Beiträge von arimantas

    Liebe Forianer,


    natürlich ist die die CD-Box mit remasterten Callas-Aufnahmen Unfug. Gerade die absoluten Bewunderer der Callas, zu denen ich mich auch zähle, sollten sich nicht verführen lassen. Warum nimmt sich nicht eine Firma einmal der faszinierenden Mexiko-Aufnahmen an?


    Allerdings sind die remasterten CDs eine Abfallprodukt. Denn der Frequenzbereich der originalen Mastertapes werden durch das Format CD deutlich begrenzt. Im sogenannten High-Definition-Remastering wird ein Frequenz von weit über 40kHz erfasst (CD: 22kHz). Zusammen mit den neuesten Techniken der Tonüberarbeitung könnte ich mir schon eine spürbare Klangverbesserung vorstellen.


    Und hier meine Frage: Hat schon jemand einen HD-Download getätigt (z.B. bei Bowers & Wilkins Society of Sound) und könnte über die Klangverbesserung Auskunft geben?


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Lieber Holger


    auf Deine dringliche Empfehlung habe ich die Larrocha auf Amazon Market für 1 Cent erstanden.


    Für all diejenigen, die sie sich auch besorgen möchten:
    Wenn man Rachmaninow und Larrocha eingibt, zeigt Amazon nichts an. Aber wenn man nur Larrocha eingibt und dann alle Einträge überprüft, wird man fündig.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Lieber Holger,


    habe inzwischen das Schumannkonzert mit ABM unter Mitropuolos gehört. Wirklich eine phantastische Aufnahme. Ganz wunderbar kommt bereits im ersten Satz das dialogisierende Element heraus, das Michelangeli auch innerhalb des Klavierparts realisiert. Natürlich ist Mitropoulos auch ein sehr guter Schumann-Interpret, was seine Aufnahmen bei Orfeo belegen.


    Ich habe jetzt die Aufnahme des Labels Ermitage. Gibt es akustisch bessere?


    Und eine letzte Frage, die eigentlich in das Michelangeli-Forum gehört, aber trotzdem. Wie ist eigentlich die Interpretation und Aufnahme von Beethovens 4.Klavierkonzert?


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Ich hätte eine Frage an das Forum. Kennt einer von Euch das 3.Klavierkonzert mit Santiago Rodriguez, dessen Interpretation des Konzertes wie überhaupt seine Rachmaninow-Interpretationen in der angelsächsischen Welt sehr geschätzt werden. Da ich noch viele Wünsche offenstehen habe, muss ich mir jede Neuanschaffung sehr gründlich überlegen.


    Ich bin mir nicht ganz sicher ob in diesem Thread bereits auf die Aufnahme von Rach 3 von Horowitz unter Barbirolli (1941) hingewiesen wurde. Die Aufnahme ist unter zwei Gesichtspunkten bemerkenswert: 1) Sie ist zeitlich in der Zeit angesiedelt, als der schwerkranke Rachmaninow das Konzert in Hollywood (1942) das Konzert mit Horowitz ein letztes Mal hörte und anschließend sagte, er habe immer davon geträumt, dass das Konzert so klingen müsste. D.h. die Interpretation des Konzert unter Barbirolli dürfte wohl dem Hollywood-Konzert unter Steinberg sehr ähnlich gewesen sein.


    2) Das Konzert ist mit 33 Minuten das schnellste von Horowitz je gespielte und ist wohl, selbst wenn man die (Rachmaninow erlaubten) Kürzungen mit 2 Minuten einbezieht, gegenüber den heutigen Aufnahmen deutlich schneller. Auch gegenüber der rasanten Aufnahme der Argerich - wobei Horowitz die Töne in meiner Einschätzung immer noch deutlicher artikuliert als die von mir geschätzten Pianistin, wo doch manches im Pedalnebel schwindet. Man könnte meinen, dass Horowitz bei dieser Geschwindigkeit nur seine Erregtheit zum Ausdruck bringen kann, doch spielte er die lyrischen Elemente fast liebevoll aus.


    Zu erwähnen wäre auch noch, dass neben der späten Aufnahme unter Ormandy auch eine Aufnahme (VHS; DG)) unter Metha exisitiert (YouTube), nicht die beste, aber eine wunderbare Aufnahme mit (wie auch bei Ormandy) so nie gehörten Passagen, voller Eigenwilligkeiten, denen Mehta (ebenso wenig wie Ormandy) kaum folgen kann. - Insofern auch sehr willkürlich, als ob das Konzert allein Horowitz gehören würde, der damit machen kann, was er will. Ich würde die Mehta-Aufnahme vorziehen, da Horowitz weniger nervös wirkt.


    Eine eher lyrische Gesamtauffassung, voller Farben und Anmut, vertritt Walter Gieseking, auch unter Barbirolli (1939). Schon der Anfang ungeheuer langsam, aber ganz traumverloren. Umso überraschender, - natürlich für denjenigen, der Gieseking kaum kennt - dieser ungeheure Gewaltausbruch in der langen Kadenz, die damals wohl kaum gespielt wurde.


    Desweiteren möchte ich auf die gänzlich lyrische Auffassung von Benno Moiseiwitsch in den ersten beiden Konzerten hinweisen. Ebenso auf die brillante Aufnahme der Rhapsodie über ein Thema von Paganini mit Leon Fleisher unter Szell.


    Zu fragen hätte ich noch, ob jemand die Aufnahmen von Rach 3 mit Trpceski unter Petrenko kennt.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Lieber Holger,


    nicht zuletzt wegen Deines Hinweises auf die bessere Klangqualität der Dir bekannten SACD von Praga mit ABM habe ich mir die Chopin-Sonate als SACD besorgt. In der Tat ist der Klavierton etwas brillanter. Das Rachmaninow-Konzert bevorzuge ich auf meiner japanischen EMI-CD, da das Klavier auf der SACD zwar auch etwas brillanter ist, aber das Gleichgewicht zwischen Klavier und Orchester auf der SACD nicht mehr gewahrt bleibt. Ich glaube mich zu erinnern, dass Rachmaninow selbst einmal gesagt hat, dass es ein Konzert für Klavier und Orchester sei.


    Dennoch würde ich sagen, dass eine Neuanschaffung der Chopin-Sonate aus Prag als SACD nur für diejenigen zu empfehlen ist, die wie ich die Interpretationen der b-Moll Sonate mit Michelangeli für maßstäblich halten. Abgesehen davon sind sie trotz Rubinstein, Horowitz oder Gilels meine Lieblingsaufnahmen. Was absolut nichts mit Klasse dieser Pianisten zu tun hat, sondern eher mit meiner Lebenssituation, als ich eine Interpretation der b-Moll-Sonate mit Michelangeli zum ersten Mal hörte.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)


    P.S. Mit einigem Entsetzen beobachte ich, dass Praga auch seine Richter-Aufnahmen als SACD herausbringt, von denen ich etliche bereits als CD besitze, herausbringt. Das wird teuer, oder kann mir jemand davon abraten?

    Über die Beschäftigung mit dem Schumannkonzert mit Michelangeli habe ich in den letzten Tagen das eine oder andere von Michelangeli gespielte Klavierstück angehört - heute morgen ganz wunderbar Scarlatti (Helsinki 1969) - und gleichzeitig etwas im Internet gestöbert. Da habe ich dann bei Praga eine SACD der b-Moll Sonate op. 35 von Chopin entdeckt (Prag 1960). Nun besitze ich bereits diese Aufnahme, aber nicht als SACD. Mich würde interessieren, ob jemand diese Aufnahme als SACD kennt und eventuell sogar etwas im Vergleich zur ADD Aufnahme sagen kann. Kurz gefragt: Lohnt es sich aus klangtechnischen Gründen, diese SACD-Aufnahme zu erwerben. Im Angebot sind wohl auch noch zwei weitere SACD-Aufnahmen mit Michelangeli.


    Ganz generell würde mich interessieren, welche Aufnahme der b-Moll-Sonate in der Interpretation von Michelangeli Euch am besten gefällt. Und wo Ihr sie ansiedeln würdet im Vergleich mit anderen Interpreten, z.B Horowitz oder auch mit heutigen Pianisten wie Trpceski.


    Herzliche Grüße
    arimatas (Orlando Pascheit)

    Lieber Holger,


    hier meine Anfrage. Michelangeli hat ja 1948 unter Furtwängler zusammen mit Gioconda de Vito und Enrico Mainardi (also nicht irgendwer) in Edinburgh das Trippelkonzert von Beethoven gespielt. Habe irgendwo gelesen (weiß nicht mehr wo), dass es davon einen Mitschnitt gäbe. Weißt Du näheres? Auf deiner Liste ist allerdings nicht.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Lieber Holger,
    Gut, dass Du die Mitropoulos-Aufnahme noch einmal erwähnt hast. Habe nämlich festgestellt, dass ich die Aufnahme wohl früher als Schallplatte besaß, aber nicht als CD. Habe sofort reagiert. Wenn ich Deine Anmerkungen so lese, habe ich den Eindruck, dass Du die Aufnahmen unter Mitropoulos und Barenboim besonders schätzt. Welche wäre es denn die für die einsame Insel?

    Meine Lieblingsaufnahme des Schumannkonzertes ist diejenige mit Lipatti, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass es durch puren Zufall meine erste Aufnahme des Konzertes überhaupt war.


