Beiträge von Gurnemanz

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    Original von WolfgangZ
    Kann mir 40-Prozent-Gebildeten an dieser Stelle jemand sagen, ob das irgendwas mit der Spektralisten-Schule (Grisey, Murail) zu tun hat? Mir fehlt zu diesem Schlagwort bei allem Interesse das tiefere Verständnis. Aber vielleicht kann mir jemand helfen.


    Zum Thema selbst vermag ich weder Flaches noch Tiefes beizutragen, immerhin: Zur Spektralen Musik gibt es hier eine relativ verständliche Erklärung.


    Oh, ich bemerke, daß Du Dir schon selber hast helfen können.


    Marc-André Dalbavie kenne ich nicht, aber ich schätze Leif Ove Andsnes. Auch deshalb würde mich Näheres über die CD interessieren.

    Liebe Fairy Queen,


    das klingt alles sehr verheißungsvoll, auch ohne musikalischen Bezug - vielen Dank für die Tips, Julien Green kommt auf die Liste!


    Bitte Diskussionen über Autoren und Bücher, zumal ohne musikalischen Bezug, im Literaturforum weiterführen!


    JR

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    Original von Caesar73
    [...] wenn man Glenn Gould in der Hinsicht als Vorbild versteht, als Künstler einen eingeschlagenen Weg auch Widerständen zum Trotz weiterzuverfolgen, dann dürfte Gould nicht nur für Ragna Schirmer ein Vorbild, sondern für jeden ernsthaften Künstler.


    Lieber Christian,


    das leuchtet ein, zumal Schirmers Bekenntnis zu Gould auch recht allgemein ausfällt. Allerdings erinnert mich ihr Händel auch insofern an Gould, als sie den Klang des modernen Flügels auf die historischen Gegebenheiten des Cembalos abstimmt, also nicht herausholt, was der Steinway hergibt, sondern durch sparsamen und gezielten Pedalgebrauch, mit ihrer Art der Verzierungen und der ganzen unromantischen Darstellung einen Zugang zu Händel findet, der mich an Goulds Bach erinnern läßt. Der Ansatz ist ähnlich, finde ich, und da ist mehr als bloß Bewunderung für einen Künstler, der mutig seinen eigenen Weg geht und sich dabei treu bleibt. Oder?


    Zitat

    Ansonsten macht sie auf mich einen erfreulich unprätentiösen Eindruck, verfügt über eine brilliante Technik, die doch niemals Selbstzweck zu sein scheint.


    Völlig einverstanden, was ihren Händel betrifft. Über ihre anderen Aufnahmen kann ich, wie gesagt, nicht mitreden. Sollte ich weitere Schirmer-CDs erwerben, wären das vermutlich diese beiden, auch weil sie Werke enthalten, die ich noch nicht kenne:


    Von Dir bereits hoch gelobt:



    Hier offensichtlich noch nicht besprochen:


    Lieber Christian,


    danke für den Transport - stimmt, das paßt auch hier. Im Händel-Thread hatte ich nachträglich noch einen Verweis auf Glenn Gould eingefügt, auf den die Künstlerin sich selbst beruft: In einem Interview des FonoForum (04/09) bezeichnet sie ihn - auf die Frage, wer sie als Musikerin beeinflußt habe - als einen "der ganz Großen"; er inspiriere sie "in seiner Exzentrität, weil er so mutig ist. Weil er gezeigt hat, wie man seinen eigenen Weg geht. Man darf auch mal Fehler machen, vielleicht auch mal einen Schritt zu weit gehen, aber man muss seiner Linie treu bleiben".


    Der eigenwillig-schrullig-geniale Kanadier als Vorbild? Auch in anderen Einspielungen Ragna Schirmers?

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    Original von Glockenton
    Soeben habe ich probegehört, und obwohl ich diese Musik im Ausgangspunkt klar als Cembalomusik sehe, finde ich doch, dass sie mit ihrem Spiel sehr überzeugend und auch stilbewusst ( historisch informiert) klingt.


    Ich bin hell begeistert von Ragna Schirmers Einspielung! Wobei ich die Werke hier erstmals höre und auch die anderen Einspielungen der Pianistin nicht kenne. Frau Schirmer habe ich einmal vor Jahren im Konzertsaal erlebt, als sie, gemeinsam mit dem Gewandhausquartett, Schumanns Klavierquintett aufführte (leider keine angenehme Erinnerung: die Herren Streicher spulten ihr Programm routiniert herunter und auch die Pianistin hatte nicht ihren besten Tag, auch wenn sie sich redlich mühte).


