Beiträge von Tresor

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    Original von Münti
    Welche Orgel bzw. -stil wurde in St.Eustache kopiert? Ich habe die Orgel bisher immer für eine zeitgenössische Universalorgel gehalten.


    Hallo Münti,


    ich kenne die Orgel in St. Eustache nur von CD-Einspielungen. Sie klingt wie eine typisch französische Romantikorgel. Der Disposition nach gibt es Parallelen zu großen Cavaille-Coll Orgeln.
    Als "Universalorgel" würde ich sie nicht bezeichnen. Hier muss man beachten, dass eine große Anzahl an Registern nicht unbedingt bedeutet, dass solch eine Orgel einerseits wie eine romantische Orgel und andererseits wie eine typische Barockorgel klingt. Der Raum spielt hier auch eine große Rolle. Barockorgeln können ihre typischen Klangqualitäten sich eher in kleineren Räumen mit wenig Nachhall entfalten. Große Romantische Orgeln findet man häufig in großen Räumen, die durch langen Nachhall belastet sind. Die Komponisten der Romantik haben dies jedoch häufig in ihren Kompositionen berücksichtigt. Ein gewisser Nachhall ist hier erwünscht.
    Die Orgel in St. Eustache kann wegen des großen Raumes nie wie eine typisch prägnante Barockorgel klingen. Insofern ist sie keine "Universalorgel".


    Gruß
    Tresor

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    Original von Münti
    Ich will eine Orgel wie die in St.Eustache zu Paris in St.Marien!!! Damit ein "neuer Buxtehude" sein Werk an dieser Stelle schaffen kann!


    Hallo Münti,


    die Orgel in St. Eustache ist eine tolle Orgel, aber m.E. nur für romantische Orgelmusik geeignet. :jubel: Was soll denn das für ein "neuer Buxtehude" werden? :no:


    Gruß
    Tresor

    Nach langer Zeit mal wieder



    Hector Berlioz


    Symphonie fantastique
    L'Invitation a la valse


    Cleveland Orchestra, Christoph von Dohnanyi


    Fantastisch finde ich besonders "Marche au supplice" und "Songe d'une nuit de Sabbat". Schauerlich schön diese Glocke.


    Gruß
    Tresor

    Zitat

    Original von Frank1970


    Erstaunlich auch immer wieder, wie oft klassische Melodien in Pop-Musik verwendet werden.


    Ja, ab und zu hört man mal ein Stück wo ein klassisches Thema verwendet wurde. Ob Klassik-Laien das jedoch wahrnehmen, möchte ich bezweifeln, zumal wenn die Herkunft auf dem Tonträger nicht gekennzeichnet ist.



    Es gab aber mal eine Zeit, so Ende der 60er bis etwa Mitte der 70er des letzten Jahrhunderts, wo sich Pop-Gruppen geradezu auf Klassik konzentrierten und diese modern umsetzten. Diese Musik hat mich damals sehr geprägt und mir den Zugang zur "originalen" Klassik geöffnet. Damals wurden selbstverständlich die Quellen mit angegeben.


    Da waren z.B. "The Nice" mit Keith Emerson, der später "Emerson, Lake & Palmer" gründete. Die spielten dann "Bilder einer Ausstellung". Bei einem Konzert in der Royal Albert Hall wurde die Amerikanische Flagge verbrannt und deshalb bekam die Gruppe dort ein lebenslanges Auftrittverbot.


    Die holländische Gruppe "Ekseption" verknüpfte Klassik mit Jazz. Von denen besorgte ich mir im Laufe der Zeit alle Platten.


    Auch so berühmte Gruppen wie "Deep Purple" versuchten sich immer mal wieder an klassischen Themen. Bevor sie mit "In Rock" richtig berühmt wurden, brachten sie das klassikgeprägte und empfehlenswerte "The Book of Taliesyn" heraus. Später spielten sie eine symphonische Eigenkomposition mit großem Orchester in der Royal Albert Hall.


    Das "Electric Light Orchestra" spielte anfangs noch auf akustischen Instrumenten (Violine, Cello) aus Grieg's "Peer Gynt". Später wurden sie dann elektronischer und kommerzieller.


    Auf elektronischen Wege versuchte sich auch der Japaner "Tomita" an klassischen Themen. Allerdings klang das alles sehr synthetisch.


    Es bildeten sich damals spezielle Stilrichtungen wie "Klassik-Rock", "Baroque Rock" oder "Artrock". Gruppen wie "Van der Graaf Generator", "Yes", "Procul Harum", "The Moody Blues" und teilweise auch "Genesis" tummelten sich auf dieser weiten Wiese. Die Musik war mitunter sehr komplex und die Stücke wurden immer länger. 15 bis 20 Minuten oder sogar eine ganze LP-Länge (mit der obligatorischen Wendepause zur Halbzeit) waren keine Seltenheit. Häufig waren dies auch Eigenkompositionen nach klassischem Vorbild.


    Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück. :jubel: Es war mein Einstieg in die Klassik. Schließlich habe ich mir auch die "Originale" angehört und mein Interesse an der Klassik weitete sich immer mehr aus. :yes:


    Gruß
    Tresor



    P.S.: Fleißige Rechner werden jetzt nachrechnen wie alt ich wohl bin. :baeh01: Nun, ich bin ähnlich wie calaf um die 50. Die Frage ist nur, von welcher Seite? :hahahaha:

    Hallo Frank,


    natürlich gibt es Ausnahmen von Klischees.


    Zwischen Schwarz und Weiß gibt es immer eine große Bandbreite von Grau, in der sich dann jeder wiederfindet. Gäbe es keine Ausnahme von Klischees, dann hießen Klischees nicht "Klischee", sondern "Regel".


    Von solchen Ausnahmen zu hören, freut mich. Ich hoffe, deinem Sohn hat Konzert auch gefallen. Wenn ja, dann war dies vielleicht sein "Einstieg" in die Klassik?


