Beiträge von audiamus

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    Original von observator
    nein, nur von hemmungen, schwellen und ängsten.
    aber schau mich an: bar jeden wissens, intellektuell unterbelichtet und moralisch nackt existiere ich schon seit 4 jahren hier und poste angstfrei und hemmungslos drauflos. aber solche figuren brauchen die foren auch, und die moderatoren würden sonst nur fett.


    :beatnik:



    Oha.
    Angst und Ignoranz.
    Das ist der Boden, auf dem Götzen gedeihen.



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    Lieber Michael,


    Du weißt ja nicht,wieviele Exemplare ich nach Walters Jubilate (keine Perser involviert) bestellt habe...


    Im Ernst, das Angebot kam mit dem jpc-Newsletter, da haben wohl so manche Leute nicht erst um Rat gefragt.
    Zudem ist dieser Thread hier - wohl auch von Nichtmitgliedern - sehr gut besucht, siehe Klicks.


    Jetzt muss ich aber Schluss machen und meinen Plan für eine Schrankwand aus Enescu-CDs fertigzeichnen.


    Grüße,



    audiamus



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    Liebe Taminen,


    einem (fast) geschenkten George schaut man nicht in den Orge, doch bevor man ihn sich (fast) schenkt, wird man ja mal fragen dürfen.


    jpc bietet Lawrence Fosters symphonische Konkurrenz-Trias zu Roshdestvensky bei Chandos und Lascae bei Ottavo jetzt für 8,99.- an.


    Ich weiß, die Frage ist sehr speziell, doch vielleicht hat jemand ja mal Vergleich gehört oder a priori euphorischen Jubel bzw. massive Einwände vorzutragen.
    Sind gegenüber den jeweils noch um die beiden Rumänischen Rhapsodien angereicherten, aber 60 Euro schweren Nebenbuhler-Einspielungen Qualitätsabfälle seitens des Monte Carlo PO, des Orchestre National de Lyon und ihres Dirigenten zu erwarten?




    Grüße,



    audiamus

    Lieber Videamus,


    dann mische ich auf Deinem Parnass mal zwei Briten unter das bunte Völkchen.


    Wie beispielsweise bei Schostakowitsch stellt ihr Schaffen für die Kunst der bewegten Bilder nur einen Teilaspekt ihres Oeuvres dar, doch ist er gewichtig genug, um die beiden Geadelten hier aufzuführen.





    Sir Malcolm Arnold (1921-2006) schrieb die Musiken für über sechzig Filme und etliche Fernsehproduktionen, darunter „1984“ von Michael Anderson und „David Copperfield“ von Delbert Mann.
    Irgendwo habe ich schon mal auf den bemerkenswerten Streifen „Whistle down the Wind“ hingewiesen, für den Arnold sich eine äußerst liebenswerte Melodie vom Kaliber Ohrwurm als Hauptthema ausgedacht hat.


    Am berühmtesten aber ist wohl sein Score für „Bridge on the River Kwai“ von David Lean.
    Der popuöäre, gepfiffene „Colonel Bogey Marsch“, der bereits in Hitchcocks „The Lady vanishes“ auftaucht, ist zwar einem Militärkomponisten aus der Zeit des ersten Weltkriegs entliehen, doch das Aufsetzen eines Gegen-Marsches ließ doch ein originäres Stück daraus werden.
    Arnold erhielt einen von sieben Oscars für seine Arbeit.











    Sir William Walton (1902-1983) ist vor allem in Bezug auf seine kongeniale Zusammenarbeit mit Laurence Olivier, auch Sir, und William Shakespeare, no Sir, erwähnenswert.
    Für die eindringlichen Filmmusiken zu „Henry V“ und „Hamlet“ wurde er immerhin nominiert, den Oscar erhielt er allerdings nicht. Sehr spannend die Einspielungen (auch Richard III) mit der Academy of St.Martin in the Fields unter Marriner, weiterer Sir, und der Beteiligung des Shakespeare-Altmeisters John Gielgud, noch’n Sir.









    Die Filmadaptation von "As you like it" ist allerdings keine Arbeit von Olivier, sondern entstanden unter der Regie von Paul Czinner, für den Walton drei weitere Partituren schrieb.



    Mit dem Score zur „Battle of Britain“ ging einiges schief, und so ist nur ein Teil der Walton’schen Originalkomposition in den Film eingearbeitet worden.