    Leider komme ich in den letzten Jahren, kaum mehr dazu, auf Tamino zu schreiben, obwohl es mich manchmal auf den Nägeln brennt. Umso mehr freue ich mich, dass Du mir mit Deinen Beiträgen so manche Anregung verschaffst.


    Meine kleine Liste oben versuchte nur auf einige Aufnahmen hinzuweisen, die bislang nicht erwähnt wurden.
    Ich wechsle jetzt einmal zu Michelangeli- Forum, da ich noch eine Anfrage habe.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Möchte mich bei allen für die vielen Informationen zu Scherchen bedanken. Vor kurzem ist eine 40-CD-Box mit praktisch allen Westminsteraufnahmen erschienen (The Westminster Legacy), darunter natürlich auch die Scherchenaufnahmen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Aufnahmen unter DG-Regie klangtechnisch das Optimum darstellen, aber der Preis.


    Voll zustimmen möchte ich u-a. der hohen Wertschätzung der Eroica. Hinter dem Orchester der Wiener Staatsoper verbergen sich Wiener Philharmoniker. In den 50ern waren diese exclusiv an die Decca gebunden und haben deshalb unter diversen anderen Namen bei anderen Labels gewirkt.


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Hallo Holger,
    möchte mich für Deinen Hinweis auf den Michelangeli unter Scherchen bedanken. Habe die Aufnahme sofort bestellt und bin sehr gespannt. Möchte zugleich an seine erste Aufnahme von 1942 unter Pedrotti erinnern, in der er im ersten Satz in ganz wunderbaren Lyrismen schwelgt, aber auch dem Allegro vivace glänzend gerecht wird.


    Nach kurzem überfliegen des Threads möchte ich noch auf einige Aufnahmen hinweisen:


    Zunächst die mir wichtigen, die zu begründen mir leider die Zeit fehlt:
    Richter/Muti (Salzburg); Richter, Gauck
    Vogt/Brabbins
    Pollini/Karajan (Salzburg)
    Kovacevich/Davis
    Arrau/De Sabata
    Askenazy/Segal
    Moravec/Neumann
    Istomin/Walter


    desweiteren:
    Barenboim/Celibidache
    Serkin/Ormandy
    Schnabel/Monteux
    Solomon/Menges
    Hewitt/Lintu


    Herzliche Grüße
    arimantas (Orlando Pascheit)

    Lieber Rusalka Freunde,


    Die Ausgangsfrage war die nach der deutschen Übersetzung, die, wenn eine deutsche gesungen wird, für mich bis auf manche Text-Unverständlichkeit kaum Probleme birgt. Man kann verfolgen, inwiefern dem gesungenen Wort Ausdruck verliehen wird oder eben nicht.


    Probleme entstehen erst, wenn in einer mir vollkommen unvertrauten Sprache gesungen wird, und ich zwar eine deutsche Übersetzung vorliegen habe, ich aber letztlich dem Text in seiner genauen Wortfolge und Wortbedeutung nicht folgen kann. Dann existiert mehr oder weniger eine Inhaltsangabe über eine Passage, aber die Eloquenz des Singens kann nicht gewürdigt werden. So kann ich im Mondlied der Rusalka eigentlich nur darüber befinden, ob die Sängerin den Sehnsuchtston der Arie trifft oder nicht und natürlich, ob die Stimme mir generell zusagt.


    Beispiel, der von Harald eingestellte Text:


    Silberner Mond du am Himmelszelt,
    strahlst auf uns nieder voll Liebe.
    Still schwebst du über Wald und Feld,
    blickst auf der Menschheit Getriebe.
    Oh Mond, verweile, bleibe,
    sage mir doch, wo mein Schatz weile.
    Sage ihm, Wandrer im Himmelsraum,
    ich würde seiner gedenken: mög' er,
    verzaubert vom Morgentraum,
    seine Gedanken mir schenken.
    O leucht ihm, wo er auch sei,
    leucht ihm hell, sag ihm, dass ich ihn liebe.
    Sieht der Mensch mich im Traumgesicht,
    wach' er auf, meiner gedenkend.
    O Mond, entfliehe nicht, entfliehe nicht!


    Silbern ist in der ersten Zeile gar nichts, erst in der siebten Zeile ist vom silbernen (stříbrný) Mond die Rede. Dafür steht da anstelle von Mond Wanderer. Die von Rideamus hervorgehobene Übersetzung im Textheft der Aufnahmen mit Renée Fleming ist schon wortgetreuer:


    Mond, der Du am tiefen Himmel stehst,
    weit sieht dein Licht übers Land,
    du streifst durch die große, weite Welt
    und schaust in die Häuser der Menschen.
    Mond, bleibe stehen ein Weilchen,
    sag mir doch, wo ist mein Liebster?
    Sage ihm, silbernes Himmelslicht,
    dass ich in gern in meinen Armen hielt,
    damit er sich für einen Augenblick
    in seinen Träumen meiner erinnert.
    Leuchte ihm bis in die Ferne,
    sage ihm, wer hier auf ihn wartet!
    Wenn von mir seine Seele träumt,
    soll dieses Bild sie erwecken,
    Mond, scheine fort, scheine fort!


    Aber immer noch nicht ganz. Ich spreche zwar kein tschechisch , habe aber herausgefunden, dass „měsíčku“ die Diminutivform von „měsíc“ ist. Mondlein klingt natürlich schrecklich. Wir schaffen es im Deutschen einfach nicht in die slawische Diminutivform die Koseform lautmalerisch einzubinden. Wörtlich müsste die erste Zeile in etwa heißen:


    "Mondlein, am Himmel tief"


    Das alles mag vielleicht beckmesserisch erscheinen, aber ich möchte manchmal halt gern das Gesungene genau nach vollziehen zu können. Wie oft wünsch ich mir ein Verzeichnis berühmter Arien in wortwörtlicher Übersetzung.


    Wenn die Trötschel singt


    "Du lieber Mond, so silberzart"


    so ist das zwar nicht die Originalaussage, aber ich kann diese nachvollziehen. Insofern lob ich mir manch deutsch gesungene Oper.


    Liebe Grüße


    arimantas


    :hello:



    P.S. Michaela Kaune gibt es übrigens auf You Tube

    Auch wenn auf die Fernsehübertragung der Traviata (arte, 16. Juli 2011 um 21.30 Uhr) bereits in den Threads „Opernaufführungen als Übertragungen per Rundfunk und Fernsehen“ und „Aix en Provence: ‚La Traviata‘ mit Natalie Dessay“ hingewiesen wurde, möchte ich auch in diesen Thread, der die Sängerin an sich zum Thema hat, diese Übertragung empfehlen. Auch wenn sie bei ihrem ersten Auftritt mit dieser Rolle in Europa wohl hörbar indisponiert war, soll sie überzeugt haben. Eine andere Frage ist, ob sie über die "physique du role“ verfügt. Während die Regionalzeitungen seinerzeit in Santa Fé voll des Lobes waren, knüpft J. A. Van Sant in „Opera Today“ an diesem Punkt an: “Her voice does not have the dynamic or tonal range to explore the full dimensions of Verdi’s music or Violetta’s emotions; it is almost always the same color. She was wise to sing both stanzas of “Addio del passato…” for a soft pianissimo tone is her best asset just now, and she long held the aria’s final p. high-A. A singular moment. I like Mme. Dessay a lot, and she’s had a wonderful career … I think she has the spunk, but ultimately not enough vocal resource to do justice to Verdi’s paragon soprano role.” Auch die Würdigung der NEW York Times geht in diese Richtung: “Mainly she turned her relatively small voice into a virtue, phrasing her arias subtly and often making affecting use of a melting pianissimo. That is not to say that Ms. Dessay had trouble filling the house when she sang at full volume. But the real show-stoppers here were a nearly whispered ‘Ah! Dite alla giovine’ and a wrenchingly delicate ‘Se una pudica vergine.’ “


    Wir sollten also unsere Erwartungen nicht an den Großen der Vergangenheit messen, wie Callas, Moffo oder Scotto, auch nicht an den Protagonisten der Gegenwart wie zuvorderst Gheorghiu (CD, DVD) Flemming (DVD) oder Amsellem (DVD), sondern uns darauf konzentrieren, was Natalie Dessay aus ihren begrenzten stimmlichen Möglichkeiten herausholt. Ich denke es wird auf das Porträt einer gefährdeten, sehr zerbrechlichen Violetta hinauslaufen


    arimantas
    :hello:

    Habe kürzlich folgende CD erworben:



    Darauf:


    1 E Strano
    2 Addio del Passato
    3 O Mio Babbino Caro
    4 Senza Mamma
    5 D'Onde Lieta
    6 Mi Chiamano Mimi
    7 Vissi d'Arte
    8 Sola, Perduta, Abbandonata
    9 In Quelle Trine Morbide
    10 Signore Ascolta
    11 Da Quel Di
    12 Addio Nostro Picciol Desco
    13 Poveri Fiori
    14 Io Son l'Umile Ancella
    15 Amor Celeste Ebbrezza
    16 Un Bel Di


    Leider wird man nicht über die Aufnahmedaten informiert. Weiß vielleicht jemand in dieser Runde Näheres?


