Beiträge von Louis

    Ich bin heute Abend "sängertechnisch" völlig unvorbereitet in die WSO und ihre "La Traviata" marschiert und WOW: Was war das denn für ein Tenor ? Timbre über Timbre, schmelzige Stimme und das (einzige) wirkliche Highlight in der heutigen Traviata.
    Habe mich dann informiert und gesehen: Es war ein gewisser junger Tenor aus Malta und ich denke mir mal, wir werden in der Zukunft noch sehr viel von ihm hören. Seine Stimme ist bemerkenswert "anders". hat mir gefallen und er hat auch mit Abstand den größten Applaus bekommen. Verdient.

    Good evening Europe, this is Vienna calling. First of all congratulations for this magnificant "La Traviata"-Show tonight.
    And here are the results of the Austrian televoting:


    Otello --- 1 point
    Falstaff --- 2 points
    Don Carlo --- 3 points
    Simon B. --- 4 points
    Nabucco --- 5 points
    Rigoletto --- 6 points
    Aida --- 7 points
    La Traviata --- 8 points


    ... and finally...


    Iceland: 12 points :baeh01:

    @FairyQueen: Dann ist "Elsa", die Alte vom Lohengrin, bestimmt auch eine Deiner Lieblings-Frauen-Typisierungen :lips: Elsa: jung, naiv, verträumt, ein bisschen blöd...bekommt einen wildfremden Ritter zum Mann, ist noch nicht mal selbstbewusst, um Ortrud wo auch immer hin zu verscheuchen und fragt dann ihren Ritter noch nach seinem Namen. Am ganzen Debakel ist nur Elsa schuld. Ich kann Dir sagen, ich konnte diese Frau am Anfang nicht verstehen.
    Mensch, Elsa, hättest ihn mal nicht nach seinem Namen gefragt, nach einem Jahr wär alles gut geworden :stumm:
    Vielleicht einmal auf den Mann hören :D

    Ich habe nicht viel gesehen vom Scala-Tristan, eigentlich schade, wenn ich die Beschreibung über Meier's Leistung so lese. Ich habe den Beginn des III. Aktes gesehen, wunderbar fand ich schon mal, daß die Burg Kareol mal wirklich eine Burg aus Stein war, daß Tristan auf einem echten steinernen "Lager" dahingesiecht ist und der Hirt richtig schön stimmungsvoll playback geflötet hat :stumm: Auch die schauspielerische Leistung des Tristan zu beginn seines Fieber-Erwachens fand ich schon gut. Bin aber dann ins Bett gegangen, war sooo müde.


    Gruss, Louis


    p.s: Großes Lob an arte, die Scala-Eröffnung live zu zeigen. Möchte ich auch mal aus Wien sehen !

    Während man Musik hört, dann macht man im Prinzip nichts fürs Leben produktives. Verschwendet man daher während dem Musikhören seine Lebenszeit ? Naja, zum Glück kommts ja nicht immer auf die nackte Produktivität an...Der Hausputz kann warten :P


    Tolle Aufnahme: Erstens mal deutsch-muttersprachliche Sänger mit guter Textverständlichkeit, Parsifal tönt sehr "unschuldig", Gurnemanz unglaublich beeindruckend und insgesamt äußerst empfehlenswerte Aufnahme.
    Habe auch schon gelesen (Hardenberg Opernführer), es sei die Referenzaufnahme zum Parsifal schlechthin.

    Ich persönlich finde solche "Weihestätten" eher schwierig. Da glänzt alles schon so gülden und erhaben, daß die Quote zur Enttäuschung nahe 90 % beträgt ? Mitten im Hochsommer in ein unbequemes Opernhaus gequetscht, in deren Hallen man nicht gerade kurze Opern zu sehen bekommt...es stellen sich bei mir keine "Will ich haben"-gedanken ein.
    Wobei ich es faszinierend finde, wie manche Besucher davon berichten. Dieser Klang, dieser Klang, dieser Klang...einmalig. Ja, mag schon sein, aber alleine die Tatsache, daß man für dieses Klangerlebnis bis zu 10 Jahre warten muss, und ich heute nicht weiß, ob ich a) in 10 Jahren in der Lage bin, diesen Klang noch zu hören oder b) ihn überhaupt hören will...Es hat alles seine natürliche Grenze.

    Hallo Felipe !


