Beiträge von Jacques Rideamus

    Nachdem diese herrliche Kurzoper endlich mal wieder bei uns aufgeführt wurde (s. Frankfurt, Städtische Bühnen, "L´heure espagnol/La vida breve" Ravel/de Falla, 22.02.2009), fahre ich mal in meinen Auslagerungen aus den Rätselthreads hiermit fort um auch den zu der Oper gehörenden Thread wieder zu beleben. Der Kern des adaptierten Textes stammt aus dem Lösungsthread Der Lösungsthread zu "Grisetten, Treulose, Kurtisanen - Das erste luderliche Rätsel"


    Zunächst eine Kurzsynopsis dieses Einakters, der leider, ebenso wie Ravels L'ENFANT ET LES SORTILEGES, bei uns trotz seines sprühenden Humors kaum zu sehen ist, weil diese Oper zum optimalen Verständnis die Originalsprache braucht, an die sich die Musik sehr eng anlehnt:


    Der Mauleseltreiber Ramiro kommt in den Uhrmacherladen um seine Uhr reparieren zu lassen. Der Uhrmacher Torquemada untersucht sie, aber seine Frau Concepcion drängt ihn, die Rathausuhren nachzusehen und aufzuziehen. Eigentlich sind ihr ja die Rathausuhren egal, aber sie hat nun einmal für diese feste Uhrzeit ein Rendezvous mit ihrem Liebhaber vereinbart, bei dem ihr Ehemann begreiflicherweise stören würde. Nun aber stört auch Ramiro, der von Torquemada gebeten wird, im Laden auf ihn zu warten. Um ihn loszuwerden, bittet Concepcion Ramiro, Standuhren in ihr Zimmer zu tragen, was dieser gutmütige Bulle von Mensch bereitwillig tut. Da tritt Gonzalvo ein, ein weiterer Verehrer Concepcions. So muss Ramiro, um die beiden in Ruhe zu dem kommen zu lassen, von dem sie gerne mehr täten, unentwegt Standuhren hin und her tragen.


    Richtig kompliziert wird die Angelegenheit, als der eigentlich mit ihr verabredete Liebhaber Concepcions,
    Bankier Inigo, im Laden erscheint. Beide Verehrer müssen sich daher von Conception, während sie mit ihnen kokettiert, in grosse Uhrgehäuse stecken lassen, die der bärenstarke Mauleseltreiber unerschütterlich auf den Rücken nimmt. Schliesslich wird der Frau klar, dass sie in Ramiro ein wahres Juwel vor sich hat, und gewährt ihm ein Schäferstündchen (die spanische Stunde ist dehnbar). Indessen kehrt Torquemada zurück und findet die beiden Liebhaber in den Uhren. Ein Geschäft witternd, versucht er ihnen die Uhren anzudrehen, und den beiden Liebhabern bleibt nichts anderes übrig, als Interesse zu heucheln und ihre jeweiligen Verstecke käuflich zu erwerben. So haben beide Eheleute ihren Spaß, und der Zuschauer sein Vergnügen an dem abschließenden (einzigen) Ensemble, in dem Concepcion im Rhythmus einer Habanera das Publikum belehrt, dass auch ein Maultiertreiber Fortune haben kann, wenn er ein tüchtiger Liebhaber ist.


    Dieses nicht von ungefähr an eine - allerdings sehr moderne - Zarzuela erinnernde Kabinettstück (im wahrsten Sinne des Wortes) ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass man eine Oper auch zu früh sehen kann um sie wirklich schätzen zu können. Ich sah sie nämlich erstmals, leider bislang auch das einzige Mal, in sehr jungen Jahren in Frankfurt und konnte mit ihr überhaupt nichts anfangen. Ravels Klangwelt braucht fortgeschrittene Hörer, die sich nicht nur an seinem Humor ergötzen können, der einen schon in der Orchestration dieser köstlichen Musikkomödie immer wieder anspringt. Man sollte sich auch in Ravels musikalischen Strukturen mit ihren fast schn obsessiv häufgen Rhythmuswechseln zurecht finden und eigentlich auch der französischen Sprache zumindest ansatzweise mächtig sein, wenn man den Einakter wirklich goutieren will. Hat man den Einstieg aber einmal geschafft (die Kenntnis des von Alviano angedeuteten BOLERO reicht dazu kaum), erwartet einen hier ein Juwel, das seinesgleichen sucht. Zu Recht wird das Stück gerne zusammen mit L'ENFANT ET LES SORTILEGES gegeben, was allerdings leider auch dafür sorgt, dass sich der Publikumszuspruch in Grenzen hält.


    Diese Kopplung (plus Strawinskys LE ROSSIGNOL) gibt es auch auf einer der besonders empfehlenswerten Einspielungen, nämlich der unter Lorin Maazel mit Jane Berbié, Michel Sénéchal und Gabriel Bacquier:



    "Meine" Aufnahme ist eine ältere, die es wohl nicht mehr gibt, mich aber gehindert hat, die Alternativen kennen zu lernen. Sie wurde von Armin Jordan dirigiert. Die Hauptrollen dieser Erato-Aufnahme sangen Elisabeth Laurence, Michel Sénéchal, der lange auf die Rolle des Torquemado abonniert war, und Gino Quilico. Sehr gute Aufnahmen, die ich leider alle nicht kenne, wurden, den Kritiken in diversen Schallplattenführern zufolge, auch von Ernest Ansermet und Serge Baudo eingespielt.