    Umso überzeugender, was ich gerade höre; besonders frappant finde ich, wie R. Schirmer es schafft, mit ihrem Steinway den in der Musik angelegten Cembaloklang deutlich zu machen: Ich habe beim Hören den Eindruck, daß hier beide Sphären, die historische und die moderne, übereinandergelegt sind, was ich äußerst spannend finde - wie seinerzeit schon bei Glenn Gould und Bach. Wahrscheinlich wird, wer diesen ablehnt, auch bei Schirmer auf Probleme stoßen, und umgekehrt, wer Goulds Bach schätzt, müßte auch Schirmers Händel mögen. Aber ich kann mich täuschen. In einem Interview des FonoForum (04/09) nennt Ragna Schirmer auf die Frage, wer sie als Musikerin beeinflußt habe, übrigens Glenn Gould als einen "der ganz Großen"; er inspiriere sie "in seiner Exzentrität, weil er so mutig ist. Weil er gezeigt hat, wie man seinen eigenen Weg geht. Man darf auch mal Fehler machen, vielleicht auch mal einen Schritt zu weit gehen, aber man muss seiner Linie treu bleiben".


    Auch habe ich beim Hören zwei Déjà-vu-Erlebnisse: Einmal natürlich in Bezug auf Brahms' Händel-Variationen (Vorlage: die Aria con variazioni aus der Suite B-dur, HWV 434), dann kam mir Stanley Kubricks Film Barry Lyndon, erst kürzlich im Programmkino wieder einmal gesehen, in den Sinn: Jetzt ist mir klar, daß der leitmotivisch verarbeitete Rhythmus, der den Film in einigen Veränderungen durchzieht und musikalisch dominiert (faszinierend!), nicht von Vivaldi stammt, wie ich angenommen hatte, sondern aus der Sarabande der Suite d-moll, HWV 437 stammt. Also waren mir Händels Suiten bislang wenigstens nicht gänzlich unbekannt.


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    Original von HolgerB
    Die Suiten werden "luftig" und locker gespielt ohne dabei, ich will es mal so nennen, "sahnig" zu wirken.


    Höre ich auch so; eindrucksvoll auch, wie klar und feinfühlig die Pianistin die einzelnen Charaktere der Stücke herausarbeitet: eine wirklich große Edition. Danke für den Tip!

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    Original von Ulli
    Julien Greens 'Erinnerungen an glückliche Tage' [/I]


    Der Mann scheint über Musik Bescheid zu wissen - eindrucksvolle Zitate, die bei mir die Frage auslösen: Sind es nur vereinzelte Beobachtungen oder spielt die Musik eine bedeutendere Rolle? Der Autor ist mir bislang noch unbekannt; sein Werk, das wohl in Paris zu Beginn des 20. Jahrhundert spielt, könnte mich näher interessieren. Drum, lieber Ulli, ein, zwei erläuternde Sätze zu Deinen Lektüreeindrücken wären nett...!

    Liebe Opernfreundinnen und -freunde,


    bislang habe ich mich noch nicht am Opernführer beteiligt; das könnte sich demnächst ändern: Wenn ich es richtig sehe, gibt es zu Schostakowitsch, Lady Macbeth von Mzensk bislang weder einen generellen Thread noch einen Beitrag im Opernführer. Das würde ich gern übernehmen.


    Sollte ich mich täuschen und es gibt schon etwas bzw. jemand hätte die Arbeit bereits aufgenommen, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis.

    Vielen Dank für Eure Tips (und die Kommentare, sind eine gute Orientierungshilfe!), werde ihnen nachgehen - hatte gar nicht gesehen, daß es schon mal einen Thread in diese Richtung gab. Namen wie Duke Ellington und Dave Brubeck sagen mir etwas, Thelonius Monk kenne ich nur dem Namen nach und viele Namen in dem von Barbirolli genannten Thread sagen mir noch gar nichts (bitte nicht allzu heftig die Stirn runzeln über meine Unbildung, liebe Jazzfreunde!). Kompilationen schätze auch ich weniger; wahrscheinlich wird man den einzelnen Künstlern eher gerecht, wenn man einen größeren Ausschnitt aus ihrem Repertoire kennt (ist ja in der Klassik ähnlich).

