Na, da ist ja einiges zusammengekommen, was ich gerne stichwortartig kommentieren möchte:
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Original von Michael M.
Im Ernst: ich fände es auch besser, wenn alle die Möglichkeit, 5 verschiedene Noten zu verteilen, etwas kreativer, das heißt innerhalb des gesamten Spektrums, nutzen würden. Mich verwundert es sehr, dass einige Leute offenbar von einer Rolle praktisch nur überragende Interpreten kennen; gerade von denen, die viel im TMMO posten, würde ich mir eine viel größere vergleichende Differenziertheit ihrer postings erwarten. Sonst kann man's doch auch lassen letztlich, oder?
...
Am Rande: können wir nicht mal das sture Verdoppeln verbieten? So ein bisschen sollen wir doch alle selber nachdenken, oder?
Grüße,
Micha
Ich denke, wir sind uns fast alle einig, dass es viel besser wäre, wenn jeder das ganze Spektrum der Noten nutzen würde, was nicht heißt, dass ich genauso viele 0-2er wie 4-5er erwarte. Natürlich haben und hören wir vor allem Aufnahmen, die uns gefallen. Deshalb rechne ich bei den meisten Aufnahmen mit wenigstens einer 4 oder 5. Aber immer alle?????
Die Differenzierung Einzelner macht keinen Sinn, wenn sie nicht auch allgemein praktiziert wird. Das führt nämlich zu dem von Philhellene und Severina zu Recht monierten Problem, dass dann eigentlich gute Aufnahmen gegenüber anderen unverdient abstinken - jedenfalls wenn man nur auf den Notenvergleich achtet, was ich nie tun würde. Natürlich gibt es glückliche Ausnahmen wie Abbados SIMON BOCCANEGRA, und wohl auch ein paar totale Ausreißer, die aber eher selten bewertet werden. Beide bestätigen da aber nur die Regel. Wenn jemand sich so stark emotional mit Sängern identifiziert, dass er niemandem für seinen anerkennenswerten Einsatz eine schwächere Note als eine 3 zumuten möchte, sollte er sich vielleicht jeglicher Bewertung enthalten oder wenigstens dazu schreiben, dass er das so sieht.
Das frühe Einschleichen schlichter Verdopplungen hat mich auch gestört und tut es je mehr, desto häufiger und ausschließlicher es von manchen angewandt wird. Andererseits sollten wir auch etwas mehr Verständnis dafür haben, dass manche hier zwar sehr engagiert und interessiert lesend mitmachen, aber sich aus welchen Gründen auch immer scheuen, sich schriftlich zu äußern und deshalb wenigstens auf diese Weise ihr aktives Interesse dokumentieren wollen. Ich finde solche Ängste zwar in einem Forum wie diesem überflüssig und erfahrungsgemäß auch meist unangebrachter als die ungehemmte Verbreitung mancher, die gerne und ganz unabhängig von der spezifischen Kompetenz überall ihre Duftmarken setzen, aber ich bringe da gerne die nötige Toleranz auf. Sooo schlimm ist die flüchtige Irritation ja auch nicht, wenn man mal eine Wertung aufschlägt und auf eine blanke Verdopplung stößt. Gerade wenn die bei einer Aufnahme gehäuft auftreten (s. wiederum SIMON BOCCANEGRA), hat das ja durchaus auch eine Aussagekraft.
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Original von Diabolus in Opera
... auf der anderen Seite aber genauso die Förderung von analytischem, vergleichendem, genauerem Hören sowie die interessante Restriktion (die zugegebenermaßen auf Grund der Kommentarmöglichkeit nicht ganz puristisch ist), dass man sich auf etwas numerisches festlegen muss... An Nummern kann man sich dann doch noch etwas besser orientieren als an Superlativen wie "genial", "exzellent", "überragend", "herausragend" oder deren negativen Gegenstücken etc. etc.)
Die Restriktion war eigentlich eine Defensivmaßnahme, denn Zahlen sind in der Tat objektivierbar und sollten auch vergleichbar sein. Leider geht das nur, wenn alle ähnliche und möglichst unparteiische Maßstäbe anwenden, und dass das selbst bei Fachleuten unmöglich ist, wissen wir ja schon von Eislaufjurys. Deshalb plädiere ich inzwischen, wie Elisabeth auch, für einen Kommentarzwang - wenigstens zur Aufnahme insgesamt, nicht zwangsläufig zu jeder Einzelleistung, obwohl ich mich da immer wieder wundere, wie man sich das gerade hier ersparen kann.
