Beiträge von Ulrica

    Zitat

    Original von Fairy QueenI Frauen im Abseits ist ja schonmal kein schlechter Ansatz aber wie bekomme ich den Fussballplatz in Klingsors Garten?


    Kein Problem: Mit der Obelix - Methode :D :boese2:
    Gartenzäune sind dazu da, umgerannt zu werden, ggf. von einer Fussballdamenmannschaft :baeh01: :angel:
    Bin auf jeden Fall dabei, denn irgendwer muss die bedaddelte Kundry ja noch rechtzeitig aus der Bredouille kloppen...


    Übrigens: Ich würde die Piratenflagge hissen...


    Ulrica
    (Torwärtin)


    Die RAF kann man kaum als repräsentativ für die Linke betrachten, da ist zuviel politisch - ideologisch völlig abwegig gewesen. Aber, nur ein ganz kleines OT: Antisemitismus ist eine RASSISTISCHE Ideologie, sie greift jüdische Menschen wegen ihrer Herkunft an, betrachtet sich als Untermenschen und nicht lebensberechtigt. Kritik an israelischer Politk per se ist - bitteschön - strikt davon zu trennen, manchmal auch dann, wenn diese unangemessene Formen annimmt. Die Frage, wie ich mich als Deutsche mit politisch - kritischem Blick bei unbedingter Bejahung des Staates Israel (und Palästina) hier verhalten soll, stellt mich immer wieder vor Herausforderungen.


    Übrigens: Hannah Arendt hat m. E. Recht.


    Zurück zu Wagner:


    Es bleibt weiterhin schwer zu sagen, was bei ihm lediglich dem überspannten Selbstwertgefühl entsprang oder irgendwann für ihn vorstellbare politische Realität werden sollte. Wir versuchen hier ja, uns dem in sehr differenzierender Weise in der Diskussion anzunähern.


    Unverantwortlich und widerwärtig waren solche Zündeleinen allerdings auch damals allemal, und es gab auch im 19 Jhnt. Menschen, die den antisemitischen Schrott aus tiefstem Inneren ablehnten.


    Der Mensch Wagner nahm seine innersten Motivationen und Triebfedern mit ins Grab, sein geniales Musikwerk und seine grausligen Schriften hat er uns dagelassen. Es bleibt unsere Aufgabe, den ermeuten Mißbrauch zu verhindern.


    LG


    :hello:


    Ulrica

    Kundry kann ich auch nicht als positive bzw. erstrebenswert - vorbildhafte Figur, speziell für Frauen betrachten. Allerdings sehe ich sie nicht als (bösartige) Juden - Karrikatur. Die Thematik ist hier m. E. eine andere, antifeministische, die mich nicht minder nervt. Überhaupt steckt im "Parzifal" weitgehend der Mystizismus des heiligen Gral, m. E. eine spannende Geschichte, aber keine vernünftige Grundlage für eine sinnvolle Weltsicht. Unter den führenden Nazis gab es ja eine gewisse Strömung, die hieraus Teile einer Art Elite - Heiden - Religion schaffen wollten (s. Wewelsburg u.a.), meines Wissens eine weitere arg üble Angelegenheit.


    Ob Wagner solche Dinge auch vorschwebten, weiß ich nicht, wenn ja, dann wohl allenfalls definiert über seine persönliche Ton- und Opernkunst, der er ja eine ziemlich übersteigerte philosophisch - weltverbessernde Dimmension verlieh (was diese in Realität aber sicher nicht so umfassend zu leisten vermag).


    Es bleibt weiterhin schwer zu sagen, was bei ihm lediglich dem überspannten Selbstwertgefühl entsprang oder irgendwann für ihn vorstellbare politische Realität werden sollte. Wir versuchen hier ja, uns dem in sehr differenzierender Weise in der Diskussion anzunähern.


    Der Mensch Wagner nahm seine innersten Motivationen und Triebfedern mit ins Grab, sein geniales Musikwerk und seine grausligen Schriften hat er uns dagelassen. Es bleibt unsere Aufgabe, den ermeuten Mißbrauch zu verhindern.


    LG


    :hello:


    Ulrica

    Lieber Edwin,


    Barenboim hat ja mit seinen Gängen auf "übergreifenden Pfaden" - eine Nutzung seiner Fähigkeiten, die mir enorme Achtung abringt - schon viel Diskussionsstoff in Israel aufbrechen lassen. Er fährt seine brückenschlagende Linie konsequent, auch mit seinen Projekten mit Palestinensern. Seine Worte haben m. E. Maßstabsetzendes in der Wagner - Auseinandersetzung.


