Beiträge von Klassikpianofan

    Es geistern hier nach wie vor Theorien herum, obwohl rein gar nichts bewiesen ist, daß Walther von der Vogelweide und Oswald von Wolkenstein aus Tirol stammen (könnten). Oswald von Wolkenstein, weil es hier in Gröden ein Schloß gibt, namens Wolkenstein, und eine Ortschaft auch, mit einem relativ alten Adelsgeschlecht, und so hat man Walther von der Vogelweide auch gleich den Hauptplatz von Bozen gewidmet, mit Statue, da es nicht weit davon einen Vogelweiderhof gibt, immer alles im Rahmen dieser Hypothese. Bewiesen ist wie Ihr schon sagt, nichts.


    LG Michael


    Ich finde, das kann man auch lockerer beurteilen, wenn überhaupt: Immerhin ist Placido Domingo und dessen Frau (eine ehemalige Opernsängerin) sein Mentor und Berater: laut Fachpresse hat R.V. eine Fistel an einem Stimmband, die operiert werden muß.


    LG Micha:hello:

    Zitat

    Original von Melisma
    Und trotzdem möchte ich doch einmal das Klavierspiel auf diesem hohen Niveau mit dem Höchstleistungssport vergleichen. - Ist es denn nicht auch so, dass der Sportler ein besseres Ergebnis aus der Bewegung heraus erzielt? -
    Oder hinkt der vergleich?


    Er hinkt durchaus nicht, liebe Melisma: zum einen befinden sich die Muskeln der Finger am Unterarm und wachsen mit zunehmendem Spiel und zum anderen beruhen gute Klavierschulen (Czerny, Liszt, Chopin) auf einem ausgeklügelten System des Einsatzes der Fingermuskeln. Hebel- und Rotationsgesetz werden dabei konsequent angewandt, weshalb etwa das Spiel mit zu langen Fingernägeln in diesem Sinne falsch ist, da es den Aktionsradius und somit Kraftaufwand vergrößert. Es gilt ferner auch noch, nie immer gleich zu üben, da sonst die Fehler miteingeübt werden, sondern einfallsreiche Variationen dabei einzusetzen.


    LG und viel Freude am Spiel


    Micha:hello:

    Rolando Villazon muss bis Jahresende pausieren. Wegen einer Stimmbandzyste muss sich der Tenor einer Kehlkopfoperation unterziehen.


    Star-Tenor Rolando Villazon muss erneut eine Karrierepause einlegen: Eine Stimmbandzyste mache eine baldige Kehlkopfoperation erforderlich, der Sänger muss daher alle Auftritte bis Jahresende absagen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Villazon hatte bereits 2007 über Monate hinweg alle Auftritte absagen müssen. Heuer hätte er u.a. bei den Salzburger Festspielen ausgewählte Händel-Arien singen sollen.


    Wird 2010 wieder singen. Laut Aussendung möchte sich Villazon für die "Umstände entschuldigen, die ich ihnen durch die Absagen und Verlegungen bereiten werde und mich ganz herzlich für den Zuspruch und die Treue meiner Freunde und Fans bedanken". Laut behandelndem Arzt sei "mit einer vollständigen Genesung und Rückkehr des Tenors zum Ende des Jahres zu rechnen". Auch das Management versicherte, dass Villazon seinen "Verpflichtungen 2010 wieder nachkommen" werde. Am 3. Mai 2010 ist in der Wiener Staatsoper ein Auftritt Villazons in "Carmen" an der Seite von Elina Garanca und Anna Netrebko geplant.


    Liebe Grüße Micha

    Fritz Muliar


    Fritz Muliar ist gestorben. Die österreichische Schauspiel-Legende verstarb in der Nacht auf Montag im 90. Lebensjahr in Wien.


    Der Wiener Volks- und Charakterschauspieler Fritz Muliar ist im Wiener AKH 89-jährig verstorben. Das Wiener Theater in der Josefstadt bestätigte soeben eine entsprechende ORF-Meldung gegenüber der APA. "Ich bin todtraurig. Fritz Muliar war jemand ganz Besonderer", hieß es in einer ersten Reaktion von Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger, "Ich habe ihn als Freund gewonnen und sehr sehr gern gehabt. Wir haben noch viele Pläne gehabt gemeinsam für die Josefstadt." Am 12. Dezember hätte Fritz Muliar seinen 90. Geburtstag gefeiert.


    Gestern noch auf der Bühne. Gestern, Sonntag, Nachmittag stand er noch in "Die Wirtin" auf der Bühne der Josefstadt. Am Abend sei er zusammengebrochen und in das Wiener AKH eingeliefert worden, hieß es in ersten Meldungen.


    Frühes Debüt. Fritz Muliar wurde am 12. Dezember 1919 in Wien geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren hatte er sein Debüt im Kabarett "Der liebe Augustin". Nach einer Zeit als Operettenbuffo am Innsbrucker Landestheater kam Muliar zu Karl Farkas ins "Simpl", wo er seinen facettenreichen Schliff als Kabarettist, Conferencier, Spaßmacher und Charakterkomiker vervollkommnen konnte.


