Beiträge von Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Ingrid
    Ist zwar hier total OT, aber vielleicht weiß Rideamus, ob Alviano auch in dieser Premiere war und wir uns dann auf zwei oder noch mehr Premierenberichte von ihm freuen dürfen.
    LG Ingrid


    Kurzes OT zurück: vom LOHENGRIN weiß ich nichts, aber in den Urlaubsmeldungen hat Alviano davon nichts gesagt, aber angekündigt, dass er auch den Respighi übermorgen mitnimmt und seine Berichte deshalb erst zu Ostern kommen können.


    :hello: Jacques Rideamus

    Lieber Peter,


    vielen Dank für die Nachreichung dieser Synopsis. Quinault weicht nämlich tatsächlich in einer wesentlichen Hinsicht von anderen Vertonungen dieser Geschichte ab, und das ist die starke Gewichtung Alcinas. Ob man daraus den Schluss ziehen muss, dass Rinaldo/Rénaud ein schwacher Charakter ist, sei dahin gestellt. Bei Bieito ist er es auf jeden Fall.


    Zitat

    Original von Fairy Queen
    Ich finde alleine die Geschichte der Armide schon ohne Musik ungeheuer spannend und frage nochmal nach, um sie richtig im Sinne Bieitos zu verstehen:
    Armida soll/will die Kreuzfahrer ausser Gefecht setzen und bewerkstelligt das, indem sie sie verführt und mithilfe der anderen Damen in ihrem Harem zu willenlosen Lustsklaven macht. Was Bieito offenbar serh plastisch dargestellt hat.


    Korrekt, wobei die Lustsklaven natürlich eine Eingebung Bieitos sind.


    Zitat


    Dann verliebt sich Armida aber unvorhersehbarerweise in Rinaldo(warum, wenn der so ein Schwächling ist???????) und wird - Originalton J.R.- "von seinen Weichteilen besiegt."
    Soll das heissen, Armida wird ihm einfach nur sexuell hörig? Wenn ja, stellt sich angesichts der von mehreren Usern bekundeten Mittelmässigkeit Rinaldos in dieser Oper, erst recht die Frage: warum unterliegt eine solch starke Frau einem solch unwürdigen Mann auf ihrem eigenen Kampfgebiet?


    (In der Musik Glucks ist DAS m.E. vollkommen anders zu hören.)


    Hier erwischst Du Bieito bei einer Schwachstelle, denn er wechselt m. E. die Perspektive. War Rinaldo vor und nach dem vierten Akt fast eine quantité négligeable, so ist er im verzauberten Zustand offenbar zum Dominanten geworden. Der Gedanke an eine plötzliche Hörigkeit liegt nahe. Ich glaube aber nicht, dass das eine Hörigkeit gegenüber Rinaldo ist, sondern eine gegenüber ihrem eigenen Liebeswunsch. Rinmaldo tut nämlich eigentlich nichts außer zu erwachen und zu verschwinden. Womöglich legt Bieito aber auch Armida ihre Liebe als Schwäche aus, was in der Tat weder bei Gluck noch bei Quinault so gesehen wird. Das ist eben das Problem, wenn eine Interpretation die Gewichte verschiebt.


    Zitat


    Dass sie diesem Mann nun emotional so ausgeliefert ist erfüllt sie mit Selbstekel und Wut. Um sich nicht selbt zu hassen, möchte sie lieber ihn hassen. Soweit komme ich noch sehr gut mit.
    Wenn Reynauld unwürdig ist und Armide sich selbst verachtet, ihn zu lieben, kann ich die ganze Raserei die da abläuft, zumindest psychologisch nachvollziehen, auch wenn das m.E. SO nicht in der Musik ist.


    Was ist aber mit diesem hochinteressanten alten Liebespaar von dem Mela spricht?


    Was soll das deutlich machen?


    Das frage ich mich auch. Ich finde das Paar ein ziemlich unnötiges Mätzchen. Es erinnert mich an eine Diskussion einer Neumeier-Aufführung des SACRE DU PRINTEMPS in Frankfurt, in dem die Tänzerin am Schluss auf eigenen Wunsch nackt auftrat, weil ihr das bei dem extatischen Opfertanz natürlich schien - und es auch war. Im Amerika Haus, wo die Veranstaltung stattfand, trug sie Trikot und erläuterte dies nicht etwa mit einer naheliegenden Scham, sondern damit, dass das ohne den Gesamtzusammenhang vom Wesentlichen ablenken würde. Genau das geschieht hier auch, und das mit viel schlimmeren Folgen, denn der Gesamtzusammenhang, der eine solche Lösung aufdrängte, ist hier eindeutig nicht gegeben. Man könnte darüber spekulieren, ob sie Armidas Wunschtraum einer lebenslangen Liebe personifizieren, aber ich weigere mich, über solch verrätselte Einfälle nachzudenken.


    Zitat


    Das Ende der Oper scheint eine Erfindung Bieitos zu sein, denn in allen Armide- Versionen wird sie entweder getauft oder selbst umgebracht (bei Dvorak z.B.) oder Rinaldo rettet sie vor dem Selbstmord und verzeiht ihr.
    Mich würden in diesem Zusammenhang auch die Vergleiche mit Alcina und Dido interesseiren,Beides Frauen , die in ähnlchen Situationen stehen .


    Hier hat Peter die offizielle Version schon gegeben. Dass Armida Rinaldos Männlichkeit zerschießt, scheint mir eher ein vorübergehender Reflex ihres Wunschdenkens aus Bieitos Sicht zu sein (sie "erschießt" ihn ja schon beim ersten Mal, ohne dass das sichtbare Folgen hätte). Auch hier wieder das Problem, dass Bieito immer wieder von der Außen- in die Innensicht wechselt, es aber dem Zuschauer überlässt, hinter ihm her zu rätseln, was gerade dran war.


    Den Vergleich mit Alcina (wie überhaupt einen Vergleich von Ariost und Tasso und den Wurzeln ihrer Mythen, über die ich noch viel zu wenig weiß) und Dido finde ich spannend. Für eine Erörterung verlassener Opernheldinnen, zu denen wohl auch Ariadne und Medea hinzu zu zählen wären, sollten wir aber gelegentlich einen anderen Thread aufmachen, denn der würde hier zu weit von der vorliegenden Aufführung weg führen.


    :hello: Jacques Rideamus

    Wie ich heute Nacht bei dem Versuch einer Beschreibung der Aufführung feststellen musste, fehlt mir dazu nicht nur Alvianos Blick für das Detail, sondern auch seine phänomenale Erinnerungsgabe, denn wähjrend der Aufführung Notizen machen wollen wir beide nicht. Außerdem verliere ich mich immer all zu schnell im Detail. Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich die beabsichtigte kohärente Schilderung der Abläufe ihm überlasse und mich hier auf weitere Gedankensplitter in Antwort auf einige aufgeworfene Fragen beschränke.


