Beiträge von m.joho

    Wer sich dafür interessiert und es empfangen kann: Heute sendet das französische TV5 den Faust aus Paris mit Bernheim und Jaho in der sicher sehr "fantasievollen" Inszenierung von Tobias Kratzer!

    Auch ich kann mich gut an Hubert Hofmann vor allem als Sachs erinnern, den ich Ende der 60er in Stuttgart und Zürich gehört habe.

    Er verfügte meiner Erinnerung nach über eine sehr angenehme Bariton-Stimme, der vielleicht die Höhen etwas schwer fiel, dazu kam eine sehr sympathische Ausstrahlung.

    Eine grössere Karriere ward ihm nur durch eine frühe Krankheit, die schliesslich auch zum frühen Tod führte, nicht zu Teil.

    Auch mich diese Todesnachricht sehr (und in so jungen Jahren!)!

    Ich durfte Elisabeth in Ölbronn als sehr freundliche und gleichzeitig bescheidene Dame kennlernen!

    Lieber Orfeo,

    Du hast hier ein Konzert mit Ermonela Jaho, das in China registriert wurde, eingestellt. Nun möchte ich davon eine dvd herstellen.

    Es ist offensichtlich mp4, aber der AVS converter kommt damit nicht zu Rande.

    Kennst Du vielleicht ein Programm, mit dem man zu einer Lösung kommt?

    Noch ergreifender finde ich sie in diesem Video aus München:


    Ich kann nur hoffen, dass bis nächsten Juni der ganze Corona-Irrsinn vorbei ist und man wieder nach München reisen kann!

    Man wird Lustein nicht von seiner Aversion gegen Windgassens Gesang abbringen können (die selbe Aversion hegt er ja auch gegen Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf), sei's d'rum!

    In der Liste der von ihm positiv genannten Sänger fällt übrigens ein Tenor besonders auf: Ludwig Suthaus war ein fantastischer Sänger, während alle anderen doch über Defizite verfügten. (Lauritz Melchior ist selbsverständlich eine ganz besondere Klasse!)

    Selbstverständlich war WW nie ein "schwerer Heldentenor", das wusste er auch selber; wenn er die "Töne nicht angegähnt hat", so beherrschte er statt dessen das "Singen in der Maske", was der Höhe Glanz verlieh (man vergleiche z.B. sein "Elisabeth. Oh Macht des Himmels..." mit den anderen Tenören).

    Auch mich würde übrigens interessieren, ob Lusteins Kritik nur auf Grund von Tonaufnahmen entstanden ist.

    Worttonmelodie, Buch


    Vor kurzem ist ein sehr interessantes Buch erschienen, das sich in einer Sammlung von diversen Wissenschaftern mit dem Wagnergesang in der Vergangenheit bis heute beschäftigt. Isolde Schmid-Reiter: Worttonmelodie. Die Herausforderung, Wagner zu singen. ConBrio 2020. 299 Seiten. 29 Euro.

    Der Grund warum ich in diesem Thread darauf zu sprechen komme, liegt in einer Besprechung von Frank Piontek aus welchem ich folgende Sätze zitieren möchte:

    "Geht es heute darum, den idealen Sänger-Darsteller zu finden, so mag man sich, wie Mösch, an Wolfgang Windgassen erinnern, dessen gleichsam objektives Stimm- und Darstellungsprofil, so Mösch, glänzend zu Wieland Wagners Erfindung des „antiken“ Wagner passte, auch wenn die von Mösch behauptete Objektivität auf optischer Ebene schon deshalb nicht beweisbar ist, weil kein Sänger – schon gar nicht ein Wagnersänger - allein nach seinen Stimmqualitäten beurteilt werden darf. Zumindest hatten jene Zuschauer, die Windgassen auf der Bühne erleben konnten, selten den Eindruck, dass der Sänger, trotz mimisch statischer Konzeption, vom hohen Kothurn aus agierte: weder stimmlich noch mimisch. Präsentierte Windgassen vokal und gestisch etwas „Überpersönliches“? Die Frage müsste mit den Zuschauern, die ihn noch erleben konnten, weiter diskutiert werden, will man dem ganzheitlichen Phänomen „Wagnersänger“ gerecht werden. Doch darf mit Mösch festgehalten werden, dass es Windgassen gelang, einen Ausgleich von Legato und Deklamation ins Werk zu setzen, der einen idealen Bayreuther Stil realisierte: quasi als belcantistisch orientierter Wagnertenor, der, auch aus diesem Grund, im Lauf seiner langen, also stimmlich wohlüberlegten und bis zuletzt potenten Karriere erstaunlich viele – und verschiedenartge – Wagnerpartien interpretierte."