    Sir Audious



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    Original von Barbirolli
    Jane dürfte wohl von Susan Sarandon gespielt sein. DIE HEXEN VON EASTWICK.



    Jawoll :jubel:, und das anzüglichste Grinsen der Dvorák-Rezeptionsgeschichte geht auf das Konto von Jack Nicholson.



    Die Musik spielt nun bei Dir, Sir B.

    Verdammt, vergessen.


    Also: Eine Szene, in der trotz geschrumpfter Besetzung Dvoráks Cellokonzert eine große Rolle spielt. Und zwei große Mimen spielen auch welche, zudem sie das Cello, er das Klavier.
    Später wird sie ihm mit ihrem Trio einheizen.


    Zerknirscht,



    audiamus



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    Original von Johannes Roehl
    ... m.E. eine Art Chaconne



    Lieber Johannes,
    eigentlich ist es die strengere Form der Passagaglia, das Ostinato ändert sich, wenn ich es recht in Erinnerung habe, nur beim Wechsel der Tonart.
    Wir haben übrigens einen eigenen Thread über Tanejew hier.



    audiamus



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    Lieber Operus,


    es stellt sich tatsächlich die Frage, welche Kriterien in Sachen Stimme warum wo bei wem die größte bzw. geringste Attraktion hervorrufen.


    Vielleicht wäre die einen eigenen Thread wert?


    LG,


    audiamus



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    So gerät die PR der klassischen Musik zur Nabel- und Modenschau des Publikums.
    Ob Walter das gemeint hat?


    Was ist mit Turandot in der Verbotenen Stadt, Mahler II in Massada, Bach vor der Mauer oder Elgar im Hyde Park?


    Wo wird Klassik außerhalb der angedachten Wände zum Ereignis, wo zum Gag?



    audiamus



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    Original von Philhellene



    ...Daher fand ich die Besetzung mit einer hauptsächlich Ethno-Künstlerin gar nicht so un-HIP...



    Lieber Martin,


    da sind wir einer Meinung, und ich wollte diese Nominierung gar nicht in Frage stellen, sondern lediglich unterstreichen, dass die Altistinnen sogar Unterstützung aus anderen Ecken brauchen, um überhaupt repräsentiert zu werden.


    Zitat

    und wenn die Dame ihr Gesangsstudium beendet hat und ins Geschäft einsteigt, würde ich gern davon hören!


    Ich werde Dich gerne informieren, wenn es soweit ist. ;)



    Grüße,



    audiamus



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    Liebe Maggie,


    meine Gratulation zu dieser Herkules-Arbeit!


    Noch interessanter als die Spitzenplätze scheint mir das Verhältnis der Stimmlagen bei den genannten Sängerinnen: Sopran : Mezzo : Alt = 106 : 39 : 5!


    Unter den Altistinnen eine Ethno-Künstlerin und vier Damen aus den Jahrgängen 1861, 1899, 1912 und, die Jüngste, 1930!


    Kürzlich unterhielt ich mich mit einer ehemaligen Schülerin, die nun in Saarbrücken Gesang studiert, bisher zum Mezzo oder gar Sopran hochgepusht werden sollte und nun eine Gesangsprofessorin gefunden hat, die sie in ihrer wunderschönen tiefen Lage belassen und dort ausbauen möchte.
    Ich gratulierte ihr dazu mit der Behauptung, ein "echter" Alt von hoher Qualität sei seltener als alles andere, wenngleich nicht unbedingt populärer.


    Diese Umfrage scheint zu zeigen, dass ich dem Mädel nicht gänzlich dummes Zeug erzählt habe...


    Lieben Gruß,



    audiamus



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    Original von Ulrich Kudoweh

    ...es wird schon einen Sinn haben, dass das Ganze nie als Audio-CD aufgelegt wurde ...



    Hier dürfte vielleichtl Mehta seine Bogenhand im Spiel gehabt haben.
    Von seinem Kontrabass-Studien in Wien sind ihm im 33.Lebensjahr nur noch Rudimente geblieben, mitunter sägt er herrlich schräg gegen den Strich.
    Da sind schon die Erklärungen im Vorfeld und die gelegentlich irritierten Blicke vonnöten, um nicht gleich wieder die heilig-empörten Stirnrunzler mit ihren Spendentöpfchen zugunsten der Ernsthaftigkeit in der Kunst auf den Plan zu rufen.
    Doch gerade dieses Manko legt Zeugnis ab darüber, wie inspirierend, frisch, unverkrampft und spontan Kammermusik sein kann - und, welchen Spaß sie zu machen imstande ist.