    Zunächst einmal grundsätzlich. M. E. gibt es an die Beurteilung einer Aufführung nur zwei wesentliche Fragen:


    1. Gefällt mir, was ich da zu sehen und zu hören bekam oder nicht?
    Anders gefragt: bin ich durch die Kunst der Darbietenden in einen besonderen Genuss der Kunst derer gekommen, die das Werk geschaffen haben und habe ich menschliches Können auf einer nicht alltäglichen Ebene erlebt, die mir selbst nicht gegeben ist?


    2. Hat mich das, was ich da zu sehen und zu hören bekam, in irgendeiner Weise weiter gebracht?
    Anders gefragt: hat die Aufführung meinem Verständnis des Werkes und der darin oder anlässlich davon aufgeworfenen Fragen weiter geholfen oder mir gar sinnvolle Gedanken erschlossen, die mir ohne sie nicht gekommen wären?


    Beide Antworten widersprechen einander nicht zwangsläufig, aber wir erleben auch hier oft genug, dass die zweite Frage für viele gar nicht relevant ist. Dass die einen Bieito ablehnen, ist nur konsequent, auch wenn man das ziviler audrücken kann als durch Kotzmännchen. Wer also nur auf eine befriedigende Antwort auf die erste Frage Wert legt, wird an der Aufführung allenfalls die rein musikalische Dimension schätzen, die anscheinend in allen Kritiken einhellig und, wie ich finde, ungeachtet kleiner Abstriche, die fast immer unvermeidlich sind, mit sehr viel Grund gelobt wird.


    Bieito hingegen scheint sich für die erste Frage überhaupt nicht zu interessieren. Wenn man ihn, was jeder bei jedem ausführenden Künstler erst einmal tun sollte, ernst nimmt, muss man ihn an der Antwort auf die zweite Frage messen, und da kann er meiner Ansicht nach erheblich punkten ohne - jedenfalls mich - vollauf zu befriedigen. Dass er aber viele konstruktive Fragen aufwirft, zum Teil auch befriedigend und fast immer - da bin ich ganz bei Mela - spannend beantwortet, lässt sich schon der bisherigen Diskussion entnehmen, die im Wesentlichen erfreulich konstruktiv verläuft. Ich jedenfalls habe Gluck noch nie so anregend erlebt.


    An meinem eigenen Beispiel: Gluck war bislang für mich ein hochachtbarer, enorm kunstvoller Komponist, der mich aber nur in kleinen Teilen seines Werkes berühren konnte, weil mir seine bahnbrechende Abkehr vom rein kunstvollen Virtuosentum hin zur menschlichen Identifikation mit dem Schicksal seiner Helden zwar große Hochachtung einflößte, seine Errungenschaften mir aber von seinen Nachfolgern viel überzeugender nahe gebracht wurden. So konnte ich zum Beispiel Mozarts oder Berlioz' Bewunderung Glucks stets nachvollziehen, aber nur ausnahmsweise nachempfinden, weil sie für mich ganz wesentlich über ihn hinaus führten und mich im Gegensatz zu seinem Vorbild wirklich zu berühren vermögen. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich zu oberflächlich höre, aber das Schicksal teile ich offenbar mit der Mehrheit, denn anders ist es nicht zu erklären, dass nur sein Meisterwerk mit den großen Hits (und kostengünstigen Inszenierungsmöglichkeiten) immer wieder gespielt wird, während seine anderen Werke bis heute eher ein Nischendasein fristen müssen.


    Dass es mir diesmal anders erging als z.B. trotz hoher musikalischer Qualität der Aufführungen viele Male bei ORFEO ED EURYDICE, ist nicht nur das Verdienst Junghänels und seiner Sängerriege, sondern vor allem das Verdienst Bieitos, der einen mit der Nase und fast allen Sinnen darauf stößt, worum es in diesem Werk wirklich geht. Das nenne ich eine gelungene Entstaubung, auch wenn er in vielem kontraproduktiv arbeitet, weil er nicht umhin kann, jedes Element des Werkes in Richtung seiner persönlichen Obsessionen zu treiben und dabei den Text und die Musik grob missachtet, weil er nicht nur interpretiert, sondern sich selbst in den Vordergrund drängt. Die Negierung der Aussagekraft der Ouvertüre durch die Überlagerung mit seiner Vision, die er später nur auswalzt, ist nur der dräuende Anfang davon. Ich finde das sehr schade, denn er beweist in vielen Details, dass er seine Vorlage sehr genau studiert hat und auch angemessen zu inszenieren vermag.


    Zitat

    Original von Fairy Queen
    Die für mich entscheidene Frage bleibt doch : inwieweit lässt sich Bietos Interpretation an der Musik verifizieren?


    Ich würde nicht nur die Musik, sondern durchaus auch den Text in diese Fragestellung mit einbeziehen, denn dessen Qualität schätze ich höher und finde ich auch aktueller als Mela. Das schon von Lully (viel distanzierender) vertonte Libretto Philippe Quinaults, das Gluck in bewusster Herausforderung seines großen Vorgängers fast unverändert vertonte, ist nämlich ein Meisterwerk sui generis, und es will mir nicht einleuchten, dass man - immerhin - die Musik heute als sakrosankt betrachtet, während der Text zum beliebigen Abschuss durch wildernde Regisseure widerspruchslos freigegeben ist. Damit will ich nicht den erzkonservativen Bebilderern das Wort reden. Natürlich wollen Texte interpretiert und nachvollziehbar in die heutige Zeit projiziert werden. Wir verstehen nun einmal nicht ohne Weiteres mehr, wie revolutionär seinerzeit das Frauenbild war, das Quinault hier hinstellte, und es macht Sinn, das hohle Heldentum des Rinaldo mit allen verfügbaren Mitteln zu entlarven. Es macht aber für mich keinen Sinn, die verzweifelnde Armida, die sich nicht einmal entblödet, sich Rinaldo als Sklavin und Schutzschild anzudienen, urplötzlich zur verzweifeltn Rächern mutieren zu lassen, die dem "perfiden Rinaldo" die Weichteile zerschießt, mit denen er sie - wohlgemerkt nur in Bieitos Lesart - besiegt hat. Um die ging es nämlich entgegen Bieitos durchgegangener Fixierung nicht, schon gar nicht so vordringlich, wie er das zu verbildlichen suchte.



    Ich sehe das anders, und wiederum anders als Bieito. Hier findet kein Geschlechterkampf statt, denn den hat Armida schon in zwei Stufen gewonnen. Der eigentliche Kampf ist einer, den Armida allein mit und in sich selbst ausficht. Auch sie will lieben und geliebt werden können, aber ihr genügt es nicht, die Liebe von einem Willenlosen zu bekommen, der ihr nicht gewachsen ist. Sie spürt aber, dass nicht einmal Rinaldo ihr gewachsen ist, denn sein hohles Heldentum im Dienste der Allgemeinheit ist nur die zwanghafte Verbrämung ungezügelter Rauflust. Wie Parsifal kann er nicht erkennen, welch eine Aufgabe, aber auch welch ein Geschenk ihm da angeboten wird, in diesem Fall eine unendlich große Liebe. Wenn er von seinen Kumpanen erlöst wird, die ihre eigenen Schwächen nur überwinden können, weil der jeweils andere deren Verkörperung abtötet, dann nicht für einen höheren Zweck, sondern um sich so blindwütig und rücksichtslos wie eh und je in neue Raufereien stürzen zu können.


