Beiträge von Musiclover

    Guten Morgen Louis,
    da gibt es schon eine ganze Weile eine Decca-CD "Joseph Calleja Tenor Arias" mit dem Symphonieorchester Mailand unter Riccardo Chailly (den habe ich in 10 Amsterdamer Jahren oft im Concertgebouw erlebtund genossen). Aber hier geht's um Calleja: Die CD beinhaltet folgende Aufnahmen:


    Lunge da lei...de' miei bollenti spiriti (La Traviata)
    Ofigli,o figli miei......ah, la paterna mano (Macbeth)
    Questa o quella (Rigoletto)
    Ella mi fu rapita (Rigoletto)
    La donne è mobile (na woraus das ist?) :D
    Quanto è bella (Elisir d'amore)
    Tombe degli avi miei... Fra poco à me ricovero (Lucia di Lammermoor)
    Oh meschina...Tu che à Dio... (Lucia diLammermoor)
    la dolcissima effigie (Adriana Lecouvreur)
    lamento di Federico (L'arlesiana)
    Addio fiorito asil ( Madama Butterfly)


    Ich hab's geschenkt bekommen und finde die Aufnahmen sehr interessant und vielversprechend und es wundert mich, dass man nicht mehr von Callejas hört/sieht. Aber die SO hat's mal wieder gebracht....., wär ich auch gern dabei gewesen.


    Gruß


    Musiclover

    Also, ich musste mir für meine Äußerungen jetzt aber ein paar ganz schöne persönliche Watschn gefallen lassen: Ich "pauschaliere Regietheater als sei es ein definiertes Verbrechen". Wer da lesen kann, der konnte in meinem Beitrag lesen: "Regietheater kann genauso gut oder genauso schlecht sein wie konservatives Theater".
    Besonders gezuckt habe ich allerdings bei Antracis, der's mir so richtig gezeigt hat: Er (Antracis) geht "als Regietheaterfreund womöglich zu intellektuell an die Dinge heran". Eine interessante Gleichsetzung zwischen Intellekt und der Liebe zum Regietheater. Gottseidank haben wir bei der Abstimmung ein Drittel Intellektuelle im Forum, das lässt ja hoffen, dass die Anderen (beati pauperes spiritu) hier Gelegenheit haben, was zu lernen.
    Im übrigen scheint mir zwischen Rideamus und mir mehr Einigkeit zu bestehen als die derzeitigen "Verbeißungen" vermuten lassen, wenn ich den 3. und 4. Absatz seiner letzten Ausführungen lese, wobei auch hier der Seitenhieb über mein Recht auf Irrtum nicht zu übersehen ist. (ich hatte nie gesagt, dass ich in Verona große Kunst gesucht hätte, aber ich war halt mal dort, Verzeihung)
    Es ist im übrigen auch sozialwissenschaftlich außerordentlich interessant, das Toleranzniveau der "Intellektuellen" gegenüber denjenigen mit anderer Meinung sogar in einem Musikforum erleben zu dürfen. Nicht einmal das Pseudonym wird hier unkommentiert hingenommen.
    Man darf gespannt sein, wie das weitergeht.

    Aber in Hamburg hat man zu Anfang des Jahres die Regimentstochter gegeben und die französischen Soldaten im französisch-österreichischen Krieg traten mit amerikanischen Stahlhelmen und Maschinenpistolen auf die Bühne. Wahrscheinlich als Ausdruck eines erhöhten Intellekts der Regie und der Kritik an den imperialistischen Zügen amerikanischer Politik, oder versteh ich das auch schon wieder nicht?


    Der Neue


    Musiclover :) :)

    Ich fand und finde, dass das von mir kritisierte Statement zur Gruberova doch etwas überheblich war und überdies habe ich ja eingeräumt, dass sie in ihren jüngeren Jahren "leichter" gesungen hat, wenngleich ich darauf bestehen möchte, dass man sie noch immer mit Freude anhören kann. Bei der von mir kritisierten Aussage von Liebestraum (siehe weiter oben) war dies m. E. überscharf bestritten worden. Daran hast Du Dich nicht gestört.


    Was die Amerikanisierung des hiesigen Operngeschehens anbelangt, so bin ich wohl falsch verstanden worden: Ich denke, dass wir in den USA (Das gilt zumindes für die MET, Chicago, Houston und die kleine Oper in Sarasota(FL)) heutzutage oft "europäischere" Inszenierungen vorfinden als eben in Europa. Und es sind die Amerikaner, die unser oft so hochgelobtes(weil intelligentes) Regietheater als "EUROTRASH" bezeichnen, weil sie damit eben zu oft nichts anzufangen wissen. ich teile diese Meinung in weiten Bereichen, aber wir können diese Diskussion in einem anderen Forum dann fortsetzen.-


    Was Deinen Hinweis zu meinen Toleranzansprüchen mir selbst aber auch anderen gegenüber anbelangt, so finde ich das stark überzogen. Ich habe lediglich als "Anwalt der Frau Gruberova" auf einen m.E. ungerechten Angriff reagiert. Und wenn Du das Forum liest, siehst Du ja, dass mache heute wohl irrigerweise (da meinst Du doch?) immer noch der Meinung sind, die Gruberova sei gut......