    Soweit erst mal diese Anregung, sich auch mal wieder mit Ravels Opern zu beschäftigen.


    :hello: Jacques Rideamus

    Nach sehr langer Zeit höre ich mal wieder in Vorbereitung meiner nächsten Rätselauflösung die hier:



    Gustave Charpentier: Louise
    mit Placido Domingo, Ileana Cotrubas, Gabriel Bacquier, Jane Berbié und Michel Sénéchal.
    Georges Pretre dirigiert das NPO


    Gäbe es eine Rangliste von Aufnahmen, deren Verschwinden bestraft gehört, dann wäre diese beste Aufnahme einer viel zu unbekannten und unterschätzten Oper ganz weit oben.


    Eine Affenschande, das :boese2:


    :hello: Jacques Rideamus

    Wer Susan Grahams vorzügliche Charlotte nicht nur aus Paris hören, sondern sie auch sehen will, kann dies auf DVD tun, bislang allerdings "nur" in einer konzertanten Darbietung, die ich, zusammen mit der einschlägigen Konkurrenz, die ja gerade bei der Charlotte superb ist (de los Angeles, Fassbaender, von Stade, von Otter, Garanca u.a.) in diesem TMOO-Thread besprochen habe: TMOO - Werther


    Ich bin auch schon sehr gespannt auf diese neue Inzenierung und Fassung, die an Naganos vorzügliche Plattenaufnahme heranreichen könnte.


    :hello: Jacques Rideamus

    cd EMI 1972



    Royal Philharmonic Orchestra, Dir.: Lamberto Gardelli - 4 (eigentlich eine vorzügliche Leistung mit sicherer Führung aller Beteiligter, aber für meinen Gechmack zelebriert Gardelli das Werk von Zeit zu Zeit all zu sehr, so dass es zuweilen leicht ins Schleppen gerät, was dieser zwar kurzweiligen, aber dennoch langen Oper nicht gut tut. Vorzüglich allerdings die rein instrumentalen Teile und Ballettmusiken)


    Guglielmo Tell - Gabriel Bacquier - 5 (tadellos. Man glaubt ihm den hochgeachteten, starken Charakter in jeder Passage)
    Arnoldo - Nicolai Gedda - 5 (eine seiner besten Leistungen auf der runden Scheibe, und das bei einer extrem schwierigen Partie)
    Melchthal - Gwynne Howell - 4 (gewohnt zuverlässig ohne hervorzustechen)
    Jemmy - Mady Mesplé - 5 (erfreulich wenig soubrettig, ein idealer "Junge" ohne Probleme mit ihrer extrem hohen Tessitur)
    Gessler - Louis Hendricks - 4 (unauffällig und nicht überzogen schurkisch auf dem hohen Niveau der Aufnahme)
    Matilde - Montserrat Caballé - 4 (stimmlich tadellos, aber für mich keine Person aus Fleisch und Blut, sondern eine Schönsängerin)
    Rest - 4 (Jocelyne Taillon ist eine sehr sympathische Hedwige)


    Wertung: 35/8 = 4,38


    TQ - 4,5 unspektakulär tadellos


    Die meines Wissens einzige Einspielung der französischen Originalfassung auf sehr hohem Niveau (die Wiener Aufnahme von Luisi kenne ich allerdings noch nicht) könnte eine unangefochtene Spitzenposition halten, gäbe es die Konkurrenz von Chailly nicht. Trotzdem ist zu bedauern, dass sie schon fast ganz vom Markt verschwunden ist.


    :hello: Jacques Rideamus

    Lieber Armin,


    ich hatte mich auch schon gefragt, ob man nicht, ganz unabhängig von dem Anlass für diesen Thread, einen über Gründgens aufmachen sollte, hätte dann aber eher zwischen dem Operetten- und dem Filmforum geschwankt, denn die Zeugnisse aus erster Hand, die wir heute noch von ihm besitzen, entstammen ausschließlich diesem Bereich.


    Zu Gründgens' Verstrickung in den 30er und 40er Jahren kann ich wenig hinzufügen. Tatsächlich scheint mir der fragwürdige Teil seiner Biographie in dem MEPHISTO-Roman von Klaus Mann und dessen hervorragender Verfilmung durch Istvan Szabo stark überzeichnet und durch Klaus Manns persönliche Enttäuschung von ihm übermäßig geprägt zu sein. Andererseits trifft er m. E. recht gut den Dominierungsanspruch, den Gründgens wohl zeitlebens an den Tag legte, allerdings auch immer wieder durch Leistung rechtfertigte.


    Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen, auf einen weniger beachteten Aspekt seines Schaffens hinzuweisen, nämlich das als Kleinkunstsänger und Chansonnier. Aus grauer Vorzeit ist mit noch seine Interpretation des Titelliedes von KAPRIOLEN (1937) und immer wieder natürlich sein mitreißender Vortrag von Theo Mackebens Evergreen "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" aus dem nicht unproblematischen Film TANZ AUF DEM VULKAN von 1938 in bester Erinnerung, mit dem er sich allen ein kleines Denkmal verdiente:



    Seinen letzten Filmauftritt als "Sänger" hatte er meines Wissens 1960 in Helmut Käutners Scribe-"Musical" DAS GLAS WASSER mit der Musik von Bernhard Eichhorn und Roland Sonder-Mahnken. Leider ist dieser gelungene Film nie auf Video oder DVD erschienen, aber der eine oder andere wird vielleicht noch die EP besitzen oder ergattern können, in der seine vier Songs sowie die Lieder von Liselotte Pulver, Sabine Sinjen und Hilde Krahl aufgelegt wurden.


    Aber auch als Mephisto und in anderen Theateraufführungen betätigte er sich als Sänger, wie man in seinem FAUST-Film sehen kann. Sogar an einer Operette wie Eduard Künnekes LISELOTT versuchte er sich. Eine ganze Reihe dieser Auftritte sind auf dieser interessanten cd versammelt:



    Dieser fraglos großartige, wenn auch in Teilen fragwürdige Künstler war eben wirklich weit mehr als ein diabolischer Mephisto, und das zeitlebens.


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Ich wäre nur vorsichtig, die szenengebundenen Orchesterstücke Wagners als "symphonisch" zu bezeichnen.
    Wagners große Errungenschaft ist nicht die Leitmotivtechnik - die gab's auch vorher schon - sondern seine symphonische Verarbeitung der Leitmotive. Das reicht dann in der "Götterdämmerung" und im "Parsifal" zu einer derartigen Dichte der Verarbeitung, daß kaum ein Takt nicht auf ein Motiv bezogen wäre.
    Zwangsläufig sind auch die orchestralen Ein- und Überleitungen "symphonische Musik": Sie setzen die Gestik der gesungenen Szenerie fort bzw. überhöhen sie diese; es handelt sich deshalb jedoch um szenische Musik, sie hat eine bestimmte Funktion innerhalb des Werks. Genau deshalb ist sie nicht als "symphonisch" anzusprechen. Oder anders gesagt: Der "Trauermarsch" ist nicht mehr "symphonisch" als "Starke Scheite schichtet mir dort".


    Diese symphonische Motivverarbeitung ist natürlich Teil von Wagners Gesamtkonzept, also einer Durchdringung sämtlicher Parameter: Musik ist Szene ist Text ist Szene ist Musik. Weshalb symphonische Musik für Wagner auch uninteressant sein mußte: Ihr fehlten Parameter, die er für wichtig erachtete.


    :hello:


    Lieber Edwin,


    das hast Du fraglos Recht. Natürlich ist auch für mich trotz meiner Abneigung gegenüber der wagnerspezifischen Stimmführung, die manchmal an Hassliebe grenzt, das Ganze immer besser als seine jeweiligen Teile. Auch sollte man meine bewusst provokante These nicht so verstehen, dass ich die Funktion seines Orchesters als integralen Teil seiner Vorstellung ignoriere, so gern ich das manchmal tun würde. Im Gegenteil: hätte es damals schon den Film mit seinen heutigen technischen Möglichkeiten gegeben, wäre der HERR DER RINGE wahrscheinlich ein (überflüssiges) Remake des seinen (was er in mancher Hinsicht ohnehn schon seit Tolkien ist) und wäre vermutlich auch offenbarer, dass seine Einbeziehung aller brauchbaren Parameter von einer qualitativ sehr unterschiedlichen "Durchdringung" zeugt.


    ABER:


    Die von Teleton und mir weiter oben angeführten Beispiele belegen, dass die orchestralen Stücke aus Wagners Opern, die er teilweise selbst für symphonische Aufführungen adaptierte (ich denke an den "Liebestod" oder die Meistersingerouvertüre, deren Konzertschlüsse m. W. von ihm selbst stammen), auch außerhalb ihres eigentlichen Kontextes bestens funktionieren. Mich jedenfalls überzeugen sie in diesen Fassungen mehr als die symphonischen Frühwerke, zumal die Ouvertüren und Märsche, die nur demonstrieren, dass er das technisch konnte, sich aber ansteckend wenig dafür interessierte. Wahrscheinlich würde die schon längst niemand mehr studieren, gechweige denn aufführen, wenn nicht Wagner darüber stünde.


    Wenn Du den Trauermarsch als "nicht mehr "symphonisch" als Starke Scheite schichtet mir dort empfindest, hast Du ebenfalls Recht. Ich frage mich allerdings, ob es wirklich die Worte sind, die das "symphonische" Werk weiter veredeln und ob nicht auch dieses Teil, horribile dictu, mit einer Instrumentierung (und Kürzung) der Gesangslinie auch eine hervorragende symphonische Dichtung abgeben könnte. Das Experiment klingt mir jedenfalls vielversprechender als weiland der Versuch August Everdings, den Dichter Wagner ernst zu nehmen und den Ring als Sprechdrama aufzuführen.