    Armida verzweifelt also nicht etwa an Rinaldos Stärke, geschweige denn, dass sie ihm unterliegt, sondern an der Unmöglichkeit ihrer eigenen Sehnsucht, nachdem sie einmal erkannt hat, dass sie sich selbst untreu würde, wenn sie sich dem Hass anheim gäbe. Statt dessen sucht sie ihr Heil in der Zauberei, merkt aber, dass ihr eine Marionette ihrer Sehnsucht auch nicht genügt. Deshalb zerstört sie ihren Palast und ist Bieitos Schluss der eigentliche Verrat an dem Werk, und zwar in Text und Musik, das er zuvor in nicht immer befriedigender, aber doch stets faszinierender Weise erschloss.


    Zitat


    Gibt es die verliebte Armide und den verliebten Rinaldo, die an ihr Glück zumindest eine Zeitlang glauben?
    Gluck als reiner Brutalo und drastischer Zertrümmerer von Liebesgefühlen geht m.E. an grossen Teilen seiner musilkalischen Aussage vorbei. Wie ist dieser Widerspruch gelöst? F.Q.


    Weder Gluck und Quinault noch Bieito sind "drastische Zertrümmerer von Liebesgefühlen". Diese Gefühle scheitern im Grund an sich selbst, denn sie verlangen eine Unbedingtheit, zu der allenfalls Zauberinnen imstande sind (und auch da erfahren wir nie, wie lange). Was Bieito auf sehr drastische Weise inszeniert, ist die Veräußerlichung dieses Konfliktes, der naturgemäß kaum sichtbar und deshalb nur gewaltsam zu veräußerlichen ist. Dass Bieito das über weite Strecken vor allem im Mittelteil auch gelingt, macht die eigentliche Qualität seiner Inszenierung aus. Die "Übermannung" Armidas durch den - deutsch männlichen, französisch weiblichen - Hass in Form eines bisexuellen Ringens habe ich schon angesprochen, denn sie gehört für mich zum Überzeugensten des Ganzen. Eher misslungen fand ich die all zu konkrete Illustration des gemeinsamen Glückes, sei es durch die allgemeinen Kopulationsübungen oder durch die plumpe Symbolik der mit einer Schlange als überlebensgroßen Phallus suggerierten Faszination, die der glückselige Rinaldo auf ARmida ausübt. Da springt die Potenzfantasie des Regie führenden Macho doch weit kürzer als die in ihrer Subtilität weitaus wirkungsvollere Suggestionskraft Quinaults und Glucks.


    Ansonsten gebe ich Ingrid und Mela in ihrem Lob auf die starken Szenen vor allem des dritten und vierten Aktes vollkommen Recht. Hier zeigt Bieito auf einmal, in der Tat vortrefflich unterstützt durch Maria Bengtsson, dass seine eigentliche Stärke eben nicht die platte Provokation, sondern die Erfassung des aussagekräftigen Details ist. Ob das nur möglich ist, weil er das in einen spektakulären Rahmen einbettet, darüber kann ich allerdings nur spekulieren.


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Joseph II.
    Zitat eines Leserkommentars zum FAZ-Artikel:



    Provokation um jeden Preis, das ist die Maxime dieser Inszenierung, so erscheint es mir.
    Man sollte es einfach ignorieren und sich gar nicht aufregen, das trifft diese "Regisseure" noch am ehesten. ;)


    Mit Verlaub: dieser Leserkommentar ist einfach dumm und berücksichtigt die Tatsache nicht, dass gerade diese Inszenierung nicht nur eine volle Premiere hatte, sondern sich, wie Bieitos frühere Arbeiten auch, künftig regen Zuspruchs erfreuen dürfte. Mit gutem Grund, und der hat am wenigsten mit dem Voyeurismus der Skandalsüchtigen zu tun.


    Warum tut man immer so, als ginge es nur um ein Entweder-oder und sei kein Sowohl-als-auch denkbar? Schade, dass der Kritiker der FAZ, der zur musikalischen Seite des Abends nur Richtiges sagt (und schon faür zu preisen ist, dass er endlich mal die musikalische Seite vor der Inszenierung würdigt), bei der Würdigung der Inszenierung total versagt.


    Ich stelle deshalb schon mal den ersten Teil meiner geplanten Gesamtdarstellung ein. Man lasse sich aber bitte nicht von dem Einstieg zu dem Missverständnis verführen, dass ich den Kritikern nur Recht gäbe. Der Rest kommt halt später, zu einer humaneren Tageszeit, die auch mehr Reflexion zulässt.


    Hinter einem silbrig-weißen Schnurvorhang vergnügen sich, eher zu ahnen und (leider über der Ouvertüre) zu hören als zu sehen, diverse Paare, als Armida, gelangweilt von dem vertrauten Geschehen, in einem leuchtend blauen Kleid vor den Vorhang tritt. Etwas später lässt sie einen der nackten Krieger an sich saugen, bevor sie ihn angewidert von sich stößt. Derweilen kosten ihre Gefährtinnen Sidonie und Phénice ihren Sieg aus und treiben ihre sadistischen Spielchen mit den unterlegenen, weil zur Illusion des Genusses verhexten Kämpfern.


    So beginnt Bieitos Darstellung der Zauber-zauberhaften Landschaft, die in ihrem aschgrauen, sterilen Space-Look (auf einer vorzüglich bespielbaren, höchst variablen Bühne) eher an die Endzeitfantasie von Tarkowkis SOLARIS oder Kubricks 2001 erinnert als ein Damaskus im Siegesrausch, welches das Libretto vorgibt. Das macht Sinn, denn Bieito interessiert sich natürlich nicht für dessen Bebilderung, sondern für das Drama dahinter, und das ist die Tragödie einer Frau, die ihre leichten Siege leid ist, aber in dem Augenblick scheitert, als sie um einer starken Liebe willen auf das Ausspielen ihrer Stärken verzichtet und zu spät bemerkt, dass ihr Geliebter viel zu sehr darauf fixiert ist, Held zu sein um noch Raum für irgendwelche sonstigen Gefühlsregungen zu haben. Wie weiter oben schon angedeutet, wäre er die zweite tragische Gestalt der Oper, wenn er nicht zu dumm wäre um wahrzunehmen, was ihm geschieht bzw. entgeht.


    Dummerweise verstellen Bieitos FKK-Obsessionen lange den Blick auf dieses Drama, was schade ist, weil damit auch die Musik erst mal zur fast beliebigen akustischen Begleitkulisse reduziert wird. Ich mag es nämlich nicht besonders, wenn ein Regisseur der Musik nicht vertraut und sogar die Ouvertüre „inszeniert“, ohne damit einen merklichen Mehrwert zu schaffen. Bei einem Meisterwerk wie Glucks Ouvertüre zu ARMIDA ist die Fallhöhe besonders stark, denn Bieito zeigt hier nichts, was er nicht später oft genug strapaziert.