    Gruß
    Tresor

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    Original von Blackadder
    ... während man die dürftige Klassik-Abteilung nach einer falsch etikettierten CD durchstöbert. (Eigentlich müsste ich vom hiesigen Media-Markt Geld bekommen dafür, dass ich unentwegt die CDs richtig einordne, weil irgendein Praktikant es nicht schafft, Beethoven bei „B“, nicht bei „V“ einzuordnen. Mindestens einmal die Woche muss ich da für Ordnung sorgen, das ist echt schlimm…)


    Werter Blackadder,


    ich nehme alle Schuld auf mich. Ich bin derjenige, der immer wieder die Klassik-CDs durcheinander bringt.


    Beim Durchstöbern halte ich in der einen Hand alle CDs, die mich interessieren und bevor sie ein anderer erhascht. In der Natur nennt man das Futterneid. Wenn die Handsammlung zu umfangreich wird, verstecke ich die CDs irgendwo im Regal, wo sie keiner vermutet. Zum Schluß treffe ich dann aus der Vorauswahl (ca. 10 CDs) die Endauswahl (z.B. 3 CDs). Den Rest lasse ich dann an dem geheimen Ort stehen. Könnte ja sein, dass ich nächste Woche wieder komme.


    Eigenartigerweise sind die CDs beim nächsten Besuch wieder eingeordnet. Ich wollte schon den Praktikanten ob seines Sachverstands loben. Dass du sie ständig einordnest, konnte ich nicht wissen. Ich verspreche Besserung.


    Gruß
    Tresor

    der Lullist schrieb:

    Zitat

    Das erste Mißverständnis:
    Klassik ist ernste Musik


    Genau das ist eines der Probleme, das so manchen am Zugang zur Klassik hindert.
    In unserer Gesellschaft herrscht immer noch dieses Schubladendenken, das zwischen E- und U-Musik unterscheidet. Ich will das mal - wenn auch etwas überspitzt - an folgenden Gegenüberstellungen verdeutlichen.


    [Klischeemodus an]


    Aus der Sicht eines Jugendlichen, der nichts anderes als HipHop auf seinen MP3-Player läßt.


    E-Musik .......................................... U-Musik


    E = ernst, elitär.................................U = unterhaltsam
    ist was für Ältere..............................ist was für Jüngere
    ist mir zu schwierig...........................ist eingängig
    da kenne ich mich nicht mit aus........da muss ich mich nicht mit auskennen
    da muss man was von verstehen.....da muss man nichts von verstehen
    ist nur was für Fachleute..................ist was für jedermann
    ist altmodisch...................................ist modern, aktuell
    ist langweilig....................................macht Spaß
    ist uncool.........................................ist cool
    verschwendet Speicherplatz............hab schon 5 GByte runtergeladen
    hört aus meiner Klicke keiner............hören alle aus meiner Klicke
    hier finde ich keine Idole...................hier finde ich Idole
    die Musiker sind steif.......................die Musiker sind flippig, eben cool
    die Musiker sind mir fremd..............die Musiker sind wie du und ich
    die Musiker sind Gruftis...................die Musiker sind jung
    die Komponisten sind alle schon tot..wozu braucht man Komponisten?



    Aus der Sicht eines betagten Klassikhörers.


    E-Musik ......................................... U-Musik


    E = Edelklasse..................................U = Unterklasse
    ist was für Gebildete........................hören nur Ungebildete
    hat Stil..............................................ist Stilbruch
    ist Kunst...........................................ist künstlich
    ist komplex.......................................ist primitiv
    ist zeitlos..........................................ist neumodischer Kram
    ist (wert)beständig...........................ist eine Eintagsfliege
    ist angenehm, harmonisch................ist laut, macht Krach
    ist klangstark....................................ist geräuschvoll
    kenne einige Komponisten...............das sind doch keine Komponisten
    kenne einige Werke.........................die Titel kann/braucht sich eh keiner merken
    kenne einige Interpreten...................kann man nicht interpretieren
    im Konzert geht es geordnet zu........das sind Chaos-Veranstaltungen
    habe eine stattliche CD-Sammlung....sowas kommt mir nicht ins Haus!


    [Klischeemodus aus]


    Bevor ich jetzt gesteinigt werde möchte ich betonen, dass dies nicht meine Meinung ist, sondern nur die Bandbreite der gegenseitigen Intoleranz darstellen soll.


    Ich finde, man sollte überhaupt keinen Unterschied zwischen E- und U-Musik machen. Letztlich ist es das emotionale Empfinden, das den Hörer in den Bann zieht, egal ob es sich dabei um Klassik, Jazz oder Pop handelt. Für den Musik-Einsteiger - in unserem Fall für den Klassik-Einsteiger - ist es wichtig, dass er dieses emotionale Schlüsselerlebnis erfährt, das in ihm das Interesse auf mehr weckt.


    Wie man das erreichen kann, das ist hier schon in einigen Ansätzen aufgezeigt worden. Aber bei aller Missioniertätigkeit sollte uns auch klar sein, dass nicht jeder Zugang zur Klassik finden kann. Es findet auch nicht jeder den Zugang zum Jazz oder Pop. Und letztendlich gibt es Menschen, die finden überhaupt keine Beziehung zur Musik. Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein. Das wäre dann ein Thema für einen weiteren Thread.



    Gruß
    Tresor

    Hallo Volker,


    vielen Dank für den Hinweis auf die Konzertreihe.


    Obwohl ich als Mindener nicht allzu weit von Herford entfernt wohne, ist es schwierig an solche Informationen heranzukommen. Im Mindener Tageblatt werden die Termine entweder gar nicht oder sehr kurzfristig veröffentlicht. So kann ich die Termine jetzt besser planen.