    Probleme habe ich mit dem Bergriff "linker Antisemitismus", wobei man durchaus erkennen muss, dass im 19. Jahrhundert, dieser Brutstätte der fortfolgenden Ideologien, sicherlich viele , auch Intellektuelle, wohl nicht abschließend für sich definiert haben, wo sie sich dazuordnen wollten bzw. ausgehend von revolutionären Jugendjahren letztlich auf ganz reaktionären Trips gelandet sind. Wagner machte ja auch eine solche unglückselige Metamorphose durch.


    In der sich zunehmend organisierenden sozialistischen Arbeiterbewegung hatte der Antisemitismus sicher aufgrund der sich durchaus umsetzenden internationalistischen Linie keinen Platz, wobei naturgemäß die Gegenerschaft zum Kapital auch jüdisches miteinschloss.


    Es trifft zwar zu, dass sich die extreme Rechte damals und heute sozialer Demagogie bedient und hier gleichlautende Teile von Programmatiken zuweilen vorliegen und die verschiedensten Schwarmgeister der Romantik alles Mögliche an Ideenkonstrukten zusammenbastelten, was so seine Gefolgschaft fand, aber eine Strömung "linker Antisemitismus" war und ist für mich als solches nicht erkennbar.


    LG


    :hello:


    Ulrica

    Lieber KUS,


    Willkommen und Grüße aus wohnortmäßig gar nicht allzuweiter Ferne!!!


    Ist es denn überhaupt noch möglich bei den traurigerweise immer kürzer währenden Karrieren - Halbwertzeiten eine wirkliche Aktualisierung durchzuführen? Ansonsten stehe ich für die neuausgabe in den Startlöchern :D


    LG
    Ulrica


    P.S. Einen Wagnerthread ohne Kampffurchen kann ich mir absolut nicht vorstellen! :D

    Ich fürchte, die sterben leider nicht aus, sondern haben sich, ähnlich wie die "entnazifizierten" und nahtlos übernommenen Vertreter von Exekutive und Judikative, genügend "Nachzöglinge" geschaffen, so lange, bis sich - vielleicht - jemand wehrt. Nur: Kaum jemand wird diese braune Nische - auch mit einiger Berechtigung gesamtgesellschaftlich gesehen - als genauso störend empfinden wie braune Richter, Staatsanwälte und Ministerialbeamte.


    Aber eines sehe ich auch so: Wagners Opern MUSS man keinesfalls antisemitisch interpretieren und auslegen, aber: Man KÖNNTE durchaus. Es braucht nicht viel Phantasie, nachzuvollziehen, warum Hitler auf Wagner gekommen ist, aber man kann dies Wagner eben nicht anlasten.


    Tatsache ist aber auch, wie Fairy vorher erwähnte, dass einiges an dieser Opernmusik berauschend und aufputschend wirken kann. Es ist bekannt, dass sich auch schon vor dem Faschismus Bayreuths Publikum zu nationalistisch - berauschten kundgebungen hinreissen ließ.


    Ich kann mir heute inzwischen auch wieder eine Klientel vorstellen, die in dieser Weise "begeisterungsfähig" sein könnte und meine u. a. daher, dass man ein so ambivalentes Phänomen wie Wagner und sein Schaffen nicht unwidersprochen den Rechten überlassen sollte.


    LG


    :hello:


    Ulrica

    Als dem Widersprüchlichen, Schrägen, Sich - Reibenden und Abgründigen distanziert zugeneigt, würde mir das Phänomen Wagner fehlen, wenn es nicht existierte.


    Der Text "Judentum in der Musik" ist wahrlich einer der ekligsten derer, die mir je unterkamen, daran gibt es nichts zu deuteln, zumal er nicht nur schimpft und ätzt, sondern (noch) nebulöse "Konsequenzen" verlangt, die unter Hitler grausige Eindeutigkeit wurden.


    Über die Frage, ob dies alles der Hass- und Neidprojektion auf Meyerbeer allein entsprungen ist, habe ich auch schon nachgedacht, komme aber letztlich nur auf Spekulatives. Ein solch massiver, unbearbeiteter Neid kann wohl zu solchen Auswüchsen führen, vor allem dann, wenn man aus irgendwelchen Gründen das Subjekt des Neides selbst nicht angrätzen kann. Aber rational ist daran eh nichts mehr, der Charakter war einfach zu extrem.


    Ich würde ihm posthum nicht unterstellen wollen, dass ihm Hitlers Vorgehen vorgeschwebt ist. Dagegen spricht, dass er keine eindeutig antisemitisch inspirierten Figuren in den Opern geschaffen hat (antifeministische hingegen sehr wohl!). Der faschistische "Stil" war hier eindeutig anders ("Stürmer etc.). Er hätte dies ohne weiteres machen können und sicher Publikum dafür gefunden. Hingegen hat er nicht zu knapp auch jüdisches Publikum und Ausführende gefunden.