    Mein erster und, zugegeben, wenig überraschender Eindruck war also, dass sich hier wieder einmal ein Regisseur einer Vorlage bedient statt ihr zu dienen. Um so eindrucksvoller, wie es ihm gelang, mich dennoch für sich zu gewinnen. Es hat zwar bis zum dritten Akt gedauert (die ersten drei Akte und die letzten beiden werden an der KOB zu je einem durchgespielten zusammengezogen), bis ihm das gelang, dann aber vollkommen. Denn seine Inszenierung ist keineswegs unmusikalisch oder gar schematisch. Ich habe wenig Aufführungen gesehen, in denen so viel intelligent durchdachte und detailfreudige Bewegungsregie zu sehen war, und zwar nicht nur bei den Solisten, sondern gleichfalls dem Chor und besonders den Statisten.
    ...
    Das muss es erst mal gewesen sein. Hoffentlich ein Anreiz zum differenzierenden Nachdenken, bevor man weiter in die anscheinend unvermeidlichen Hörner des Vorurteils stößt.


    :hello: Jacques Rideamus

    Liebe Fairy, liebe Severina


    ich habe mir natürlich auch überlegt, ob man diese Äußerung nicht einfach löschen sollte, aber der Einzige, dem man damit einen Gefallen tut (dessen entsprechendem Wunsch ich aber gerne sofort nachkomme, würde er denn geäußert), würde das womöglich als Zensur empfinden. Ich finde Eure Reaktion darauf wesentlich eindrucksvoller und für das Forum förderlicher als den Ausrutscher, der vor allem den Auslöser trifft, schädlich. Wenn man das bereinigen wollte, was vielleicht später noch geschieht, müsste man auch Eure Reaktionen löschen, weil sie sonst ohne jeden Anlass in der Luft hingen. Meine Meinung über die Äußerung habe ich ihr ja gleich nachgestellt, und die von Peter ist noch deutlicher. Es muss aber nicht jede törichte Äußerung durch eine Distanzierung von allen aufgewertet werden, wenn schon die ersten Entgegnungen an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lassen.


    Zurück zum Anlass und weiter im Thema:


    Leider fehlte mir heute die Zeit und jetzt der Nerv, eine eigene ausführliche Beschreibung der Inszenierung einzustellen. Ich hoffe, ich kann das mirgen nachholen und muss es nicht ganz Alviano überlassen, der das allrdings weitaus besser kann. Wer aber schon mal einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie die Inszenierung auf Andere wirkt, kann das in der SZ hier nachlesen: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/568320.


    In der Tendenz bin ich einverstanden, im Detail schon weniger. Mehr darüber morgen.


    :hello: Jacques Rideamus

    Lieber Herbert, und wen es immer sonst mal juckt:


    Bitte beachtet, dass die TMOO-Threads keine Diskussionsthreads sind, es sei denn, man setzt eigene Bewertungen entgegen. Dann aber komplett.


    Für die Diskussion des MASKENBALL und seiner Aufnahmen gibt es diesen Thread: Un Ballo in Maschera von Giuseppe Verdi. Dort kann und sollte man die Wertung per copy & paste zitieren und diskutieren.


    Diese Anmerkung wird mitsamt ihrem Anlass in Kürze nach unterstellter Kenntnisnahme gelöscht.


    JR II

    Auch ich nehme mal je eine Person pro Fach und erlaube mir daneben die lobende Erwähnung eines fast gleichrangigen Ersatzes, der heute nur wegen meiner Tagesform zu kurz kam:


    Sängerin: Susan Graham


    Ich habe sie in anderen Threads oft genug gelobt, daher nur je eine ihrer besten cds und DVDs:


    ..........


    Leider um den Hauch einer Idee zu kurz kamen Nathalie Dessaye und Patricia Petibon. Glückliches Frankreich, dessen Musik solche Interpretinnen hat.


    Sänger: Juan Diego Florez


    Auch hier brauche ich keine Eulen nach Athen tragen. Er ist mindestens seit Araiza der Beste seines Faches.


    - mit der habe ich ihn kennen gelernt


    - besser geht's nicht - auf allen Ebenen


    Auch hier ist der Allerbeste der Feind des enorm guten gewesen, auch ohne Stimmkrise: Rolando Villazon


    Dirigent: Bertrand de Billy


    Eine universelle Repertoirepflege paart sich mit konstant mindestens guten Leistungen.


    ..........


    Gestern hätte es noch umgekehrt sein können, und morgen noch anders unter den Dreien, aber ich verlasse mich darauf, dass diese beiden ihre nominierende Jury finden werden: Kent Nagano und Claudio Abbado.


    In Vorfreude auf die diesjährige Erweiterung der erlaubten Nennungen, so dass ich zum Beispiel auch Arthur Schoonderwoerd nennen kann.


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Liebestraum
    Oper für SCHWULE :hahahaha:


    Gegen eine solche hätte ich auch nichts einzuwenden, obwohl ich beim besten Willen nicht für Schwule sprechen kann und schon gar nicht gegen sie sprechen will, wie es in diesem hämischen Einzeiler durchscheint, wenn man die sonstigen Ansichten ihres Autoren kennt und den Lacher richtig deutet.


    Mit der vorliegenden Inszenierung hat das aber nichts zu tun. Interessant ist immerhin, dass Du nicht davon sprichst, dass Nacktheit bei Männern augebeutet wird, was bei nackten Frauen unweigerlich angesprochen worden wäre. Damit sollte aber der Dauerlangweiler der Nackten in der Oper abgefrühstückt sein.


    Dagegen sollte man sich gerade in einem Klassikforum ruhig mal mit dem Eigentlichen der Oper selbst beschäftigen, wie Fairy es tut. Warum sie keinen "Hit" wie "Ach ich habe sie verloren" hat, liegt vielleicht an dem Problem, das ich allgemein mit Gluck habe, und anscheinend nicht nur ich: es ist fraglos wundervolle Musik, und die steht in den instrumentalen und Chorpassagen selbst dem Furientanz der ORFEO oder dem DON JUAN überhaupt nicht nach. Auch lässt der emotionale Gestus der Musik nichts zu wünschen übrig, so dass man dem Geschehen sehr bereitwillig und auch mit großer Empathie folgt.


    Was halt fehlt, ist die griffige, sofort eingängige Melodie zum Nachsingen oder -pfeifen. Gluck war eben kein Ohrwurmsetzer. Was nicht wertend zu verstehen ist, ihn aber zum Beispiel von Mozart unterscheidet. Ob das die Ursache oder die Folge davon ist, dass man die Oper so selten zu hören bekommt, wäre allerdings eine interessante Frage.


    Dagegen ist der deutsche Text, jedenfalls in dieser wenig textverständlichen Darbietung, fast irrelevant und würde Dich hier wohl kaum irritieren, ist aber gerade deswegen auch überflüssig.


    Das nur als Zwischenbemerkung. Zu den Stärken und Schwächen der Inszenierung dieser Liebe später mehr, wenn ich schildern konnte, was es außer Nackten viel Wesentlicheres zu sehen gibt.


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Fairy Queen


    Und habe ich Dich richtig verstanden, dass alle Liebhaber/Opfer der Armida grundsätzlich nackt gesungen haben ?
    Für einen Sänger ja nicht gerade eine alltäglcihe Übung.......