    Übrigens, Jane Parker-Smith hat vor einigen Jahren im Mindener Dom ein tolles Konzert gegeben. Sie spielt ähnlich wie Marie-Claire Alain souverän, flüssig und ausdrucksstark, ohne dabei affektiert zu wirken. Auf ihren Auftritt darf man gespannt sein.


    Zum Einstimmen kann ich diese CD empfehlen.


    Gruß
    Tresor

    Hallo Emotione,


    Du hattest mir geantwortet:

    Zitat

    meine Begründung liegt darin, dass Einsteiger zunächst dahin geführt werden sollten, sich für längere Zeit auf ein Werk einzulassen, sprich: sich zu konzentrieren.


    Deine Ambitionen in Ehren, aber dass sich ein Einsteiger längere Zeit auf ein Werk konzentrieren soll, halte ich für eine glatte Überforderung. Unter einem Werk versteht man allgemein eine größere mehrsätzige Komposition. Soviel Geduld hat der unbedarfte Einsteiger i.d.R. nicht. Er muss erstmal Blut lecken. Ihm verlangt nach eingängigen Melodien und Ohrwürmern. Diese findet man aber nicht über ein ganzes Werk verteilt, sondern nur vereinzelt.


    Ein Einsteiger muss erst auf den Geschmack kommen und das geht m.E. nur über die emotionale Schiene. "Leichte Klassik" vom Schnipsel-Sampler ist dazu geeignet, diese Emotionen zu schüren und das Interesse auf mehr zu wecken. Damit wäre der Einstieg in die Welt der Klassik geschafft.

    Wenn wir in deiner Aussage den Begriff "Werk" durch "Stück" ersetzen, finde es i.O. :yes:


    Ein "fortgeschrittener Einsteiger" wird sich dann auch irgendwann das ganze Werk anhören. Möglicherweise befaßt er sich auch kognitiv mit dem Thema Klassik. Es kann aber auch sein, dass so mancher "Ersteinsteiger" nie die nächste Stufe zum "fortgeschrittenen Einsteiger" erklimmt. Dies kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht ist der "Ersteinsteiger" mit seiner erreichten Stufe in die Klassikwelt (ab und zu ein emotionales Hörerlebnis :]) zufrieden und verlangt nicht nach mehr. Evtl. weiß er auch nicht, wie es weitergehen könnte. ?( Hier bedarf es dann, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, der Förderung.


    Aber die Grundvoraussetzung für den jeden weiteren Weg ist das vorhandene Interesse, und das muss jeder im ersten Schritt selbst finden. Und eine Möglichkeit zu dieser Selbstfindung kann (muß nicht) durch Klassik-Sampler angeregt werden.


    Gruß
    Tresor



    Hallo Emotione,


    kannst Du auch eine Begründung liefern, weshalb "für Einsteiger meines Erachtens völlig ungeeignet"?


    Für Einsteiger gut geeignet finde ich Sampler in der Art "Leichte Klassik".


    Gruß
    Tresor

    Hallo Alfred,


    die LS bzw. Kopfhörer sind m.E. die wichtigsten Glieder in der HiFi-Kette. Allerdings ist die Auswahl der LS auch am schwierigsten.


    LS haben den größten Einfluss auf den Klang. Die Bandbreite reicht von der Blechbüchse bis zur Highend-Box. Beim Thread „Klangunterschiede bei Verstärkern“ erwähnte ich bereits, dass das Zusammenspiel zwischen Verstärker und Lautsprechern passen muss. Viel entscheidender bei der Wahl des „richtigen“ LS ist jedoch die Verträglichkeit mit der Raumakustik.


    Dein Hörraum ist 5 x 5 m groß und stark bedämpft. Für die Raumgröße würden nicht zu große Standboxen oder auch etwas größere Regalboxen auf Ständern ausreichen. Starke Bedämpfung wirkt sich meistens auf den Hochton- und Präsenzbereich aus. Die LS sollten diesen Hörbereich gut auflösen können und nicht vernachlässigen. Im TT-Bereich haben manche LS einen Höcker (= Überbetonung) bei etwa 100 Hz. Das macht sich dann bei Pop-Musik auf der Fete ganz gut, ist aber für die Wiedergabe von Klassik und speziell für deinen Hörraum (Altbau mit Holzfußboden?) weniger geeignet. Das erzeugt dann diesen Dröhneffekt. Dieser wiederum muss nicht zwangläufig nur bei Bassreflex-Boxen auftreten.


    Von allen HiFi-Geräten sind die LS in den letzten 20 Jahren am meisten weiterentwickelt worden. Das ist äußerlich nicht ohne weiteres erkennbar. Aber gerade die Chassis sind heutzutage durch verfeinerte Messmethoden viel besser als früher. Für die Membranen wurden spezielle Materialien entwickelt, die gleichzeitig leicht und steif sind. So vermeidet man Biegeschwingungen, die u.a. für Verzerrungen und Klangverfärbungen verantwortlich sind. Auch bei der Konstruktion der Gehäuse hat sich viel getan. Das Gehäuse sollte möglichst stabil sein und nicht mitschwingen. Frequenzweichen sind eine Wissenschaft für sich. Auch da hat sich viel getan. Brauchte man früher Telefonzellen, um einen tiefen Bass zu erzeugen, so erreicht man das heute mit wesentlich kleineren Gehäusen und Chassis. Darüber freuen sich dann auch die Damen des Hauses, weil sich die LS so besser in die Wohnlandschaft einfügen.


    Nun könnte ich eine ganze Reihe LS aufzählen, die etwa in der gewünschten Preisklasse liegen und gute Testkritiken bekommen haben. Ob die dann aber zur Akustik deines Hörraums, zu deinen Hörgewohnheiten und zu deinem Verstärker passen, das könnte ich dir nicht versprechen. Deshalb möchte ich hier auch keine Marken und Modelle nennen.