    Gruß


    Musiclover

    Na ja, ich muss hier wohl etwas differenzierter vorgehen als geschehen, wenngleich ich das Vorherige zwar mit einem gewissen Zorn (über zuviel an Regietheater), aber im Ganzen doch auch mit (offenbar nicht verstandenem Witz) geschrieben habe, oder gemeint geschrieben zu haben. Deshalb noch ein Versuch:
    Das sogenannte Regietheater kann genauso gut oder genauso schlecht sein wie die konservative Inszenierung. Es ist haltwohl auch billiger, einen Regisseur zu bezahlen, als teure Mittel in aufwendige Inszenierungen zu stecken. Nach meiner Erfahrung geht aber doch dabei doch zu oft eher was verloren, weil Regietheater nicht nur mit ärmlichster Kulisse arbeitet, sondern auch fast regelmäßig der Oper Bedeutungsinhalte beizumessen versucht, die so nicht unbedingt drinstecken und erst konstruiert werden müssen.
    Ein Beispiel: Vor drei Jahre Verona: La Traviata. Hier wurde in einer eher trüben Kulisse das Leben der Violetta mit dem der Prinzessin Diana "parallelisiert". Und oben drüber schwebte dann auch noch eine überlebensgroße aufgeblasenen Puppe mit blonden Zöpfen. Der Kritiker der Süddeutschen fand das auch noch gut. Ganz davon abgesehen war das auch musikalisch die schwächste Traviata meines Lebens.
    Oder nehmen wir die Rodelinde (Händel) in München, wo die Leiden der Königin ins kriminelle Bandenmilieu verlegt wurden und zumindest die Kritiker das auch noch geistreich fanden. Ich hab's durchgestanden, aber nach der Pause waren schon bemerkenswert viele leere Sitze im Parkett und bei mir in unmittelbarer Nachbarschaft zu sehen. Es ist halt problematisch, wenn man in zu vielen Dingen immer eine sozialkritische oder sonstwie politische Botschaft verpacken will und genau da setzt meine Ablehnung an. Die sozialkritische Botschaft der Salzburger Mozartinszenierung (Le Nozze) war (ist) letztlich nicht erkennbar und an den Haaren herbeigezogen und das noch iVm Geschmacklosigkeit. Deshalb meine Meinung da: CD kaufen. Denn bei einer ganzen Reihe von Inszenierungen ist es besser, sie nur zu hören und aufs Sehen zu verzichten, so auch im angesprochenen Fall.


    Übrigens: auch für eine konservative Aufführung braucht man Regie, wenn sie gut sein soll. Das nur als kleine Zusatzanmerkung.


    Bleibt nur noch zu hoffen, dass ich dieses Mal besser verstanden wurde.


    Musiclover

    Na ja, ich muss hier wohl etwas differenzierter vorgehen als geschehen, wenngleich ich das Vorherige zwar mit einem gewissen Zorn (über zuviel an Regietheater), aber im Ganzen doch auch mit (offenbar nicht verstandenem Witz) geschrieben habe, oder gemeint geschrieben zu haben. Deshalb noch ein Versuch:
    Das sogenannte Regietheater kann genauso gut oder genauso schlecht sein wie die konservative Inszenierung. Es ist haltwohl auch billiger, einen Regisseur zu bezahlen, als teure Mittel in aufwendige Inszenierungen zu stecken. Nach meiner Erfahrung geht aber doch dabei doch zu oft eher was verloren, weil Regietheater nicht nur mit ärmlichster Kulisse arbeitet, sondern auch fast regelmäßig der Oper Bedeutungsinhalte beizumessen versucht, die so nicht unbedingt drinstecken und erst konstruiert werden müssen.
    Ein Beispiel: Vor drei Jahre Verona: La Traviata. Hier wurde in einer eher trüben Kulisse das Leben der Violetta mit dem der Prinzessin Diana "parallelisiert". Und oben drüber schwebte dann auch noch eine überlebensgroße aufgeblasenen Puppe mit blonden Zöpfen. Der Kritiker der Süddeutschen fand das auch noch gut. Ganz davon abgesehen war das auch musikalisch die schwächste Traviata meines Lebens.
    Oder nehmen wir die Rodelinde (Händel) in München, wo die Leiden der Königin ins kriminelle Bandenmilieu verlegt wurden und zumindest die Kritiker das auch noch geistreich fanden. Ich hab's durchgestanden, aber nach der Pause waren schon bemerkenswert viele leere Sitze im Parkett und bei mir in unmittelbarer Nachbarschaft zu sehen. Es ist halt problematisch, wenn man in zu vielen Dingen immer eine sozialkritische oder sonstwie politische Botschaft verpacken will und genau da setzt meine Ablehnung an. Die sozialkritische Botschaft der Salzburger Mozartinszenierung (Le Nozze) war (ist) letztlich nicht erkennbar und an den Haaren herbeigezogen und das noch iVm Geschmacklosigkeit. Deshalb meine Meinung da: CD kaufen. Denn bei einer ganzen Reihe von Inszenierungen ist es besser, sie nur zu hören und aufs Sehen zu verzichten, so auch im angesprochenen Fall.