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Lieber Gurnemanz,
    ja, Gergiew hat definitiv beide Fassungen aufgenommen: 2 CDs für die Erstfassung, 3 für die Zweitfassung.


    Lieber Edwin,


    das steigert meine Neugier, zumal es mir heute beim Vergleichshören Semkow-Fedoyesev (hier bin ich zugunsten Semkow deutlich voreingenommen, weil seine Aufnahme mir als die lange einzige des Boris so vertraut und nah ist wie das liebe Gesicht eines Freundes) so erschien, daß sich auch Fedoyesev im Prolog und 1. Akt für eine Mischfassung entschieden hat, also in Pimens Erzählung für die ungekürzte Schilderung von Boris' Kindesmord (= "Urfassung" 1869), aber auch für die Hereinnahme von Grigoris Erwachen und Traum, mit den beiden ersten Chören der Mönche (das kam wohl erst in der "Originalfassung" 1872 dazu, bitte mich ggf. zu korrigieren; ich kenne die Partitur nicht und stütze mich lediglich auf die CD-Editionen samt den darin enthaltenen Einführungen). Der Kompromiß scheint mir dramaturgisch fast notwendig (war das Mussorgsky so nicht klar oder spielt hier Angst vor der Zensur eine Rolle?), wenn man Pimen als den Mann der Vergangenheit ansieht (er schließt gerade seine Chronik Rußlands ab eben mit Boris' Verbrechen) und Gregori als den der Zukunft (sein Traum handelt von einer Turmbesteigung, er sieht auf das Moskauer Volk herab wie auf Ameisen, die Menschen recken höhnisch drohend ihre Finger nach oben, er stürzt in die Tiefe und erwacht): Seinem zukünftigen Aufstieg als falscher Dimitri wird, nach Ende der hier abgehandelten Periode, der Absturz folgen: Rußlands Geschichte als die ewige Wiederholung: Herrscher kommen und gehen, das russische Volk bleibt im Elend (so auch der Narr am Schluß) - soweit eine Skizzierung der dramaturgischen Idee des Boris, wie sie sich mir erschließt. Auch die Pimen-Grigori-Szene gehört zu den faszinierenden "Bausteinen"! Die lockere Szenenfolge, die nicht so recht ineinander aufgehen will, erinnert mich auch an Büchners Woyzeck (auch hier das Problem divergierender Fassungen).


    Zitat

    Es gibt eine Quelle, derzufolge Mussorgskij das Basilius-Bild entfernt hat, weil das Volk den Gottesnarren verspottet. Mussorgskij sagte, hier habe er über das Volk gelogen, denn das russische Volk würde niemals einen armen Teufel verspotten.


    Kann ich verstehen, dabei finde ich gerade den verspotteten Gottesnarren (=Christus??) besonders anrührend. Das einfache bäuerliche Volk wurde ja gerade von einigen russischen Intellektuellen gegen Ende des 19. Jahrhunderts verherrlicht (z. B. extrem bei Tolstoi), da paßte die Horde der Jungen, die den Narren demütigen, nicht ins idealisierte Bild.

    Heute nachmittag im Vergleich zwei faszinierende Aufnahmen dieses großen Werks:


    Boris Petrowitsch Mussorgsky (1839-1881)
    Boris Godunow (1869-72)
    Musikalisches Volksdrama in vier Akten mit einem Prolog


    Talvela, Gedda, Mróz, Haugland, Polish Radio Nat. Orch., Jerzy Semkow
    EMI 1976



    Vedernikov, Matorin, Piavko, Arkhipova, Masurok, Sokolov, USSR TV and Radio Large Symph. Orch., Vladimir Fedoseyev
    Philips 1978-83


    Lieber Edwin,


    den Gergiew habe ich mir bereits vorgemerkt.


    Zu Fedoyesev: Hat er, wie Du oben schreibst, das Bild vor der Basiliuskathedrale in das Schlußbild integriert oder stammt das vom Komponisten selbst? Letzteres legt der Aufsatz von David Lloyd-Jones (im Booklet der Fedoyesev-Einspielung) nahe. Demnach hat Mussorgsky übrigens in seiner "definitiven" Fassung - "Originalfassung" - auch Kürzungen im 1. Akt, Bild 1 bei Pimens Schilderung des Mordes zu Uglitsch (Boris' Verbrechen in der Vorgeschichte, Hauptthema der Oper) vorgenommen.