    Es ist eine Sternstunde dieser Gattung und ein einmaliges Gemeinschaftserlebnis von fünf - damals - jungen, musikalischen Individualisten, die dennoch zauberhaft harmonisieren, in Bild und Ton festgehalten, ein Dokument, das seinesgleichen sucht und auch heute noch imstande ist, gerade jungen Menschen die Freude an der Kammermusik nahezubringen.



    audiamus



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    Original von ThomasNorderstedt
    „Frauenblut“ könnte bei Kennern der Poesie vom Typ N. I. Pejkos menstrual-gynäkologische Assoziationen hervorrufen.“



    Genau das soll es eigentlich auch.
    García Lorca verwendet hier sogar einen ungebräuchlichen, geradezu animalischen Terminus: "sangre de hembra".
    Und hembra heißt nicht etwa Frau, sondern bezeichnet das ,was wir in der Biologie unabhängig von der Spezies "Weibchen" nennen.


    Die Übersetzung "heißes Blut" geht da in eine ganz andere Richtung.


    Gruß,



    audiamus



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    Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg, cd DG 1976



    Eugen Jochum, Orchester der Deutschen Oper Berlin - 5


    Hans Sachs - Dietrich Fischer-Dieskau - 5
    Sixtus Beckmesser - Roland Hermann - 5
    Walther von Stolzing - Placido Domingo - 3
    David - Horst Laubenthal - 5
    Eva - Catarina Ligendza - 4


    Restensemble - 5 Was für ein Chor!


    Ges. 32 / 7 = 4,57


    TQ: 5 Trotz Alters der Aufnahme nix zu meckern.



    [Kommentar: Die fast Perfekte und gleichzeitig Beste. Höchste Bewunderung für Eugen "Kontrapunkt" Jochum und die DOBs,
    Roland Hermann hört man sogar schwitzen, Laubenthal wunderbar hell, geradezu zwitschernd, Dieskau weise, nicht naseweis, Ligendza fehlt lediglich ein Punkt zur Jugendlichkeit.
    Nur halt Domingo und sein spanisches Timbre wie Deutsch. Aber glücklicherweise stört Stolzing in der Oper nicht zu sehr.
    Reißer: Der Choreinsatz nach der Ouvertüre, nebst derselben, Davids Meisterregeln, Sachsens und Beckmessers Schuh-Duell und natürlich das Quintett im 3. Akt. Grandios!]




    audiamus



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    Original von Michael M.
    "Enamorados" kann, soweit ich weiß, sowohl "verliebte Paare" als auch "verliebte Jungs" meinen.


    Kann es. Doch wenn es sich um Männlein und Weiblein gemischt handelt, wird die maskuline Endung "os" verwendet (nicht schimpfen, Fairy...).
    Die ausschließlich männlichen Verliebten wären schon arg interpretiert.


    Das "donde poner cien cruces" kann sowohl als "wo man 100 Kreuze aufstellen kann" als auch mit "wo 100 Kreuze aufzustellen sind" übersetzt werden.


    "...que los recuerden" ist subjontivo, also muss es genau genommen heißen: "...die an sie erinnern sollen/mögen"



    audiamus



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    Original von Zwielicht
    Mein Stuhlgang 2009



    Siehe auch


      Zwischen den Stuhlgängen - Strauss beim Komponieren über die Schulter geschaut


      Darmperestaltik im Hause Schumann


      Mahlers und Griegs Komponierhäuschen - Ein Vergleich


      Scheißegal - Das Regelwerk der Atonalität


      Das Wuchern mit den Pfunden - Selbst Shakespeares Kaufmann jetzt als Musical


      Der stille Ort - Korgolds unbekanntes Sequel entdeckt


      Henzes Symphonien - unnötige Ballaststoffe?


      Einlauf der Gladiatoren - Die dunkle Seite des Julius Fucík


      Auf dem Durchmarsch - Beethovens mittlere Streichquartette in der Spiegelung der Zeit


      und natürlich


      Der Wind, der Wind - Humperdincks Behandlung des Bläserapparates




    Auf gute Verrichtung,





    audiamus



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    Bei einem Metzgerladen stand eine Frau mit einem Korb am Arm und spekulierte auf Würste zu Mittag; als ich an ihr vorüberging, sah sie mich an. Sie hatte nur einen Zahn, und der saß ganz vorne.
    Nervös und leicht empfänglich, wie ich in den letzten Tagen geworden war, machte das Gesicht der Frau sofort einen widerlichen Eindruck auf mich; der lange, gelbe Zahn sah aus wie ein kleiner Finger, der aus dem Kiefer ragte, und ihr Blick war noch voll von Wurst, als sie sich zu mir drehte.