    Liebe Grüße


    arimantas

    Eine nicht nur grausame, sondern unmögliche Aufgabe. Denn zunächst müßte man sich angesichts der Begrenzung fragen, welche die bedeutendsten sechs Kompositionen seien, um dann der Frage nachzugehen, ob es zu diesen Kompositionen Aufnahmen gibt, welche den Namen Jahrhundertaufnahme verdienen. Allein die Auswahl der sechs bedeutendsten Kompositionen dürfte unter den Forianern das reinste Chaos hervorrufen, so dass die von Alfred angedachte repräsentative Auswahl kaum zu Stande käme. Natürlich könnte man sich, zumindest theoretisch, vorstellen, dass es nur wenige Jahrhundertaufnahmen bedeutender Werke gibt. In der Tat kenne ich z.B. keine „Entführung“, die mich in allen wesentlichen Belangen überzeugt. Andererseits gibt es Werke, bei denen die Qual der Wahl besteht. Unter den Tisch fallen würden bei dieser Vorgehensweise allerdings Kompositionen von geringerer Bedeutung, die aber perfekt umgesetzt Geschichte geschrieben haben, z.B. die Scarlatti- Aufnahme von Horowitz. Auch hier ist eine Beschränkung auf sechs nicht möglich. Meine Schwierigkeiten versuche ich an dieser kleinen Auswahl zu beschreiben.


    Beethoven: 9.Sinfonie (Furtwängler). In der Tat kann ich hier für mich sagen, bei Beethoven IX setzt Furtwängler einen singulären Maßstab, aber ich könnte mich nicht eindeutig für die Version aus Bayreuth oder Luzern positionieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die von William B.A. bereits genannte Bayreuther Aufnahme bei der EMI nicht die reine Live-Aufnahme ist, sondern ein Zusammenschnitt von Aufführung und Probe. Die echte Live- Aufnahme gibt es inzwischen bei Orfeo. – Eine ganz andere Art von Jahrhundertaufnahme ist diejenige vom 19.4. 1942 zum Geburtstag Adolf Hitlers (20.4.) Furtwängler hat gewiß hinter der Bühne die Rede Goebbels gehört, in der die Liebe des deutschen Volkes für ihren Führer zelebriert wurde, und erkannte die Vergeblichkeit der Botschaft dieser Sinfonie in diesem Augenblick, insbesondere des letzten Satzes. Als der letzte Satze zur Europahymne erklärt wurde, heißt es in der Begründung, sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt. Die gesamte Aufführung ist von einer ungeheuren Erregung geprägt, aber der letzte Satz endet in einer Raserei, der die Aufforderung „O Freunde, nicht diese Töne!“ Lügen straft. All die Sehnsüchte und Hoffnungen auf eine bessere Menschheit lösen sich im Nichts auf. Das Dirigat demontiert die Botschaft und hebt damit den Mißbrauch teilweise auf. Es ist eine erschreckende Neunte, aber vielleicht übertreibe ich auch und lasse mich zu sehr von der damaligen Situation leiten mit all den Wissen von heute.
    Desweiteren zeigt das Beispiel Furtwängler, dass sich allein mit diesen Dirigenten bereits mehr als sechs Jahrhundertaufnahmen benennen lassen, auch wenn er vielleicht nicht bei allen Aufnahmen diesen unbestrittenen Vorrang hätte wie bei Beethoven IX.


    Schubert: 9. Sinfonie (Krips) Josef Krips gelingt in dieser Aufnahme für mich die Quadratur des Kreises, indem er im Gegensatz zu vielen anderen Dirigenten jeden Satz zum Gelingen führt. Zu diesem Gelingen trägt nicht nur die geistige Durchdringung des Werkes durch den Dirigenten bei, sondern auch das wunderbare Spiel der Londoner. Dennoch könnte ich bei diesem Werk nicht ohne das düstere „Andante con moto“ in der Kriegsaufnahme Furtwänglers leben. Und natürlich könnte man bei Schubert wie auch bei anderen Komponisten locker sechs Jahrhundertaufnahmen benennen.


    Verdi: Requiem (Fricsay) Für manchen mag diese Wahl überraschend sein, werden doch in der Regel die diversen Aufnahme von Toscanini oder Giulini an erster Stelle genannt. Ich habe diese Aufnahme von 1960 (eine von drei Aufnahmen mit Fricsay) mit vielen anderen Aufnahmen verglichen und halte sie für schlicht optimal. Bei den Stimmen gibt es keinen Ausfall. Auch der Sopran Maria Staders, eigentlich zu kleindimensioniert, überzeugt mit guter Projektion. Nie wurde das Wesen dieser Totenmesse tiefer erfaßt. - Aber natürlich tut man mit der Auswahl Verdis anderen Komponisten unrecht. Was ist mit dem Requiem von Mozart oder Brahms oder den geistlichen Werken Bachs?


    Beethoven, 4. Klavierkonzert (Hansen/Furtwängler) habe ich gewählt, um ein weiteres Problem aufzuzeigen. Wer je das Spiel der Berliner in dieser Kriegsaufnahme gehört hat, wird jedes andere Orchester im Geiste mit dieser Furtwänglermannschaft vergleichen müssen. Eine bessere „Begleitung“ des Vierten ist nicht vorstellbar. Auch Karajan hat keine größere klangliche (richtig! klangliche) Differenzierung bei den Berlinern herausgeholt. Nur, und das ist natürlich schade, erreicht Conrad Hansen nicht die Klasse z.B. von Maria Grinberg unter Neeme Järvi. So kann ich bei diesem Klavierkonzert nicht die Jahrhundertaufnahme nennen. Am nächsten kommen dieser m.E. Gilels/Ludwig mit dem Philharmonia Orchester, aber die Streicher Furtwänglers kann ich nicht verdrängen. Die Aufnahme steht als Beispiel für viele, in denen einzigartigen Interpretationen das Mitwirken schwächerer Interpreten entgegen steht - so z.B. in der vom Dirigat und der Orchesterleistung her einzigartigen Mahleraufnahme von „Des Knaben Wunderhorn“ mit Szell und dem London Symphony Orchestra. Und natürlich ließen sich bei den Mahler-Sinfonien auch einige Jahrhundertaufnahmen nennen.


    Liszt, Ungarische Fantasie für Klavier Orchester(Richter/Ferencsik). Mit Recht wurden oben die Lisztkonzerte mit Richter genannt. Ich habe diese Aufnahme unter mit dem Ungarischen Staatsorchester gewählt (1961), weil diese Fantasie zwar kompositorisch ein leichteres Werk ist, aber mit einer außerordentlichen Brillanz, Energie und einem sagenhaften Einfühlungsvermögen für das spezifisch Ungarische exekutiert wird - das Klavier klingt manchmal wie ein Zymbal. Die Aufnahme gehört zu den wenigen, die Richter bei sich selbst akzeptiert. Natürlich ließen sich mit Richter ohne weiteres sechs Jahrhunderaufnahmen finden – auch weitere mit Liszt. Da drängt sich nicht nur die Sonate auf, sondern auch die wunderbar poetische Auffassung von Vallée d'Obermann im Gegensatz zur dramatischen, genauso überzeugenden vom Horowitz.


    Schubert, Auf dem Wasser zu singen (Price/Sawallisch). Damit stellt sich die Frage was ist mit all den kleineren Stücken, die als Jahrhundertaufnahmen gelten können. Die Kunst von Margaret Price schlägt hier um in eine Natürlichkeit des Singens, die die Frage, wie sie das macht, erst gar aufkommen läßt. Wie sie die „sanftschimmernden Wellen“ in Klang umsetzt ist einzigartig, trotz Seefried oder Grümmer. Schade, dass die Klavierbegleitung gegenüber dieser Vollkommenheit etwas abfällt. - Generell schwierig stelle ich mir vor, die vielen Miniaturen (Klavierstücke von Chopin, Scarlatti, Rachmaninow, Skrjabin oder Lieder) zu würdigen, die als Jahrhundertaufnahmen gelten können, die jeweilige Platte beziehungsweise CD allerdings nicht diesen Status erreicht. Allerdings würde ich bei dieser Schubertplatte mit der Price schon von einer Sternstunde des Schubertgesangs sprechen.


    Liebe Grüße
    arimantas


    :hello:

    Mein letzter Stand in Sachen Tamino-Web Auftritt ist der, daß wohl die letzten Beiträge verloren sind, deshalb hab ich diesen, von einigen Flüchtigkeiten bereinigt, wieder eingestellt. (Generell finde ich die Möglichkeit, den Text innerhalb von 10 Stunden zu korrigieren, als zu kurz. Man möchte doch vielleicht einmal darüber schlafen. Dann fallen einem Fehler eher auf oder es finden sich sogar inhaltliche Ergänzungen ein.)