    Für 3000,- Euro bekommt man schon ordentliche Lautsprecher. Damit das Geld aber nicht fehlinvestiert wird (wie viele CDs bekäme man dafür?), empfehle ich dir den Gang zu einem guten Fachhändler, der dich berät und verschiedene LS vorführt (eigene CDs mitnehmen). Aber Vorsicht, die Akustik im Vorführraum kann ganz anders sein als zu Hause. Deshalb sollte man beim Händler nur eine Vorauswahl treffen und die eigentliche Hörprobe dann im eigenen Hörraum durchführen. Es gibt auch LS, die sich auf die Akustik des Hörraums einmessen lassen. Dies müsste der Händler dann eh vor Ort tun. Jedenfalls würde ich LS in dieser Preisklasse nicht ungehört „von der Stange“ kaufen.


    Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen.


    Gruß
    Tresor

    Bei mir läuft gerade



    ORGAN FIREWORKS III


    Christopher Herrick spielt an der Van den Heuvel Orgel von St. Eustache in Paris.



    Werke verschiedener Komponisten:


    1. LEMARE - Op.74: Marche Heroique In D Major
    2. BOSSI - Op.49 No.2: Scherzo In G Minor
    3. BATISTE - Offertoire In D Minor
    4. LEMARE - Op. 4: Concert Fantasy On The Tune
    5. DUPRE - Op.19 No.2: Cortege et Litanie
    6. JOLIVET - Hymne a l'Univers
    7. LEFEBURE-WELY - Op.122, No.4: Marche In F Major
    8. DUBOIS - Grand Choeur In B Flat Major
    9. BOSSI - Op.128: Peice Heroique In D Minor
    10. SAINT-SAENS - Op.150 No.7: Allegro Giocoso In A Major


    Der Organist versteht es, dem Titel der CD alle Ehre zu machen. Aus den Orgelpfeifen sprüht förmlich ein Feuerwerk. Herrick verwendet die wunderbaren Klangfarben effektvoll und nutzt die volle Dynamik des Instruments. Die Interpretation gelingt druckvoll und dramatiisch.


    Gruß
    Tresor

    Wunderschön gruselig ist so ziemlich alles auf dieser CD



    CHILLER


    gespielt von Erich Kunzel und die Cincinnati Pops Orchestra.


    Inhalt:
    1. Opening Sequence
    2. Overture to The Phantom of the Opera (Andrew LLoyd Webber) 3. Night on Bald Mountain (Modeste Moussorgsky)
    4. Danse Mocabre (Camille Saint-Saens)
    5. March to the Scaffold from Symphonie fantastique (Hector Berlioz
    6. Pandemonium from The Damnation of Faust (Hector Berlioz)
    7. In the Hall of the Mountain King from Peer Gynt (Edvard Grieg)
    8. Synthesizer Effects
    9. Theme from The Twilight Zone (Marius Constant)
    10. 12,000 Volts
    11. The Bride of Frankenstein (Franz Waxman)
    12. Sleigh Ride from The Devil and Daniel Webster (Bernhard Herrmann)
    13. Prelude from Psycho (Bernhard Herrmann)
    14. The Mad House from Psycho (Bernhard Herrmann)
    15. Murder from Psycho (Bernhard Herrmann)
    16. Overture to Sleuth (John Addison)
    17. Television Noise
    18. The Light from Poltergeist (Jerry Goldsmith)
    19. Super Sleuth from Without a Clue (Henry Mancini)
    20. Funeral March of a Marionette (from Alfred Hitchcock Presents, Charles Gounod)


    Eine bunte Mischung aus Klassischer Musik und Gruselfilmklassikern.
    Der Gruselfaktor wirkt bei einigen Stücken direkt aus der Musik heraus (Titel 2 bis 6). Da braucht man nicht erst das Licht ausmachen und sich die schlimmsten Sachen vorstellen. Bei anderen Stücken braucht man schon ein bißchen Einfühlungsvermögen (Vorstellungskraft), damit es schauert. Und wer die Kultfilme Frankenstein, Poltergeist, Psycho usw. gesehen hat, der braucht sich nicht hineinsteigern. Die Erinnerung an bestimmte schaurig-gruselige Filmszenen ist sofort wieder da.


    Nicht alles auf dieser CD erfüllt kompositorisch hohe künstlerische Ansprüche, aber Kunzel versteht es, die Stücke packend zu inszenieren.
    Eine CD mit hohem Spaßfaktor.


    Gruß
    Tresor

    Bestimmt hat jeder schon einmal in einem guten Restaurant Appetithäppchen vorweg bekommen. Die sind nicht dazu da, um sich satt zu essen, sondern um den Appetit anzuregen und auf das eigentliche Mahl vorzubereiten.


    Genau diesem Zweck dienen auch die Schnippsel. Sie sollen das Interesse des Hörers wecken, damit er mehr Appetit auf die Musik bekommt, die er bisher noch nicht gekostet hat. Für diesen Zweck finde ich die Schnippsel vollkommen in Ordnung. Für das Langzeithören sind sie sicher nicht geeignet.


    Ich kaufe mir ab und an auch mal einen Sampler, um Neues zu entdecken. Mitunter höre ich den Sampler nur einmal. Die Entscheidung für mehr oder auch nicht ist dann gefallen.


    Prinzipiell halte ich es auch für wichtig, dass man sich für größere Werke die Zeit nimmt und sie in der Gesamtheit anhört. Wir leben in einer schnellebigen Welt, in der die Informationen von allen Seiten und möglichst gleichzeitig auf uns einfallen. Wenn man dann den Fehler macht und versucht, alles gleichzeitig aufzusaugen, verpasst man die Chance, sich mit einer Sache intensiv auseinanderzusetzen.