    Knut Hamsun, "Hunger", 1890

    Zitat

    Original von pbrixius
    ...sehr spannend finde ich Hamsun.



    In der Tat.
    Ich wünschte mir, das allgemeine empörte Kopfschütteln über seine politischen Verfehlungen im Greisenalter würde allmählich mal auf eine maßvolle Frequenz heruntergefahren und das literarische Werk des Nobelpreisträgers auch bei uns wieder die Würdigung erhalten, die es verdient.



    audiamus



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    Lieber Michael, lieber Rideamus,


    auch ich bin der Meinung, dass man eigentlich in der Musik nichts zu suchen braucht, sondern eher immer wieder findet, wiederfindet und neu findet.
    Verstiegen möchte man gar manchmal meinen, viele der Emotionen oder Seelenzustände, zu denen sich hier erfreulich offenherzig bekannt wird, ergeben sich, indem bestimmte Musik einen selbst findet.


    Rappys Ansatz, bestimmte Themen oder Stellen, nicht ganze, komplexe Stücke gewissen Stimmungen, Erfüllungen oder Sehnsüchten zuzuschreiben, vermag ich ebenfalls sehr gut nachzuvollziehen.
    So kann ich mir in geeigneten Augenblicken, da es nötig ist nachzuspüren, wie man aus dem Staub zu den Sternen gelangt, eine gewisse Stelle im vierten Satz der Ersten Elgar gerne dreißig mal hintereinander anhören oder auf gleiche, beinahe schon brachial anmutende Weise mich im Flötenvorspiel zu „Ich folge dir gleichfalls“ aus der Johannespassion zu physischem oder geistigen Aufbruch verleiten lassen.


    Und doch hat sich dieser Thread zu einem hübschen CD-Vademecum entwickelt, den ich erst jetzt, nach vollbrachter Weihnachtsarbeit, entdecke.


    Emotionen zu beschreiben ist, was mich angeht, Sache der Literaten, wenn überhaupt, und passende Musik dazu zu finden wohl die der Kryptologen, denn nach einem mir bislang unbekannten Prinzip mit einem nach wie vor ungeknackten Code ändern sich Schlüssel wie Schloss ständig.


    Was ich aber angeben kann sind manche Platten, die mit einschlägigen Tagessituationen in kongenialem Einklang stehen, da sie es regelmäßig, ohne aber natürlich überstrapaziert zu werden, vermögen, diese zu verbessern oder zu unterstützen.


    Hier also mein Senf dazu in chronologischer Reihenfolge:




    Morgenmuffelvertreibung








    Alternativ: Sonntagskaffeegeschmacksverstärker








    Automobiloptimierte und autodidaktikorientierte Dienstwegerleichterung, großer Dienstweg








    Automobiloptimierte und autodidaktikorientierte Dienstwegerleichterung, kleiner Dienstweg








    Mittagstiefausschachter









    Mittagstiefüberbauer








    Nachnachmittagsverpflichtungsrekonvaleszerstreuer








    Koch-und Dasgekochteesshilfe








    Chill-Outer 1








    Chill-Outer 2










    Einen schönen Tag,



    audiamus



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    Original von Johannes Roehl
    ...Brahms op.26 mit Richter aus den 80ern. Das ist klanglich nicht so toll, teils etwas kratzig, aber sehr energiegeladen.


    Das sehe ich genauso.



    Danke für die Informationen!



    audiamus



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    Original von Jacques Rideamus
    ...jedemal, wenn ich die Aufnahmen höre, bin ich mehr als angetan.


    Das unterschreibe ich sofort.
    Und schiebe den Landsmann und Namensgeber gleich hinterher.






    Jetzt mal eine Frage:


    Ich besitze diese Aufnahmen, ebenso wie die Schostakowitsch-Quartette, als EMI-Aufnahmen, jedoch müssen es die gleichen sein.
    Hat Chandos die Sachen aufgekauft?



    audiamus




    EDIT:
    Nein, es können nicht die gleichen sein, beim Souvenir spielen Bashmet und Gutman, und es ist eine ehemalige Melodiya-Aufnahme.







    Also neue Frage:
    Haben die Borodins alles zweimal aufgenommen?



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