    :hello: Jacques Rideamus

    Ich habe mich ja schon in meiner "Hitliste" der Wagner-Opern als jemand geoutet, der Wagner für einen der größten deutschen Orchesterkomponisten hält und immer wieder bedauert, dass - oder besser: wie - zwischen und über den grandiosen Orchesterpassagen gesungen wird. :untertauch:


    Sieht man von dem SIEGFRIED IDYLL ab, dass auch ich für genial und eines der schönsten hörbaren Zeugnisse einer echten Liebe halte, täte man dem sinfonischen Wagner großes Unrecht, wollte man ihn auf seine Jugendwerke reduzieren, die Edwin m. E. völlig richtig beschrieben und gekennzeichnet hat.


    Eine Würdigung des Sinfonikers Richard Wagner wäre daher unvollständig, würde sie Zusammenstellungen wie z. B. diese besonders guten und preisgünstigen von Leopold Stokowski und George Szell aussparen:


    .............................


    Wer sie, egal in welcher Verpackung und (immer niedrigen) Preislage auf einem Grabbeltisch mit Sonderangeboten findet, kann übrigens auch getrost zu dieser tontechnisch und musikalisch vorzüglichen cd greifen:



    Der leider unlängst verstorbene Vernon Handley erweis sich hier nämlich als ein Wagnerdirigent der Spitzenklasse, den man leider viel zu selten ans Pult eines Opernhauses ließ (oder wollte er nicht?)


    Dass Wagner der lange Atem fehlte, kann man ihm wirklich nicht vorwerfen. Dass er einige der besten Sinfonien seiner Zeit hätte schreiben können, wenn er es nur gewollt hätte, sollte nach diesen gebündelten Beispielen auch außer jeder Frage stehen. Aber er hatte es halt mit dem Gesamtkunstwerk. :stumm:


    Wer aber diese Beispiele aus ihrem Zusammenhang gelöst kennt, braucht IMHO schon einen gewissen Fanatismus um die frühen Werke öfter hören zu wollen, so interessant sie fin einer ersten und zweiten Begegnung auch sein mögen.


    :hello: Jacques Rideamus

    Nachdem der Thread schon eine Weile ruht, möchte ich ihn mit ein paar Worten zu dem von Ives als Pendant zu THE UNANSWERED QUESTION geschriebenen CENTRAL PARK IN THE DARK noch einmal erwecken, bevor "alle" wieder ein neu nominiertes Stück hören.


    Beide Stücke sind einander konzeptionell zu ähnlich, beginnen sie doch beide mit einer Streichersuggestion des Dunkels, um im Konzertbetrieb gut zusammen zu passen, weshalb ein Verleger es später mit den später entstandenen "Genrestücken" HALLOWEEN und THE POND (REMEMBRANCE) in einen - unautorisierten - Zyklus namens THREE OUTDOOR SCENES einfügte. Ob es da besser funktioniert, wage ich zu bezweifeln, denn schon die Notwendigkeit eines Chores in THE POND macht eine Aufführung problematisch, wenn man es nicht, was allerdings eine hervorragende Idee wäre, als Zugabe oder Zwischenstück eines Sinfoniekonzertes mit Chor einplant. Dieses "Erinnerungsfragment" auf einen eigenen Text von Ives, erinnert an seinen Vater, den Kapellmeister George Ives, der selbst gerne mit Klängen experimentierte und seinen Sohn stark beeinflusste und lenkte, aber schon während dessen Studienzeit verstarb:
    A sound of a distant horn
    O'ershadowed lake is born,
    My father's song.


    (Der Klang von fernem Horn
    Geboren über schattigem See,
    Meines Vaters Lied)


    Auch dieses Stück beginnt mit einer - hier allerdings extrem kurzen - ruhigen Streichereinleitung, bevor das Klavier und sofort danach der Chor einsetzen und einen für Ives höchst ungewöhnlichen, fast archaischen Klangteppich erzeugen, der abbricht, wenn man sich gerade eingehört hat, als habe Ives ein erinnertes Fragment eines Traums notiert und nicht weiter ausführen wollen oder können. Ich weiß zu wenig über dieses Stück um hier intensiver darauf einzugehen, lege aber allen Interessenten an den konservativen Wurzeln von Ives' Musik nahe, es sich einmal in der schon obern genannten Aufnahme von Michael Tilson Thomas anzuhören. Englischsprachige Interessenten können den Einfluss von Ives' Vater auch auf dieser interessanten Website weiter verfolgen: http://w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/ives_fathers_influence.html


    HALLOWEEN kenne ich leider nicht. Vielleicht können Inhabe der o. g. Bernstein-DG - Einspielung etwas dazu sagen, denn diese THREE OUTDOOR SCENES haben eigentlich nichts mit den von Ives selbst zusammengestellten oder autorisierten längeren Werken wie THREE PLACES IN NEW ENGLAND zu tun.