    Im Fernsehen wird gezappt, im Internetbroswer wird hin- und hergeklickt, auf dem MP3-Player werden die Titel nur angespielt. Das ist doch nichts halbes und erst recht nicht ganzes. An der heutigen Jugend bemerke ich, dass viele nicht gelernt haben, sich intensiv mit nur einer Sache zu beschäftigen. Auch das ist ein Grund für die schlechten PISA-Ergebnisse. Insofern könnte konzentriertes Hören von Musik auch eine positive pädagogische Wirkung haben. Aber Musik ist in der Schule nur ein Nebenfach und wird allzu oft stiefmütterlich behandelt. Aber das ist wieder ein anderen Thema.


    Gruß
    Tresor

    Eine wirklich hervorragende CD kann ich empfehlen.



    PIERRE PINCEMAILLE - IMPROVISATIONEN


    Es handelt sich um Improvisationen im Stil nach Bach, nach deutschen Volksweisen und vier Variationen im Alten Stil.


    Gespielt an der großen Kuhn-Orgel des Mindener Doms,
    erschienen bei Wergo, Music & Media, Mainz.


    Titel:
    1-2)
    Prälludium und Doppelfuge, g-Moll
    im Stil von J.S. Bach


    Siute de Danses improvisee
    nach deutschen Volksweisen
    3) Marche
    4) Musette
    5) Sarabande
    6) Tambourin
    7) Menuet
    8 ) Gigue


    Poeme Symphonique improvisee
    9) Andante, agitato


    Vier Variationen im Alten Stil über:
    "Vom Himmel hoch, da komm' ich her"
    10) Ricercare
    11) Figurierter Choral
    12) Trio
    13) Fugierter Choral mit c.f. im Baß



    Sehr unterhaltsam sind die deutschen Volksweisen. Insgesamt gelingt Pincemaille eine Darbietung mit hohem künsterlischen Anspruch.
    Gleichzeitig kann man hier auch die Klangvielfalt der prächtigen Mindener Domorgel kennenlernen. Sie ist in meinem Avatar zu sehen. Als Ortsansässiger habe ich hier schon viele Orgelkonzerte gehört.


    Gruß
    Tresor

    Hallo Thomas,


    der Plattenspieler darf mit ins Handgepäck, aber als Musikmedien sind nur CDs erlaubt. Ist eben hart, die Aufgabenstellung, aber "3 CDS" war die Vorgabe.


    Aber vielleicht dürfen ja Instrumente mitgenommen werden? :yes:


    Ansonsten, auf dem Kamm blasen :pfeif:


    Gruß
    Tresor :hello:

    Wie lange dürfen/müssen wir auf der Insel ausharren?
    Ist Elektrizität auch vorhanden?


    Auf jeden Fall muss die mit...


    und die...


    und dann noch


    Schostakowitsch
    - Sinfonie Nr. 1 und Nr. 5
    (müssten beide auf 1 CD passen)


    Wenn dann die Eingeborenen kommen und Freitag braten wollen, dann spiele ich mit voller Lautstärke das Finale aus der 5., das dürfte die Kannibalen einschüchtern und vertreiben.


    Gruß per Flaschenpost
    Tresor

    Hallo Hüb',


    ich beschäftige mich mit dem Thema 'HiFi' seit mindestens 35 Jahren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was sich in dieser Zeit an Weiterentwicklung getan hat.


    Meine Erfahrungen habe ich nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch gesammelt. In diesem Zeitraum habe ich selbst mehrere Verstärker besessen oder aus dem Bekanntenkreis kennen gelernt = gehört. Meine eigenen Verstärker habe ich über tausende Stunden gehört, die von Bekannten auch einige hundert Stunden. Von kurzen Blindtests kann hier nicht die Rede sein.


    Und ich bleibe bei meinem selbst erfahrenen Standpunkt, dass es klangliche Unterschiede zwischen Verstärkern gibt. Diese Unterschiede können sogar so deutlich sein, dass selbst ein ungeübtes Gehör sie feststellen kann!


    In meinen Ausführungen habe ich aber auch deutlich gemacht, dass klangliche Unterschiede bei Verstärkern weniger ausgeprägt sind als bei Lautsprechern. Deshalb hatte ich auch empfohlen, mehr in die Lautsprecher als in teure Verstärker zu investieren. Somit liegen wir in unseren Meinungen eigentlich nicht so weit auseinander. Deshalb kann ich nicht verstehen, warum Deine Ansicht völlig anders sein soll als meine.


    Von "großen klanglichen Unterschieden" habe ich nicht gesprochen. Meine Betrachtungen bezogen sich auf die Preisklasse 500 bis 3000 Euro, also das Preissegment, das für die meisten normalsterblichen Verdiener am interessantesten sein dürfte. Dass es jenseits der Skala auch noch einen Highend-Bereich gibt, wo man auch mal für 1 Meter Strippe 3000 Euro ausgibt, habe ich beiläufig erwähnt, aber bewußt aus meiner Beurteilung herausgenommen.


    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Du meine Ausführungen nicht genau genug gelesen oder evtl. nicht verstanden hast.


    Übrigens, wenn Du eine "hochwertige Kette" besitzt, dann doch wohl deswegen, weil Dir eine "niederwertige Kette" nicht zusagte. Damit belegst Du selbst, dass es offenbar doch Unterschiede gibt.


    Gruß
    Tresor

    Gestern gekauft, siehe einige Statements weiter oben.


    Robert Schumann


    Sinfonie Nr.1 "Frühlingssinfonie",
    Sinfonie Nr.3 "Rheinische"
    Silesian Philharmonic Orchestra, Karol Stryja


    Dass das Bild bei Naxos online noch nicht aktualisiert wurde, hatte ich schon erwähnt.


    Normalerweise gilt "Wo Nutella drauf steht, ist auch Nutella drin".
    So dachte ich "Wo Robert Schumann drauf steht, ist auch Schumann drin".