    Französisch übersetzt kann ich mir die teilweise schon ziemlich verschwurbelte Textgebung auch nicht recht vorstellen, liebe Fairy, aber: muss das denn wörtlich sein? Die SängerInnen benötigen eigentlich ja nur den sinngebenden Inhalt, um die Sache zu verstehen, ansonsten eher die Lautgebung, Aussprache und vielleicht einzelne prägnante Worte, um Betonungen u. ä. nachzuvollziehen. "Sinthold der Hegeling" kann man wohl nirgends hin übersetzen, aber es reicht doch zu sagen, dass dies der Name eines gefallenen Recken ist, den die Walküren abtransportieren gen Walhall!? :D


    Gut ist, dass seltsame Akkorde und "Atonales" in dieser Musik angesprochen wurden. Die Anführungszeichen setze ich deshalb, weil Vergleiche mit Neutönern den Kern hier auch nicht treffen. Beispiel: In der Götterdämmerung - Waltraute, die ich gerade "beharke", gibt es Stellen, die ohne neutönerischen Sinn einfach schief sind. Zum Verücktwerden, aber nach außen nicht zu hören, was wiederum für Sinngebung und nicht für Schreibfehler in der Partitur spricht.


    Jeglichen Weihrauch treibt es einem dabei schon deshalb aus, weil nicht festzustellen ist, welcher Teufel genau unseren Old Ritschie zuweilen in jeder Hinsicht geritten hat :D


    LG


    Ulrica

    Nachdem ich den Thread ganz durchgelesen habe, gibt es hierzu einiges festzustellen.


    Wettbewerbe:


    Diese werden samt und sonders mit Höchstaltersgrenzen durchgeführt, die m. E. viel zu niedrig angesetzt sind und die Darbietung schwerer Charakter - Arien faktisch ausschließt. Die jungen TeilnehmerInnen wären äußerst schlecht beraten, mit solchen Stücken aufzuwarten, die sie meist stimmlich trotz aller Begabung uns Ausbildungsqualität -noch - nicht ausfüllen können. Ergo: Wettbewerbe begründen lediglich und vielleicht den Anfang eines Weges zu einer immer mehr reifenden Künstlerpersönlichkeit, deren Unverwechselbarkeit sich meist erst entwickelt (wenn ihnen die Chance gelassen wird und sie nicht schon vorher verheizt und verschlissen werden). Ausnahmen sind immer mal möglich und Potentiale erkennbar, aber der bleibende, "reife" Eindruck kann i. d. R. noch nicht vorhanden sein.


    "Von Heute"


    Hier kann man kaum umhin, Vergleiche mit "gestern" zu ziehen und festzustellen, dass "gestern" dieser zeitliche Entwicklungsprozess, verbunden mit einer solideren Stimmpflege und langsamerem Lebenstempo mehr zugelassen wurde und so auch diese starken Individuen sich bilden konnten. Das Unverwechselbare kam meistens mit gut mittlerem Alter. Bei den jungen, aufstrebenden KünstlerInnen bleibt teils noch abzuwarten, inwieweit sich die Stimmen in Richtung Reife ins Positive entwickeln können und, vor allem auch, wer lange genug durchhalten kann. Ich hoffe, möglichst viele.


    Viele wurden ja schon genannt, aber - ergänzend: Für mich ist in jeder Hinsicht Ewa Podles einmalig. Was sie mit den Contralto - Arien von Rossini macht, ist einfach unglaublich, das hört man sonst nirgends. Sie ist auch nicht mehr ganz jung und selbstbewusst genug, zu zeigen, dass tragende tiefe Koloraturen eben ganz anders klingen als der Mainstream will. Das merkt sich, wer es einmal gehört hat.


    "Unverwechselbar" kann man natürlich auch ganz anders definieren, indem etwas so grottenschlecht ist, das man es unzweifelhaft wiedererkennt (s. den keinen "Exkurs" zu Boccelli :D). Das meinen wir hier, denke ich nicht ernsthaft, allerdings möchte ich hier auch jene anführen, die mit hoher Qualität einfach einen Seitenweg eingeschlagen haben, wie z. B. Max Raabe 8).