    CENTRAL PARK IN THE DARK wurde von Ives, nachdem er schon früh die ersten Ideen dazu skizziert hatte, im gleichen Jahr wie THE PARK abgeschlossen, also 1906. Von den drei hier bislang besprochenen Werken klingt es am typischsten nach dem Ives der unbefangen kakophonischen Konfrontation verschiedener Musikquellen und -stile. Hier liefert er uns ein fast naives Stimmungsbild, das womöglich jemand hören konnte, der zu Ives' Zeiten in der Nähe des Central Park in New York wohnte, wenn ich auch für die damaligen Anwohner hoffe, dass es dort nie so laut zuging wie in Bernsteins CBS-Aufnahme, auf die ich mich hier beziehe. Durch den zunächst dunklen und ruhigen Park erklingen Fragmente populärer Musik. Diese werden überlagert von synkopierenden Klaviere, die sich an einem Ragtime versuchen und schließlich von einer vorbei ziehenden Blaskapelle, bevor wieder Ruhe einkehrt, von ein paar Klangfetzen der Bläser abgesehen.


    Ives nannte diesen klanglichen "Cartoon" wie er das Stück auch bezeichnete, im Kontrast zu der unbeantworteten, tiefen Sinnfrage eine "Betrachtung über eine unernste Angelegenheit" oder eben "Der Central Park im Dunkeln in der guten alten Sommerzeit".


    Man sollte deshalb vielleicht auch nicht mehr hinein geheimsen als es ist: eine Studie über Klangschichten, die auf Ives eine zunehmende und bleibende Faszination ausübten. Mich erinnern sie immer etwas an die später in Mode kommenden Übereinanderkopierungen alter Genrefotografien.


    Aber vielleicht fällt Euch mehr dazu ein als mir.


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Lieber Joseph,
    da sprichst Du ein großes Wort gelassen aus: Hager gehört tatsächlich zu jenen Dirigenten, die HvK zu übertreffen gegeben war... :D
    :hello:


    Lieber Edwin,


    ich habe zwar den Eindruck, dass Karajan auch besser war als Leopold Hager, aber mit Robert Heger sollte man den besser nicht verwechseln, denn der wäre für diesen Thread schon eher diskutabel, denn vergessen erscheint er schon so ziemlich.


    Ob zu Unrecht, kann ich nicht beurteilen, denn ich habe nur eine vage Erinnerung an eine Mozarteinsopielung von ihm und eine - allerdings recht anhörbare - Rundfunkeinspielung von Johann Strauß' Operette DAS SPITZENTUCH DER KÖNIGIN.


    Womit wir aber vielleicht auf elegante Art von Heger zu einer legitimen Diskussion von Hager gewechselt sind, denn über den würde ich gerne mehr wissen. Lohnt sich z. B: diese Salzburger Aufnahme von BASTIEN UND BASTIENNE, immerhin mit Ileana Cotrubas und Edita Gruberova?



    :hello: Jacques Rideamus

    Ich kann da Michael nur beipflichten. Mal von dem übl(ich)en Opportunismusverdacht abgesehen, der sich leider zwangsläufig bei jedem Künstlern einstellt, der das Unglück hatten, in jener Zeit aktiv sein zu müssen, und der deshalb erst einmal widerlegt oder in jegliche Threadüberlegungen mit einbezogen werden muss, stört mich an Hegers Aufnahmen vor allem, dass ich zwar eine ganze Reihe der von Dir gezeigten kenne, weil sie vorzügliche Solisten haben, ich mich aber an keine erinnern kann, die ich nicht nur wegen der Solist(inn)en schätze. Musterbeispiel ist der extrem öde ROSENKAVALIER, bei dem ich Heger nicht die von den Aufnahmekapazitäten der Schellackplatte erzwungenen Kürzungen vorhalte (sehr wohl aber deren unsensible Brutalität), sondern dass er den Rest dermaßen spannungslos dirigiert, dass ich Edwins Abneigung gegen das Stück verstehen könnte, wenn er es nur aus dieser Aufnahme kennte, und allenfalls mal reinhöre, wenn ich, was selten genug geschieht, mal wieder hören will, wie Lotte Lehmann, Elisabeth Schumann oder auch Richard Mayr in den Rollen geklungen haben.


    Am werkgerechtesten finde ich ihn noch bei der MONA LISA, was aber weder ihm noch dem Stück zum Lob gereicht, das mich in seiner grobschlächtig lärmenden Art nur ungemein langweilt - und das schon getan hat, bevor ich wusste, wes Ungeistes Kind sein Komponist war.


    Ähnlich ging es mir mit dem LIEBESVERBOT, wo ich bis heute nicht sicher bin, ob an dem Werk nicht doch mehr dran ist als ich bislang da heraus hörte, weil ich leider nur diese Aufnahme kenne. Dass auch manch Gutes darin steckt, verdankt die Aufnahme m. E. eher der Partitur als ihrem Dirigenten und einem Gesamtniveau, das m. E. belegt, dass auch früher nicht alles Gold war, was - wohl schon damals eher matt - glänzte.


    Micihael hat völlig Recht: Heger war ein ordentlicher, manchmal gerne auch kompetenter Kapellmeister, der nie besser war als seine Sänger, mit denen - und im richtigen Repertoire wie der Spieloper - Heger sehr gefällige Einspielungen ablieferte. Aber selbst da bewies ein wirklich guter Dirigent wie Bernhard Klee, wieviel mehr man aus den vermeintlich harmlosen Partituren herausholen konnte.


    Insofern ist Heger längst nicht so vergessen, wie er es verdient hätte - vielleicht sogar zum eigenen Besten. Vielleicht sollte man wirklich einen Thread über unverdient Unvergessene aufmachen. Andererseits: warum muss eigentlich jeder abgefeiert werden, der das fragwürdige Glück hatte, auf Platten verewigt zu werden?