    F.Q.


    Leider bin ich ausgerechnet heute unter starkem Zeitdruck, daher nur ein paar weitere Stichworte:


    Natürlich sind die Sänger/Innen - soweit ich erinnere mit Ausnahme des Aronte (der ziemlich unerklärlich schon lange vor seinem eigentlichen Auftritt blutbeschmiert herum liegt) - nicht bis auf die Stimmbänder entblößt, lassen dafür aber auch nicht an darstellerischer Deutlichkeit zu wünschen übrig, wenn es öfter zur Sache geht. Das wirft nicht nur die Frage auf, ob die omnipräsente totale Nacktheit der Statisten und Kulissenschieber nicht unnötig, ja kontraproduktiv ist, sondern führt in der Bewegungsregie öfter zu absolut faszinierenden Bildern. So braucht man nur zu wissen (hörend verstehen kann man es leider nicht), dass die Dame, die am Ende des dritten Aktres in Männerkleidern auftritt und Armida verführt, der Hass ist, und man bekommt einen sehr überzeugenden Eindruck davon, was es bedeutet, buchstäblich vom Hass "übermannt" zu werden.


    Das hat dann sogar eine erotische Ausstrahlung, die ansonsten trotz oder eher wegen der omnipräsenten nackten Körper weitgehend fehlt. Wenn man bedenkt, wo das Ganze spielt, frage ich mich, ob da nicht auch ein doppelsinniger Hintergedanke von dem wahren Paradies mit den angeblichen Jungfrauen mitschwingt, denn diese Version himmlischer Freuden, denen sich die verzauberten Krieger angeblich hingeben, kann allenfalls einem Kryptosadomasochisten Freude machen. Tatsächlich erinnert, wie Alviano, mit dem ich die Aufführung sah, völlig richtig bemerkt hat, die Organisation der Körper, sei es als Hundemeute oder als eine Kette von nackten Kerlen, die bis zu Erschöpfung Liegestütze machen, an einen Skandalfilm eines italienischen Filmemachers, der nicht nur den besten Bibelfilm gedreht hat, wie gerade andernorts zu lesen ist, sondern sich auch mit einer besonderen "Republik" zur Zeit des Faschismus beschäftigte, in der es ähnlich zugegangen sein mag.


    Aber ich zäume das Pferd von hinten auf (ohne intendierten Doppelsinn!). Deshalb würde ich gerne mit etwas mehr Zeit erst einmal schildern, was geschieht und zu sehen ist, und dann auf andere Aspekte, auch die kritischen, eingehen. Dabei kann mich dann hoffentlich Alviano unterstützen, der seinen Beitrag ja erst am Wochenende schreiben kann.


    Vorab kann ich nur jedem, der es schafft, empfehlen, sich ein eigenes Bild zu machen und nicht zuletzt einen eigenen Höreindruck zu verschaffen, denn der allein lohnt schon den Besuch dermaßen, dass man sich einen Rundfunkmitschnitt zum später öfteren Nachhören wünscht.


    @ Fairys Frage nach dem Frauenbild:
    Ich zumindest verstehe Armidas finalen Fall nicht als Bestrafung, wofür auch immer, sondern als den Zusammenbruch einer für eine starke Liebe zu starken Frau. Tatsächlich hat man manchmal den Eindruck, dass Bieito versehentlich erst ein Libretto der PENTHESILEA gelesen hat und danach mit dem dort gewonnenen Konzept auf die ARMIDA umgeschwenkt ist, so stark sind die Frauen hier, und so gebeutelt bis lächerlich ausnahmslos die Männer. Selbst bei dem angeblich so heldenhaften Rinaldo kam mir immer wieder der eigentlich völlig unpassende Titel eines Films von Bernardoi Bertolucci in den Sinn: DIE TRAGÖDIE EINES LÄCHERLICHEN MANNES. Nicht, dass er die Hauptperson wäre, aber dass er nicht weniger töricht ist als seine mörderischen Kumpane und eigentlich nur richtig sieht, wenn er vom Zauber Armidas verblendet ist, kommt sehr schön heraus.


    Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, das Ganze in einen vernünftigen Kontext zu bringen. Ich gebe mir Mühe, das so bald wie möglich zu tun.


    :hello: Jacques Rideamus

    Erste Eindrücke:


    Gluck könnte in seinem Glauben, dass dies seine beste Oper ist, Recht behalten. Die musikalische Ausführung, allen voran eine, anfangs noch zuweilen forcierende, aber sehr bald immer bessere, im zweiten Teil sogar großartige Maria Bengtsson als Armida, die mit Recht gefeiert wurde, Maria Gortsevskaya als "Hass" und eine vorzügliche musikalische Leitung Karl Junghänels, die der Partitur feinfühlig folgte und dem Orchester der Komischen Oper sogar regelrechte HIP-Töne abgewann ohne das zum Selbstzweck geraten zu lasssen, legte diesen Gedanken jedenfalls vorbildlich nahe und ließ vergessen, dass die Oper zwar viel großartige Musik enthält, aber leider einen rechten "Hit" vermissen lässt. Vorzüglich waren übrigens auch die Ensembles, und aufhorchen ließen die blutjungen Mitglieder des Opernstudios der KO, Anna Borchers als Melissa und Olivia Vermeulen als Sévérine.


    Das Theater empfiehlt einen Besuch erst ab 16 Jahren, weil der Anblick des unbekleideten menschlichen Körpers Jüngeren wohl nicht zuträglich ist, selbst wenn er, wie hier, auffällig unerotisch dargeboten wird (für Masochisten kann ich allerdings nicht sprechen). Wer also seine vorprogrammierte Empörung im Abzählen von Schniedeln und Ablehnen von von Kopulationsszenen (ja, sogar gänzlich unbekleideten) messen möchte, wird auf seine Kosten kommen und sich empören dürfen. Das Bild auf der Website der KO übertreibt nicht, sondern ist eher "ad usum delphinis" ausgewählt.


    Und dennoch: ich habe mir sagen lassen, dass der Protest für eine Inszenierung Calixto Bieitos nachgerade lasch ausfiel, während der Beifall, nicht nur für die musikalischen Helden des Abends, deutlich zu überwiegen schien, jedenfalls in meiner hörbaren Umgebung. Lag es daran, dass niemandes Lieblingswerk "verschandelt" wurde, weil niemand es kennt? Oder ist Bieito hier doch etwas Seltenes gelungen, nämlich ein kaum bekanntes Stück, dessen "Dialoge" kaum verständlich sind (warum macht man sich angesichts der katastrophalen Textundeutlichkeit fast aller - ausgenommen die vorbildlich intonierenden Peteris Eglitis als Hidraot und Günter Papendell als Ubaldo - eigentlich die Mühe, eigens eine deutsche Übersetzung anfertigen und einstudieren zu lassen?), so auf seine Essenz zu reduzieren und bildhaft zu machen, dass man gespannt bei der Sache bleibt - und das trotz einer eher kalten "Raumschiffkulisse", die von vornherein jeden Verdacht lustvoll genießbarer Zauberei unterdrückt?