    LG
    :hello:
    Ulrica

    Zitat

    Original von WulfBei allem Respekt für die sprachliche Gewandheit des Grafen und seiner Mitdiskutanten wage ich einen weiten Blick aus dem Fenster - freilich in der Hoffnung, nicht von diesen an Prager Geschichte erinnert zu werden:



    :D :D :D


    In der Annahme, du meinst eine historische Landung des Katholiken auf dem "evangelischen" Misthaufen - auch dies ein Ereignis europäischer Hochkultur des Wissens :yes:


    Diese war zwar schmählich, aber vor allem lebensrettend (historisch - materialistische Wertung: scheinbarer Widerspruch der Geschichte) und letztlich Auslöser des 30jährigen Krieges (böse Antithese, die erstmal 30 Jahe hielt:-(


    Somit wären wir wieder beim Dung des Bil :hahahaha:


    Oder, wie sagt der Neo - Lateiner: Shit happens!!!


    Hiermit melde ich meine Aufnahmekandidatur in besagtem Club des Tamino - Prekariats bzw. Proletariat an 8)


    Prost - Mahlzeit!!!


    Ulrica

    Heutzutage schimpft man das Proletariat ja Prekariat (und bezieht so irgendwie und irgendwo gebildete Arme mit ein), und prekär finde ich die Lage dieses Threads durchaus.


    Mir wäre, abgesehen davon, sympathischer, die guten alten Proletarier - selbige u. a. von Brecht durchaus als eine Variante in seinen "Fragen eines lesenden Arbeiters" beschrieben, auch weiterhin so zu nennen.


    Abgesehen davon, dass mich zumindest die Erörterungen über Beruhigendes im Zyklischen zutiefst erheitern und ich den Begriff "hermetisch" eigentlich so wie hier geschrieben kenne - meist im Zusammenhang mit verschlossen -:


    Ich frage mich bei Themen wie diesem schon länger, ob wir sie nicht besser zum Anlass nehmen könnten, uns Gedanken darüber zu machen, wie klassisch - humanistische Bildung (wieder) mehr Eingang bei allen Gesellschaftsschichten findet, anstatt ständig einen Dünkel vor sich herzutragen, wie ach so höherstehend man denn ist, weil irgendeine günstige Lebensfügung diesen Zugang einem selbst ermöglicht hat.


    Was hindert daran, ach so schreckliche, evtl. tätowierte, aber musikinteressierte Jugendliche mal in ein Konzert mitzunehmen, anstatt mit hochwohlgeborener Ausgeblasenheit jeglichen guten Willen endgültig platt zu treten?


    Was ist denn nun prolliger?



    Gruß in diesem Sinne,



    Ulrica
    (leider weniger gebildet, als ich es mir wünschen würde)

    [quote]Original von EdmundNun spießt sich bei mir etwas, ein anderer Chrleiter verlangt diese Stelle mit extrem abgehackten Notenwerten (unästhetisch kurzen Wortfetzen) und den dabei zwangsläufig entstehenden Pausen, mit denen ich gefühlsmäßig schon gar nichts anfangen kann.[quote]



    Bei dieser Vorstellung stellen sich bei mir, ehrlich gesagt, die Nackenhaare auf (in voller Länge:-). Die ganze Motette hat trotz ihrer bemerkenswerten Pausensetzungen (mit wohl der spannensten ganzen Pause der Musikgeschichte :D) überhaupt nie was Abgehacktes. Hier kann man den Komponisten doch eigentlich nicht mißverstehen. Ich glaube, ich würde das so nicht mitsingen...


    ?(


    Liebe Grüße
    :hello:
    Ulrica

    Zitat

    Original von MosesKR1
    Gregor, im Prinzip ist eigentlich jede Arie gefährlich, die das interessierte Publikum mitsingen kann.


    Das unterschreibe ich sofort und würde dabei auch noch den Nebensatz weglassen. Schlechte Form ist immer riskant und es erfordert einiges an Erfahrungen mit der eigenen Verfassung kurz vor dem Auftritt, um den Werdegang einzuschätzen, aber man kann bis zu einem gewissen Grad auch Einfluss darauf nehmen, um störenden befindlichkeiten entgegenzuwirken.


    Es gibt aber Verfassungen, die einfach nicht mehr zulassen, Spitzentöne nach oben - und auch nach unten! - zu erzwingen. Es soll ja bei den KdN ja schon hin und wieder vorkommen, obwohl es kaum sein kann, dass ein Theater hier Sängerinnen engagiert, die nicht vorher unter Beweis stellen mussten, dass sie die Partie beherrschen.


    Hinterhältig in die andere Richtung ist die Arie meiner Nick - Namensvetterin mit dem tiefen g am Ende. Eigentlich ja kein Problem, wenn nicht die hohen Spitzentöne unmittelbar davor wären. Eine kleine Fehlbelastung der Stimmbänder und sie verweigern sich derfinitiv. Passiert immer wieder (neulich auch im Münchner Maskenball), ist ganz gemein und immer wieder in Kritiken gerügt mit der Bemerkung, dass die Tiefe eben nicht da sei.