    Bevor mich Alfred wegen Inaktivität rausschmeißt, erlaube ich mir einen Hinweis auf die im Mai erschienene CD von Patricia Petibon:



    “Rosso – Italienische Arien des Barock, Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon”


    Antonio Sartorio (1630 - 1680), Giulio Cesare in Egitto
    1) Quando voglio [2:41]


    Alessandro Stradella (1642 - 1682), San Giovanni Battista
    2) Queste lagrime e sospiri [4:42]


    George Frideric Handel (1685 - 1759)
    Alcina
    3) Tornami a vagheggiar [4:58]


    Rinaldo
    4) "Lascia ch'io pianga" [5:38]


    Ariodante HWV 33
    5) "Volate, amori" [3:49]


    Giulio Cesare in Egitto
    6) "Piangero la sorte mia" [6:59]


    Alessandro Scarlatti (1660 - 1725), La Griselda
    7) Se il mio dolor t'offende [2:40]



    Georg Fridrich Händel (1685 - 1759)
    Alcina
    8) Ah, mio cor [12:24]


    Ariodante HWV 33
    9) Neghittosi, or voi che fate [3:19]



    Nicola Porpora (1686 - 1768), Lucio Papirio


    10) Morte amara [4:30]


    Antonio Vivaldi (1678 - 1741), L'Olimpiade
    11) Siam navi all'onde [7:18]


    Antonio Sartorio (1630 - 1680), L'Orfeo
    12) Orfeo, tu dormi [5:17]


    Benedetto Marcello (1686 - 1739), Arianna
    13) Come mai puoi vedermi piangere [5:14]


    Alessandro Scarlatti (1660 - 1725), Il Sedecia, Re di Gerusalemme
    14) Caldo sangue [5:55]



    Spontan wäre man geneigt den Titel “Rosso” mit Patricia Petibons roter Haarpracht zu verbinden, sie selbst meint: „Rot ist eine starke Farbe, sie steht für Leben, Tod, Leidenschaft, Liebe, für Wein, einfach für alles. Rosso ist ein ausdrucksvolles Wort, das wunderbar auf die Barockmusik und überhaupt auf die ganze Welt des Barock paßt. Daher ist diese CD für mich eben rot und nicht weiß.“ Das Recital ist eine geschickte Mischung von alt bekannten Namen (Händel, Vivaldi, Scarlatti, Marcello) und relativ unbekanntem (Sartorio, Porpora und Stradella) - eine Verkaufsstrategie, welche in den letzten Jahren des Öfteren zu beobachten ist. Händel stellt mit sechs Arien etwa die Hälfte der CD und appelliert an diejenigen, die diese Arien einmal mit Patricia hören wollen. Allerdings muß sie sich hier der Konkurrenz stellen.


    Auf „Lascia ch'io pianga“ hätte sie ruhig verzichten können, die Arie ist zumindest mir durch ihre Allgegenwärtigkeit bis in die Kaufhäuser (z. B mit der Streisand) hinein verdorben. Im Vergleich mit der fehlbesetzten Bartoli oder auch Kozena (mit gleichem Orchester aber noch langsamer) ist sie überlegen und mit Fleming oder Cotrubas (beide unberührt von der Originalklangbewegung) gleichwertig, wenn auch durchaus unterschiedlich. An die schlichte Klage von Arleen Auger reicht sie m.E. nicht heran. Natürlich gibt es hier eine Fülle von weiteren Einzelaufnahmen, die ich aber nicht herangezogen habe (Zeitaufwand). Als Morgana in Alcina, „Tornami a vagheggiar”, gefällt sie mir besser als Natalie Dessay bei Christie. Die Stimme vom Patricia Petibon hat im Vergleich mehr Substanz, Farbe und eine gesunde Tiefe. In der Interpretation trifft sie das Frohlockende dieser Arie sehr gut – trotz oder vielleicht auch wegen kleiner Manieriertheiten. Veronica Cangemi hat gewiß eine schöne Stimme, die sich leider durch Boltons Begleitung auch interpretatorisch nicht entfalten darf. Generell ist das Zusammenspiel von Andrea Marcon mit dem Venice Baroque Orchestra und der Sängerin den obengenannten Aufnahmen deutlich überlegen. Ihre Alcina, „Ah, mio cor”, ziehe ich Aufnahme von Fleming und Harteros vor. Die Fleming hat sicherlich die reichere Stimme, aber sie macht daraus wenig. Man höre sich allein die Variationen von „perché“ an, dieses ‚Warum‘ an die Götter erinnert den Hörer durchaus an seine eigenen Fragen an das Schicksal. Harteros ist leider auch nicht sonderlich differenzierend und könnte ihr Vibrato schon einmal mit einem geraden Ton unterbrechen. Wem das radikales Ausdrucksstreben von Petibon zuviel ist, sei an Arleen Auger in der Gesamtaufnahme unter Hickox (Orchesterklang leider mulmig) verwiesen: eine schöne, leuchtende Stimme, die Rolle mit viel Ausdruck gestaltet, dem es der Sutherland leider mangelt. Auch Augers Zornesausbruch in „Ma, che fa gemendo Alcina?“ ist überzeugend, wenn nur das Orchester das Tempo mehr anziehen würde.


    Aber der eigentlich interessante Teil der CD sind die weniger bekannten Arien. "Quando voglio" aus der Oper "Giulio Cesare in Egitto" von Antonio Sartori beginnt mit Trommeln und Kastagnetten und fetzigen Streicherrhythmen. Petibon singt, tanzt, spricht, stöhnt, stockt, aber immer im Rhythmus und endet flüsternd. Eine sehr sinnliche Aneignung Kleopatras im Geiste Carmens. Es folgt die Klage "Ansaldo Ansaldi" aus dem Oratorium "San Giovanni Battista" von Alessandro Stradella. Welch ein Wechsel, ganz instrumental geführt entsteigt die Stimme den Streichern. Gesang pur.


    Petibon reizt die barocke Affektenlehre bis auf das letzte aus, überschreitet dabei vokale Grenzen, aber selbst wenn ihr etwas nicht gelingt, da kommt die Bühne des Lebens aus den Boxen. Da wird gejauchzt, gestöhnt, geschrien und geflüstert, so wird das Leben Ismaels in Scarlattis Il Sedecia, Re di Gerusalemme, „Caldo sangue“, im wahrsten Sinn des Wortes ausgehaucht. Vielleicht kann man diese Musik nur auf diese Weise für die Moderne retten. Es ist mir vollkommen klar, daß dieses hinter den Notentext gehen bzw. darüber hinausgehen nicht jedem gefallen kann, aber diese Musik verträgt das. Natürlich geht das bei Mozart nicht. Petibon läuft dann m.E. Gefahr, tendenziell wie als Despina oder Blonde die Rollen zu karikieren – obwohl sie in diesen Rollen immer noch „klasse“ ist und sich vom Ensemble abhebt.


    Im übrigen geschieht dieses Überschreiten der Singstimme meist nicht aus Not, sondern im Bewußtsein vokaler Möglichkeiten. Wenn Petibon haucht, dann muß sie nicht wie etwa die Bartoli überbrücken, daß ein gesundes Pianissimo nicht mehr zur Verfügung steht, welches Petibon in Händels Giulio Cesare in Egitto, "Piangero la sorte mia“, präsentiert.


    Natürlich hat sie auch Grenzen. In Vivaldis "Siam navi all'onde algenti" aus L'Olimpiade" ist Petibon nicht so geläufig wie Simone Kermes und muß die Koloraturen stimmlich zurücknehmen. Kermes hat einerseits die etwas substanzreichere Stimme und ist ihr auch koloraturtechnisch überlegen, aber wie effektvoll Petibon hier, aber auch nur hier, aus der Not eine Tugend macht, ist sehr gelungen. Übrigens hätte ich nie gedacht, daß sie über eine solche Bruststimme verfügt. Ich glaube allerdings nicht, daß die Kermes ein solch schönes und lang anhaltendes Legato wie Patricia in Sartorios L'Orfeo, „Orfeo, tu dormi“, gelingt. Es sind solche Arien, wie auch die bereits genannte Scarlatti-Arie Caldo sangue die auch den penibelsten Kritiker verstummen lassen muß.
    Die genannten Einwände bei Vivaldi bedeuten nicht, daß ihr Koloraturen, Staccati oder Registersprünge nicht gelingen. Entscheidend ist, daß diese Mittel nie Selbstzweck sind. So können wir bewundern, wie ihre instrumental geführte fast mit dem Orchester verschmelzt, ebenso wenig Mühe bereiten ihr langgezogene Messa di voce-Effekte und ihre Vibrato-Kontrolle ist geradezu verblüffend.
    Empfehlen kann ich jedem Liebhaber dieser Sängerin aber auch dem Neugierigen das Video auf der Website der Deutschen Grammophon. Selten habe ich eine Sängerin im Studio mit solch einem Körpereinsatz gesehen und wie wunderbar dieser mit der Musik korrespondiert. Einsatz ist vielleicht das falsche Wort, die Musik springt ihr in Körper und Glieder. Da wird manches auf der Bühne, was man als Personenregie begriffen hatte, als ihr ureigenster Beitrag erfahrbar.
    Resümierend möchte ich meinen, daß uns Paticia Petibon auf überzeugende Weise in die musikalische Gefühlswelt des 17. und frühen 18. Jahrhunderts führt, indem es ihr gelingt deren eigenartige Melange von wahren und künstlichen Gefühlen in ihrer Kunst zu vereinen. Wer nur eine weitere CD voller Bravourarien auf dem Markt befürchtet hat, wird angenehm enttäuscht. Natürlich erwarten den Hörer auch Koloraturen, Staccati oder Registersprünge, vor allem aber eine seltene Ausdrucksradikalität, die gerade auch in den überwiegend ruhigen und besinnlichen Passagen punktet.


    Liebe Grüße an alle



    arimantas


    P:S. Da ich nicht ganz auf dem Laufenden bin, weiß ich nicht, ob die CD bereits von einem Tamino besprochen wurde.