    Indem er in jeder Hinsicht viel überflüssigen Stoff ablegt (und auch mindestens den vierten Akt kürzt), legt Bieito den hochmodernen Kern des Werkes frei: Liebe ist eine Machtfrage, die durch Sex geregelt wird, und wer Angst hat, die Kontrolle zu verlieren, verliert auch die Macht; erst die über sich, und dann die über andere. Wie jede gute Inszenierung stellt die von Bieito mehr Fragen als sie beantwortet, und ich bin nicht mit jeder seiner Lösungen glücklich, aber dazu mehr, auch beschreibend, wenn sich meine ersten Eindrücke etwas gesetzt haben.


    Entgegen den nie bewiesenen Unterstellungen mancher, die lieber träumen als Realität anzunehmen, war das Haus übrigens randvoll besetzt, und konnte ich auch nach der langen Pause kaum Abgänge verzeichnen. Woran das gelegen haben mag, darüber darf spekuliert werden. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es daran lag, dass die Frauen wegen der Schniedel blieben und die Männer sie nur deshalb nicht daran hinderten, weil sie (vergeblich) hofften, dass die Frauen im zweiten Teil noch ähnlich bloßgestellt werden.


    Mehr in Kürze


    :hello: Jacques Rideamus


    Die Empfehlung kann ich nur unterstreichen! Und am besten gleich ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen, denn den Film wollt Ihr bestimmt noch mehrfach sehen!


    Der beste aller Bibelfilme. Punkt.


    Wenn nicht überhaupt der einzig gute, der auch den Text und den sozialkritischen Subtext versteht und nicht nur die Hagiographie nachbetet. Und trotzdem im besten Sinne religiös ist.


    :hello: Jacques Rideamus

    Ein paar hätte ich schon noch, aber einige wurden schon genannt, z.B. der Schluss von Berlioz'LES TROYENS oder von Webers FREISCHÜTZ. Auch RIGOLETTO mit dem vielleicht effektvollsten Opernschluss überhaupt wurde schon genannt.


    Der aber noch nicht:


    Albéric Magnard: GUERCOEUR


    Zur optimalen Begründung kann ich nur den Opernführer seines Namensvetters mit voller Zustimmung zitieren:


    Zitat


    Original von Guercoeur:
    Das folgende Schlußquartett der Gottheiten Vérité, Bonté, Beauté und Souffrance gehört sicher zu den schönsten und ergreifendsten hymnischen Gesängen der Operngeschichte - ein zutiefst anrührendes Wiegenlied für Guercoeur: Er möge "die vergängliche Pein für immer vergessen", "zurückkehren in die Ewigkeit", "in den Armen der Unendlichkeit in Frieden ruhen", seine Seele "sich auflösen in der Seele der Dinge" ...
    Vérité breitet über Guercoeur den undurchdringlichen Schleier des gnädigen Vergessens und entsendet Souffrance zur Erde, um die Hochmütigen zu erniedrigen und den Helden die Passion Guercoeurs zu verkünden.
    Die Göttinnen verlassen langsam die Bühne und unter den mitreißenden, wogenden Klängen des Orchesters ertönt Guercoeurs letztes Wort, diesmal vom großen Chor in gleißender Pracht gesungen: "Espoir!"


    :hello: Jacques Rideamus

    Ich mag das Stück überhaupt nicht, bin aber auch kein Fan von Tom Waits.


    Wer aber ein solcher ist, sollte es auf jeden Fall damit probieren und dann selbst entscheiden.


    :hello: Jacques Rideamus

    Danke für diesen Erinnerungsanstoß. Tatsächlich zitiert Woody Allen in seiner grandiosen Tolstoj-Verarbeitung auch seinen Lieblingsregisseur Bergman in der genannten Sequenz.


    Wie fast immer hat er Konservenmusik benutzt, aber diesmal waren es ausnahmsweise klassische, nämlich Auszüge aus Prokoffiefs Suiten LEUTNANT KIJE und ALEKSANDR NEWSKI.


    Auch den Film müsste ich mir nochmal ansehen um mitteilen zu können, welche Musik hier zur Schachmusik wurde.


    Da wir gerade beim Themenkreis Film-Schach-Musik sind, wäre natürlich auch noch Hans-Martin Majewskis Musik zu Gerd Oswalds Verfilmung von Stefan Zweigs SCHACHNOVELLE zu nennen. Leider war man 1960 mit Filmsoundtracks noch nicht so leicht bei der Hand wie heute, sonst gäbe es die vielleicht auch noch außerhalb dieser DVD zu hören:



    Aber zurück zur eigentlichen Klassik: eine der letzten Opern von Karl Ditters von Dittersdorf aus dem Jahre 1795 heißt SCHACH VOM SCHIRAS. Leider ist uns von der wohl nichts greifbar überliefert.


    Interessant ist in dem Zusammenhang vielleicht auch, dass es 2006 in Berlin eine Ausstellung zum Thema SCHACH UND MUSIK gab, deren Besprechung in der ZEIT man hier noch finden kann: http://www.zeit.de/online/2006/31/Schach-und-Musik


    :hello: Jacques Rideamus

    Man muss bei dem Thema schon etwas weiter ausholen, wie bereits zu sehen war, aber wer eine hervorragende "Schachmusik" hören will, muss sich gen Nord(gr)en wenden und diese DVD kaufen:



    Erik Nordgren, der seit 1947 fast alle Filmmusiken für die großen Filme Ingmar Bergmans bis 1961 komponiert hatte, schrieb auch die Musik zu diesem Film, die man, wenn mich meine Erinnerung nicht total täuscht, auch als Untermalung des Schachspiels zwischen dem Ritter und dem Tod hören kann. Ich müsste mir den Film mal wieder ansehen, aber es ist sicher nicht von ungefähr, dass mir gerade bei dem die Musik als ganz besonders eindrucksvoll in Erinnerung ist.


    Leider ist die einzige cd mit Filmmusiken Nordgrens nur noch antiquarisch greifbar und erhält auch nichts aus diesem Film oder zum Thema Schach allgemein, aber um des Anlasses und Nordgrens willen hebe ich sie doch einmal hier hervor:



    :hello: Jacques Rideamus

    In diesen Thread gehört natürlich eines der wenigen wirklich guten "Rock" - Musicals, nämlich CHESS von den Ex-Abbas Benny Andersson und Björn Ulvaeus nach einem Buch von Tim Rice, was auch eine gewissen Verwandtschaft mit JESUS CHRIST SUPERSTAR verständlich macht. Am besten hört man es in dieser Originalaufnahme mit Elaine Paige, Barbara Dickson, Murray Head und dem London Symphony Orchestra:



    Dahinter verbirgt sich bestimmt kein Bliss, aber wer die Gattung mag, kann hier wirklich "bliss" empfinden.