    Neustart in Graz. Nach Jahren des Kriegsdienstes und der Kriegsgefangenschaft konnte Muliar seine Karriere in Graz wieder aufnehmen. Von 1951 bis 1963 war er am Wiener Volkstheater engagiert und spielte parallel dazu dreizehn Jahre lang im Kabarett "Simpl". Von 1964 bis 1977 war das Theater in der Josefstadt seine künstlerische Heimat, 1974 wurde er Mitglied des Burgtheaters, dem er bis zu seiner Pensionierung 20 Jahre lang angehörte. 1994 kehrte er wieder in die Josefstadt zurück. Dort hätte er auch seinen 90. Geburtstag feiern sollen: Extra für Muliar hatte Jeff Baron eine Fortsetzung des Stückes "Besuch bei Mr. Green" geschrieben.


    Durchbruch am Burgtheater Im Burgtheater spielte Muliar den Peachum in Brechts "Dreigroschenoper", wofür er die Kainz-Medaille bekam, den Pompejus in Shakespeares "Maß für Maß", den Wenzelslaus in Lenz' "Der Hofmeister", den Theaterdirektor in Shaffers "Amadeus" und war in Nestroy-Produktionen unverzichtbar. 1990 kündigte er im Zorn über eine weitere Vertragsverlängerung für Direktor Claus Peymann seine Pensionierung an, spielte dann aber unter der Regie von Franz Morak in Felix Mitterers "Sibirien". Das Einpersonenstück brachte ihn einen seiner größten künstlerischen Erfolge ein und Einladungen zu zahlreichen Gastspielen im In- und Ausland.


    Fernseh-Karriere. Neben seiner Tätigkeit am Theater wirkte Fritz Muliar in über 100 Filmen und Fernsehproduktionen mit. Zu seiner Arbeit gehören auch Kinofilme wie "Wien, du Stadt meiner Träume" unter Willi Forst und "Der veruntreute Himmel" unter Ernst Marischka. Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde er durch seine Darstellung des "Braven Soldaten Schwejk" Viel gelesen wurden seine heiteren, zum Teil autobiografischen Bücher.


    Geschockt bin
    Michael

    Zitat

    Original von Joseph II.
    Montag, 13. April 2009
    21.00-23.30 arte


    The Messiah (Der Messias)
    ..................................
    aus dem Theater an der Wien


    Eben gesehen auf ORFII 10.April 2009 in obiger Besetzung aus dem Theater an der Wien.
    Ich fand diese szenisch-erfundene Aufführung interessant,im Haus ansehen würde ich mir dies nicht.
    Vielleicht ist das Werk auch zu bekannt.
    LG Micha

    Zitat

    Original von steppenhund
    Hi allerseits,


    es gibt einen Aspekt von Gulda, den ich bis vor wenigen Jahren nicht wusste. Eines Tages gab es in 3SAT ein Interview mit Martha Argerich. Da erzählte sie, dass sie als junges Mädchen bei Gulda gelernt hätte. Gulda hat da offensichtlich nicht so schlecht unterrichtet:)


    P:S: Martha Argerich, lebte zuvor in Buenos Aires (wo sie Gulda gehört hatte) bei ihren Eltern und die Familie beschloß dann nach Wien zu übersiedeln, damit Martha bei Gulda Unterricht nehmen konnte, was sie initiiert hat, so ihre Aussage. Sie war ja Tochter eines Diplomaten und Gulda bereits weltberühmt, wenn ich nicht irre. Heute ist er hinüber (leider) und sie nicht mehr die jüngste.
    Tempora volant:untertauch:


    LG Michael


    Hallo Ulli,
    ich versuche mal laienhaft meine Erfahrung mit den „corde“ wiederzugeben, da ich mich mit historischen Instrumenten nicht auskenne.
    „Due corde“ gilt heute für den Dämpfer eines Flügels, obwohl die Baßsaiten ja nicht drei Saiten pro Ton haben, sondern nur eine.
    „Una corda“ also „eine Saite“ habe ich persönlich noch nie gelesen, weshalb mich der von Dir aufgezeigte Fall erstaunt, auch wenn ich wie schon gesagt, kein Fachmann für alte Tasteninstrumente bin, also nicht wirklich zuständig.


    LG Michael

    Heute kam in den „Seitenblicken" im ORF 2 eine für mich interessante Aussage über A. Netrebko von Christa Ludwig, die noch immer rüstig ist. Der Inhalt:


    Es sei schön für die Netrebko, dass sie Erfolg habe. Sie (Christa Ludwig) habe in St. Petersburg anlässlich eines Gesangwettbewerbes als Jurorin allerdings gesehen, dass es dort viele „Netrebkos“ gebe. Wichtig für einen Sänger sei es allerdings, dass seine Stimme von Dauer sei, und sein Können.


