Beiträge von Wiener Klang


    Ist nun zwar etwas OT und nichts gegen dich, aber dennoch:
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend ein Mensch hören kann, ob ein Millimeter mehr oder weniger einen Unterschied macht.
    Ich wage sogar zu bezweifeln, dass man das messen kann.
    Vielmehr denke ich, dass der perfektionistische Techniker dann zufrieden ist, wenn er weiß, dass alles genau eingemessen / abgemessen / eingerichtet ist.

    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Auf diese Weise wäre es möglich herauszufinden, welche "Schätze" derzeit ungehoben in den Archiven schlummern - bzw ob nach ihnen überhaupt Sehnsucht vorhanden ist...
    Ich bin jedenfalls gespannt was dabei zu Tage gefördert wird.
    ...


    Den Satz "Die Aufnahme sollte vor Jahren bereits im Programm der Deutschen Grammophon (oder Archiv-Produktion) gewesen - derzeit aber seit längerem nicht erhältlich sein - weder Full noch Midprice"
    habe ich glatt überlesen.


    Dennoch, hier meine Wünsche:


    1.) Abschiedskonzert von Christian Thielemann und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, Musikverein Wien, 28. November 2004


    2.) Anton Bruckner, Sinfonie No. 8, Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker, Musikverein Wien, 25. März 2007


    3.) Anton Bruckner, Sinfonie No. 5, Christian Thielemann, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Konzerthaus Berlin, 18. März 1998


    usw, usf.

    Nach dem gestrigen Konzertabend im Linzer Brucknerhaus bin ich immer noch sehr beeindruckt.
    Was die gut 80 jungen Musikerinnen und Musiker da geboten haben, hätte ich in der Form vielleicht gar nicht erwartet.
    Eine 17jährige Flötistin spielt das großartige Ibert Flötenkonzert mit einer Virtousität und einem Vortrag,
    sensationell, natürlich auch noch auswendig.
    Und was dann mit recht frischem Tempo aus Bruckners VII. wurde, Hut ab.
    Vielleicht lag es am jugendlichen Leichtsinn und / oder an der lockeren Art des schwedischen Dirigenten Ola Rudner, jedenfalls war es eine überaus frische Darbietung abseits weihrauchschwangerer Klangtürme.
    Knackige Blechbläserpassagen, ein toller 1. Hornist, wunderbar der Solist an der Wagnertuba.
    Die Dynamik und auch die dynamische Differenzierung waren beachtlich.
    Was das Können betrifft, braucht man sich also um die "ernste Musik" auch in meinem Bundesland keine Sorgen zu machen: die Jungen wollen und können.
    Das Haus gestern war ausverkauft, ob das an den Angehörigen der Musiker, deren Freunden und Komilitonen lag, oder ob der moderate Kartenpreis von € 10,- "schuld" war, endlich war das Publikum wieder einmal durchmischt.
    Üblicherweise wird einem hinsichtlich des Konzertpublikums nämlich angst und bange, denn die meisten Besucher haben die graumelierte Ära längst hinter sich.
    Das bringt mich zur Frage abseits dieses Threads: muss Klassik wieder leistbarer werden und sich auch einem weniger elitären Publikum öffnen?

    Zitat

    Original von Theophilus
    Hi


    Dass du ein großer Bruckner-Fan bist, ist nicht zu übersehen. Dennoch musst du die Spielregeln befolgen und darfst die 8. nicht gleich zweimal einschmuggeln!


    :D


    Mea Culpa. Sollte nicht so da stehen. :untertauch:
    Ersetze das 2. Mal Bruckner 8. gegen Bruckner 9.
    Die SACD unter Harnoncourt und den Wienern.


    Oder auc hgerne gegen Schuberts "Tragische"


    Obwohl ich mich als Thielemann – Fan outete, bin ich dennoch nicht verblendet, sondern versuche immer Objektivität zu bewahren.
    Doch ich frage mich, auf welche Argumente du deine Aussage stützt?
    Wonach beurteilst du denn die "1. Liga"?


    Thielemanns Interpretationen sind…anders.
    Hinsichtlich der Tempi, hinsichtlich der Dynamik, etc.
    Thielemann dirigiert, interpretiert und vermittelt dies dem Orchester.
    Musizieren tun immer noch die jeweiligen Musiker, und wenn von vorne nichts rüberkommt, dann kommt auch nichts zurück.
    Auffallend dabei ist, dass die jeweiligen Orchester unter seinem Dirigat zur Hochform auflaufen, ich denke da an eine sensationelle 5. Bruckner mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, oder einer Sternstunde mit den Wiener Philharmonikern mit der 8. Bruckner.
    Die Einspielung der 5. Bruckner aus dem Münchner Gasteig fiel leider den Filtern der Deutschen Grammophon zum Opfer, klingt etwas dunpf, die Interpretation ist aber durchaus hörenswert.
    Als ein ganz tolles Erlebnis bleibt mir auch sein Abschiedskonzert mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin in Wien in Erinnerung.
    Der Applaus wollte nicht enden.
    Die Wiener Philharmoniker letztlich spielen unter seinem Dirigat wie vom anderen Stern, ich denke auch an das Festkonzert anlässlich der Wiedereröffnung der Staatsoper.
    Letztlich ging es in diesem Thread einmal um die (= Thielemanns) Musik.