    Arthur Jacobs (Einführungstext in der Semkow-Einspielung) schreibt, daß Semkow hier wie auch im Prolog (Hof des Jungfrauenklosters in Moskau, auch hier Kürzungen in Mussorgsky II gegenüber I) auf die erste Fassung ("Urfassung") zurückgreift, weil beide Szenen (Prolog wie Pimens Erzählung) gegenüber der zweiten Fassung "reicher und zwingender gestaltet" seien.


    Präsentiert Gergiew auch hier beide Fassungen?

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    [Fedoseyev] (h)ält sich, von minimalen Varianten in der Deklamation abgesehen, an Mussorgskij II, integriert aber das Bild vor der Basilius-Kathedrale. Du bekommst also die gesamte "Boris"-Musik.


    Nicht ganz: In der "definitiven" Fassung (=Mussorgsky II) fehlt die Begegnung des Narren mit dem Zaren vor der Basiliuskathedrale: Der Narr wird von einer Horde Jungen verfolgt, sie rauben ihm seine letzte Kopeke, der Narr jammert - bis hierhin übernimmt Mussorgsky die Szene in die neue Schlußszene (Waldlichtung bei Kromy in der "definitiven" Fassung = Mussorgsky II) -, dann tritt Boris hinzu und will den Narren (der als "Gottesnarr" ja auch heilig ist) beschützen, bittet ihn sogar darum, für ihn, den Zaren, zu beten. Der Narr weigert sich, weil er nicht für einen "Herodes" beten könne. Anschließend die Klage über das Unglück Rußlands (in M. I vor der Sterbeszene, in M. II ganz am Schluß).


    Bei Fedoseyev, der sich an M. II hält, muß die Begegnung entfallen; Semkow findet einen Kompromiß, indem er in der Schlußszene die Verfolgung und Beraubung des Narren durch die Jungen zwar wegläßt (dafür bringt er die komplette Szene vor der Kathedrale, M. I), aber ihn dann doch ganz am Ende das Unglück des russischen Volks beweinen läßt.


    Kein geringes Dilemma für den Interpreten, wenn ihm (wie mir) das eindrucksvolle und dramaturgisch bedeutsame Aufeinandertreffen des Narren mit dem Zaren wichtig ist. Semkows Mischung der beiden Fassungen hat daher auch ihre Vorzüge.


    Überhaupt ist dieser Gottesnarr diejenige Gestalt in der Oper, die mich ganz besonders berührt. Dessen Schlußklage mit dem dann irgendwie ratlosen Auslaufen des Orchesters (weiß nicht, wie ich es treffender sagen könnte) - das einsame Fagott am Ende (bei Rimsky-Korsakow ist es, glaube ich, ein Cello, was die Sache deutlich mildert und in sanftem Licht erscheinen läßt [Wagners Einfluß?], bei Mussorgsky bleibt es gänzlich unversöhnt) - gehört für mich ohnehin zu den ergreifendesten Opernschlüssen, die ich kenne.

    Zitat

    Original von thdeck
    Semkow (1976):
    Scheint gut. Laut Operone aber die Schostakowitsch-Fassung???


    Wenn damit die von mir oben genannte EMI-Semkow-Aufnahme gemeint ist (bei jpc finde ich noch eine Live-Aufnahme 1972 mit dem Teatro La Fenice Orchestra, die ich nicht kenne): Laut Booklet handelt es sich um die "erste Aufnahme der Originalfassung nach der Edition von David Lloyd-Jones (1975) und der Ausgabe von Pavel Lamm (1928)". Von Schostakowitsch ist da keine Rede.

    Zunächst einmal: Ich eröffne hier ein neues Thema in einem Bereich, in dem ich mich ohne weitere Bedenken als überwiegend inkompetent bezeichnen darf: Ich bin kein Jazz-Liebhaber, höre aber immer wieder mal gern Dixieland, Blues, Swing, Freejazz (diese Stichworte bekomme ich immerhin noch zusammen, könnte wohl auch noch ein paar Namen berühmter Musiker/innen nennen) oder was es da sonst noch so gibt - je nachdem was ich im Radio mehr oder weniger zufällig so erwische, so heute auf einer längeren Autofahrt.