    :hello: Jacques Rideamus


    Als Moderator werde ich natürlich nicht den - meist durchaus angebrachten - Threadtitel ändern, nur weil jetzt jemand herein gerutscht ist, über den man sicher diskutieren kann, wenn auch besser unter einer anderen Flagge. JRII

    Nicht vergessen: BIRD, THE BRIDGES OF MADISON COUNTY (der Frauenfilm Eastwoods schlechthin, wenn man von THE BEGUILED absieht :D ) und MYSTIC RIVER, um nur drei zu nennen, die sich aufdrängen.


    Sehenswert, wenn auch nicht rundum gelungen, sind auch die allgemein weniger beachteten WHITE HUNTER, BLACK HEART, eine interessante Spekulatrion über den Hintergrund der SDreharbeiten von John Hustons AFRICAN QUEEN, und MIDNIGHT IN THE GARDEN OF GOOD AND EVIL mit den wunderbaren Songs von Johnny Mercer.


    :hello: Jacques Rideamus

    cd EMI 1958



    Chor u. Orchester der Opéra Comique, Paris; Pierre Dervaux - 5 (ein unaufdringlicher, aber feuriger und dennoch genauer Diener der Partitur, die ich nirgendwo besser gehört habe)
    Leila: Janine Micheau - 4 (eine sehr jugendlich wirkende Leila, die in den dramatischen Passagen gelegentlich etwas zu sehr gefordert wirkt, aber dennoch eine vorzügliche Besetzung ist, zumal Nathalie Dessay das Stück wohl leider nie aufnahm)
    Nadir: Nicolai Gedda - 5+ (besser geht's nicht. Gedda zu seiner besten Zeit ist eine Idealbesetzung, zumal sein Französisch dem seiner muttersprachigen Kollegn kaum nachsteht)
    Zurga: Ernest Blanc - 5 (ein machtvoll autoritativer Zurga, dessen Stimme ideal mit der Geddas zusammenklingt. Nicht nur die Referenz für das berühmte "Au fond du temple saint")
    Nourabad: Jacques Mars - 4,5 (ohnehin sollte diese Rolle den Schnitt nicht drücken dürfen, aber er tut es auch kaum)
    Rest: 4 (ohne Wertung, da zu unbedeutend in der Rekation zum Gesamteindruck. Der Chor ist tadellos)


    Wertung: 23,5/5 = 4,7


    TQ: 4,5 (für die Herstellungszeit eigentlich eine 5)


    Die Aufnahme, mit der man ein Werk kennen und lieben gelernt hat, hat ohnehin einen Sonderstatus, aber diese ist, soweit ich das beurteilen kann, seither nicht nur unübertroffen, sondern unerreicht. Nicht nur, dass sie hervorragend den sehr französischen Ton der Opéra comique denkbar idiomatisch trifft und das Pathos vermeidet, dass italienische Aufnahmen gerne einbringen, sie ist auch nahezu ideal besetzt.


    Da man zudem in der Originalausgabe noch einen Querschnitt durch Bizets anderes Jugendwerk IVAN IV, mit Janine Micheau und Henri Legay ebenfalls gut besetzt, mitgeliefert bekommt, ist diese Aufnahme für mich seit 50 Jahren unangefochten die erste Empfehlung für dieses Werk. Zwar kenne ich die Aufnahme von Pretre mit Ileana Cotrubas noch nicht, aber ein idealer Nadir scheint mir hier wichtiger zu sein als eine optimale Leila.


    :hello: Jacques Rideamus

    DVD Dynamic 2004



    Orchester des Teatro la Fenive, Venedig; Marcello Viotti - 4 (er ist nicht daran schuld, dass der musikalische Gesamteindruck etwas schwach ausfällt, aber auch nicht außerordentlich)
    Leila: Annick Massis - 4 (gute Leistung, die, was man leider auch sieht, ersichtlich hart erarbeitet ist und wenig Raum für Gestaltung lässt)
    Nadir: Yasu Nakajima - 3 (er singt auf recht ordentlichem Regionalniveau, aber nicht viel besser, und auch seine Gestaltung der Rolle zeichnet sich mehr durch ernsthaftes Bemühen als Gelingen aus)
    Zurga: Carlo Grassi - 4,5 (musikalisch der Star der Aufnahme, mit schönem Organ, das er klug einzusetzen weiß. Darstellerisch kein Naturtalent, aber auch wenig gefordert)
    Nourabad: Luigi de Donato - 3,5 (unauffällig, dem Niveau des Ganzen angemessen)
    Rest: 3 (ein gut singender, im Doppelsinn standfester Chor und eine ordentliches Corps de ballet, mehr aber auch nicht)


    Regie: Pierluigi Pizzi - 3,5 (ein funktionales, sparsames Bild wird ansprechend bevölkert, aber Pizzi ist mehr ein Regisseur für eindrucksvolle Tableaus als das Detail. So überlässt er auch hier die Sänger weitgehend sich selbst)