    Welche Überraschung dann heute beim Anhören!
    Es ertönt kein Orchester, so wie man es bei den o.g. erwarten dürfte. Nein, zu hören ist ein Klavier, und das über insgesamt 35 Stücke. So viele Sätze erwartet man in 2 Sinfonien eigentlich nicht.


    Soll heißen "Wo Orchester drauf steht, ist Klavier drin".


    Meine Vermutung, dass hier die falsche CD verpackt wurde, ist zumindest äüßerlich nicht zu erkennen. Der Aufdruck auf der CD entspricht genau dem oben aufgeführten Text.


    Ja, liebe Naxos, was soll das denn? Da muss doch wohl jemand in der Produktion gepennt haben!


    Jetzt muss ich mal sehen, ob der MM die zurücknimmt, weil fehlerhaftes Produkt. Aber schlimmer ist eigentlich die nicht erfüllte Vorfreude auf ein schönes Hörerlebnis.


    Gruß
    Tresor

    Klangliche Unterschiede bei Verstärkern gibt es seit es Verstärker gibt. Jeder Verstärker - und sei er noch so aufwendig konstruiert - beeinflusst das Ursprungssignal. Einen "neutralen" Verstärker, im Sinne von "ohne Störeinfluss" gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben.


    Bereits das Durchfließen eines Stücks Draht beeinträchtigt den Klang. HiFi-Puristen investieren deshalb mitunter mehr Geld in diverse Strippen als so mancher Durchschnitts-HiFiist in seine ganze Anlage. Ob es sich auszahlt oder ob man besser in andere Komponenten investiert, muss jeder mit seinem eigenen Portemonnaie ausmachen.


    Technisch ist es schon lange möglich, Verstärker zu bauen, die tadellose meßtechnische Werte liefern. Ein glatter Frequenzgang über den gesamten Hörbereich, ein kaum hörbares Grundrauschen und ein niedriger Klirrfaktor, gehören heutzutage selbst bei kostengünstigen Verstärkern zur Selbstverständlichkeit. So gesehen sind die Unterschiede zwischen einem – sagen wir mal – 500 Euro und 3000 Euro teuren Verstärker minimal.


    Die klanglichen Unterschiede sind aber viel größer als die messtechnischen. Das erkennt man schon daran, dass Röhrenverstärker anders klingen als Transistor- oder Digitalverstärker. Allerdings kann man auch nicht einfach behaupten, je teuer umso besser. Letztendlich muss man Probehören, was gute Händler gerne tun. Wer von der Stange kauft und nur auf möglichst viel Watt aus ist, liegt klanglich häufig daneben.


    Wer sich lediglich einen Verstärker zulegen möchte, der achte beim Probehören darauf, dass hier sehr wahrscheinlich andere Lautsprecher als die eigenen verwendet werden. Möglicherweise haben die Lautsprecher einen viel größeren Einfluss auf den Klang als der/die Verstärker. Gerade die Verträglichkeit zwischen Verstärker und Lautsprechern muss passen. Es gibt Lautsprecher mit kritischen Impendanzen, die dann hohe Anforderungen an den Dämpfungsfaktor eines Verstärkers stellen. Deshalb ist es sinnvoller, den Verstärker mit neuen Boxen Probe zu hören und diese Kombination dann zu erstehen. Andernfalls kann man zu Hause mit den eigenen Lautsprechern negative Überraschungen erleben.


    Vor 7 Jahren habe ich meine alte Anlage komplett ausgetauscht. Der alte Receiver, Marke Universum von 1976, hatte die typischen Alterungserscheinungen wie nachlassende Elkos und kratzende Potis. UKW-Empfang war kaum mehr möglich, weil die Empfangsfrequenz nicht gehalten wurde. An den alten Boxen, Eigenbau mit insgesamt je 6 Lautsprechern, lösten sich die Sicken der Basslautsprecher allmählich auf. Der CD-Player, ein alter Philips von 1984, produzierte immer mehr Aussetzer und hatte ohnehin Probleme mit Selbstgebrannten. Lediglich mein Plattenspieler, ein DUAL von 1980, blieb übrig und kommt auch immer mal wieder zu Ehren.


    Nach Probehören beim Händler mit eigenen CDs entschieden wir (meine bessere Hälfte war selbstverständlich auch dabei) uns für


    - Marantz SR5000 AV Surround Receiver
    - Marantz CD6000 OSE CD-Player
    - 2 Standboxen (vorn rechts u. links) B&W DM 605 S2, 3-Wege-Baßreflex mit aktivem Bassmodul. Durch die eingebauten Verstärker, ähnlich wie beim Subwoofer, lässt sich der Bassbereich an die Raumakustik anpassen und der Bass geht wirklich ganz tief in den Keller.
    - 1 Center B&W CC6 S2
    - 2 Kompaktboxen (hinten rechts u. links) B&W DM 601 S2.


    Der Händler machte einen guten Paketpreis und hat die Anlage aufgebaut und eingemessen.


    Den Surround-Bereich lasse ich hier bewusst heraus und betrachte nur den Höreindruck in Stereo.
    Zunächst ist der Klangeindruck ungewohnt, so wie Alfred es auch schon beschrieben hat. Gewisse Schmeicheleien der alten Anlage fehlten. So hatte der alte Verstärker eine sehr ausgeprägte Loudness-Schaltung, die bei geringen Lautstärken einen sehr warmen Klang erzeugte, der allerdings übertrieben war. Bei größeren Lautstärken klang der alte dann sehr schlank und spitz, also genau das Gegenteil, und wurde dadurch auch nervig. Man musste dann durch die Klangregler ausgleichen. Der Marantz hat keine Loudness-Schaltung. Daran habe ich mich schnell gewöhnt und eigentlich empfinde ich den Klangeindruck beim Wechsel zwischen laut und leise so auch richtiger. Ingesamt ist der Marantz analytischer und trotzdem ist der Klang warm, kraftvoll und lässig. Bei meinen Hörgewohnheiten – ich drehe auch schon mal ordentlich auf – wird er nie lästig und wirkt nie angestrengt.
    Natürlich spielen auch hier die Lautsprecher eine große Rolle. Sie passen sehr gut zum Verstärker und haben genügend Lautstärke-Reserven. Der Frequenzbereich ist sehr breit, die Klangfarben sehr schön. Ingesamt sind die Boxen sowohl für kleines als auch großes Orchester sehr gut geeignet und klingen auch bei Stereo sehr räumlich in der Breite und Tiefe.