    Ich finde das durchaus erstaunlich, denn meine Wagner-Liebe begann mit dem Tristan. Ich war zuvor eher in den für Opern-Einsteiger leichteren Italo-Opern unterwegs, also Puccini, Verdi...aber als ich zum ersten Mal die Musik des Tristan gehört habe, war ich wie verzaubert. Dieses Vorspiel: schwül-fiebrige, verschmelzend-leidenschaftliche Musik, Akkorde, Töne...da konnte kommen was wollte: Herr Wagner hat gewonnen :D Dann der 2. Akt:...sie sinkt hernieder, die Nacht der Liebe, Brangäne wacht in einem seidigen zeitlosen Gesang...Love and Death forever...wir sterben um ewig ungetrennt...;dann der 3. Akt: Wie er leidet, phantasiert; nicht mehr bei Sinnen sein Schicksal beklagt, als Isolde endlich zu ihm kommt stirbt er in ihren Armen...ihren Liebestod dann....ertrinken, versinken...mehr mehr mehr Wagner :lips: :lips: Ich denke, wenn man sich für vier Stunden Ekstase begeistern kann, ist Tristan DER Wagnereinstieg schlechthin.


    Sonst gut geeignet als "First Wagner" finde ich den Lohengrin, vor Allem der 1. Akt ist doch die Opern-Märchenhandlung überhaupt: Zu unrecht verdächtigtes schüchternes Mädchen wird von güldenem, wie aus dem Nichts erscheinenden, traumhaft schönen Schwanenritter gerettet, der ihr prompt nach dem ersten Augen-blick die vollkommene Liebe gesteht und ihren Feind heroisch vor den Augen des Königs niederstreckt. Die Ouvertüre silberblau glänzend...gut ! (Wobei ich diese Elsa anfangs nicht verstanden habe: Da kommt ein schöner Ritter sie retten, heiratet sie mit allem Pomp und die Nuss frägt ihn doch nach seinem Namen, obwohl sie wusste, daß...hätte sie umbringen können !)


    Parsifal als Einstieg kann gutgehen, wenn man die religiösen Spähren und die für Einsteiger komplexe Handlung und Vorgeschichte richtig einordnen kann (bitte: Wat is ein "durch Mitleid wissender, reiner Tor ?" :P) Mein eigener erster Parsifal brachte mich eher in Tiefschlaf, nach einigen Wiederholungen kristallisierten sich die Leitmotive der Musik und die Handlungsebenen heraus, das Werk wurde "erfassbarer" und ich glaube, auf längere Sicht liebe ich den Parsifal ! Als Einstieg wie gesagt doch sehr wagemutig...


    Ring als Neuling zu schwierig, inhaltlich wie musikalisch. Ich muss dieses Werk lernen wie eine Sprache: Vokabeln (Musik) und Grammatik (Text) getrennt voneinander und immer wieder wiederholen, sonst blick ich nix.
    Rheingold dabei noch am "leichtesten", bei der Walküre werden Musik und Handlungsaufbau dann schon schwieriger: Wer hat jetzt wo den Ring, warum sind die Götter sauer aufeinander, was sind Walküren und Wälsungen... und überhaupt woher kommen Siegmund und Sieglinde usw...


    Zu Tannhäuser kann ich nicht viel sagen, habe ich zwar komplett gehört, aber mir irgendwie verschlossen geblieben.


    Aber Wagner zu "erfahren" ist für mich das spannendste und schönste seit es Opern gibt :jubel:


    Gruss aus Wien,


    Louis

    Ich würde die CDs in Badetücher / Handtücher / Geschirrtücher / Bettlaken o.ä. einwickeln (also jetzt nicht alle einzeln, aber so 8-10 CDs umwickeln). Dann hast Du auch gleichzeitig mit den CDs schon die
    Handtücher umzugsfertig

    Es gibt auch eine richtige "Husten-CD": Man nehme das Vorspiel von "Tristan und Isolde" auf der Live-Einspielung der Wiener Staatsoper unter Christian Thielemann. Da scheinen beim Vorspiel die Mikrofone direkt in die Hustenabteilung und in das Galerie-Getipsel der Zuspätkommenden gehalten worden zu sein. Unglaublich.
    Positiv: Es zaubert eine wirkliche Live-Atmosphäre in die CD :D


    Komischerweise gibt es da eine ähnliche Einspielung von der WSO zum Thema "Parsifal" auch unter Thielemann und da ist während dem Vorspiel überhaupt nichts Störendes zu hören...


    Ich nehme mal an, der Aufnahmeleiter war kein wirklicher Tristan-Fan...

    Hallo Forianer !


    Als junger (26 Jahre alt) und amateurhafter Opernfan (ein wenig mehr als 1 Jahr Opernerfahrung) habe ich die Traumwelten der Oper so kennengelernt:


    Zuerst stand bei mir das große Interesse, überhaupt in eine Oper zu gehen. Zuerst bin ich also in alle möglichen Aufführungen in die WSO spaziert, ohne mich großartig aufs Werk vorzubereiten: Zauberflöte, Carmen, Tosca, Tristan, Don Giovanni, Parsifal, Lohengrin, Ariadne auf Naxos u.v.m....Ein Opern-Querschnitt ohne Hintergrundkenntnisse, einfach aus Lust an der Musik und den Handlungen. Meine ersten Eindrücke haben mein Opern-Interesse bestätigt, habe die Staatsoper abends glücklich, zufrieden und bewegt verlassen. Kurzurlaub in der Musikwelt.