    Wertung: 25,5/7 = 3,5


    TQ: 4 (der erste Akt meiner Überspielung hat einen Blaustich, als sollte das Geschehen unter Wasser statt an ihm spielen. Das könnte aber auch eine Montagslopie sein. Ansonsten ist die Aufnahme gut bei tadellloser Tonqualität)


    Kommentar:
    In dem Thread zu der Oper habe ich bereits darübr spekuliert, was diese Aufzeichnung aus dem Teatro la Fenice taugen könnte. Meine Skepsis wurde zum Teil bestätigt, obwohl ich die Produktion insgesamt ansehbarer finde als erwartet. Trotzdem ist meine Reaktion eher gemischt. Die Inszenierung Pierluigi Pizzis, der in Venedig auch eine (bessere) THAIS gestaltete, ist ansprechend funktional mit geschicktem Balletteinsatz. Wer also Bizets zauberhafte Oper auch einmal aufgeführt SEHEN will, wird hier ordentlich bedient, wenn auch die Personenführung eher summarisch ausfällt. Leider schließt das Sehen auch die ersichtlich harte Arbeit der Sänger ein, was vor allem bei Annick Massis hier weitaus desillusionierender ausfällt, als in den meisten Opern-DVDs. Immerhin ist sie mit Abstand die Einzige, die weiß, wie man französisch spricht und singt.


    Wer sich die Aufnahme leisten will, sollte aber gleich diese Box nehmen:



    Da bekommt man nämlich für etwa das Doppelte des - allerdings sehr hohen - Einzeplreises noch eine recht gute THAIS mit Eva Mei, Michele Pertusi, William Joyner, ebenfalls unter Marcello Viotti
    sowie als Bonus (mir unbekannte) Einspielungen von
    Massenet: Le Roi del Lahore mit Giuseppe Gipali, Ana Maria Sanchez, Vladimir Stoyanov, Teatro La Fenice Orchestra, Marcello Viotti
    Rossini: Maometto Secondo mit Lorenzo Regazzo, Federico Lepre, Maxim Mironov, Teatro La Fenice Orchestra,Claudio Scimone
    Donizetti: Pia De' Tolomei mit Patrizia Ciofi, Dario Schmunck, Andrew Schroeder, Teatro La Fenice Orchestra, Paolo Arrivabeni
    Strauss: Daphne mit June Anderson, Roerto Sacca, Scott Mac Allister, Birgit Remmert, Teatro La Fenice Orchestra, Stefan Anton Reck


    :hello: Jacques Rideamus

    Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna


    Aber ich denke doch , zumindest hoffe ich es s e h r , dass 'Severina' es mit den grösstenTeilen der britischen Fachpresse ud einigen französischen Musikpuiblikationen hält und sich sagt :"Mit dem Tod von Maria Callas ist die Oper auf ihrem Höhepunkt zu Ende gegangen"
    Frank


    Das hoffe ich aber gar nicht. Man lasse sich mal den Satz auf der Zunge zergehen.


    Sind wir folglich alle nekrophil oder gar Thanato-viele?


    Ich sehe ja ein, dass ein Opernfreund gern mal das Kind mit dem Bade ausschüttet, aber man muss es doch nicht gleich ersäufen!!!


    Maria Callas war eine großartige Sängerin und noch bessere Darstellerin. Keine Frage, auch wenn ich ihr Timbre nicht besonders schätze. Was aber hat sie bitte mit der Lucia Anna Netrebkos in Wien zu tun?


    Ich bitte also, beim Thema (oder am Ofen) zu bleiben. Apropos: da Frau Netrebko bestimmt demnächst eine Professur angetragem bekommen wird, sehe ich den Schlenker zur ausblebenden Emazipation immer noch näher am Thema dran als die Meinung exterritorialer Medien zu Frau Callas, aber auch dafür ließe sich andernorts sicher ein besserer Platz finden.


    JR II

    DER HIT DES JAHRES !!!

    :hahahaha: :D :hahahaha: :yes: :hahahaha:


    Das schreit eindeutig nach einer Platzierung in dem Thread "Zeitschriften, die es unbedingt geben muss"


    Warum sind Verlage heutzutage nur so fantasielos?


    Oder gibt's die wirklich und Schuld daran, dass ich das nicht wusste, trägt der Vetrieb in Fuldavien?


    Wenn ja, wohin kann ich meine Studie über "Der Wald im Spiegel seiner Inszenierungen" schicken?


    Kommt die Glosse "Waldi testet Gassihauer - Spuren von Mozarts Austrtt entdeckt?" vielleicht auch da her?


    :hello: Jacques Rideamus

    Bernstein 3526 jetzt 3527


    Sondheim 141 jetzt 142


    Rota 82 jetzt 83


    Joplin 58 jetzt 59


    Wer findet noch Fehlende?


    Charpentier müsste allerdings geteilt werden in Marc Antoine und Gustave


    Die Liste macht Spaß, nachdem sich jemand schon mal die überflüssige Sauarbeit der Grundlagenforschung gemacht hat. :D


    Geht auch mit Anderen:


    Karajan 6525


    Netrebko (ohne Anna) 1621 (davon nur 166 von Edwin)


    Schrott 283


    Bohlen 101 :baeh01:


    :hello: Jacques Rideamus

    Oder hier?