    :angel:

    Marcel Reich Ranitzky sagte mal nebenbei in seinem literarischen Quartett, man könne Mendelssohn sicher nicht zu den „ganz Großen“ zählen, wobei ich allerdings an den Musikkenntnissen von Rantzky meine starken Zweifel habe, da er ja Literaturpapst ist und kein Musikpapst.


    Ich denke Mendelssohn kann man getrost mit seinen Hauptwerken (seinen großen Symphonien und anderem mehr) zu den „ganz Großen“ zählen, auch wenn er wie sie seine Schwester, so ganz seiner Zeit entsprechend viel Musik geschrieben hat, die keinen Ewigkeitswert für ich in Anspruch nimmt, wie es zu seiner Zeit nun mal üblich war.

    Eine klitzekleine Anmerkung vielleicht:


    La donna e mobile (anstatt é), heißt auf deutsch: die Frau und das/ein Möbelstück (der Kasten), wobei ich anfügen möchte, dass man die italienische Sprache durchaus ohne Umstände auf der deutschen Tastatur schreiben kann. (ich schreibe ja auch ohne besondere Tricks auf einer deutschen Tastatur)
    Danke

    Ich habe den Eindruck, dass es oft schwer ist zu sagen, was einen an einem Komponisten fasziniert: es soll ja an sich über die Seele gehen, was man vielleicht oft nicht so klar mit Worten beschreiben kann:
    Bei Mozart fasziniert mit persönlich seine Leichtigkeit und seine gleichzeitige Tiefe, mit der er die Töne „malt“. Vielleicht auch seine unvergleichliche Souveränität, mit der er komponiert. Man vergisst meines Erachtens nach oft, dass dies überhaupt erst „geschrieben“ werden musste.
    Für mich persönlich ist, wenn ich dies mal so sagen darf, ein absoluter Gegenpol, die Ikone der Romantik, und zwar Schumann, der an Ideenreichtum und Wagemut wohl schwerlich zu überbieten ist, da er Modulationen erfunden hat, die es meines Erachtens, zuvor nicht gab, und danach auch nie wieder.

    Für mich gehört Clementi nicht zu den ganz Großen (was immer man auch darunter verstehen mag), aber aus dem Klavierstudium ist er nicht weg zu denken, mit seinem Gradus ad Parnassum, der weit über Czerny steht, wenn auch nicht in diesem weitläufigen Umfang wie Czerny.


    Ich denke mal, dieser Antagonismus ist sehr ähnlich wie der zwischen Wagnerianern und Verdianern zu Lebzeiten dieser beiden Komponisten.


    Lieber Joschi, was soll ich dazu sagen?
    Ich hab als Kind spielen gelernt, ohne viel davon zu verstehen, nur wie es gehen soll und eine 9. von Beethoven klang mir damals fremd. Danach kam Harmonielehre und Musikgeschichte, und ich konnte analysieren, zumindest die Töne.
    Es mag sein, daß ich dann ein Werk besser verstand, aber im Grunde half es mir immer am meisten, wenn ich es möglichst oft hörte. Dies meine persönliche Erfahrung, die relativ sein mag, und auch teils deiner These entspricht, da ich ja was gelernt hatte. Und ich finde schon, daß man dann ein Werk weit mehr genießen kann.


    Lieben Gruß
    Micha

    Darf ich mal sagen, was ein Italiener (tu dort leben) an sich unter Bel Canto (= Schöner Gesang) versteht?
    In erster Linie eben eine schöne Arie, möglichst mit Koloratur, die was hergibt, und mit stimmlichen Nuancen oder/und Schönheitselementen.


    Dies natürlich völlig unangetastet obiger Erläuterungen, die sicher fachlicher sind.


    LG

    Es stimmt schon, dass man im Italienischen „sinfonia“ schreibt, aber hätte man sich bei der Rechtschreibreform wirklich an die italienische Schreibweise angelehnt, so wäre vieles anders zu schreiben. Accademia etwa für Akademie, und vieles andere mehr.
    Ich muss gestehen, dass ich ein großer Skeptiker der Rechtschreibreform bin, im Italienischen gibt es so was nicht. Im Französischen meines Wissens auch nicht. Wieso gerade im Deutschen, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Herzlichst


    Ich denke mal aus eigener Erfahrung, dass Liszt in dem Sinne schwer ist, da er eine absolut solide Technik voraussetzt, und vor allem viel Zeit mit dem Üben, aber kann man ihn mal, sitzt er wie angegossen, da Liszt sehr pianistisch geschrieben hat, sprich: in Einhaltung aller Regeln fürs Klavier.
    PS: das Prelude in Cis Moll von Rachmaninoff kann auch von Laien gespielt werden, wenn auch nicht so toll, zumal es früher zur sogenannten Salonmusik gehörte, sprich Hausmusik für selbsternannte Klavierspieler. Dies gilt natürlich nicht für seine kk