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Original von Oper 337
Da es eine Direktübertragung war, hört man natürlich jedes Geräusch, auch das Gehen auf der Bühne.
Werde bei den nächsten Bewertungen, das bei den LIVE Aufnahmen berücksichtigen, denn da kann ich Dir Recht geben.
Das ist doch schon mal was, auch wenn ich unter Tonqualität nicht nur die Nebengeräusche verstehe. Wenn Du in einen Topf hinein singst, klingst Du anders als frei auf der Bühne, und solche unterschiedlichen Klangqualitäten sollten auch berücksichtigt werden. Übrigens vermisse ich gerade bei Live-Aufnamen eines Billiglabels oft einen Hinweis, ob eine Aufnahme mono oder stereo, hörbar aus dem Publikum heraus oder für den Rundfunk gemacht wurde. Schon solche Hinweise würden enorm helfen, die Tonqualität einzuschätzen.
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Original von Elisabeth
Über die Auswertung sollten wir uns noch einmal Gedanken machen - denn wenn überhaupt, dann ist die nur dort sinnvoll, wo es in einem Thread mehrere Aufnahmen mit jeweils mehreren (erläuterten) Besprechungen gibt...
D'accord. Ganz zu Anfang hatte ich ja mal laut über ein Quorum von 20 Nominierungen nachgedacht. Inzwischen denke ich, dass zehn (ohne Verdopplungen!) genügen sollten. Wie das am besten veröffentlicht wird, weiß ich auch noch nicht, denn das Ideal eines "Headers" zu Beginn eines jeden Threads mit der Statistik lässt das Programm nicht zu. Dazu sollten sich aber diejenigen äußern, die es auf sich nehmen wollen, solche Statistiken aufzustellen und möglichst auch zu pflegen. Vordringlich scheint mir das aber nicht zu sein, denn wenn sich jemand für eine Aufnahme eines bestimmten Werkes interessiert, wird er ohnehin den ganzen Thread durchblättern. Solange es aber keine Statistiken gibt, sind die Verdopplungen natürlich unsinnig, aber s.o.
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Original von Severina
Mein persönlicher Nutzen aus diesem Forum ist sehr gering, weil die inflationäre Vergabe der Bestnote mich höchst misstrauisch macht und von einem Kauf des Tonträgers eher abhält als dazu animiert. Erstaunlich, wie viele perfekte Einspielungen es offensichtlich gibt- ich könnte keine einzige beisteuern, denn selbst meine Lieblingsaufnahmen haben meist irgendeinen Schwachpunkt. ...
Da aber offensichtlich nur wenige so denken, verzichtete ich bald, mich an diesem Thread zu beteiligen, weil das Bild, das hier von Aufnahmen/Sängern gezeichnet wird, in meinen Augen völlig verzerrt ist. ...
Fazit: Für mich haben sie weder Informations- noch Unterhaltungswert, sorry!
Falls das jetzt zu harsch klingt: Ich hätte mich von mir aus nie so kritisch geäußert und den TMOO-Fans gerne ihre Spielwiesen gelassen, aber wenn du schon obige Fragen stellst, sollst du auch ehrliche Antworten kriegen, und das ist nun einmal meine Meinung dazu.
Das einzige, was mich an dieser Meinung oder ihrer Äußerung, deren unverblümte Ehrlichkeit ich sehr schätze, stört, ist der Zeitpunkt. Vielleicht hätte es eine solche Entwicklung verlangsamt oder gar vermieden, wenn die eine oder der andere, die/den das ähnlich störte, das schon früher mal im Diskussionsthread angemerkt hätte. In der Sache stimme nicht nur ich Dir ja grundsätzlich zu, wie Du leider jetzt erst hier lesen kannst. Mehr dazu gleich.
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Original von der Lullist
ich hätte noch eine Sache die mir persönlich sehr stinkt.
Warum wird nur der Titel der Oper im Threadtitel geschrieben, nicht aber der Name des Komponisten ?
Für mich suggeriert das eine unangenehme Wertigkeit und einen gewissen Snobismus, da man ja zu wissen hat, wer das Werk XY schrieb.
...
Ist zwar nur eine Formsache, aber allein wegen der Orientierung plädiere ich dafür die Komponisten stets im Titel mit anzugeben.
Mag sein dass das einige als überflüssig ansehen, ich störe mich aber sehr daran.