    LG
    :hello:


    Ulrica

    Oft kann man ja zumindest einige Spieler sehen, was es erforderlich macht, dass die die MusikerInnen in Festgarderobe erscheinen. Das dürfte gerade im Sommer ziemlich strapaziös sein.


    In Bayreuth, so neulich eine Reportage zum Thema, erlaubt der "Abgrund" wenigstens Freizeitkleidung. Die Bedingungen bleiben trotzdem mörderisch, Klaustrophobien darf man wohl nicht haben. Aber wie auch immer, die dort tätigen OrchestermusikerInnen, die aus verschiedenen renommierten Orchestern zusammenkommen, um die Sommerpause zu überbrücken, bekunden, dass sie stolz sind auf dieses Engagement.


    LG
    :hello:
    Ulrica

    :hahahaha: :D


    Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass der Pilgerzug bei diesen geballten Störmanövern zwangsläufig nackt beim Papst ankommen muss. Vielleicht kann man die Unerbittlichkeit dieser Entwicklung dadurch besonders bühnenbildtechnisch untermauern, indem man diesen sündenpfühligen Venushügel -- ähh -berg :stumm: :O permanent und pernetrant mit den tapferen Recken der Moralsuche mitwandern und so im Weg umgehen lässt, dass die unglücklichen Kerle mitsamt dem Inquisitor nicht umhin können, letztlich nur via der Besteigung jener Anhöhe ans Ziel ihrer Begierden gelangen.


    Und wenn ob jener wenig jugendfreier Umwege die letzten verbliebenen Hosen ausgestäupt werden....Das geht nicht gut aus für die Textilwirtschaft.
    :angel: :baeh01:


    Hmja. öhem. für Peters "Beschwörung der Erda" fühle ich mich irgendwie zuständig. Derlei passiert ja schon im "Siegfried", aber sich hier zu bedienen wäre zu einfach. Hier wäre ein ideales Feld, die Katzenmusik einzubauen als eine Mischung verschiedener Kompositionen in der jeweiligen Originaltonart.
    :untertauch:


    LG :D :hello:


    Ulrica

    Zitat

    Original von Fairy Queen
    Hôhepunkt müsste natürlich der Postingkrieg auf König Alfreds Burg sein.


    Hierzu ein Regieaus - äh einfall mit Librettovariation:


    Zur Burg schwankt die Brücke,
    schnell und freucht
    unterm schmutzigen Fuß!


    Beschreitet kühn, nie fad
    ihren schrecklich rutschigen Pfad!


    (mussma die Musik bissl umbauen, igitt!!!)


    Szene:
    Die letzten Aufrechten tattern über diese fadenscheinige Hängebrücke. Drunter hockt zwischen lauter fettigen Näpfen ein grauslig fauchender und schwefeligen Nebel produzierender Fafner - Drachen, der in regelmäßigen Abständen unter Absingen von "Re dell´Abisso" durch den Diabolus_in_Opera hinterfotzigerweise in ganz und gar werksfremder Manier die immer morscher werdenden "Brückenbohlen" ankokelt.


    Eigentlich könnte man hier die unvermeidliche Götterdämmerung schon vorwegnehmen!!! :baeh01:


    LG


    Ulrica

    Dann sage ich zur Abwechslung wieder was zu den Begleitungständen der "Musik" (=Produktion) nach Augenschein in diesen Thread:


    So wie es aussieht, sind hier alle ausführend und konsumierend Beteiligte Opfer gravierender Fehlplanungen der Verantwortlichen geworden, die sich offensichtlich völlig übernommen haben.


    Es liegt ziemlich auf der Hand, dass mit einer so dünnen Personaldecke an Sängern und Musikern keine durchgehend gleiche Leistung in dieser Abfolge von Produktionen sind, die m. E. nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn in den besonders beanspruchten Bereichen der Gesangs- (Chor und Solisten) und Orchesterpartien zumindest die Ausführenden sich abwechseln können. Wer definitiv z. B. seine Stimme erschöpft hat, kann sie auch nicht mit mehr Gage wieder auffrischen (was wahrscheinlich niemand bekam), sondern nur mit Aussetzen. Wenn gesagt wird, dass alle Solisten durchgängig geschrien haben, dann bedeutet das nicht, dass sie allesamt es nicht besser können, sondern, dass sie am Limit waren.