    Ich kenne zu wenig von seinen anspruchsvolleren Rollen um hier mitreden zu wollen, denn der Rocco in Blomstedts LEONORE ist mir derzeit ebenso wenig präsent wie der Mitschnitt der Wiener MEISTERSINGER von 1975 unter Dohnanyi mit Janowitz. In beiden habe ich ihn eigentlich als recht gut in Erinnerung. Sehr präsent sind mir dagegen sein von Audiamus genannter van Bett und sein Falstaff in Nicolais Version des Stoffes. "Als Büblein klein an der Mutter Brust" fand ich ihn goldrichtig - auch und gerade in dem Fernsehfilm des ZDF aus etwa der gleichen Zeit.


    Vielleicht nicht nur eine Frage der Tagesform, sondern auch eine der Affinitäten?


    :hello: Jacques Rideamus

    Das Zitat und eigentlich den ganzen Film erinnere ich kaum bis gar nicht, weil ich den Film nur einmal vor Urzeiten im Kino gesehen habe, als er neu war, aber die Beschreibung könnte auf den hier passen, obwohl John Wayne auf dem Cover keinen Hut trägt:



    :hello: Jack the Riddler

    Meine 12 am liebsten und häufigsten Gehörten (also nicht "Besten" von Monteverdi bis zu dem anderen Berg, was ich nicht beurteilen kann und wohl auch langweilig wäre) aus heutiger Sicht - ohne Relativierung, denn schon die Einschränkung auf 12 ist schwer genug, deshalb alphabetisch:


    Hector BERLIOZ
    schon wegen des summum opus LES TROYENS, aber auch sonst bleibt er mit Abstand meine Nr. 1
    Georges BIZET
    CARMEN und LES PECHEURS DES PERLES plus, nicht zu verachten, LA JOLIE FILLE DE PERTH
    Emanuel CHABRIER
    LE ROI MALGRÉ LUI, GWENDOLYNE und BRISEIS und dann noch L'ÉTOILE. Mehr braucht es wirklich nicht.
    Gaetano DONIZETTI
    Ich sage nur L'ELISIR D'AMORE, LUCIA DI LAMMERMOOR und DON PASQUALE, aber bei dem Gesamtwerk macht für mich die Summe und Breite des Werkes den Vorsprung vor Bellini
    Jules MASSENET
    MANON, WERTHER; THAIS, CENDRILLON; CHERUBIN usw. usw.
    Giacomo MEYERBEER
    ROBERT LE DIABLE, LES HUGUENOTS, L'AFRICAINE
    Wolfgang Amadeus MOZART
    braucht keine Erklärung
    Jacques OFFENBACH
    Auf dem bestehe ich und kann ich auch, wegen LES FÉES DU RHIN u.d. Opéra comique
    FANTASIO, die keineswegs eine Operette ist
    Jean-Philippe RAMEAU
    PLATÉE, LES INDES GALANTES und LES BORÉADES sollten für jede Liste genügen
    GIOACCHINO ROSSINI
    Schon der BARBIER, LA CENERENTOLA, OTELLO, IL VIAGGIO Á REIMS und GUILLAUME TELL würden dicke reichen, und dann gibt's ja noch...
    Richard STRAUSS
    SALOME und die Hofmannsthal- und Zweig-Opern (außer ARABELLA) reichen für jedes Pantheon
    Giuseppe VERDI
    Schon die letzten drei Opern würden genügen, aber dann gibt's ja noch... s. Eure liebsten Verdi-Opern


    Man sollte mal eine Liste der "nächsten 12" aufstellen, die wäre spannender.


    :hello: Jacques Rideamus

    Samuel Ramey singt auf über 25 Aufnahmen in meinem Besitz, und gut 2/3 davon sind Rossini- oder Verdi-Opern (Rossini allen mehr als die Hälfte). Da kann man schon von einer gewissen Spezialisierung sprechen, obwohl ich ihn auch noch in Boitos MEFISTOFELE (:jubel: :jubel: ) und Massenets MANON (:stumm: ) im Ohr habe. Er war fraglos einer der großen Bässe unserer Tage, tut sich aber wohl keinen Gefallen, wenn er die Erinnerung weiter so beschädigt, wie seine Stimme es schon ist.


    Ich nutze aber gerne die Gelegenheit um an zwei Favoriten mit ihm zu erinnern, auf die man nicht so schnell kommt, obwohl der da Großartiges leistet:



    und



    Gerade jemanden wie ihn sollte man aber auch sehen und nicht "nur" hören. Dafür empfehle ich neben den offensichtlichen "Hits" MEPHISTOPHELE und ATTILA besonders dieser Mitschnitt:



    :hello: Jacques Rideamus

    Nachdem Charles Ives' THE UNANSWERED QUESTION nominiert wurde und noch in Arbeit ist ( gerade zu CENTRAL PARK IN THE DARK gbt es ja noch Einiges zu sagen), nominiere ich ein noch neueres Werk, nämlich Puccinis IL TABARRO - bewusst öffentlich und im Vorfeld und ergänze damit Spradows Hinweis, dass es auch im vermeintlichen Mainstream noch viel zu diskutieren gibt. :D


    :hello: Jacques Rideamus