    Jeder Liebhaber von Windgassens Kunst wird selbstverständlich diese Sätze gutheissen.

    Möchte mich hiermit den Worten von Hans und Gerhard 100%ig anschliessen.

    Ich hatte noch das Glück sie als Senta, später auch als Ortrud erleben zu dürfen. Für mich steht sie zusammen mit Astrid Varnay und Martha Mödl bezüglich der Gestaltung unerreicht da.

    Dann will ich doch hier auch mal einen Beitrag leisten:

    Am 22.04.1973 durfte ich einen "Tristan" an der Staatsoper Stuttgart erleben, der für mich das Maximum darstellte.

    Die Inszenierung war noch von Wieland Wagner.

    Die Besetzung liess keine Wünsche offen:

    Das Dirigat war Carlos Kleiber übergeben, den ich bei diesem Werk noch über Karl Böhm stelle, die Partien wurden von Windgassen, Ligendza, Grace Hoffmann, Neidlinger und Frick in herrlicher Weise gestaltet und der Beifall wollte kein Ende nehmen.

    Einer der seltenen Abende, an welchem einfach alles stimmte.

    Ich möchte für den Fidelio unter Furtwängler votieren, bei welchem keine einzige Schwachstelle vorzufinden ist.

    Als Begründung möchte ich Furtwängler selbst zitieren:

    "Sie alle schlagen wahrhaft Feuer aus dem Geiste. Die Mödl und der Windgassen, sie sind so besessen von ihrer Aufgabe, dass es Augenblicke gab, wo ich nicht mitkonnte."

    Auch Frick , Jurinac und Schock sind in ihren Partien nicht zu überbieten.

    Gemessen am Alter der Aufnahme (1953) ist der Klang mehr als akzeptabel.

    Lieber Nemorino,

    Auch ich wurde mit Gedda, den ich übrigens noch live erlebt habe, nie so richtig "warm". Selbstverständlich verfügte er über eine unglaubliche Technik, aber seine Stimme war mir irgendwie zu wenig sinnlich. Unerreicht war er für mich im russischen Repertoire.

    Aber im deutschen Fach ist für mich Wunderlich (teilweise auch Schock) die Nummer eins, im italienischen Fach ziehe ich Bergonzi vor und im französischen Kraus.

    Trotzdem hätte ich für die "drei Tenöre" für ihn neben Bergonzi und Kraus votiert...

    Lieber Rüdiger,

    Die Ironie die aus Deinem Beitrag spricht, enttäuscht mich von Dir. Du vermutest doch ebenso wie ich, dass Gerhard die letzten Jahre nicht in Bayreuth war, um Katharinas Wirken zu "bewundern". Allerdings fiel es wirklich nicht schwer sich anhand der filmischen Übertragung (denen Du Dich ja bekanntlich verweigerst) ein Bild zu machen.

    Das Ganze hat mit Herheims Parsifal begonnen (der als einziges nicht auf DVD erschienen ist, obwohl ich ihn recht gelungen fand: Warum wohl??), und gipfelte letztes Jahr im Tannhäuser, der mit der Vorlage von Richard Wagner auch gar nichts mehr zu tun hatte. Dazwischen waren die recht gut gemachten Kosky-Meistersinger und die von Katharina zu verantwortenden Tristan-Blamage und der ganz nette Lohengrin von Neo Rauch, den ich mir allerdings mit dem "Brüller" Schager nicht freiwillig anhören würde.

    Sorry, aber Deine Aggression geht für mich ins Leere.

    Die "dunklen Seiten von Wagner" müssen für mich nicht mehr aufgearbeitet werden, das hat Wieland vor 60/50 Jahren schon weitaus überzeugender gemacht.