    Nun ja. Ich sehe das so: da ich selber Musiker bin, urteile ich in erster Linie mal nach dem, was da geschrieben steht und wie das Ganze klingt.
    Der Badonviller Marsch ist – bei all dem schlechten Ruf, den er durch seine missbräuchliche Verwendung auch hat – ein musikalisch hochwertiger und wunderbar stimmiger Konzertmarsch.
    Als ich ihn das erste Mal spielte, wusste ich nichts von den braunen Schwaden, die dieses Werk umwölken und dachte mir: toll, das klingt ja echt gut!
    Ich war damals sehr jung, und das ist nun über 20 Jahre her.
    Seither spielten wir ihn nicht mehr. Aus bekanten Gründen und weil die Kapellmeister angepasst sind.
    Preussens Gloria, Hoch Heidecksburg, etc. Ja, die kann man schon spielen (obwohl aus der gleichen Ära), da regt sich niemand auf.
    Aber um Gottes Willen doch nicht den Badonviller, das tut man doch nicht, auch nicht – und nur darum ginge es mir als Musiker – um der Musik willen.
    :no:

    Und ich dachte es gibt unter Klassikliebhabern keine mp3 - Playerfreunde. :wacky:
    Ich persönlich besitze zwar einen iPod (das winzige Ding zum Anclippen, ohne Display und mit 1 GB), aber ich mag ihn nur in Ausnahmesituationen.
    Grund: das Hintergrundrauschen, sobald man das Ding einschaltet.


    Zwar finde ich die Verwaltung des iPods am Apple Rechner gut, aber wenns nicht allzu grob hergeht, nehme ich viel lieber meinen alten Sony MZR-900 MD - Player/Recorder, der kommt klanglich besser mit als jeder CD - Porti, außerdem sind mir CD's mitzunehmen mittlerweile sogar im Auto zu schade, und Sicherungskopien anzufertigen ist auch nicht immer witzig.


    Vor ein paar Monaten habe ich mir einen HiTec-Dinosaurier* gekauft, den Sony MZ-RH1 HiMD - Recorder. Der kann alles unkomprimiert aufnehmen, und ich verwende ihn gerne für private Mitschnitte von Konzerten, etc.
    *: leider ist die MD und HiMD bei uns am Sterben.


    Ach ja: Kopfhörer entweder AKG K324P in ear oder lieber AKG K412P.


    In meinem alten Auto habe ich kurzerhand den Becker CD - Radio rausgenommen und gegen einen uralten Grundig Kassettenradio getauscht.
    Grund 1: der Radioempfang ist unfassbar. B4 sogar in OÖ Tieflagen ohne Probleme.
    Und damit komme ich erst gar nicht in Versuchung, CD's mitzunehmen.
    Die originalen Breitbandlautsprecher (nur 2 Kanäle) sind mir für mein Radioprogramm recht und billig.
    Grund 2: der schlechte Radioempfang mit der Serienanlage im S**B.
    Nun hat meine Frau den Becker und ist glücklich damit.
    :lips:

    Ich persönlich finde das schade, dass das Ganze einfach abgesagt wurde.
    Aber manche Journalisten können nicht über den Tellerrand hinausblicken und unter dem (nur) künstlerischen Aspekt betrachten.
    Darüber hinaus könnte man das ja auch als einen musikalischen Brückenschlag verstehen.
    Was das allerdings mit Christian Thielemann als GMD zu tun hat weiß ich nicht.
    Ist er als solcher verantwortlich für die Kammermusik?
    Bestimmt er die Lokalitäten?
    Meine Fragen sind ernst gemeint.


    Hallo Christopher.


    Derzeit wälze ich mich durch eine Menge Threads, aber dazu habe ich nun doch eine Frage:
    wie soll das gehen, dass du vom Band plötzlich mehr Details hörst als von der CD? Was vorher gefehlt hat kann das Band IMHO nicht mehr dazugeben, bzw. was vorher da war, kann das Band oft nicht darstellen, das ist zumindest meine Erfahrung.


    Im Übrigen finde ich den ganzen "Kettenthread" recht interessant.
    Nach vielem Lehrgeld und langen Jahren des Probierens teile ich die Einstellung von Davis Messinger immer mehr. Zu teure Verbindungskabel und völlig überteuerte Lautsprecherkabel helfen vor allem: der Zubehörindustrie.
    Ich bilde mir ein, ein recht gutes Gehör zu besitzen und meine Vienna Acoustics Lautsprecher sind in der Lage, sehr feine Nuancen aufzulösen.
    Ich konnte jedoch in keinem getesteten Fall einen Unterschied zwischen einem LS - Kabel um € 7,- / m und einem um € 99,- / m feststellen.
    Wohl aber zwischen einzelnen CD - Playern und Verstärkern.
    Mein SACD / DVD - Player von (nicht lachen) Pioneer löst dank Burr Brown Wandlern und mit Hilfe des "kleinen" NAD 325BEE fantastisch fein auf, SACD's klingen geradezu erschreckend klar aus den KEF iQ3,
    dennoch ist mir das stimmige Röhren/Transistorengemisch meiner Vincent Hybrid Komponenten an den VA's das Maß der Dinge. Da konnten die ebenfalls getesteten T&A Teile nicht mit.
    Und um den Preis dieser Kette stoße ich noch gar nicht in den oft strapazierten Bereich "High End" hinein.
    Letztlich hat aber wohl jeder sein eigenes Klangempfinden und das ist gut so.