    Warum ich die Lautsprecher in das Thema „Verstärker“ mit eingebunden habe, das hat folgenden Grund. Verstärker und Lautsprecher bilden zusammen eine Einheit und müssen zueinander passen. Wer das nicht beachtet, kann große Enttäuschungen erleben. Ein guter Verstärker und gute Lautsprecher können zusammen unbefriedigend klingen, wenn sie nicht zueinander passen!


    Insgesamt halte ich den klanglichen Einfluss von Verstärkern für geringer als den von Lautsprechern. Bei begrenztem Budget – und das dürfte ja meistens der Fall sein – sollte man nicht zuviel in den Verstärker und zu wenig in die Lautsprecher investieren. Bei der Aufteilung des Budgets empfehle ich ¼ für den Verstärker und ¾ für die Lautsprecher.


    Gruß
    Tresor

    War gerade im Medjamorkt und suchte eigentlich eine Maus für den PC. Habe dann auch eine passende gefunden. Auf dem Weg zur Kasse konnte ich mir einen kleinen Umweg zu den Klassik-CDs nicht verkneifen...


    ... und fand das



    Carl Nielsen


    Sinfonie Nr.1
    Philadelphia Orchestra, Eugen Ormandy


    Sinfonie Nr.2
    New York Philharmonic Orchestra, Leonard Bernstein



    ... und das



    Robert Schumann


    Sinfonie Nr.1 "Frühlingssinfonie",
    Sinfonie Nr.3 "Rheinische"
    Silesian Philharmonic Orchestra, Karol Stryja


    Die neuen Naxos-Serien sind optisch anders aufgemacht. Das Bild oben ist das alte. Das neue Layout ist so neu, dass Naxos das noch garnicht mitgekriegt hat, und somit kein Grafik-Link.


    Nielsen ist für mich Neuland, bin ich schon drauf gespannt. Von Schumann habe ich schon einiges gehört. Die "Rheinische" habe ich hier in Minden in der Martini-Kirche live gehört, bombastisch.


    Gruß
    Tresor

    Bevor dieser Thread der Superlative und Gigantomanie ganz in Vergessenheit gerät, möchte ich ihn wieder ein bißchen auffrischen.


    Orgeln mit "echten" 64'-Registern gibt es nur ganze zwei


    - die Orgel in der Town Hall, Sydney
    und
    - die Orgel der Covention Hall in Altlantic City.


    "Unechte" 64'er gibt's auch, z.B. im Dom zu Paderborn, nachzulesen hier oder beim Domorganisten.


    Übrigens Gereon Krahforst war vor einigen Jahren Domorganist in Minden, meiner Heimatstadt. Habe schon viele und hervorragende Konzerte von ihm gehört. Mindestens 1x im Jahr spielt er hier im Dom zu Minden. Die Orgel ist in meinem Avatar zu sehen.


    Da wir die größten Orgel durchhaben, wie wäre es denn mit Superlativen im Detail?


    Hier ist die größte (gemeint ist wohl der Durchmesser) und schwerste Orgelpfeife der Welt. Sie befindet sich nicht - wie man vermuten könnte - in den USA oder Australien. Nein, in dem Land, dass für seine feinmechanischen Uhren bekannt ist, in der Schweiz.


    Hofkirche St. Leodegar, Luzern
    Prinzipal 32' offen,
    57 cm Durchmesser,
    10 m lang,
    383 kg,
    erbaut von Johann Geissler um 1650!


    Zu sehen in der Mitte direkt über dem Spieltisch.



    Ob man da während des Spiels die Noten festhalten muss?


    Diese Orgel wurde 1972 - 1977 von der Orgelbaufirma Kuhn (Männedorf, Schweiz) restauriert und erweitert. Die Orgel des Mindener Doms (mein Avatar) ist auch eine Kuhn-Orgel, erbaut 1996.


    Wer den fantastischen Klang der Orgel in der Hofkirche erleben möchte, dabei gleichzeitig die Tieftonfestigkeit seiner Lautsprecher oder Kopfhörer testen möchte, und vor allem wirklich hervorragende Kompositionen bei excellenter Interpretation genießen möchte, dem empfehle ich folgende CDs:


    - Olivier Messiaen, Marie-Claire Alain, Kuhn-Orgel der Hofkirche Luzern, 1988 erschienen bei ERATO (leider kein Bild gefunden)


    und


    - Jaen Langlais, Oeuvres pour Orgue, Helga Schauerte-Maubouet, Hofkirche Luzern, erschienen bei MKI



    Gruß
    Tresor

    Fagott


    Zitat

    Es ist mir suspekt, weitere Diskussionen in dieser Form und auf diesem Niveau zu führen, daher will ich zu Ihren Aüßerungen keine Stellung mehr nehmen.


    Ich hoffe, wir dürfen Sie beim Wort nehmen, damit das ewige Herumleihere endlich ein Ende hat.


    Somit können sich dann alle wieder dem eigentlichen Anliegen, der Musik widmen.


    Gruß
    Tresor

    Komme gerade aus dem Urlaub, aus Bacharach am Rhein.


    Dort wird angekündigt:


    Das Klassik Sommer-Open-Air Highlight 2007


    NABUCCO


    von Giuseppe Verdi


    internationale Starsolisten und über 100 Mitwirkende


    Do 26.07.07
    BACHARACH
    RHEINANLAGEN



    Die gleiche Aufführung gibt es bis 01.09. noch an ca. 30 anderen Orten in Deutschland zu sehen. Unter Google suchen Nabucco Sommer-Open-Air.