    Das Publikum ist darüber verständlicherweise verärgert, weil es für sein Geld den optimal machbaren Gesang und Orchesterklang hören will, und das geht nur, wenn die Agierenden entsprechend fit sein können und nicht ausgelaugt von zu vielen Vorstellungen sind.


    Das Fatale ist ein Teufelskreis, der sich in Gang setzt. Die Agierenden mussten sich mehr anstrengen mit schlechterem Ergebnis als sonst und werden vom Publikum - aus dessen Standpunkt auch verständlicherweise - auch noch angegangen.


    Wenn dies in diesem Haus weiter so betrieben wird und die Intendanz kein realistisches Verhältnis zu ihren Kapazitäten findet, dann ist zu befürchten, dass immer mehr Produktionen absacken, und gutes Personal angeschlagen daraus hervorgeht.


    Ich meine, Michaels Bericht war mehr als aufschlussreich zu einem Hintergrundthema, das die Besuchenden sicher nicht vordergründig betrachten, wenn sie einen Opernabend verbringen. Ich begrüße es sehr, dass hier zusätzlich ein Ausführender aus dessen Perspektive berichten konnte und auch berichtet hat. Dessen Perspektive hat in der Gesamtwertung von Produktionen in einem Forum wie hier sehr wohl einen Anspruch auf seinen Stellenwert, auch wenn diese nur selten hier zu Sprache kommen kann.


    LG


    :hello:


    Ulrica

    Zitat

    Original von Maggie Sie beschreibt eine Arie wie folgt: "Das hört sich an als wenn man einer Katze auf den Schwanz tritt."


    Auweia, hoffentlich stimmt das dann nicht auch noch (irgendwie bringt mich die Mama heimlich zum Grinsen :D)


    Ich kenne die Sänger jedenfalls nicht, aber verlasse mich auf euch, dass die Mama hier mit wenigstens etwas Wohlwollen ihr Urteil einigermaßen revidieren kann...


    LG
    :hello:


    Ulrica
    (ich weiß, wie das mit mäßig interessierter Mama ist)

    Ahh, schön ist das! :)


    Ich schließe mich Fairy Queen vollumfänglich an und bedanke mich ganz herzlich bei Emotione für ihren Stimmungsbericht und bei Peter für seine freundliche Würdigung. Es ist für uns sehr bereichernd und weiterführend, wenn es Möglichkeiten gibt, an dem Repertoire der "ganz großen Oper", an Traumpartien zu arbeiten und dies auch herzuzeigen. Man kann selbst zumindest ein wenig nachvollziehen, welche Reifeprozesse auch die Großen der Branche vollziehen mussten und erahnen, was auf den Opernbühnen geleistet werden muss.


    Danke und liebe Grüße,
    :hello:
    Ulrica

    ich würde keinesfalls behaupten, dass ihr Können zweitklassig ist, obwohl ich annehme, dass es ihr ein wenig an stabiler Konstitution fehlt (womit ich keine Schwangerschaftsfolgen meine) oder sie einfach mit diesem ganzen Vermarktungskäse Energien verplempert, die sie für ihre eigentliche Arbeit bräuchte. Aber: Letztlich entscheidet, was sich bezahlt macht, und das ist wohl ihre - nicht wirklich unverständliche - Sicht der Dinge.


    Momentan ist ja eh Pause. Ob der Wiedereinstieg gelingt, bleibt bei der Schnelllebigkeit der Hypes auch fraglich. Da kann es sicher sein, dass sie schon einige überholt haben, um genauso schnell wieder in der masse zu verschwinden.


    Der Vermarktungs - Ramsch ist es, was nervt. Anstatt die Besonderheiten der Künstler, die eine längerfristiges Leben mit ihnen ermöglicht, und die Erinnerung wachhält, zu fördern, werden sie auf glatt gebürstet. Ich gehe völlig konform mit oper337, dass dieser unerotische Plattsex - als ob es sonst keiner kapieen würde, dass Violetta eine Edel - Prostituierte ist - einen echten Niveauverlust darstellt, und das ist wirklich viel schlimmer als jede schräg - politische Idee von Kresnik und Co. je sein könnte.


    LG
    Ulrica

    Zitat

    Original von Mengelberg
    Was mich am meisten an Netrebko ärgert, das ist nicht ihr mittelmäßiger Gesang, das ist das erzkonservative Frauenbild, das sie bzw. ihr Marketing propagiert. Ich hatte gedacht, daß diese Hi-hi-hi-kicher-sexy-naiv-kokett-Frauen seit einigen Jahrzehnten keine Rollenmodelle mehr sein können. Aber das war in einer Gesellschaft, die engagierter und intelligenter war. Das war in einer Zeit, da es in Bereichen der ernsten Kunst nicht um das Aussehen ging sondern um den Inhalt. M.