    Übrigens: auch für eine konservative Aufführung braucht man Regie, wenn sie gut sein soll. Das nur als kleine Zusatzanmerkung.

    They call it EUROTRASH, das Regietheater und Recht haben sie da überm Teich. Wie traurig, dass wir uns jetzt schon die Kulturhoheit in Sachen Oper auch noch von den Amis nehmen lassen, erst die Jeans, dann die Computersprache udn nun auch noch Oper...


    Macht nur weiter so :angry:


    Musiclover


    ceterum censeo: Die Anna kann's noch lernen, das Singen, die Diana und die Christine können's schon, aber beim Eurotrash in Salzburgs Nozze hat die Christine auch mitgemacht.

    ach, was für ein arrogantes Statement. Ich habe Frau Gruberova kürzlich als Elisabetta (R. Devereux) in München erlebt und das war zweifelsohne erste Sahne, wenngleich ich einräume, dass so was bei ihr früher noch leichter gegangen ist. Aber die gruberova mit 60 ist immer noch besser als die Mehrheit der "Jungen" mit 30.
    Aber was soll's, ich seh' sie im Januar im Nationaltheater in München und höre mir mal an, wie sie sich dann als Norma zeigt. Ich werde berichten, so objektiv wie mir das als Freund ihrer Stimme möglich ist.


    Musiclover


    Ceterum censeo: Die Anna kann's noch lernen, das Singen, die Diana und die Christine können's schon und die Edita kann's mit Sicherheit auch. Man muss nur fair zuhören.....

    Hallo Keith 63,
    das gefällt mir, dass Dir das auch nicht gefällt. Jetzt müssten wir nur alle Wagner-Opern, Händels Opernwerk und Pique-Dame zufügen und wir hätten die Liste, wo ich keine Investitionen mehr tätigen werde. Oper hören soll Freude machen, bestrafen tu ich mich anders.
    Übrigens das Ganze ist ja nicht ohne Delikatesse, denn "de gustibus non est disputandum" und wenn da einer Puccini liebt und Händel-Opern aushält: lass Dich nicht beirren von einem Banausen wie mir.


    Musiclover


    Ceterum censeo: Die Anna kann's noch lernen, das Singen, die Diana und die Christine können's schon und der Mozart und der Bellini und der und der und der..... die konnten wunderbare Musik schreiben, die das Leben erst so richtig lebenswert macht.

    Ich steig jetzt einfach mal ein und auch auf das Risiko, dass jemand "guten Morgen Monieur" sagt, bring ich die Aufnahme (Livemitschnitt Chicago 1975) mit Sutherland und Pavarotti in die Diskussion. ich habe die Lucia in ingesamt 7 Versionen hier zu Hause einschl. Callasund geshen habe ich sie sowohl in NY, in Mailand und in München, aber das, was Pavarotti hier zusammen mir Frau Sutherland auf die Bühne stellte, war zumindest nicht schlechter als Fau Callas 1955, gar nicht zu reden von dem armen di Stefano, der m.E hier durchweg etwas blechern klingt.
    Hört Euch nur mal "sulla tomba"ff. von Pavarotti und das nachfolgende Duett "Veranno a te sul'aure" an, dann wisst Ihr, was ich meine, da braucht man gar nicht gleich zur Superarie der Sopranistinnen (il dolce sono.......alfin son tua...) zu greifen.
    Gruß


    Musiclover


    Ceterum censeo: die Anna kann's noch lernen, das Singen die Diana und die Christine können's schon und die Joan konnte es auch, wie man weiß.

    Am 15.11. hatte ich das Vergnügen, Renée Fleming in der MET als Violetta Valéry zu sehen und vor allem auch zu hören. Das bisher beeindruckendste, was ich so in Sachen Violetta erlebt habe. Klare, saubere Stimmführung ohne Übertreibungen aber mit viel Einfühlungsvermögen. Die DVD, die hier im Forum weiter oben gezeigt wird, kenne ich leider nicht, werde sie aber suchen und erwerben.
    Oh, und da war noch Matthew Polenzani als Alfredo, der ebenfalls Spitzenkritiken verdiente.
    Die Schlüsselszene zwischen Giorgio und Violetta ab "pura siccome un angelo....." und dann insbes. Violetta bei "dite a la giovine si bella e pura" war nicht nur dank der Fleming "extraterrestrisch, sondern auch der eher weniger attraktive Dwayne Croft wuchs über sich hinaus und bot einen Giorgio der Extraklasse.


    Ceterum censeo "die Anna kann's noch lernen, das Singen, die Diana und die Christine können's schon und jetzt weiß ich, dass es auch die Renée überm Teich kann.


    herzliche Grüße an alle


    Musiclover, der Neue im Forum