    Dann wollte ich bald nach diesen ersten Eindrücken mehr dazulernen: Ein Opernlexikon und die ersten Opern-CDs kamen ins Haus. Wichtig: Meine Opern-CDs mussten immer ein Libretto enthalten, denn gerade zum Kennenlernen kommt man um den Text nicht herum. Also immer schön während dem Hören mitlesen und mitleiden ;(
    Libretto-lose CD-Angebote kamen mir nicht in den Warenkorb.
    (Mittlerweile mache ich es so, daß ich zuerst das Libretto ohne Musik lese und darauf dann die Musik höre, das lenkt nicht so ab und man kann sich jeweils auf das Eine konzentrieren)

    Nach den unterschiedlichen Live-Aufführungen und CD-Hörabenden kristallisierten sich so langsam Favoriten heraus, mit denen ich mich noch intensiver beschäftigen wollte: Beispiel "Tristan und Isolde": Tief ergriffen von Musik und Handlung schneit bald meine vierte Aufnahme ins Haus, auch bald ein Buch über die Aufführungsgeschichte des Tristan. Auch Toscas besitze ich bald vier an der Zahl und habe schon einige Toscas live erlebt. Dadurch kann ich mittlerweile zumindest bei diesen zwei Opern einen sowohl gesanglichen Unterschied erkennen als auch ein Unterschied im Dirigat. (zugegeben, ob das "Tremolo" besser als das "Vibrato" oder die "Koloratur" mit den "Trillern" nun genial war...das bleibt mir noch verborgen).


    And last but not least lese ich fleissig hier im Opern-Forum mit, um von Euch Opern-Profis Hintergrund-Infos zu erhalten und offene Fragen beantwortet zu bekommen.
    Und in der Opern-Welt sind gerade als Anfänger offene Fragen reiiiiichlich vorhanden :wacky:


    Naja, und dann sollte man als Anfänger nicht so schnell aufgeben: Mit den Libretti von Wagner kann ich nun schon weit mehr anfangen als bei meinem ersten "Parsifal". Und ich schmiede gerade sogar begeistert meinen ersten "Ring" und ich fange an, dieses Mammutwerk zu verstehen.
    Am 09.12. auch live in der WSO und ich zerplatze vor Spannung.


    Und dann gibt es noch als Lektüre den "prolog" der WSO; die Interviews mit Sängern und Dirigenten finde ich zum besseren Opern-Verständnis auch sehr geeignet und interessant.


    Na dann schmiede ich sowohl mal den Ring weiter als auch mein sonstiges Opern-Wissen und begeisterte "unbewusst-höchste Lust-Operngrüße" aus Wien,


    Louis

    Ich persönlich finde sowohl "staubige" als auch moderne Inszenierungen fesselnd, wenn sie denn als gesamtes einen "ganzheitlichen Eindruck" bei mir hinterlassen.


    Beispiele:


    1. Wiener "Tosca": Uralt und verstaubt, aber geradezu die Perfektion für diese Oper. Bühnenbild, Kostüme, Beleuchtung...alles, wie es sein sollte und wie es wohl von Puccini geplant war.
    Ich finde es schön, daß Herr Meyer diese Inszenierung beibehalten möchte.


    2. Wiener "Lohengrin": Gerade die blinde Elsa finde ich unglaublich anrührend und macht sie noch "unschuldiger" und angreifbarer für Ortrud. Die gelben Häuschen finde ich nicht störend, passt sich dem sonstigen Bühnenbild (dunkle Tränen vom Himmel) gut an.

    Analog zu meinem gerade erstellten "Lieblings"-Post:


    Nichts anfangen kann ich mit:


    Don Giovanni
    Le nozze di figaro
    Ariadne auf Naxos
    La Boheme
    Der Rosenkavalier


    Ich weiß nicht, warum mich die Opern von Mozart nicht berühren; vielleicht habe ich da etwas übersehen oder überhört 8)


    Und warum ich die "Boheme" nicht mag, obwohl ich Herrn Puccini sonst sehr gerne höre ---Rätsel---

    Meine persönliche Randfolge der Lieblinge ordnet sich
    im Moment wie folgt:


    1. Tristan und Isolde (---ertrinken---versinken...unbewusst...höchste Lust...)


    2. Tosca (---und es leuchteten die Sterne. --- Danke auch für die Beibehaltung der uralten Wiener Inszenierung)


    3. Lohengrin (der nächste Schwan kommt bestimmt)


    4. La Traviata (Inszenierungs-Empfehlung: Wiener Volksoper)


    5. Parsifal (das Vorspiel...religiöse Spähren *genial*)


    6. Lucia di Lammermoor (schöne Geschichte und wahnsinniger Gesang)


    7. Madama Butterfly (kleine Japanerin: er kommt ja wieder...nur mit einer Anderen...schmacht)


    8. Aida (Opera monumentale)


    9. Rigoletto (Ristorante-Pizza lässt grüßen)


    10. Anna Bolena (schöner Belcanto)


    Den "Ring" bin ich gerade am schmieden, bisher "Rheingold" und "Walküre" gehört und auch demnächst "Walküre" live in Vienna, Fliegender Holländer steht ungehört in meinem CD-Regal.


    Liebe Grüsse aus Wien

    Hallo Guercoeur,


    danke für den Hinweis und sorry, daß ich mich noch nicht ganz durchs Forum gekämpft habe und alles gefunden habe (trotz benutzter Suche).


    Liebe Grüsse aus Wien

    Liebe Opernfreunde,


    wie wählt ihr Euch denn Euren Sitzplatz in der Oper aus ? Ich liebe es, in einer netten Loge zu sitzen, ist schön "intim" und man sitzt nicht mit mehreren hundert Leuten auf der gleichen Ebene (sei es jetzt in der WSO Parkett, Balkon oder Galerie), in der es noch während der Ouvertüre überall raschelt und rauschelt und zischelt.
    Für manche Zuschauer ist selbst ein teurer Logen-Platz nicht gut genug, weil man ja "schräg schauen" muss :rolleyes:


    In einer WSO-Loge hatte ich auch schon sehr schöne Gespräche mit meinen "Logen-Mitbewohnern", nicht zu vergessen jener Abend, in der eine nette ältere Dame Schokolade en masse verteilte :yes:


    Muss aber zugeben, daß ich geldtechnisch dann auch ausweiche auf die Galerie, da am Balkon m.E. die Akustik nicht so gut ist.
    Oder 10 EUR-Platz in einer Loge ist auch ok. Dazu muss ich aber die Oper schon kennen, sonst bringts nix.

    Meine Wagner-Wertung würde ich wie folgt aufstellen:


    1. Tristan und Isolde
    2. Lohengrin


    (meine geschichtliche Lieblingsperson (siehe Bildchen links) wusste was gut ist ! )


    3. Die Walküre
    4. Parsifal
    5. Rheingold
    6. Tannhäuser


    andere Wagner-Opern muss ich erst noch kennenlernen, aber mein angefangener "Ring" mit Rheingold und Walküre fand ich schon recht beeindruckend.

    Jederzeit und immer: TOSCA. Diese Oper kann ich eigentlich immer "mal schnell weghören", die 2 Stunden vergehen wie im Flug. Traumhafte Musik, geniale Story um Macht, Sex, Gier, Liebe; gleich 3 Todesarten, die sich gewaschen haben und für mich in dieser Gesamtheit die nahezu "perfekte" Oper. Vissi d'arte und lucevan le stelle als traurig-leidenschaftliche Arien...grazie giacomo :jubel:


    Sonst geht auch immer ein "Tristan" und ein "Lohengrin".
    Bin auch des öfteren in "Belcanto"-Laune vorzugsweise mit Lucia und Anna Bolena.

    Zitat

    Original von Fairy Queen


    Ich môchte dich bitten, mal genauer zu sagen, was du hier mit sinnlich meinst. Meinst du die sogenannten Gänsehautstellen?


    Ja, mit "sinnlich" meinte ich "Gänsehaut pur", das sich von oben bis unten durch den Körper schlängelt :D
    "erotisch" meinte ich nicht, obwohl das natürlich auch "sinnlich" sein kann.

    Hallo liebe Opernfreunde !


    Erst einmal von mir ein herzliches "Grüß gott" an Euch hier im Forum, bin nämlich ganz neu hier :wacky:


    Oper kann ja alle Sinne tief berühren und bei welchem Stück in der Opernwelt schmelzt ihr so richtig dahin ?


    Meine "Moments" sind:


    1. Puccini - Tosca - " E lucevan le stelle" ... ohne Worte und mit großem Kloß im Hals
    2. Wagner - Lohengrin - Vorspiel und "Nun sei bedankt, mein lieber Schwan".
    3. Tristan und Isolde - Vorspiel 3. Akt und Isoldes "Verklärung". Ein leises "verzeih mir" kann ich mir bei der Melodie nicht verkneifen :stumm:


    4. Puccini - Turandot - "Nessun dorma"
    5. Donizetti - Lucia - "Wahnsinnsarie"


    Liebe Grüsse aus Wien