du vermutest doch ebenso wie ich, dass Gerhard die letzten Jahre nicht in Bayreuth war, um Katharinas Wirken zu "bewundern". Allerdings fiel es wirklich nicht schwer sich anhand der filmischen Übertragung (denen Du Dich ja bekanntlich verweigerst) ein Bild zu machen.

    Das Ganze hat mit Herheims Parsifal begonnen (der als einziges nicht auf DVD erschienen ist, obwohl ich ihn recht gelungen fand: Warum wohl??), und gipfelte letztes Jahr im Tannhäuser, der mit der Vorlage von Richard Wagner auch gar nichts mehr zu tun hatte. Dazwischen waren die recht gut gemachten Kosky-Meistersinger und die von Katharina zu verantwortenden Tristan-Blamage und der ganz nette Lohengrin von Neo Rauch, den ich mir allerdings mit dem "Brüller" Schager nicht freiwillig anhören würde.

    Sorry, aber Deine Aggression geht für mich ins Leere.

    Die "dunklen Seiten von Wagner" müssen für mich nicht mehr aufgearbeitet werden, das hat Wieland vor 60/50 Jahren schon weitaus überzeugender gemacht.

    Es ist mir doch vollkommen egal, ob er diese (in meinen Augen mässige) Übertragung gesehen hat.

    Was mich hingegen nervt, ist dass der gelahrte Herr Doctor immer wieder zu Opernthemen Stellung nimmt, ohne dass seinen zum Teil überlangen Beiträgen ein wirkliches Interesse an dieser Kunstgattung zu entnehmen ist. Ein Musterbeispiel war für mich seine Verteidigung des Bayreuther Tannhäusers, ohne ihn gesehen zu haben,

    Würde er mit gleicher Kompetenz, wie in seinen Klavierbeiträgen schreiben, wäre ich der erste, der darüber froh wäre.

    Hallo Melomane und Michael,

    Versteht mich bitte nicht falsch: Es ist mir klar, dass die Fernsehübertragungen nur ein kärglicher Ersatz für das Live-Erlebnis sind.

    Aber Ihr seid durch Eure Wohnorte sehr privilegiert, wohingegen ich für solche Aufführungen, wie Ihr sie habt, weit reisen müsste. Dazu kämen die Hotelkosten etc.. (Hätte ich z.B. das nötige Kleingeld wäre ich jetzt in London für eine Otello-Traumbesetzung unter Pappano.)

    Als in Zürich noch Pereira amtete, bzw. noch früher war auch ich bis zu 4x pro Woche im Theater, bis Homoki mich (vor allem mit seiner Besetzungspolitik) vertrieben hat. Würde ich gar in Wien leben, wären noch heute viele Opernbesuche (z.B: Halka)angesagt.

    Noch eine kurze Anmerkung:

    Was mich bei Dr. Kaletha so sehr stört, ist folgendes.

    Wenn ich für die Oper "brenne" (und nur dann sollte man sich meines Erachtens dazu äussern), dann lasse ich ich doch keine der wenigen Übertragungen aus, die mir vom Fernseher aus den führenden Opernhäusern mit den heute führenden Sängern frei Haus geliefert werden. Sollte ich keine Zeit haben, nehme ich sie auf und sehe sie mir dann später an.

    Ob ich dann davon begeistert bin oder nicht ist eine andere Frage.

    Ein Zusatz: Noch nie ging es Dr. Kaletha um eine konkrete Inszenierung (er schaut sich ja kaum was an) sondern um die Freiheit der Kunst, bzw. wie man mit der Inszenierung die gesellschaftlichen Bedingungen verändern könnte. Brecht lässt (bei ihm leider immer noch!!) grüssen.!

    Übrigens fand ich dieTosca langweilig.

    Soeben ist eine neue DVD/ Bluray mit Ermonela Jaho, die man auch auf youtube sehen kann, herausgekommen : Traviata mit Castronovo und Domingo. (2019) Die Inszenierung ist 25 Jahre alt und ihretwegen sehr sehenswert. Auch dafür, wie Oper einst inszeniert werden konnte!

    Seit Callas und Olivero gibt es meines Erachtens nichts Gleichwertiges.

    Noch zwei Punkte, die ich richtigstellen möchte:

    1. Wenn ich das Pseudonym von lustein "geoutet" habe, so hat er das schon selber gemacht, indem er in seinem Beitrag zum Ring 2020 einen Auszug eines Artikels von 2013, den er damals mit vollem Namen im "Opernfreund" unterzeichnet hat, veröffentlicht hat.

    2. Ich habe viele Jahrzehnte junge Leute unterrichtet. Diejenigen, die sich überhaupt für Opern interessiert haben, was ein kleiner Teil war, haben sich immer wieder über die modernen Inszenierungen beklagt. Allerdings verfügen die Gymnasiasten (in der Schweiz rund 20% aller Jugendlichen) über eine doch grössere Bildung als ihre Altersgenossen in anderen Schulen. Insbesondere wenn sie ein klassisch- humanistisches Gymnasium mit alten Sprachen besuchen....

    Lieber Hans,

    Doch noch eine Replik: Wenn ich mich in einem Forum als Neumitglied anmelde, dann starte ich nicht mit einem provokantem Beitrag, der noch zusätzlich den Intentionen des Forumseigners widerspricht. Das wäre für mich eine Frage des Anstands!

    An Dich freundliche Grüsse,

    Windgassen war schon einer der am meisten überschätzten Sänger seiner Zeit, dessen Leistungen absolut ungenügend waren und der den Geschmack so vieler Wagner-Liebhaber und sonstiger Operngänger nachhaltig verdorben hat.

    Offensichtlich, lieber Nemorino, hat uns Windgassen den Geschmack verdorben. "Bedauerlicherweise" ist ihm das auch bei Wieland Wagner, Karajan, Böhm etc. gelungen. Seltsam....

    Nun diese Meinung des Herrn Steinbach kenne ich seit Jahren. Er hat damals übrigens in gleicher Weise Elisabeth Schwarzkopf und Fischer-Dieskau abgekanzelt. Würde ich ihn ernst nehmen, gäbe es viel, das man erwidern könnte...