    Liebe Taminos,
    vielleicht schaut ja jemand vorbei und kann mir weiter helfen. Ich habe zwar diesen Thread zu Übersetzungen des Erlkönigs und einen weitere zur Orchestrierung durch Berlioz gefunden, aber keinen zum Erlkönig von Schubert selbst. Wenn es einen solchen gibt, wäre ich für einen Hinweis dankbar. – Ansonsten würde mich interessieren, welche Interpretation Euch am besten gefällt?


    arimantas


    :hello:

    Es mag sein, dass ich die Pariser Aufführung der Sonnambula etwas zu kritisch gehört habe und daraus zu weitreichende Schlußfolgerungen gezogen habe, nämlich eine grundsätzliche Beschädigung des Stimmmaterials. Oder Natalie Dessay war einfach indisponiert und hat sich inzwischen erholt. Immerhin berichtet Dreamhunter (in GESTERN IN DER OPER) nicht nur von einer gelungenen Aufführung, sondern von einer Dessay ohne Makel. Er spricht von den „wunderbaren, tief gehenden Melodien Bellinis“, die sie „zum Weinen schön gestalten“ konnte, was ich, selbst ohne gesehen und gehört zu haben, gerne glaube.


    Mich würde generell ihre stimmliche Verfassung interessieren. Ich kann mir nach Paris kaum vorstellen, dass sie die Koloraturen des Finales jemals wieder in der Leichtigkeit von einst realisieren kann. Und auch ansonsten gehört m.E. trotz vollendeter Darstellung bei Bellinis Melodien nicht unbedingt absolut stimmlicher Wohllaut, wohl aber eine intakte Stimme. Vielleicht kann ja ein Tamino, der in der Aufführung war, Näheres dazu sagen. Vielleicht war ja jemand sowohl in der Wiener Aufführung und hat auch die Pariser über medici.tv erlebt. (Für Freunde des Klavierkonzerts von Schumann, während ich dies schreibe, höre ich gerade über medici.tv eine sehr schöne, lyrisch gehaltene Interpretation mit Nelson Freire)


    arimantas


    :hello:

    Eine weitere Aufnahme in französisch existiert von dem Bariton Charles Panzéra, der später u.a der Lehrer von Gérard Souzay war. Auch wenn ich des Französischen, bis auf einige Vokabeln, nicht mächtig bin, macht gerade die Textdeutlichkeit diese Wiedergabe zum Genuß. Da dennoch eine Interpretation aus dem Klang heraus entsteht, muß m.E. von einer großen Aufnahme dieser Ballade gesprochen werden. Klangfarbe, Textdeutlichkeit und Expression finden in seltener Harmonie zueinander und charakterisieren, ohne je übertrieben zu wirken, den Erzähler, den Vater und den Knaben aus der emotionalen Situation der Rollen. Einen schönen Kontrast bietet die Orchestrierung von Berlioz, welcher die Dramatik Schuberts noch zu steigern versucht.


    Zur obigen Aufnahme mit Georges Thill: Der Sänger des Knaben, Claude Pascal, damals etwa 12 Jahre alt, wurde später Komponist mit einen relativ umfangreiche Oeuvre. Nebenbei betätigte er sich auch als Musikkritiker beim Figaro.


    arimantas

    Hallo Jolanthe,


    danke für Deinen Hinweis, vor allem auch weil medici.tv etliche andere Konzerte gratis bietet. So kann man z.B. die jetzt bei der DG unter Vertrag stehende Alice Sarah Ott mit einem Mendelssohn/Beethoven/ Chopin- Programm kennenlernen.


    Von Natalie in der Pariser Aufführung der Sonnambula war ich etwas enttäuscht, wahrscheinlich wegen Übererwartung. Dennoch denke ich, daß die Leichtigkeit von einst dahin ist, die Höhe nicht mehr so schön, manche Schärfe, ungewohntes Vibrato. Selbst „Ah! non giunge“ hat nicht mehr die technische Bravour von einst. Natürlich ist sie immer noch eine hervorragende Singdarstellerin. Aber ich vermute, dass sie Ihrer Stimme mit Partien wie der Violetta keinen Gefallen getan hat. So sehr ich ihren Wunsch nach dieser Rolle verstehe, hätte sie sich doch auch im Klaren sein müsse, daß sie von ihrer stimmlichen Voraussetzungen her dieser Rolle nicht in allen Facetten gerecht werden kann. Warum dann für einen Traum die Stimme ruinieren?


    Ich befürchte das Schlimmste, da sie die Sonnambula in Paris abbrechen mußte und die letzten Aufführungen nicht mehr sang. Auch den für sie ins Programm der Met aufgenommene "Hamlet" von Thomas hat sie abgesagt. Immerhin wurde sie bereits 2002 und 2004 an den Stimmbändern operiert. - In der Wiener Staatsoper hat sie allerdings für die Sonnambula im April bis heute laut Info nicht abgesagt.


    arimantas


    :hello:


    P.S Generell tut es mir leid, daß ich mich krankheitsbedingt, aber auch sonst sehr ausgelastet, seit einem Jahr bei Tamino nicht wie erhofft einbringen konnte. Ich hoffe ab Herbst wieder einige Beiträge, die mir vorschweben, realisieren zu können, und mich auch in aktuelle Diskussionen einbringen zu können.

    Tja lieber Frank,


    ohne es zu wollen, triffst Du den Nagel auf den Kopf bzw. faßt Du in die Leere, die Fairy Queen hinterlassen hast. Denn genau Sie könnte Dir wohl am besten sagen, wie z.B. die Premiere der Traviata von Natalie Dessay aufgenommen wurde (heute zweite Aufführung) und auf welche Rollen sie sich über die Musette hinaus vorbereitet. – Du siehst ja auch, daß sich in diesem Thread zur Dessay bis auf den Hinweis von Melot1967, zu dem Fairy gewiß Informationen geliefert hätte, seit Fairy nichts mehr getan.


    Entschuldigt, Norbert und Frank, daß ich noch nicht so schnell in die Zukunft enteilen möchte bzw. so schnell zu Natalie Dessay übergehe, aber Tamino produziert doch keine Autos wie z.B. VW, wo der Abgang eines Arbeiters die Qualität des Produktes nicht beeinflußt. Tamino, möchte ich zugespitzt formulieren, lebt nicht einmal von Komponisten und deren Interpreten, sondern von den Nuancen der Auffassung, der Bewertung deren Leistungen durch sehr unterschiedliche musikbesessene Persönlichkeiten. Es geht nicht um die Dessay, sondern um unsere Reaktion auf sie – wie gesagt zugespitzt formuliert. Natürlich ergeben sich aus Tamino auf verschiedensten Ebenen noch andere Funktionen- eine der schönsten sind die Informationen für Neueinsteiger in die Welt der „klassischen Musik“.


    Ich möchte auch keinen Diskussionsthread über den Weggang von Fairy oder anderen entwickeln, ich möchte nur einen Augenblick verweilen und Euch den Verlust von Unwiederbringlichem in Erinnerung bringen. Vielleicht mit der Hoffnung verknüpft, daß solche Verluste in Zukunft vermieden werde können.


    arimantas


    :hello:

    Lieber Norbert


    Ach, laß mich doch ein wenig verweilen. Weißt Du, ich bin in einer Lebensphase, in der das Erinnerte aufschließt zum Gegenwärtigen, wo Zukunft nicht mehr so sehr durch Planen, Machen-Wollen bestimmt wird, sondern eher in der bewußteren Wahrnehmung dessen, was noch auf einen zukommt. Der Augenblick gewinnt die Oberhand, so daß ich manchmal innehalte und mir sage, mach die klar, daß du diesen Blick vom Kamm des Berges zwischen schattigen Laubbäumen in eine im Dunst der Abendsonne liegende Landschaft, irgendwo krächzt ein Waldvogel, vorne ruft meine Frau, wo ich bliebe, daß Du diesen Augenblick eventuell nie wieder erleben wirst. Der Augenblick wird nicht mehr einfach mitgenommen auf den Weg in eine Zukunft unendlicher Möglichkeite. Mir ist in den letzten Jahren, manchmal fast schmerzhaft, das Unwiederbringliche in meinem Leben bewußt geworden, das Unwiederbringliche bestimmter Situationen, bestimmter Erlebnisse, auch das Nicht-Mehr-Ändern-Können von Entwicklungen. Dieses Wissen darum, daß es nie wieder so sein kann, wie es einst war.


    Es fängt damit an, du schaust in den Spiegel und siehst einen alten Mann, dabei fühlst du in Vielem noch wie mit 28 Jahren. Aber gehe die Wege, die Du mit 28 gegangen bist. Fahre mit dem Vaporetto vom Lido nach San Zaccaria, siehe wie Maria della Salute und der Dogenpalast immer größer wird, darüber ein violetter Himmel mit ein wenig rosa, da wo eben noch die Sonne unterging, zum Konzert. Und dennoch, es ist anders, als Du damals mit 28 die gleiche Tour gefahren bist, zum Doppelkonzert von Brahms im Innenhof des Dogenpalasts. Die Sinne waren angespannter, Du hast nach Musik gehungert und bist eingetaucht in das Gemurmel des Publikums, die Parfums der Damen, das grelle Scheinwerferlicht auf dem Podium, die Treppe der Giganten im Halbschatten, bis die markanten Tutti des Orchesters ertönen, sich dann zuerst das Cello und dann die Geige einbringen, dann wieder fast trutzig trotzig das Orchester bis Cello und Geige sich umschmeichelnd und dennoch für sich allein stehend das Thema ausbreiten, Brahms die Nacht mit herber Süße erfüllt, und neben Dir duftet das Haar Deiner Liebe und Du ertrinkst in zwei warmen, Dir zugeneigten grünbraunen Augen. Und heute fragst du dich, nachdem du den ganzen Tag Deine Lieblingsorte abgeklappert hast, ob Du es auf den Kirchenbänken von Santa Maria Formosa aushalten wirst und ob das Stabat Mater von Vivaldi den Vergleich mit deinen 10 Aufnahmen zu Hause annähernd aushält. Es wird ganz nett, aber auf dem Rückweg schläfst Du trotz irrer Motorgeräusche des Bootes fast ein. Du möchtest nur noch ins Bett und sonst nichts.