    :hello: Jacques Rideamus

    Die Bour-Aufnahme gibt es auch in einem sehr preiswerten Doppelpack mit der Einspielung von Ansermet, die lange Zeit meine einzige war, weil ich mit den Gesangslücken des Stückes meine Probleme hatte:



    Aus eigener Erfahrung würde ich das Stück nicht unbedingt um Einstieg in die Oper empfehlen, aber inzwischen mag ich es sehr. Kürzlich entdeckte ich eine Videoaufnahme der Inszenierung Frank Corsaros in Glyndebourne 1987. Wer sie auftreiben kann, sollte es versuchen. Simon Rattle dirigierte das London Philharmonic Orchestra mit folgender Besetzung:


    Das Kind - Cynthia Buchan
    Mutter / Katze - Fiona Kimm
    Kater / Standuhr - Malcolm Walker
    Armsessel / Baum - François Loup
    Teekanne/ Kleiner alter Mann / Frosch - Thierry Dran
    Nachtigall / Feuer - Nan Christie
    Prinzessin - Harolyn Blackwell
    Tasse / Libelle - Louise Winter
    Eichhörnchen - Anna Steiger
    Fledermaus / Stuhl - Hyacinth Nicholls
    Schäfer - Jady Pearl
    Schäferin - Carol Smith
    Kleine Eule - Alison Hagley
    Tänzer - Colleen Barsley Paolo Lopes Nigel Nicholson


    Diese mit Filmtricks ergänzte Aufführung ist wirklich bezaubernd und auch musikalisch absolut konkurrenzfähig. Ein (recht drastischer) Höhepunkt auch hier: das Katzenduett, aber eigentlich sind alle Episoden sehr gelungen.


    Schade übrigens, dass sich Murice Sendaks nie dieses Stückes angenommen hat. Eine Inszenierung mit einer Ausstattung von ihm stünde auf meiner Liste von Inszenierungen, die wir leider niemals sehen werden, sehr weit oben.


    :hello: Jacques Rideamus

    Nachdem es im TMOO-Diskussionsthread schon angesprochen und danach auch einige Male praktiziert wurde, möchte ich die verabredete Erweiterung des TMOO-Breichs auch in dieses "offizielle" Regelwerk einbringen:


    Künfig dürfen in die TMOO-Threads auch Mischformen mit Chor- und mindestens doppelter und wesentlicher Gesangssolistenbeteiligung aufgenommen werden wie etwa Berlioz' ROMÉO ET JULIETTE - Sinfonie (LA DAMNATION DE FAUST ist ja schon drin) und meinetwegen auch Beethovens "Neunte" oder Mahlers Achte, nicht aber chorlose Orchesterlieder wie DAS LIED VON DER ERDE, selbst wenn sie mehrere Solisten erfordern. Das X in der neu hinzu kommenden Kategorie steht also primär für einen CHOR, der in Werken dieser Kategorie beteiligt sein muss.


    Zur Unterscheidung von den übrigen Gattungen musikalischer Bühnenwerke sind sie mit der Einleitung TMOOX zu versehen. Ansonsten ist analog zum Bisherigen zu verfahren. Allerdings sollte bei allgemeinen Gattungsbezeichnungen und Nummerierungen ausnahmesweise der Komponist und nicht der Werktitel vorangestellt werden, also etwa: TMOOX - Beethoven, Ludwig van: Sinfonie Nr. 9 D-moll op. 125. Hat das sinfonische Werk aber einen offiziellen Namen, wird wie bei den Opern verfahren, also TMOOX - ROMÉO ET JULIETTE (Berlioz). Natürlich haben dann auch die Bach-Oratorien oder Requien von Cherubini, Verdi (ohnehin eine halbe Oper), Berlioz u. a. bis hin zu Rossinis STABAT MATER usw. in den TMOOX-Threads ihren Platz.


    Bis auf Weiteres NICHT berücksichtigen sollte man: Originale Ballettmusiken, selbst wenn sie, wie Ravels DAPHNIS ET CHLOE einen Chor, aber keine zusätzlichen Solisten einbeziehen, Orchesterlieder für einzelne Stimmen wie Berlioz' LES NUITS D'ÉTÉ (auch nicht in den ausnahmsweise mehrstimmigen Aufnahmen, weil dann wesentliche Referenzen fehlen müssen) oder andere Orchesterlieder mit einzelnen Solisten wie Strauss' VIER LETZTE LIEDER. Der Grund ist einfach. Diese Threads sind Mannschaftswertungen, und eine Mannschaft sollte immer aus mehr als drei Elementen bestehen. Künftig gilt also:


    - TMOO und TMOOM bleiben wie gehabt.
    - TMOOX umfasst alle Werke mit Orchester, Chor und mindestens zwei wichtigen Gesangssolisten, gleich welcher Gattung, aber natürlich ohne Opern und andere Bühnenwerke. Dabei ist eine getrennte Wertung des Orchesters inkl. Dirigent und des Chors (ggf. gerne mit Nennung des Chorleiters) verpflichtend.
    - Kurzkommentare, nicht zwangsläufig zu jedem Solisten, aber mindestens zur Charakteristik der Aufnahme allgemein sollten fortan als verpflichtend aufgefasst werden. Unkommentierte Beiträge können mangels hinreichender Aussagekraft gelöscht werden und werden es auch von mir, wenn sie gehäuft auftreten.


    Nun hoffe ich auf eine zügige Nutzung dieser Erweiterung, denn Aufnahmen von Beethovens "Neunter" z.B. kennt hier ja fast jeder, und es wäre in Ergänzung des entsprechenden Textthreads durchaus wünschenswert, einmal auch die gebündelten Wertungen der Taminos nach einem einheitlichen Maßstab überblicken zu können.


    :hello: Jacques Rideamus

    Sehr geehrter Herr Schmidt,


    Danke für die Zusendung Ihres äusserst intresssanten Kattalogs zur überfälligen Pfege der Musicke.


    Als stolzer Besitzer von demnächst drei Enkeln im Alter von noch Null bis 1 Jahr (Bilder folgen), deren Musikbildung noch schmerzlich zu wünschen übrig lässt, da sie noch nicht einmal das "Schmäle, schmäle, lieber Junge" beherrschen, bestelle ich umgehend 3 Ampullenkuren Musica Musigen à neun Wochen, ergo 1000.00 Teuro pro STück incl. 1 Euro Spende.


    Für eine zeitnahe Belieferung wäre ich höchstens verbunden, da der dritte Enkel ohnehin schon sein geplantes Geburtsdatum zum heutigen Tag verpasst hat.


    Mit hochachtungsvollen Grübchen


    :hello: Jakob R. Mus


    PS: Ich bitte um Ausstellung einer Spendenbescheinigung


    Hier die angedrohten Bilder:


    ...............


    Näheres zu den süßen Kleinen, die leider kein Aprilscherz sind, in diesem Thread: WIEGENLIEDER FÜR KNUT - MISSBRAUCH DER MUSIK

    Zitat

    Original von Hildebrandt


    Äh, Moment mal.
    Die machen schon eigene Sachen.
    Oder waren z. B. Borgstedes Couperin oder Belders Corelli fremd produziert? ?(


    Touché. Ich revidiere mich deshalb gerne, obwohl ich von diesen Aufnahmen noch nicht(s) gehört hatte.


    Trotzdem bezweifle ich, dass das Profil des Labels auf seine Eigenproduktionen gestützt ist - im Gegensatz zu den meisten vorgenannten.