    Gruß
    Tresor

    Liebe Vierne-Freunde,


    damit der Vierne-Thread nicht einschläft - denn das hätte Vierne nicht verdient - möchte ich hier eine weitere CD vorstellen.



    Vierne
    4 Symphonies Pour Orgue
    Marie-Claire Alain
    an der großen Cavaille-Coll-Orgel
    de l'Abbatiale St.-Etienne de Caen
    aufgenommen 05/1989


    Diese 4 von ingesamt 6 Sinfonien entstanden in den Jahren 1898 bis 1914 und entstammen der frühen bis mittleren Schaffensphase Viernes. Verfolgt man die Entwicklung der französischen sinfonischen Orgelmusik, beginnend mit Franck über Widor zu Vierne, so stellt man fest, dass Vierne mit diesen Werken den Gipfelpunkt erreicht hat. Er nutzt die gesamte Bandbreite der technischen Möglichkeiten, die ihm die Cavaille-Coll-Orgeln bieten. Schließlich wurde auch hier der technische Höhepunkt des Orgelbaus erreicht.


    Die Orgelsinfonien Viernes erschließen sich dem Hörer allerdings nicht so leicht wie z.B. die 5. Sinfonie Widors. Eleganz steht bei Vierne nicht im Vordergrund. Seine Werke sind voll innerer Spannung, die er geradlinig zum Ausdruck bringt. Manches wirkt ungestüm, ja auf den ersten Blick (= beim ersten Hineinhören) mitunter sogar spröde. Und doch ist die Gesamtstruktur in sich stimmig und führt zu einem harmonischen Ganzen.


    Die Sinfonien 2, 1 und 4 (in dieser Reihenfolge) erschlossen sich mir erst durch mehrmaliges Hören. Die 3. ist eingängiger, voller ungestümer Dramatik und dann wiederum sehr getragen, meditativ, schwebend und harmonisch. Deshalb empfehle all denen, die die Sinfonien noch nicht kennen, zum anfreunden ganz klar die 3.


    Von Marie-Claire Alain ist man stets ein hohes Niveau gewohnt, ja man erwartet es ganz einfach von ihr. Ihr sicheres, flüssiges, packendes und ausdrucksstarkes Spiel bewundere ich immer wieder. In dieser Einspielung erreicht sie jedoch das sonst gewohnte hohe Niveau nicht ganz. Sie spielt zwar sehr packend und ausdrucksstark, so dass m. E. die Interpretation als solche gelungen ist. Aber das rein technische Spiel kann man nicht als perfekt bezeichnen. An einigen Stellen spielt sie nicht synchron und an anderen Stellen stockt der Spielfluss. Dies mag auch an der Produktion liegen. Die Aufnahme ist an vielen Stellen zusammen geschnitten, was über Kopfhörer deutlich zu hören ist. Es entsteht dann der Eindruck, dass der Satz nicht am Stück durchgespielt wurde.


    Ansonsten ist die Klangvielfalt des Instruments adäquat und mit nicht zu viel Nachhall eingefangen. Allerdings ist die Tonqualität ingesamt nicht unbedingt herausragend. Jedenfalls hatte die Tonmeisterin Yolanta Skura bei der Einspielung von


    Olivier Messiaen
    La Nativite du Seigneur, u.a.
    Marie-Claire Alain
    an der Hofkirche Luzern


    ein Jahr zuvor eine glücklichere Hand. Siehe hierzu meinen Beitrag im Thread "Olivier Messiaen - Seine Orgelwerke".


    Ingesamt möchte ich diese Doppel-CD trotz der genannten Einschränkungen empfehlen. Immerhin wird sie in den diversen Wikis erwähnt. Vergleiche zu anderen Interpreten kann ich leider nicht bieten.


    Gruß
    Tresor

    Hallo,


    Claude Debussy - La Mer


    Also ich höre da eindeutig vom Sturm aufgepeitsche Wellen, die sich an der Küste brechen.


    Maurice Ravel - Une barque sur l'ocean


    Da stelle ich mir vor, dass das Boot gegen die Urgewalten des Meeres ankämpft.


    Gruß
    Tresor

    Hallo,


    Julius Reubke (1834 - 1858 ) wurde ja zu Beginn schon genannt.


    Er war ein Schüler Liszts und wirklich ein begnadeter Komponist. Er hat im Wesentlichen zwei Werke hinterlassen


    - Klaviersonate b-Moll,
    - Orgelsonate c-Moll "Der 94. Psalm"


    Die Klaviersonate habe ich noch nicht gehört. Auf die Orgelsonate wurde ich vor 10 oder 15 ? Jahren aufmerksam durch eine Sendung im Fernsehen. Dort wurde gezeigt, wie sich der damals etwa gleichaltrige Organist Martin Sander an der Klais-Orgel im Altenburger Dom auf diese Sonate vorbereitete. Seine Schwester half ihm bei der Registrierung. Schließlich spielte er dann die gesamte Sonate. Wenn man dabei zuschaut, sieht man regelrecht wie schwierig es zu spielen ist. Wahrhaft ein Meisterwerk eines so jungen Komponisten. Natürlich spürt man hier schon die Hand seines Lehrers. Trotzdem ist es Reubkes eigenständiges Werk. Man kann es bereits als Vorläufer der späteren französischen Orgelsinfonien betrachten. Schade, aus diesem Komponisten wäre bestimmt ein ganz großer geworden.


    Nach einigem Stöbern bin ich auf diese Einspielung gestoßen.



    Die Aufnahme erhielt u.a. den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.


    Ist schon klar, dass ich mir diese CD besorgen werde.


    Gruß
    Tresor