    Spätestens jetzt fragst Du Dich, was das soll. Nun, oben hatte ich gesagt, dass in meiner derzeitigen Lebensphase, das Erinnerte aufschließt zum Gegenwärtigen. Oder anders ausgedrückt, ich werde mir immer mehr bewußt, wieviel Unwiederbringliches, Einmaliges ich in meinem Leben viel zu spät wahrgenommen habe. Ich muß das alles nicht noch einmal so erleben, aber ich hätte es gerne schon damals gewußt und anders gewürdigt. Und vor allem aber heißt das für die Gegenwart, auf das Unwiederbringliche der Gegenwart zu achten. Du ahnst es, jetzt kommt der Bezug. Das Unwiederbringliche muß nicht existenziell sein, aber den Weggang von Fairy Queen empfinde ich als Verlust von etwas Unwiederbringlichen. Ich möchte gar nicht wissen, was los war, aber ich frage mich, war das notwendig. Konnte niemand die Wogen des Streites glätten. Sicherlich ist „Tamino“ nicht zentral in meinem Leben, Musik schon, und wenn ich Fairys Beiträge las oder sich ein Dialog/Streit mit ihr entspann, war das anregend, informativ und macht einfach Spaß. So daß ich mir kaum vorstellen kann, wie es zu diesem Austritt kommen konnte. Natürlich war sie auch empfindlich, manchmal überspannt, aber immer engagiert. Auf die Frage, was mich an TAMINO fasziniert, antwortete sie: „Dass in der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik Hochintellektuelle, ganz Normale sowie leicht, mittel und total Verrückte zusammenkommen, mehr oder weniger friedlich koexistieren und sich gegenseitig auch noch bereichern. Und der Clou dabei ist: das Ganze entwickelt sogar, wie bei nicht wenigen Usern nicht zu übersehen ist, einen Suchtcharakter. Sowas gibt es sonst nirgends, ausser vielleicht auf dem Fussballplatz.“


    So spricht jemand, dem Tamino sehr viel bedeutet, d.h. der Verlust muß für Fairy auch groß sein. Noch einmal, mußte das sein. Ich denke „Tamino“ hat ein unwiederbringliches Mitglied verloren. Allein die Zahl der Beiträge, die ich nie erreichen werde, innert eines relativ kurzen Zeitraums spricht Bände. - Es mag ja sein, dass ich, auch mit diesem Vorspann, meine Empfindung nicht klar genug ausdrücken konnte, aber vielleicht vermagst Du herauszulesen, was ich meine. Mag sein, daß ich übertreibe. Tamino hat wahrscheinlich eine Eigendynamik entwickelt, bei der Mitglieder kommen und gehen können, und das Wesen der Maschine bleibt bestehen, bis auf einige Heizer, die den Kessel unter Dampf halten.


    Laß mich also noch ein wenig verweilen, bei der Feenkönigin.


    arimantas


    :hello:


    P.S. Natürlich existieren immer noch etliche „unwiederbringliche Mitglieder“, auf die ich jetzt kein Requiem, präziser kein Hosianna anstimmen muß.

    Liebe Taminos,
    habe eben ein wenig in Tamino geblättert, mehr kann ich mir z.Z. nicht erlauben, obwohl ich Etliches gerne machen würde. Etwas traurig habe ich dabei festgestellt, daß Fairy Queen nicht mehr dabei ist. Kann irgend jemand etwas Näheres dazu berichten? Ist sie krank?


    Ich vermisse sie, denn ihre Beiträge waren so erfrischend, engagiert und kenntnisreich. Ich schreibe diese Zeilen in diesem Forum, da ich weiß, wie sehr sie Natalie Dessay schätzte.


    arimantas


    :hello:

    Nach Krankheit und anderem Streß fand ich heute die Muße, wieder einmal nach längerer Zeit auf die Tamino-Seiten zu gehen. Anlaß war der gestern auf arte präsentierte Idomeneo aus Aix-en-Provence, allerdings habe ich mich ziemlich verspätet reingeschaltet.

    Als ich heute auf Tamino ging, war ich doch ziemlich baff. Da gab es natürlich den Hinweis von Harald auf die Sendung und einen Nichtkommentar bzw. einen Bühnenbildverriß von Liebestraum und einen Kurzkommentar zum Kommentar von Ulli – das war’s. Also ich hatte eingedenk anderer Sendungen die lebhafteste Debatte erwartet. Woran könnte es liegen? Am Idomeneo, der für viele, so auch bei mir, nicht zu den Lieblingsopern Mozarts gehört? An den Sommerferien? Oder schaut die Mozartfraktion bei Tamino nicht fern? Oder fehlte der Bezug zu favorisierten Lieblingssängern? Oder haben alle gleich abgeschaltet, wie Liebestraum?


    Das Bühnenbild bestand in einer Art Metallstadt, die ständig in Bewegung war. Muß ein gigantischer logistischer Aufwand gewesen sein. Dabei trug dieses Monster eher dazu dabei, vor allem aus Sicht der Zuschauer, das Spiel der Akteure in den Hintergrund zu drängen, bzw. zu blockieren. Im Mittelpunkt stand der Tanz Architekturelemente auf Kosten der Bewegung und Bewegtheit der handelnden Personen. Zwar bewegten sich die Akteure auch auf dem halsbrecherische Gerüst, aber in wesentlichen wurde von der Rampe gesungen. - Dafür, daß das diesjährige Festival unter anspruchsvollen Titel „Mythos“ stand, fiel Olivier Py weder zu einer Vertiefung oder auch Dekonstruktion desselben recht wenig ein.


    Das Sängerensemble war gewiß kein Ausfall, setzte aber auch keine Glanzlichter. Richard Croft, der auch in der gelobten Jacobsaufnahm den Idomeneo singt, gab dem König allein stimmlich wenig Autorität und erging sich in völliger Nichtbeachtung der dramatischen Elemente in unangebrachten Lyrismen. Leider war auch der Idamante mit Yann Beuron mit einer beweglichen, aber leichten Stimme ausgestattet, so daß schon von der Anlage der Stimmen die Beziehung Idomeneos zu seinem Sohn Idamante dramaturgisch unter den im Stück angelegten Möglichkeiten blieb. Sophie Karthäuser als Ilia sang durchaus anrührend die sanfte Trojanerprinzessin, man darf halt nicht gleich an die Jurinac denken. Ein an sich nicht störendes kleines Vibrato, störte dann aber letztendlich doch durch Dauereinsatz. Mireille Delunsch ist wohl ein wenig Opfer meiner Übererwartung. Die Rolle der Elettra sprengt den Ablauf der Oper, der auch ohne sie funktionieren würde. Ist doch das Stück wesentlich auf das Verhältnis Gottheit, Volk und Individuum angelegt, die sich am Ende durch die Bereitschaft der Hauptakteure, sich aus Liebe selbst zu opfern, versöhnen. Mozart hat wohl der Schematische an diesem auf ein, wenn auch immer wieder bedrohtes, glückliches Ende zulaufende Stück durchbrechen wollen und schuf mit der Elettra die musikalisch dichteste Partie. Der Widerstand der in ihrer Liebe abgewiesenen Elettra gegen Götter und Welt sprengt die Idylle und ihr Schlußauftritt hat das Zeug zu einer veritablen Wahnsinnsarie. Mireille Delunsch meisterte diese Rolle durchaus, aber sozusagen in einem kleineren Rahmen als beispielweise Julia Varady bei Böhm.


    Der Rundfunkchor Berlin blieb dieser Choroper Mozarts nichts schuldig. Bei Marc Minkowski und den Musiciens du Louvre registrierte ich dankbar, daß die beliebte Haudraufrhetorik von vielen Originalklangkörpern unterblieb und Platz für Melos fand. Zumindest in meiner Fernsehübertragung war der Orchesterklang zu sehr im Vordergrund, vielleicht sind aber tatsächlich die Stimmen der Protagonisten zu klein.


    arimantas


    :hello:

    Heute abend
    Samstag, den 14. März 2009, 20 Uhr


    Berliner Philharmoniker
    Michael Boder, Dirigent
    Anja Kampe, Sopran


    Elliott Carter
    A Celebration of Some 100 x 150 Notes


    Robert Schumann
    Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 »Rheinische«


    Richard Wagner
    Wesendonck-Lieder


    Witold LutosBawski
    Konzert für Orchester


    Von der Website der Berliner Philharmoniker:


    "Ein bisschen ist das Jubiläum untergegangen im ganzen Messiaen-Wirbel. Deswegen sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass im Dezember vergangenen Jahres ein Mann seinen 100. Geburtstag gefeiert hat, dessen Bedeutung für die Musikgeschichte wahrlich nicht zu unterschätzen ist. Das Loblied gilt dem amerikanischen Komponisten Elliott Carter, der hierzulande von vielen nach wie vor unterschätzt wird. In diesem Konzert besteht Anlass und Gelegenheit, dieses Vorurteil, das einem Fehlurteil gleichkommt (so man nicht ganz und gar glühender Anhänger des seriellen Dogmas und damit etwas engstirnig veranlagt ist), einer klingenden Überprüfung zu unterziehen. So ist beispielsweise Carters A Celebration of Some 100 x 150 Notes, ein vor Ideen nur so funkelndes Opus. Gleiches Lob kann ohne Wenn und Aber auch für die beiden anderen Orchesterwerke gelten, die an diesen Abenden zur Aufführung gelangen: Robert Schumanns Dritte Symphonie, die so genannte Rheinische, trifft auf Witold LutosBawskis Konzert für Orchester. Und dann wäre da noch ein Gesamtkunstwerker, nämlich Richard Wagner. Doch keine Angst, nicht der gesamte Ring wird hier gegeben, sondern seine Wesendonck-Lieder, ein Kleinod, das, zumal wegen der Solistin Anja Kampe, wärmstens empfohlen sei."