    :hello: Jacques Rideamus

    Allen bisherigen Nennungen würde ich zustimmen und sie um Barbara Hendricks ergänzen wollen.



    Nicht, weil das auf dem Cover dieser cd drauf steht, sondern weil sie für meine Ohren in der Karajan-Aufnahme von TURANDOT, den Duparc-Liedern (auf m,einer Aufnahme gekoppelt mit Ravels SHÉHÉRAZADE und vor allem LE ROI MALGRÉ LUI genau diesen Eindruck hinterlässt.


    Die frühe Kiri Te Kanawa und Renée Fleming fallen für mich auch in diese Kategorie.


    :hello: Jacques Rideamus

    Lieber Alfred,


    schön, dass Du diesen Thread, den ich noch nicht kannte, im Portal angepinnt hast. Es ist ja interessant, und womöglich sogar weitgehend konsensfähig, was da so alles zusammen kam.


    Aber:


    was willst Du uns damit sagen?
    Willst Du eine neue Runde eröffnen?
    Wenn ja, eine zusätzliche oder eine von Anfang an?


    Ich könnte mir vorstellen, dass bei den vielen Neuen ein Neueinstieg willkommen wäre, aber es liegt bei Dir, ob und wie es hier weiter gehen soll, oder pb Du nur die Lektüre des Threads anregen wolltest.


    EDIT @ Amfortas 08: Michael Gielen wurde genannt. Sieh Dir mal die Zusammenfassung an.


    :hello: Jacques Rideamus

    Ich fürchte, ich bin da nicht informiert genug, gerade was die blühende Landschaft alter Musik oder die Einspielung von Werken mit kleineren Ensembles betrifft. Deshalb hat meine Nominierung eine klare Schlagseite in Rchtung Repertoirepflege und Kpnstlerbetreuung bei größeren Werken:


    cpo - wegen der enormen Konzentration auf Repertoirelücken quer durch die Musikgattungen


    Hänssler - wegen der vorbildlichen Betreuung einzelner Künstler wie Roger Norrington


    Alpha - wegen der Entdeckung und Pflege Arthur Schoenderwoolds


    Naxos wäre wegen ihrer Repertoirepolitik eine gute Alternative zu jpc gewesen, aber da stört mich doch, dass sich die Billigproduktion zu oft in der künstlerischen (nicht Ton-) Qualität des Ergebnisses niederschlägt, was ich bei cpo nicht so oft erlebt habe. Das liegt vielleicht aber auch an meiner restriktiven Auswahl.


    Ein Label wie Brilliant, dessen Repertoire- und Preispolitik ich enorm schätze, zählt für mich nicht, solange sie sich ausschließlich auf die Wiedervermarktung konzentrieren und nicht selbst produzieren.


    Eigentlich hätte ich auch das Eigenlabel des LSO nennen wollen, bei dem z. B. Colin Davis' neue Berlioz-Einspielungen herausgekommen sind, aber "Independent" im Sinne einer Unabhängigkeit von einer Dachorganisation sind die ja nicht, oder?


    Siehe dazu auch die parallele Diskussion hier: "Indepent -Labels" versus "Majors"


    :hello: Jacques Rideamus

    Analog zu der Entwicklung der Filmproduktion, deren Majors heute im Grunde zu denselben Konzernen gehören, kann man als "Majors" wohl alle Labels bezeichnen, die zu den multinationalen und multimedialen Konzernen gehören, also nicht selbständig und "independent" sind.


    Die Größe und Ausrichtung des einzelnen Labels spielt dabei erst einmal eine bestenfalls sekundäre Rolle, denn sie alle werden mit der Potenz und nach den Strategien der Majors, die das aber in der Tat immer weniger sind, und die man analog zu ihrem Gegenstück eigentlich als die "Abhängigen" bezeichnen sollte.


    Allerdings ist nach wie vor der Großteil der Branche von diesen Dependents selbst abhängig, denn von den Margen selbst der großen Billiglabels wie Brilliant oder Naxos können allenfalls Drogeriemärkte leben, weil die das als Zusatzgeschäft betreiben und ihr eigentliches Geld anderswo machen.


    Dass die Multis zunehmend ihr Tafelsilber an die Independents verscherbeln, was kurzfristig größeren Umsatz mit wenig Aufwand erzielt, mag für uns Musikliebhaber sehr angenehm sein (es sei denn, wir wollten oder müssten unsere einst teuer gekauften Scheiben verscherbeln), verhindert aber jetzt schon eine, für den Erhalt der Industrie notwendige, hinreichende Zahl interessanter und gut ausgestatteter Neuaufnahmen. Hier wird ein langfristiges Harakiri auf Raten erkennbar, an deren Ende die komplette Auslieferung an und durch das Internet stehen könnte, das jetzt schon der einzige "Major" ist, der diesen Namen noch verdient.


    Schon jetzt zeichnet sich ja ab, dass Orchester und Opernhäuser, aber auch Kammermusiker und Liedersänger ihre eigenen Konzerte aufnehmen und vermarkten und damit von Dinstleistern zu Produzenten werden. Wenn es also künftig noch Majors gibt, werden die vom Vertrieb von Produktionen Dritter leben, was ja auch heute schon zunehmend der Fall ist. Jedenfalls zeigt die historische Erfahrung, dass Kulturpessimismus immer verfrüht, weil nicht in der Lage ist, das Neue zu erkennen, das im zunächst nicht wahrgenommenen Winkel aus dem Niedergang einstiger Größen empor wächst. Warten wir's also getrost ab. Solange Nachfrage nach Musik besteht, und da sehe ich keinen ernst zu nehmenden Einbruch, wird sie auch bedient werden und damit Karriere zu machen und Geld zu verdienen sein.


    Auch das Dinosauriersterben hatte ja nicht nur Nachteile.


    :hello: Jacques Rideamus

    Liebe Jolanthe,


    meinst Du eventuell diese DVD, auf der man ihn nicht nur hören, sondern auch sehen kann?



    Thomas Allen ist nicht vn ungefähr einer der in meiner Discothek und DVD-Sammlung, die allein zwei vorzügliche DON GIOVANNIs enthält (Conlon und Muti), meistvertretenen Sänger, so dass ich hier mal zwei ganz aus dem üblichen Rahmen fallende DVDs aufrufen möchte.


    Da wäre zunächst sein köstlicher Pangloss in der New Yorker Aufführung von Leonard Bernsteins CANDIDE unter Marin Alsop:




    Ein ganz anderes Werk ist auf dieser DVD in Spitzenqualität zu hören und zu sehen:



    Janaceks schlaues Füchslein kann man nicht besser erleben, und der Förster von Thomas Allen hat keinen geringen Anteil daran.


    Die Einspielung, die mir aber immer als Erste einfällt, wenn ich seinen Namen höre, die der musterhafte IL BARBIERE DI SIVIGLIA von Neville Marriner aus dem Jahr 1983, in dem er mit Kollegen der Spitzenklasse einen Figaro hinlegt, an dem sich fr mich alle anderen messen lassen müssen:



    Alles in allem ein Sänger, dessen Würdigung hier überfällig ist. Danke für den Anstoß dazu.


    :hello: Jacques Rideamus