    Wie wahr!!!! :yes: :yes:


    Das ist die Kehrseite unseres liberalen Zeitgeistes, an dem ich auch vieles schätze, aber diese unerträgliche Oberflächlichkeit sicher nicht. Irgendwann gibt es nur noch Hochglanz -Klone mit nichtssagender Klonstimme.


    Richtig :kotz:


    aber der Instinkt des Menschen sehnt sich ja immer wieder mal nach Veränderung. Gott sei es gedankt.


    LG
    :hello:


    Ulrica

    Eine solche Stimme ist aufnahmetechnisch wohl schwer einzufangen, gerade auch mit den Mitteln der damaligen Zeit. Darum meine ich auch, dass das Live - Erlebnis sich erheblich von dem aus dem Tonträger unterscheidet.


    Ich oute mich mal dahingehend, dass mir das Thema schon deshalb auf den Nägeln brennt, weil ich letztes Jahr die Gelegenheit hatte, mich, pädagogisch vermittelt durch seinen Sohn, mit dieser Gesangstechnik intensiv auseinanderzusetzen.


    Um die Crux Nichtsängern deutlich zu machen: Es dürfte wohl eine der sportlichsten Methoden sein, die je im Umlauf waren und sind. Es werden alle erdenklichen Kräfte aufgewendet, um genau dort volle Entlastung zu gewährleisten, wo die Stimmgebung diese zuverlässig braucht. Wer genug Schmalz hat, der/die kann so recht ausdauernd singen. Eine extreme Tiefstellung des Kehlkopfes ist ferner unbedingte Voraussetzung.


    Ich leugne nicht, dass diese Technik Gefahren in sich birgt, aber sie schafft wirklich Volumen in die Stimme. Selbstverständlich bleibt es steuerbar, welche Lautstärke man wählt, aber die Möglichkeit, ordentlich aufzudrehen, wie es bei del Monaco charakteristisch war, ist immer gegeben. Es liegt an Sänger/ an der Sängerin selbst, die Entscheidung zu treffen, ob man der Komposition gerecht werden oder permanent das stimmliche Potential ausfahren will.


    Soviel zum gesanglichen Hintergrund. Die Moskauer Carmen habe ich auch gesehen. M. E. ein ebenso bemerkenswertes wie eigentzümliches Ton- und Bilddokument. Echt scharf finde ich, dass die Carmen russisch singt und MdM französisch :hahahaha:


    Die Paraderolle war m. E. hingegen wirklich der Othello.


    LG


    Ulrica

    Die Künstlerpersönlichkeit Agnes Baltsa ist für mich, kurz gesagt, ganz enorm fesselnd, wenn Hören und Sehen gleichzeitig stattfindet.


    Wenn ich sie "nur" höre, dann ist diese Stimme für mich voller Stolpersteine und daher sind reine Tonaufnahmen von ihr nur schwer auszuhalten. Das ist sicher eine Geschmacksfrage, lässt sich aber auch gesangstechnisch analysieren. Sie setzt sehr häufig das Brustregister "isoliert" ein, oder bayerisch ausgedrückt, rumpelt mehr oder weniger - oft mehr - mit Karacho in die tiefere Lage hinein, was zwar dramatische Ausdrucksstärke vermittelt, aber aus einer Stimme zwei verschiedene macht. Ein typisches Problem der tieferen und auch generell der dramatisch angelegten Stimmen, aber Anfängerinnen im Mezzo- oder Altfach lässt man dies nicht durchgehen. Da heißt es dann, dass sie am Passagio zu arbeiten haben (berechtigterweise).


    Die Idealvorstellung ist ja das sog. "Einregister", d.h. die Stimme muss durchgängig von Höhe bis Tiefe eine Farbe haben, jedoch verlangt Opernrepertoire zuweilen schon Verschiebungen in dieser Registermischung. Es ist also durchaus angebracht bis sogar zwingend, bei dramatischen Stücken vollstimmige "Brusttöne der Überzeugung" erklingen zu lassen, die z. B. bei Bachs Oratoriensoli in solcher Form nicht akzeptabel wären, aber m. E. nicht so extrem.


    Agnes Baltsa lässt hier Nuancen vermissen, sie übertreibt hier für meinen Geschmack einfach zu oft, und das halte ich im Kopf nicht aus. Es handelt sich auch nicht um gelegentlich entglittene Töne (was bei solchen Künstlern auch eher selten vorkommt), sondern um eine bewusste und gewollte Herangehensweise. Einem neulich gelesenen Interview entnehme ich dieses; sie kennt diese Kritik sehr wohl, steht aber dazu und wollte und will das nie ändern.