    Vor allem freue ich mich auf Anja Kampe, eine Stimme, die Wagner, Beethoven, Verdi, Puccini meistern soll - da bin ich doch sehr gespannt.


    arimantas


    :hello:


    P.S. Zum letzten Konzert mit Gustavo Dudamel:


    Natürlich ist es gut, daß junge talentierte Dirigenten Gelegenheit erhalten, mit erstklassigen Klangkörpern zusammenzuarbeiten, aber man sollte auch nicht zuviel erwarten. In der Regel sind auch begabte Dirigenten, erst ab Mitte vierzig wirklich interessante Interpreten. Das ist ganz gut bei Bernstein zu beobachten, dessen Werdegang auf Tondokumenten ganz gut dokumentiert ist oder heute bei Paavo Järvi. Eine ganz andere Ebene ist der Wunsch der Klassikindustrie mit Exotik (Venezuela) und Jugend volle Säle anzustreben.


    Ich empfand, daß Dudamel zu Rachmaninov den besten Zugang fand. Die sinfonische Dichtung wurzelt noch stark im vorigen Jahrhundert und kam als „Gefühlsmusik“ Dudamel entgegen. Dem Violinkonzert von Strawinsky kann man m.E. nicht mit der gleichen, „romantischen“ Einstellung begegnen. Hinzukommt, dass Viktoria Mullova das Stück gewiß technisch bewältigte, aber ihm keine Glanzlichter aufsetzte, wie es Stern in seiner schon klassische Aufnahme oder Vengorov in der Aufnahme mit Rostropowich gelang. Die 5.Sinfonie von Prokofjew, eigentlich seine klassische, gelang vor allem in seinen virtuosen Momenten (Allegro marcato), was bei diesem Orchester kein Wunder ist. Indes hat Karajan seinerzeit dem Orchester mehr Differenzierung bei Farben und Dynamik abgerungen, allerdings hat er sich bis zur seiner berühmten Aufnahme auch zehn Jahre Zeit gelassen. Warten wir also zumindest ab, was Dudamel in 10 Jahren zu sagen hat. – Inwiefern das heroische Pathos des letzten Satzes dieser „sowjetischen“ Sinfonie gebrochen ironisch zu nehmen ist, ist eine Frage, die Musiker dieses Jahrhunderts wahrscheinlich nicht mehr beantworten können.

    Heute abend in der Digital Concert Hall (via Internet)
    Sa. 7. März 2009, 20 Uhr


    Berliner Philharmoniker
    Gustavo Dudamel, Dirigent
    Viktoria Mullova, Violine


    Sergej Rachmaninow
    Die Toteninsel op. 29


    Igor Strawinsky
    Concerto en Ré für Violine und Orchester


    Sergej Prokofjew
    Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 100


    Aus der Werbung der Berliner Philharmoniker:
    „Was die Vereinigten Staaten von Amerika, Venezuela, das unermesslich riesige russische Reich und die Kunst der schönen Klänge miteinander verbindet? Ganz einfach: unser Mann aus Caracas, Gustavo Dudamel. Der hochbegabte, junge Dirigent nämlich ist längst hinausgewachsen über reine Fiesta-Stimmung. Er dirigiert das klassische, das romantische und postromantische Repertoire wie ein alter Hase. Nicht zuletzt deswegen hat ihn das Los Angeles Philharmonic an seine Spitze berufen. Und so verwundert es nicht, dass Dudamel natürlich in der Lage ist, an einem Abend die Werke dreier russischer Komponisten zu dirigieren, von denen es jedes fürwahr in sich hat. Denn wer wollte behaupten, dass die Deutung der Symphonischen Dichtung Die Toteninsel von Sergej Rachmaninow auf das gleichnamige Bild Böcklins eine leichte sei? Wer Igor Strawinskys außerordentlich sprödes, aber gerade deswegen reizvolles Concerto en Ré für eine leichte Übung halten? Und wer Sergej Prokofjews furiose Fünfte Symphonie als eine ansehen, die man mal eben so in den Saal schmettert? Eben. Darum bergen Dudamels Auftritte an der Spitze der Berliner Philharmoniker und mit der fabelhaften Geigerin Viktoria Mullova als Solistin garantiert genügend Diskusssionsstoff. Das Anhören lohnt sich – bestimmt!“


    Auf jeden Fall dürfte es interessant anzuhören sein, wie sich Dudamel weiter entwickelt hat. Mit den bisherigen Veröffentlichungen auf CD hat ihm die DGG, bis auf „Fiesta“, keinen so großen Gefallen getan, indem sie den doch relativ jungen Dirigenten größter Konkurrenz ausgesetzt hat.


    arimantas


    :hello:


    P.S. Das letzte Konzert aus der Digital Concert Hall hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beide Werke von Zimmerman kannte ich vorher nicht, deswegen hat es wenig Sinn sich über die Stücke oder die Interpretation zu äußern. Nur soviel, es ist mir endgültig klar geworden, welch genialer Komponist Bernd Alois Zimmermann war. Vor allem die für die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland außerordentliche Sinnlichkeit dieser Musik hat es mir angetan. Die brasilianischen Capriccios "Alagoana" haben die Berliner zum ersten Mal gespielt und sie waren umwerfend, was sicher auch ein wesentliches Verdienst Holligers war. Wer mehr zum Werk hören will, sollte sich das Interview mit ihm anhören. Das Violinkonzert von Zimmerman, ein Frühwerk, wurde in einer Kritik als Leichtgewicht bezeichnet. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. In diesem dreisätzigen Werk ragt der erste Satz (Sonata) mit sehr lyrischen sowie tänzerischen Themen und vor allem der zweite Satz (Fantasia) hervor. Zimmerman wagt hier tiefes Pathos. Nach kurzem Aufruhr, Dies-irae-Zitat, entschwebt die Geige, ganz wunderbar einfühlsam Zehetmair, als einziges warmes Licht in einsame, unbehauste Höhen.


    Schumanns "Fantasie für Violine und Orchester" reicht sicherlich nicht an sein Violinkonzert heran, aber es war gut, an dieses elegische, unaufgeregte späte Werk Schumanns (ein halbes Jahr vor seinem Selbstmordversuch), erinnert zu werden. Die Frühlingssinfonie hat Holliger relativ zurückhaltend interpretiert. Ich vermute, daß die klangliche Emphase wie auch der dem Werk innewohnende Vorwärtsdrang unter dem Bemühen gelitten hat, die Sinfonie schlank zu halten. Beim zweiten Anhören hat mich diese Auffassung schon mehr überzeugt, denn Holliger macht erfahrbar, wie die Sinfonie in ihrer Vielstimmigkeit funktioniert. Es zeigt die Qualität der Berliner, daß sie Holligers Auffassung, dessen Zeichengebung, sagen wir mal, eigenwillig ist, so perfekt umsetzen konnte. Dennoch könnte ich mir vorstellen, daß die romantische Emphase der Sinfonie von Holliger, geschweige von den Berlinern, auch ohne Verdicklichung des Orchesterklangs zu realisieren möglich gewesen wäre.

    Da Harald offensichtlich den Geldbeutel von Waldi schonen und seine Liste nicht aktualisieren möchte, hier noch zwei Anregungen.
    Für Bewunderer des reinsten, instrumental geführten Mozartsoprans eine weitere Aufnahme mit Teresa Stich-Randall und natürlich Gottlob Frick


    Bolzano 1958: Stich-Randall, Schwaiger, Haefliger, Frick - Maag


    Für Wunderlichverehrer:
    Salzburg 1961: Pütz, Holm, Wunderlich, Wohlfahrt – Kertesz


    arimantas
    :hello:

    Heute abend


    Sonntag, den 1.März 2009, 20 Uhr
    In der Digital Concert Hall (via Internet):


    Berliner Philharmoniker
    Heinz Holliger Dirigent
    Thomas Zehetmair Violine


    Bernd Alois Zimmermann:


    Alagoana (Caprichos Brasileiros)
    Violinkonzert


    Robert Schumann:


    Fantasie für Violine und Orchester C-Dur op. 131
    Symphonie Nr. 1 B-Dur op. 38 »Frühlingssymphonie«


    arimantas


    :hello:


    P.S. Zum letzten Konzert: Es versteht sich von selbst, dass es eine reine Freude war, das selten gespielte Konzertstück für vier Hörner zu hören. Zumal es wohl nur wenige Orchester gibt, die über solch souveräne Hornisten verfügen. Interpretatorisch wäre wohl mehr heraus zu holen gewesen, aber dazu müßte man das Werk wohl öfter aufführen.