    Da ich mein Jazz-Verständnis gern ein wenig fundieren würde, nun mein Anliegen - analog dessen, was es im Klassikbereich hier schon gab - an die Liebhaber/innen und Kenner/innen:


    Wenn Ihr mir, sagen wir, 5 CDs vorstellen würdet, die einen guten Einstieg in den Jazz darstellen würden: Welche Aufnahmen wären dies? Schön wäre es, die Empfehlungen mit einem kurzen Kommentar zu versehen. Eventuell ratsam wäre es, mit den 5 Tips einen möglichst weiten Bereich des Jazz abzudecken, aber das ist keineswegs Bedingung. Beispiele: "Als Einstieg in den Freejazz empfehle ich ..." oder einfacher: "Meine 5 liebsten Jazz-CDs".


    Nun denn: "Jazz für Anfänger - Was empfehlt Ihr?"

    Diese beiden Werke bilden das Hauptprogramm eines Symphoniekonzerts in Heidelberg, das ich morgen erleben werde. Hoffentlich ist es kein Fehler, sie schon jetzt in so beeindruckenden Interpretationen zu hören (Enttäuschung vorprogrammiert?). Dennoch:


    Claude Debussy (1862-1918)
    Première Rhapsodie pour Orchestre avec clarinette principale (1909/10)
    Franklin Cohen, Klarinette; The Cleveland Orchestra; Ltg.: Pierre Boulez
    DGG 1991



    Bohuslav Martinu (1890-1959)
    Symphonie Nr. 1 (1942)
    Bamberger Symphoniker; Ltg.: Neeme Järvi
    BIS 1987



    Jetzt bin ich schon gespannt darauf, welchen orchestralen Glanz die Heidelberger Philharmoniker unter Cornelius Meister morgen entfalten werden...

    Zitat

    Original von Zwielicht
    [...] weil im Adagietto der Sinfonie bekanntlich ein nicht mehr ganz so junger Mann ein Weib bewundert... :wacky:


    Ein Weib? War's nicht ein schöner Jüngling namens Tadzio? Aber jetzt gerate ich auf Abwege, deshalb: :stumm:

    Es soll (ansonsten ernstzunehmende) Musikliebhaber geben, die auf Editionen wie diese gern lange und vor allem vergeblich warten :pfeif:


    Gerade abgeholt, ausgepackt und eingelegt:


    Georg Friedrich Händel (1685-1759)
    Die Cembalosuiten
    Ragna Schirmer, Klavier
    Berlin 2008



    Erster Eindruck: klingt sehr ansprechend! Daß Frau Schirmer sich im Interview durchaus positiv auf Glenn Gould bezieht, spricht für mich nicht gegen sie - auch wenn ein solcher Vergleich vielleicht in die Irre führen könnte.

    Morgen findet in Heidelberg ein Symphoniekonzert statt, das ich - vorausgesetzt, ich bekomme eine Karte - besuchen werde:



    Der Dirigent sollte, nach den vorausgegangenen Beiträgen, hier nicht mehr gänzlich unbekannt sein.

    Zitat

    Original von thdeck
    Wichtig für mich: Welches ist die adäquate Sprache? Deutsch? Russisch? Englisch?


    Russisch, würde ich sagen: a) ist es das Original, b) Boris ist ein Russe, wie er im Buche steht, kann mir ihn in einer anderen Sprache schlechterdings nicht vorstellen, b) meines Wissens wird die Oper auch in Deutschland normalerweise in der Originalsprache gegeben.


    Ich habe zwei Aufnahmen:


    Talvela, Gedda, Mróz, Haugland, Polish Radio Nat. Orch., Jerzy Semkow (EMI 1976)



    Die Aufnahme, mit der ich den Boris kennen und lieben gelernt habe. Sie trifft die melancholisch-resignativen Schichten des Werks sehr schön und Martti Talvela in der Titelrolle ist ohnehin für mich die ideale Verkörperung, ein Künstler, den ich ohnehin sehr schätze.


    Vedernikov, Matorin, Piavko, Arkhipova, Masurok, Sokolov, USSR TV and Radio Large Symph. Orch., Vladimir Fedoseyev (Philips 1978-83)



    Auf den Punkt gebracht:


    Diese Aufnahme müßte ich erst wieder hören, kann also momentan nichts Näheres dazu sagen.


    Oben äußert sich Edwin zu beiden Einspielungen, sicher bedenkenswert.