Vielleicht hätte das zudem den Vorteil, dass die einzelnen Opern eines Komponisten dann im Block stehen und leichter aufzufinden sind.
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Zunächst einmal würde ich die Formulierung etwas tiefer hängen. Wenn Dir etwas so sehr "stinkt", warum sagst Du das erst jetzt, wo es viel mehr Arbeit macht, das aufzuarbeiten, als es im Anfangsstadium der Fall gewesen wäre, als Du Dich an den TMOO-Threads beteiligt hast. Dieses Forum ist eine Gemeinschaftsarbeit seiner Mitglieder, und niemand, schon gar nicht ich, will hier Vorgaben machen, die Euch nicht gefallen. Wenn dem aber so ist, sollten wir, die wir daran womöglich etwas ändern können, das auch erfahren können. Wir alle sind hier freiwillig und unentgeltlich zugange, und das macht es besonders unangenehm, wenn hier plötzlich eine Verwöhnungserwartung ohne eigenes Zutun an den Tag gelegt wird. Deshalb ziehe ich mir den Schuh jetzt auch nicht an.
Zur Sache selbst wurde ich von zwei Überlegungen und weniger von Snobismus als von einer gewissen Gedankenlosigkeit geleitet. Ursprünglich sollte das ja nur ein kurzfristiges Spiel sein, und dabei wollte ich mich von dem Erscheinungsbild der Opernführer absetzen. Da schien mir die von den meisten Plattenläden praktizierte Sortierung nach Titeln sowohl naheliegend als auch - offenbar nur vermeintlich - gewohnt. Werke gleichen Titels, aber verschiedener Komponisten werden ja jetzt schon gekennzeichnet, z. B. IL BARBIERE DI SIVIGLIA (Paisiello) bzw. (Rossini). Ich will aber gerne peu à peu alle Komponisten in Klammern nachtragen, weil das leider nur ein Moderator kann. Die Sortierung nach Komponisten finde ich einen sekundären Nutzeffekt, denn wer sich ernsthaft in den TMOO nach Empfehlungen für eine Aufnahme umtut, sucht doch meistens ein bestimmtes Werk und nicht alles von einem bestimmten Komponisten. Schreiben wir also künftig bei neuen Threads den Namen des Komponisten in Klammern dahinter, wie es Oper 337 ja schon mal eine Zeit lang gemacht hat, bevor er durch meine Löschungen um des einheitlichen Erscheinungsbildes willen entmutigt wurde.
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Original von Joschi Krakhofer
Und ich vertraue auch auf die TMOO-Wertungen bestimmter User, denn sie bestimmen auch meine Kaufentscheidungen mit.
Meine Worte! 
Das Kriterium für die technische Note sollte grundsätzlich der heutige Standard sein. Wer das alten Aufnahmen gegenüber zu grausam findet, der hat ja die Möglichkeit des Kommntares.
[quote]
Was ich aber genial finde und hier ein Danke an Diabolus: Ich kaufe mir den Böhm-Ring nun nicht mehr wegen der "teilweise hörbaren Souffleuse." Das wäre für mich beim Anhören ein großes Ding des Ärgernisses. Daher hilft mir TMOO schon sehr weiter.
Auch da kann ich nur voll zustimmen. Wenn sich jemand schon der sehr dankenswerten Mühe eines Durchhörens und der öffentlichen Bewertung unterzieht, wäre es ein schöner Service, auch solche Details mitzuteilen. Gerade wenn es sich um ein wiederholtes Vorkommnis handelt, scheint mir das wichtiger als die Monierung des gelegentlichen Kieksers eines Sängers bei einer Live-Aufnahme. Bei Studioaufnahmen ist das schon etwas anderes, denn es verriete einen erheblichen Mangel an Sorgfalt.
Ich danke Euch für die Mühe und das Engagement bei der Kommentierung von Wert und Unwert dieser Threads. Die soll damit beileibe nicht abgebrochen werden, denn ich werde sie gerne in die Überlegungen eines ggf. zu revidierenden Regelwerkes einfließen lassen.
Ich bitte aber, und das nicht nur hier, stets eines zu berücksichtigen: dieses Forum ist nicht nur für Euch da, sondern wird auch von Euch gestaltet. Ihr könnt also sehr wohl beeinflussen, in welche Richtungen es geht. Das funktioniert aber nur, wenn Ihr Euch auch äußert - und das möglichst nicht nur alle Jahre wieder, wenn mal danach gefragt wird.
Frohe Ostern allerseits
Jacques Rideamus