    Das Klavierkonzert von Schumann war für mich das zentrale Werk des Abends. Man merkte deutlich, daß das Werk den Philharmonikern vertraut ist. Mitsuko Uchida war vor allem, wie zu erwarten, in den Eusebius-Passagen äußerst überzeugend. Natürlich kam auf ihrem Niveau auch Florestan nicht zu kurz, da störte es es dann auch nicht sonderlich, daß Uchida in virtuossen Passagen souverän daneben griff (Kadenzen). Seltsamerweise schien mir die rechte Hand manchmal nicht pointiert genug. Obwohl die fast kammermusikalische Auffassung des Konzerts durch Rattle sympathisch ist, fiel mir der Dialog des zweiten Satzes von Seiten des Orchesters manchmal zu zurückhaltend aus.


    Die vierte Sinfonie kenne ich in der Erstfassung nur mit Gardiner. Rattle und die Berliner sind in allen Belangen überlegen, was vielleicht an meinem Vorurteil gegenüber originalem Instrumentarium liegt. Gardiner: Sehr flott, wenig Dynamik, nur laut und leise (ich weiß, ich übertreibe), keine Farben. Klar, daß die Strukturen hervortreten, eben Musik für Schwerhörige, die keine Nuancen hören wollen. Das mag, wie seinerzeit von der Kritik gefeiert, ein neuer Schumann sein, für mich eine kärgliche, um die blühende Romantik, Sehnsucht und Innigkeit, beraubte Version. Rattle nahm die Sinfonie sehr schnell, dadurch ging m.E. einiges an Poesie und Zerrissenheit verloren, trotz brillanter Philharmoniker, die in der Romanze mit Daniel Stabrawas (Violinsolo), Georg Fausts (Cellosolo) und Albrecht Mayer (Solooboe) reinster Poesie zu ihrem Recht verhalfen. Das Finale wirkte auf mich etwas gehetzt, was selbstverständlich auch eine Interpratationsicht sein kann. Allerdings sind dann Steigerungen kaum darstellbar. Ich denke dennoch, Brahms wäre zufrieden gewesen sein, der von der Urfassung von 1841 meinte, sie habe weit mehr "Charme, Leichtigkeit und Klarheit".

    Zu Zimmerman sollten sich Berufenere äußern. Ich habe das Werk erst einmal gehört.

    Heute abend
    Freitag, den 13. Februar 2009, 20 Uhr


    In der Digital Concert Hall:


    Robert Schumann:
    Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86
    Klavierkonzert a-Moll op. 54
    Bernd Alois Zimmermann:
    Sinfonie in einem Satz für großes Orchester (2. Fassung von 1953)
    Robert Schumann:
    Symphonie Nr. 4 d-Moll op. 120 (Erstfassung von 1841)


    Berliner Philharmoniker
    Sir Simon Rattle Dirigent
    Radek Baborak Horn
    Stefan Dohr Horn
    Stefan de Leval Jezierski Horn
    Sarah Willis Horn
    Mitsuko Uchida Klavier


    Von der Website der Berliner Philharmoniker:
    Ein symphonisches Frühwerk in revidierter Fassung und – chronologisch nicht ganz streng genommen – die letzte Symphonie eines Komponisten in ihrer Urgestalt: Die Kombination Robert Schumann–Bernd Alois Zimmermann verspricht ein außergewöhnliches Konzerterlebnis.
    Schumann komponierte seine später als Vierte herausgegebene d-Moll-Symphonie 1841, unmittelbar nach der Ersten. Zehn Jahre danach unterzog er das Werk einer neuen Instrumentation, die viele musikalische Schönheiten der Urfassung überdeckte. Schon Johannes Brahms bevorzugte daher die frühe Version von Schumanns Vierter. Erleben Sie die selten gespielte Urfassung des Werkes im spannenden Kontrast mit Zimmermanns 1951 komponierter, zwei Jahre später überarbeiteter Symphonie in einem Satz.
    Abgerundet wird das Programm durch zwei konzertante Werke von Schumann: das klangschöne, zwischen Konzert, Symphonie und Fantasie changierende Klavierkonzert und – Romantik pur! – ein Konzertstück für vier Hörner und Orchester aus dem Jahre 1849.


    Soweit ich weiß, gibt es die Erstfassung der vierten Sinfonie als CD nur mit Gardiner auf historischen Instrumenten. Mir ist diese Aufnahme neben spieltechnischen Mängeln nicht romantisch genug, insofern bin ich sehr gespannt.(Eine Aufnahme desselben Konzertes vom 11.2. gibt am 21 2 im Radio um 20:04 zu hören, RBB Kulturradio)


    arimantas
    :hello:

    Liebe Fairy,


    habe ich mir doch gleich gedacht, daß Du Dir nicht hast entgehen lassen, die Aufführung in HD-Auflösung anzuschauen. Ich war nur akustisch dabei. Insofern kann ich nur eingeschränkt die erotische Ausstrahlung der Netrebko kommentieren, der ich allerdings noch nie verfallen war.


    Aber Du bewertest m.E. auch die hörbare Leistung zu hoch. Du schreibst: …aber diese Rolle überhaupt an diesem Haus mit solch hervorragenden Partnern zu singen und nicht zu ‚scheitern‘ nötigt mir schon ziemliche Hochachtung ab.“ Meine Frau meinte auch: „Was willst Du, sie war doch nicht schlecht.“ Was nehmt ihr Frauen doch immer euer Geschlecht in Schutz. - Scherz beiseite, ich habe immer die Leistung von Sängern dafür bewundert, sich auf die Bühne wagen und für ihre Auffassung gerade zu stehen. Ich habe mich deswegen auch schon in jungen Jahren, bei etwas spontanerem Temperament, selbst bei Mißlingen mit meinen „Buhs“ zurückgehalten.


    Aber wir können und müssen doch in der Met oder in Wien mehr erwarten. Du hast geschrieben, daß die Netrebko sich für die Schlußszene aufbewahren mußte. Aber sie hat sich doch gerade hier um jeden Triumph gebracht, indem sie auf Sicherheit gesungen hat und keine Risiken eingegangen ist. Natürlich hast Du recht, das dreigestrichene "es“ ist nicht komponiert. Aber Du willst mir doch nicht erzählen, daß die Netrebko plötzlich in partiturtreu macht. Die Toti dal Monte, Maria Callas, Renata Scotto, Joan Sutherland, Edita Gruberova haben es gebracht. Sie wußten wie die Sängerin der Uraufführung, Fanny Tacchinardi-Persiani, wie man dem Publikum in dieser Szene den letzten Nerv raubt - und Donizetti hat es zugelassen. Ich erwarte doch gar nicht, daß sie am Ende des Larghetto ihre eigene Kadenz singt (Ricci reicht). Donizetti hat ja deswegen nur auf- und absteigende Arpeggios notiert, aber sie hätte mehr Risiko einbringen müssen, um z.B. vor dem Hintergrund von Dessay und Damrau zu bestehen. Sie hat nicht nur viele der üblichen Verzierungen weggelassen, auch hätte sie bei reicherer Stimme als z.b. Dessay jene schönen Phrasen des Belcanto mit mehr Klangfarben ausstatten können statt sich z.T. mit dünner Stimme durch die Partie zu retten, denn auch die gebrachten Spitzentöne waren nicht rund.


    Nein, m.E. bewegt sich Frau Netrebko in einem Repertoire, das ihr nicht liegt, oder sie hat Stimmprobleme. Was die „Belastung“ durch die Geburt ihres Sohnes betrifft, sie hätte nicht auftreten müssen. Und sie ist ja bereits im Januar in St. Petersburg in der Rolle aufgetreten. " The diva was on top form vocally with a fluid, soaring style.", meinte die St. Petersburg Times, und sie selbst: “There was some time pressure with the rehearsals, but I really feel everything went beautifully, very smoothly on the opening night,” Netrebko said, smiling, after the premiere. Die Wiener werden sich im April davon überzeugen können, ob es die Nerven, die Stimme oder das Fach waren, daß sie an der Met nur eine ordentliche Leistung brachte. – Im Grunde, liebe Fee, hast Du doch eine vernichtende Kritik abgegeben: „M.E. hat sie eine korrekte und ordentliche Leistung gebracht, allerdings ohne Glanz und Enthusiasmus.“


    Die beiden Männer waren ganz bestimmt stimmlich besser beinander. Obwohl Piotr Beczala manchmal etwas forciert klang, ist er mehr als eine sichere Bank. Donizetti hat allerdings die Tenorpartie in „Lucia di Lammermoor auch nicht mit schwierigsten Höhenflügen ausgestattet, sondern bewegt sich im normalen Singbereich eines Tenors. Mariusz Kwiecien hätte, obwohl er den harten Typen mimen muß, eine größere Variabilität nicht geschadet. Sänger, die sich im Mozartfach bewiesen haben, können mehr, aber diese Kritik ist schon sehr beckmesserisch. Seien wir dankbar, solche Sänger zu haben. :jubel:


    arimantas


    :hello:


    P.S. Als ich Radio hörte, wie die Dessay gerade den Dirigenten interviewte, war ich ganz baff. Finde es auch stillos, eine unmittelbare Konkurrentin in der Pause auftreten zu lassen.