Das geht mir ähnlich, ich bin auch eher ein Scheuklappenhörer.
Aber sage mir, Muse, ist es nicht natürlich, daß intellektuell interessierte Zeitgenossen "mehr" über diverse Hintergründe in Erfahrung bringen, qua Gewohnheit? Die von Dir angeführten Bekannten zum Maßstab erhoben: Würden sich die "Akademiker" (seit Plato ein arg strapazierter Begriff) ihres Interesses für klassische Musik wegen anderen, weniger Klassikbegeisterten als überlegen empfinden? Ist die von mir angesprochene Junktur zwischen Bildung und Klassik (und diese ist im Forum fundamental postuliert worden) nicht womöglich ein Rettungsring für Zu-kurz-Gekommene, einzig im Dienst der Selbstüberhebung gebraucht?
Jedem Tierchen sein Plaisirchen, doch der exklusive und wegwerfende Gestus anderen Gattungen gegenüber, die mir persönlich auch nicht vertraut sind, scheint mir eher einem tief verwurzelten Komplex zu entspringen als auf Beobachtungen zu beruhen, die man im gern bemühten intellektuellen Umfeld machen kann. Der Begriff der kulturellen Elite machte schon mehrfach die Runde, wie leicht es aber ist, zu diesem Kreis sich gehörig zu fühlen, läßt eben den Zweifel in mir nagen...
Nun ja, überlassen wir die Entscheidung dem Quorum!
LG
Christian