    Dafür habe ich wiederum ein gewisses Verständnis, weil ich mir zum Thema Brustregistereinsatz auch nicht gerne dreinreden lasse, denn hier kann es durchaus ums Eingemachte gehen.


    Agnes Baltsa ist für mich ein Phänomen mit Ecken, Kanten und Reibungspotential, und schon allein das macht sie unverwechselbar und setzt sie zu Recht in die Reihe der Stars, auch wenn mich ihre Singweise tierisch aufregt. Und - Achtung! Nachtritt :D - das spät berufene "O mio babbino" hat die Welt, pardon, jetzt ehrlich gesagt, nicht wirklich gebraucht :untertauch:, aber hartgesottene Fans durchaus immer noch begeistert und vor allem, da hier der Aidshilfe Gutes getan wurde, hat das allemal seine positiven Wirkungen.


    LG
    :hello:


    Ulrica

    So, nachdem die Uhrzeit, zu der manche Leute angeblich ziemlich stoned sind, nur geringfügig überschritten ist, versuche ich trotzdem, etwas ins Netz zu bringen, was einigermaßen Sinn haben soll :D


    Bevor ich anfange, zu be- und umschreiben (irgendwie doch stoned), mache ich die Bedeutung der Musik vielleicht an einer kleinen Befindlichkeitsschilderung deutlich.


    Ich war letzte Woche vergrippt, konnte keinen Ton singen und hatte akut ob der körperlichen Schlappheit auch gar keine Lust dazu. Ich wollte auch nichts hören. Manchmal ist eben das Gegenteil der Musik, die Stille, ein großes Bedürfnis und, da Musik und Singen auch Alltags - Bestandteile sind, auch der kurzfristige Ausstieg daraus.


    Nachdem die Halsschmerzen weg waren, kam das Bedürfnis, zu singen und Musik zu hören, sofort wieder sowie die Fähigkeit, daraus Energie zu schöpfen. Die hinausgeschobene Freude kam irgendwie doppelt zurück.


    Luxus? Ja und Nein. Es gibt aus der Psychologie die sog. Bedürfnispyramide. Der Sockel beinhaltet die Lebensgrundlagen: Essen, Trinken, Schlafen, Sicherheit etc. Musik und Kultur rangieren ziemlich weit oben in diesem Modell. Die Inhalte stehen so in Beziehung, dass die oberen ohne die unteren Bedürfnisse vielleicht da sind, aber geringe Priorität besitzen. Insofern kann man vielleicht von Luxus sprechen, weil zuerst die Lebensfunktionen sichergestellt sein müssen, um auch den Freiraum zu haben.


    Luxus ist aber auch ein relativer Begriff. Man sieht oft in Reportagen, dass, sobald in manchen kritischen Gegenden Afrikas zumindest vorübergehend keine kriegerischen Auseinandersetzungen zu erwarten sind, die Leute anfangen, zu singen, trommeln und tanzen, obwohl man von einem Luxus, wie wir ihn kennen, mehr als weit entfernt ist.


    Noch zu ein paar Formen (rein subjektiv):


    Militärmusik:
    Schlägt mich stante pede in die Flucht. Wäre ich "der Feind", wäre der Krieg allein durch Tschingdarrassada ohne Schuss zu meinen Ungunsten beendet.


    Chor: Beruhigt oder reißt mit, je nachdem, das Schweben der Stimmen ist reiner Genuss.


    "Neutöner":
    Packe ich nicht immer, da es fordert, aber wenn ich gerade gefordert sein will, eine Bereicherung.


    Symphonien: würde ich gerne viel öfter im Konzertsaal hören


    Klaviersonaten: Bitte nicht böse sein, aber schläfern mich zuweilen etwas ein.


    Oper: Brauche ich nicht weiter erklären 8)


    Harte Beats und Gitarren - Rifs: g…(öhem: total mitreißend) :angel: :pfeif:


    LG,
    Ulrica

    Lieber Rideamus,


    ich schmeiß mich weg :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: Echt der Brüller




    Gedenkt noch Hundings strammer Knorkel - Eiche
    Die hielt Nothung und so manche Torkel - Leiche
    Die fällt nie um,
    Basta, Punktum!!!!



    Jung - Siegfried gewandet in Bärenfelle,
    Germanisch - g´schmalzlt und wenig helle,
    Das freut sich alles von echtem Schrot und Korn,
    Wenn Siegfreid bläst ins Nebel.. :stumm: - nee, das is ja schon wieda mordern, bää-


    öhem...in Jägers Horn.


    Waidmannsheil, Hallali!!! :baeh01: :angel: :hello:


    Ulrica