    Ob ich alle Variationen durchstehe, weiß ich noch nicht - bislang klingt's aber durchaus ansprechend, ja spannend, um nicht zu sagen: schön.


    Nach einiger Zeit mal wieder hervorgeholt und eingelegt:


    Johann Sebastian Bach (1685-1750)
    Clavier Ubung bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen, Goldberg-Variationen (1741)
    Ottavio Dantone, Cembalo
    Decca 2003



    Nachtrag, gleich ist die Musik zuende: Eine Klasseaufnahme, die mich wirklich begeistert. Sie wurde hier ja auch schon mehrfach gerühmt.

    Das, lieber klingsor, gefällt mir gut, wirklich gut: rundum gelungen, schlicht und geheimnisvoll - eine schöne Miniatur!

    Zitat

    Original von Matthias Oberg
    Das [Klaviertrio] von Chausson empfinde ich als leichter [als das von Ravel], aber nicht leichtgewichtig und durchaus auch mit einer Prise Melancholie.


    Dieser Charakterisierung stimme wiederum ich gern zu!


    Ich betrete jetzt Neuland, mit einem Dankeschön nach G.Z.:


    Joseph Jongen (1873-1953)
    - Concerto à Cinq, op. 71, für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Violoncello (1923)
    - Sonate Duo, op. 109, für Violine und Violoncello (1938)
    - Danse lente gis-moll, op. 56b, für Flöte und Harfe (1924)
    - Adagio E-dur, op. 22/1, für Violine und Viola (1901)
    - Deux Pièces en Trio, op. 80, für Flöte, Violoncello und Harfe (1925)
    Ensemble Arpae
    Cypres 2002



    Klingt gut bislang! Aparte Besetzungen.

    Zitat

    Original von Caesar73
    Ragna Schirmer spielt Händel: [...]


    Während Frau Schirmers Händel bei der mir zugewiesenen Postagentur darauf wartet, von mir übermorgen abgeholt zu werden, höre ich vorerst dieses (heute schon zum zweiten Mal):


    Maurice Ravel (1875-1937)
    Trio avec piano (1914)
    Trio Wanderer
    HMF 1999



    Eine Interpretation, die den irisierenden Rhythmus und die klanglichen Rafinessen, auch die Schattenseiten des herrlichen Werks, so z. B. die untergründig-unheimliche Stimmung im 3. Satz, der eben erklingt, aufs schönste herausarbeitet - sehr zu empfehlen (auch das ebenfalls enthaltene Chausson-Trio)!

    Zitat

    Original von Maldoror
    Schon [...] ist unfaßbar gut und das kühle Warsteiner dazu natürlich auch . . .


    Ts, ts, ts :no::D


    Zitat

    Original von Wulf
    Der Mineralwasserkur schließe ich mich aber gerne an.


    So ist es recht :yes:


    Zitat

    Original vom Michael M.
    Alkohol?
    Mineralwasser?
    Nein: um diese Zeit Thee!


    Und das verdient ein Jubelmännchen: :jubel:


    Bei mir bleibt es ernst und sinnlich:


    Dieterich Buxtehude (1637-1707)
    Membra Jesu Nostri, BuxWV 43 (ca. 1680)
    Heut triumphieret Gottes Sohn, BuxWV 43
    Concerto Vocale; Ltg.: René Jacobs
    HMF 1990



    Ebenso wie der Zelenka (s. o.) eine schöne, berührende Einspielung, die ich sehr gern wieder höre.

    Zitat

    Original von Theophilus
    Taiyo Yuden ist einer der wohl nicht mehr als eine Hand voll Hersteller von Rohlingen, der wie die anderen kaum unter seinem eigenen Namen anzutreffen ist, sondern für viele Markenhersteller produziert.


    Hier gibt es Neuigkeiten: Im neuen FonoForum lese ich gerade, daß Taiyo Yuden, das 2008 eine Mehrheit von JVC übernommen hat, sich nun in "Victor Advanced Media" umbenenne und ab Juni unter unter der Marke JVC Rohlinge auch in Ladengeschäften anbieten wolle, und zwar nicht mehr nur in 100er-Rollen, sondern auch in handelsüblichen Packungsgrößen. Damit soll wohl auch der Gefahr von Plagiaten (bislang unbedruckt und schlicht verpackt vertrieben) begegnet werden.


    Ich habe mir inzwischen eine 100er-Spindel gekauft und mit den Rohlingen keine Probleme.